Der digitale Stift und das Papier

Digitale Stifte verbinden das Analoge mit dem Digitalen. Drei Modelle stellen wir euch genauer vor und vergleichen diese. Schöne, neue, digitale Welt? Bei der Times in London knallt der Anschlag einer Schreibmaschine jetzt wieder durch die Redaktion. Papierloses Leben? Sind wir doch noch nicht so weit? Analog vs. Digital – Beides hat Vor- und Nachteile. Vielleicht gibt es einen guten Mix aus beidem. Digitale Stifte, zum Beispiel. Hier sind VibeWrite, Livescribe smartpen und Pencil by FiftyThree im Vergleich.

VibeWrite

VibeWrite ist ein Stift, der vibriert, wenn man sich verschreibt. Der Stift erkennt Blockschrift und kursive Schrift, ist also hauptsächlich für Schreibanfänger gedacht.

Der Wortschatz (englisch, deutsch) beträgt 5.000 Worte. Das hört sich nach viel an, laut Wikipedia schätzt der Duden den Alltagswortschatz aber auf rund 70.000 Wörter. Was schon ausgereifter zu sein scheint, ist hingegen die Grammatikkorrektur. Die verspricht zum Beispiel Kommafehler gleich zu melden.

Heißt: Fehler werden nicht automatisch korrigiert. So sieht der Schreiber seinen Fehler, lernt ihn zu korrigieren und –im besten Fall– vermeidet ihn in der Zukunft.

Der Stift enthält eine Art Mini Computer und funktioniert mit WLAN und Bluetooth. Er  schreibt auf Papier, nicht auf einem Tablet. Die API ist offen, damit Apps drumherum gebaut werden können. Ob man es am Ende macht oder nicht sei dahingestellt, aber die Idee Tweets mit einem Stift zu verfassen, hat mich zu erst auf dieses Produkt aufmerksam gemacht.

 

Wie es mit VibeWrite weitergehen soll, erklären die Erfinder in ihrem Video zur Crowdfunding Kampagne.

Livescribe smartpen

Häufig ist die Protokollierung von Gedanken digital sinnvoller, der kreative Vorgang geht vielen allerdings leichter auf Papier (oder Whiteboard) von der Hand.

Mindmaps und Brainstormings zum Beispiel. Diese werden später häufig digital benötigt, um sie zu verschicken, mit dem Team zu teilen oder einfach nur zu archivieren.

Moleskine, das wohl gängigste Notizbuch, kann da weiterhelfen und auf Papier festgehaltene Inhalte aufs iPad senden. Das macht dasMoleskine Livescribe Notebook mit Livescribe smartpen.

 

Pencil by FiftyThree

Das New Yorker Startup FiftyThree wurde zuerst durch seine Paper App bekannt. Paper lässt Nutzer auf dem iPad  in einem digitalen Notizbuch malen und Kunstwerke erstellen. Dieses kann man anschließend auch als Booklet drucken lassen.

Endes des Jahres 2013 präsentierte das Unternehmen den entsprechenden Digitalstift, “Pencil”. Ähnlich wie ein richtiger Bleistift lässt es verschiedene Stärken und Schattierungen zu, je nachdem wie man den Stift hält, und hat am oberen Ende eine Radiergummifunktion.

 

Während der Nutzer schnell damit zu malen lernt, ist schreiben zu Anfang noch sehr ungewohnt, da die weiche Spitze fest aufgedrückt werden muss. Technisch interessant ist allerdings, dass FiftyThree es geschafft hat, den Teil der Handfläche, der beim Schreiben auf dem iPad liegt, zu ignorieren.

Fazit

Wir müssen nicht zwanghaft an Papier und Stift festhalten, weil wir damit aufgewachsen sind, gleichzeitig müssen wir nicht glauben, dass das Neue das Beste ist. Für verschiedene Anwendungsfälle gibt es verschieden Optionen, um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren und unseren Alltag zu verbessern.


Image (adapted) „[108/366] Pen to Paper“ by Dwayne Bent (CC BY-SA 2.0)

Felicitas Hackmann

studierte Medienwissenschaft in Siegen und arbeitete zwischendurch und danach in Startups wie z.B. Airbnb und Stuffle. Nach San Francisco und Hamburg, ging es 2014 nach Berlin, wo sie als freie Reporterin, für z.B. VentureVillage, schreibt. Ohne Twitter, Foursquare und Spotify geht es nicht! Alles weitere gerne in 140 Zeichen an @frau_feli.


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1 comment

  1. Bevor man die Livescribe Produkte kauft, sollte man sich das jeweilige Produkt sehr genau ansehen.
    -Die Wifi Version kann aktuell nur mit Evernote abgeglichen werden. Also keine vertraulichen Daten, keine Passwörter, etc. eingeben, da Evernote alles indiziert. Export als Text oder PDF ist nicht möglich. Dropbox oder ähnliches geht trotz Vordrucke in den Textheften immer noch nicht (05.2015 „coming soon“)

    – Die Pendrive 3 Version kann nur mit IOS Systemen und in einer Beta mit Android reden (05.2015). Kein PC Sync möglich. Das Microfon wurde entfernt. Diese Version des Stift wirkt übergroß und billig. Wie eine Kinderkulli.
    – Die alte Echo/Pulse Version muß mit USB Cradle abgeglichen werden. Hier ist PDF Export und eine gute OCR Software verfügbar. Die Geräte haben laut Wikipedia aber wahrscheinlich einen Konstruktionsfehler der das Display nach 2-3 Jahren unlesbar macht. Livescribe wiegelt ab und schiebt es auf die Kunden.
    – Der Livescribe Support ist meiner Meinung nach höflich aber unbrauchbar.
    – Reparatur in Europa nicht möglich. Nur Austausch über Händler.
    – Es handelt sich um eine geschlossene Produktumgebung. Die Api wurde eingestellt.
    – Die Community die Ihre Aufzeichnungen austauschen konnte, wurde geschlossen. Jetzt soll Evernote das erledigen.

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