Google Nest Hub im Test: Smarter Bilderrahmen mit begrenztem Mehrwert

Digitale Assistenten werden immer beliebter. Während zu Beginn Lautsprecher mit Mikrofonen und intelligenter Technik ausgestattet wurden, präsentierten die Platzhirsche Amazon und Google unlängst smarte Bildschirme. Der Internet-Primus aus Mountain View hat mit dem Nest Hub ein ansprechendes Modell nach Deutschland gebracht. Ich habe das Gerät in den letzten Wochen im Alltag getestet.

Weißer Kunststoff-Assistent mit fettem Rand

Google setzt beim Neuling die Home-Designsprache konsequent fort. Das Gehäuse ist in weiß und grau gehalten, ein graues Textil auf der Rückseite vermittelt Wertigkeit. Insgesamt wirkt alles sehr clean und sauber. Auf der rechten Seite befindet sich lediglich eine Lautstärke-Wippe, oben lässt sich das Mikrofon deaktivieren. Beim Blick auf das äußere Erscheinungsbild fällt der dicke Rahmen um das 7 Zoll messende Touch-Display auf. Mit 18 mal 12 Zentimetern ist der Google Nest Hub kompakt, aber nicht wirklich praktisch.

Nach dem Starten wird deutlich, dass das smarte Display etwas größer hätte ausfallen können. Durch den Informationscharakter und die Ausrichtung als klassisches Stand-Display sind die Schriften groß geraten. Dementsprechend passen auch nur wenige Informationen auf die Anzeige. Optionen zur Anpassung gibt es nicht.

Die Rückseite des Google Nest Hub schmückt ein schickes und strapazierfähiges Gewebe. Image by Jonas Haller

Inbetriebnahme flott, allerdings mit nur einem Google-Konto

Betrieben wird das Gerät per Netzteil, ein Akku ist nicht integriert. Das Verbinden mit Internet und dem eigenen Google-Konto geht schnell von der Hand. Dafür steht die herstellereigene Anwendung “Home” im Play Store zur Verfügung. Nach ein paar Minuten einrichten kann das clevere Gadget genutzt werden. Dann fungiert der Nest Hub als Smart-Home-Zentrale und Erweiterung für das eigene Android-Smartphone. Aktuelle Nachrichten und das Wetter werden angezeigt, YouTube-Videos oder Spotify-Songs abgespielt.

Außerdem gibt’s eine Reihe von Apps, deren Inhalte für das smarte Display angepasst sind. Dazu zählen etwa öffentlich rechtliche Sender wie DasErste oder ZDF. Zudem lassen sich bei Chefkoch Rezepte ausprobieren oder auch Witze konsumieren. Nicht zuletzt lassen sich Bilder aus Google Fotos betrachten. Der digitale Bilderrahmen 2.0 quasi.

Eingabe per Finger und Sprache

Die Interaktion mit dem Google Nest Hub geschieht in erster Linie per Sprache über den Google Assistant. Das funktioniert selbst mit Umgebungsgeräuschen reibungslos und auch mit Dialekt werden Eingaben einwandfrei erkannt. Die Umsetzung wirkt stimmig und die Audio-Ergebnisse werden von der Anzeige unterstützt.

Auf dem Bildschirm des Google Nest Hub lassen sich diverse Informationen anzeigen. Image by Jonas Haller

Beeindruckend ist die Soundqualität des rückwärtigen Lautsprechers. Sowohl Songs als auch Videos spielt der Google Nest Hub mit sehr druckvollem Klang ab. Auch die maximale Lautstärke ist ordentlich. Selbst Räume bis 20 Quadratmeter lassen sich gut beschallen. Abzüge gibt’s dafür beim Display. Die Auflösung (1.024 x 600 Pixel) könnte höher und die maximale Helligkeit besser sein. Für das alltägliche Betrachten reicht das allerdings vollkommen aus.

Fazit Google Nest Hub: Schickes Smart-Display mit Ausbaupotential

Beim Kampf gegen den Konkurrenten Amazon hat Google mit dem Nest Hub ein heißes Eisen im Feuer. Die Spracherkennung arbeitet zuverlässig und etliche Android-Apps unterstützen den Assistenten. Vor allem der Lautsprecher kann überzeugen. Ausbaupotential gibt’s beim Display und dem Funktionsumfang.

Alexa unterstützt aktuell deutlich mehr Anwendungen und dank der vielfältigen Skills lässt sich der Amazon-Assistent nahezu beliebig erweitern. Beim Google-System gibt es stärkere Restriktionen für die unterstützten Apps. Wer Videofunktionen nutzen möchte, sollte sein Geld lieber in ein Tablet stecken. Dafür ist der Preis der Helferleins mit knapp 130 Euro durchaus fair. Der Google Nest Hub eignet sich für all jene, die im Android-System zu Hause sind und denen ein Audio-Assistent wie der Home-Speaker zu wenig ist. Alle anderen sollten einen Blick auf Amazons Echo Show werfen.

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Images by Jonas Haller

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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