Huawei Mate Xs: Huaweis erstes Falt-Smartphone für Deutschland jetzt erhältlich

Huaweis erstes Falt-Smartphone Mate X ist selbst Monate nach dem Marktstart nur in China erhältlich. Doch das Nachfolger-Gerät erscheint vom Fleck weg auch in Deutschland. Ab sofort könnt ihr es im Online-Shop des Herstellers für saftige 2.499 Euro kaufen. Später dürfte es auch bei anderen Händlern erhältlich sein. Dabei stellt das Huawei Mate Xs ein leicht überarbeitetes Update dar. Auf eine hierzulande äußerst wichtige Funktion muss es aber verzichten.

Alter Falter mit robusterem Scharnier

An der Grundkonstruktion des Mate X ändert Huawei nichts. Es handelt sich weiter um ein in der Mitte nach außen aufklappbares Falt-Smartphone. Überarbeitet hat der Hersteller beim Huawei Mate Xs jedoch eine Stelle, an der es noch bei allen Foldables krankt: beim Faltscharnier. Über dem Faltmechanismus aus Flüssigmetall auf Zirkonium-Basis, den Huawei „Falcon Wing“ nennt, schichtet der Hersteller jetzt eine zweilagige Polymer-Oberfläche. Durchsichtiger Kleber soll dafür sorgen, dass sich die Kunststofffolien nicht lösen. Gleichzeitig soll das Verbundmaterial gewährleisten, dass die Bildqualität trotz des Scharniers nicht leidet.

Aufgeklappt bietet das Huawei Mate Xs nach wie vor eine tabletähnliche Display-Diagonale von acht Zoll und damit deutlich mehr Fläche als das Samsung Galaxy Z Flip. Die Auflösung von 2.480 x 2.200 Pixel bleibt unverändert. Zusammengefaltet gibt Huawei Nutzern zwei smartphoneähnliche Displays an die Hand. Eines vorne mit 6,6 Zoll Diagonale und 2.400 x 1.148 Pixeln sowie eines hinten mit 6,38 Zoll und 2.480 x 892 Pixeln. Wie bei einem normalen Smartphone erscheinen die Displays nahezu vollflächig ohne breiten Rand.

Aufgebohrte Hardware mit 5G

Unter der Haube schaltet Huawei einen Gang höher und packt sein aktuelles System-on-a-Chip (SoC) vom Typ Kirin 990 5G hinein. Am Namenszusatz ist zu erkennen, dass das Foldable in der neusten Mobilfunkgeneration funken kann. Für die Rechenarbeit zuständig ist ein Octa-Core-Prozessor mit vier Cortex-A76-Kernen und vier Cortex-A55-Kernen, die mit bis zu 2,86 Gigahertz takten. Dem Prozessor stehen üppige acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Um grafiklastige Aufgaben wie Spiele kümmert sich eine Mali-G76-Recheneinheit mit 16 Kernen.

Apps, Fotos und Videos speichern Nutzer auf dem internen 512 Gigabyte großen Speicher. Wer ihn erweitern will, muss zu einer Speicherkarte mit Huaweis hauseigenem Format Nano Memory greifen.

Mit 4.500 Milliamperestunden fällt der Akku größer als bei normalen Smartphones aus. Sofern ein 55-Watt-Netzteil zur Hand ist, lässt sich der Energiespeicher innerhalb von 30 Minuten von null auf 85 Prozent aufladen. SuperCharge nennt Huawei dieses Schnellladeverfahren.

Vierfach-Kamera mit 30-fach Hybrid-Zoom

Huawei ist für große Sprünge bei der Kamera-Technik bekannt. Diese bleiben zwar aus, dennoch liegt die Ausstattung auf höchstem Niveau. Im Huawei Mate Xs steckt eine Vierfach-Kamera. Das Quartett umfasst eine 40-Megapixel-Hauptkamera (Weitwinkel, f/1,8), eine 16-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f2,2) ein 8-Megapixel-Teleobjektiv (f2,4) sowie eine 3D-Tiefensensoreinheit für die Bokeh-Simulation.

Über den optischen Telezoom hinaus lässt sich der Bildausschnitt mit Software-Hilfe bis zu 30-fach vergrößern. Für verwacklungsfreie und detailreiche Zoombilder stabilisiert die Kameramechanik optisch und erhält Unterstützung durch Software mit Künstlicher Intelligenz.

Praktisch: Eine extra Frontkamera braucht das Huawei Mate Xs nicht. Wegen der Falt-Technik kann man sich bei Selfies durch die Hauptkamera auf einem der äußeren Displays sehen.

Neues Betriebssystem – aber keine Google-Dienste

Angetrieben wird das Huawei Mate Xs mit der neuen hauseigenen Oberfläche namens EMUI 10.0.1. Sie basiert auf dem Open-Source-Teil von Android. Doch ein wichtiger Teil von Googles Betriebssystem lässt sich nicht nutzen: der Play Store und andere Google-Dienste. Als Ersatz soll die herstellereigene Plattform Huawei AppGallery dienen. Die wächst zwar kontinuierlich. Aber so viele Apps wie bei Google sind dort noch nicht zu finden – vor allem noch nicht die populären Anwendungen.

Wie schon beim Huawei Mate 30 leidet der Hersteller unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China und ist vom amerikanischen Technik-Embargo betroffen. Das erschwert es, einige übliche Apps zu installieren. Daran über Umwege heranzukommen ist zwar möglich. Aber viele Otto-Normal-Anwender dürften den Aufwand als zu groß empfinden.

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Images by Huawei

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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