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  • REDDIT t3n: Kein Reddit für Nazis: Onlineplattform schließt rechtsradikale Foren: Die Onlineforen-Plattform Reddit ist ein wahrer Pool an verschiedenen Themen, Gruppierungen und Meinungen. In sogenannten Subreddits kann sich zu allerlei möglichen Themen ausgetauscht werden, manchmal sucht man in diesen Unterforen aber vergeblich nach Moral wie man sie im richtigen Leben erwarten würde – und manchmal sind solche Inhalte sogar gesetzeswidrig, gewaltverherrlichend etc.. Reddit hat jetzt aber einen bedeutenden Schritt gegen Hassbotschaften im Netz gestartet und seine Richtlinien dementsprechend geändert. Denn zuvor waren rechtsradikale Inhalte auf der Plattform zumindest geduldet. Etliche Hass- und Nazi-Foren, wie /r/NationalSocialism und /r/ Rechtsradikalismus – sogenannte „Subreddits“ – wurden jetzt geschlossen. Ex-Chef Yishan Wong lehnt eine solche Art der „Zensur“ – selbst bei solchen Inhalten – jedoch ab.

  • EPRIVACY wired: Die ePrivacy-Verordnung macht das Netz datenschutzfreundlicher: Das EU Parlament hat sich gestern mit 318 gegen 280 Stimmen für besseren Schutz gegen Tracking und für verschlüsselte Kommunikation entschieden. Netz- und Werbeunternehmen müssen jetzt strengere Richtlinien befolgen und das Surfen im Interent und der Umgang mit Apps wie WhatsApp, Google Mail etc. sollte jetzt ein Stück weit sicherer sein. Ein Stück mehr ePrivacy für Europa, jedoch erst einer von vielen, die noch getätigt werden müssen.

  • TWITTER zeit: Twitter verbannt RT und Sputnik als Werbekunden: Wer, wie, wo, was bei der US-Wahl 2016 beeinflusst oder manipuliert hat ist nicht ganz klar. Vor allem russischen Medienquellen werden Beeinflussugnsversuche vorgeworfen. Auch die beiden Medienunternehmen RT und Sputnik sollen mutmaßlich manipuliert haben. Twitter zieht jetzt zur Verantwortung und last beide Medienhäuser nicht länger Werbung auf ihrer Plattform schalten. Twitter bestätigte im Vorfeld, dass zur US-Präsidentschaftswahl im letzten November gezielt russisch finanzierte Inhalte zugunsten des Kandidaten Donald Trump platziert wurden.

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  • FACEBOOK t3n: Fake-Accounts: Zuckerberg lässt Manipulation von Bundestagswahl prüfen: Facebook macht einen Schritt in Richtung für mehr Transparenz auf seiner Plattform. Gründer Mark Zuckerberg hat sich jetzt mit einer Videobotschaft bezüglich Fake-Accounts an die Nutzer der Plattform gewendet. In dem Video kündigte er jetzt Gegenmaßnahmen an, die vor allem mutmaßliche russische Drahtzieher betreffen, die die US-Wahl im verganegenen Jahr beeinflusst haben sollen. Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3.000 Werbeanzeigen auf Facebook geschaltet hätten. Alle solche Anzeigen, die russische Akteure während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs geschaltet haben, sollen nun dem Kongress ausgehändigt werden.

  • BUNDESTAGSWAHL welt: Diese Web-Angebote helfen bei der Wahlentscheidung: Die Bundestagswahl steht an und am Sonntag den 24. September ist es so weit und jeder der noch nicht die Briefwahl beantragt hat, kann in den Wahlzentren seine zwei Kreuze machen. Nur noch ein wenige Tage also, sich zu entscheiden, wem man denn nun bei der Bundestagswahl seine Stimme gibt. Für die noch unschlüssigen Bürger bzw. sogenannte Spontanwähler gibt es im Netz diverse Angebote, die diese Wähler bei der Meinungsbildung unterstützen sollen. Der Wahl-O-Mat sollte ja altbekannt sein und konfrontiert den Nutzer mittels eines Umfrage-Konzepts mit 38 Thesen. Aber auch für die Geneartion Tinder gibt es eine App, die der Dating-App gar nicht so unähnlich ist und in der man anstelle von möglichen Partnern, die Thesen der Parteien swiped.

  • GOOGLE n-tv: Google macht bei Smartphones Ernst: Google will es nochmal wissen – der Internetkonzern übernimmt nach einem Deal mit HTC jetzt einen großen Teil des Smartphone Departments der Taiwenesen. Nachdem sich Google eigentlich groß aus dem Mobile-Geschäft zurückgezogen hatte scheint dieser Schritt nochmal wie ein letztes “hurra” auf dem Smartphone-Markt. Google und HTC haben schon vor diesem Deal zusammengearbeitet: HTC war der Auftragsfertiger des unter der eigenen Marke des Internetkonzerns verkauften Smartphones Pixel. Im Zuge der Transaktion soll dann auch genau dieses Team zu Google wechseln.

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  • HACKER golem: Das FBI darf jetzt weltweit hacken: Das FBI wird jetzt endgültig zu einer Hacker-Vereinigung. In den USA soll jetzt die sogenannte „Rule 41“ der Federal Rules of Criminal Procedure in Kraft treten. Diese besagt, dass Amtsrichter in den USA Bundesbehörden wie etwa dem FBI die Erlaubnis zum Hacken beliebig vieler Computer erteilen kann und stellt quasi einen Durchsuchungsbefehl dar, der jeden betreffen könnte, der eine entsprechende Website besucht. Die Genehmigungen zum Hacken können von jedem US-amerikanischen Amtsrichter in beliebigen Jurisdiktionen erteilt werden.

  • AMAZON itreseller: Amazon bringt Daten per LKW in die Cloud: Der Online-Großhändler hat jetzt in Las Vegas einen Cloud-LKW, das sogenannte „Snowmobile“, vorgestellt. Dieses Konzept basiert auf dem Erflog der mobilen Snowball-Datenfestplatten, auf welchen Kunden bereits Daten im Terabyte-Bereich per Kurier in die Cloud senden können. Jetzt werden schwerere Geschütze aufgefahren und klassisch analog sollen auch große Datenmengen per Lastwagen in das Cloud-Rechenzentrum transportiert werden. Dies soll vor allem für Unternehmen mit großen Datenbeständen hilfreich sein, da selbst mit Highspeed-Leitungen Datenvolumen im Petabyte-Bereich Monate wenn nicht Jahre für die Übertragung brauchen können. Der Truck hingegen kann in rund zehn Tagen mit 100 Petabyte an Daten beladen werden.

  • RUSSLAND zeit: Hacker erbeuten Millionenbetrag von russischer Zentralbank: Die russische Zentralbank wurde filmreich um einen Millionenbetrag erleichtert. In der Moskauer Bank wurden durch einen Hacker-Angriff rund 29 Millionen Euro erbeutet. „Der FSB (der russische Inlandsgeheimsdienst) hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts- und Informationssicherheit zu neutralisieren“, hieß es in einer Mitteilung. Neben dem Hacker-Angriff kam es zudem zu gezielten Falschmeldungen, die von einer Krise bei den Bankensystemen, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln.

  • APPLE t3n: Project Titan doch nicht tot? Apple arbeitet wohl weiter an autonom fahrenden Auto: Apple scheint auch überall seine Finger im Spiel zu haben. So auch in der Welt der autonom fahrenden Autos. Unter dem Decknahmen “Project Titan” arbeitete der Konzern an einem solchen Konzept, soll es aber wieder auf Eis gelegt haben. Apple-Direktor Steve Kenner hat jetzt in einem Schreiben an die National Highway Traffic Safety Administration neue Sicherheits-, sowie Datenschutzregeln gefordert. Konkret angesprochen wird Project Titan darin nicht, so lässt sich aber zwischen den Zeilen ein defintives Interesse an einer Weiterverfolgung des Projekts herauslesen, welches ursprünglich für den Verkauf in 2019 angedacht war.

  • US-WAHL spiegel: So angreifbar sind die Wahlcomputer der USA: Sein Kreuzchen in der Wahlkabine auf einem Computer statt einem Stimmzettel zu hinterlassen sollte eigentlich durchaus praktischer und sicherer sein. So können etwa ungültige Stimmabgaben verhindert werden und die Auszahlung in Sekundenschnelle erfolgen. US-amerikanische IT-Experten haben besagte Wahlcomputer jetzt aber für unzureichend gesichert erklärt und somit das Vertrauen in das Ergebnis der Wahl erschüttert. Computer-Wissenschaftler J. Alex Halderman hat empfohlen die Stimmen in drei Bundesstaaten neu auszuzählen, der Antrag dazu wurde jetzt aber wieder zurückgezogen.

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Wie sich Trump in das Weiße Haus getwittert hat

donald-trump-image-by-lisettebrodey-via-pixabay-[CC0 Public Domain]

Der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl wurde als atemberaubend und schockierend beschrieben und hat einen „Aufschrei“ in den Medien hervorgerufen. Der gewählte Präsident fand bei mehr als 59 Millionen Amerikanern genug Gehör, dass sie in der Wahlkabine für ihn den Ausschlag gaben und ihm zum Sieg verhalfen. Trump erreichte seine Unterstützer sowohl persönlich als auch über die Social-Media-Plattformen, vor allem über Twitter. Wenige Stunden, nachdem er seine Siegesrede gehalten hatte, war er schon wieder am twittern.

Trumps Twitter-Affinität ist gut dokumentiert. Ein Politiker charakterisierte die Präsenz des Kandidaten auf der Social-Networking-Seite als „eine kontinuierliche Trump-Kampagne, die rund um die Uhr auf Twitter statfindet.“. Angesichts seines Geschicks erklärten ihn einige Leute zum Gewinner in den sozialen Medien und in der Wahlkampfschlacht.

Aber wie viel Einfluss hatte Twitter während der Präsidentschaftswahl 2016? Als Rechtsprofessor, der die Auswirkungen des Internets auf die äußere Welt untersucht, glaube ich, dass die Antwort auf diese Frage durchaus die Art und Weise verändern könnte, wie politische Kandidaten ihre Kampagnen für die kommenden Jahre gestalten.

Politik im Taschenformat

Mit mehr als 300 Millionen aktiven Nutzern in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 ermöglicht Twitter den Menschen, mit Scharen von Freunden und Followern in 140 Zeichen oder weniger zu kommunizieren. Während Amerikaner dazu neigen, Diskussionen über Politik offline zu vermeiden, machen soziale Medienumgebungen wie Twitter es fast unmöglich, sich von politischen Interaktionen im Internet fernzuhalten. Obwohl die Forschung zeigt, dass nur wenige Clinton- oder Trump-Fans enge Freunde im gegnerischen Lager haben, weiten die sozialen Medien diese Kontakte erheblich aus. Vor allem auf Twitter neigen die Nutzer statistisch gesehen eher dazu, Menschen zu folgen, die sie nicht persönlich kennen, als das auf Facebook der Fall ist, wo sich die Nutzer oft mit denen anfreunden, die sie persönlich kennen.

Dies ist besonders entscheidend, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen soziale Medien auf politische Meinungen haben. Langanhaltende Konfrontationen mit politischen Diskursen können die Anteilnahme an der Politik verstärken, und die Kommunikation mit anderen elektrisiert politische Aktivitäten bezüglich gemeinsamer Anliegen. Einer von fünf Menschen berichtet, dass sich seine Ansichten über eine politische oder soziale Frage ändern, weil er etwas in den sozialen Medien gelesen hat, und fast die gleiche Anzahl an Menschen sagt, dass sie ihre Ansichten zu einem bestimmten Kandidaten auf Basis dessen, was sie dort gelesen haben, änderten.

Trumps unzensierte Tweets haben überzeugt

Trump war bemerkenswert effektiv darin, die meinungsbildende Macht der sozialen Medien zu nutzen. Seine Kampagne nutzte erfolgreich die Kenntnisse, Kontakte und Fähigkeiten seiner Anhänger im Verbreiten seiner Tweets, um mit dem Werkzeug des Crowdsourcings Wut und Angst zu verbreiten. Zum Beispiel erreichte Trump jeden Tag fast doppelt so viele Twitter-Erwähnungen wie Hillary Clinton, obwohl (oder vielleicht gerade weil) seine Meldungen viel negativer waren. Er brüstete sich auch mit etwa 40 Prozent mehr Twitter-Anhängern als seine demokratische Rivalin.

Trump baute eine Beziehung zu seinen Anhängern auf, indem er seinen eigenen Twitter-Account während eines Großteils seiner Kampagne selbst verwaltete. Clinton nutzte vor allem ein Medienteam – und das merkte man auch. Experten haben darauf hingewiesen, dass Trumps Tweets für seine Anhänger sehr überzeugend waren, weil man ihnen weitgehend anmerken konnte, dass sie direkt von ihm kamen – sie wirkten spontan und nicht so, als wären sie von Medien-Profis bearbeitet worden.

Auf diese Art eine Beziehung aufzubauen, erwies sich als entscheidend, da sich Fans und Follower der Trump-Bewegung anschlossen und sich zu großen Wahlblöcken entwickelten. Scott Adams, der den „Dilbert“-Comic erschuf, verbrachte den Großteil der Wahlkampfphase damit, über Trump als einen Meister der Überzeugung zu schreiben, der besonders das Mittel der Angst nutzt.

Trumps scheinbar ungefilterte Beiträge, die ihre Kernaussagen regelmäßig wiederholten, führten zu viel mehr quantitativem Twitter-Engagement für ihn, im Vergleich zu Clinton. Trumps Anhänger wiederholten und teilten seine Botschaften in Scharen. Manche beschrieben eine „emotionale Verbindung“ zu ihm und sagten, sie würden Stunden damit verbringen, seine Botschaft mit ihren eigenen Netzwerken zu teilen, obwohl sie keine offiziellen Mitarbeiter der Trump-Kampagne waren.

Darüber hinaus erzeugten Trumps Beiträge einen Rückkopplungseffekt, das heißt Social Media Beiträge schafften es in die Fernseh-Nachrichten – und das immer kostenlos in einem Umfang, dessen Äquivalent von medialer Berichterstattung und Werbung Kosten von 3 Milliarden US-Dollar aufgeworfen hätte. Er bezahlte letztlich weniger Geld pro Stimme und pro Delegiertem als jeder andere, der in diesem Jahr für die Präsidentschaft kandidieren wollte, erreichte dabei aber den höchsten Grat an Sichtbarkeit. Ich möchte damit nicht behaupten, dass Clinton keine eigenen Erfolge hatte. Als Reaktion auf eine Beleidigung von Trump, gelang ihr der Tweet, der im Laufe der Wahlkampfphase am meisten geteilt wurde, als sie vorschlug, dass Trump seinen Twitter-Account löschen solle.

Aber Trump monopolisierte Twitter und den Nachrichtenzyklus und erhielt schließlich die meisten Wählerstimmen.

Aktuelle Techniken nutzen

Historiker haben festgestellt, dass in den Alltag eindringende Technologien die Macht haben, politische Wahlen zu beeinflussen. Franklin D. Roosevelt verwendete das neue Medium des Radios, um seine Kamingespräche zu verbreiten, weil seine Konkurrenten viele der Zeitungen in den dreißiger Jahren kontrollierten und eine gewisse Voreingenommenheit durch Zeitungsberichte vermeiden wollte.

John F. Kennedy sagte vier Tage nach der knappen Niederlage von Richard Nixon: „Mehr als alles andere war es das Fernsehen, das das Blatt wendete.“ Das Fernsehen, das neue aktuelle Medium, hatte im Jahrzehnt vor der Wahl von 1960 massiv an Popularität gewonnen. Es scheint so, dass Trump einige Erfahrungen aus der Geschichte genutzt hat, um eine der größten Überraschungen in der modernen Wahlgeschichte zu bewirken.

Ich denke, die Forscher werden Trumps Wahlkampfstrategien noch jahrelang analysieren. In der Tat haben Analysen der Auswirkungen von Twitter auf die Präsidentschaftswahl von 2016 bereits begonnen. Die New York Times hat sogar kürzlich alle „Menschen, Orte und Dinge“ aufgelistet, die Trump auf Twitter beleidigt hat. Trumps unkonventionelle Methoden, die ursprünglich von traditionellen Experten als ineffektiv und wie ein „überstürztes Schulsprecherwahlprogramm“ klingend verspottet wurden, zeigten in dem schnellen und ungefilterten Universum von Twitter einen enormen Effekt. Mit seiner Kampagne konnte er die Wirkung schroffer Wortmeldungen beinahe in Echtzeit anhand seiner Follower testen, um festzustellen, ob sie ihm im weiteren Wahlkampf von Nutzen sein werden.

Traditionellen Politikern, die im Amt bleiben wollen, könnte bald einleuchten, dass Trumps unkonventioneller Aufstieg einen neuen Standart für Wahlkampfstrategien geschaffen hat. Es ist nicht überraschend, dass Twitter-Nutzer, deren Beiträge eine Menge von Aufmerksamkeit durch Likes, Retweets und Antworten bekommen, häufiger twittern als Benutzer, bei denen das nicht der Fall ist. Und die Forschung zeigt auch, dass Emotionen auf Twitter ansteckend sind – sowohl negative als auch positive Tweets erzeugen mehr von dem Gleichen auf der Plattform (positive Tweets sind ansteckender).

Da Emotionen im diesjährigen politischen Wahlkampf eine Rolle spielten, wird das Erlernen der Strategien zu einer weiten und dauerhaften Verbreitung für politische Kandidaten sehr wertvoll sein, um die Macht von Twitter und anderer sozialer Plattformen zu nutzen… zumindest, bis die nächste Innovation kommt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image Donald Trump” (adapted) by LisetteBrodey (CC0 Public Domain)


 

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  • US-WAHL n24: Trump wird 45. US-Präsident: Erst Brexit, jetzt Trump. Mit diesem Ergebnis hätte heute morgen wohl kaum jemand gerechnet. Donald Trump ist soeben mit 279 Stimmen zum neuen US-Präsidenten gewählt worden. Gotta catch ‘em all – mit 270 Poké – äh – Wahlmännerstimmen brauchte er mindestens zum Sieg. Den ganzen Wahlkrimi findet man hier nochmal im Liveticker im Überblick. Nicht nur der liberale Rest der USA, sondern auch die ganze westliche Welt bangt.

  • KANADA merkur: Flucht vor Trump? Seite von Kanadas Einwanderungsbehörde überlastet: Trump ist der neue Präsident der Verinigten Staaten. Grund genug für viele US-Bürger ernsthaft einen Umzug in den nördlichen Nachbarn in Erwägung zu ziehen. Schon im Vorfeld des Sieges des Republikaners verfielen die Bürger wohl in Panik und stürmten förmlich auf die Website der kanadischen Einwanderungsbehörde. Laut diversen Tweets ist die Seite unter der schieren Wucht der Besuche wohl zusammengebrochen und war für einen längeren Zeitraum nicht erreichbar. Auf dem offiziellen Twitter-Accounts Kanadas hieß es in ver Nacht noch „In Kanada sind Immigranten dazu eingeladen, ihre kulturellen Traditionen mitzubringen und sie mit den kanadischen Bürgern zu teilen.“.

  • HYPERLOOP digitaltrends: Hyperloop just took a major step toward becoming a reality in Dubai: Dubai ist schon immer für seine extravaganten Projekte bekannt. Am Dienstag hat Hyperloop One bekannt gegeben, dass sie einen Deal mit der Vorzeigestadt der Vereinigten Emirate geschlossen haben. In einem Image-Film stellen sie das Hyperloop One System vor, welches Passagiere sowie Fracht in sogenannten “Pods” in Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 1100 Kilometern pro Stunde befördern sollen. Vor allem soll das System Dubai noch enger mit seinem Nachbarn Abu Dhabi vernetzen, die Reisezeit soll von 2 Stunden auf gerade Mal 12 Minuten verkürzt werden.

  • SATURN horizont: Saturn setzt Roboter “Paul” für Kundenbetreuung ein: Der Elektronikmarkt bläst Zukunftsmusik. In Zuge eines zunächst 6-monatigen Pilotprojekts stellte Saturn in seiner Ingolstädter Filiale jetzt “Paul” vor. Der sogenannte “Care-O-bot 4” wurde vom Frauenhofer IPA entwickelt und war ursprünglich für die Seniorenbetreuung vorgesehen. Saturn ist jetzt der erste Kunde und will den Kunden mit Paul mit Rat und Tat zur Seite stehen.

  • ENERGIE heise: Erneuerbare Energien: Kanada gibt Gezeitenkraft neue Chance: In der kanadischen Provinz Neuschottland sollen jetzt experimentell Turbinen im Meer versenkt werden. In der Bay of Fundy startete das Projekt jetzt mit einer ersten Turbine des Unternehmens Cape Sharp Tidal. Diese soll in Zukunft bis zu zwei Megawatt leisten und einen neuen Versuch starten auf erneuerbare Energien zu setzen. Statt mit Dämmen soll hier also Umwelt schonender die Kraft der Gezeiten genutzt werden. Bedenken gibt es aber, so müsste die gesamte Bucht abgeschlossen werden, was sich wohl signifikant auf das Ökosystem auswirken könnte.

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Kann Facebook unsere Wahlergebnisse beeinflussen?

Domino's (adapted) (Image by David Pacey [CC BY 2.0] via Flickr)

Facebook geriet im Mai diesen Jahres aufgrund von Anschuldigungen einer liberalen Einflussnahme in seiner „aktuelle Themen“-Funktion in Schwierigkeiten. Dies war nicht das erste Mal, dass Facebook beschuldigt wurde, sich heimlich in die Politik einzumischen. Im Jahr 2012 wurde Facebook von dem Vorwurf entlastet, die Nachrichteneinspeisung von 1,9 Milionen Nutzern zu optimieren, indem man diese mit politischen Inhalten anreicherte.

Im Jahr 2014 fragte Clay Johnson, der Mitgründer von Blue State Digital, einer Firma, die die Online-Kampagnen von Barack Obama für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 plante und verwaltete, nach einem Experiment in der Emotions-Manipulation, an dem 689.ooo Menschen teilnahmen, folgendes: „Könnte Mark Zuckerberg eine Wahl drehen, indem er für Upworthy (eine Website, auf der sich virale Inhalte sammeln) zwei Wochen vor der Wahl dafür wirbt? Und sollte das überhaupt erlaubt sein?“

Aber Facebooks politisch einflussreichstes Instrument ist vielleicht eines, das sich gut versteckt. Man denke nur an den „Ich habe gewählt“-Button. Der Button, der von Facebook als ‚Sprachrohr der Wähler‘ bezeichnet wird, ermöglicht den Nutzern, mitzuteilen, ob sie gewählt haben und zeigt, welche ihrer Freunde auch gewählt haben.

Ein einflussreiches Instrument

Der harmlos aussehende Button ist ein politisch sehr einflussreiches Instrument. Wie fast jede Funktion auf fast jeder kommerziellen Internetseite wird das Sprachrohr auf Facebook für kontrollierte, vermittelnde Experimente genutzt. Facebook wandte den Button in einem großen Experiment bezüglich der amerikanischen Kongresswahlen im Jahr 2010 an. 61 Millionen Menschen wurden in einer Gemeinschaftsstudie der Universitäten von Kalifornien und San Diego zusammen mit Datenwissenschaftlern von Facebook verschiedene Versionen des Buttons gezeigt, manchmal war auch gar kein Button zu sehen.

Sie nutzten Wählerverzeichnisse, um den Einfluss des Buttons auf das tatsächliche Wahlverhalten zu ermitteln. Es stellte sich heraus, dass der Aufruf zum Handeln die Gesamtzahl der Wähler um 340.000 Wähler anstiegen ließ. Der Bericht dieser Studie, der im Magazin Nature veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass selbst kleinste Veränderungen an der Wahlbeteiligung „den Ausgang der Wahl beeinflussen können“. Es wird das Beispiel der Wahl des amerikanischen Präsidenten im Jahr 2000 zitiert, bei der George W. Bush seinen Konkurrenten Al Gore in Florida durch lediglich 537 Stimmen schlagen konnte. Hätte Gore im Staat Florida gewonnen, hätte er die Wahl zum Präsidenten gewonnen.

Kann das Sprachrohr Wahlen beeinflussen?

Wenn Facebook gewillt war, seine parteienneutrale Selbstdarstellung aufzugeben, wäre es einfach, das Wahlergebnis mit einem Instrument, das zum Wählen animiert, zu beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass das Feststellen einer politischen Tendenz der Facebook-Nutzer einfach ist, auch für jene, die sich von politischen Aktivitäten im Netz fernhalten.

Facebook könnte deshalb das „Ich habe gewählt“-Instrument gezielt nur für die Unterstützer von Kandidaten oder politischen Parteien seiner Wahl anbieten und so nur deren Stimmen vermehren. Das wäre sogar legal, selbst wenn es heimlich geschehen würde. Aber nehmen wir einmal an, dass Facebook nicht gewillt wäre, solche Risiken auf sich zu nehmen. Kann es einen Einfluss auf Wahlen haben auch ohne, dass man verschiedene Wähler verschieden behandelt?

„Ich habe gewählt“ und Voreingenommenheiten

Der Bericht über die Facebook-Studie aus dem Jahr 2010 erwähnt nicht, ob die Zunahme in der Wahlbeteiligung in irgendeiner Weise mit der Voreingenommenheit für eine Partei in Verbindung stand und es gibt keine Möglichkeit, das zu überprüfen. Aber statistisch gesehen ist es beinahe unmöglich, ein solches massives Eingreifen in den politischen Prozess durchzuführen, ohne damit Voreingenommenheit zu erzeugen.

Es wäre sehr überraschend und würde einiges an Erklärung verlangen, wenn keine Beeinflussung entstehen würde. Der Grund hierfür ist, dass die hierbei involvierten Variablen kaum unabhängig sind. Die Zugehörigkeit zu einer Partei hängt stark von anderen Eigenschaften ab, wie zum Beispiel vom Alter und dem Bildungsgrad. Diese wiederum können davon abhängen, wie sehr man mit dem Button auf Facebook konfrontiert wird und von der Wahrscheinlichkeit, dass man durch den Gruppenzwang im Internet, falls vorhanden, beeinflusst wird.

Es gibt deshalb keinen Grund zu der Annahme, dass der gleiche Button alle Wählergruppen gleichermaßen beeinflusst. Wenn der Anstieg der Wählerstimmen aufgrund des Buttons in allen Gruppen nicht exakt gleich ist, erzeugt dies Voreingenommenheit.

Eine absichtliche Voreingenommenheit?

Die Existenz einer solchen Voreingenommenheit ist an sich nicht welterschütternd. Man kann mit einer ähnlichen Begründung sagen, dass Veränderungen des Wetters das Wahlergebnis auf eine Art beeinflussen können, sodass das Wahlergebnis beeinflusst wird. Der „Ich habe gewählt“-Button unterscheidet sich in der Hinsicht von den Methoden, die Facebook verwendet hat, um die Wahlbeteiligung zu beeinflussen, dass dieser individuelle Wahlinformationen liefert.

Indem die Information, wer gewählt hat, mit den Informationen der politischen Tendenzen kombiniert werden, verfügt Facebook über eine einzigartige Position und weiß, wie jede Veränderung des Knopfes jede Wählergruppe beeinflusst hat. Dementsprechend kann Facebook vorhersagen, welche Voreingenommenheiten durch das Anwenden einer jeden Button-Variation quer durch alle Wählergruppen bei zukünftigen Wahlen erzeugt werden.

Zum Beispiel hätte sich Facebook dazu entschließen können, das Sprachrohr der Wähler bei der US-Präsidentschaftswahl einzusetzen oder auch nicht. Weil Facebook weiß, welche Aktion welcher Partei nutzen wird, konnte die Wahl nicht unvoreingenommen sein. Schon das Sammeln der Daten selbst hat Facebook zu einem politischen Mitspieler gemacht.

Die Wahl des Anwendens oder Nichtanwendes ist ein einfaches Beispiel der absichtlichen Voreingenommenheit. Man stelle sich vor, es gäbe Unterschiede in den Wahlmustern der Parteien abhängig von der Tageszeit, zu der gewählt wird. Indem man sich dazu entschließt, dass der Button erst am späten Nachmittag erscheint (wie es Facebook für ein paar Nutzer bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 2012 getan hat), wird ein feinerer Grad der Kontrolle über die Voreingenommenheit erzeugt.

Im März, als Facebook-Mitarbeiter Mark Zuckerberg die Frage stellten, welche Verantwortung Facebook hat, um dabei zu helfen, zu verhindern, dass Trump im Jahr 2017 Präsident wird, ging es nicht um die Befähigung. Wie wir festgestellt haben, kann Facebook die Wahlbeteiligung beeinflussen. Sheryl Sandberg aus dem Facebook-Vorstand für das operative Geschäft sagte dazu: „Facebook würde nie versuchen, Wahlen zu kontrollieren.“ Aber wenn Facebook Millionen von Stimmen mit dem sprichwörtlichen Klick auf einen Knopf kontrollieren kann, ist das dann noch Demokratie?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Domino’s“ by david pacey (CC BY 2.0)


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US-Wahl: Trump, Sanders und das Netz

Bernie Sanders Smartphone (Image: Phil Roeder [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons)

Im Sommer nominieren die Parteitage ihre Präsidentschaftskandidaten. Doch welchen Einfluss haben Online-Kampagnen und Gatekeeper wie Facebook und Google?

Wenn über die Relevanz von sozialen Medien in der Wahlkampfkommunikation gesprochen wird, geht es häufig um die Reichweite: Wie viele Fans und Follower  hat ein Kandidat auf welcher Plattform und welche Inhalte finden virale Verbreitung. Demgegenüber demonstrieren die Anhänger des Demokraten Bernhard Sanders das Potenzial von Online-Kommunikation für die Aktivierung von Freiwilligen. Könnten am Ende aber auch soziale Netzwerke und Suchmaschinen als Gatekeeper entscheidende Bedeutung erlangen?

Wenn es darum geht, die Achtungserfolge des Außenseiters Sanders in der Konkurrenz mit Hillary Clinton um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erklären, spielen nicht nur Inhalt und Stil eine Rolle. Wo Donald Trump die Enttäuschungen von rechts einsammelt, kommt Bernie Sanders als „demokratischer Sozialist“ (so die Selbstwahrnehmung) von links. Beide kompensieren vermeintliche Schwächen ihrer politischen Organisation, durch Instrumente der Online-Kommunikation. Trump mobilisiert seine Anhänger maßgeblich via Twitter. Er schreibt seine Tweets selbst und passt die Inhalte im Hinblick auf die Reaktionen an, wie die Mediensoziologin Zeynep Tufekci herausgearbeitet hat: „He uses Twitter as a kind of gut focus-group polling to pick up and amplify messages that resonate.“

Big Organizing

Wo Trump quasi programmatisch auf einen umfangreichen Mitarbeiterstab verzichtet, setzt Sanders auf eine Graswurzelbewegung. Verstand es die Obama-Kampagne bereits, Freiwillige für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf sowie den Wahlkampf per Telefon zu rekrutieren und ein datengetriebenes Campaigning effektiv einzusetzen, so organisieren die „Sandernistas“ sich nun in weiten Teilen selbst und übernehmen dabei mehr Verantwortung. Eine der Beraterinnen von Sanders, Becky Bond, fasst es so zusammen: „If the media framed the 2012 campaign as being about ‘Big Data,’ the 2015-2016 Bernie campaign is driven by ‘Big Organizing.’

Es geht also, um es im Start-up-Sprech zu sagen, um ein schnell skalierbares Organisationsmodell. Eine wichtige Online-Plattform dafür ist der Messaging-Dienst Slack, den auch viele Firmen in den USA für die interne Kommunikation nutzen. In den meisten Bundesstaaten existieren inzwischen entsprechende Kanäle, in denen sich ehrenamtliche Aktivisten und Kampagnen-Mitarbeiter bei Bedarf rund um die Uhr koordinieren.

Darüber hinaus gibt es einen Sack voll digitaler Tools, die von Freiwilligen programmiert wurden, um den revolutionären Elan derjenigen, die sich hinter dem Hashtag #FeeltheBern versammeln, weiter zu befeuern. Oder wie es bei berniesanders.com heißt:

This is your movement. They have the money, but we have the people. If everyone who visits this website joins our movement, there’s nothing we can’t accomplish together.

(dt.: „Das ist eure Bewegung. Sie haben das Geld, aber wir haben das Volk. Wenn jeder, der diese Seite besucht hat, sich der Bewegung anschließt, gibt es nichts, was wir nicht erreichen können.“)

Soll Facebook Trump als Präsidenten verhindern?

Doch was passiert, wenn die Vorwahlen entschieden sind, können die dann nominierten Präsidentschaftskandidaten mit den Mitteln der Online-Kommunikation auch die gesamte Wählerschaft erreichen? In diesem Zusammenhang rücken nach den Massenmedien als vermeintlichen Meinungsmachern soziale Netzwerke und Suchmaschinen in den Mittelpunkt des Interesses. So entscheiden die Mitarbeiter von Facebook wöchentlich in einem internen Voting, zu welchen Themen sich Mark Zuckerberg in der nächsten Frage-und-Antwort-Session äußern soll. Wie bekannt wurde, war nun eine vorgeschlagene Frage dafür: „What responsibility does Facebook have to help prevent President Trump in 2017?

Abwegig erscheint dieses Ansinnen nicht, wenn man an die Diskussionen über Maßnahmen zu Hate Speech einerseits und zu Eingriffe in den Newsfeed (beispielsweise um die Wahlbeteiligung in den USA zu erhöhen wie sie eine Studie dokumentiert hat) andererseits denkt. Aber Facebook hat die Möglichkeit der Einflussnahme für oder gegen einen Kandidaten freilich ausgeschlossen.

Die Bedeutsamkeit dessen, was über Kandidaten an prominenter Stelle etwa in Suchergebnissen sichtbar ist, für die politische Präferenzbildung von Rezipienten, haben in den letzten Jahren jedenfalls bereits Untersuchungen am Beispiel von Google experimentell belegt. Insofern könnten Facebook oder Google durchaus dazu beitragen, Trump als Präsidenten zu verhindern.

Medienethisch erscheinen solche Manipulationen allerdings nicht vertretbar, und die Forderung nach „Algorithmic Accountability and Transparency“ (Nick Diakopoulos) wird immer wichtiger.


Image „Bernie Sanders Smartphone“ by Phil Roeder (CC BY 2.0)


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#US2016: Online-Kommunikation im Vorwahlkampf

Clinton Rally 109 (adapted) (Image by Keith Kissel [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Kampagnen, mit denen sich die Bewerber um die US-Präsidentschaft in Stellung bringen, sind immer auch Leistungsschauen anderer Art: Dabei konkurrieren Online-Formate um die Gunst des Publikums respektive der Polit-Strategen. Noch bevor der Vorwahlkampf began, wurde mobiles Livestreaming als ein relevantes Instrument identifiziert. Aktuell ist nun der Foto-/Video-Messenger “Snapchat” angesagt. Laut New York Times ist die Killer-Anwendung aber das schnöde Texting, während sich beim Clinton-Konkurrenten Sanders die Unterstützer unter anderem via Reddit selbst organisieren.

Seit Bürger breiten Zugang zur Online-Kommunikation haben, hat jeder Wahlkampf um die US-Präsidentschaft ein entsprechendes Lieblings-Tool hervorgebracht, dem die Kampagnen-Macher jeweils das Potenzial zum Game Changer attestieren. Der Vorwahlkampf für die Wahl 2016 hatte noch nicht richtig begonnen, da spekulierte der ehemalige Obama-Berater Dan Pfeiffer: “If 2004 was about Meetup, 2008 was about Facebook, and 2012 was about Twitter, 2016 is going to be about Meerkat (or something just like it).” Eine besondere investigative Relevanz konnte das mobile Livestreaming bislang jedenfalls noch nicht entfalten. Vielleicht auch deswegen, weil der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, seine kontroversen Sprüche sowieso vor dem größtmöglichen Publikum von sich gibt und dafür von der Partei-Basis auch noch Zustimmung erhält.

Post-TV-Kanal für junge Zielgruppen

Ebenso früh brachte sich Snapchat ins Gespräch, als im April ein CNN-Reporter für redaktionelle Inhalte, die in der App unter dem Titel “Discover” verfügbar sind, engagiert wurde. Hinzu kam eine Polit-Marketing-Fachkraft von Google. Nun gehört es auch für die Kandidaten zum guten Ton, sich dort mit eigenen Profilen zu präsentieren. Es kann aber auch Werbung in spezifischen Formaten geschaltet werden. Snapchat selbst positioniert sich als “best way to reach 13 to 34-year-olds”. Insofern ist das Engagement der Kampagne von Hillary Clinton dort folgerichtig: Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehört derzeit die Gebührenfreiheit von Community Colleges, die sie auch in anderen sozialen Medien zielgruppenspezifisch zum Beispiel mit einer Emoji-Umfrage kommuniziert. Clinton begründet ihre Affinität zu Snapchat schließlich noch ganz anders: In einem offiziell bei Twitter verbreiteten Video merkt sie an, ihr käme es ganz gelegen, dass die Botschaften nach kurzer Zeit wieder verschwinden würden. Damit nimmt sie Bezug darauf, dass sie während ihrer Amtszeit als Außenministerin auch dienstlich über einen privaten E-Mail-Account kommuniziert hat und inzwischen sogar dem FBI den Server übergeben hat.

Wired weist jedoch darauf hin, dass die Rede von der “Snapchat-Election” verfrüht sei. Denn der Dienst ist bislang die Antithese zu Plattformen wie Facebook, die durch die Bereitstellung von Nutzer-Daten den Kampagnen eine punktgenaue Ansprache spezifischer Zielgruppen entlang diverser Parameter (“Targeting”) ermöglichen.

Die Alternativen: Texting – Reddit – Open Source

Die New York Times diagnostiziert gar die Renaissance von Text-Botschaften “The killer app for the 2016 presidential campaign is not an app at all. It is not even new. Texting – that 1990s-vintage technology – has suddenly become a go-to vehicle for presidential campaigns when they need to get a message out as widely and quickly as possible, and with confidence that it will be read.” In dieser Perspektive gehen Kurzmitteilungen, vor allem weniger als andere Formate in der alltäglichen Informationsflut unter. Auch hier liefert die Clinton-Kampagne ein kreatives Anwendungsbeispiel: Wer auf eine ihrer Kurzmitteilungen mit “HEAR” antwortete, erhielt einen automatischen Anruf mit der Wiedergabe eines Fauxpas des Republikaners Jeb Bush.

Die Konkurrenz für Hillary im eigenen Lager rückt unterdessen übrigens die Relevanz von Online-Kommunikation für die Selbstorganisation der Kampagnen in den Fokus. Der parteilose Senator Bernie Sanders mobilisiert die Massen unter anderem mit einer Präsenz seiner Unterstützer bei Reddit, wie Politico in einer Reportage über den “Summer of Sanders” und die “Sander-istas” anerkennend berichtet. Und dann ist da noch der Urheberrechtsexperte und Anti-Korruptions-Aktivist Lawrence Lessig, der als “referendum president” kandidieren könnte. Er proklamiert hinsichtlich eigener Software und kreativer Inhalte schon mal “The First Open Source Presidential Campaign”.


Image (adapted) „Clinton Rally 109“ by Keith Kissel (CC BY 2.0)


 

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US-Wahl 2008: John McCain im Web [Linkliste]

Alles, was Parteien und Kandidaten bis jetzt im Internet getan haben, war nur ein Vorgeschmack auf das, was die Präsidentschaftsanwärter und Medien zum US-Wahlkampf 2008 auffahren. Die Blogpiloten geben einen Überblick über die Angebote von Barack Obama, John McCain und die Projekte verschiedener Medien-Websites. Nach den Links zu Barack Obama im Web folgt heute sein Kontrahent John McCain. Weiterlesen »

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CommonCraft Show: Electing a US-President in plain English

Und weiter geht es beim aktuellen Themenspecial der Blogpiloten. Wir beschäftigen uns mit der Wahl zum nächsten „Most-powerful-Präsidenten-in-the-World“ und geben euch hier schon einen ersten Überblick über die Websites der beiden Kontrahenten und werfen hier einen genaueren Blick auf die Clip-Fights bei YouTube und Co.

Heute gibt es ein besonderes Schmankerl, denn die genialen Macher der Commoncraft-Show haben ein ebenso geniales Erklär-Video gemacht, in dem erläutert wird, wie die Wahl in das US-Präsidentenamt eigentlich funktionert. Das Video gibt’s nach dem Klick. Weiterlesen »

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