mosaic2.jpg [Quelle: flickr/ krazydad] Im Web wird unsere Identität zu einem Mosaik aus vielen, vielen Baustellen und Einzelteilen, die von uns selbst oder von anderen veröffentlicht wurden. Wie will man da den Überblick und die Kontrolle behalten? Fast scheint es so, als ob es nur zwei Möglichkeiten gibt, Netzinhalte zur eigenen Person zu beeinflussen. Eine Möglichkeit ist der völlige Rückzug aus dem Internet und der Versuch, gar nichts über sich Preis zu geben. Wer das nicht möchte oder aus beruflichen Gründen auffindbar sein muss, kann das Komplettpaket wählen und einfach jedes Angebot nutzen. So lässt sich zumindest verhindern, dass gefakte Profile unter dem eigenen Namen bei bekannten sozialen Netzwerken von Fremden angelegt werden. Bei der Korrektur von Fehlern aus der Vergangenheit, hat die vorherige Linkliste bereits gezeigt, dass das Löschen von Inhalten im Netz nicht nur aufwendig ist, sondern auch mit erheblichen Kosten verbunden sein kann. Welche Alternativen es dazu gibt und mit welchen Angeboten man gezielt am eigenen Ruf arbeiten kann, gibt es hier zu lesen. [MEHR]
Das Fraunhofer-Institut hat eine Studie zum Thema Datensicherheit in sozialen Netzwerken (PDF-Format) verfasst und dabei eklatante Lücken aufgezeigt. Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen. Die Bewertungskriterien wurden in elf Kategorien wie z. B. "Einsatz von Verschlüsselung" und "Zugriffsprotokollierung" aufgeteilt. Wenig erfreuliches Ergebnis: Facebook ist mit vier nicht, vier teilweise und gerade einmal drei erfüllten Kriterien tatsächlich Spitzenreiter. Die Ergebnisse sind in der Studie detailliert aufgeführt, sowohl in vergleichenden Tabellen als auch in Einzelbeschreibungen aller getesteten Netzwerke. Facebook-Homepage Facebook, der "Testsieger" Sehr schön: wer sich für die Ergebnisse an sich nicht interessiert, bekommt in einem separaten, gut lesbaren Kapitel praktische Hinweise für jedes getestete Netzwerk, mit denen er seine Privatssphäre besser schützen kann. Dieses Kapitel sei daher jedem Social-Networker ans Herz gelegt. [via heise] [MEHR]
CRN.com berichtet von einer Studie, die das Wachstum verschiedener sozialer Netzwerke untersucht hat. Blogpilot Björn Rohles hat die wichtigsten Ergebnisse ins Deutsche übertragen und hier zusammengestellt. [MEHR]
Einer aktuellen Rapleaf-Studie zu Folge bilden Frauen die Mehrheit unter den Nutzern der meisten sozialen Netzwerke. Die Studie untersuchte mehrere soziale Netzwerke, darunter Facebook und MySpace, hinsichtlich Geschlecht und Alter ihrer Nutzer. Zentrale Ergebnisse waren:
  • Weibliche Nutzer zwischen 14 und 24 Jahren sind die größte Nutzergruppe und haben im Schnitt die meisten Kontakte.
  • Männliche Nutzer sind erst in der Altersklasse von 35 und mehr Jahren durchschnittlich aktiver und kontaktfreudiger als Frauen in derselben Altersklasse.
  • Der Durchschnittsnutzer eines sozialen Netzwerks hat zwischen 2 und 25 Freunde.
  • Insgesamt gibt es verhältnismäßig wenig Nutzer, die keine Angaben zu ihrem Geschlecht machen.
  • Eine überdurchschnittlich große Anzahl an Nutzern gibt an, 69 Jahre alt zu sein (vielleicht ein beliebtes Fake-Alter?).
Große deutsche Netzwerke wie studiVZ oder wer-kennt-wen werden in der Studie nicht berücksichtigt. Ausgewertet wurde die Gesamtzahl von 49,3 Millionen Nutzern, etwa zu 90% US-Amerikaner. Eine ausführliche Tabelle mit Angaben zur Methodik der Studie gibt es in einer Pressemitteilung von Rapleaf. [via ReadWriteWeb] [MEHR]
Social Collaboration boomt. Björn Rohles hat für die blogpiloten drei exemplarische Dienste herausgesucht. Alle stehen unter dem Motto: wie verbessert man die Welt oder sich selbst? Ning: Soziale Netzwerke für jedermann Logo von NingDie Idee von Ning ist nichts Neues im Web 2.0: Sich mit anderen Mitgliedern vernetzen. Und während man bei immer mehr Netzwerken und sozialen Plattformen teilnimmt, steigert sich die Anzahl an verschiedenen Profilen und Passwörtern ins Unermessliche. Genau dort setzt Ning an: es will eine zentrale Anlaufstelle für jegliche Art von sozialen Netzwerken sein, mit nur einem Login. Man erzeugt sich also einen Ning-Zugang, und schon kann man in einer Vielzahl von bestehenden Netzwerken suchen und sich mit anderen Nutzern vernetzen. Es gibt Netzwerke zu allen erdenklichen Themen. Ning bietet aber noch mehr: eigene Netzwerke mit wenigen Mausklicks. Nur einen Namen aussuchen, dann leitet ein Assistent durch alle weiteren Schritte. So ein eigenes Netzwerk kann alle erdenklichen Features beinhalten: Videos, Blogs, Veranstaltungen, Foren, Notizen, Fotos… Es stehen viele verschiedene Designs zur Auswahl, oder man stellt sich selbst ein Design über Farbfelder zusammen. Sehr schön und beileibe nicht selbstverständlich bei solchen Diensten: der erfahrene Anwender kann sogar selbst ins CSS eingreifen und das Design wie eine selbstgestaltete Homepage aufbereiten. Anschließend sind der sozialen Netzwerkelei keinerlei Grenzen mehr gesetzt: neue Leute kennenlernen, bestehende Freunde einladen, gemeinsam an Projekten arbeiten und vieles mehr sind problemlos möglich.Screenshot von Ning 43things: sozialer Kampf dem inneren Schweinehund Logo von 43thingsWer kennt es nicht: der innere Schweinehund ist mal wieder unglaublich bissig. Oder man vergisst gar die vielen Sachen, die man sich doch eigentlich so fest vorgenommen hat. 43things möchte alle jene ansprechen, denen so etwas bekannt vorkommt. Man erstellt einen Account und gibt ein, was man sich vorgenommen hat. 43things erinnert einen dann nach eigenem Wunsch an seine Ziele. Hat man dann ein Ziel erreicht, kann man es als erledigt markieren und im Archiv ablegen. Die Ziele lassen sich dann an einer anderen Stelle im Netz einbauen. Bisher ganz nett, aber nichts weiter als eine bessere To-Do-Liste. Interessant wird 43things, sobald es um die sozialen Aspekte geht. So kann man sich anschauen, wer sonst noch am gleichen Ziel arbeitet, und sich mit ihnen austauschen. Wer ein Ziel schon erreicht hat, kann ein Feedback mit wertvollen Tipps geben für alle, die noch daran arbeiten. Und man kann andere Nutzer "anfeuern". So wird 43things zur interessanten Alternative zu anderen Techniken, seine Motivation zu erhöhen.Screenshot von 43things change.org: auf dem Weg in eine bessere Welt Logo von change.orgEs steckt schon im Namen: change.org möchte die Welt verändern. Genauer gesagt: verbessern. Und so können sich Menschen und Organisationen dort anmelden, um gemeinsam an den großen Zielen zu arbeiten. Nach dem Login kann man Projekten beitreten, um dort über Maßnahmen zu diskutieren, oder einen Betrag nach Wahl spenden. Oder man kann sich eine Liste vorgeschlagener Aktionen anschauen, die jeder ergreifen kann, um etwas zu bewirken. So schreibt man etwa direkt von der Seite aus eine E-Mail an einen Politiker oder klärt Freunde über bestehende Missstände auf. Und, es ist ja schon selbstverständlich im Web 2.0, man kann auch eigene Projekte starten, um gemeinsam mit anderen an einer besseren Welt zu arbeiten. Change.org setzt somit in die Tat um, was für jede soziale Veränderung Voraussetzung ist: sie beginnt von unten, in den Köpfen und Handlungen der Menschen, und wird nicht von oben herab diktiert.Screenshot von change.org [MEHR]
betterplace-logo.pngJeder hatte bestimmt schon mal den Gedanken, etwas für einen guten Zweck zu spenden. Doch an wen? Schließlich gibt es unzählige Hilfsorganisationen. Gerade wurde der Vorwurf gegen UNICEF laut, Spendengelder veruntreut zu haben - manche Spender wenden sich nun lieber anderen Hilfsorganisationen zu. Hier tritt betterplace auf den Plan. Hier findet man zahlreiche kleine Hilfsprojekte aus der ganzen Welt - schön übersichtlich auf einen Blick, das Suchen nach dem richtigen Projekt wird leicht. Die Verwaltungskosten werden von einer Stiftung getragen: So garantiert Betterplace, dass alle privaten Spendengelder zu 100 Prozent an die Projekte weitergeleitet werden. [MEHR]
iPhone Time Cover mit iPhoneAlte Technik mit Knebelvertrag sagen die Kritiker. Neuerfindung und Revolution des Telefonierens jubeln die Fans und das Chef-Apfelmännchen Steve Jobs. Für das Time Magazine war Apples iPhone gar die "Invention of the Year 2007", für die Konkurrenz war es ein Schlag ins Gesicht. Denn Apple hat allen (mal wieder) gezeigt, wie man durch die geschickte Kombination aus Basistechnologien, Design, User Interface und Markenkult einen eigentlich als gesättigt geltenden und eh schon hart umkämpften Markt erfolgreich aufmischt. Wer dem Kult folgen will, legt als T-Mobile Kunde in Deutschland 399 Euro plus Vertragskosten hin. Vodafone ist mit einer Klage gegen die Exklusivvermarktung nach anfänglichem Erfolg dann doch gescheitert. Nun boomt der iPhone-Import durch eBay und befreundete USA-Urlauber. Nicht gerade zimperlich mit dem iPhone umgegangen sind übrigens auch die Tester von Will it Blend: Android Android Fast noch wilder als die Gerüchte im Vorfeld des iPhone-Launches waren 2007 die Spekulationen zu einem möglichen Engagement von Google im Mobilfunkbereich mit einem eigenen Endgerät. Schlussendlich war es nicht das vermutete Google-Handy, sondern viel mehr als das: Unter dem Namen Android firmiert die nach Googles Angaben erste komplett offene und kostenlose Plattform für Mobiltelefone, die Google mit einer Reihe von Partnern ins Leben gerufen hat. Dass dieser Schritt ein weitreichendes Potenzial hat wird allenthalben vermutet, ob und wie genau Android am Ende den Mobilfunkmarkt revolutionieren wird, wird sich zeigen. OpenSocial OpenSocialDass Microsoft 240 Millionen US-Dollar für einen 1,6 Prozent-Mini-Anteil an Facebook ausgibt, war ja eigentlich schon die Knüllermeldung im Oktober 2007. Eine Woche später toppte Google den vermeintlichen Coup von Microsoft-CEO Steve Balmer aber mit der Ankündigung von OpenSocial. Dabei handelt es sich um ein Set von Standards und Schnittstellen (im Techniksprech: APIs), die es ermöglichen, die teilnehmenden Social Networking Sites miteinander zu verzahnen. Von Anfang an mit dabei werden sein: Ning, LinkedIn, Hi5, Friendster, orkut, bebo, Xing und – ach ja – auch noch MySpace. Microsoft steht mit seinem Facebook-Deal seither etwas alleine da. Natürlich bleibt abzuwarten, was genau mit OpenSocial passieren wird und wo sich – wenn überhaupt – der Mehrwert für die Nutzer zeigen wird. Es riecht ein wenig nach dem Austausch nutzerspezifischer Daten zu Zwecken der Bespaßung mit Werbung, aber wir wollen mal (noch) nicht unken. Ein genialer Zug im Kampf Google vs. Microsoft war es allemal. Man fragt sich nur, wo Yahoo bei dem Spielchen bleibt? Second Life Second LifeKaum ein Thema wurde 2007 so kontrovers (und dennoch oft oberflächlich) diskutiert wie der Sinn und Zweck von Second Life. Kaum ein Dienst wurde binnen eines Jahres so hoch gelobt und dann doch wieder so runtergeschrieben wie die virtuelle Parallelwelt. Namhafte Großunternehmen landeten 2006 zu Jahresbeginn immer wieder PR-Scoops durch den Launch einer eigenen SL-Dépendance. Den Machern von Linden-Lab konnte all der Buzz eigentlich nur recht sein. Man spricht über das zweite Leben, sucht weiter eifrig nach Geschäftsmodellen. Fakt ist: Second Life hat einen harten Kern an Nutzern gefunden und wird wie so manch anderer Dienst seine Nische finden. Von dort ausgehend ist im Long Tail alles möglich... Betriebssysteme VistaUbuntuOS X Leopard2007 war auch das Jahr der Betriebssysteme: Microsoft brachte bereits im Januar das lang ersehnte und danach viel gescholtene Vista auf den Markt. Doch während man als Windows-User durchaus Erfahrung hat mit Sicherheitslücken, Patches und Service-Packs mussten Apple-Fans nach dem offiziellen Start von Leopard im Oktober erstmals auch in diesen sauren Apfel beißen. Mit über 300 neuen Features unter und über der Haube ist OS X 10.5 zwar das größte Betriebssystem-Update in der Apple-Geschichte, gleichzeitig wohl aber auch das holprigste. Dennoch: Die Fangemeinde sowohl bei Microsoft als auch bei Apple scheint im Großen und Ganzen den Neulingen eine Chance zu geben. Der nicht mehr ganz so heimliche Newcomer bei den Betriebssystemen ist Ubuntu. Die vielversprechende Open-Source Linux-Distribution ist wie OS X im Oktober in Version 7.10 auf den Markt gekommen und sieht - durchaus nicht ganz selbstverständlich in diesem Markt - sogar schick aus. Ubuntu rollt in Siebenmeilenstiefeln das Feld der Linux-Distributionen auf. So liefert der Computerhersteller Dell seine Rechner inzwischen wahlweise mit dem Open-Source System aus, wenn der Kunde dies wünscht. [MEHR]
In Johannesburg hat Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gerade bei einer Präsentation Screenshots (s. unten) seiner neuen Wiki-Search gezeigt, die für einigen Aufruhr in der Social Networking Szene sorgt. So erinnert der Entwurf nicht nur optisch stark an Facebook, Wiki-Search soll, so die Gerüchte, tatsächlich eine Mischung aus Suchmaschine und sozialem Netzwerk werden. Fordert Wales damit gleichzeitig Google und die großen sozialen Netzwerke wie MySpace und Facebook heraus? [MEHR]
In der Neuen Zürcher Zeitung läuft derzeit eine sehr lesenswerte Serie zum Thema Social Networking. Den Auftakt bildet "Freund und Filter", ein Interview mit Nicolas Berg, Investor bei Redalpine Venture Partners, mehrfacher Gründer und Country Manager von Xing. Berg spricht über die Funktionsweise internet-basierter Kontaktbörsen. [MEHR]