pip.io: Das bessere Google Wave

pipioWer versucht hat, eine Einladung für Google Wave zu bekommen und dann endlich reinschauen konnte, war überrascht und enttäuscht zugleich. Es ist ein cooles Tool, um mit Kollegen zusammen zu arbeiten. Die Integration anderer bestehender Netzwerke ist nicht direkt möglich. Obwohl zum Beispiel twittergadget auch ganz ohne die iFrame-Extension funktioniert. Die muss man erst einbinden, um friendfeed zu sehen.

pip.io erscheint auf den ersten Blick wie ein Google Wave, das schon erwachsen ist. Es war eigentlich als Desktop–App gedacht und wird wohl auch weiterhin als White–Label–Version für Firmen vertrieben werden, um die Koordination innerhalb der Firma und zu den einzelnen bestehenden Sozialen Netzwerken zu verbessern. Die Gründer verstehen es als ein OS (Betriebssystem) für Soziale Netzwerke. Es ist deutlich performanter als Wave (es kennen aber auch sehr wenige Nutzer und läuft auf Amazons AWS – also in der cloud).

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Es hat eine Ebene, auf der die Profile von Twitter, Facebook, YouTube und Netflix (Internet–TV in den USA) eingebunden werden können. Von pip.io aus werden alle beschickt mit Statusupdates – und Neuigkeiten der Freunde, die man einlädt, werden dort auch sichtbar. So hat jedes Netzwerk seine eigene Seite. Sehr übersichtlich. Push und Pull funktioniert gleichermaßen. Die Seiten müssen also nicht mehr geöffnet werden um bei Facebook eine Statusmeldung abzusenden.

Es gibt darüberhinaus aber auch eine Möglichkeit, wie in Wave eigene Rooms einzurichten, die in etwa einer Wave bei Google entsprechen. Man lädt Freunde oder Kollegen ein und kann dann Dateien hochladen, Links austauschen. Man kann sogar mittels eines kleinen Schlosssymbols an ganz bestimmte Nutzer oder Gruppen Posts versenden, obwohl man sich auf der globalen Ebene befindet.

Auf der globalen Ebene hat Google nichts Entsprechendes anzubieten. Man kann via Google Maps einen bestimmten Bereich der Erde eingrenzen und dort alle globalen Posts ansehen oder einen absenden. Das Tolle ist: man kann also sehen, was Leute in bestimmten Regionen gerade interessiert. Diese globale Ebene ist also eine geografiebasierte Suchoberfläche für Echtzeitkommunikation.

Leo Shimizu, CEO von pip.io denkt bereits darüber nach, neue Inhalte und Dienste kontinuierlich einzurichten. Er versteht pip.io als Grundgerüst für das gesamte Realtime–Web, weil sie alles als Realtime–Event ansehen. Jeder Nutzer produziert einen Strom von Events und kann jeden einzelnen Post nach Wunsch einschränken auf bestimmte Zielgruppen oder einzelne Freunde.

Es gibt auch einen Bereich namens Recents. Da wird alles, was man als letztes aufgesucht und bearbeitet hat, aufgelistet. Sollte sich da irgendetwas tun – ein Freund oder Kollege antwortet oder stellt eine neue Datei ein, dann wird das mit einem kleinen Symbol angezeigt und man hat jederzeit mit einem Blick im Auge, ob sich in einem der letzten Tasks etwas getan hat und kann reinklicken, man ist genau an der richtigen Stelle um zu reagieren oder um es nur zu lesen. Es ist also eine schöne Darstellung des Veränderungsgrades der Realtimestreams aus der nahen Vergangenheit, weil man ja nie alles gleichzeitig im Blick behalten kann. Dies ist mein TOOL OF THE YEAR 2009.

Probier es aus: http://www.pip.io

Invitationcode: pipiobeta

Hier ein Video–Interview mit Robert Scoble und zwei Gründern, nach circa 8 Minuten werden alle Funktionen erklärt.

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Jörg Wittkewitz

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)

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