Corporate Blogging für Einsteiger #2: Womit bloggen?

Im ersten Teil unseres kleinen Anfänger-Leitfadens haben Sie erfahren, was Bloggen Ihrem Unternehmen bringen könnte. Doch welche Möglichkeiten gibt es, das technisch umzusetzen – möglichst unkompliziert, schnell und kostengünstig? Darüber informiert Sie Teil 2 unseres Einsteigerleitfadens zum Corporate Blogging.

Die Qual der Wahl

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Blog zu erstellen. Privatblogger nutzen häufig einen der vielen kommerziellen Anbieter, wie blogg.de, blogster.de, blogspot oder overblog. Obwohl solche Möglichkeiten zum „Reinschnuppern“ in die Thematik recht gut geeignet und für persönliche Belange ausreichend sind, sollten Firmen sich von solchenexternen Anbietern unabhängig machen und ein eigenständiges Weblog aufsetzen.

Auch hier gibt es kostenlos verfügbare Systeme, die mit minimalem Programmieraufwand angepasst werden können. Bei der Auswahl eines Systems sollte man auf mehrere Dinge achten.

So sollten mehrere Autoren bloggen können, die Software sollte unterschiedliche Inhaltskategorien (z.B. Produktinfos, nützliche Tipps oder Unterhaltsames aus dem Firmenalltag) verwalten können. Auch Passwortschutz, Moderationsmöglichkeiten für Kommentare und Spamfilter sind wichtig. Zusätzliche Features wie WYSIWYG (What You See Is What You Get, d.h. das endgültige Erscheinungsbild des Artikels sieht man bereits beim Schreiben) oder mehrere Formate für Newsfeeds (z.B. RSS, Atom) erleichtern das Schreiben und die Verbreitung Ihrer Einträge. All das sind Standards, die alle größeren Blogsysteme unterstützen.

Auf technischer Ebene ist zu beachten, welche Voraussetzungen auf dem Server gegeben sein müssen, damit die Blog-Software ausgeführt werden kann. So solltegeklärt werden, auf welcher Programmiersprache das Blog beruht (meist PHP oder Perl) und was für eine Datenbank es benötigt (meist mySQL). Wichtig für mögliche spätere Anpassungen ist, ob man den ursprünglichen Funktionsumfang durch Plugins erweitern kann. Der Programmierer Ihres Vertrauens kann weiterhelfen.

unblogbar.com bietet eine gute Übersicht zu einer Vielzahl unterschiedlicher Blog-Systeme. Die hier angesprochenen Fragen werden dort beantwortet.

Beispiel: WordPress

Weit verbreitet ist das kostenlos verfügbare Blogsystem WordPress. Nach Meinung des Autors dieses Artikels genießt WordPress zu Recht seinen guten Ruf. Auch die blogpiloten nutzen dieses System. WordPress entspricht in Code und Bedienung Web-Standards, besitzt einen leicht zu bedienenden WYSIWYG-Editor zum effizienten Schreiben und Formatieren von Beiträgen und kann durch so genannte „Themes“ optisch frei verändert werden, um das Corporate Design widerzuspiegeln.

WordPress erlaubt die Einbettung statischer Seiten (nützlich für sich nur selten ändernde Informationen) und ermöglicht, dass einzelne Beiträge mit Passwort geschützt werden (z.B. interessant für Einträge, die nur firmenintern sichtbar sein sollen). Die große und lebhafte Nutzergemeinde bietet die nötige Unterstützung beim Start mit WordPress. Auch die jeweils aktuellen Versionen werden sehr schnell ins Deutsche übersetzt. Die Installation und Anpassung ist recht einfach, so dass einer schnellen Nutzung des Weblogs nichts entgegen steht.

Eine mögliche Alternative

Falls Ihr Unternehmen das ebenfalls sehr beliebte Typo3 als Content Management System (CMS) nutzt, um die Website Ihres Unternehmens zu verwalten, können Sie auch dieses System für Ihr Firmenblog verwenden. Sie benötigen dafür nur die Erweiterung TimTab, die Blog-Funktionalitäten zur Verfügung stellt, und können somit ohne Umstellung losbloggen. Nur für ein Weblog lohnt sich die Umstellung auf Typo3 hingegen nicht – der Lernaufwand wäre zu groß.

Die Technik steht – und jetzt?

Der erste Schritt ist getan – die Technik. Sobald das Blog im Netz steht, können Sie anfangen, zu schreiben. Fragt sich nur, was? Nun, denken Sie darüber nach, was Ihre Leser und Kunden interessiert. Sicherlich haben Sie mehr mitzuteilen als nur Ihre Pressemitteilungen? Suchen Sie den Dialog mit Ihren Kunden, Sie werden es nicht bereuen. Bieten Sie Ihren Lesern Mehrwert, sie werden es Ihnen danken.

Und bleiben Sie dabei ehrlich, offen und authentisch. Zeigen Sie die Menschen, die Ihrer Firma Leben einhauchen. Was es auf sich hat mit dieser vielbeschworenen Authentizität in der Blogosphäre und wie Sie die Inhalte Ihres Blogs interessanter gestalten können, erfahren Sie im dritten Teil dieses Ratgebers.

Weiterführende Links:

  • Corporate Blogging für Einsteiger #1: Warum bloggen?
  • Corporate Blogging für Einsteiger #3: Wie bloggen?
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    Peter Bihr

    Peter Bihr

    war Netzpiloten-Projektleiter von 2007-2010. Heute hilft er als freier Berater Unternehmen, ihre Strategien erfolgreich ins Netz zu übertragen. Über Social Media und digitale Kultur schreibt und twittert Peter auch privat unter TheWavingCat.com.

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