Ursula v.d. Leyen – „Eine sehr sympathische Frau!“

Wahlkampfhelfer Lokalzeitung: Nachdem ein Video von Zensursula von einem ihrer Wahlkampfauftritte im Saarland vergangene Woche im Netz aufgetaucht ist und für einigen Wirbel in der hiesigen Bloggerszene sorgte (wir berichteten hier), schreibt die Saarbrücker Zeitung in einem ihrer Lokalteile (Sulzbachtal) unter anderem folgendes zu dem Auftritt:

Am Montagabend war die Kämpferin für eine neue Familienpolitik in Deutschland zu Gast in Sulzbach. In der Aula warteten 300 Gäste auf die „sympathische Revolutionärin“, wie von der Leyen gerne bezeichnet wird.

und:


[Dann] „ging’s mit dem Fahrstuhl hoch in die zweite Etage in den Festsaal. Der war rappelvoll und prächtig geschmückt. Das hatten die Damen der CDU-Frauen-Union erledigt.“

und:


Am Ende ihres engagierten Vortrages gab es minutenlang Beifall von den Gästen. Alle waren begeistert von der Ministerin. „Eine sehr sympathische Frau“, so die überwiegende Meinung.

und zum Abschluss:

Es sah nicht so aus, als mache ihr der Terminstress etwas aus. Mit einem Lächeln im Gesicht stieg die 50-Jährige in den grauen Audi mit Berliner Kennzeichen.

Wer sich fragt warum ich genau diese Stellen zitiere und nicht die, in denen der Verfasser/ die Verfasserin sich kritisch und aus verschiedenen Perspektiven mit den Thesen der Familienministerin auseinandergesetzt hat: Es gibt keine! Der Text ist so geschrieben, als sei irgendein C-Promi, der in Sulzbach als A+++-Promi durchgeht zur Audienz gekommen.

Kein Wunder, dass die Wahrnehmung dessen, was u.a. von Zensursula an kuriosen Ideen in die Welt gesetzt wird, von der breiten Masse unkritisch, unreflektiert und ohne eigene Meinung genüsslich geschluckt wird. Denn schließlich ist die mit Lachen und Blumenstrauß ausgestattete Besucherin aus dem großen, fernen Berlin in ihrem schönen Audi doch so eine „sympathische Frau“. Es mag ja sogar sein, dass Frau von der Leyern privat eine total sympathische Person ist, aber wer so auftritt (vgl. Video), wirkt wie alles andere, aber nicht sympathisch.

Lesenswert sind einzig und allein die Kommentare zu dem Artikel. Wenigstens haben ein paar der Leser auf diesen gedruckten Werbespot der CDU mit entsprechender Kritik reagiert.


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Steffen Büffel

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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5 comments

  1. Hallo Steffen, hinter den Kulissen und hinter den sieben Bergen bei den sieben Saarländern lässt man nicht zu, dass am Image der „symphatischen Frau“ gekratzt wird. Einer der wenigen Kommentare in der SZ stammt von mir, rate mal welcher? In etwa den gleichen Kommentar gab ich auch auf der Internetpräsenz des CDU Ortsverbandes von Sulzbach ab, die den SZ- Artikel auf ihre Online- Präsenz unverändert übernommen hatten. Als sich die Kommentare häuften und allesamt sehr kritisch gegenüber Zensursula wirkten, hat man kurzerhand die Kommentarfunktion deaktiviert und auch die Kommentare entfernt. Zur Beweisführung habe ich jedoch Screenshots angefertigt: http://guedesweiler.blogspot.com/2009/08/wie-zensursula-ihrem-namen-gerecht-wird.html. Nicht alle Saarländer lassen sich von vdL. für dumm verkaufen…

  2. Moment mal, das hier ist doch hier ein freies Land – freie Meinung und der ganze Kram…oder? ;)

    Ist teilweise richtig traurig was hier abläuft. Aber am traurigsten finde ich das der Großteil davon gar nichts weiß.

  3. @Thomas Brück
    Die Kommentare sind noch da – und zu 100 Prozent negativ. Nur einer wurde gelöscht. Da würde ich allerdings einen echten Verstoß gegen Netiquette vermuten.

    Ich finde es fast schon mutig von der Saarbrücker Zeitung, direkt unter ihrem Zeugnis journalistischen Totalversagens eine solche Sammlung vernichtender Kommentare zuzulassen. Zu vermuten ist allerdings, dass die meisten Claquere aus der Veranstaltung ohnehin nur das gedruckte Blatt lesen und diese Rezeption nicht wahrnehmen.

  4. hallo

    der Artikel ist schon etwas älter aber ich mag trotzdem erwas dazu schreiben. Ich finde es erstmal ganz gut von dieser schrecklich syphatischen Frau im moment aus den medien nicht mehr viel zu hören. Aber ich kritisiere auch die medien das sie nicht mal darüber berichtet haben das die wirren ideen von der con der leyen gar nicht in kraft getreten sind. Ich glaube sehr stark das es genug menschen gibt die wirklich denken das es im inet jetzt ein stioppschild kursiert und diese sogar dafür vertantwortlich ist kinder damit zu schützen. Wir brauche viel mehr aufklärung im tv und nicht immer erst eine riesen informationsüberflutung und wenn diese zurückgeht berichtet man wieder über nichts mehr.

    lg

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