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Erfolg auf Instagram: 6 Tipps von Selfmade-Fotoprofi Jörg Nicht 

Porträt Jörg Nicht - Image by Daniel Helgert

Jörg Nicht lebt den Traum. Seine Uni-Karriere hat der promovierte Erziehungswissenschaftler vor drei Jahren hinter sich gelassen und sich als Reisefotograf selbständig gemacht. Sein Sprungbrett und immer noch wichtigstes Schaufenster: Instagram. Begeistert von den Fotoqualitäten des iPhone (Provisionslink), meldete er sich dort damals direkt zum Start an und sicherte sich den unglaublich kurzen Account-Namen @JN. Inzwischen begeistert Jörg Nicht auf Instagram als einer der erfolgreichsten deutschen Fotografen über 520.000 Abonnenten. Uns verriet er im Interview seine besten Tipps rund um Motive, Bildlooks, Ausrüstung und Monetarisierungsstrategien für den Erfolg auf Instagram. 

1. Die erfolgreichsten Motive für Einsteiger: Sehnsuchtsfotos und Selfies

Wer den Erfolg auf Instagram sucht, sollte sich nicht an meinem Feed orientieren. Als ich im Oktober 2010 eine Woche nach der Veröffentlichung der iOS-App auf Instagram einstieg, hatte ich einen Startvorteil, den es angesichts der heutigen Plattformgröße nicht mehr gibt. Mit demwas ich fotografiere, würde ich jetzt als Neuling keinen Blumentopf gewinnen.  

Die Mehrheit der Nutzer möchte heutzutage etwas anderes auf Instagram sehen. Leichte Kost, die nicht zu stark irritiert. Etwa Landschaften, die vom nächsten Urlaub träumen lassen. Sozusagen Sehnsuchtsfotos, gleich welcher Art. Gleichzeitig hat sich Instagram vom Fotoschaufenster zu einer personenzentrierten Plattform gewandelt. Menschen, die Geschichten aus ihrem Leben erzählen und viel von sich zeigen, erlangen große Aufmerksamkeit. Deshalb sind Accounts von Models, Fußballern, Influencern und anderen Celebreties beliebt.“ 

2. Jagt nicht fremden Hashtags hinterher – kreiert eigene

Gerade zu Beginn die richtigen Hashtags zu verwenden, ist wichtig, weil das die Chance erhöht, in kuratierten Vorschlägen zu erscheinen. Wie effektiv dies für die eigenen Sichtbarkeit ist, variiert aber stark. Der Algorithmus wird ständig angepasst. Mal ist man sichtbar, mal nicht. Daher sind Hashtags für den Erfolg auf Instagram eine schwer planbare Größe. Deswegen beschränke ich mich auf Hashtags für die verwendete Kamera und den fotografierten Ort. Teilweise streue ich Vorschläge des Hashtag-Generators von Sistrix ein. 

Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass es wichtiger istsich um den eigenen Content zu kümmern, statt fremden Hashtags hinterherzujagen. Wenn es dann noch gelingt, selbst einen Hashtag zu prägen, ist das natürlich schön. Meine Bilderreihe mit dem Hashtag #ASundayCarPic hat beispielsweise kürzlich das Interesse eines österreichischen Stahlherstellers, der Autorennen sponsort, an einer Kooperation geweckt.

3. Monetarisierung: Mit Stockfotografie über Instagram hinausdenken

Wie kann ich von meiner Fotografie leben? Instagram ist für mich auch ein Kanal für das Kooperationsgeschäft mit Marken aus dem Foto- und Technikbereich. Fotografen können Instagram aber ebenfalls als Schaufenster nutzen und dadurch ihre Tätigkeit auf eine breitere finanzielle Basis stellen. Aufgrund meiner Bilder erhalte ich beispielsweise immer wieder Anfragen, Workshops zu geben.

Jörg Nicht Adobe Stock Portfolio Screenshot
Ein Standbein von Jörg Nicht: Fotos als Stockmedien zu verkaufen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Außerdem habe ich begonnen, Fotos als Stockmedien auf Adobe Stock zu verkaufen. Ich kann noch nicht sagen, ob ich eines Tages von der Stockfotografie leben kann. Aber als eines von mehreren Standbeinen ist das Geschäft ernstzunehmen. Das Fotografieren für Instagram lässt sich sogar prima damit verbinden. In den vergangenen Jahren hat sich eine Wechselwirkung zwischen Trends in der Stockfotografie und Instagram als populärster Fotoplattform herausgebildet. Die Insta-Ästhetik beeinflusst diejenige von Stockmedien. Ein positiver Look, der nicht zu weichgespült ist, aber eine einfache Aussage mit hellen und pastelligen Farblooks kombiniert – das geht hier wie dort gut. 

4. Mit Bildlooks den Algorithmus hacken – aber der persönliche Stil ist wichtiger

Geht es um erfolgreichen Content auf Instagram, ist technische Bildqualität nicht der alleinige Faktor. Bestimmte Bildlooks und Inhalte bewertet der Algorithmus höher als andere. Ästhetische Konventionen wie der Einsatz von Komplementärfarben – etwa Türkis und Orange – werden vom Algorithmus belohnt. Das Gleiche gilt für einfache, leicht erfassbare Bildkompositionen mit hellem Look. 

Allerdings geht Gefühl über Kalkül. Ich wende solche Algorithmus-Hacks nur an, wenn es aus meiner Sicht zum Bild passt. Im Wesentlichen setze ich im Anschluss an die Entwicklung in Lightroom immer wieder einen von drei Filtern der VSCO-App ein, um meinen Bildern den finalen Look zu geben. Andere, sehr erfolgreiche Accounts verwenden zum Beispiel ausschließlich Schwarz-Weiß-Filter. Die Wiedererkennbarkeit des eigenen Stils ist nämlich auf lange Sicht wichtiger als ein kurzfristig besseres Ranking. 

Jörg Nicht hat mit seinen Fotos großen Erfolg auf Instagram
Jörg Nicht hat mit seinen Fotos großen Erfolg auf Instagram. Angesichts von über 520.000 Abonnenten zählt er zu den populärsten deutschen Fotografen auf der Plattform. Image by Berti Kolbow-Lehradt

5. Smartphone oder Systemkamera? Mit beiden ist Erfolg auf Instagram und in der Stockfotografie möglich

Immer wieder kommt die Frage nach der richtigen Kamera. Ich kenne Instagramer und Stockfotografen, die nur mit dem Smartphone fotografieren und damit sehr erfolgreich sind. Smartphones bieten inzwischen eine hohe technische Bildqualität. Allerdings ist man trotz großer Fortschritte immer noch mit Beschränkungen konfrontiert, wenn es um das Spiel mit dem Bokeh, den Einsatz verschiedener Brennweiten und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit geht.  

Mit einer Systemkamera bin ich flexibler. Damit kann ich auch Bildideen umsetzen, wenn die Lichtbedingungen nicht ideal sind und es schnell gehen muss. Ergänzend nutze ich das Smartphone als unauffällige Reportage-Kamera, um mir an neuen Orten Fotonotizen zu machen. Tatsächlich verkaufe ich auf Adobe Stock dann aber nur Bilder, die mit meiner Lumix-Systemkamera (Provisionslink) entstehen. Das ist jedoch eher eine persönliche Vorliebe als eine technische Notwendigkeit. 

6. Instagram ist für aufstrebende Foto-Talente wichtig. Aber setzt nicht alles auf eine Karte!  

Die Wertschätzung für Instagram als Schaufenster für Foto-Talente ist groß. Instagram ist die Plattform, auf die man schaut. Fotografen, die dort nicht vertreten sind, existieren in gewisser Weise nicht. 

Trotzdem empfehle ich, sich nicht auf einen Kanal zu verlassen. Ein Portfolio an anderer Stelle bleibt wichtig, sei es nun eure eigene Webseite oder ein Account bei einem Marktplatz für Stockfotografie. Allein schon als Absicherung, wenn sich die Plattform-Landschaft wandelt. Wer erinnert sich etwa heute noch an Myspace?

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Images by Daniel Helgert, Berti Kolbow-Lehradt

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Huawei P30 Pro: Super-Smartphone mit fünffachem Tele-Zoom vorgestellt

Huawei P30 Pro in Breathing Crystal

Mit dem Dreifach-Zoom des P20 Pro und Mate 20 Pro war Huawei bislang schon spitze – kein Smartphone kommt ohne digitale Effekte näher ans Motiv heran. Weder Samsung noch ein anderer Hersteller hat die Zeit genutzt, daran vorbeizuziehen. Nun legt Huawei selbst eine Schippe drauf. Das jetzt vorgestellte Huawei P30 Pro erweitert die Standard-Brennweite um das Fünffache. Für ein 125-Millimeter-Tele-Objektiv mit guter Qualität musste man bisher noch zu einer Kompaktkamera greifen. Doch anders als diese bleibt das Mobiltelefon von Huawei genauso dünn wie andere auch. Dies erreicht Huawei durch den Einsatz eines Prismas. Doch das ist nicht die einzige Neuheit beim neuen Android-Stern am Smartphone-Himmel.

Neuer Sensor setzt mit ISO 409.000 Maßstäbe in der Low-Light-Fotografie

Darüber hinaus hat sich Huawei die bewährte Bauweise von Bildsensoren vorgeknöpft und umgekrempelt. Anstelle des sonst üblichen Bayer-Filters mit den Primärfarben Rot, Grün und Blau (RGB) verwendet Huawei eine Architektur, in der eine gelbe statt grüne Schicht mehr Licht durchlässt. Dadurch lässt sich die Empfindlichkeit bei schlechtem Umgebungslicht deutlich steigern, ohne dass das Rauschen gleichermaßen zunimmt. Den wahnwitzigen ISO-Wert von 409.600 können Nutzer des P30 Pro in der Kamera-App anwählen – so viel traut Huawei dem neuen Modell. In der Praxis dürfte allerdings weiterhin ein deutlich niedriger Wert empfehlenswert sein.

Statt drei Kameras verbaut Huawei auf der Rückseite erstmals ein Quartett. Die vierte Kamera bietet allerdings keine weitere Brennweite, sondern misst mit dem leistungsstarken Time-of-Flight-Verfahren (ToF) den Abstand zum Motiv. Das soll ein besonders akkurates Bokeh bei Porträts simulieren. Auch Samsung will im Galaxy S10 5G eine ToF-Kamera einbauen. Huawei kommt dem Rivalen nun zuvor.

Die Kamera-Daten des Huawei P30 Pro im Überblick:

  • Ultraweitwinkel (16 Millimeter, F2.2) mit 20 Megapixel, 
  • Standardweitwinkel (27 Millimeter, F1.6) mit 40 Megapixel
  • Telebrennweite (125 Millimeter, F3.4) mit 8 Megapixel
  • Time-of-Flight-Kamera für Bokeh-Berechnung
  • Frontkamera (28 Millimeter, F2.0) mit 32 Megapixeln

Um aus der unverändert miniaturhaften Kamera-Hardware eine gute Bildqualität heraus zu holen, setzt Huawei weiterhin auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Beispielsweise für Porträts im Gegenlicht oder Schwachlicht sorgt eine KI-gestützte HDR-Funktion dafür, mehrere Bilder in schneller Folge aufzunehmen und für mehr Dynamikumfang übereinanderzulegen. Auch Videoaufnahmen mit dem Tele-Objektiv soll die KI viel besser stabilisieren als herkömmliche Verfahren. Apropos Video: Die Rechenleistung des Huawei P30 Pro ist stark genug, um mit der Ultraweitwinkel- und der Tele-Kamera für mehr Schnittmaterial zwei Videos parallel aufzunehmen. Dual-View-Modus nennt Huawei diese Funktion. Im Test von DxOMark Mobile überzeugt das Huawei P30 Pro als derzeit bestes Kamera-Smartphone.

Display nur in Full-HD, Lautsprecher im Bildschirm

Bei der Display-Auflösung entscheidet sich Huawei nicht für das maximal Machbare, sondern belässt es bei konservativem Full-HD+ (2.340 x 1.080 Pixel). Mit einer Pixeldichte von 400 ppi ist der 6,47-Zoll große Bildschirm dennoch sehr fein strukturiert. Angesichts eines OLED-Panels ist von kräftigen und brillanten Farben auszugehen.

Huawei P30 Pro und P30 Display-Vergleich
Das Display des Huawei P30 Pro (links) misst 6,5 Zoll, das des P30 (rechts) 6,1 Zoll in der Diagonale. Image by Huawei.

Wie gehabt bedeckt das Display fast die ganze Vorderseite des Smartphones, die Frontkamera findet in einer tränenförmigen Kerbe am oberen Rand Platz. Um Rand einzusparen verzichtet Huawei auf einen Telefon-Lautsprecher und ersetzt diesen durch eine Akustik-Display-Technologie mit schwebendem In-Display-Lautsprecher. Der Fingerabdrucksensor befindet sich ebenfalls erneut unter dem Deckglas des Displays. Trotzdem ist Gehäuse wegen der aufwendigen Kamera-Konstruktion mit zehn Millimetern Dicke nicht ganz so schmal wie üblich.

Top-Prozessor, starker Akku

Im „Maschinenraum“ setzt Huawei auf den Top-Prozessor aus eigenem Hause, den Kirin 980. Ihm stehen zwei NPU für KI-Berechnungen und üppige 8 GB RAM zur Seite. Ihre Daten legen Nutzer wahlweise auf 128 GB oder 256 GB internen Speicher ab. Erweitern lässt er sich mit einer Karte in Huaweis eigenem Format Nano Memory.

Huawei P30 Pro in Aurora, Black, Breathing Crystal, Amber Sunrise
Das Huawei P30 Pro ist in vier Farben erhältlich: Aurora, Black, Breathing Crystal und Amber Sunrise.

Mit Energie versorgt das Huawei P30 Pro ein 4.200 mAh starker Akku. Das ist im Vergleich an sich schon viel für ein Oberklasse-Smartphone. Doch zusätzlich lässt der Energiespeicher sich auch besonders schnell aufladen, weil Huawei ein 40-Watt-Netzteil in den Karton packt.

Huawei P30 (ohne Pro) als günstige Alternative

Wer nicht das Beste vom Besten braucht und weniger Geld ausgeben möchte, findet im Huawei P30 eine Alternative. Die Einbußen sind überschaubar. Dem P30 fehlt die ToF-Kamera und der Fünffach-Zoom. Außerdem fallen das Display mit 6,1 Zoll und der Akku mit 3.650 maA etwas kleiner aus. Statt 8 GB unterstützen den Prozessor 6 GB RAM. Der interne Nutzerdaten-Speicher ist auf 128 GB begrenzt.

Huawei P30 in Aurora, Black und Breathing Crystal
In drei Farben ist das Huawei P30 ab April erhältlich: Aurora, Black und Breathing Crystal. Image by Huawei

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei P30 Pro und P30 starten im April 2019 in den Handel. Die 128-GB-Version des P30 Pro ist für 999 Euro und wie das P30 in den Farbvarianten Black, Amber Sunrise, Breathing Crystal und Aurora zu haben. Die Pro-Variante mit 256 GB ist nicht in Amber Sunrise erhältlich und kostet 1.099 Euro. Für 749 Euro erscheint das Huawei P30. Alle Modelle sind als Single- oder Dual-SIM-Varianten verfügbar. Wer eines der neuen Geräte zwischen dem 26. März und 4. April vorbestellt, erhält den Alexa-Lautsprecher Sonos One als Bonus. Günstiger als das P30 (Pro) ist übrigens das P30 lite, das Huawei inzwischen vorgestellt hat.

Die P30-Serie von Huawei bei Amazon (Provisionslink)


Images by Huawei

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Samsung Galaxy A9 fotografiert mit vier Hauptkameras

Samsung Galaxy A9 2018 Quad-Kamera

Nach dem Megapixel-Rennen wetteifern die Smartphone-Hersteller nun darum, wer die meisten Kameras in ein Gerät einbauen kann. Samsung prescht vor und stattet das kürzlich vorgestellte Galaxy A9 mit vier Hauptkameras auf der Rückseite des Mittelklasse-Smartphones aus. Die Quad-Kamera des Samsung Galaxy A9 soll bessere Bildqualität und mehr fotografische Flexibilität in verschiedenen Situationen bieten.

Kamera-Quartett mit Spezialaufgaben

Die Einführung einer Quad-Kamera war eine erwartbare Folge der Dual-Kameras in vielen Modellen und der Triple-Kamera in Huawei-Geräten. Samsung führt mit dem Quartett dabei allerdings keine neuen Funktionen ein, die Smartphone-Kameras bisher noch nicht beherrschen. Stattdessen werden einzelne Funktionen auf mehr Schultern verteilt.

  • Eine 24-Megapixel-Hauptkamera soll für klare und helle Bilder auch bei schlechten Lichtbedingungen sorgen. Dazu werden von der Bildsoftware vier Pixel zu jeweils einem zusammengeschaltet. Dadurch blieben mehr Details erhalten, während Bildrauschen reduziert wird.
  • Für eine Zoomfunktion sorgt eine 10-Megapixel-Kamera. Sie bietet einen optischen Zweifach-Zoom. Dadurch können Nutzer ihr Motiv nah heranholen, müssen aber keine Einbußen bei der Auflösung in Kauf nehmen, was der Fall ist, wenn Nutzer mit einer Zangengeste auf dem Display ins Bild hineinzoomen.
  • Wollen Nutzer Panoramen von Landschaften oder Städteansichten festhalten, können sie auf eine 8-Megapixel-Kamera mit Ultra-Weitwinkelobjektiv umschalten. Sie fotografiert mit einem Bildwinkel von 120 Grad.
  • Für Porträts mit künstlerischem Unschärfe-Effekt im Hintergrund (Bokeh) liefert eine 5-Megapixel-Kamera die nötigen Messdaten hinzu. Kombiniert mit Informationen der anderen Kameras kann das Smartphone die unterschiedliche Entfernung zwischen Vorder- und Hintergrund berechnen. Der Hintergrund wird daraufhin unscharf gestellt. Die Schärfentiefe können Nutzer nachträglich von Hand in der App verändern.

Für sehr hoch aufgelöste Selfies ist das Samsung Galaxy A9 außerdem mit einer 24-Megapixel-Frontkamera ausgestattet. Zusätzlich zur umfangreichen Hardware hat Samsung die Software der Kamera-App aufgebohrt. Beispielsweise soll eine automatische Mängelerkennung helfen, gelungene Aufnahmen zu erstellen, indem sie Fotos überprüft und den Nutzer benachrichtigt, sobald sie vordefinierte Mängel erkennt.

Samsung Galaxy A9 bietet großes Display und ist schnell genug für den Alltag

Es handelt sich um ein sehr großes Smartphone, dessen Display eine Diagonale von 6,3 Zoll (15,95 cm) aufweist. Weil der Bildschirm auf Super-AMOLED-Technologie basiert, ist mit satten Kontrasten, tiefem Schwarz und kräftigen Farben zu rechnen. Mit einer Akkukapazität von 3.720 mAh ist das Samsung Galaxy A9 sehr üppig ausgestattet. Daher sollte er Energiespeicher für weit mehr als einen Tag halten. Für die Aufnahmen, Musik und Apps stehen etwa 128 GB Speicherplatz zur Verfügung, die sich per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitern lassen. Außerdem können Anwender beim Galaxy A9 zwei SIM-Karten gleichzeitig nutzen, ohne auf eine microSD-Karte als Speichererweiterung verzichten zu müssen. Dadurch ist eine komfortable Trennung von privaten und beruflichen Gesprächen möglich.

Unter der Haube rechnet eine Mittelklasse-Prozessor vom Typ Snapdragon 660. Ihm stehen 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Diese Kombination ist schnell genug für Alltagsaufgaben aller Art und dürfte auch bei grafisch nicht zu aufwendigen Spielen eine flüssige Darstellung abliefern.

Das Galaxy A9 ist ab November 2018 in den auffälligen Farben „Caviar Black“, „Lemonade Blue“ und „Bubblegum Pink“ zum Preis von 599 Euro (UVP) erhältlich.

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Image by Samsung

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Huawei P20 Pro im ersten Test: Kamera kann Krasses

Huawei P20 Pro Hands-On

Wer ein Herz für Smartphone-Fotografie hat, hat der Vor­­­stellung der P20-Serie in Paris seit Wochen entgegengefiebert. Ein Smartphone mit einer Triple-Kamera auf der Rückseite ist eine Weltneuheit, die Großes verspricht. Gut, überraschend kam dieses Feature nicht. Dafür wurde zuvor viel zu viel geleaked. Ich habe mich dennoch für euch auf den Weg in die Stadt der Liebe gemacht und erste Eindrücke vom Huawei P20 Pro gesammelt.

Kamera-App überwältigt mit kreativen Möglichkeiten

Schon beim Öffnen der entsprechenden App werde ich quasi von Optionen erschlagen, und dann hat man sich noch nicht mal den manuellen Modus angeschaut. In dem lässt sich Profi-like alles Mögliche einer Kamera anpassen, sprich Blende, ISO, Belichtungszeit und so weiter.

Im normalen, vollautomatischen Foto-Modus lassen sich aber auch gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen. Das liegt nicht zuletzt an der Künstlichen Intelligenz, die zum Einsatz kommt. Huawei verbaut wie schon im Mate 10 Pro auch im P20 Pro einen extra Chip, der die Hauptrecheneinheit mit Algorithmen unterstützt, die sich die Vorteile neuronaler Netzen und maschinellen Lernens zunutze machen.

Künstliche Intelligenz hilft beim Fotografieren

Die Foto-Qualitäten wertet die KI-Unterstützung insofern auf, als dass die Kamera-Software des Huawei P20 Pro über 500 Motivszenarien unterscheiden und ideal belichten und nachbearbeiten kann. Nach dem eigentlichen Aufnahme blendet die Kamera-App ein, welche Optimierung sie vornimmt. In meinem Praxistest hat sie Bühnen oder Lebensmittel als solche erkannt und auf ihre entsprechenden Anforderungen hingehend angepasst. Foodblogger können sich also zum Beispiel auf einen scharfen Fokus und knallige Farben freuen.

Viel bejubelt wurde neben dieser fortgeschrittenen Motivautomatik der KI-gestützte Nachtmodus. Auch mich begeistert er. Ist diese Funktion aktiviert, kann ich Bilder bis zu sechs Sekunden lang aus freier Hand belichten. Obwohl für solch einen Fall eigentlich ein Stativ unverzichtbar wäre, muss ich dabei nicht stillhalten. Neben dem integrierten optischen Bildstabilisator greift eine Art Software-Bildstabilisator („Huawei AIS“) ein und rechnet das Bild scharf. Vor allem indirekt beleuchtete Gebäude kommen auf diesem Wege bestens zur Geltung. Vorbeifahrende Autos werden allerdings verständlicherweise bewegungsunscharf – was das Ergebnis keinesfalls schmälert.

Gleichzeitig hellt die KI-Software dunkle Bereiche ohne sichtbares Rauschen auf. Das fällt bei bei nächtlichen Landschaftsaufnahmen und einem bewölkten Himmel auf. Denn die Wolken wirken anschließend heller und zeigen mehr Struktur als ich mit bloßem Auge erkennen kann.

Triple-Kamera mit gelungenem Hybridzoom

Huawei verbaut im P20 Pro erstmals einen optischen Dreifach-Zoom, der durch digitale Nachbearbeitung zu einem Fünffach aufgebohrt wird. Wie genau dieser sogenannte Hybridzoom funktioniert, mag für manche magisch erscheinen. Fakt ist: Einer der Sensoren hat ein dreifaches Teleobjektiv, bietet also verlustfreien Zoom. Tippt man im normalen Fotomodus jedoch ein weiteres Mal auf das Vergrößerungs-Icon, gelangt man direkt zum fünffachen Zoom. Will man beispielsweise ein Schild in großer Entfernung oder eine Hausfassade festhalten, spürt man, wie der Bildstabilisator angeworfen wird und das entsprechende Motiv scharfstellt. Die Bildqualität dieses künstlich erweiterten Zooms wirkd verblüffend gut.

Huawei P20 Pro Hands-On
Die Triple-Kamera im Huawei P20 Pro beinhaltet Know-how von Leica und ermöglicht einen bis zu fünffachen Zoom. Image by Sebastian Seitz

Ein weiterer der drei Sensoren ist für die monochrome Fotografie wichtig. Aber auch wenn ihr in Farbe Bilder knipst, trägt er einen großen Teil zum genialen Ergebnis bei, da Kontraste und Konturen wesentlich deutlicher abgelichtet werden können. Will man direkt nur in monochrom schießen, findet sich natürlich auch dafür eine entsprechende Option. Diese Funktion ist wirklich empfehlenswert. Sie liefert weit bessere Ergebnisse als wenn man das Bild erst im Nachhinein in Schwarz-Weiß färbt.

Die Kamera ist fraglos das Highlight des Huawei-Flaggschiffs und wird zurecht gelobt. Beispielsweise das angesehene Branchenportal DxO Mark Mobile, das das P20 Pro getestet hat, kennt derzeit keine besseres Foto-Smartphone.

Huawei schlägt in die gleiche Kerbe wie Apple

Äußerlich lehnt sich das Design des Huawei P20 Pro an den Mainstream bei Top-Smartphones an. Das Design erinnert mich etwas an das Asus ZenFone 4. Das liegt zum Beispiel an dem ovalen Home-Button, der auf der Vorderseite unter dem Display Platz findet und den Fingerabdrucksensor beherbergt. Vielleicht lag es meinen vor Aufregung schwitzigen Händen, aber der Sensor funktionierte beim ersten Ausprobieren nur in jedem zweiten Fall. Ein Trick ist definitiv, ihn nicht nur draufzulegen, sondern zur Fingerkuppe hin ein wenig abzurollen.

Ebenfalls zu den Konventionen beim Displaydesign von Top-Smartphones zählt inzwischen ein Sensorsteg unter dem oberen Bildschirmrand. Diese auch als Notch bezeichnete Kerbe ist als Designmerkmal umstritten, nicht nur beim iPhone X. In der Pressekonferenz prahlte Huawei damit, dass weit mehr Benachrichtigungen als bei Apple in die Leiste links und rechts von der Kerbe passen, und das kann durchaus stimmen.

Huawei P20 Pro Hands-On
Das Huawei P20 Pro hat ein fast vollflächiges Display, das nur durch eine Kerbe am oberen Rand unterbrochen wird. Image by Sebastian Seitz

Die Notch ist da, aber innerhalb kürzester Zeit hat man sie eigentlich auch schon wieder vergessen. Sticht sie allerdings trotzdem zu sehr ins Auge, findet sich in den Einstellungen Abhilfe. Dann färbt sich die Statusleiste schwarz und die Notch verschmilzt mit dem Displayrahmen.

Riesen-Display im kompakten Gehäuse

Der Rahmen um das imposant große Display ist extrem dünn gehalten, was ich für sehr gelungen halte. Dank der schmalen Displayränder, dem Seitenverhältnis von 18:9 und auch wegen der Kerbe ist das Huawei P20 Pro verhältnismäßig klein. Man sollte sich keinesfalls von dem 6,1-Zoll-Display abschrecken lassen, denn das Gehäuse misst gerade einmal so viel wie das eines klassischen 5,5-Zöllers. Im Foto seht ihr mein Xiaomi Mi A1 zum Vergleich. Sie unterscheiden sich in den Maßen nur um Millimeter. Abzüge in der B-Note gibt es für die massiv hervorstehende Triple-Kamera des Huawei P20 Pro.

Huawei P20 Pro Hands-On
Obwohl es 6,1 Zoll Displaydiagonale bietet, ist das Huawei P20 Pro genauso groß wie der 5,5-Zöller Xiaomi Mi A1. Image by Sebastian Seitz

Ebenfalls ärgerlich ist die extrem glänzende und spiegelnde Rückseite. Sie konserviert auf Anhieb viele Fingerabdrücke und wirkt sehr empfindlich. Ich habe fast schon etwas Angst, das Gerät überhaupt aus der Hosentasche zu nehmen. Rund ums Gehäuse herum verläuft ein silberner Rahmen. Aus einem seitlichen Blickwinkel kann man es schnell mit dem iPhone X verwechseln. Unterbrochen wird die glänzende, abgerundete Umrahmung nur von den symmetrisch angeordneten Antennenstreifen an Ober- und Unterseite. Die ebenfalls silbernen Knöpfe für Lautstärke und Power haben keinerlei Spiel und einen guten Druckpunkt.

Huawei P20 Pro Hands-On
Angesichts der großen Displaydiagonale ist das Huawei P20 Pro sehr kompakt und schmal. Nur die Kamera steht stark über. Image by Sebastian Seitz

Das P steht für Power

Beim kurzen Gaming-Test zeigt der aus Huaweis Chip-Schmiede HiSilicon stammende Prozessor Kirin 970, was er Großartiges draufhat. Egal, ob ich Früchte in „Fruit Ninja“ zu Obstsalat säbele oder eine obligatorische Runde in „Asphalt 8“ drehe – auch in den nächsten zwei Jahren sollte das Huawei P20 Pro noch allen grafischen Herausforderungen gewachsen sein.

Der Kirin-Chip ist bereits ein Jahr alt und kam zum Beispiel im Huawei Mate 10 Pro zum Einsatz. Inwiefern er noch mit den neusten Vertretern von Qualcomm und Samsung mithalten kann, müssen Benchmark-Tests zeigen, für die im Rahmen meines Kurztests keine Zeit blieb. Eine runde Performance liefert die Hardware-Ausstattung aber in jedem Fall. Zur Seite stehen dem Kirin im Übrigen sechs Gigabyte Arbeits- und 128 GB Datenspeicher.

Weder Micro-SD noch Klinkenanschluss

Was ihr auf jeden Fall auf dem Schirm haben müsst: Das P20 Pro bietet weder einen Klinken-Anschluss noch die Möglichkeit zur Speichererweiterung. Dementsprechend müsst ihr für Musikgenuss via Kopfhörer auf welche mit USB Typ-C oder Bluetooth setzen. Das beigelieferte Headset sieht den Apple EarPods verblüffend ähnlich und liefert durchschnittlichen Sound.

Als Pendant zu den AirPods hat Huawei im Rahmen des P20-Launches außerdem die FreeBuds vorgestellt, die als In-Ear-Knöpfe kabellos in euren Ohren hängen. Sie gehören aber nicht zum Lieferumfang und sind optional erhältlich. Wenn das alles keine Option ist, liegt ein Adapter auf 3,5-Millimeter-Klinke in der Verpackung.

Kurztest-Fazit: Huawei P20 Pro ist reif für die Smartphone-Spitze

Das Huawei P20 Pro ist bei einem Preispunkt von 899 Euro sicherlich kein Schnäppchen. Wer aber auf der Suche nach einem modernen Smartphone mit der momentan vielleicht besten Kamera auf dem Markt ist, wird auf jeden Fall glücklich. Es vereint ein modisches Design mit kraftvoller Hardware und liegt außerdem auch noch gut in der Hand. Das Huawei P20 Pro ist ab sofort im Handel erhältlich.

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Images by Sebastian Seitz, Jonathan Kemper

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Huawei P20 Pro lenkt alle Augen auf die erste Triple-Kamera

Huawei P20 Pro Triple-Kamera

Mit Dual-Kameras versuchen immer mehr Smartphone-Hersteller die Foto-Qualitäten ihrer Modelle denen von herkömmlichen Kameras mit Wechselobjektiv anzunähern. Huawei hat dieses Prinzip mit dem P9 populär gemacht. Mit dem Ur-Enkel, dem Huawei P20, geht der Hersteller einen Schritt weiter und präsentiert das erste Smartphone mit drei Kameras auf der Rückseite. Die zwei preisgünstigeren Geschwistermodelle, das P20 lite und das P20 ohne Namenszusatz verzichten auf diese Weltneuheit, sind ansonsten allerdings technisch ebenfalls stark ausgestattet.

Huawei P20 Pro: Drei Kameras für einen fünffachen Zoom

Das Leistungsvermögen von Smartphones ist etwas mehr als zehn Jahre nach dem ersten iPhone zwar fast ausgereizt. Bei den Foto-Qualitäten geht aber noch was. Denn der Abstand zu den kreativen Möglichkeiten herkömmlicher DSLR und kompakter Systemkameras ist noch groß. Daher preschte Smartphone-Marktführer Samsung kürzlich mit einem Modell vor, dessen Objektiv erstmals die Blende variieren kann. Allerdings ist der praktische Mehrwert dieser Funktion in der ansonsten sehr guten Dual-Kamera des Galaxy S9+ gering.

Huawei Mate 20 Pro
Das Huawei P20 Pro. Image by Huawei

Samsungs Verfolger Huawei kontert jetzt mit einem Modell, das trotz Smartphone-typischer Bauweise einen bis zu fünffachen Zoom anbietet. Dafür sollen drei Sensoren deren Aufnahmen zu einer Bilddatei verrechnet werden. Dabei handelt es sich um einen Farbsensor mit 40 Megapixel, einen Schwarz-Weiß-Sensor mit 20 Megapixeln und einen Farbsensor mit 8 Megapixel. Vor dem 8-Megapixel-Sensor befindet sich zudem Vario-Summilux-Objektiv von Leica optischen Dreifach-Zoom, der einer Brennweite von 80 Millimetern (Kleinbild-äquivalent) entspricht.

Durch das Plus an Bildinformationen und den optischen Zoom sollen Nutzer den Bildausschnitt im Sinne eines Hybrid-Zooms bis zu fünffach vergrößern können, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen in der Qualität kommt. Wie bei den vorherigen Flaggschiff-Geräten von Huawei stand die Traditionsmarke Leica Pate. 

Auf der Front bleibt Huawei bei einer Aufnahmeeinheit. Diese ist jedoch ungewöhnlich hoch aufgelöst. Denn der Sensor zählt satte 24 Megapixel.

Super-Zeitlupe, Studiolicht-Effekte und KI-Bildstabilisator

Darüber hinaus ist das Huawei P20 Pro in der Lage, Videos mit 960 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und in Super-Zeitlupe in einer HD-Auflösung (720p) abzuspielen. Diese rechenintensive Funktion bieten sonst nur noch Spitzenmodelle von Samsung und Sony.

Huawei P20 Pro
Wie Samsung und Sony ermöglicht Huawei eine Super-Zeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde.

Außerdem bietet das Huawei P20 Pro einen Porträtmodus, der neben dem Bokeh-Effekt auch Lichteinstellungen wie im Studio simuliert. In diesem Punkt eifert Huawei dem Vorbild des iPhone X nach. 

Wie schon das Mate 10 nutzt auch das P20 Pro Verfahren des Maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz, KI), um dem Fotografen bei der Belichtung zu helfen. Die schlauen Algorithmen sollen Motive viel besser identifizieren und automatisch belichten als dies die Szenenprogramme herkömmlicher Kameras können.

Huawei NPU
Die KI-gestützte Kamera-Software soll die Belichtung in über 500 Szenarien präzise automatisch einstellen.

Außerdem soll die interne KI im Zusammenspiel mit dem optischen Bildstabilisator Langzeitbelichtungen aus freier Hand bis bis zu 8 Sekunden Länge ermöglichen. Huawei AIS nennt der Hersteller diese Funktion, die ein Stativ entbehrlich machen soll. Das sind große Worte, die wir bei nächster Gelegenheit durch einen Praxistest prüfen werden.

Huawei AIS
Huawei will mit einem KI-gestützten System das Stativ bei Langzeitbelichtungen überflüssig machen.

Huawei stattet das P20 Pro mit Technik vom Feinsten aus

Auch Display und Rechenleistung und sonstige Ausstattung des Huawei P20 Pro zählen zur Créme de la Créme dessen, was der Markt für Smartphone-Komponenten derzeit hergibt. Beim Bildschirm setzt Huawei auf eine aufwendig zu produzierende Konstruktion fast ohne Rahmen an allen Seiten, aber mit einem Sensorsteg am oberen Ende. Trendgemäß verfügt das 6,1 Zoll in der Diagonale messende Display über das langgezogene 19:9-Format. Das farbstarke OLED-Panel löst in knackscharfe 2.240 x 1.080 Pixel auf und verspricht damit eine hervorragende Bildqualität.

Ein sehr schnelles Arbeitstempo gewährleistet der von Huawei selbst gefertigte Prozessor vom Typ Kirin 970. Neben acht Rechenkernen verfügt er auch über die aus dem Huawei Mate 10 bekannte Prozessoreinheit, die Aufgaben mit Künstlicher Intelligenz löst. Dem Kirin 970 an die Seite stellt Huawei imposante 6 GB Arbeitsspeicher, was für schnelle App-Starts und flüssiges Multitasking sorgen dürfte. Mit 128 GB Festspeicher bietet das P20 Pro auch viel Platz für Apps, Fotos und Musik. Allerdings ist er nicht erweiterbar, denn auf einen Slot für eine Micro-SD-Karte verzichtet Huawei.

Auch bei der übrigen Ausstattung lässt Huawei sich nicht lumpen. Das Betriebssystem ist mit Android in der Version 8.1 topaktuell, der Akku ist mit einer Kapazität von 4.000 mAh recht groß dimensioniert und gemäß IP67-Standard ist das Modell auch sicher vor Wasser und Staub.

Dieses vorzüglich zusammengestellte Paket hat natürlich auch seinen Preis. So ruft Huawei zum Marktstart im April 899 Euro für das in drei Farbvarianten erhältliche Top-Smartphone auf. Der Unterschied zum Luxus-Preis des iPhone X schmilzt somit bei Android-Geräten immer mehr.

Huawei P20 und P20 lite bieten viel Leistung für weniger Budget

Dem neuen Vorzeige-Gerät an die Seite stellt Huawei zwei preisgünstigere Geschwistermodelle: Das Huawei P20 für 649 Euro und das Huawei P20 lite für 369 Euro. Wegen des niedrigeren Preises sind einige Leistungsdaten im Vergleich zum P20 Pro abgespeckt.

Huawei P20
Das Huawei P20. Image by Huawei

Wer auf die Triple-Kamera verzichten kann, sollte das P20 in Betracht ziehen. Es verfügt über eine Dual-Kamera mit Know-how von Leica, deren Sensoren mit 20 und 12 Megapixel auflösen. Das Display basiert auf der helleren, aber nicht so farbstarken LCD-Technologie. Außerdem ist es mit 5,8 Zoll in der Diagonale etwas kleiner als beim Pro-Modell. In das Gehäuse passt daher auch nur ein Akku mit 3.400 mAh Kapazität. Der Arbeitsspeicher zählt 4 GB, was aber immer noch gehoben ist. Wie beim Pro-Modell unterstützt eine KI Smartphone-Nutzer beim Fotografieren.

Das P20 Lite (zu unserem Test) setzt wie das P20 auf ein vergleichbar großes LC-Display. Die Dual-Kamera auf der Rückseite nutzt einen 16-Megapixel- und einen 2-Megapixel-Sensor. Der Akku fasst 3.000 mAh. Statt dem neusten Android kommt die Hauptversion 8.0 zum Einsatz. Im Gegensatz zum P20 und P20 Pro ist der 64 GB große Festspeicher des „kleinen“ Modells dafür durch eine Micro-SD-Karte erweiterbar. Unter der Haube rechnet nicht der KI-Prozessor, sondern ein Mittelklasse-Rechenknecht namens Kirin 659.

Huawei P20 lite
Das Huawei P20 lite. Image by Huawei

Insbesondere das Preis-Leistungsverhältnis des Huawei P20 lite ist äußerst attraktiv. Denn obwohl es auf Spitzen-Technik verzichtet, bietet es immer noch eine gehobene Ausstattung für vergleichsweise kleines Geld. Ein Smartphone mit fast rahmenlosen und nahezu vollflächigen Display (abgesehen von der Notch) ist in dieser Preisklasse neu.

Porsche Design Huawei Mate RS mit Fingerabdruckleser im Display

Neben der P20-Serie kündigte Huawei in Paris auch eine neues Luxus-Modell namens Porsche Design Mate RS an. Es wird Mitte April für 1.699 Euro erscheinen. Neben einem besonderen Design und dem Prestige eines exklusiven Modells erhalten Käufer dann das erste Gerät, das über einen Fingerabdrucksensor im Display verfügt. Außerdem ist Spitzentechnik aus dem Huawei P2o Pro dabei. So sind die Triple-Kamera von Leica mit 40 Megapixeln, die KI-gestützte Fotografie, ein 4.000-mAh-Akku und der IP67-Wetterschutz an Bord.

Welchen ersten Eindruck das Huawei P20 Pro macht, berichtet Jonathan Kemper in diesem Kurztest. Er war als Autor von Netzpiloten Android bei der Vorstellung der P20-Serie in Paris vor Ort.

Das P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Die Pro-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Die lite-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Das Porsche Design Huawei Mate RS bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Huawei; Sebastian Seitz; Berti Kolbow-Lehradt

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Raw-Fotos für Einsteiger: So fotografiert ihr auf dem iPhone wie ein Profi

Apple (adapted) (Image by Life of Pix [CC0 Public Domain] via Pexels)

Für viele Nutzer ist das iPhone inzwischen der meist genutzte Fotoapparat. Die klassische Kamera bleibt häufig zuhause, weil ein Smartphone viel leichter zu tragen und schneller gezückt ist. Doch deshalb müsst ihr nicht unnötig Bildqualität verschenken! Statt Fotos standardmäßig in JPEG-Format abzuspeichern, lohnt es sich, auf Apples Mobiltelefon das sogenannte Rohdatenformat zu verwenden, auch kürzer als Raw bezeichnet. Das bedeutet praktisch keinen Mehraufwand, bedarf aber einer Zusatz-App. Wie genau könnt ihr Raw-Fotos nutzen und was genau bringen sie eigentlich?

So aktiviert ihr Raw-Fotos auf dem iPhone

Von Raw haben Foto-Enthusiasten sicher zumindest schon einmal gehört, oder sogar damit schon einmal auf der digitalen Spiegelreflex- oder Systemkamera fotografiert. Dass viele aktuelle Smartphones auch Raw-Fotos aufnehmen, abspeichern und bearbeiten können, wissen hingegen eher wenige. Bei Android ist der Raw-Modus schon etwas länger, nämlich ab Version 5 (Lollipop), freigeschaltet. Apple hat erst bei iOS 10 nachgelegt und das Rohdatenformat integriert. Voraussetzung ist ein iPhone mit 12-Megapixel-Sensor. Infrage kommen also das iPhone 6S, 6S Plus, SE, 7 und 7 Plus.

Leider lässt sich das Rohdatenformat nur über einen kleinen Umweg verwenden. Ihr braucht nämlich eine zusätzliche Kamera-App, die in Raw abspeichern kann. Dies geht zum Beispiel mit den kostenpflichtigen Apps ProCamera oder ACDSee Pro. Mit Lightroom gibt es auch eine Gratis-Alternative, für die ihr euch lediglich einen kostenlosen Adobe-Account zulegen müsst. Es genügt dabei, jeweils einen Modus zu aktivieren, der „Professionell“ oder ähnlich heißt.

Screenshot-Lightroom-Professionell-DNG-iPhone
Wenn ihr in Lightroom den Modus auf Professionell schaltet (rechts), fotografiert ihr automatisch im Raw-Format DNG (links). Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Die Standard-Kamera-App des iPhone speichert hingegen nur JPEG-Dateien. Habt ihr mit anderen Apps jedoch erst einmal Raw-Fotos aufgenommen, könnt ihr diese auch mit Apples vorinstallierter Fotos-App bearbeiten. Doch warum lohnt es sich überhaupt ein anderes als das im Internet so populäre JPEG-Format zu benutzen?

JPEG verschlimmbessert Bilder oft – Raw nicht

Der Grund ist simpel: JPEG wurde vor allem gemacht, um Platz zu sparen. Zu diesem Zweck werden JPEG-Dateien komprimiert. Bei Raw landet das Foto hingegen direkt vom Kamerasensor auf dem Speicherchip. Anders als beim JPEG-Bild bleibt die Datei nahezu unangetastet, quasi wie ein Negativ. Nicht umsonst heißt das auf Smartphones geläufige Raw-Format DNG („Digital Negative“).

Hingegen bei JPEGs greifen die Algorithmen der Smartphone-Kamera massiv ins Bild ein. Die Software schärft das Bild automatisch nach und rechnet störendes Signalrauschen heraus. Dieser kosmetische Einsatz soll zu gebrauchsfertigen Fotos direkt aus der Kamera führen. Doch nicht immer sorgt dies für eine Verbesserung. Oft gehen dabei in dunklen oder hellen Bildbereichen Details verloren. Ihr seht dann nur knallweiße oder tiefschwarze Flächen, wo eigentlich noch Struktur und Zeichnung sein sollte. Viele dieser Effekte sind fest ins Bild eingerechnet und lassen sich nicht rückgängig machen. Insofern ist der Fotograf sehr abhängig davon, wie die Smartphone-Software ein JPEG-Bild abliefert.

Im Gegensatz dazu fängt das Rohdatenformat DNG die höchstmögliche Bildqualität ein. Statt sehr dunkle und sehr helle Bildinformationen aus Platzgründen zu reduzieren, bleibt ein viel größerer Dynamikumfang mit mehr Kontraststufen erhalten. Zudem bleiben Raw-Fotos von Artefakten verschont, die oft entstehen, wenn die JPEG-Algorithmen bestimmte Bildfehler schön rechnen wollen.

Mehr Qualitätsreserven beim Nachbearbeiten

Ein Hauptgrund, warum Foto-Enthusiasten auf den Raw-Modus setzen, sind die Qualitätsreserven, die ihnen das Rohdatenformat beim Nachbearbeiten in Foto-Apps bietet. Bei Szenen mit schwierigen Lichtsituationen ist es deshalb möglich, bestimmte Details „zurückzuholen“, die beim JPEG einfach nicht sichtbar wären.

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Screenshot by Stefan Gagern

In hellen Bereichen wie Wolken könnt ihr die sogenannten Spitzlichter reduzieren, um wieder Zeichnung zu sehen, die Wolken halt so bauchig und flauschig aussehen lassen. In dunklen Teilen des Bildes könnt ihr die Schatten aufhellen, sodass Gräser oder Fassadenstrukturen wieder erkennbar sind. Mit Lightroom für iOS macht ihr dies, indem ihr ein Bild in der Einzelansicht öffnet und das „Licht“-Icon aktiviert. Dort könnt ihr an den jeweiligen Reglern die Lichter und Tiefen verändern.

Auch der Weißabgleich lässt sich bei der Nachbearbeitung relativ gut korrigieren. Das ist praktisch, wenn ihr in Innenräumen fotografiert habt, wo viel Kunstlicht die Szenerie beleuchtet hat. Den Weißabgleich und andere Farbkorrekturen könnt ihr über das „Farbe“-Icon in Lightroom für iOS verändern. Auch bei Landschaftsfotos lohnt es sich übrigens, mit dem Weißabgleich zu experimentieren. Dies kann den Charakter eines Himmels völlig verändern und interessanter wirken lassen kann.

Beruhigend: Selbst wenn ihr noch so viel am Bild ändert – das Originalbild bleibt bei Raw-Fotos immer unberührt. Beispielsweise in Lightroom werden Bearbeitungen stets als zusätzliche Metadaten gesichert. Die Rückkehr zum Ausgangszustand des Bildes ist daher immer möglich.

Noch mehr Qualität durch Raw-HDR

Im Frühjahr 2017 erschien ein Update für Lightroom, das einen Raw-HDR-Modus hinzufügte. Dieser ist ab Version 2.7 für iOS und Version 2.3 für Android in der App enthalten (Lightroom für Android stellen wir hier ausführlich vor). Mit dem Raw-HDR-Modus könnt ihr Aufnahmen machen, die einen so großen Dynamikbereich abbilden, wie es lange Zeit nur mit klassischen DSLR- oder spiegellosen Systemkameras möglich war. Den Raw-HDR-Modus aktiviert ihr im Kamera-Modul von Lightroom mit dem Dropdown-Menü links vom Aufnahmeknopf.

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Im Raw-HDR-Modus könnt von unbewegten Motiven Bilder mit großem Dynamikumfang machen. Screenshot by Stefan von Gagern

Der neue HDR-Modus scannt automatisch die Szenerie um den korrekten Belichtungsbereich zu ermitteln. Dann nimmt die App drei DNG-Dateien auf. Diese werden automatisch ausgerichtet, zusammengeführt und per Tone-Mapping-Verfahren aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis sind Bilder, die auch ohne nachträgliche Bearbeitung viel realitätsnäher aussehen, weil sie mehr Details in den dunklen und hellen Stellen bewahren. Allerdings lohnt sich die HDR-Aufnahme nur bei unbewegten Motiven, da bei der Zusammenrechnung sonst geisterhafte Schlieren entstehen würden.

Raw-Dateien brauchen mehr Platz

Neben allen Vorzügen gibt es bei Raw-Fotos auch einen Haken: Die Rohdaten und das Plus an Qualität brauchen mehr Platz. Eine Raw-Datei ist gerne mal über 20 Megabyte groß, während JPEGs in hoher Auflösung zum Beispiel im Bereich um die 6 Megabyte liegen. Bei HDR ist der Speicherbedarf noch höher: Jede HDR-Raw-Aufnahme besteht aus drei einzelnen Raw-Bildern, sodass der benötigte Platz entsprechend dreimal größer ist.

Wer also viele Raw-Dateien aufnimmt, sollte ein iPhone mit großem Speicherplatz wählen und den Fotoordner regelmäßig von Nieten befreien. Alternativ könnt ihr auch eine Erweiterung um einen externen Flashspeicher mit Lightning-Connector in Erwägung ziehen. Der Speicheraspekt ist im Vergleich zu den Vorteilen allerdings zu vernachlässigen. Unter dem Strich habt ihr mit Raw-Dateien insgesamt sehr viel mehr Möglichkeiten kreativ zu werden als bei der Nutzung von JPEG.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Image (adapted) „Apple“ by Life of Pix (CC0 Public Domain)
Screenshots by Stefan von Gagern & Berti Kolbow-Lehradt


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DXO One im Test: Diese iPhone-Kamera ist besser als deine iPhone-Kamera

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Klar, mit dem iPhone können tolle Bilder gelingen. Aber manchmal reicht es eben nicht, was Apples Mobiltelefon als Fotoapparat zu bieten hat. Mehr fotografischen Gestaltungsspielraum soll die zusätzliche Mini-Kamera namens DxO One aus dem iPhone herausholen. Ihr verbindet die Kamera per Lightning-Anschluss oder WLAN und steuert sie über das Smartphone-Display. Dank ihres vergleichsweise großen Sensors ist die Bildqualität der 500 Euro teuren DxO One der des iPhone überlegen. Vor einer Weile hatte ich die Kamera im Hands-on. Wie macht sie sich in der Praxis?

Warum die iPhone-Kamera manchmal nicht reicht

Zwar wirbt Apple mit den tollen Nacht-Fotos des iPhone. Aber die Leistung eines Smartphones bei schwachem Licht ist nun mal begrenzt. Die Mini-Kamera das französisch-amerikanischen Unternehmens DxO Labs bietet mehr Reserven. Der 1 Zoll in der Diagonale messende Sensor ist um mehr als doppelt so groß wie der des iPhone 7 (1/2,6 Zoll). Daher verursacht die DxO One schon bauartbedingt weniger Bildrauschen bei höheren ISO-Zahlen.

Wer Fotos gern mit mehr Dynamikumfang als Raw-Datei abspeichern möchte, muss zu einer der beiden jüngsten iPhone-Generationen greifen. Mit der DxO One können Besitzer älterer iPhones ebenfalls die Vorteile von Raw-Dateien nutzen. Auch der beliebte Unschärfeeffekt im Hintergrund gelingt mit der Mini-Kamera unabhängig vom gekoppelten Gerät und Datei-Format. Diesen vermag Apple nur im JPG-Modus mit der Dual-Kamera des iPhone 7 Plus zu leisten. Außerdem verzerrt die DxO One mit 32 Millimeter Brennweite Gesichter bei Porträtaufnahmen weniger als das 28-Millimeter-Weitwinkel der iPhone-Standardkamera.

Außerdem bietet die DxO One mit einer Auflösung von 20 Megapixeln mehr Potenzial für Ausschnittsvergrößerungen als das iPhone (8 bzw. 12 MP). Freunde von Langzeitbelichtungen freut, dass die DxO One mit F1.8 nicht nur eine lichtstarke Offenblende hat, sondern sich auch auf F5.9 abblenden lässt. Hingegen Geschmacksache ist es, dass die DxO One Bilder im klassischen DSLR-Seitenverhältnis von 3:2 statt wie beim iPhone in 16:9 abbildet.

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Die DxO One ist schön designt und passt bestens zum Look von Apple-Geräten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Ein Schmuckstück für die Hosentasche

Was in ihr steckt, sieht man der DxO One von außen nicht an. Aber ein Hingucker ist Kamera auf jeden Fall. Das rechteckige Gehäuse aus Kunststoff und Aluminium ist so edel designt und hochwertig verarbeitet, wie Apple-Nutzer es erwarten. Stylische Akzente setzen die geschliffenen Kanten um Objektivdeckel und Auslöseknopf. Die Formsprache ist angenehm minimalistisch.

Mit 108 Gramm wiegt die DxO One zwar nur etwas weniger als ein iPhone 7 selbst (138 Gramm). Immerhin sind die Maße mit weniger als 7 x 5 x 3 Zentimetern gerade noch kompakt genug, um die Kamera einigermaßen diskret in der Hosentasche zu verstauen. Befestige ich die mitgelieferte Trageschlaufe, kann ich die DxO One auch an der Hand spazieren tragen – wie damals zu Zeiten von Kompaktkameras.

Standalone geht, als iPhone-Zubehör besser

Als eigenständiger Fotoapparat ohne Smartphone lässt sich die DxOne tatsächlich verwenden. Insofern passt der Vergleich mit der Kompaktkamera. Mit dem grobpixeligen, monochromen Kleinstdisplay auf der Rückseite kann ich das Motiv zur Not auch ohne Smartphone anvisieren. Dank eines eigenen Akkus, den ich via microUSB lade, ist die DxO One nicht auf die Energie des iPhone angewiesen. Mittels des microSD-Kartenschachts lassen sich Aufnahmen ohne Umweg mit dem Computer austauschen. Eine 8-GB-große Karte gehört sogar zum Lieferumfang.

DxO One
Der Lightning-Stecker ist etwas tricky. Toll: Der Hersteller packt auch eine microSD-Karte in den Lieferumfang. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Im Team mit einem Smartphone-Display macht die DxO One aber mehr Spaß. Für den gemeinsamen Einsatz mit einem iPhone (oder iPad) ab iOS 9 und mit Lightning-Anschluss hat der Hersteller die Kamera ja schließlich auch entwickelt. Um den eingeklappten Lightning-Stecker auszufahren und wieder einzuklappen, schiebe ich den Objektivdeckel ganz nach unten. Leider erklärt sich dieser wichtige Mechanismus nicht ohne einen Blick ins Handbuch. Einen intuitiveren Ansatz halte ich für wünschenswert.

Die Verbindung zwischen DxO One und iPhone ist zwar schon recht stabil, dennoch empfiehlt der Hersteller eine beidhändige Bedienung. Das Ensemble ist auch zu sperrig, um es nur in einer Hand zu halten. Habe ich die DxO One mit dem iPhone verbunden, startet die zuvor installierte, herstellereigene Kamera-App automatisch. Erst mit ihr kann ich auf alle Bedienmöglichkeiten der DxO One zugreifen.

Funktionsreiche Kamera-App

In der hervorragend durchdachten DxO-App in der Version 2.1 finde ich mich schnell zurecht. Ihr Layout ist fürs Querformat gestaltet. Auf der linken Seite der Live-Bildvorschau wechsele ich zwischen Foto- und Video-Modus. Zudem verändere ich dort Blende, Verschlusszeit, ISO, Belichtungskorrektur, Belichtungsmessung und Weißabgleich. Auf der rechten Seite entscheide ich mich mit dem Button unten für P, A, S, M oder einen szenenbezogenen Aufnahmemodus.

DxO One
Die gut durchdachte Kamera-App ist eine Freude! Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Der Button rechts oben führt mich zu den Einstellungen. Dort kann ich viele Parameter zur Bildqualität und zu den Metadaten nach meinen Vorlieben konfigurieren. In dieser Hinsicht bietet die DxO One eine Optionsvielfalt, die auch Profis erfreuen dürfte. Zurück im Hauptbildschirm komme ich mit dem Thumbnail oben links in die Galerie. Dort kann ich die Fotoausbeute betrachten und an Nachrichten- sowie Social-Media-Apps weiterreichen.

DxO One per WLAN oder per Apple Watch fernsteuern

In vielen Situationen gelingen Fotos besser oder überhaupt erst, wenn der Fotograf die Kamera nicht direkt in der Hand hat. Mit der DxO One lässt sich das prima realisieren, denn ich kann sie auch per Funk fernsteuern.

Dazu rufe ich das Einstellungsmenü auf und verbinde die DxO One mit dem iPhone per WLAN. Entweder füge ich beide Geräte in ein bestehendes Drahtlosnetz ein oder stelle eine Direktverbindung zwischen ihnen her. Während der Einrichtung muss die DxO One per Lightning-Stecker mit dem iPhone kommunizieren. Danach kann ich sie abziehen.

Ohne spürbare Verzögerung konnte ich per WLAN Fotos auslösen oder die Videoaufnahme starten. Zwar hinkte die Übertragung des Live-Bildes bei schnellen Schwenks punktuell und minimal hinterher. Im fertigen Video ist davon aber nichts zu sehen.

DxO One
Die DxO One lässt sich per Apple Watch fernauslösen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Alternativ kann ich den Fotoauslöser der DxO One auch mit einer Begleiter-App für die Apple Watch fernsteuern. Dafür muss die Kamera aber am iPhone stecken, per WLAN funktioniert das nicht. Weil auf dem kleineren Smartwatch-Display außer dem Auslöseknopf weder Live-Bildvorschau noch andere Optionen eingeblendet sind, lassen sich Bilder bei dieser Option jedoch nur „aus der Hüfte schießen“.

Fotografieren mit der DxO One in der Praxis

Mit der DxO One zu fotografieren ist eine Freude. Dank der vorbildlich gestalteten DxO-App kann ich die Belichtung viel schneller und intuitiver verändern als in der nativen iPhone-App oder in dem an sich auch recht guten Kamera-Modul von Lightroom.

Die DxO One fokussiert und knipst ebenso verzögerungsfrei wie das iPhone. Aber sie bietet darüber hinaus noch einen coolen Trick, den ich sonst nur von ausgewachsenen Systemkameras kenne. So kann ich mit dem halb gedrückten physischen Auslöser am Kameragehäuse ein Objekt fokussieren und dann trotzdem den Bildausschnitt verändern, ohne dass sich die Schärfeebene verschiebt.

Ein Segen für Fotos aus der Käfer- oder Vogelperspektive ist der beweglich gelagerte Sockel des Lightning-Steckers. Er lässt sich um 45 Grad nach oben und unten drehen, sodass ich auch noch das iPhone-Display betrachten kann, wenn ich die Blickrichtung der DxO One ändere. Im WLAN-Betrieb könnte ich die Kamera getrennt vom iPhone natürlich noch freier bewegen. Meistens bevorzuge ich aber den gekoppelten Modus, weil ich das System dann stabiler halte und weniger verwackle.

Hingegen ein No-Go ist für mich die lange Einschaltzeit. Selbst wenn die DxO One bereits gekoppelt ist, dauert es mindestens geschlagene fünf Sekunden vom Öffnen des Objektivdeckels bis zum automatischen Start der App. Da ist jede Schnappschuss-Gelegenheit längst vorbei. Den Sperrbildschirm des iPhones zu deaktivieren und die Kamera-App zu starten, gelingt mir schneller. Wenn es schnell gehen muss, nutze ich dann doch die interne Kamera, obwohl ich die DxO One dabei habe.

Ein weiteres Manko ist die Ergonomie im Standby. Dann liegt das sperrige Duo nicht besonders angenehm in der neben mir baumelnden Hand. Wünschenswert wäre, wenn DxO Labs die Kamera so geschmeidig an den iPhone-Body anpassen könnte, wie es bei der 360-Grad-Kamera Insta360 Nano gelungen ist.

Mit dieser Bildqualität kann das iPhone nicht mithalten

In punkto Bildqualität macht die DxO One eine erstklassige Figur. Schon die JPGs sind scharf und detailreich. Zudem bieten sie einen hohen Dynamikumfang, der viel Spielraum bei Lichtern und Schatten lässt. Die Abstimmung ist so gut, dass ich aus den Raw-Dateien im DNG-Format nicht viel mehr rausholen kann. Nur bei sehr hohen Empfindlichkeiten ist der Raw-Entwicklung der Vorzug zu geben.

DxO One
Der Raw-Vergleich zeigt, dass die DxO One wegen des größeren Sensors deutliche Vorteile beim Rauschverhalten hat. Images by Berti Kolbow-Lehradt

Gerade bei schlechtem Umgebungslicht spielt der 1 Zoll große Sensor seine Stärke aus und lässt das iPhone in punkto Bildrauschen und Detailreichtum hinter sich. Wegen der höheren Auflösung des Sensors der DxO One bleibt die Bildqualität selbst bei etwas größeren Ausschnitten dann noch passabel, wenn es bei iPhone-Fotos schon etwas pixelig wird.

Auch den Schärfeverlauf mag ich sehr. Anders als beim Software-Filter im iPhone 7 Plus handelt es sich um einen natürlichen optischen Effekt, der auch entsprechend authentischer wirkt. Allerdings ist ein Direktvergleich wegen der unterschiedlichen Brennweiten schwierig.

Mini-Manko: Für meinen Geschmack sind die Bilder etwas zu entsättigt und zu dunkel, wenn sie direkt aus der Kamera kommen. Daran ändert auch die „Mobile Smart Lighting“-Funktion wenig, die Schatten in verschiedenen Stärken aufhellt. Aber der Look lässt sich mit einer Bildbearbeitungsapp ja nach Belieben anpassen.

Testfotos aus der DxO One

Bilder übertragen und bearbeiten

Eine Bearbeitungsfunktion bringt die App von DxO Labs selbst nicht mit. Stattdessen kann ich mit einer beliebigen anderen App wie etwa Lightroom oder Snapseed im Fotos-Ordner des iPhone auf die Bilder zugreifen und diese bearbeiten.

JPGs lädt die Kamera automatisch aufs Smartphone oder Tablet. Hingegen die 25 MB großen Raw-Dateien muss ich händisch übertragen, was nur über eine versteckte Funktion gelingt. Dazu wechsle ich aus dem Aufnahmefenster der DxO-App in die Galerie, tippe das gewünschte Bild an, wische nach unten in die Exif-Ansicht und aktiviere den „Raw übertragen“-Knopf.

Per microSD-Karte oder microUSB-Kabel kann ich die Bilder natürlich auch auf den Mac spielen. Mit DxO Connect stellt der Hersteller eine kostenlos nutzbare aber sehr schmalbrüstige Transfer- und Editor-Software zur Verfügung. Eine kostenpflichtige aber deutlich mächtigere Alternative ist DxO Optics Pro. Sie lässt sich per Plug-in auch in macOS Fotos und in Lightroom einbinden.

Warum die DNG-Dateien der DxO One in meiner Lightroom-CC-Installation seltsame Störstreifen und andere Artefakte auf den Bildern anzeigt, ließ sich bisher nicht klären. Weil aber Camera Raw in Photoshop CC und die Lightroom-Installation eines Kollegen die Raw-Fotos einwandfrei darstellen, dürfte es sich um einen Einzelfall handeln.

Fazit

Viele Fotografen wünschen sich eine möglichst kompakte Kamera, die qualitativ hochwertige Bilder erlaubt und diese auch gleich ins Social Web verschicken kann. Die DxO One ist in diesem Sinne eine gelungene „Connected Camera“ fürs iPhone oder iPad. Ihre Möglichkeiten erweitern den Spielraum für anspruchsvolle Fotografie mit den Apple-Geräten erheblich. Die Bildleistung spielt in einer Liga klar oberhalb des iPhones. Auch die Bedienung der Mini-Kamera bietet erheblich mehr Optionen als die native iPhone-App und macht anspruchsvolle Fotografen glücklich.

Hingegen die lange Einschaltzeit bekommt der Hersteller hoffentlich mit einem kommenden Update in den Griff. Wünschenswert wäre es zudem, dass sich die DxO in einer etwaigen künftigen Generation im gekoppelten Zustand noch etwas angenehmer in einer Hand transportieren ließe. Außerdem dürfte das Ensemble aus DxO One und iPhone generell gern etwas weniger sperrig und mehr aus einem Guss wirken. Begeistert wäre ich auch, wenn DxO Labs künftig noch Aufstecklinsen für Telebrennweiten veröffentlichen würde. Das gibt das kleine aber wachsende Zubehörsortiment noch nicht her.

Unter dem Strich ist die DxO One ein mächtiges Foto-Zubehör für iPhone-Fotografen. Als unauffällige Reportage-Kamera eignet sie sich hervorragend. Allerdings ist der Preis von rund 500 Euro im Hersteller-Shop an der Schmerzgrenze angesetzt.

DxO One
Stativadapter, Gegenlichtblende und Filteradapter bietet DxO Labs bereits an. Aufstecklinsen wie bei Zeiss wären auch toll. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Teaser Image by Timo Holthoff

Screenshots & Images by Berti Kolbow-Lehradt


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Instagram: So gewinnst du Reichweite und bekommst mehr Likes

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Wohl kein soziales Netzwerk hat in den letzten Monaten ein solches Wachstum verzeichnen können wie der Foto-Dienst Instagram (Download im Google Play Store). Der Grund liegt auf der Hand: Die mobilen Schnappschüsse können unkompliziert mit schicken Filtern versehen und anschließend direkt mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Doch vor allem in der Anfangsphase bekommen die Bilder meist nur wenige Follower zu Gesicht und so lässt Popularität auf sich warten. Abhilfe können unsere Tipps und Tricks schaffen.

1. Nutze mehr und richtige #Hashtags

Hashtags wurden ursprünglich für den Kurznachrichtendienst Twitter entwickelt, um eine bessere Sortierung der Tweets zu erreichen. Nach und nach haben auch andere soziale Netzwerke diese Keyword-Funktion übernommen – so auch Instagram. Hashtags sind mittlerweile in aller Munde und werden hin und wieder missbraucht, um ganze Wortgruppen zu vertaggen. Das mag zwar cool aussehen, hat aber keine Auswirkungen auf die Reichweite deiner Posts. Schlauer ist es da schon, einzelne Wörter zu vertaggen, die den Inhalt näher klassifizieren.

Das können Orte (#Alpen, #Meer oder auch #Berlin) und deren Sehenswürdigkeiten (#Fernsehturm, #Reichstag oder #Olympiapark) sein. Aber auch Gegenstände (#Bike, #Sonne, #Kaffee) oder Situationen (#Relax, #MorningGlory, #Spring, #Abenteuer) sein. Beliebte Tags sind unter anderem auch #igersgermany für „Instagramers Germany“ oder auch #igersoftheday.

Welche Hashtags häufig genutzt werden, verrät dir Instagram selbst. Sobald du das Hashtag-Zeichen und ein paar Buchstaben eintippst, schlägt dir Instagram passende Stichwörter vor. Dabei solltest du Hashtags sowohl in deutscher als auch englischer Sprache nutzen.

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Hashtags helfen beim schnellen Finden von Inhalten. Screenshots by Jonas Haller

2. Poste auf Englisch

Da komme ich auch direkt zum zweiten Punkt: Poste in englischer Sprache. Die Weltsprache Nummer 1 erreicht deutlich mehr Menschen als die deutsche Sprache. Zudem verstehen mehr Menschen deine Botschaft. Doch Vorsicht: Zwar kannst du den Text noch nachträglich ändern, allerdings sollten Rechtschreibung und Grammatik auch auf Englisch stimmen. Falls du unsicher bist, poste lieber in deutscher Sprache und verwende die passenden englischen Hashtags.

3. Verlinke Orte, Personen und Unternehmen

Seitdem es Instagram gibt, können Orte hinterlegt sowie Dritte sowohl im Bild als auch im Text verlinkt werden. Nutze diese Funktion ausgiebig! Merke dir den Ortm an dem du das Foto aufgenommen hast und verlinke ihn bei „Ort hinzufügen“. Auch eine Erwähnung im Text in Form von Hashtags wie #Berlin, #igersberlin oder #berlinstagram bringen Reichweite und damit auch Likes.

Oft sind neben dir auch andere Menschen auf dem Foto zu sehen. Verlinke befreundete Instagram-Nutzer auf deinen Aufnahmen, um anderen die Möglichkeit zu geben auch andere Konten kennenzulernen. Wie bei den anderen sozialen Netzwerken zählt auch bei Instagram: Sharing is caring. Das gilt ebenso für Unternehmen und Produkte, die auf den Fotos abgebildet sind. Natürlich solltest du dabei das richtige Maß finden und nicht jedes Detail verlinken – das nagt an deiner Glaubwürdigkeit und du wirst schnell als Werbefigur verstanden.

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Die Bearbeitungsmöglichkeiten bei Instagram sind vielfältig. Screenshots by Jonas Haller

4. Qualität statt Quantität

Ihr kennt sie sicher alle: Instagram-Nutzer, die zu jeder erdenklichen Situation ein (teilweise schlechtes) Foto posten und sich damit profilieren wollen. Auch wenn immer mehr Nutzer das Netzwerk zur Ablage ihrer persönlichen Fotos nutzen, solltest du bewusst bestimmte Inhalte veröffentlichen. Wie so oft zählt: Qualität statt Quantität. Das beginnt schon beim Bildaufbau und der Perspektive. Nimm dir für ein Foto (oder eine Fotogalerie) lieber etwas mehr Zeit und passe es nach deinen künstlerischen Vorlieben an, als die Inhalte einfach in das Netzwerk „zu rotzen“. Die Möglichkeiten sind mittlerweile schier unbegrenzt und die Bildbearbeitungsfunktionen reichen schon fast an vollwertige mobile Bearbeitungssoftware wie Lightroom Mobile heran.

5. Nutze die Share-Funktion von Instagram

Falls du noch andere soziale Netzwerke nutzt, dann verwende die Share-Funktion. Mit ihrer Hilfe können die Aufnahmen unkompliziert und automatisiert bei Facebook, Twitter und Co. geteilt werden. Etwas schade beim Netzwerk mit dem Vögelchen: Bilder werden nicht direkt in der Timeline, sondern lediglich als Link angezeigt. Wer die Fotos direkt in seiner Twitter-Medienbibliothek finden will, kann auf den Dienst IFTTT zurückgreifen. Per passendem „Rezept“ – so werden die Mikroprogramme genannt – kannst du Inhalte direkt bei Twitter veröffentlichen oder auch in deiner Dropbox speichern. Eine Auswahl dazu gibt es in der passenden Android-App.

Dieser Artikel erschein zuerst auf Androidpiloten.


Images by Jonas Haller


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