Tablet (Image: junpinzon, via PicsaStock.com)

Wondermags soll Wunderwaffe für Self-Publisher werden

Autoren, Blogger und Journalisten können ein Lied davon singen wie schwer es ist, mit Inhalten Geld zu verdienen. Wondermags will das ändern. // von Lars Sobiraj

Tablet (Image: junpinzon, via PicsaStock.com)
Image: junpinzon – via picsastock.com

Wondermags klingt ein bisschen wie eine Eier legende Wollmilchsau. Damit sollen alle Arten von Text-Produzenten in die Lage versetzt werden, digitale Magazine zu erstellen, die im eigenen Store verkauft oder durch Werbung monetarisiert werden. Die eMagazine werden ab Januar 2015 im Web und auf Tablet-PCs ausgeliefert.


Warum ist das wichtig? Wondermags bietet demnächst einen Dienst an, mit dem Self-Publishing-Autoren ihren Content monetarisieren können.

  • Die Self-Publishing-Welle ist in vollem Gange, doch nur die wenigsten Autoren können mit ihrem Content tatsächlich Geld verdienen. Wondermags will diesen Missstand beheben.

  • Ein Gros der Publishing Software richtet sich ausschließlich an Fachanwender. Nutzer ohne Programmierkenntnisse können nichts damit anfangen. Wondermags will die Integration von Bildern, Videos, Tönen und interaktivem Content ermöglichen.

  • Kleine Unternehmen und Privatpersonen mussten bisher darauf verzichten, selber eMagazines anzubieten. Herkömmliche App-Builder wie Adobe DPS haben einen Preis, den schlichtweg nicht jeder bezahlen kann.


Wenn es nach den Plänen der Macher geht, wird Wondermags ab Anfang 2015 den Markt für Self-Publisher revolutionieren. Nutzen kann diesen Dienst jeder, auch Privatpersonen oder kleine Firmen können ihre Inhalte kostenlos darüber anbieten. Die elektronischen Magazine werden für das Web oder als App in einem eigenen Format erstellt. Für die Erstellung sind keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich. Die Produktion findet bequem in einem Online-Editor statt. Der eigene Store von Wondermags soll in Hinblick auf die Suchfunktion optimiert werden. Wer sich für Inhalte interessiert, soll im Kiosk des Anbieters so schnell wie möglich fündig werden. Die Webseite mit dem Online Shop soll aber auch Stammplatz einer großen Community werden, wo Inhalte bewertet und Autoren kontaktiert werden können. Für den Wondermags-Geschäftsführer Stojan Rudan steht am Ende seiner Bemühungen eine interaktive Social-Publishing Plattform und kein statischer Web-Shop.

Wondermags kommt zur rechten Zeit!

WondermagsNächsten Monat laufen die ersten Beta-Tests mit 100 Teilnehmern an. Im Vorfeld wurden einige Top-Blogger und Journalisten überzeugt, beim Testlauf mitzumachen. Da sich der Web-Editor und viele andere Features noch in der Entwicklung befinden, soll dies mit Unterstützung der Beta-Tester geschehen. Anfangs wird Wondermags online und auf iPads verfügbar sein. Später soll so schnell wie möglich eine Android-Version der Software erscheinen. Man definiert sich dabei nicht als digitaler Verlag, die Urheberrechte verbleiben komplett bei den Autoren. Sie treten lediglich ihre Vermarktungsrechte ab. Wer des Experiments überdrüssig wird, kann seine Publikation auch wieder aus dem Kiosk entfernen.

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Monetarisierung. Entweder die eMags werden zum Kauf angeboten. Oder aber sie werden mit Werbeanzeigen angereichert. Der Anbieter will dabei auf bildschirmfüllende, ganzseitige Anzeigen setzen. Im Gegensatz zu vielen Webseiten soll das Leseerlebnis nicht durch blinkende oder zu auffällige Online-Werbung beeinträchtigt werden. Egal ob Werbung oder Verkauf: In beiden Fällen verdienen die Autoren anteilig mit. Umso erfolgreicher die Inhalte sind, umso mehr werden die Autoren und Wondermags an den eMagazinen verdienen.

Keine Kosten, keine Lizenzgebühren, kaum Pflichten

Lizenzgebühren für die Benutzung der Software fallen keine an. Wer seine Publikation aufwerten will, kann neben den kostenlosen Features des Web-Editors auch Templates und andere Funktionen dazu kaufen. Auf jeden Fall wird innerhalb der Magazine die Verwendung von Karten, Videos, Soundeffekten, Musikstücken und vieles mehr möglich sein. Als einzige Verpflichtung muss der Autor dem Anbieter zusichern, dass sein eMagazin exklusiv im Wondermags Kiosk erscheint. Die Markteinführung Anfang 2015 ist nur der erste Schritt, später will der Hersteller auch in anderen deutschsprachigen Ländern Fuß fassen.

Der Geschäftsführer von Wondermags, Stojan Rudan, kommentiert: „Tablets halten Einzug in unser aller Leben, der traditionelle Print-Journalismus ist im Wandel, der Online Journalismus sucht verzweifelt nach neuen, effektiven Monetarisierungsmodellen, Blogger wollen endlich mehr verdienen: wir sind überzeugt, das Wondermags genau zur richtigen Zeit kommt. Wir wollen das digitale Publizieren für immer verändern – zum Wohle der Autoren und Leser. Und das kann uns nur gelingen, wenn wir genug Autoren und Leser bekommen, die unsere Vision teilen und uns unterstützen.“

Zweifelsohne wird es nicht an Interessenten mangeln, die schon lange darauf warten, endlich mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Ob die versprochene Revolution des digitalen Publizierens wirklich stattfinden wird, bleibt aber noch abzuwarten. Ein Versuch ist das Projekt auf jeden Fall wert. Wer ab dem 1. Oktober Beta-Tester werden möchte oder nach weiteren Informationen sucht, wird in jeden Fall hier fündig.

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Lars Sobiraj

Lars Sobiraj

schrieb von 2000 bis zum Jahr 2002 für mehrere Computerzeitschriften rund 100 Artikel. Von April 2008 bis Oktober 2012 leitete er beim IT-Portal gulli.com die Redaktion als Chefredakteur. Thematische Schwerpunkte der über 1.000 Beiträge sind Datenschutz, Urheberrecht, Netzpolitik, Internet und Technik. Seit Frühjahr 2012 läuft die Video-Interviewreihe DigitalKultur.TV, die er mit dem Kölner Buchautor und Journalisten Moritz Sauer betreut. Seit mehreren Monaten arbeitet Lars Sobiraj auf freiberuflicher Basis bei heute.de, ZDF Hyperland, iRights.info, torial, Dr. Web und vielen weiteren Internet-Portalen und Blogs. Zudem gibt er Datenschutzunterricht für Eltern, Lehrer und Schüler. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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