Exoskelette – LGs futuristischer CLOi Suitbot

Die ersten Exoskelette wurden vom amerikanischen Militär gebaut, um Soldaten leistungsfähiger zu machen. So entwickelte man in den 60er Jahren eine Rüstung, die dem Träger erlaubte mithilfe von Hydraulik und Elektrizität, seine Kraft um den Faktor 25 zu steigern. Exoskelette wurden aber vorallem in der Medizin entwickelt und dienten hauptsächlich für therapeutische Zwecke. Der erste seiner Art war ein Laufsimulator namens HapticWalker, der Schlaganfall-Patienten beim Gehenlernen helfen sollte. Die Technik hat sich seitdem ständig weiterentwickelt und bietet heute Bots an, die weit in den Privatsektor reichen.

LGs CLOi Suitbot

Roboteranzüge, beziehungsweise Orthesen, sind in der Medizin seit langem im Einsatz. Der Anblick und die erste Begegnung mit dem LG Suitbot, mutet jedoch spektakulär an. LGs futuristischer CLOi Suitbot sieht aus wie die martialische Hülle eines Kampfroboters, ist aber in Wirklichkeit so harmlos wie eine Pusteblume. Manche unter euch kennen sicherlich den gleichnamigen Hausroboter CLOi, der zur peinlichen Berühmtheit gelangte, weil er bei seiner Präsentation komplett versagte. Für diejenigen, die CLOi nicht kennen sollten: CLOi ist die innovative Roboter-Serie von LG. Die Serie verspricht smartes Wohnen mithilfe von künstlicher Intelligenz. Während die CLOi Serie bisher nur im Servicebereich zum Einsatz kam, sollen Suitbots gewerbliche Ansprüche erfüllen. Dabei sollen sie dem Träger helfen, seine Arbeitskraft zu erhöhen und sein Verletzungsrisiko auf ein Minimum verringern. Es ist vorwiegend für den Einsatz in der Industrie gedacht, wie z.B. in der Warenabfertigung, im Baugewerbe oder im Gesundheitswesen, indem er die Mobilität seiner Träger optimiert.

Der Suitbot von LG ist eine Art Exoskelett, den man wie eine Rüstung anlegt. Durch die integrierte AI-Technologie ist sie auch lernfähig. Sie kann sich mit Robotern aus der gleichen Serie vernetzen. Das Skelett hilft ganz konkret dabei die Wirbelsäule bzw. die Glieder zu stabilisieren und die Muskelkraft zu steigern, um das Verletzungs- und Ermüdungsrisiko bei physischer Arbeit zu verringern. Der Mechanismus unterstützt den Träger bei bestimmten Haltungen und Bewegungen, indem er eine Drehung um 50 Grad und eine Beugung um 90 Grad entwickelt. Die Unterstützung schaltet sich ein, sobald man sich in einem Winkel von 65 Grad beugt. Bei aufrechter Position schaltet sich der Roboter dann wieder aus. Der Suitbot kann vier Stunden durcharbeiten und wird mit einer Batterie betrieben, die sich in einer Stunde komplett aufladen lässt. In ersten Tests haben die Bots ihre Tüchtigkeit und ihren besonderen Nutzen unter Beweis gestellt. Sie konnten tatsächlich die Arbeitskraft erhöhen.


Image by LGE via presse.lge.de

 

Huseyin Kocintar

hat Theater-, Film-, Medien und Philosophie an der Universität Wien studiert. Zur Zeit arbeitet er bei den Netzpiloten und macht zusätzlich ein Dokotoratsstudium am Institut für Philosophie.


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