VR Entertainment auf YouTube – Watch This!

Virtual Reality begeistert mich. Nicht bloß, weil es technisch beeindruckend ist, dass wir derart immersive, künstliche Erlebnisse erzeugen können. Sondern vielmehr, weil der virtuelle Raum, den VR so großartig zugänglich macht, kreativen Köpfen ganz neue Möglichkeiten gibt, sich auszuleben. So entstehen digitale Kunst und Unterhaltung, die wir nicht mehr nur durch einen Bildschirm betrachten, sondern wirklich direkt erleben. Gleichzeitig kann VR aber auch nur als Mittel zum Zweck dienen und den Ort darstellen, in dem man kreativ ist. Ein tolles Beispiel für VR Entertainment, das in VR selbst entstanden ist, ist der YouTube-Kanal des australischen YouTubers JoshDub. Warum dieser Kanal für mich besonders ist und wie er VR als cleveres Mittel zur Unterhaltung auf YouTube nutzt, erkläre ich euch in diesem Artikel. 

Bevor wir uns aber mit dem Kanal von JoshDub beschäftigen, möchte ich euch eine unserer Podcast-Folgen empfehlen. Vor ein paar Wochen habe ich zum Thema digitale und VR Kunst mit Tina Sauerländer gesprochen. Sie ist Kuratorin und beschäftigt sich hauptsächlich mit VR Kunst. Einer “Kunstdisziplin” die noch wenig Anerkennung in der Kunstszene findet. Auch wenn es in diesem Artikel nicht um VR Kunst gehen soll, kann ich jedem, der sich dafür interessiert, nur raten, diese Folge zu hören. Tina erklärt hier nicht nur großartig, was digitale und VR Kunst von analoger Kunst unterscheiden, sondern auch, was die digitale Kunst mit der klassischen Kunstszene macht.

VR Entertainment – so sieht das aus!

Das Konzept hinter dem Channel von JoshDub ist eigentlich ziemlich simpel. Die fünf bis sechs immer selben Typen treffen sich, machen ziemlich kindischen Quatsch und steigern sich in ihre Albernheit so sehr hinein, dass meistens irgendjemand droht, an einem Lachkrampf zu ersticken. Das für sich genommen wäre wohl kein sonderlich guter Content. Der Clou liegt aber eben darin, dass sie sich in VR treffen. Das gibt gerade den kleinen improvisierten Stories und den Rollen, die die Protagonisten annehmen, etwas herrlich absurdes. In Programmen wie Pavlov VR oder VR Chat sind ohne weiteres Dinge möglich, die in der Realität schwer umzusetzen wären. So schlüpfen JoshDub und seine Freunde häufig in möglichst lustige Rollen. Dabei verstellen sie nicht bloß ihre Stimmen oder ändern ihren Akzent, sondern wechseln auch ihren Avatar. Das macht die Situation oft bedeutend komischer und skurriler! Man merkt hier einfach, wie befreiend die unendlichen Möglichkeiten in Virtual Reality für so ein Miteinander sein können.

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So erfolgreich sind die VR Entertainment-Kanäle 

Tatsächlich ist der Channel von JoshDub mit 7,25 Mio Abonnenten wohl der größte der Clique. Dennoch können sich auch die Abonnentenzahlen der anderen Kanäle durchaus sehen lassen. So besteht die Gruppe aus den folgenden Mitgliedern: 

Über die unzähligen Videos, die diese Gruppe in den verschiedensten Konstellationen gemacht haben, sind unzählige ziemlich blöde aber auch witzige Situationen entstanden. Da ich niemanden sonst in meinem Umfeld kannte, der diese Kanäle ab und zu schaut, war mir die Reichweite der Jungs allerdings nie ganz bewusst. Doch gemessen an den Followerzahlen ist VR-Entertainment mehr als bloß eine kleine Nische. Ein Meme, das in den Videos von JoshDub entstanden ist, hat es sogar auf TikTok geschafft. Darin singen die Jungs als Avatare, die aussehen wie grüne Bürsten-Menschen (okay, ich hätte nicht gedacht, dass ich sowas mal schreibe) “No No don’t touch me there, this is my no no square.“ und tanzen. Falls ihr den Witz daran so aus dem Kontext gerissen nicht versteht, kein Problem: So richtig ergibt sich der Sinn des Ganzen erst aus der Situation selbst.

Sicher nichts für Jeden – aber spaßig!

Ich bin mir sicher, dass diese Videos nicht jedem gefallen. Sie sind stellenweise etwas geschmacklos und manchmal schießen sie auch etwas übers Ziel hinaus. Die Witze, die die Jungs machen sind häufig aber auch gar nicht das Unterhaltsame. Man sieht einfach, dass sie sich regelmäßig in VR treffen und “Dummes Zeug” machen, rumblödeln und dabei eine Menge Spaß haben. Das macht einfach Spaß beim Zusehen. Ich glaube auch, dass so gemeinsame Zeit in VR wirklich Spaß machen kann. Gerade in diesem Jahr sind treffen in VR bestimmt eine nette Abwechslung zu sozial distanzierten Treffen im Park oder an der frischen Lust. Immerhin lassen sich hier die Regel der Umwelt selbst gestalten. Hier kann man einfach ohne große Vorgaben gemeinsam etwas aberwitziges erleben und Spaß haben. Das tolle: so langsam wird VR für jedermann zugänglicher. Wie Tina Sauerländer in unserem Podcast gesagt hat: So teuer sind VR Brillen außerdem nicht mehr. Die Oculus Quest beispielsweise kostet gerade mal 500 Euro. Hier lest ihr übrigens unseren Test dazu. VR-Chat läuft auf ihr Problemlos. Also falls ihr und eure Freunde euch nicht mal so eben treffen könnt, wäre das eventuell eine Überlegung wert!

Moritz Stoll

kann ALLES, aber nichts so richtig. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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