Von glücklichen Socken und bunten Füssen

Wie lange haben wir sie beschimpft und ihre Träger ausgelacht: Socken in Sandalen, Socken in Sneakern, Socken überhaupt. Doch jetzt sind sie zurück; als Modeaccessoire der Saison sind sie nicht wegzudenken. Man wie frau trägt Socke. Natürlich nicht die klassische, weiße Tennissocke in der Gesundheitslatsche. Wir sprechen von fröhlichen bunten Strümpfen in allen Farben des Regenbogens, die man entweder zu Oldschool-Sneakern oder zu farbenfrohen Plateausandalen kombiniert. Doch woher der plötzliche Wandel? Wer hat die alte Miefsocke zum kultigen Trendstrumpf gemacht? Wir sind der Frage nachgegangen und haben die Antwort in Schweden gefunden. In einem Land, aus dem uns bereits aus Kindertagen ein Mädchen bekannt ist, die mit ihren verschiedenfarbigen, geringelten Strümpfen Furore machte. Zufall? Oder stand Pipi Langstrumpf hier doch Pate? Wir denken schon, aber hier kommt die ganze Geschichte zweier Männer, die auszogen, die Socken zu revolutionieren.

Als Viktor Tell und Mikael Söderlindh an einem trüben Tag im Frühjahr 2008 die Idee zu Happy Socks hatten, wussten sich noch nicht, welche Trendlawine sie lostreten würden. Unter dem grauen schwedischen Himmel beschlossen sie, eine einfaches und alltägliches Produkt wie die Socke bunter, schöner und fröhlicher zu gestalten. Heute, drei Jahre später, umfasst ihre Kollektion eine nahezu endlose Fülle an Modellen und Designs in den unterschiedlichsten Farbkombinationen. Materialien und Texturen. Socken und Strümpfe, kariert, geringelt oder getupft; da bleiben keinen Wünsche offen. Dabei hatten die beiden ursprünglich mit Socken gar nichts mehr am Hut. Viktor Tell arbeitete als Grafikdesigner und Illustrator, bevor er dann Kreativdirektor seiner eigenen Firma wurde. Mikael Söderlindh, der heute die operative Seite von Happy Socks betreut, arbeitete zuvor über 10 Jahre in der Werbung.

Heute verkaufen die beiden ihre Happy Socks in mehr als 40 Ländern, Tendenz steigend. Dabei war es am Anfang gar nicht so einfach, einen Hersteller für die farbenfrohen Mustersocken zu finden. Zu aufwendig fanden die meisten erfahrenen Hersteller die gemusterten Beinkleider, und damit zu teuer in der Produktion. Ein türkischer Hersteller war dann doch von der Idee begeistert und produziert bis heute die immer erfolgreicheren Happy Socks. In diesem Sommer hat sich das Duo zum ersten Mal Umweltfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben und die Reihe Hemp & Recycled Yarn Socks auf den Markt gebracht. Auch viele Sockenträger machen sich angesichts des hohen Baumwollbedarfs Sorgen um ihren ökologischen Fußabdruck und suchen umweltfreundliche Alternativen zur klassischen Baumwolle. Denn der Anbau von Baumwolle ist aufwendig und anstrengend für die Umwelt. Die neueste Entwicklung bei Happy Socks die Hanfsocke. Hanf ist einer der umweltfreundlichsten Rohstoffe, die unser Planet hervorbringt. Er wächst anspruchslos und schnell in allen möglichen Klimata. Dazu benötigt er wenige Pestizide, da er sehr widerstandskräftig ist und verursacht somit auch ausgesprochen wenig Umweltverschmutzung. Happy Socks benutzt für seine Hanf-Linie Hanf aus Ägypten vermischt mit recycelten Fasern. Wir sind uns sicher, das hätte auch Pipi gefallen und sicher trägt auch sie gerade ein Paar Happy Socks.

P.S. Die Fotos aus dem aktuellen Lookbook hat übrigens Backyard Bill geschossen, von dem wir bald mehr hören werden.

Silke Lambers

studierte Modedesign und Mode-Management in Mönchengladbach und Amsterdam bevor sie in New York begann Modetrends zu jagen. Seit 2007 arbeitet sie international als Trendscout und Journalistin in den Bereichen Mode, Lifestyle und Reise. Mehr Informationen auf www.stylesplash.net.


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