Huawei Mate 30 Pro: Der erste Eindruck überzeugt – aber mit gemischten Gefühlen

Endlich ist offiziell, was zuvor im Netz schon zu Haufe geleakt – und durch das Handels-Embargo der USA diskutiert – wurde: Die neue Huawei-Mate-30-Serie ist da. Richard Yu, Huawei CEO hat die neue Smartphone-Reihe in München erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neben dem Basis-Modell bringt der chinesische Hersteller auch wieder eine Pro-Version – mit dem Huawei Mate 30 Pro- Wir haben uns das neue Flaggschiff von Huawei geschnappt um uns für euch einen ersten Eindruck von dem Smartphone zu machen. Und den möchten wir hier mit euch teilen.

Das erste Mal in der Hand: Hallo, Huawei Mate 30 Pro!

Huawei Mate 30 Pro im Hands-On
Rund statt eckig: Huawei verbaut die Quad-Kamera des Mate 30 Pro in einem Kreis.

Da ist es also, das Huawei Mate 30 Pro. Der Nachfolger des Mate 20 Pro. Und beim ersten Handkontakt schauen wir uns das neue Smartphone erst einmal ganz genau an. Dabei bleibt unser Blick zunächst auf der Rückseite kleben. Denn hier begegnen uns nicht nur die neue Farben Black, Space Silver, Cosmic Purple und Emerald Green, sondern auch das neue Kamera-Design. In diesem Jahr ordnet Huawei die vier Linsen der neuen Quad-Kamera in einem mittig platzierten Kreis an, der von einem metallisch schimmernden Rand umgeben ist.    

Ein weiteres Design-Merkmal ist die neue Beschaffenheit auf der Rückseite. Denn statt eines Farbverlaufs, erhalten wir diesmal einen Verlauf von glänzend (oben) bis matt (unten). Der matte Bereich soll Fingerabdrücke vermeiden, was im Hands-On jedoch nicht ganz deutlich wurde. Dennoch gefällt uns der Verlauf und wertet das Design deutlich auf. Im Zusammenspiel mit der hervorragenden Verarbeitung sieht das Mate 30 Pro nicht nur hochwertig aus, sondern fühlt sich auch so an. Und das setzt sich auch vorne weiter.

Huawei Mate 30 Pro im Hands-On
Das Huawei Mate 30 Pro in der Farbe Silver. Der Verlauf kommt auf Fotos leider nicht so gut zur Geltung.

So muss randlos aussehen – und sich anfühlen

Für ein ganz neues Display-Gefühl sorgt bei uns die 88-Grad-Biegung zu den Rändern hin, die Huawei „True-Edge-to-Edge-Borderless“ nennt. Dadurch wirkt das 6,52 Zoll große Display an den Seiten tatsächlich randlos. Doch dabei sorgt die Biegung nicht nur für ein Design-Highlight, sondern wird von Huawei auch praktisch mit einbezogen. So verzichtet man diesmal komplett auf Lautstärke-Tasten, sodass der Nutzer die Lautstärkeregelung am interaktiven Rand vornehmen kann. Mit diesen Side-Touch-Funktionen lassen sich beispielsweise nun auch einfacher Selfies knipsen. Das bedarf anfänglich jedoch erst einmal einer Eingewöhnungsphase.

Huawei Mate 30 Pro im Hands-On
Eine Biegung von 88 Grad: Das Display des Huawei Mate 30 Pro reicht über die Ränder hinaus.

Auch der restliche erste Eindruck des verbauten OLED-Panels überzeugt. Es kommt mit einer Auflösung von 2.400 x 1.176 Pixeln und wirkt sehr scharf und ausgeglichen. Zusätzlich verspricht der Hersteller, dass mit dem Huawei Mate 30 Pro weniger schädliches blaues Licht ausgesandt wird. Darin integriert ist auch in der neuen Mate-Serie wieder der Fingerabdrucksensor, der uns gut platziert erscheint. Wie er sich im Alltag schlägt, wird unser ausführlicher Test zeigen.

Neue Quad-Kamera: Der Test muss es zeigen

Dieser wird dann auch zeigen, wie die neue Quad-Kamera abschneidet. Sie wird gebildet aus einer 40 MP Weitwinkelkamera, einer 40 MP SuperSensing-Videokamera, einer 8 MP Telefoto-Kamera und einer 3D-Tiefensensor-Kamera. Die SuperSensing-Kamera ist dabei ein duales Hauptkamera-System. Mit im Kamera-Paket ist auch Makro-Fotografie, Bildstabilisierung (OIS+AIS) sowie ein bis zu 3-fach optischer Zoom. Der digitale Zoom bietet sogar eine 30-fache Vergrößerung. Zusätzlich fokussiert man sich in diesem Jahr auch stärker auf Videos, sodass 4K-Aufnahmen sowie Slow-Motion-Aufnahmen mit 7680 fps (frames per second) möglich sind.

Das Huawei Mate 30 unter der Haube

Des Weiteren werden wir im Alltags-Test auch die restlichen Spezifikationen genauer unter die Lupe nehmen – so wie das, was unter der Haube steckt. Im neuen Huawei Mate 30 Pro taktet der ebenfalls neue Kirin 990 Achtkern-Prozessor, der Prozessor-Einheiten und ein 5G-Modem vereint. Ihm zur Seite stehen 8 GB Arbeitsspeicher für flüssiges Multitasking im Alltag. Der interne Speicher kommt mit 256 GB und kann mit Hilfe der proprietären NM-Card von Huawei erweitert werden. Alternativ können in den Slot auch zwei Nano-SIM-Karten eingesetzt werden. Es handelt sich also um einen Hybrid-Slot.

Huawei Pressekonferenz zum Mate 30 Pro
Screenshot // Image by Huawei

Großer Akku – aber keine Google-Apps: Deutschland-Start unklar

Verstärkt wurde auch der Akku. Er fasst nun 4.500 mAh und kann kabelgebunden per SuperCharge mit bis zu 40 Watt schnell geladen werden. Kabelloses Laden ist nun mit bis zu 27 Watt möglich. Und auch die Wireless-Reverse-Charge-Funktion soll nun drei Mal schneller sein. Doch wie sieht es eigentlich mit der Software aus? Aktuell kommt das Huawei Mate 30 Pro mit Android 10 unter EMUI 10. Dabei handelt es sich um die quelloffene Version „Android open source project“ (AOSP). Google-Apps sind, wie es bereits erwartet wurde, nicht an Bord. Alle Apps müssen also entweder über die Huawei-eigene AppGallery oder als APK auf das Smartphone geladen werden. Der Hersteller hat angekündigt, dass mittlerweile über 40.000 Apps in der AppGallery verfügbar sein sollen. 

Doch es ist fraglich, ob das Phone ohne Google-Apps überhaupt konkurrenzfähig sein kann. Immerhin kommt das Huawei Mate 30 Pro in der Konfiguration von 8 GB + 256 GB zu einer UVP von 1.099 Euro. Bislang hat man jedoch kein Wort darüber verloren, ob und wann die Mate-30-Serie in Deutschland starten soll. Wir halten euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

Jessica Julia Mrzik

Jessica ist Technikjournalistin und befasst sich leidenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt. Wenn sie nicht gerade erklären muss, was eine Technikjournalistin macht, bloggt sie über die neuesten plastikfreien Alternativen. Außerdem befasst sie sich gern mit Tech-Neuheiten und lustigen Gadgets rund ums iPhone und Co. Als Digital Native interessiert sie sich für alles, was mit Medien zu tun hat und probiert alles aus, was sie in die Finger bekommt.


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