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Press Play! – Podcast Tipps im März

Als Podcast-Fans der ersten Stunde, sind wir immer auf der Suche nach besonderen Stücken, die man unbedingt hören sollte. Dieses Mal hat sich unsere Autorin Leonie Werner in die Welt der Podcasts begeben, um uns ihre Empfehlungen zu zeigen. Hier erwartet euch nicht nur ein interessanter Einblick in die Welt der Kunst, sondern vielmehr auch Impressionen aus den Abgründen des Internets, angereichert mit einem Podcast-Projekt der bekannten Rocket-Beans. Hier sind die Podcast-Tipps für den März.

Artist Decoded [engl]

Der amerikanische Fotograf Yoshino nimmt seine Zuhörerschaft mit auf eine Reise durch die Welt der Kunst. In über 100 Folgen (bisher) interviewt er Künstler aus der ganzen Welt und erörtert gemeinsam mit ihnen, was einen Künstler ausmacht, wie man selbst Künstler wird und spricht auch über die Erfolge und Misserfolge seiner Interview-Partner. Dabei geht es oft nicht nur um Kunst allein, sondern auch um das Leben an sich, Träume und Realitäten und allgemein was es bedeutet am Leben zu sein. Unglaubliche Geschichten werden hier gepaart mit interessanten Persönlichkeiten und den verschiedensten Ausdrucksformen in der Kunst.

Empfehlungsfolge: #5 Jesse Draxler: Creation Through Destruction

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Life Bytes [engl]

Ein Podcast, der amerikanischer wohl nicht sein könnte. Die Prämisse dahinter: Zwei unglaublich sympathische und authentische Hosts berichten über die Abgründe des Internets. Egal ob es um das mysteriöse Verschwinden von YouTubern geht, oder über merkwürdige Websites, die verstörende Inhalte anbieten. Die Jungs sind sich für nichts zu schade und nehmen alles mit einem überspitzten, wenn auch nicht immer politisch korrekten, Humor.

Empfehlungsfolge: Unethical Life Hacks

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Fest und Flauschig

Jan Böhmermann und Olli Schulz sind ein Duo, dessen Unterhaltungskraft man nicht unterschätzen sollte. In ihrem Podcast „Fest und Flauschig“ geht es um alles Mögliche. Um Politik, Popkultur und Eigenarten. Mit schwingt immer der wiedererkennbare Humor der beiden Moderatoren. Damit eignet sich der Podcast perfekt für das Abschalten nach einem langen Arbeitstag.

Empfehlungsfolge: Einfach drauf losklicken, was euch interessiert.

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Serial [engl]

Zu diesem Zeitpunkt ist Serial gerade in der dritten Staffel. In jeder Season werden echte Geschichten und Geschehnisse Folge für Folge aufgearbeitet. In der ersten Staffel geht es somit um einen Mordfall aus den USA, in dem ein junger Teenager am Mord seiner Freundin für schuldig befunden wurde. Allerdings gab es niemals wirkliche handfeste Beweise gegen ihn. Die zweite Staffel geht dann um das mysteriöse Verschwinden eines US-Soldaten aus einer Militärbasis in Afghanistan, der daraufhin von den Taliban gefangen genommen wurde. Und die dritte Staffel handelt nun von einer gerichtlichen Verhandlung, die Folge für Folge untersucht wird. Die Geschehnisse sind absolut mitreißend und spannend aufbereitet. Frei nach dem Motto: Das Leben schreibt noch immer die besten Geschichten.

Empfehlungsfolge: Am sinnvollsten ist der Beginn bei Staffel 1 – Folge 1.

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Almost Daily

Das ist die passende Talkshow im Podcast-Format zu den Projekten der Rocket Beans aus Hamburg. Sowohl mit Humor als auch mit dem nötigen Feingefühl wird hier an Themen herangegangen, die Gesellschaft, Politik oder die Gamer-Community betreffen. Dabei laden sich die Bohnen manchmal auch Gäste von außerhalb ein, oder diskutieren in der sympathischen Runde ihrer eigenen Moderatoren das Tagesgeschehen.

Empfehlungsfolge: Am besten immer die aktuellste.

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Start & Select

Noch einmal treten YouTuber in den Vordergrund. Dieses Mal begleiten uns Gronkh und Onkel Jo durch die Abgründe und Aufwinde der Gaming-Branche. Die beiden haben in ihrem Leben bereits mehr Spiele an- oder durchgespielt, als wohl vieler ihrer Zuhörer und bringen damit noch mal ein wenig mehr Erfahrung in die Diskussions-Runden. Ansonsten geht es aber auch mal um aktuelle Filme, Serien oder alles, was sonst noch interessant für die Hosts ist.

Empfehlungsfolge: Sind alle super unterhaltsam.

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Press Play! – Podcast Tipps im Februar

Meine eigenen Anfänge des Hörens sind in den USA verwurzelt – und einige meiner Lieblingspodcasts sind daher auch von dort. Ich glaube, dass ich bei englischen Podcasts besser abschalten kann, weil es nicht meine Sprache ist und ich daher nicht automatisch für meinen Job als Produzentin mitanalysiere.

How Did This Get Made [engl]

Sehr schlechte oder skurrile Filme werden von Jason Mantzoukas, Paul Scheer, June Diane Raphael und einem Gast diskutiert. Diese Gruppe seziert die Filme so absurd und lustig, dass es immer noch witzig ist, wenn man den Film nicht mal gesehen hat. Dieser Podcast ist mein absoluter Lieblingseskapismus und einige Folgen habe ich schon sehr oft gehört. Diesem Podcast zolle ich Tribut mit Nilz Bokelbergs und meinem Podcast „WIMAF – Wiedersehen macht Freude“.

Empfehlungsfolge: Sleepaway Camp

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You Made it Weird with Pete Holmes [engl]

Dieser Podcast lebt von Pete Holmes, seinem außerirdisch charmanten Host und natürlich vom jeweiligen Gast. Zu Gast sind oft Comedians, aber auch Schauspieler, Freunde und allerlei schlaue Menschen. Drei große Themen sind immer Sex, Comedy und God und von da an wird wild geredet. Ich liebe den Podcast vor allem deswegen so sehr, weil er mir immer neue Perspektiven auf Menschlichkeit gibt und mir auch zeigt, dass noch so viele andere Menschen auf meine Art weird sind, oft wie eine Art Gesprächstherapie zum Zuhören und zur Selbsthilfe. Dieser Podcast ist ein Grund, warum „Laberpodcasts“ wichtig sind! Ich fühle mich hier immer zu Hause.

Empfehlungsfolge: John Mulaney (Comedian und sein bester Freund)

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Lieblingspodcast #3 Hardcore History [engl]

Dan Carlin sucht sich einzelne historische Begebenheiten oder Personen und erzählt diese dann so lebendig und intensiv, dass ich regelmäßig Gänsehaut und/oder Tränen in den Augen habe, weil er die Hörer so mitreißt, dass man mitten drin steckt. Seine Folgen sind mit 3-5 Stunden immer sehr lang und erscheinen nicht sehr oft, aber es lohnt sich trotzdem. Er hat immer nur eine bestimmte aktuelle Zahl an Folgen kostenlos hörbar und alle anderen auf seiner Webpage zu kaufen.

Zu empfehlen: „The Wrath of Khans“ (Die komplette Geschichte von Dschingis Khan und der Mongolei. Hat mich umgehauen!)

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Lieblingspodast #4 Lage der Nation

Dieser Podcast hat alle meine Wünsche erfüllt, wie ich Nachrichten konsumieren will. On Demand, sympathisch, mit Bezug zum realen Leben, liebevoll erklärend und im Dialog. Der perfekte Rückblick auf die Woche im guten Wechsel zwischen großem Draufblick und kleinem Detailblick.

Empfehlung: immer die aktuellste Folge

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Lieblingspodcast #5 The Tim Ferris Show [engl]

Da ich mich selbstständig gemacht habe und eine eigene Firma betreibe, ist Tim Ferris Podcast für mich wahnsinnig interessant. Er interviewt erfolgreiche Menschen aus allen Bereichen und zapft deren Gehirne an, um ihren Alltag und ihr Arbeiten zu dekonstruieren, um so die interessanten Aspekte rauszufinden, die den Erfolg möglich gemacht haben. Darunter befinden sich dann viele Tipps und Tricks, die ich schon oft erfolgreich anwenden konnte.

Zu empfehlen: Dieser Podcast ist extrem gastabhängig für mich, daher keine spezielle Folgenempfehlung.

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Der MP3 Player und sein Untergang

Wie ein Format ausstirbt, sieht man am Beispiel des MP3 Players. Im Vergleich zu seinen heutigen Konkurrenten, wirkt der MP3 Player beinahe wie ein Relikt aus einer vergangen Zeit. Der erste MP3 Player der Geschichte war der Sehan MpMan F10. Damals noch als Innovation gefeiert mit sagenumwobenen 32-Mbyte-Speicher, wo ungefähr acht MP3s rauf passten. Das Kompressionsverfahren des MP3 revolutionierte die Medienlandschaft und eröffnete gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Märkte portable Musik abzuspielen.

Seit seiner Einführung im Jahre 1998 sieht sich das einstige Wunderkind der Musikindustrie seit einigen Jahren einem starken Wandel gegenüber. Die Absatzzahlen beweisen diesen Niedergang des einstigen Lieblings der Musikindustrie. Laut gfu Consumer & Home Electronics GmbH liegt dieser für 2018 nämlich bei mageren 500.000 verkauften Audioplayern. Im Vergleich dazu hatte der MP3 Player seinen Höhepunkt im Jahre 2005 mit über acht Millionen verkauften Geräten. Dieser Umstand zeigt wieder einmal, wie vergänglich technische Errungenschaften sein können. Auch die Technik frisst ihre Kinder. Ihr 20-jähriges Jubiläum haben sich die Hersteller sicher anders vorgestellt. Der klassische MP3 Player wurde mittlerweile von alternativen Geräten abgelöst.

Die Zukunft

Neben den bereits erwähnten alternativen Gadgets, erklären sich die Analysten diesen Rückgang auch mit der mittlerweile einfachen Technik, MP3 Dateien abzuspielen. Dazu gehören Smartphones, Tablets, Notebooks und Autoradios. Aber auch unterschiedliche Streamingportale, Podcasts oder Audiotheken ermöglichen heute Musik zu beziehen und ins Ohr zu beamen. Über 40 Millionen Personen ab 14 Jahren nutzen zumindest gelegentlich Audioangebote aus dem Internet. Bei den öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbietern sind es sogar stolze 138 Millionen. Die Zahlen zeigen wie dynamisch der Sektor ist. Da scheint der Niedergang des klassischen MP3 Players nur klar und die logische Konsequenz. Aber auch hier profitiert die Industrie von den Möglichkeiten, die sich durch diesen Zuwachs eröffnen. So ist beispielsweise der Absatz von Kopfhörern für 2018 auf 12,8 Millionen Stück beziffert, mit einem Gesamtumsatz von 560 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 17 Prozent, was enorm ist.

Die Dynamiken zeigen einerseits wie Fortschritt die Lebensqualität verbessert. Andererseits unterliegt der Markt seinen eigenen Gesetzen und verdrängt schrittweise bewährte Errungenschaften, indem sie sie ständig weiterentwickelt.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • E3 heise: E3-Konferenz von Sony: Blockbuster-Show für die PS4: Die E3 – also die Electronic Entertainment Expo – ist seit über 20 Jahren eines der Highlight-Events in der Gamingszene, auf dem jährlich die aktuellsten Neuerungen vorgestellt werden. Nach Ankündigungen von neuen Konsolen wie der Xbox One X von Microsoft, ziehen auch andere Entwickler und Publisher wie Ubisoft. Aus dem Hause Sony werden den geneigten Zocker vor allem diverse Eigenproduktionen und mehr Material für die Playstation VR – die hauseigene Virtual-Reality-Brille – erwarten. Bei diversen Spielen wird sich allerdings noch bedeckt gehalten, dafür soll es erst auf der Gamescom im August weitere Infos geben.

  • DIGITALISIERUNG sueddeutsche: Deutschland braucht einen Digitalminister: Man lachte noch über Bundeskanzklerin Angela Merkel’s Aussage “das Internet sei für uns alle Neuland”, aber tatsächlich passiert in Deutschland zu wenig. Am gestrigen Tag reiste die halbe Bundesregierung zum Digitalgipfel in die Rhein-Neckar-Region. Ein Punkt, in dem Deutschland vor allem hinterherhinkt, ist der Ausbau der Glasfaserleitungen und der steht immerhin schon in der neuen Agenda des Wirtschaftsministeriums. Was jetzt wichtig ist, damit das Land innerhalb der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleibt, ist eine digitale Agenda mit harten Zielen und idealerweise einem Staatsminister im Kanzleramt, der die Aktivitäten der Fachministerien mit einem entsprechenden Mandat koordiniert.

  • DATENSCHUTZ handelsblatt: Gesichtsscan im Supermarkt ist unbedenklich: Kürzlich machte die News die Runde, dass in Real-Supermärkten die Gesichter von Kunden an den Kassen gescannt und digital erfasst werden sollten. Die Software erfasst demnach, wie lange der Kunde auf den Werbebildschirm schaut, unterscheidet nach Geschlechtern und schätzt das Alter. Bei Datenschützern klingelten da erst mal die Alarmglocken, aber laut dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht sei datenschutzrechtlich alles in Ordnung.

  • PODCASTS wired: Apple gibt Podcastern mehr Daten – doch die sind skeptisch: Es wird von Produzenten als Meilenstein angesehen – Apples neue Podcasting-Analytics soll es Podcastern möglich machen, zu wissen, wie lange der Hörer mithört und welche Teile möglicherweise übersprungen werden. Aus Previews geht hervor, dass die Podcast Analytics wie die Analytics für iOS Apps dargestellt werden und dass Apple Nutzerdaten anonymisiert. Inhalte und Werbung können demnach nicht zielgruppengerecht auf die Hörer zugeschnitten werden.

  • WORDPRESS Quelle: Zu wenige Mitarbeiter anwesend: WordPress-Firma schließt Büro: Das WordPress-Büro in San Francisco macht dicht. Grund dafür: Mitabreiter der Firma hinter WordPress.com – Automattic – seien zum großen Teil schlichtweg nicht regelmäßig anwesend. Wie das sein kann? Automattic stellt es seinen Mitarbeitern frei, wo sie arbeiten wollen. Dem Firmensprecher Mark Armstrong zufolge war das Büro in San Francisco — ähnlich wie weitere Offices in Kapstadt und Portland – eine Art Coworking-Space.

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5 Lesetipps für den 20. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um die Fokussierung der NYT auf den Online-Bereich, Startup-Trends, die neuesten Snowden-Enthüllungen, die Sharing Economy und Podcasts. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS Poynter: Dean Baquet: NYT will retire ‘system of pitching stories for the print Page 1?: Im Kampf um das digitale Überleben macht die traditionsreiche Zeitung, The New York Times, Online zur obersten Priorität. Ab sofort soll der Kampf der Storys um die erste Seite in der Zeitung unwichtiger werden und stattdessen die Platzierung von guten Geschichten auf der Website an Priorität zunehmen. Die besten Storys kommen auf die „Deans List“ vom Chefredakteur Dean Baquet und werden online besonders prominent platziert. Hierbei sollen diese zwischen sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends erscheinen, da in dieser Zeit die digitale Leserschaft ihren Höhepunkt habe. Somit macht die New York Times einen weiteren wichtigen Schritt für eine digitale Zukunft.

  • STARTUPS Gründerszene: Big Data und E-Health laufen E-Commerce den Rang ab: In den letzten fünf Jahren gehörten E-Commerce Startups zu den meist gegründeten Unternehmen im Technologie-Bereich. Im vergangenen Jahr zeichnete sich jedoch eine rückläufige Zahl an Finanzierungsanfragen von diesen ab. Der Grund hierfür sei, dass kaum noch eine Nische frei ist, wie Capnamic Ventures vermutet. Stattdessen wird lieber in anderen Bereichen gegründet. Im Technologie-Sektor liegen hierbei vor allem die Themen Datensicherheit, Fintech, Big Data und E-Health im Trend, wie eine Studie basierend auf 5.000 Finanzierungsanfragen ermittelt hat. Somit wird die deutsche Gründerszene immer innovativer und legt ihr Nachahmer Image immer mehr ab.

  • NSA Süddeutsche.de: NSA und GCHQ hackten SIM-Karten-hersteller Gemalto: Und wieder mal sind neue Enthüllungen von Edward Snowden an die Öffentlichkeit gelangt. Dabei sollen dieses Mal die NSA und das britische Pendant der GCHQ massenweise Verschlüsselungscodes des SIM-Karten Herstellers Gmalto gestohlen haben, die es den Geheimdiensten ermöglichten die Kommunikation von Handy-Nutzern unauffällig zu überwachen. Betroffen sein dürften jede Menge SIM-Karten, ist Gmalto eine der größten Hersteller auf diesem Gebiet und zählt unter anderem Verizon und AT&T zu seinen Kunden. Das Unternehmen möchte nun sehr genau untersuchen wie der Angriff entstehen konnte.

  • SHARING ECONOMY Unsere Zeit: Der Wolf im Sharingpelz – warum die gesellschaftliche Wirkung der Sharing-Ökonomie besser ist als ihr Ruf: Der Ruf der Sharing Economy ist nicht gerade sonderlich gut – zumindest in Deutschland. Vor allem Uber, das wohl aktuell prominenteste Beispiel, hat hierzu einen nicht allzu kleinen Teil beigetragen. Doch auch wenn der Ruf der Sharing Economy somit ausbaufähig ist, hat diese eine nicht zu verachtende gesellschaftliche Wirkung, wie Julian Leitloff erklärt. So ist für ihn die Sharing Economy eine Antwort auf die Veränderung unserer Gesellschaft. Nicht die Lebensumstände sollte an den Job angepasst werden, sondern anders herum. Gleichzeitig betont er aber auch, dass eine kontroverse Auseinandersetzung mit den neuen Angeboten sehr wichtig sei.

  • PODCASTS Digiday: Podcasters eye Android devices for next stage of growth: Mit Hits wie „Serial“ erleben Podcasts zurzeit eine Hochphase und steigende Beliebtheit beim Publikum und der Werbebranche. Treibende Kraft hierbei ist Apple mit der Podcas-Sektion in iTunes und der vorinstallierten Podcast-App auf dem iPhone und iPad. Doch auch wenn damit ein Bigplayer eine wichtige Rolle im Podcast-Markt spielt, könnte der Markt noch einmal einen deutlichen Schub erleben. Momentan bietet Konkurrent Google keine Podcast App oder ähnliches an. Sollte sich dies aber ändern und somit auch Android-Nutzer in den Genuss von Podcasts kommen, würden diese noch einmal deutlich gefördert werden. Bislang hat Google sich hierzu aber noch nicht geäußert.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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Podcasts: Ohne geiles CMS keine geilen Medien

Podcasts anywhere anytime (adapted) (Image by francois schnell [CC BY 2.0] via Flickr)

In den klassischen Medien scheitern Innovationen oft nur an kleinen Dingen. Gerade im Umgang mit Podcasts zeigt sich das. Schon kleine technische Variationen, Erweiterungen und minimale Änderungen der Rahmenbedingungen können etwas völlig Neues auslösen, konstatieren die Podcast-Pioniere Tim Pritlove und Philip Banse in der von Pritlove produzierten Sendung „Lautsprecher„. Das gilt für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen, schlägt aber bei den klassischen Massenmedien in viel größerer Wucht ein. Beim Podcasting entstanden in den vergangenen zehn Jahren völlig neue Formate, auch wenn das Radio nicht neu erfunden wurde.

Es setzt sich eine neue Kommunikationshaltung durch, die tradierte Ausdrucksformen wie das Radio-Feature aufleben lässt. „Der Aufwand, mit dem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Features produziert werden, sprengt die Vorstellungen der allermeisten Hörer“, so der erfahrene Radio-Mann Banse. Man sitzt dafür eine Woche im Studio mit Regisseur, Produzent und Profi-Sprechern, produziert täglich um die acht Stunden, zaubert ein Stück über die Dauer von einer Stunde, präsentiert es recht lieblos auf der Website und macht es nach der Ausstrahlung noch eine Woche abrufbar, wenn die Suche in der Mediathek überhaupt zum Erfolg führt. Danach wird depubliziert und das war es.

Freigeistige Podcaster

Für die Audio-Graswurzelbewegung ein Anlass zum ändern. „Wir schmeißen alles weg, was wir aus dem Radio kennen und fangen neu an„, so das Podcast-Credo von Banse. Kein Zeitbegrenzung, keine Techniker hinter der Scheibe, keine Startzeit, kein Ablaufdatum, keine Redaktion, vor der man irgendetwas rechtfertigen muss. Man genießt die Freiheit, im Radio-Journalismus Blindflüge zu starten und zu schauen, wo man landet. Es entstehen Außenaufnahmen mit interessanten Leuten an spannenden Orten. Man erzeugt bei der Renaissance der Radio-Reportage Bilder im Kopf über Geräusche und alles mit kleinen sowie preiswerten Geräten in Stereo aufgenommen. Banse, der im Sommer mit einem Team ein genossenschaftliches Radioprojekt namens „Der Sender“ startet, bewegt sich leidenschaftlich in unterschiedlichen Welten. Auf das Spielbein Podcasting will er dabei nicht verzichten.

Öffentlich-rechtliche Sender haben Schwierigkeiten wie alle großen Organisationen. Sie sind nicht spontan und zu wenig flexibel für experimentelle Aktionen, die in der Podcast-Szene vorgelebt werden. Ausnahmen gibt es nur wenige. Etwa die Deutschlandradio-Sendung „Breitband“, die von Jana Wuttke mit aufgebaut wurde. „Die haben es geschafft, sich aus dem Content Management System des Deutschlandradios zu lösen und konnten ihren eigenen Podcast-Feed konfigurieren„, erläutert Banse.

Klassischen Medien fehlt die Podcast-Leidenschaft

Da hätte es aber mehr Möglichkeiten gegeben. Radio-Journalismus findet in den 54 Sendern des öffentlich-rechtlichen Hörfunks kaum noch statt. Die dudeln von morgens bis abends Musik unterbrochen mit kleinen 1:30-Einspielern und Quiz-Fragen. Läppisch seien nach Auffassung von Banse auch die Podcast-Versuche der Zeitungsverlage, die eigentlich mehr wagen könnten.

Peter Schink hat das bei Welt Online versucht. „Ich hatte da alle Freiheiten. Der wusste schon, was das Podcast-Prinzip bedeutet. Thema überlegen, ohne Längenbegrenzung produzieren und schauen, was geht. Also Küchenradio-Stil. Das ist aber total unbefriedigend abgelaufen. Der ganze Rahmen stimmte nicht„, kritisiert Banse. Auf welt.de konnte man die Beiträge überhaupt nicht finden. Es gab keine Kommentare, keine Interaktion mit den Podcast-Hörern, es wurde nicht richtig präsentiert, es wurde nichts nach außen getragen, es gab kein Feedback der Redaktion. Man liefert sein Stück ab, schreibt eine Rechnung und bekommt vielleicht per Mail die Rückmeldung „Ist angekommen“. So kann man keine Community aufbauen, so bekommt man keinen Draht zur Crowd, wie es Podcaster und Blogger gewöhnt sind.

Sendungen wie Blogbeiträge präsentieren

Ähnliches erlebt Banse in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Man macht einen Beitrag im Deutschlandfunk etwa auf dem Sendeplatz „Podium“ – also Primetime zehn vor acht Uhr – erreicht hunderttausende Zuhörer und erlebt, dass sich draußen bei den Rezipienten nicht eine Stimme regt. In den rund 17 Jahren seines öffentlich-rechtlichen Rundfunklebens hat er aufgrund eines Beitrags vielleicht 20 E-Mails von Zuhörern bekommen – also gut eine Reaktion pro Jahr. Gemeint sind jetzt nicht Reaktionen auf irgendein Gewinnspiel oder Servicefragen zum Abschluss von Versicherungen, sondern Meinungsäußerungen auf die vom Journalisten präsentierten Inhalte. Die Beiträge und der Radiomacher verschwinden hinter der Fassade des Senders. Dabei steht alles zur Verfügung, so Banse: Es gibt eine Redaktion und es gibt eine Sendung – beim Deutschlandfunk etwa das Verbraucherformat „Marktplatz“.

Jetzt brauchen die liebwertesten Gichtlinge des öffentlich-rechtlichen Hörfunks nur noch eine eigene URL www.deutschlandfunk.de/marktplatz einführen. Das Team wird vorgestellt, es gibt personalisierte Kontaktdaten und einen Chat. „Schaut Euch jedes beliebige Podcast-Blog an und macht das so„, fordert Banse. Jede Sendung wird unter einer eigenen URL wie ein Blogpost präsentiert, kann dauerhaft abgerufen und kommentiert werden. So etwas machen mit wenigen Ausnahmen weder Radiosendungen noch Verlage.

CMS als Bremsklotz für Medieninnovationen

Banse hat noch keinen einzigen Redakteur von klassischen Medien getroffen, der sagt: „Mein CMS ist geil, das ist richtig super, da kann ich alles machen„. Alle fluchen darüber. Das ist der Bremsklotz für Medieninnovationen in Deutschland. Es fehlen nicht die technologischen Wunderwerke, es fehlt schlichtweg der Wille, die offenen, vernetzten und kollaborativen Technologien einzusetzen.

Da sind die alternativen Medien wesentlich flexibler, agiler und lebendiger. Die Podcast-Hörer helfen dir weiter, geben dir Tipps und Anregungen, um besser zu werden. Es gibt eine unglaublich engagierte Community, von denen die alten Medien nur träumen können. Die Trennung von Sender und Empfänger ist fast vollständig aufgelöst. So skizziert Pritlove seine langjährigen Podcast-Erfahrungen. Es entstehe eine Nähe und über die unmittelbare Interaktion sind die Podcast-Hörer ein Teil der eigenen Projekte: „Das macht dieses Medium aus. Diese unfassbare persönliche Beziehung.

Software als redaktionelles Mittel

Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass dieser Effekt über die Mitmach-Technologien des Social Web entstanden ist. Bei Verlagen, TV und Hörfunk erlebt man allerdings häufig eine ausgeprägte Feindlichkeit gegenüber Technologien und Innovationen. Ohne Buchdruck gäbe es doch den ganzen Journalismus nicht, proklamiert Pritlove. Die gesamte Medienbranche sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Software ein redaktionelles Mittel ist. Heute ist es entscheidend, wie komfortabel man kommentieren und publizieren kann, ob die URL für jeden Beitrag einzeln zur Verfügung steht, um sichtbar zu werden. Wie sich ein System verhält, ist nicht mehr in einer Maschine integriert, die im Keller steht und vor sich hin dampft. Die Technologie ist ein entscheidender Faktor des Journalismus und die Programmierer sollten ein wichtiger Bestandteil von redaktionellen Teams sein. Die Software muss Schritt halten, um moderne Berichterstattung zu garantieren und um Sendungen interaktiv zu präsentieren.

An dieser Stelle scheitern TV, Hörfunk und Verlage, die sich aus dem Joch ihrer IT-Abteilungen nicht befreien und den Herrschaftsansprüchen der CIOs wenig entgegensetzen. Bei Bloggercamp.tv konnten wir das schon häufig erleben. Redakteure prallen an der Firewall ihrer IT ab und müssen die Live-Hangouts nach Feierabend in die eigenen vier Wände verlegen.

Es sind in Deutschland eben oft nur kleine Stellschrauben, die Medienrevolutionen behindern.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „Podcasts anywhere anytime“ by francois schnell (CC BY 2.0)


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