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Was macht einen Digital Hero aus? – Blogparade #FitnessProgramm4punkt0

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Unter dem Begriff „Digitale Transformation“ brechen auch viele traditionsreiche Unternehmen mit alten Strukturen. Höchste Zeit, denn immer mehr Start-ups sprießen empor. Junge Unternehmen mit frischen Ideen, die den Nerv der Zeit treffen und Wege gehen, die vor allem die jüngere Generation erreichen.

Doch wie rüstet man sich für die digitale Welt? Welche Fähigkeiten und welche Einstellung braucht ein „Digital Hero“ in der Industrie 4.0? Im Rahmen der Blogparade #Fitnessprogramm4punkt0 des DigiDays widmen wir uns den besonderen Herausforderungen der neuen Arbeitswelt.

Lerne selbst zu lernen

„Google es doch einfach“ wird eher damit in Verbindung gebracht, dass wir Dinge nicht mehr wissen müssen, weil wir es ja jederzeit nachschauen können. Richtig genutzt, können wir damit aber selbst unser bester Lehrer sein.

Natürlich kann man Mitarbeiter einfach schulen und darauf vertrauen, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse schon ausreichen werden. Doch die heutige Arbeitswelt ist einem steten Wandel unterworfen. Wer mit der Technik geht, muss auch mit den ständigen Änderungen Schritt halten. Für jede Änderung eine eigene Fortbildung zu machen, wäre auf Dauer zu teuer.

Das klingt jetzt, als wenn man völlig auf sich allein gestellt wäre. Ein Großteil der Antworten finden sich allerdings bereits im Internet und wir müssen nur lernen, sie zu finden. Dafür ist ein sicherer Umgang mit Google und ein Gefühl für vertrauenswürdige Ergebnisse unerlässlich. Eine universelle Anleitung für qualitative Suchergebnisse gibt es dabei nicht – es sind Erfahrungswerte, die dem Digital Hero schon an Quelle, Titel und Kurzbeschreibung erkennen lassen, ob sich überhaupt ein genauerer Blick lohnt.

Keine Angst vor dem Quereinstieg

Gerade weil die Industrie 4.0 neue Arbeitsweisen erfordert, kommt es nicht nur auf die harten Skills an. Neuere Berufsbilder sind zum Teil nicht einmal klar ausformuliert und viele Unternehmen wissen selbst kaum, was sie wirklich suchen. Zwar sind Community Manager, Content Manager, Social Media Manager und Online Marketing Manager unterschiedliche Berufe, doch deren Aufgabenfelder überschneiden sich trotzdem je nach Ausschreibung.

Wer sich in der digitalen Welt Zuhause fühlt, der hat zumindest schon einen halben Fuß in der Tür, selbst wenn er keine Ausbildung in seinem angestrebten Feld hat. Eine Leidenschaft fürs das Thema oder das Produkt sind für den Digital Hero umso wichtiger – auch weil Schema F nicht mehr funktioniert. Der neue Kunde will mittlerweile viel persönlicher angesprochen werden.

Ein Blick auf die Automobilindustrie verdeutlicht die Entwicklung. Viele klassische Hersteller haben noch ein großes Budget für Marketing auf den klassischen Kanälen. Tesla ging einen völlig anderen Weg und machte sich Social Media zum wichtigsten Marketinginstrument. Trotzdem gab es hunderttausende Vorbestellungen des Model 3. Mehr, als das Unternehmen zunächst abarbeiten konnte.

Dass Tesla stets Probleme mit roten Zahlen hatte und erst jetzt langsam den Berg an Vorbestellungen abarbeitet, lassen wir mal außen vor. Tesla hat es jedoch geschafft mit einem modernem Marketing und einem modernen Produkt Kunden anzusprechen, die sich mit den alten Marken nicht mehr identifizieren konnten. Mittlerweile erkennen auch die großen Hersteller die Zeichen der Zeit und versuchen in Sachen Elektromobilität aufzuschließen.

Die Anpassungsfähigkeit eines Chamäleons

Gerade weil sich die digitale Landschaft immer wieder wandelt, müsst ihr euch als Digital Hero immer wieder auf neue Situationen einstellen können. Selbst in einem vermeintlich modernen Berufsfeld wie der Software-Entwicklung, tun sich einige alte Hasen schwer, sich auf die neue Welt einzulassen.

In Programmiersprachen wie COBOL wurde ein Programm noch strikt von oben nach unten durchgeschrieben. In den neuen Programmiersprachen arbeitet man objektorientiert, zerlegt das Programm in einzelne Objekte, die miteinander kommunizieren. Nicht alle Programmierer haben diesen Umstieg in der Strukturierung geschafft. (Vor allem Banken suchen trotzdem händeringend COBOL-Entwickler).

Auch die Projektplanung in der Softwareentwicklung entsprach früher einem sehr linearen Verlauf. Beim Wasserfallmodell gab es klar abgegrenzte Phasen. Es wurden Anforderungen aufgestellt, ein Entwurf ausgearbeitet und schließlich programmiert. Getestet wurde im Anschluss.

Mittlerweile haben sogenannte Agile Entwicklungsmethoden wie Scrum das alte Modell abgelöst. Statt eines von Anfang an festgelegten Plans, gibt es Sprints von einer bis mehrerer Wochen, in denen an kleinen Teilaufgaben gearbeitet wird. Durch die kurzen Abstände und der stetigen Rücksprache mit dem Kunden kann flexibel auf neue Anforderungen oder Erkenntnisse aus dem bisherigen Programm reagiert werden. Kurze tägliche Meetings sorgen zudem dafür, dass alle auf dem aktuellen Stand sind und die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche funktioniert.

Das Bild des stillen Nerds ist also auch in der IT längst überholt. Stattdessen wird vom Digital Hero vor allem Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Kommunikationsstärke gefordert. Junior-Entwickler haben zwar nicht immer alle Fachkompetenzen, dafür aber das notwendige Mindset bestenfalls schon in der Ausbildung verinnerlicht.

Auch Arbeitsgeber in der Pflicht

In der Industrie 4.0 wird also erwartet, dass der Digital Hero sich neuen Begebenheiten anpassen kann, selbstständiger ist, aber trotzdem auch im Team funktioniert. Diese neuen Herausforderungen machen den Arbeitsalltag meistens vielseitiger. Auf der anderen Seite sorgen die kurzen Projektphasen und die ständige Bewertung der Arbeit für Stress. Der agile Burnout droht.

Work-Life-Balance heißt das Zauberwort, das die Arbeitsbedingungen der digitalisierten Arbeitswelt angenehmer machen soll. Dieser Ausgleich von Berufs- und Privatleben kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. Start-ups locken beispielsweise mit Kicker-Tischen, einer Spielekonsole oder einer eigenen Bar. Aber auch die großen Tech-Riesen im Silicon Valley lassen sich nicht lumpen.

Facebook hat beispielsweise Restraurants, eine Eisdiele, eine Trainingshalle, einen Friseur und noch vieles mehr direkt auf ihrem Unternehmensgelände. Die Mitarbeiter können private Dinge quasi beim Arbeitsplatz regeln, haben mehr Zeit und fühlen sich mehr mit dem Unternehmen verbunden. Die Arbeit wird zum Leben.

Andere Ansätze gehen über die Arbeitszeit. Gleitzeit oder Home Office sorgen für eine flexiblere Zeiteinteilung. Auch alternative Arbeitsmodelle wie eine 30-Stunden-Woche können den Stress deutlich reduzieren und dabei trotzdem die Produktivität verstärken. Das österreichische Unternehmen emagnetix hat die Arbeitszeit sogar bei vollem Lohnausgleich auf 30 Stunden umgestellt. Auch in Schweden hat man 30-Stunden-Modelle ausprobiert – mit größtenteils positiver Erfahrung. Die Produktivität der Arbeitnehmer ist höher, die Krankheitsanfälligkeit dafür niedriger.

Fazit: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen umdenken

Die neue Arbeitswelt stellt ganz andere Herausforderungen als noch vor der Digitalisierung. Der Digital Hero muss flexibel sein, sich selbst Dinge anlernen und am besten ein Netzwerk um sich herum aufbauen. Doch auch Arbeitgeber müssen eine Unternehmenskultur schaffen, mit der sich seine Angestellten identifizieren und sich nicht in den Burnout arbeiten.

Dafür bietet der moderne Arbeitsmarkt mehr denn je Chancen, sich selbst zu verwirklichen und auch den Quereinstieg zu wagen, wenn die Softskills dafür vorhanden sind. Ein Digital Hero kann in jedem stecken – mit oder ohne Cape. 


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Desksharing: Kreativer Arbeitsplatz oder überholtes Konzept?

Image (515167 by rawpixel.com [CC0 Public Domain], via Pexels]

‚Sharing ist Caring‘ gilt nicht nur für soziale Zwecke, sondern offensichtlich auch in der Arbeitswelt. Immer mehr Unternehmen setzen auf flexible, geteilte Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter. „Desksharing“ soll für flache Hierarchien, mehr Austausch und smarte Raumnutzung sorgen. Doch hält das Flex-Office wirklich das was es verspricht?

Desksharing: Wie „Reise nach Jerusalem“ 4.0

Desksharing, auch „Hot-Desking“ genannt, funktioniert so ähnlich wie das Spiel „Reise nach Jerusalem“: Es gibt weniger Arbeitsplätze als Mitarbeiter. Wer also morgens ins Büro kommt, setzt sich nicht mehr an „seinen“ Platz, sondern dorthin, wo gerade etwas frei ist. Da Arbeitszeiten und -orte aber flexibler werden und nie alle Mitarbeiter gleichzeitig im Büro sind, bleibt am Ende aber im Gegensatz zum Kinderspiel niemand ohne Stühlchen. Vielmehr wird das Büro zum geteilten Raum. Was zunächst vor allem Platz und Kosten spart, bricht auch starre Strukturen und Hierarchien in Unternehmen auf. Einige Unternehmen berichten, dass Desksharing ihnen Kosteneinsparungen von über 30 Prozent eingebracht hat.

Neben diesem praktischen Aspekt hat das Desksharing aber auch symbolischen Wert. Wenn Zwischenwände und Besitzansprüche am Arbeitsplatz wegfallen, wird das Arbeitsumfeld demokratischer. Streitigkeiten wie die, wessen Tisch am größten ist oder die Frage, wer den bequemeren Stuhl hat, erübrigen sich damit. Desksharing soll somit für ein besseres Miteinander und flachere Hierarchien sorgen.

Desksharing in großen Unternehmen

Das erhoffen sich auch Unternehmen wie Siemens, Lufthansa oder ADAC, die das Konzept an einigen Standorten in Deutschland eingeführt haben. Jana Kugel, die Personalchefin von Siemens, betont, dass Desksharing für mehr Selbstbestimmung am Arbeitsplatz sorgt. Außerdem mache es Mitarbeiter „glücklicher und damit auch produktiver“. Bei der Lufthansa hofft man, dass Desksharing dem Unternehmen ein modernes, innovatives Image verleiht. Der ADAC basiert sein Desksharing-Konzept wiederum auf die Ergebnisse der Fraunhofer IAO-Studie. Außerdem kommt man so dem Wunsch der Mitarbeiter nach einem flexibleren Arbeitsumfeld nach.

Desksharing, das deshalb gerne im Zusammenhang mit New-Work-Konzepten genannt wird, ist aber nicht ganz so neu wie viele glauben. Es stammt aus den 1980er Jahren und wurde vom „Hot-Bunking” in der Seefahrt inspiriert. Beim Hot-Bunking teilen sich mehrere Matrosen bei Wechsel-Schichtarbeit die gleiche Koje. Während einer arbeitet, schläft der andere – und andersherum. Dasselbe Prinzip wurde übrigens auch Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Begriff „Hot Bed” für Industriearbeiter genutzt. Arbeitern das Geld in dieser Zeit kaum zum Überleben. Daher teilten sich oft mehrere Menschen die Kosten für ein Bett, um Geld zu sparen.

Während diese Konzepte eher aus der Not geboren wurden und mehr mit Ausbeutung der Arbeiter zu tun hatten, soll das moderne Desksharing genau das Gegenteil bewirken. Unternehmen wollen mit dem flexiblen Arbeitsplatzkonzept das Gemeinschaftsgefühl im Team stärken, den kreativen Austausch fördern und das Büro als Raum neu durchdenken – zum Wohl der eigenen Mitarbeiter.

Flexibilität am Arbeitsplatz macht glücklich

Denn glückliche Mitarbeiter sind produktivere Mitarbeiter. Wer sich auf die Arbeit freut, ist motivierter und leistet mehr. So fanden Forscher der University of Warwick heraus, dass glückliche Mitarbeiter bis zu 12 Prozent produktiver sind. Deshalb suchen Unternehmen nach immer neuen Wegen, um für höhere Zufriedenheit bei ihren Mitarbeitern zu sorgen.

Früher hat man den Angestellten dann einfach mehr Lohn gezahlt, einen Firmenwagen gestellt oder ein größeres Büro gegeben. Doch aktuelle Studien zeigen, dass materielle Belohnung und Statussymbole gerade die jüngeren Generationen ziemlich kalt lassen. Sie wünschen sich von ihrem Arbeitsplatz vor allem eins – mehr Flexibilität.

In dem Verbundsforschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) „Office 21“ stellten die Wissenschaftler zum Beipsiel fest, dass Selbstbestimmung in der Arbeit für die meisten Angestellten an oberster Stelle steht: „Wer seine Arbeit individuell gestalten kann, erlebt eine höhere Work-Life-Balance, mehr Motivation und mehr Leistung”, heißt es in dem Report.

Das gilt nicht nur für Arbeitszeit und Arbeitsmethoden, das betrifft auch den Arbeitsplatz an sich. Überraschenderweise stellt die Studie fest, dass die Büroräume für Mitarbeiter immer wichtiger werden, obwohl sie dort durch flexiblere Arbeitsmodelle wie Jobsharing oder das Arbeiten im Homeoffice immer weniger Zeit verbringen. Nach Meinung der Forscher liegt das daran, dass Mitarbeiter sich auch stärker mit ihrer Arbeit und folglich auch mit ihrer Arbeitsumgebung identifizieren.

Im Gensler Workplace Index kam bei einer Umfrage unter mehr als 2000 Angestellten heraus, dass Mitarbeiter produktiver arbeiten, wenn ihnen die Büroräume gefallen. Ein offenes, freundliches, kreatives Umfeld inspiriert die Mitarbeiter und transportiert auch die Botschaft: Wir sind ein innovativer Arbeitgeber. Das Prinzip des Desksharing soll genau das vermitteln.

Desksharing-Erfahrungen bei etventure

Gregor Ilg
Gregor Ilg von etventures. Image by Gregor Ilg

Doch ist Desksharing wirklich so vorteilhaft wie die Unternehmen es sich erhoffen? Gregor Ilg hat da so seine Zweifel. Der Head of Product bei der Berliner Innovationsberatung „etventure“ spricht aus Erfahrung. Seit gut vier Jahren experimentiert das Unternehmen mit neuen Raumkonzepten, dem Arbeiten in Coworking-Spaces und unter anderem auch mit Desksharing.

Dabei wurde die Idee zum Flex-Office bei etventure eher aus der Not geboren, erklärt er im Gespräch mit den Netzpiloten: „Wir sind in sehr kurzer Zeit von 25 auf 220 Mitarbeiter gewachsen. Da wir damit auf einmal zu wenig Platz hatten, haben wir viel in Sachen Raumgestaltung ausprobiert. Zwischenzeitlich hatten wir sogar auch Shared Desks. Da saß ich zum Beispiel mit einer Kollegin zur selben Zeit am gleichen Schreibtisch, ich am Laptop, sie am Desktop.“ Mittlerweile hat etventure neue Büroräume und auch etwas mehr Platz. Die Berliner Mitarbeiter teilen sich neben einigen festen Büros und Konferenzräumen 24 offene Arbeitsplätze auf zwei großen Büroflächen von jeweils 60 Quadratmetern. Da die meisten Mitarbeiter nicht jeden Tag im Büro sind, gilt in diesen zwei Bereichen weiterhin weitestgehend die Open-Desk-Politik.

Die Lösung ist für Gregor Ilg im Moment in Ordnung, er sieht sie aber nicht als dauerhaftes Konzept für das Unternehmen: „Es löst unser Platzproblem, das ist der große Vorteil. Es funktioniert aber nicht für jeden Mitarbeiter und jede Aufgabe. Unsere Programmierer brauchen zum Beispiel spezielle Computer mit zwei Monitoren. Die können nicht jeden Tag woanders sitzen.

Auch bei Projektteams sei Desksharing mitunter schwierig, sagt Ilg: „Wir arbeiten viel mit Whiteboards und Post-Its. Das ist natürlich sehr umständlich, wenn man diese jeden Morgen an einer anderen Stelle aufhängen muss.“ Darüber hinaus wird der ständige Wechsel des Schreibtisches von vielen Mitarbeitern als Nachteil empfunden. Das liegt nach Meinung von Gregor Ilg daran, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze gerne persönlich gestalten und auch daran, dass Menschen Gewohnheitstiere sind. „Ich bin zum Beispiel mit meinen 1,93 Metern recht groß“, erzählt er, „dementsprechend habe ich meinen Stuhl für meine Höhe eingestellt. Es ist schon umständlich, wenn ich jedes Mal aufs Neue den Stuhl anpassen muss.

Desksharing klingt besser als es ist

Die Desksharing-Erfahrung von Gregor Ilg teilen auch andere. Alison Hirst, Ethnologin und Director of Postgraduate Research der englischen Anglia Ruskin University, hat drei Jahre die Vor- und Nachteile von Desksharing in Unternehmen selbst erprobt und ausgewertet. Ihr Ergebnis: Viele Mitarbeiter fühlen sich durch die Praxis ausgeschlossen, marginalisiert und die Instabilität des Desksharing sorgt sogar für Spannungen am Arbeitsplatz. Mitarbeiter, die später im Büro ankommen, müssen feststellen, dass die besten Plätze schon belegt sind. So bilden sich ganz neue Formen der Hierarchien und Feindschaften im Arbeitsumfeld.

Darüber hinaus sorgt der täglich wechselnde Arbeitsplatz sogar für weniger Produktivität, sagt Hirst. Denn es dauert jedes Mal eine Weile, bis man alles ausgepackt, angeschlossen und so eingerichtet hat, dass man anfangen kann zu arbeiten. Das kostet Zeit. Wenn sich zudem jeder Arbeitstag wie der allererste Tag im neuen Büro anfühlt, entsteht keine Routine, die wichtig für produktives, kontinuierliches Arbeiten ist.

Hirst hat in ihrer Untersuchung ebenfalls festgestellt, dass der nomadische Arbeitsplatz auch Gefühle der Unruhe und Unsicherheit in vielen Mitarbeitern auslöst. Die Instabilität am Arbeitsplatz entfremdet uns demnach sogar von unseren Kollegen und macht so eine produktive, teamorientierte Zusammenarbeit im Büro sehr schwierig.

Was bedeutet Desksharing für den Arbeitsplatz der Zukunft?

Ist damit das Konzept des Desksharing überholt? Es ist zumindest in seiner traditionellen Form nicht langfristig sinnvoll, glaubt Gregor Ilg. Dennoch zeigt Desksharing auch, wie ein flexibler Arbeitsplatz rigide Strukturen aufbricht und so Platz für Kreativität schafft. Das will etventure in seiner eignen Raumplanung berücksichtigen. Denn das Unternehmen hat aus dem Platzproblem Konsequenzen gezogen: Es will erneut umziehen und diesmal den Raum nicht nur effizient, sondern auch kreativ nutzen.

Desksharing oder fester Arbeitsplatz sei dabei gar nicht die entscheidende Frage, sagt Ilg. Vielmehr gehe es darum, dass die Art und Weise, wie wir Arbeitsräume denken und entwerfen, sich verändern muss: „Wir müssen beim Büro über radikal neue Raumkonzepte nachdenken. Das Büro wird dabei in Zukunft nicht nur anders aussehen, sondern wahrscheinlich auch gar nicht mehr Büro heißen.

Der Raum zum Arbeiten muss seiner Ansicht nach nicht nur flexibler, sondern auch vielfältiger werden. Dazu gehören verschiedene Räume, die sich an die jeweilige Arbeit anpassen. Das können zum Beispiel offene, geteilte Arbeitsplätze für kreative Projektarbeit sein, ruhige Arbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten oder Orte der Begegnung, in denen Mitarbeiter spontan zusammen kommen und an denen kreative Ideen entstehen können. Man dürfe generell das Büro nicht mehr so starr denken, sagt Ilg. Homeoffice, geteilter Arbeitsplatz, feste Orte, Coworking-Spaces, Cafés, Konferenzräume – all das kann und sollte für den Arbeitsplatz der Zukunft flexibel genutzt werden.

Denn wenn die Erfahrungen mit Desksharing eins gezeigt haben, dann ist es die Einsicht, dass es den idealen Arbeitsort nicht gibt – genausowenig wie die perfekte Arbeitsmethode. Dazu sind Unternehmen zu verschieden und auch die Mitarbeiter zu individuell. Desksharing für alle wird sich deshalb sicher nicht flächendeckend durchsetzen. Vielmehr wird Desksharing in Zukunft einfach eine von vielen Optionen für Mitarbeiter sein.


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Die Zukunft der Arbeit könnte weiblich sein

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„Frauen können die Gewinnerinnen des digitalen Wandels werden, wenn wir es klug anstellen“, sagte Andrea Nahles 2015 auf der Konferenz zur Geschlechtergerechtigkeit der Internationalen Association for Feminist Economics (IAFFE) in Berlin – damals noch als Arbeitsministerin. Hat sie damit Recht? Ist die Zukunft der Arbeit weiblich?

Neue Jobmodelle, neue Möglichkeiten für Frauen

Nach Ansicht von Nahles liegen die Chancen für Frauen in der Arbeit 4.0 vor allem in der Digitalisierung. Diese verändert zum Einen die Art und Weise wie wir arbeiten. Das Internet und Cloud-Technologien führen zum Beispiel dazu, dass wir nicht mehr immer und jederzeit physisch am Arbeitsplatz sein müssen. Vieles wird heutzutage, statt im Büro, im Homeoffice erledigt. Resultate seien wichtiger als Anwesenheit, sagte Nahles.

Das gilt natürlich nicht nur für Frauen, jedoch könnte gerade dieser Wandel vor allem Frauen den Zugang zur Arbeitswelt erleichtern. Während sie bisher vielleicht zwischen Kind und Karriere wählen mussten, können sie nun beides ohne große Kompromisse haben.

Darüber hinaus verändern sich durch die Digitalisierung ebenfalls die Berufsbilder für Frauen. Während zum Beispiel Krankenschwester ein typischer Frauenberuf war, wird diese Arbeit wahrscheinlich bald komplett von Robotern erledigt. Das gäbe Frauen aber auch „ganz neue berufliche Perspektiven auf gut bezahlte, gut abgesicherte Industriearbeitsplätze“, sagt Nahles.

Ganz ähnlich sieht dies auch die prämierte US-Unternehmensberaterin und Digitalisierungsxpertin Cheryl Cran. Sie sieht ebenfalls in neuen Jobmodellen eine große Chance für Frauen. Denn Frauen können ihrer Meinung nach durch Freelancing, Homeoffice oder Telearbeit nun problemlos Familie und Job miteinander vereinen. Tatsächlich ist ein steigender Anteil der Freiberufler in den USA weiblich. Nach Zahlen der National Association of Women Business Owners wagen ebenfalls viele Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen eigene Unternehmen. So wurden 9,1 Millionen US-Firmen von Frauen gegründet, die zusammen beinahe 8 Millionen Menschen beschäftigen.

Auch Männer seien nicht mehr bereit, 14-Stunden-Tage zu schieben und suchen einen bessere Work-Life-Balance. Jobsharing-Modelle, in denen sich Männer und Frauen eine Managerposition teilen, seien gar nicht mehr so selten. Auch renommierte Tech-Unternehmen wie Facebook oder Tesla suchen laut Cran händeringend qualifizierte Frauen für Spitzenpositionen.

Roboter geben Frauen mehr Muskelkraft

In einem Kommentar für die irische Onlinepublikation Siliconrepublic.com geht Cheryl Cran sogar noch einen Schritt weiter. Sie behauptet: Gerade die sogenannten Soft Skills – Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Emotionale Intelligenz – die Frauen ihrer Meinung nach von Natur aus mitbringen – werden in Zukunft viel mehr gefragt als „männliche“ Arbeitsweltattribute wie Wille, Entschlossenheit, Egoismus und Aggressivität. Cran glaubt zwar, dass in Zukunft eine Kombination aus männlichen und weiblichen Attributen gefragt sein wird, doch dabei haben Frauen ihrer Meinung nach einen Vorteil: „Frauen werden erfolgreich sein in einer Zukunft, in der Jobs, die früher physische Stärke erforderten – Bau, Produktion, Landwirtschaft -, durch Roboter verbessert werden.

Sprich: Frauen haben nicht nur Vorteile aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften, sie können nun auch Jobs ausüben, die ihnen bisher aus rein physischen Gründen verwehrt waren. Cran nennt das Beispiel einer Roboter-Rüstung, die in Japan in der Pflege genutzt wird. Diese kann man sich als Mensch überziehen und damit die eigene Muskelkraft verstärken.

Auch die Soziologin Christiane Funken sagt in ihrem Buch „Sheconomy“: Die Arbeitswelt der Zukunft ist weiblich. Allerdings zögert die Wissenschaftlerin, dies wie Cran auf angeborene Eigenschaften zurückzuführen. Vielmehr stellt sie klar: „Frauen werden traditionellerweise auf Fähigkeiten hin erzogen, die der Arbeitsmarkt dringend braucht.“ Da Frauen also in vielen Kulturen eher dazu erzogen werden, diplomatisch, zurückhaltend, zuvorkommend, freundlich und schon gar nicht aggressiv zu sein, könnte ihnen dies in einer Arbeitswelt, die genau diese Eigenschaften verstärkt, sucht und fördert, zugute kommen.

Neue Chancen gibt es nur dann, wenn Frauen sie nutzen

Doch ganz so rosig, wie die Expertinnen die Zukunft sehen, ist sie nicht. Nur weil Frauen neue Chancen haben, bedeutet dies nicht, dass sie diese auch nutzen werden. Frauen haben zum Beispiel mehr Angst vor der Digitalisierung als Männer. Nach einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos misstrauen Frauen dem digitalen Wandel mehr als Männer.

Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) glaubt sogar, dass Frauen die großen Verlierer der Digitalisierung sein werden. Seiner Ansicht nach werden Tätigkeiten wie Verkauf, Terminpflege und Organisation oder Dienstleistungen in der Gastronomie in Zukunft zu 80 Prozent von Robotern ausgeführt. Das sind aber genau die Jobs, die aktuell mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.

Während Expertinnen wie Cran oder Funke hier eine neue Möglichkeit sehen, warnt Grabka vor dem besonders hohen Risiko auf Jobverlust für Frauen. Tatsächlich ist der Arbeitsalltag derzeit für Frauen nicht gerade rosig – trotz Digitalisierung. Die DGB-Studie „frau geht vor“ hat beispielsweise ermittelt, dass Frauen schwierigere Arbeitsbedingungen als Männer beklagen. 52 Prozent der Frauen, aber nur 43 Prozent der Männer klagen über höhere Arbeitsbelastung, mehr Kontrolle, Überwachung und Stress. Das zeigt auch, dass die Macho-Kultur in Unternehmen immer noch verbreitet ist, auch in Start-ups.

Auch wird der Kampf um begehrte Arbeitsplätze härter, und es ist nicht anzunehmen, dass Männer sich in Zukunft weniger um gute Jobs bemühen werden.

Nicht alle Männer sind machtgierige Egoisten

Bei der ganzen Debatte ist es aber auch nicht unbedingt förderlich, grundsätzlich alle Männer als machtbesessene Egoisten darzustellen und alle Frauen als hilflose Opfer. Denn es ist nicht notwendigerweise die Schuld der männlichen Kollegen, wenn der Arbeitsplatz keine Flexibilität bietet, um das Kind morgens in die Kita zu bringen oder am Nachmittag abzuholen – was übrigens auch Väter tun. Klar ist: Wenn sich mit dem digitalen Wandel Unternehmensstrukturen nicht verändern und sich besser an aktuelle Lebensweisen von Männern UND Frauen anpassen, verlieren am Ende alle.

Deswegen betont Sheconomy-Autorin Christiane Funken auch, dass es ihr nicht darum geht, Frauen gegen Männer aufzuspielen. Vielmehr sei es so, dass Geschlechterrollen sich ohnehin immer mehr verschieben und verändern. Männer wollen genau so mehr Freizeit haben oder Zeit mit der Familie verbringen wie Frauen.

Das bestätigen auch Zahlen des Zukunftsinstituts in einer Untersuchung zum „Female Shift“ in der Arbeitswelt. Demnach glauben 65 Prozent der Männer, dass beide Elternteile gleichberechtigt für die Kindererziehung verantwortlich sind. Oft gehen Wunsch und Realität noch auseinander, doch immerhin nimmt bereits jeder vierte Mann in Deutschland Elternzeit in Anspruch. Frauen wiederum nehmen Machtpositionen selbstbewusster an als noch vor 20 Jahren. So birgt die Arbeitswelt der Zukunft idealerweise nicht mehr Chancen für Männer oder für Frauen, sondern für alle.


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Mythos Work-Life-Balance: Wenn man beim Sex kurz die Mails vom Chef checkt

apple-macbook (adapted) ( Image by Free-Photos [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Work hard, play hard – ein beliebtes Motto, um sich heutzutage ins Arbeits- und Feierabendleben zu stürzen. Dennoch hat sich über die Jahre keine Begrifflichkeit so etabliert wie unsere geliebte Work-Life-Balance.

Dabei sehe ich den Begriff an sich schon als problematisch. Wie Liebe und Hass, stellt die Balance einen Gegensatz dar: Arbeit vs. Leben. Der gängige Ausdruck „frei“ zu haben, wenn man nicht zur Arbeit muss, macht jedoch deutlich: Der Gegensatz von Arbeit ist Freizeit. Der Begriff „Work-Life-Balance“ wird von Wissenschaftlern daher sehr kritisch gesehen.

Im alltäglichen Gebrauch versteht man unter der Work-Life-Balance jedoch ein Gleichgewicht, dass dafür sorgen soll, dass das Private und der Spaß neben der Arbeit nicht zu kurz kommen. Firmenevents, Tischtennisplatten im Keller und Ausflüge auf Kosten des Unternehmens können damit gemeint sein. Kollegen werden zu Freunden – würde nicht jeder von uns gerne mit seinen besten Kumpels im Büro sitzen und Freitagnachmittags das Bier aus dem Firmenkühlschrank plündern? Natürlich würden wir das.

Der Heiligenschein beginnt zu flackern

Doch wenn man genauer hinsieht, muss man sich eingestehen, dass der Heiligenschein der angepriesenen Work-Life-Balance zu flackern beginnt: Ein paar Überstunden zu machen, wenn die Deadline eines Projektes ansteht, ist schon okay – doch dass es bereits Studien darüber gibt, wie oft Menschen beim Sex kurz aufs Handy schauen, um ihre Mails zu checken, ist einfach nur erschreckend. In seinem Buch nennt Markus Väth dies als einen Beweis, dass der Kapitalismus keine Privatsphäre kennt.

Des Weiteren nennt Väth die Digitalisierung als schwarzes Schaf, die der Work-Life-Balance einen Strich durch die Rechnung macht. Die „immer online“- Gesellschaft zerstört die verletzliche Grenze zwischen Arbeit und Privatleben, die in den 90ern durch die „nine-to-five“-Jobs existierten: Es wird zeitzonenübergreifend gearbeitet und man ist immer und überall erreichbar.

Mit der Digitalisierung wurde somit der Begriff des „Work-Life-Blendings“ geboren (aus dem Englischen von „to blend“: sich überschneiden), der beschreibt, dass Arbeit und Privatleben ineinander übergehen. Doch auch das Work-Life-Blending stellt eine ernstzunehmende Gefahr für den Einzelnen dar, denn durch die kontinuierliche Erreichbarkeit wird die arbeitsfreie Zeit verkürzt. Und auch die Firmenausflüge und das Freibier haben nur einen Zweck: Sie wollen die Verbundenheit zum Unternehmen stärken. Wenn alle Kollegen länger bei der Arbeit bleiben, dann tut man es eben auch –  die angepriesene Gleitzeit wird zur unbezahlten Arbeitszeit. All diese Faktoren treiben den Menschen nicht selten über die Grenzen seiner Belastbarkeit hinaus.

Die Arbeit steht auf dem Siegertreppchen

Bye bye, Privatleben, könnte man sagen – die Leistungsgesellschaft hat den ersten Platz an die Arbeit vergeben. In Vorstellungsrunden folgt nach dem Namen direkt der Beruf, die Arbeit wird zum Teil der Identität. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Arbeitsleben der Deutschen im Schnitt 34,5 Jahre dauert: 34,5 Jahre, fünf Tage die Woche, eine Tätigkeit. Neben täglichen Besorgungen und der Familie scheint es schon bewundernswert, dass man es schafft, privat noch einem Hobby nachzugehen.

Kritiker der Work-Life-Balance würden an dieser Stelle auch die Zukunft der Arbeit erwähnen, die im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung gewaltige Veränderung in der Arbeitswelt herbeiführen wird. Wenn die Lohnarbeit durch die Automatisierung entfallen wird oder durch die Digitalisierung immer mehr Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten müssen, werden Prognosen einer Life-Life-Balance, oder besser: einer Work-Work-Balance gar nicht mehr so unrealistisch.

Die Work-Life-Balance ist ein individuelles Konzept

Ob es sich bei der Work-Life-Balance jedoch um einen generellen Mythos handelt, sei mal so dahingestellt. Fakt ist: Die Work-Life-Balance, also das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben, ist ein Konzept, das weder vom Staat noch vom Unternehmen in Schutz genommen wird. Wie bei den meisten Dingen des Lebens sind wir für uns selbst verantwortlich und müssen lernen, wo wir die Grenze ziehen. Explizites Abschalten sehe ich dabei von großer Bedeutung. Zudem lehnen nach Christoph Koch moderne Konzepte eine immer gleich bleibenden Balance zwischen Arbeit und Leben ab: Das Leben sollte vielmehr in Phasen gedacht sein, in der sich Müßiggang und Vollgas abwechseln.

In der Praxis scheint meiner Ansicht nach – vor allem für junge Menschen – der Ansatz sinnvoll, sich so früh wie möglich mit einem geeigneten Beruf auseinanderzusetzen: Sucht man sich eine Arbeit, die mit den privaten Interessen einhergeht, so wird der Drang nach einem Ausgleich nach der Arbeit vermindert. Die Yogastunden zur Stressreduktion kann man sich nach der Arbeit dann vielleicht sogar komplett sparen.


Image (adapted) „apple-macbook“ by Free-Photos (CC0 Public Domain)


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  • GOOGLE googlewatchblog: Aktion in den USA: Google senkt den Preis der Pixel-Smartphones und legt ein Gratis Daydream obendrauf: In etwa zwei Monaten wird Google zwei neue Pixel-Smartphones vorstellen, die die Nachfolge der populären Geräte der ersten Pixel-Generation aus dem vergangenen Jahr antreten werden. Wer derzeit mit einem Pixel-Smartphone der ersten Generation liebäugelt, sollte aber vielleicht noch einige Tage Geduld haben – denn in den USA hat Google diese nun stark reduziert und packt noch ein Geschenk oben drauf. Es ist auch für Google nicht ungewöhnlich, dass der Preis aktueller Hardware sinkt wenn diese entweder ein gewisses Alter erreicht hat oder der Nachfolger schon in den Startlöchern steht. Ausgehend von Googles Zeitplan darf man damit rechnen, dass die Pixel 2-Smartphones Mitte Oktober vorgestellt werden und dann wohl gegen Ende Oktober oder Anfang November pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts verfügbar sind.

  • E-LEARNING t3n: E-Learning-Plattformen: 38 supernützliche Websites, die dir was beibringen: Nebenbei und für wenig Geld fortbilden? E-Learning-Plattformen machen es möglich. Immer mehr Websites warten mit Online-Kursen als Sprungbrett für die berufliche Karriere auf. Ein Überblick. Lernen war noch nie so leicht. Ein Gang in die Stadtbibliothek, das Buchen einer Sprachreise oder überteuerte Business-Seminare in einem Kuhkaff irgendwo in Deutschland – das muss heute dank des wachsenden Angebots an Online-Kursen niemand mehr in Kauf nehmen, um den Wissenshorizont nebenbei zu erweitern.

  • WORKLIFE spiegel: Runterfahren, aber richtig: Sie wollen die Ferien dieses Jahr für digital detox nutzen, weil Sie das Smartphone im Alltag stresst? Oder halten Sie sich selbst für immun und wollen nur deshalb keine Smartgeräte mitnehmen, weil Ihre Kinder außer an den Daumen kaum noch Bewegung haben? Super. Ein internetfreier Urlaub kann eine positive Erfahrung sein. Nur ist es leider so, dass sie nach einer radikalen Abstinenz wahrscheinlich sofort wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren werden, ähnlich wie beim Jo-Jo-Effekt einer Blitz-Diät. Nutzen Sie die Urlaubszeit deshalb lieber, um ein bisschen mit Ihrem Verhältnis zu Technik herumzuexperimentieren.

  • GOOGLE heise: Google Home in Deutschland: Eine ernstzunehmende Konkurrenz für Amazons Echo: Googles smarter Lautsprecher ist jetzt auch hierzulande verfügbar – und spricht Deutsch. c’t hat den Assistant, den Funktionsumfang und den Sound unter die Lupe genommen. 149 Euro kostet Googles smarter Lautsprecher. Das Gerät ist ausschließlich mit einem schicken weißen Plastikgehäuse erhältlich. Die untere Lautsprecherabdeckung aus schieferfarbenem Stoff lässt sich auswechseln. Google hat dafür noch zwei metallene Alternativen in den Farben Kupfer und Karbon im Angebot (je 42 Euro).

  • EMOBILITÄT sueddeutsche: So soll das E-Auto endlich attraktiv werden: BMW, Daimler, Audi und Porsche sind eigentlich Lieblingsfeinde. Trotzdem haben sie sich vor fast einem Jahr zusammengeschlossen. Gemeinsam mit Ford verkündeten sie eine Allianz für Stromtankstellen. Bis 2020 sollen an Europas Fernstraßen Tausende E-Tankstellen entstehen, um Stromautos zum Durchbruch zu verhelfen.

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  • WORK-LIFE BALANCE skift: Business Travellers Are Searching for a Better Work-Life Balance: Nach einer Studie der Association of Corporate Travel Executives (ACTE) and American Express Global Business Travel wird eine gute Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit immer wichtiger. Durch digitale Technologien wird es einfacher unterwegs immer und überall vernetzt zu bleiben und zu arbeiten. Faktoren wie das Alter der Arbeiter oder der Art des Reisens äußern sich in den Prioritäten und Besorgnissen der Reisenden. Moderne reisende Arbeiter beeinflussen die Geschäftsreise mit Ansprüchen an Vernetztheit und dem Verbinden von Arbeit und Elementen der Freizeit.

  • DATENHANDEL t3n: NDR deckt Datenhandel mit intimen Details bei Apps auf: App-Anbieter können einfach ein Profil ihrer Nutzer erstellen und Informationen in Datenpaketen weiterverkaufen. In dem Beitrag „Nackt im Netz” des NDR-Magazins Panorama 3 wurde jetzt der Diebstahl von 10 Milliarden Web-Adressen von 3 Milliarden deutschen Nutzern aufgedeckt. Die eigentlich als anonymisiert verkauften Datenpakete lassen sich allerdings einfach auf bestimmte Personen zurückführen und enthüllen somit intime Informationen, wobei es einfache Möglichkeiten gäbe sich vor so etwas zu schützen.

  • TWITTER digitaltrends: Twitter’s new quick replies allow for instant direct message interactions with businesses: Mit der neuesten Version der Twitter App macht es die Plattform gewerblichen Nutzern nun möglich, personalisierte Begrüßungsnachrichten zu verschicken. Unternehmen können sich mit Twitters Entwicklungspartnern in Verbindung setzen um dieses Feature nutzen zu können. Dies ermöglicht ihnen schnellere und einfachere Kundenkommunikation und ist nur eines von vielen Support Tools für Unternehmen and denen die Plattform arbeitet.

  • SAMSUNG heise: Per Virtual Reality durch das Verdauungssystem: Mit einer Virtual-Reality-App wollen der Cornelsen Verlag und Samsung Electronics den Biologieunterricht in der Sekundarstufe ergänzen. Bei der App, die Cornelsen und Samsung am Dienstag in der Berliner Fabrik 23 vorgestellt haben, handelt es sich noch um einen Prototyp. Aus einer 360-Grad-Perspektive soll sie anschaulich vermitteln, wie Nährstoffe durch das Verdauungssystem transportiert und durch Enzyme in ihre Grundbausteine zerlegt werden. Insgesamt umfasst der Prototyp Unterrichtseinheiten für zwei bis fünf Unterrichtsstunden. Er soll es Lehrern leicht machen, analoge und digitale Unterrichtsmethoden zu verknüpfen. Später soll das neue VR-Konzept auch für andere Unterrichtsfächer und Lerninhalte angewendet werden.

  • INSTAPAPER golem: Instapaper Premium jetzt kostenlos: Der Später-lesen-Dienst Instapaper bietet seine Premiumdienste von zuvor 30 US-Dollar pro Jahr nun kostenlos an. Nachdem Pinterest das Unternehmen kürzlich kaufte, ändert sich nun dessen Geschäftsmodell. Features wie die Volltextsuche in Artikeln, eine Vorlese-Funktion oder dem Übertragen von Artikeln auf den Amazon Kindle sind jetzt also auch ohne Bezahlung zugänglich. Bisherige Premium-Kunden erhalten ihre vorausgezahlten Zahlungen zurück.

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  • JOURNALISMUS bildblog: Das Attentat von München und die Medien: In der heutigen Zeit weiß man schon nicht mehr, was schlimmer ist: Das Attentat selbst oder die Berichterstattung drumherum. Mit einer Selbstverständlichkeit und Sensationsgeilheit (Par­don) werden „Journalisten“ und Redakteure auf die Menschen los gelassen. Es werden Gerüchte verbreitet, Behauptungen aufgestellt und der Pressekodex mit Füßen getreten. Gerade bei solchen Ereignissen wie dem Attentat von München, braucht es nun mal ein wenig Fingerspitzengefühl um gerade auch Hinterbliebene zu schützen. In vielen Fällen wäre auch ein klein wenig Geduld von Vorteil, bevor etwas gestreut wird.

  • WLAN golem: Kommt nun der Boom für offene WLANs?: Betreiber offener WLANs sollen in Zukunft für mögliche Gesetzesverstöße von Nutzern nicht mehr juristisch und finanziell belangt werden können. Nach der Unterzeichnung durch Bundespräsident Joachim Gauck und der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt tritt eine entsprechende Änderung des Telemediengesetzes am Mittwoch in Kraft. Die große Koalition hatte sich nach monatelangen Diskussion im Frühjahr auf einen Gesetzestext geeinigt. Der Bundesrat hatte die Abschaffung der Störerhaftung im Juni gebilligt.

  • SOCIAL MEDIA Xing: Souverän & schlagfertig: DIE WELT hat verstanden, wie Social Media funktioniert: Das Social Media Management der WELT ist für seinen souveränen Schlagabtausch und witzige Kommentare auf Facebook bekannt. Doch wer zieht eigentlich die Strippen hinter den Kulissen und wie kam es zu der Entscheidung, mit Usern auf diese Weise zu interagieren? Niddal Salah-Eldin, Head of Social Media, gibt im Interview tiefe Einblicke in ein Community Management, das seinesgleichen sucht.

  • RECHT medienpolitik: Es muss schneller entschieden werden: In Leipzig soll das erste deutsche Schiedsgericht für Streitfälle in Medienfragen entstehen. Der Chef der Sächsischen Staatskanzlei Fritz Jaeckel hat dafür bereits namhafte Hochschullehrer und Praktiker gewinnen können. Bislang werden Streitigkeiten, die die Medien betreffen, vor Verwaltungsgerichten und Zivilgerichten ausgetragen. Das Schiedsgericht soll die Streitfälle deutlich schneller lösen.

  • WORK berufebilder: Karriere oder Liebe?: Ist Flexibilität in der heutigen Zeit eigentlich noch modern? Gerade in Zeiten von HomeOffice, Coworking Space und flexiblen Arbeitszeiten werden vielen Arbeitnehmern eine Fülle an Optionen geboten. Doch wie sieht das eigentlich gerade die junge Generation? Denn grundsätzlich ist die Bereitschaft zur Mobilität überwältigend, wie eine Studie des Personaldienstleisters univativ unter über 1.200 deutschen Studenten herausgefunden hat. Für 89 Prozent kommt trotz fester Beziehung ein Wohnortwechsel in Frage.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WIKIPEDIA torial: Redaktionskonferenz bei Wikipedia: Leitlinien, Quellenkritik und Stilvorgaben: Wie arbeitet eigentlich Wikipedia? Täglich wird die Plattformen mit Suchanfragen bombardiert. Wikipedia ist längst kein unkoordinierter Haufen von Laien mehr. Locker organisierte, thematische Redaktionen achten auf inhaltliche Qualität und Vollständigkeit. Ein Einblick in die Arbeit drei ehrenamtlicher Wikipedia-Redaktionen: was machen sie, wer ist dort aktiv, und was motiviert die Beteiligten?

  • SMART CAR handelsblatt: Lange Leitung beim vernetzten Auto: Das Auto der Zukunft ist vernetzt. Der Wandel der Autos zum rollenden Computer ist für die Hersteller eine immense Herausforderung, die Milliardeninvestitionen nötig macht. Bis zum Jahr 2020 sollen acht von zehn neuen Autos über vernetzte Technologien verfügen. Doch gerade für Deutschland sind die Vorurteile gegenüber der neuen Technologie besonders groß, zeigt nun eine internationale Studie. Für die Hersteller ist das ein Problem.

  • WORK xing: Die Vermischung von Job und Privatleben birgt Gefahren: Die Vermischung von privaten und beruflichen Aspekten birgt eine Reihe von Gefahren. Sowohl Chef als auch Angestellter sind durch diesen fließenden Übergang durchsichtiger bzw. transparenter geworden. Für beide Seiten ein negativer Aspekt meint Simone Janson. Auch Freundschaften unter Kollegen könnten Probleme hervorrufen. Denn sobald sich Beziehungs- und Sachebene miteinander vermischen, können Konflikte entstehen

  • BILDUNG faz: Telekom-Chef will Programmiersprachen zum Schul-Pflichtfach machen: „Wir sind in einer Phase angekommen, in der Software Denkarbeit ersetzt. Nachdem erst Blaumänner betroffen waren, geht es jetzt den Anzugträgern an den Kragen“ meint Telekom-Chef Tim Höttges. Weil die Digitalisierung in Zukunft viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen wird, fordert Höttges Reformen im Schulsystem. Programmiersprachen zu können sei ebenso wichtig wie Multiplizieren oder Lesen.

  • SAMSUNG golem: Mach die Biege, Smartphone!: Mit biegbaren Displays lassen sich komplett neuartige Smartphone-Designs realisieren. Diese Möglichkeiten will Samsung mit zwei Modellen ausreizen, an denen derzeit gearbeitet wird, berichtet Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit Samsungs Plänen vertraut sind. Damit würden verschiedene Einsatzmöglichkeiten abgedeckt.

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Outside The Box: Absolutes Firmen-Commitment trotz miesem Briefing

Die Amazon-Bestenlisten sind voll mit Kommunikationsratgebern, Anleitungen zur Selbstoptimierung, Tipps zum Erfolgreichsein oder Management-Bibeln. Darin liest man so nichtssagende Motivations-Floskeln wie „Eine eiskalte Dusche am Morgen belebt den Geist“ oder auch „Es gibt keine Fehler, nur einen unvergesslichen Weg“. Die Crème de la Crème solcher Glückskeks-Weisheiten bekommt man in der Regel bei den einschlägigen Coachings für Führungspersonen oder sonstigen Teambuilding-Events um die Ohren geknallt. Hier heißt es ein bis zwei Mal im Jahr, die beste Version seiner selbst zu sein und den anderen den Rang abzulaufen. Regisseur Philip Koch nimmt sich diesem Business-Bullshit nun auf äußerst humorvolle Weise an: „Outside The Box“ startet mit vier High-Performern, die auf dem Weg zu einem Trainingsgelände mitten in der Pampa sind, wo ihre Leadership-Qualitäten auf die Probe gestellt werden sollen.

„Wenn das so weiter geht, sind wir erst mittags auf Führungslevel“

Zum Inhalt: Der junge, aufstrebende Angestellte (Volker Bruch) arbeitet seit mittlerweile drei Jahren als Junior Consultant und hat noch immer keine nennenswerten Karrierechancen in Aussicht, stattdessen heimsen seine sogenannten Teamkollegen (Stefan Konarske, Vicky Krieps und Sascha Alexander Geršak) stetig die Lorbeeren für seine Ideen ein. Bei einem gemeinsamen Outdoor-Firmenevent will er ihnen und den Chefs nun endgültig beweisen, was er auf dem Kasten hat. Doch da hat er die Rechnung ohne seine PR-Managerin (Lavinia Wilson) gemacht. Diese hat sich nämlich keine schnöde Exkursion in den Hochseilgarten ausgedacht, sondern eine fingierte Geiselnahme. Passenderweise wurde gleich die gesamte Presse versammelt, um das Spektakel aus der Ferne zu beobachten und die neuen Methoden zur Teamoptimierung abzufeiern.

Doch nun geht es erst richtig los: Im Wald angelangt, muss sich das Quartett zunächst im stockdusteren Tunnel-Labyrinth beweisen. Kurze Zeit später tauchen auch schon die Geiselnehmer auf und jagen den Teilnehmern einen Heidenschreck ein. Denn urplötzlich fliegt ihr Guide durch die Luft, nachdem er von einer Schrotflinte getroffen wird. Was bis dahin noch niemand weiß: Die engagierten Kidnapper/Schauspieler verfolgen eigene Pläne und haben die Farbpatronen kurzerhand durch echte Munition ausgetauscht. Die Lösegeldforderung ist also echt und wird von ihnen auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Während die PR-Abteilung nun damit beschäftigt ist, die Presse von der Rechtmäßigkeit der Aufführung zu überzeugen, denken die unwissenden Consultants noch immer, dass sie bei diesem Rollenspiel möglichst gut aussehen müssen – wie im echten Leben eben. Zumindest fast.

„In der Business-Welt wird nicht mit Rosen geworfen“

Tiefergehende Inspiration für diese irrwitzige Geschichte fand Filmemacher Koch – wie sollte es anders sein – in den bunten Weiten des Internets. Die Recherche zu absurden Team-Events ließ ihn nämlich direkt auf eine Liste mit fünf Vorfällen stoßen, die extrem eskalierten. Das Vorbild zu „Outside The Box“ wurde im Jahr 2001 von der schwedischen Firma Ericsson veranstaltet (kurz bevor der Zusammenschluss mit Sony bevor stand), bei dem man tatsächlich einen Vermummten mitsamt Schrotflinte einen Bus stürmen ließ, um die Reaktionen der Teilnehmer zu überprüfen. Zum Ärgernis der Veranstalter riefen andere Autofahrer auf der Autobahn aber die Polizei – und somit endete das fingierte Horror-Erlebnis schließlich auf dem Revier.

20160526 Outside The Box 01

„Survival of the Fittest“

Eins ist klar: An den Vorurteilen, dass man es in Führungspositionen oftmals mit Blendern, Egomanen oder Halbwahnsinnigen zu tun hat, ist schon etwas dran. „Outside The Box“ hält der selbsternannten Business-Elite den Spiegel vor. Hier bekommt jeder sein Fett weg – vom Chef mit völlig überzogener Erwartungshaltung über die Presse mit ihrem unstillbarem Kaffeedurst bis hin zum kleinen angestellten Techniker (gespielt von Frederick Lau), dessen Bedenken am korrupten Vorgehen seiner Vorgesetzten schnell mit einem besseren Job-Titel besänftigt werden können.

Und die Kritik am Leistungsdenken von Firmen sitzt. Daran ändert auch der in der Gesellschaft weit verbreitete Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance nichts für Koch. Er sieht den Ansatz zur Gehirnwäsche vielmehr in jedem kommerziell-agierenden Unternehmen. Der Drang nach permanentem Wachstum ist das eigentlich Ungesunde im System:

Wenn alle das wollen, wird oben die Luft eng, bleibt die große Masse auf der Strecke. Das merkte man auch bei den letzten Wahlen: Die Existenzängste werden größer, und die Geschu?tze, die man auffährt, auch…

Sobald Mitarbeiter auf Effizienz getrimmt werden, übertragen sich letztlich die Denkmuster des Konkurrenzdrucks und der Existenzangst auf das eigene Handeln. Man verinnerlicht diese also ganz automatisch – frei nach dem Motto: Wenn ich heute die Quote von gestern nicht steigern kann, gelte ich als faul.

Das Fazit dieser filmischen Marktbeobachtung lautet also: Jetzt kann auch mal Schluss mit dem grenzenlosen Firmen-Commitment sein!


Images by Wild Bunch Germany


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Warum wir nicht ständig unsere Emails checken sollten

Morning Coffee and Laptop (adapted) (Image by nosha [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Das permanente Checken unserer Emails kostet uns nicht nur wertvolle Zeit, sondern schadet auch unserem Gehirn. Wir alle sind es mittlerweile gewohnt, dass jeder permanent erreichbar ist. Das führt auch zu einem gewissen Zwang, selbst jederzeit erreichbar sein zu müssen oder zu wollen. Wir prüfen permanent unsere Emails und Handy-Nachrichten und unterbrechen dafür ständig, was wir gerade tun. Studien zeigen aber, dass dieses Verhalten uns nicht nur wertvolle Zeit und Mühe kostet, sondern auch schädlich für unsere Gehirnleistung sein kann.

Was wäre, wenn wir jedes Mal, wenn wir einen Krümel auf dem Esstisch sehen, alles stehen und liegen lassen würden, um die Küche zu putzen? Oder wenn wir einen Fleck auf einem T-Shirt entdecken und daraufhin alles aufschieben, um dieses eine T-Shirt sofort zu waschen? Allein die Zeit, die Mühe und auch die Ressourcen, die wir dafür aufbringen müssten scheinen so aufwändig, dass wohl keiner von uns so irrational handelt. Wir sammeln Wäsche, um sie dann auf einmal zu waschen. Genau so wie wir gewisse Tage haben, an denen wir unsere Wohnung putzen.

Doch was uns im Alltag so logisch erscheint, ignorieren wir komplett, wenn es darum geht unsere Emails zu checken. Studien zeigen, dass wir im Schnitt eine Email spätestens 60 Minuten nachdem wir sie bekommen haben, beantworten. Die meisten von uns lassen alles stehen und liegen, um zu gucken was die neue rote Eins bei Facebook uns gebracht hat, die letzte Mitteilung bei Twitter, der neue Whatsapp-Chat – oder eben welche Emails in den letzten 10 Minuten angekommen sind. Dieses permanente, beinahe schon obsessive Nachschauen von Nachrichten hat fatale Folgen.

Multitasking ist ein Mythos

Das ständige Wechseln von einer Aufgabe zur anderen, das berühmte Multitasking, führt dazu, dass wir unseren Fokus und unsere Konzentration verlieren. Denn unser Gehirn ist so aufgebaut, dass es für jede neue Aufgabe eine Art Warmlaufzeit benötigt, um uns mit der neuen Situation vertraut zu machen. Eine Studie der University of California hat herausgefunden, dass wir im Schnitt 25 Minuten brauchen, um nach einer Ablenkung unseren vorigen Arbeitsprozess wieder aufzunehmen. Diese Zeit variiert, je nach Komplexität der Aufgabe. Wenn wir “nur mal kurz” auf unser Handy schauen oder “mal eben” die Emails checken, sind das vielleicht nur wenige Sekunden oder Minuten, die wir im Anschluss brauchen, um uns wieder auf unsere Arbeit zu konzentrieren. Doch Fakt ist: Diese Minuten häufen sich – und am Ende des Tages hat man so wertvolle Zeit vergeudet. Sicherlich, ab und zu kann eine Pause oder eine Abwechslung auch erfrischend sein oder uns neue Ideen geben. Wenn das Multitasking aber überhandnimmt, schadet es mehr als das es nutzt.

Denn es geht nicht nur um wertvolle Zeit, die uns dabei verloren geht, unser Gehirn leidet massiv unter Multitasking. Die Amerikanische Gesellschaft für Psychologie sagt sogar, dass unser Gehirn nicht für Multitasking geeignet ist. Die Tatsache, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Neues richten, beansprucht unser Gehirn sehr stark. Es muss sich umstellen, anpassen, neu fokussieren. Je mehr und je schneller wir von einer Aufgabe zur nächsten wechseln, also umso fragmentierter wir arbeiten, desto mehr beansprucht das unsere Gehirnleistung – und umso schlechter ist auch das Ergebnis der abgelieferten Arbeit. Einer britischen Studie zufolge, kostet uns das ständige Schielen auf unsere Emails bis zu 10 Punkte unseres IQs. Das entspricht in etwa einer durchgezechten Nacht.

Es ist anstrengender, seine Emails NICHT zu prüfen

Warum sind wir dennoch so versessen darauf, immer gleich unsere Emails zu checken, wenn eine neue Nachricht ankommt? Warum können wir es trotz allem nicht lassen, auf die neue Facebook-Benachrichtigung zu klicken?

Weil es einfach mehr Spaß macht, seine Nachrichten sofort anzugucken. Sobald wir das Piepen unseres Handys hören oder sehen, dass eine neue Email in unseren Posteingang geflattert kommt, macht uns das auch neugierig. Wir wollen sofort wissen, was es ist und wenn wir es direkt nachschauen, erleben wir ein Gefühl der sofortigen Befriedigung. Das Anschauen der neuen Nachrichten zu verschieben ist dagegen viel schwieriger. Es erfordert mehr Disziplin, einen stärkeren Willen und ist deshalb anstrengender.

Wir müssen uns vor unseren eigenen Emails schützen

Deshalb greifen viele Menschen zu Hilfsmitteln, um sich selbst davor zu schützen, ständig ihre Inbox zu prüfen. Einige schlagen vor, die Emails und Nachrichten erst nach dem Beenden einer Aufgabe anzuschauen oder sich Clusterzeiten im Tag einzuteilen, in denen man seine Emails prüft. Andere wiederum greifen zu trickreicher Technik, um sich selbst vor dem ständigen Blick auf ihren Posteingang zu schützen.

Eine ganz andere Methode schlägt wiederum Universitätsprofessor und Autor Frank Partnoy vor: alles erst mal aufschieben, solange es geht. In seinen Studien hat er herausgefunden, dass wir tatsächlich besser informierter Entscheidungen treffen und letztendlich erfolgreicher sind, wenn wir nicht immer alles im Moment entscheiden. Das gilt auch für das sofortige Beantworten von Emails und Nachrichten. Er schlägt vor, Emails, die nicht sofort beantwortet werden müssen, erst mal liegen zu lassen und erst dann zu beantworten, wenn es wirklich sein muss (und sich beispielsweise mit einer Kalenderfunktion daran erinnern zu lassen). Nach seiner Einschätzung kann man sich so selbst viel mehr freie Zeit schaffen und arbeitet letzten Endes effektiver.

Es ist also tatsächlich viel komplizierter, als man glaubt, sich selbst vor dem ständigen Email-Check zu bewahren. Das bewusste eigene Disziplinieren ist aber sinnvoll: Schließlich bewahre ich auch nicht zehn Packungen Schokolade im Schrank auf, wenn ich auf Diät bin.

Der Selbstversuch

Diese Studien haben mich neugierig gemacht. Sind wir tatsächlich produktiver, wenn wir unsere Emails nicht ständig angucken? Ist das überhaupt machbar, wenn man zum Beispiel, wie ich, über verschiedene Zeitzonen hinweg erreichbar sein muss? Ich war zunächst relativ skeptisch, dass wir so angeblich produktiver sind und wollte es genauer wissen. Also habe ich das Abstellen meiner Emails im Selbstversuch ausprobiert.

Mein erstes Ziel war, meine Emails nur alle drei Stunden zu checken. Ich habe aber schnell gemerkt, dass mir das unglaublich schwer fällt, wenn das Browserfenster zu meinen Emails geöffnet ist und ich direkt sehen kann, dass eine neue Email eintrudelt. Also habe ich alle Emailfenster, Facebook sowie Twitter geschlossen und mein Smartphone stumm geschaltet. Das Ergebnis: Anstatt ständig zwischen meiner Arbeit und meinen Nachrichten hin und her zu wechseln, habe ich tatsächlich meine Arbeit in einer Stunde ohne Unterbrechungen erledigt – etwas, wofür ich normalerweise bis zu drei Stunden brauche.

Der nächste Schritt war es, nicht nur nach Beenden einer Aufgabe die Emails zu checken, sondern dies tatsächlich auf drei Mal pro Tag zu reduzieren. Ich prüfe mittlerweile meine Emails einmal morgens, gegen 09:00 Uhr und beantworte hier alles Wichtige, was sich über Nacht angesammelt hat. Der zweite Check ist nachmittags gegen 14:00 Uhr. Hier schaue ich, was es tagsüber Neues gibt und widme dann auch Plattformen wie Facebook und Twitter mehr Zeit. Abends gegen 19:00 Uhr checke ich dann ein letztes Mal mein Postfach, also nach meinem Arbeitstag. Hier lese ich aber ganz bewusst nur Newsletter und Artikel und beantworte persönliche Emails.

Ich gestehe, ich habe das bisher nicht ganz konsequent durchhalten können. Hin und wieder ist die Versuchung, doch mal zu schauen, was es Neues gibt, einfach zu groß. Doch jedes Mal, wenn ich wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, merke ich, wie sich mein Arbeitstag massiv in die Länge zieht. Das rare Prüfen meiner Emails hat mir auch bisher keine beruflichen Probleme beschert. Noch hat sich niemand beschwert, ich würde nicht schnell genug antworten oder reagieren und ich vermute auch, dass das bewusste Fokussieren auf Emails auch meine Antworten und das Abarbeiten der Emails selbst effizienter und produktiver macht.

Mein Fazit

Wir scheinen tatsächlich wertvolle Zeit und Gehirnleistung durch die ständige Ablenkung mit unseren Nachrichten zu verlieren. Welche Taktik letztendlich für den individuellen Arbeitstag am besten ist, muss man selbst ausprobieren. Wer beispielsweise permanent erreichbar sein muss, kann seine Emails sicherlich nicht nur ein Mal pro Tag checken. Aber auch 30-minütige Prüf-Pausen sind schon sehr effektiv. Meine Erfahrung zeigt, dass wir viel gezielter und zielstrebiger arbeiten, wenn wir einer Aufgabe unsere volle Aufmerksamkeit widmen.


Image (adapted) “Morning Coffee and Laptop” by nosha (CC BY-SA 2.0)


 

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#OutofOffice: Arbeite doch einfach, wo du willst!

outofoffice

Dank mobiler Technologien und Devices können wir inzwischen dort arbeiten, wo wir gerade sind. Kurz: Stechuhren und Manschettenknöpfe liegen hinter uns. Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr wir, die Menschen. Von überall aus arbeiten zu können, heißt dabei nicht, von überall aus und immer arbeiten zu müssen. Im Gegenteil: Flexibles Arbeiten gibt mir vielmehr die Entscheidungshoheit darüber (zurück), wann, wo und wie viel ich arbeite. Denn im Mittelpunkt der Veränderung stehen die Menschen, die flexibles, selbstbestimmtes und weitgehend hierarchiefreies Arbeiten fordern. Unterstützt werden sie dabei von moderner und mobiler Technologie über alle Devices hinweg. E-Mails von unterwegs checken, Dokumente mit Kollegen gemeinsam bearbeiten oder via Skype von überall an einem Meeting teilnehmen.

Zeitgleich verändert sich das Büro – der klassische Arbeitsort für Wissensarbeiter. Der geschlossene Raum mit Topfpflanzen, bunten Kaffeetassen und künstlichem Licht gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Wissensarbeiter brauchen und wollen sowohl offene Räume für die Kommunikation im Team als auch Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Das findet immer öfter auch außerhalb des Büros statt: #OutofOffice.

Instagram-Challenge: Wie sieht dein #OutofOffice aus?

Wie, wann und wo arbeitest du? Wie sieht dein Erlebnis #OutofOffice aus und welche Werkzeuge nutzt du dazu? Mit der aktuellen Instagram-Challenge ruft Microsoft auf, eine Ikonografie für das Leben #OutofOffice zu schaffen. Zu gewinnen gibt es attraktive Preise wie ein Lumia 930, einen USB-Charger, ein Universal Mobile Keyboard oder ein Exemplar von „Out of Office – Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen“. Also: Stell deine Abwesenheitsnotiz ein und teile mit uns unter dem Hashtag #OutofOffice deine (Lieblings-)Arbeitsplätze und Vertrauensarbeitsorte auf Instagram!

Also: Stell deine Abwesenheitsnotiz ein und teile mit uns unter dem Hashtag #OutofOffice deine (Lieblings-)Arbeitsplätze und Vertrauensarbeitsorte auf Instagram!

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Life-Work-Balance: Arbeiten von überall. Dürfen wir das?

Workplace (Image: wilofcom [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Solange es Kaffee und WLAN gibt, kann man fast von überall aus Arbeiten. Aber wollen wir das eigentlich? Von überall zu arbeiten? // von Felicitas Hackmann

Workplace (Image: wilofcom [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Wir, die zum Arbeiten (und gefühlt zum Leben) nur einen Laptop und eine Spur WLAN brauchen, laufen schnell genervt durch fremde Städte auf der Suche nach eben so einem Spot. „Gebt mir Kaffee und Internet“ ist die Devise.

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Wie ist eigentlich das Leben als Gründer?

Creative Company Conference 2011 (adapted) (Image by Sebastiaan ter Burg [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Work-Life-Blending statt vermeintliche Balance – Das Leben als Gründer ist härter als es von außen wirkt, doch auch genauso lohnenswert. Sieben von zehn Startups überleben nicht. Das schreckt viele junge Europäer ab, so eine aktuelle Studie zu Arbeitsmarkt, Karriere und Digitalisierung des internationalen Vodafone Instituts. Gründer, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben, bereuen ihn nicht. Das Unbekannte sehen sie als Chance, Scheitern als Zwischenschritt zum Erfolg.

Das ist der letzte Aufruf für alle Passagiere des Fluges…„. Peter Langmar, Gründer des internationalen Tech-Startups Brickflow, kennt dies nur zu gut. Der 28-Jährige ist fast das ganze Jahr „on the road„, um Investoren zu treffen, Kontakte zu potenziellen Partnern zu knüpfen und sich über neue Technologien zu informieren. 2013 lebte er auf drei Kontinenten – in Paris, Tallin, Santiago de Chile, Budapest und New York. In seiner Heimatstadt Budapest, in der das Brickflow-Team derzeit arbeitet, verbringt er nur wenig Zeit. Nur jede dritte oder vierte Woche ist er in der ungarischen Hauptstadt. Vor allem im Herbst, wenn große internationale Startup-Festivals der IT-Branche, wie das Pioneers Festival in Wien, die Web Summit in Dublin oder Slush in Helsinki stattfinden, ist er bis zu 20 Tage pro Monat unterwegs. Arbeit und Freizeit verschmelzen dabei oft.

Was ist Arbeit, was Freizeit?

Statt Work-Life-Balance diskutiert die Branche nun Work-Life-Blending – für viele engagierte Gründer längst Lebensmotto. Auch Johann Huber, 28-jähriger Mitgründer des Startups Soma Analytics, ist wie Peter Langmar oft unterwegs. SOMA Analytics misst, managed und reduziert Stress in Firmen mit einer Smartphone-App auf wissenschaftlich validierter Basis. Mitarbeiter erhalten durch die App personalisiertes Feedback, Tipps und Übungen um besser mit Stress umgehen zu können. Das gesamte Geschäftsmodell ist auf das Work-Life-Balance-Problem ausgerichtet. Gerade auf Startup Veranstaltungen wird er daher oft mit anderen Gründern angesprochen. Mindestens einmal im Monat nimmt er an einer internationalen Veranstaltung teil. In der Londoner Startup-Szene, in der Soma Analytics beheimatet ist, netzwerkt Johann jeden zweiten Abend. Mit gesunder Ernährung, Sport und gezielter Organisation meistert er das Startup-Leben und das mit Leidenschaft.

Ich kann und will nicht wirklich zwischen Work und Life differenzieren. Ich brenne für meine Arbeit, verstehe ‚Arbeit‘ nicht unbedingt als ‚Arbeit‘ im herkömmlichen Sinn.“ ?Für sein junges Startup, das er gemeinsam mit drei Freunden vor rund 18 Monaten gegründet hat, weil ein Bekannter durch mangelnde Work-Life–Balance kurz vor dem Burnout stand, legte er sogar sein Ingenieurstudium vorübergehend auf Eis, obwohl nach dem Studienende hohe Einstiegsgehälter und ein sicherer Job in Aussicht standen. Dass es gut läuft, Johann und seine Mitgründer haben Bestätigung und Investitionen durch Wettbewerbe wie die EIT ICT Labs Idea Challenge erhalten, reduziert den Stress, nimmt den Druck aber nie ganz heraus. Das junge Team arbeitet noch immer mehr als 12 Stunden pro Tag.

Mut zur Unsicherheit

100 prozentige Erfolgsgarantien gibt es in der Gründerszene nicht. Unsicherheit ist der ständige Begleiter eines Entrepreneurs. Die IT-Branche unterscheidet sich dabei kaum von anderen Bereichen. Laut dem Startups R.I.P.-Report des Analytics- und Research-Unternehmen CB Insights straucheln mehr als die Hälfte der jungen Unternehmen noch vor der Erreichung der ersten Million. Sieben von zehn Startups überleben nicht. Diese Unsicherheit schreckt viele junge Europäer ab. Eine aktuelle Studie des Vodafone Institute belegt, dass jeder dritte 18 bis 30jährige keine Karriere in der Digitalindustrie anstrebt. Nur 13 Prozent wollen in der IT-Branche durchstarten. Jedoch nicht in Startups. 70 Prozent der deutschen Befragten sagen „Nein“ . Sie schrecken die Arbeitsmenge (46 Prozent), die schwierige Work-Life-Balance (43 Prozent) sowie die fehlende Berufserfahrung (40 Prozent), die Berufsanfänger oft mitbringen. Auf der anderen Seite der Medaille schätzen junge Gründer vor allem, dass sie sich selbst verwirklichen und eigene Ideen umsetzen können (44 Prozent), ihr eigener Chef sind (38 Prozent) und im Idealfall mehr verdienen als Angestellte (29 Prozent), so die Ergebnisse der aktuellen Vodafone Studie.

Die Unsicherheit über Zukunft, Märkte, Mitarbeiter, Geld, Beziehungen, Unsicherheit, keine Pläne machen zu können„, ist daher Johann Hubers größter Stressfaktor, aber auch sein größter Motivator. „Man muss lernen, mit Unsicherheit umzugehen und daraus eine Stärke zu machen!“ Für Peter Langmar, Johann Huber und all die mehr als 3.000 Gründer, die sich auf dem Pioneers Festival, der Web Summit und der Slush präsentiert haben, ist das Leben eines Angestellten keine Alternative. Sie leben für ihre Ideen, werden diese auch im kommenden Jahr präsentieren, um Investoren und Kunden von ihrem Produkt, dem Geschäftsmodell und dem Team zu überzeugen. „Sollte das aktuelle Produkt von Brickflow nicht funktionieren, richten wir das Unternehmen neu aus. Wir haben viele Ideen und einige sind bereits gescheitert. Das hat uns nur motiviert, mit frischen Ansätzen neu durchzustarten.


Image (adapted) „Creative Company Conference 2011“ by Sebastiaan ter Burg (CC BY-SA 2.0)


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Offtime: App und Studie zum Abschalten des Smartphones

Wie stark sich das gezielte Abschalten des Smartphones auf unser Leben auswirkt, zeigen die heute offiziell vorgestellte App Offtime sowie eine begleitende Studie. // von Daniel Kuhn

Offtime – eine App zum Abschalten

Immer erreichbar zu sein, wird durch Smartphones immer mehr zum Fluch unserer Gesellschaft. Es wird inzwischen bereits erwartet, dass wir auf E-Mails, Nachrichten und Anrufe reagieren. Ein gezieltes Abschalten des Smartphones wird da zum Luxus, den sich dank der heute erschienenen App Offtime nun jeder leisten kann. In enger Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt-Universität ist zudem eine Studie entstanden, die belegt, wie positiv sich die bewussten Smartphone-Auszeiten auf die Work-Life-Balance auswirken.

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Sponsored Post: Yoga-Flashmob in Stuttgart

Baden-Württemberg zeichnet sich durch ein besonders Augenmerk auf die richtige Work-Life-Balance aus. Das zeigte sich unter anderem an dem Work-Life-Balance Flashmob in Stuttgart. Am 11.07.2014 versammelten sich dafür Freiwillige auf dem Schlossplatz in der Großstadt und machten zusammen Yoga.

Yoga (Screenshot Youtube)

Die richtige Work-Life-Balance ist gar nicht so einfach zu finden. Der Job ist stressig, Zeit für die Familie wichtig und Freunde sollten auch nicht vernachlässigt werden – was dabei oft zu kurz kommt: man selbst. Der eigene Körper, die eigene Gesundheit, auch spirituell und emotional. Das alles will in Einklang gebracht werden, was vor allem Achtsamkeit verlangt. Weiterlesen »

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Der Widerstand gegen das Home Office

Home office (adapted) (Image by David Martyn Hunt [CC BY 2.0] via Flickr)

Das Konzept des Home Office verspricht Arbeitsplatzautonomie und ein bessere Work-Life-Balance, aber das Konzept ist in Deutschland umstritten. Der schöne Traum macht einer bitteren Realität Platz. Selbst wenn die Angestellten bloß in der Nase bohren, Hauptsache, sie sitzen dabei am Platz. Hochautonome Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter eigenständig und ohne hierarchische Zwänge entscheiden, was zu tun ist, also praktische Selbstständigkeit, schreitet auf allen Ebenen voran. Diese Vision verkündete das Wirtschaftsmagazin „brandeins“ vor einigen Jahren. Schon wär’s.

Wenn es um Arbeitszeiten und flexible Arbeitsorte geht, weht in den Fluren der Angestellten-Paläste ein ganz anderer Geist: „Ich will Sie in Ihrem Büro sitzen sehen, wenn ich die Tür aufmache. Nicht mehr und nicht weniger„, lautete die Reaktion eines Chefs, den ein Leser des ichsagmal-Blogs öffentlich machte. Traumhaft, wenn das Arbeitsverhältnis auf so einer Vertrauensbasis aufbaut. Leider kein Einzelfall. Arbeiten in der Cloud, Netzwerkstrukturen, flexible Arbeitszeiten, weniger Stau im elenden Berufsverkehr und Abkehr vom Anwesenheitswahn, den die neue Arbeitsministerin Andrea Nahles fordert, sind wohl nur in kleinen Schritten umsetzbar.

Semantische Stinkbomben

In deutschen Unternehmen, die noch nach der Industrielogik des Fordismus ticken, sieht die Realität anders aus. Da reagiert man eher mit Pawlow’schen Reflexen auf die Initiative der SPD-Politikerin, wie etwa Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy:

Ohne diejenigen, die sich am Morgen mehr oder weniger begeistert auf den Weg ins Büro, zur Fabrik oder in den Außendienst machen, ohne diese Menschen im Wahn könnte Frau Nahles ihre großzügigen Wahlgeschenke wie die Mütterrenten und die fantastische Rente mit 63 nicht einen Tag lang finanzieren.

Auf welchem Planeten lebt der WiWo-Chefredakteur?

Eine semantische Stinkbombe, die noch den Generaldirektoren-Geist der 1950er-Jahre verströmt. Anwesenheit mit Arbeit gleichsetzen? Auf welchem Planeten lebt Tichy eigentlich?

Er könnte ja mal den Roman in Tagebuchform von Zoé Shepard studieren: „Wer sich zuerst bewegt hat verloren“ – oder die Kunst, in Büros Arbeit vorzutäuschen. Wie man aus jeder Geschäftsreise eine Weiterbildungs-Exkursion macht, aus jeder Notiz einen Bericht zur Projektprüfung, aus jedem Telefonat eine Telefonkonferenz und aus jedem niedergelegten Gedanken ein Strategiepapier.

Formierte Angestellte in formierten Büros

Wir leiden unter einem Anwesenheitswahn, in der Tat. Und der drückt sich auch in Zahlen aus: Einer Zeitreihe zufolge, die das Statistische Bundesamt für die Die Welt erstellt hat, lag der Anteil der abhängig Erwerbstätigen, die „manchmal“ oder „hauptsächlich“ im Homeoffice arbeiten, 2012 bei nur noch 7,7 Prozent. 1996, als die Werte erstmals ermittelt wurden, waren es 8,8 Prozent.

Über die Gründe könne nur spekuliert werden. Vielleicht seien ja die Beharrungstendenzen in der Wirtschaft größer als gedacht. Die Industriegesellschaft habe die Präsenzkultur mit sich gebracht und die könne man nicht so einfach ändern. Das Motto „Ich sitze im Bürohaus, also arbeite ich“ scheint noch in den Köpfen vieler Arbeitgeber herumzuschwirren. Die formierten Angestellten sollen in greifbarer Nähe verharren, um sie unter Kontrolle zu halten – ob sie dabei in der Nase bohren oder irgendwelche Scheintätigkeiten verrichten, spielt keine Rolle.

Dazu passt, dass in einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom aus dem vergangenen Jahr immerhin jeder vierte Arbeitnehmer fürchtet, es werde sein berufliches Vorankommen bremsen, wenn er seine Erwerbstätigkeit nicht unter den Augen seines Chefs verrichtet„, berichtet die Die Welt.

Auf der Suche nach dem Büro-Loser

In Anlehnung an den Shepard-Roman gibt es in manchen Organisationen einen recht merkwürdigen und bizarren Wettbewerb, der selbst in Bundesbehörden vorherrscht:

Wer zuerst den Firmen-Parkplatz mit seinem Auto verlässt, hat verloren.“ Da wartet man lieber noch ein Stündchen mit einem Tässchen Kaffee in der Hand und schaut aus dem Bürofensterchen, bis sich der erste Angestellte erbarmt und das Bürogebäude verlässt: „Da ist er, der Loser.

Souveränität in der Arbeitswelt sieht anders aus. Der Wandel vom Konzern-Kapitalismus zur Netzwerk-Ökonomie, wie ihn Christian Papsdorf in seinem Opus „Wie Surfen zu Arbeit wird“ vor einigen Jahren skizziert hat, steht zumindest in Deutschland bei Arbeitgebern und Gewerkschaften nicht auf der Agenda. Die Arbeitskultur verbessert sich durch diese starre Haltung mitnichten. Etwa in der Service-Branche, wie Thomas Dehler, Geschäftsführer von Value5 in Berlin bestätigt:

Es fällt zunehmend schwerer, die besten Talente an nur einem Ort zu gewinnen. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern hält man sich häufig mit Verlegenheitslösungen über Wasser„.

Konkurrenzdruck in aseptischen Lichtsuppen-Büros

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter in Großraum-Büros unter einem enormen Leistungsdruck stehen und häufig mit Ellbogen-Mentalität gegenüber ihren Kollegen reagieren. Teamarbeit und Wissensaustausch bleiben auf der Strecke – auch wenn in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird. Selbst die viel beschworene Trennung von Beruf und Privatleben bleibt mit Smartphone und Co. eine schöne Illusion. Außerhalb der aseptischen Lichtsuppen-Büros bewegen sich die liebwertesten Angestellten-Gichtlinge in der Erreichbarkeitsfalle. Abschalten unerwünscht. Viele Dienstleister reagieren dennoch achselzuckend. Ein Achselzucken, das dem Verbraucher nicht verborgen bleibt.

Entweder hört er es als Warteschleife, wenn während der Anrufspitzen nicht genügend Berater zur Verfügung stehen. Oder er hört das Achselzucken im Servicegespräch, wenn dürftig motivierte und unzureichend qualifizierte Berater nur unbefriedigende Antworten geben. Und an dieser Stelle bricht sich das Zufriedenheitsversprechen nicht selten das Genick„, betont Dehler.

Sein Unternehmen setzt auf Wort@Home – sozusagen Arbeiten in der Teamwolke. Vernetzung, Cloud Computing und Virtualisierung sind seit 2004 die technologischen Grundlagen für Value5, um elastische und atmende Service-Einheiten zu schaffen.

Qualität ist keine Frage des Standorts – sondern der Talente. Durch den Abschied vom Standort-Denken gewinnt man die besten Talente dort, wo sie wohnen und leben„, so die Erfahrung von Dehler. Flexibles Arbeiten hat nichts mehr mit der Wirtschaftswunder-Zeit von Ludwig Erhard zu tun. Wäre es nicht viel schöner, Herr Tichy, wenn wir uns um sieben Uhr morgens und fünf Uhr abends über leere Autobahnen und den Abwesenheitswahn beklagen könnten?

Wie es weitergehen könnte in der Arbeitswelt diskutieren wir am 22. Januar bei Bloggercamp.tv in der 11-Uhr-Sendung: „Wenn Unternehmen in der Cloud verschwinden – über Trends der Netzwerk-Ökonomie“.


Dieser Artikel erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „Home office“ by David Martyn Hunt (CC BY 2.0)


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famany bastelt an der Zukunft des Employer Branding und Recruiting

Die Arbeitswelt ist im Wandel und somit auch unsere Einstellung zur Arbeit. Familienfreundlichkeit und Work-Life-Balance gewinnen an Bedeutung. famany hat die Zeichen der Zeit erkannt. // von Tobias Schwarz

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Famany ist ein Portal zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihren ehemaligen Arbeitgeber auf Familienfreundlichkeit und Work-Life-Balance zu bewerten. So soll mehr Transparenz in den Arbeitsmarkt kommen und Menschen, die sich nach einem familienfreundlicheren Job umschauen, eine Orientierung bieten. Wir haben die beiden Gründer Linda Schuster und Bernd Kopin (rechts im Bild noch Mitgründer Max Roth) zum Interview getroffen und sie zu den Themen Employer Branding, die digitalisierte Arbeitswelt und eine moderne Arbeitsmarktpolitik interviewt.

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