Virtual Reality – welche Einsatzgebiete gibt es bereits?

Virtual Reality ist uns seit einigen Jahren ein Begriff. Wir kennen die VR-Brille, haben schon mal ein Video gesehen, in dem sich jemand in einer Simulation erschrickt, woraufhin wir lachen mussten. Doch was genau ist Virtual Reality – kurz VR – denn überhaupt? Eine computergenerierte Wirklichkeit, welche 3D-Bilder übermittelt und das bewegte Bild grundlegend verändert. Oft ist das Ganze mit Ton unterlegt. Dieses Bild lässt sich über Großleinwände, Head-Mounted-Displays oder in speziellen Räumen übertragen. Wir zeigen euch in diesem Artikel, welche Einsatzgebiete es für Virtual Reality gibt und welche Möglichkeiten sie abseits von Games bietet. 

Jeder wollte bestimmt schon einmal eine VR-Brille aufsetzten (oder hat dies bereits getan) und durch sie in eine andere Realität verschwinden. Das geht natürlich auch mit einem Computerspiel oder einem guten Buch, aber nicht so real wie mit der Brille, welche uns in die neu geschaffene Welt eintauchen lässt. 

Was kann VR eigentlich alles?

VR findet unter anderem in der Medizin großen Anklang. So können Ärzte inzwischen mithilfe dieser Technologien Phobien behandeln. Dabei profitieren unter anderem Patienten mit Flugangst. Sie können zum Beispiel in VR in einem Flugzeug fliegen und gleichzeitig von ihrem behandelnden Arzt begleitet werden. Dieser beruhigt sie währenddessen und mildert ihre Angst. Einem Schmerzpatienten ist dank VR die Möglichkeit gegeben, mit Delfinen um die Wette zu schwimmen. Medizinstudenten ist es möglich, in der Virtuellen Realität Operationen an Patienten zu üben. Die Chance einen gravierenden Fehler zu machen, besteht bei dieser Methode allerdings nicht.

Das Militär zählt ebenfalls zu den Einsatzgebieten von Virtual Reality. Die Soldaten können Trainingseinsätze und Kampfsituationen nachstellen und somit üben. Auch das Steuern eines Flugzeuges kann man anhand von VR in einer Simulation erlernen. Auch um Nachwuchssoldaten zu rekrutieren, setzt das Militär diese Technologie ein. Manchen von euch ist möglicherweise bei der letzten Gamescom in Köln aufgefallen, dass zwischen den ganzen bekannten Ständen ebenfalls die Bundeswehr zu finden war. Erstaunlich, da es sich bei der Gamescom doch um eine Games-Messe handelt. Die Bundeswehr will dem Nachwuchsproblem entgegenwirken, indem das junge, durch das Spielen von Shootern eventuell ohnehin bereits Militär-affine Publikum, auf sie aufmerksam wird. Ob das nun eine gute Methode ist oder nicht sei dahingestellt.

Vor allem die Architektur profitiert von der neuen Technologie

Die beiden Themen Virtual Reality und Architektur gehen gewissermaßen Hand in Hand. Doch die Architektur gehört zu den Bereichen, die das Potenzial haben, durch VR revolutioniert zu werden. Denn auch ohne die Möglichkeit der VR wird das geplante Modell des Hauses virtuell am Computer entworfen. Mithilfe von VR gibt es nun die Möglichkeit, die Wahrnehmung direkt im Gebäude bzw. Haus zu simulieren. So lässt sich das Haus nicht nur präziser und genauer unter die Lupe nehmen und planen, sondern wird auch erlebbar gemacht. Kleine Fehler fallen viel schneller auf und der Architekt kann diese in seiner Konstruktion beheben.

Auch in der Kunstszene spielt VR mittlerweile eine große Rolle. Durch die digitalen Scheinwirklichkeiten werden den Künstlern ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten geboten, die schon jetzt die Welt begeistern. Virtual Reality beseitigt physische Barrieren und nur die Vorstellungskraft setzt in ihr noch die Grenzen. Raum und Zeit können manipuliert werden und jeder Betrachter erfährt das virtuelle Werk ganz individuell. „Anfassen verboten!“, gehört schon lange nicht mehr zur Norm, wenn es um Kunst geht. So ist es uns möglich, die Kunst mit Hand und Fuß zu erleben.

Wie geht es weiter mit VR?

Die Einsatzgebiete für Virtual Reality sind vielfältig. In Bereichen, wo wir uns dies bisher noch kaum vorstellen konnten, ist diese Technologie auf dem Vormarsch. Bald können Urlaubsgäste ihr Hotel, sowie den Urlaubsort, an den es sie verschlägt, vorab mit der VR-Brille erkunden. Wie schlau das ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Immerhin nimmt man sich so den ganzen Spaß beim Entdecken eines Ortes. Aber auch Meetings können ortsunabhängig abgehalten werden und im Bildungssektor wird geforscht, ob es möglich ist, Kindern mit Behinderungen, wie etwa Autismus, mit dieser Technologie zu helfen. Auch Museen können ihre Besucher besser ins historische Geschehen der Ereignisse involvieren, indem sie Dinge zeigen, die sich außerhalb der VR nicht realisieren lassen.

VR ist sicherlich in vielen Bereichen unseres Lebens nicht unbedingt nötig. In anderen wiederum kann sie helfen Krankheiten zu heilen und hat das Potenzial, Menschen wirklich zu helfen.


Image by Tierney via Adobe

Hannah Drews-von Ruckteschell

studiert derzeit mit großen Erwartungen Bibliotheks- und Informationsmanagement, wobei sie vor allem der letztere Teil interessiert. Die digitale Welt begeistert sie in erster Linie in ihrer Offenheit und Verknüpftheit.


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