Apex Legends: (Fast) aus dem Nichts zum Millionenerfolg

Was für eine Erfolgsgeschichte. Völlig aus dem Nichts veröffentlichten Electronic Arts und Respawn Entertainment letzte Woche das Battle Royale-Spiel Apex Legends. Keine Vorankündigung, keine große Marketing-Trommel und Free to Play. Und das obwohl mit Anthem Konkurrenz aus dem eigenen Haus in den Startlöchern steht.

Nach 72 Stunden zählte Apex Legends bereits zehn Millionen Spieler, zwischenzeitlich sogar eine Million Spieler, die zeitgleich im Spiel unterwegs waren. Mittlerweile hat das kostenlose Spiel sogar 25 Millionen Spieler zu verzeichnen. Ein Erfolg, der nicht ganz so zufällig ist, dessen Dimension aber niemand erahnen konnte.

Wichtige Streamer eingespannt

Es ist schon lange kein Marktgeheimnis mehr, dass Streamer und YouTuber eine starke Zugkraft besitzen. Bereits im Vorfeld wurden mehrere bekannte Streamer für das Spiel im Titanfall-Universum eingebunden. Unter anderem auch der bekannte Battle Royale-Streamer Shroud. In einem Stream erklärte dieser kürzlich, dass sein Feedback sogar starken Einfluss auf das Gunplay hatte.

Die ursprünglichen Pläne der Entwickler sahen einen zufälligen Rückstoß der Waffen vor. Durch das Feedback wurde schließlich jeder Waffe ein individueller aber fester Rückstoß verpasst. Dieser lässt sich einschätzen und mit Erfahrung gut gegensteuern.

Sogar Ninja, der zwischenzeitlich mit Fortnite zum größten Streamer wurde, spielt derzeit Apex Legends und erklärt das neue Spiel im Stream sogar für besser als Fortnite.

Mit so viel prominenter Unterstützung hatte das Spiel gleich zu Beginn starken Rückhalt, da Apex Legends bereits ab der ersten Sekunde von den Größen der Szene gespielt wurde. Da das Spiel kostenlos ist, können Zuschauer umstandslos selbst ins Spiel abtauchen, das Twitch derzeit mit großem Vorsprung dominiert. Eine geschickte und vor allem sehr zielgruppenorientierte Marketing-Maßnahme. Hinter dem vermeintlichen Überraschungserfolg steckt also auch ziemlich viel Kalkül. Die Dimension des Erfolges dürfte jedoch selbst die Marketingabteilung überrascht haben.

Leidtragender des Erfolgs könnte jedoch Anthem sein. Lange und intensiv wurde der Coop-Shooter der Spiele-Edelschmiede Bioware beworben und nun stiehlt ihnen die EA-interne Konkurrenz Apex Legends kurz vor Release die Show.

Kursrettung für Electronic Arts

Für Electronic Arts kommt das Spiel gerade richtig. Am 6. Februar musste der Publisher den stärksten Verlust seit 2008 wegstecken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass der taktisch seltsam anmutende Release von Apex Legends diesen Absturz zuerst befeuerte. Nur wenige Tage später hat sich Electronic Arts nicht nur von dem kurzzeitigen Absturz erholt, sondern auch noch eine ganze Schippe auf der Börse draufpacken können.

Auch für Entwickler Respawn Entertainment ist das Spiel ein Erfolg auf ganzer Linie. Nicht nur, dass Apex Legends selbst gerade Rekorde einstampft, auch ihre Titanfall-Reihe, in dessen Universum auch Apex Legends spielt, profitiert derzeit stark vom Hype. Auf allen Plattformen haben sich die Spielerzahlen mindestens verdoppelt. Das sowohl solo in der Kampagne, als auch online spielbare Shooterspektakel mit den namensgebenden Titanen, verkaufte sich trotz guter Bewertungen unter den Erwartungen. Der Erfolg von Apex Legends weckt in Fans der Reihe derzeit Hoffnung auf einen dritten Teil.

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Image by Respawn Entertainment / Electronic Arts

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let’s Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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