Schiedsrichter 2.0: Smartphone-Apps zur modernen Spielleitung

Apps halten Einzug in so gut wie alle Lebensbereiche. Mit „Referee Pro“ vielleicht auch bald im Profi-Fußall?

Schiedrichter 2.0: Smartphone-Apps zur modernen Spielleitung

Technik im Fußball ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Auf der einen Seite ist der Wunsch nach der Erhaltung der Urformen des Sports vorhanden, die andere Seite argumentiert mit der Nutzung der neuen Möglichkeiten, um Fehlentscheidungen zu verhindern. Ein neues Projekt vom Start-up Siine soll nun den Schiedsrichter nicht bei der Tatsachenentscheidung unterstützen, sondern bei der Registrierung der einzelnen Entscheidungen.

Mit „Referee Pro“ bring das spanische Unternehmen eine Smartphone-App auf den Markt, die es dem Schiedrichter ermöglichen soll, Tore, Fouls, Karten, Auswechslungen und Notizen nicht mehr mit einem Stift zu notieren, sondern schnell und einfach via Tap mit Zeitstempel auf dem Handy zu hinterlegen. Die eingetippten Aktionen gleichen sich automatisch mit den anderen Schiedsrichtern ab und das Protokoll vom Spiel kann nach Ablauf der 90 Minuten als „match report“ runtergeladen werden. Zudem können auch gelbe und rote Karten als Animation auf dem Display gezeigt werden.

Laut Siine sollen so Fehler vermieden und die Arbeit für die ohnehin schon gestressten Schiedsrichter erleichtert werden. Fraglich ist nur, wie sich das Programm bei starkem Regen oder Frost nutzen lässt. Dieses Problem hatte zumindest ein Schiedrichter am Donnerstag nicht, als er in Mexiko ein Hallenfußball-Finale mit der App leitete und laut „The next Web“ die Entscheidungen auch gleich mittwitterte.

Ebenfalls fraglich dürfte sein, ob sich „Referee Pro“ auch im Profifußball durchsetzten wird. Es dürfte schwer werden, den FIFA und UEFA-Bossen eine App für ein Smartphone vorzustellen und … nein, nichts „und“ – Das ist schon schwer genug.

Im Amateurbereich sehe ich für das Projekt „Schiri 2.0“ aber definitiv viel Potential und Nutzungsmöglichkeiten. Wenngleich hier natürlich das Teilen der Liveereignisse nicht viel Sinn hat. Was meint Ihr?

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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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