Gigaset GS290 im Test – Akku, Akku, Akku

Derzeit den Durchblick bei den vielen Einsteigersmartphones zu behalten, die unablässig auf den Markt geschmissen werden, fällt schwer. Ein Gerät jagt das nächste. Über die besten Smartphones für unter 200 Euro haben wir bereits geschrieben. Klar ist also, dass man nicht immer unbedingt unendlich viel Geld ausgeben muss, um einen verlässlichen digitalen Begleiter für den Alltag dabei zu haben. Gigaset mischt erst seit Kurzem im Smartphone-Game mit und punktet dabei unter anderem mit dem Prädikat „Made in Germany“. Nachdem wir bereits das GS190, das GS195, das GS280 und das GS185 getestet haben, hatten wir nun das Gigaset GS290 im Test und haben das 269 Euro teure Einsteigergerät im Alltag unter die Lupe genommen.

Modernes Design, mit kleinen Makeln

Optisch macht das Gigaset GS290 einiges her. Ein randloses 6,3 Zoll FHD+ Display mit Tropfennotch – in 2019 ist das zwar kein Verkaufsargument mehr, ist aber nach wie vor einfach schön. Das GS290 gibt es in zwei Farben: Perl White und Titanium Grey. Ich hatte das GS290 im Test in der weißen Variante und muss sagen, dass das Perl-Weiß meinen Geschmack nicht zur Gänze trifft. Das farbige Schimmern, das dem Weiß seinen „Perleneffekt“ geben soll, macht auf mich einen etwas billigen Eindruck.

Zwischen Display und Rückseite ist das Gigaset GS290 mit einem metallenen Rahmen umfasst. Das, die angenehme Größe von 157 (H) x 75,1 (B) x 9,65 (T) Millimetern sowie das etwas höhere Gewicht geben dem Smartphone insgesamt einen wertigen Eindruck. Einziges Manko: Das Display hebt sich etwas zu stark vom Gehäuse des GS290 ab. Das tut optisch keinen großen Abbruch, fühlt sich aber bei Verwendung ohne Hülle unschön an. Die Kante, die dadurch entsteht, ist nämlich deutlich spürbar.

Dual-Kamera mit Software-Unterstützung

Eine Kamera mit einem 16 und einem 2 Megapixel Objektiv samt softwarebasierter Kameraunterstützung holt mittlerweile keinen mehr hinterm Stein hervor. Die Kamera des GS290 macht im Test vernünftige Bilder, die sich gerade bei guten Lichtverhältnissen sehen lassen können. Bei der Aufnahme können wir zwischen der Nachtaufnahme bei schlechten Lichtverhältnissen, einem HDR-Modus sowie einer Superklaren Bildqualität wählen. Der Modus Verschönerung stellt zudem einige Einstellungen bereit, mit denen wir Selfies optisch aufwerten können. Dabei sieht man diese Verschönerungen in allen Optionen stark und die Bilder wirken eher unnatürlich als „schöner“. Das Bokeh der Frontkamera ist außerdem ein nettes Feature, kann allerdings nicht mit Top-Geräten mithalten.

Zu guter Letzt haben wir in einem Profi-Modus die Möglichkeit, Weißabgleich, ISO und EV selbst zu bestimmen, was durchaus gut funktioniert. Die Frontkamera löst im Übrigen mit 16 Megapixeln auf und bringt auch ganz ohne Verschönerung ansehnliche Resultate zustande. Videos werden von der Hauptkamera immerhin mit 1080p aufgenommen.

Face Unlock und Fingerabdrucksensor

Das GS290 lässt sich sowohl mit dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite als auch mit dem Gesicht entsperren. Der Fingerabdruck funktioniert dabei tadellos und entsperrte das GS290 im Test nur dann nicht richtig, wenn wir den Finger in ganz absurden Winkeln auf das Gerät legen. Auch die Gesichtserkennung funktioniert durchaus gut. Auch schlechte Lichtverhältnisse tun dem selten einen Abbruch. Lediglich Mützen, Bärte und Schals stellen hier ein Hindernis dar und sorgen häufig dafür, dass die Gesichtserkennung versagt.

Das Display – ein Hingucker

Das 6,3 Zoll große FHD+ Display kommt mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixel immerhin auf 409 PPI. Das ist für gerade mal 269 Euro ein echter Hingucker. Beim Surfen, Lesen oder Videos schauen gefällt mir das Display des GS290 im Test sehr gut. So ist es sehr angenehm für die Augen und bietet ordentlich Platz. Das randlose Design und die Tropfennotch am oberen Bildschirmrand verleihen dem Display außerdem einen weiteren WOW-Effekt.

Was steckt drin?

Etwas schwach auf der Brust

In dem Einsteigersmartphone ist ein MediaTek Helio P23 Octa-Core mit 4 GB Arbeitsspeicher verbaut. Dieser kommt auf eine Taktfrequenz von 2,0 GHz. Das ist nicht berauschend und hier bieten andere Smartphones in einem ähnlichen Preissegment zum Teil mehr Leistung. Dabei liefen im Test des GS290 aber selbst Spiele wie Call of Duty Online mit nur gelegentlichen Rucklern auf dem Gerät.

Der Akku: Für lange Tage und Nächte und Tage

Mit der nötigen Power versorgt das Ganze der – für Gigaset nicht untypische – „Riesen-Akku“. Mit sage und schreibe 4700 mAh Stunden fährt der Deutsche Smartphone-Hersteller hier richtig dick auf. Laut Gigaset kommt man damit auf 34 Stunden Musikwiedergabe oder acht Stunden Videowiedergabe. Tatsächlich war ich, als ich das GS290 im Test hatte, wirklich erstaunt, wie lange so ein Smartphone-Akku also doch halten kann. Als jemand, der an den durchgelutschten Akku seines iPhone 6s gewöhnt ist, war der Effekt hier sicherlich noch etwas berauschender.

Im Alltag musste ich das GS290 im Test tatsächlich nur alle zwei Tage aufladen. Und dabei nutze ich es nicht selten. Im Gegenteil, ich habe es als Hauptgerät benutzt und bin auch sonst eher der Typ „Smartphone-Junkie“. Aufgeladen werden, kann der Akku sowohl über USB-C, als auch Wireless Charging. Das geht flott und kann sich in dem Preissegment wirklich sehen lassen. Wer mag, kann das GS290 auch als Powerbank benutzen und den Strom mit anderen Geräten teilen.

Großzügiger Speicher, aktuelles Android

Auch in Sachen Speicherplatz hat Gigaset nicht gegeizt. So kommt das GS290 mit 64 GB eingebautem Speicher daher und kann mit bis zu 256 GB erweitert werden. Wer allerdings die Dual-SIM Funktion des GS290 nutzen möchte, muss auf eine zusätzliche Speicherkarte verzichten. Das Gerät kommt mit Android 9.

Was kommt mit?

Eine Sache, die in jedem Fall hervorgehoben gehört, ist neben der regionalen Fertigung der Lieferumfang des Smartphones. So sind nicht bloß das Gerät, ein Netzteil und Kopfhörer enthalten. Das GS290 kam bereits mit angebrachter Schutzfolie sowie einer transparenten Hülle, um vor Sturzschäden zu schützen. Das ist insofern praktisch, da Gigaset-Smartphones nicht so weit verbreitet sind und es nicht einfach ist überall eine Hülle dafür zu finden.

Fazit: Sogar für Poweruser eine Option

Natürlich ist das GS290 keine Rechenmaschine und kann mit den derzeitigen Flaggschiff-Smartphones nicht mithalten. Wer aber nicht bereit ist, mehr als 300 Euro auszugeben und ein Smartphone braucht, mit dem er garantiert durch den Tag kommt, der macht hier nichts verkehrt. Alle gängigen Features wie kontaktloses Laden oder Bezahlen via NFC, Face Unlock und eine Dual-Kamera werden einem hier geboten. Meines Erachtens hätte es bei der Bildqualität auch eine einfache Kamera getan, um so eventuell für einen ähnlichen Preis einen schnelleren Prozessor einbauen zu können.

Was auf jeden Fall überzeugt sind die flüssige und angenehme Benutzbarkeit sowie die überdurchschnittlich hohe Akkulaufzeit.

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Images by Moritz Stoll

liebt seit jeher Sprache, Kommunikation und Mathematik. Heute ist er Software-Entwickler für Mixed Reality und moderiert den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara. Die (digitale) Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, die man ausprobieren, bearbeiten und hinterfragen kann.


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