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Fund this! – Crowdfunding Tipps im April

Wir Netzpiloten durchstreifen regelmäßig die verschiedenen Crowdfunding-Plattformen im Internet. Uns begeistern vor allem Produkte und Aktionen, die durch diese innovative Finanzierungsform erst möglich gemacht werden. Hier unsere Auswahl des Monats. Huseyin Kocintar hat sich einige Projekte angeschaut, die bereits erfolgreich finanziert wurden.

Biomasseheizkraftwerk auf Kuba

Der deutsche Entwickler Prolignis möchte mit seinem Projekt ein Biomasseheizkraftwerk auf Kuba realisieren. Das neue Kraftwerk soll die veraltete Biomasseverbrennungsanlage einer Zuckermühle ersetzen, um künftig deren Energieversorgung mit Prozessdampf und elektrischem Strom sicherzustellen. Als Treibstoff dienen naturbelassene Bioabfälle. Der Standort befindet sich 250 km südöstlich von Havanna in der Stadt Lajas und ist gut vernetzt. Die Crowdfunding-Kampagne ist bereits super erfolgreich verlaufen. Seht selbst!

Biomasseheizkraftwerk auf Kuba @bettervest (Ziel: 250.000 Euro | Am Ende: 560.250 Euro)

Superkreuzburg. Alte Videobeispiele neu präsentiert

Zwei Freunde haben sich der Liebe zum Videospiel verpflichtet und produzieren mit moderner Technik Videos über alte Videospiele & Konsolen. Sie kaufen sich alte Konsolen und alte Spiele, um sie auf ihrem YouTube Kanal zu besprechen. Außerdem produzieren sie Podcasts, darunter den Filmpodcast Super 35. Damit eine angemessene Qualität gewährleistet ist, verwenden sie aktuelle Technik, was mit finanziellem Aufwand verbunden ist. Um das ganze weiterhin zu betreiben, benötigen die Jungs finanzielle Unterstützung.

Alte Videospiele neu präsentiert! @steadyhq (102,45 Euro monatlich)

OBSBOT Tail

Die OBSBOT Tail ist eine hochauflösende Kamera und die weltweit erste Auto-Director Kamera, die mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. Die Kamera kommt ganz ohne Kameramann oder ständig wechselnde Einstellungen aus und ist mit einer 3-achsigen Kardanaufhängung und optischem Zoomobjektiv ausgestattet. Mit einem Knopfdruck werden anspruchsvolle Filmtechniken und das Filmen von schwierigen, komplexen Bewegungen zum kinderleichten Spiel für Jedermann/ Jedefrau. Es besteht die Möglichkeit das Projekt zu unterstützen.

OBSBOT Tail @kickstarter (Ziel: 45.230 Euro | Am Ende: 360.988 Euro )

ENERQI. Invisible Fast Wireless Charger

ENERQI ist die nächste Generation des kabellosen Ladens. Das Ladegerät wird unsichtbar mit einer Reichweite von 40mm unter der Oberfläche des Tisches, Schreibtischs oder der Möbel montiert und das Gerät einfach darüber gelegt. Es lädt praktisch durch die Zwischenfläche durch und macht das Laden einfacher, indem man das Gerät unterhalb der Fläche anbringt. Das Ladegerät ist kompatibel sowohl mit Android als auch Apple Smartphones. Wer diese Idee unterstützen möchte, kann das über die Crowdfunding-Plattform tun.

ENERQI @indiegogo (Ziel: 4.426 Euro | Am Ende: 301.270 Euro)

Hexbot

Der Hexbot ist ein Roboterarm für den Schreibtisch und enthält ein Lasergravurgerät. Außerdem kann es als 3D-Drucker eingesetzt werden, Schach und Gomoku spielen. Es ist in der Lage mithilfe von modularen Werkzeugaufsätzen einen Stifthalter zum Schreiben und Zeichnen zu führen, einen Laser zum Schneiden einzusetzen oder einen Greifer um Gegenstände auszurichten. Die vielseitige Funktionalität und ihr Preis von 580 Euro brachten dem Projekt übrigens innerhalb von 5 Minuten sein Finanzierungsziel von 50.000 Dollar ein. Eine Investition lohnt sich!

Hexbot@kickstarter (Ziel: 50.000 US-Dollar | Am Ende: 846.910 )

MESAY 3: AI Übersetzer

Das MESAY 3 ist ein Echtzeit-Übersetzer mit KI- Eigenschaften und einer Übersetzungsgenauigkeit von 97%. Das Gerät ist mittlerweile in der dritten Generation und somit bereits einfacher und intelligenter in der Anwendung. Es verfügt über gleichzeitige, bidirektionale Sprach- und Textübersetzung in 50 Sprachen und einer Standby-Zeit über 7 Tage. Es ist keine Verbindung zu Apps erforderlich und kann über WIFI einfach vernetzt werden. Wir finden, dass der Mesay 3 ein sehr nützliches Tool ist und ein toller Wegbegleiter auf Reisen.

MESAY 3 @indiegogo (Ziel: 3.000 US-Dollar | Am Ende: 4.811 US-Dollar)

 

 

Fund this! – Crowdfunding Tipps im März

Crowdfunding ist eines der digitalen Formate, die uns begeistern! Regelmäßig durchstreifen wir die aktuellen Angebote von Indiegogo, Kickstarter und Co oder bitten Experten um ihre Empfehlungen. Diesen Monat gibt uns der Crowdfunding-Berater Wolfgang Gumpelmaier-Mach seine persönlichen Favoriten. Er beschäftigt sich mit seiner digitalen Medienagentur gumpelmedia seit 2009 intensiv mit dem Thema Crowdfunding und hat bereits über 50 Projekte beraten, betreut, sowie auch mehrere eigene Projekte auf diese Weise erfolgreich finanziert. Auf seiner Webseite Crowdfunding-Service.com und im monatlich erscheinenden Crowdfunding-Newsletter informiert er über laufende Crowdfunding-Projekte, kommende Events und News aus der Crowdfunding-Branche. Hier ist seine Auswahl für uns:

Pomplamoose is creating weekly music!

Gerne schaue ich auf Plattformen wie Patreon oder Steady vorbei, um MusikerInnen oder journalistische Projekte zu entdecken, die dort in einer Art Abo-Crowdfunding regelmäßig Geld für ihre Werke erhalten. Immer wieder lande ich dabei bei Pomplamoose, einer US-Band, die jede Woche ein Musikvideo veröffentlicht. Die Songs in den Videos sind teilweise Eigenkompositionen, oft veröffentlicht die Kalifornische Band aber auch sehr eingängige Coverversionen und Mashups. Pro Monat verdienen Natalie und Jack damit über 8.000 Dollar und das ist gut so. Denn damit ist garantiert, dass sie uns auch in Zukunft mit ihrer Musik beglücken.

Pomplamoose @Patreon (8.300 Euro / Monat) 

Lumapod – The World’s Fastest Tripod

Als Crowdfunding-Berater habe ich vor einigen Monaten das Team rund um Martin Grabner begleitet. Als Konstrukteur und begeisterter Hobbyfotograf wollte Martin ein häufiges Problem vieler ReisefotografInnen und InstagrammerInnen lösen: die Zeit für den Aufbau des Stativs verkürzen und somit die Chance auf das perfekte Foto erhöhen. Das Ergebnis ist der Lumapod, ein leichtes, innovatives Reisestativ, das via Kickstarter vergangenes Jahr über 3.785 Menschen überzeugte. Über 500.000 Euro kamen dabei zusammen. Aktuell kümmert sich das Team um ein paar letzte Details und die Produktion. Bis zur tatsächlichen Auslieferung kann der Lumapod via Indiegogo weiter vorbestellt werden.

Lumapod @Indiegogo (Ziel erreicht: 571.391 Euro)  

Wolfgang Gumpelmaier-Mach beschäftigt sich seit 2009 mit dem Thema Crowdfunding und hat bereits mehr als 50 Projekte beraten und betreut. Image: Wolfgang Gumpelmaier-Mach

Keyfender – durable, waterproof car key case

Die beiden Hamburger KitesurferInnen Sylvia und Christoph Blöcker haben sich in der Vergangenheit oftmals die Frage gestellt: “Wohin mit dem elektronischen Schlüssel beim Wassersport?” Mangels attraktiver Angebote haben sie nun kurzerhand selbst eine Lösung entwickelt: den Keyfender. Der Keyfender ist ein wasserdichtes und stoßsicheres Gehäuse für elektronische Autoschlüssel, das für eine Vielzahl unterschiedlicher Autoschlüssel genutzt werden kann. Mit ihrem Produkt lösen sich nicht nur die oben gestellte Frage, sondern auch versicherungsrelevante Fragen bei Autodiebstahl. Noch bis Ende März kann man Keyfender via Crowdfunding unterstützen.

Keyfender @Indiegogo (Ziel erreicht: 7.893 Euro) 

RAVAGE – An Infernal Hannibal Anthology

Für Fans der Serie Hannibal und Dante’s Inferno empfehle ich die “RAVAGE ANTHOLOGY”. Es handelt sich dabei um ein Buch mit Fan-Art, das eine Sammlung von Texten und Kunstwerken enthält, die auf Bryan Fullers düsterer TV-Show Hannibal und den weltbekannten Kantaten von Dante Alighieri’s Inferno basieren. Das Projekt wurde vor wenigen Tagen erfolgreich via Kickstarter finanziert und erscheint demnächst. Ich habe die Herausgeberin Romina Nikolic für das Blog von Crowd-Fund-Port interviewt. Darin erfährt man noch mehr über das Projekt und sie sie erklärt darin u.a. wie Fan-Art und Crowdfunding zusammenpassen.

RAVAGE @Kickstarter (Ziel erreicht: 48.865 Euro)  

INTERACTION – No more boredom!

Die Kombination klassischer Brettspielelemente mit der Technik moderner Smartphones bietet nicht nur einzigartige Möglichkeiten, sondern auch ein unvergessliches Spielerlebnis. Mit INTERACTION hat das Linzer Start-Up rudy games vergangenes Jahr sein zweites, sogenanntes „combined game“ vorgestellt und via Kickstarter erste Vorbestellungen und Feedback gesammelt. Mittlerweile ist das Spiel am Markt und kann in vielen Online- und Offline Stores erworben werden. Ich selber habe das “völlig verrückte Partyspiel für bis zu 9 Spieler” bereits mehrmals gespielt und bin begeistert. Vor allem die Mini-Games kommen bei mir und meinen Kindern super an.

INTERACTION auf Kickstarter (Ziel erreicht: 20.973 Euro) oder über die Webseite oder über Amazon.

 

 

Fund this! – Crowdfunding Tipps im Februar

Roboter Little Sophia

Little Sophia ist ein KI-gestütztes Robotermädchen in Handpuppengröße für Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren. Sie ist in der Lage Gesichter zu erkennen und auf unterschiedliche Mimiken zu reagieren. Außerdem kann sie singen, einfache Konversationen führen, Witze und Geschichten erzählen, sowie auf AR-Spiele und Games zurückgreifen. Eine Fernsteuerung ist via App möglich. Kontrolliert wird der Roboter über das Smartphone oder Tablet. Die Hersteller betonen auch die Bedeutung von Wissenschaft und technischen Berufen, daher haben sie den Roboter darauf programmiert MINT-Fächer, Kodierung und KI auf unterhaltsame und interaktive Weise vorzustellen. Besonders Frauen sollen ermutigt werden in diesen Bereichen zu arbeiten. Die Crowdfunding-Kampagne ist bereits super erfolgreich verlaufen. Seht selbst:

Little Sophia by Hanson Robotics @Kickstarter (Ziel: 75.000 USD bis 31.März)

Polymeer

Die Erfinder von Polymeer stellen aus recycelten Plastikabfällen wiederverwertbare Produkte her. Sie haben eine Maschine entwickelt, mit deren Hilfe sie Kunststoff schmelzen und pressen können. Die Wiederverwertung einerseits und die Müllproblematik andererseits waren die Hauptbeweggründe für dieses innovative Projekt. Ziel des Projektes ist, einen nachhaltigen und umweltschonenden Umgang mit Kunststoff-Müll zu schaffen. In Zeiten des Klimawandels sind nachhaltige Ideen zur Verbesserung der Umwelt immer eine willkommene Abwechslung zu den sonst eher profitorientierten Gründungsprojekten. Wer diese Idee unterstützen möchte, kann dies über die Crowdfunding-Plattform tun.

Polymeer @Startnext (Ziel: 1.550 Euro bis 28.Februar)

Samaki Aquaponik

Das Projekt Samaki Aquaponik widmet sich ebenfalls einer wichtigen Aufgabe. In den ländlichen Gebieten Afrikas fehlt es meist an den grundlegenden Dingen. Ein geringes Einkommen, Mangelernährung und fehlende Infrastruktur tragen ebenfalls zu dieser Misere bei. 120 Studenten der RWTH und FH Aachen haben eine Fischanlage entwickelt, um den Bedürftigen wenigstens eine gewisse Selbstverpflegung zu gewährleisten. Die Bevölkerung ist dadurch in der Lage nachhaltig und ohne viel Aufwand, Fische für die Eigenversorgung zu züchten oder für Gewinn weiter zu verkaufen. Dadurch wird zum einen die Mangelernährung bekämpft und zum anderen die Möglichkeit geschaffen einen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit wird durch dieses Projekt wirklich gelebt. Daher haben die Studenten eine Crowdfunding eingerichtet und bitten um Spenden und Unterstützung.

 Samaki Aquaponik @Startnext (1.500 Euro bis 2.März)

Orkenspalter TV

Orkenspalter TV ist ein Video-Kanal für Rollenspieler und Comic Fans auf YouTube. Es versteht sich als ein unabhängiges und selbstverwaltetes Projekt. Seit 2009 dreht sich auf Orkenspalter TV alles um Pen and Paper, LARP oder Comics. Des Weiteren haben sie das Format „Late Nerd Show“ entwickelt, das über Rollenspiele, Comics und alles Nerdige handelt. Außerdem haben sie selber eine Show über Crowdfunding entwickelt, mit dem Namen „Shut Up And Take My Money“. Die Betreuung des Kanals, der technische Aufwand und neue Räumlichkeiten, erfordern ständigen finanziellen Beistand. Auf der Crowdfunding-Plattform Steady, kann man die verspielte Gruppe unterstützen.

Orkenspalter TV @Steady (Ziel: 100 Euro bis 28.Februar)

Piqo-Projektor

Piqo ist ein mobiler Mini-Projektor und ermöglicht durchschnittliche Medien in ein HD-Kinoerlebnis zu verwandeln. Mit Funktionen wie integriertem WLAN, Bluetooth, Hi-Fi-Lausprechern und Spiegelung des Bildschirms, bietet es in Golfballgröße alle notwendigen technischen Finessen. Der Beamer überzeugt mit außergewöhnlichen Leistungen: mit 1080p besitzt der kleine Projektor eine für seine Größe außergewöhnlich hohe Auflösung. Insgesamt überzeugt das Gerät durch seine Kompaktheit. Wen der coole Würfel überzeugt, kann ihn auf der Kampagnenseite vorbestellen zum Early Bird Preis.

Piqo-Projektor @Indiegogo (Ziel erreicht: 1,558,243 EUR )

Micro Drone 4.0

Diese Mini-Drohne stellt die nächste Generation von ferngesteuerten Flugkörpern dar. Bisher konnten nur große und teure Quadcopter flüssiges Bildmaterial liefern. Durch die Integrierung von intelligenter Hovertechnologie ist es den Gründern gelungen, die Drohne mit einer autonomen und fortschrittlichen Flugfähigkeit auszustatten. Eine weitere Neuheit ist der zweiachsige mechanische Kardanring, der für die Bildstabilisierung sorgt. Die Micro Drone gibt es bereits für erschwingliche 130 Euro als Vorbestellung.

Micro Drone 4.0 @Indiegogo (Ziel erreicht: 516,923 EUR )


Image by kickstarter.com (Press Kit)

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Patreon und andere Crowdfunding-Dienste: Wenn die Masse Kunst finanziert

Wer des Öfteren auf YouTube unterwegs ist, fleißig Podcasts hört oder auch Online-Zeitungen und Blogs liest, der wird unweigerlich schon einmal über einen Link gestolpert sein mit der Aussage „Unterstütze mich auf Patreon!“ oder einer ähnlichen Formulierung. Patreon, das ist quasi der Hort für Künstler, Autoren und Podcaster, um ihre Projekte online finanzieren zu lassen. Eigentlich eine super Sache, allerdings gibt es auch Kritiker der Plattform.

Was ist Patreon?

Crowdfunding durch das Internet, das ist keine Neuheit. Bereits 2009 wurde die bis heute erfolgreiche Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ gegründet. Sie ermöglichte es Unternehmern erstmals, ihre Ideen dem Internet zu präsentieren und daraufhin nach Geld für dessen Realisierung zu fragen. Patreon hingegen denkt noch einen Schritt weiter. Hier können Creator ebenfalls ihre Arbeit vorstellen und dann nach einem monatlichen Beitrag fragen, den die Konsumenten spenden können. Dabei erlaubt es Patreon, dass man verschiedene Prämien für die Spender anbietet. Viele Creator, die auf Patreon aktiv sind, bieten zum Beispiel handgeschriebene Briefe oder Treffen mit ihren Fans an, wenn diese monatlich einen gewissen Betrag bezahlen. Oder sie ermöglichen es den Fans, selbst an Ideen für ein YouTube-Video oder einer Podcast-Folge mitzuwirken. Dieses innovative Konzept ermöglicht es vielen Künstlern, sich gänzlich unabhängig zu machen um ihre Kunst quasi Vollzeit zu verfolgen.

Allerdings gibt es auch Kritiker die anprangern, dass es sehr schwer sei, auf Patreon wirklich Geld zu verdienen, das auch zum Leben reicht. Eine Statistik von Graphtreon, einer Website die auf Statistiken rund um Patreon spezialisiert ist, zeigt auf, dass ein Großteil der Creator zwischen einem bis 1.160 Dollar im Monat durch die Website bekommen. Das ist weniger, als sie mit einem normalen Job mit Mindestlohn erhalten würden. Außerdem müsse man von vornerein eine große Community haben und „Hardcore“-Fans, die auch bereit wären zu zahlen, sagt selbst der Co-Founder der Plattform, Jack Conte.

Welche Alternativen gibt es?

Patreon erfreut sich inzwischen einer regen Beliebtheit, ungefähr 12.550.000 Euro werden monatlich über die Plattform gespendet, und das an über 130.000 Künstler, Autoren und Internetpersönlichkeiten. Aufgrund der Kritik lohnt sich jedoch auch einmal der Blick über den Tellerrand, zu anderen Crowdfunding Seiten im World-Wide-Web.

Eine Alternative ist zum Beispiel Steady. Der Service kommt aus Deutschland und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Patreon: Creator können ihre Projekte vorstellen und Ziele, sowie Prämien für ihre Spender festlegen. Dabei werden die Beträge ebenfalls monatlich überwiesen. Bei der französischen Alternative Tipeee geht es, wie der Name schon vermuten lässt, um einen „Tipp“, also ein Trinkgeld für Creator. Aber auch hier können monatliche Überweisungen eingerichtet werden. Eine dritte Alternative, die ebenfalls ein wenig in Richtung Trinkgeld geht, ist Ko-Fi. Der Name lässt zumindest auf den zweiten Blick erahnen was das Konzept hinter dieser Seite ist. Hier können Spender nämlich Trinkgelder im Wert eines Kaffees übermitteln. Das Motto „jeder Kaffee zählt“ ist weniger direkt, als nach festen Beträgen zu fragen und somit für einige Creator angenehmer. Zudem ist diese Seite für Künstler komplett kostenlos und es wird keine zusätzliche Gebühr fällig.

Auch wenn Seiten wie Patreon sich sicherlich nicht für jeden Creator eignen, so sind sie doch eine wichtige Entwicklung in der Kunst-Szene. Gerade in Zeiten, in denen vieles kostenlos online einsehbar ist, sind es die Unterstützer auf Tippee und Co, die es den Creatorn ermöglichen ihre Passion weiterhin und völlig unabhängig zu verfolgen.


Image by BillionPictuers.com /adobestock.com

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YouTube: Kanalmitgliedschaften bald in mehreren Abstufungen?

Seit Juni 2018 gibt es auf YouTube die Möglichkeit einer Kanalmitgliedschaft. Diese Mitgliedschaft ermöglicht dem Zuschauer, seine liebsten Kanäle monatlich zu unterstützen. Dafür mussten YouTuber zuvor auf Patreon zurückgreifen. Patreon ist quasi eine Crowdfunding-Plattform, auf der man Künstler nicht nur einmalig, sondern auch monatlich unterstützen kann. Doch nun gibt es auch auf YouTube eine hauseigene Lösung.

Allerdings hat diese Lösung noch einen Haken: Es gibt keine Abstufungen. Bislang kostet die Mitgliedschaft 4,99 Euro – und damit unterstützt man lediglich einen einzelnen Kanal. Für einen Fernsehsender mit nur einer Stunde Sendezeit pro Tag würde man das als glatten Wucher bezeichnen. Doch es ist zumindest Besserung in Sicht.

Bald mit neuen Abstufungen

Ein User des deutschen YTForums ist darauf aufmerksam geworden, dass es erste Kanäle gibt, die eine mehrstufige Mitgliedschaft anbieten. Unter anderem hat der YouTube-Streamer KreekCraft (600.000 Abos) dieses Feature bereits auf seinem Kanal. Auf Twitter schreibt er, dass das Feature noch Early Access ist und vermutlich im Februar breiter ausgerollt wird. Sicher ist er sich dabei aber nicht.

Folgende Abstufungen, sind auf seinem Kanal verfügbar

  • 1,99 Dollar
  • 4,99 Dollar (bisheriger Preis)
  • 9,99 Dollar
  • 14,99 Dollar
  • 24,99 Dollar

Für jede Stufe der Mitgliedschaft lassen sich zudem individuelle Goodies einstellen. Teurere Mitgliedschaften können so also exklusive Vorteile erhalten.

Auf dem Kanal KreekCraft stehen bereits mehrere Abstufungen zur Auswahl | Screenshot by Stefan Reismann

YouTube greift tief in die Tasche

Mit der Kanalmitgliedschaft zog YouTube unter anderem auch im Kampf mit Twitch nach, die eine Mitgliedschaft schon länger anbieten. Doch nicht nur im Konkurrenzkampf macht der Schritt Sinn, sondern auch geschäftlich. YouTube kann mit dieser neuen Finanzierungsmöglichkeit nämlich auch selbst kräftig verdienen.

Auf YouTubes Supportseite gibt das Videoportal nämlich an, dass lediglich 70 Prozent des Mitgliedschaftsumsatzes – nach Abzug der lokalen Mehrwertsteuer – an den Kanalbetreiber gehen. 30 Prozent landen also bei YouTube selbst. Im Vergleich behält sich Twitch mit 50 Prozent allerdings einen noch größeren Teil ein. Patreon verlangt übrigens nur fünf Prozent Patreon-Gebühr + weitere 2,9 Prozent + 0,35 Dollar Service-Gebühr und ist damit deutlich günstiger als die beiden Video-Anbieter.

Besonders clever: Kanalmitgliedschaft und das werbefreie YouTube-Premium sind voneinander unabhängig. YouTube kann also zugleich an Werbung, als auch an den Mitgliedschaften eines Kanals mitverdienen.

Wichtiger Schritt mit Verbesserungspotential

Auch wenn YouTube einen großen Teil vom Kuchen abhaben möchte, ist der Schritt auch wichtig, um attraktiv für Kanäle zu bleiben. Twitch wurde für viele Kanäle immer beliebter, was nicht nur an den Kanalmitgliedschaften lag, sondern auch an den Spenden im Stream – direkt im Geschehen eingebunden zu sein, lässt das Geld oft nochmal lockerer sitzen.

Livestreams erlaubt YouTube mittlerweile schon länger, doch Twitch ist nach wie vor der unangefochtene Platzhirsch auf seinem Kerngebiet. Zeitgleich mit den Mitgliedschaften und den YouTube-Premieren wurde zudem auch der Verkauf von Merchandise über YouTube angekündigt. Dafür ging YouTube eine Partnerschaft mit dem Anbieter Teespring ein.

Merchandise-Artikel lassen sich mittlerweile direkt über YouTube verkaufen. Sie werden gleich unterhalb der Beschreibung platziert. | Screenshot by Stefan Reismann

Die Abstufungen der Mitgliedschaften schließen nun eine Lücke. Schade ist nur, dass es lediglich eine günstigere Stufe gibt, dafür aber gleich drei noch teurere. Hier hätte ich mir lieber noch eine Mitgliedschaft für 99 Cent gewünscht – ein Betrag, der sich auch leichtfertiger für mehrere Kanäle ausgeben lässt. In der Masse ließe sich dadurch womöglich sogar mehr Geld für YouTube und die Kanäle verdienen.

Auch wenn ich selbst das Feature noch nicht nutze, würde ich mir eine Anpassbarkeit der Preisabstufungen wünschen. Nicht jeder Kanal ist gleich und darum sollte der Creator ein Stück weit selbst bestimmen können, wie viel sein Content und die Goodies für eine Mitgliedschaft wert sind. Für manche Kanäle jedoch, könnte eine erfolgreiche Finanzierung über Mitgliedschaften sogar ein Grund sein, auf Werbung zu verzichten oder diese zumindest entsprechend gering zu halten.


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Mit SMS informiert: Purple setzt auf 90er-Technik statt Push-Nachrichten

Should we call for help (adapted) (Image by Clem Onojeghuo [CC0 Public Domain] via Unsplash

Das Nachrichten-Startup Purple, das vor Kurzem eine Testphase hinter sich gebracht hat, richtet sich hauptsächlich an Journalisten, die bereits über eine große eigene Followerschaft in sozialen Netzwerken verfügen. Wie sich herausgestellt hat, eignet sich SMS-Messaging besser als der Facebook Messenger für die Art und Häufigkeit von Nachrichten und Informationen, wie sie Purple seinem handybewehrten Publikum liefern will.

Ich glaube, im Messenger-Ökosystem zu sein, macht es Leuten viel einfacher, Purple zu verbreiten. Hier können sie interessanten und wichtigen Content, über den wir [auf Purple] reden, mit ihren Freunden zu teilen”, sagte Rebecca Harris, Purple-Chefin und Mitbegründerin, im letzten Sommer gegenüber dem Lab. Der Dienst konnte einen beachtlichen Erfolg vorweisen: Sein Channel zur US-Wahlberichterstattung im November 2016, der von Harris verwaltet wurde, wuchs auf rund 18.000 Subscriber an, wenn man alle SMS-Messaging- und Facebook Messenger Distributionsoptionen zusammenzählt.

Jetzt lässt Purple sein Angebot für den Facebook Messenger zurück und konzentriert sich auf den Ausbau seiner SMS-Messaging-Plattform für einzelne Schöpfer. Hier können sie eine Gebühr für die Subscriber festsetzen – eine Art reduziertes, SMS-basiertes Patreon. Purple hatte sich dazu entschieden, aus finanziellen und technischen Gründen die Mehrheit seiner Dienste auf Facebook zu verschieben. Dann jedoch drohte der Messenger zu einem unüberschaubaren Ort zu werden, der nur so von Bots wimmelte.

„Facebook Messenger war in vielerlei Hinsicht toll. Er ist gratis – was ein großes Argument dafür ist. Das User Interface gibt einem mehr Flexibilität, man kann seine Buttons nutzen, es gibt mehr Funktionalität. Aber wir hörten wieder und wieder von Nutzern, dass er einfach nicht so persönlich ist“, sagt Harris. „Eine Person beschrieb ihn so: ‘Ich simse mit Freunden und Familie. Auf dem Facebook Messenger schreibe ich mit Leuten, mit denen ich nicht so gut bekannt bin, dass ich Ihnen tatsächlich meine Nummer geben würde.’ Ich denke, das fasst das Verhältnis vieler Menschen zum Messenger zusammen.

„Man ist auch mit dem Hindernis konfrontiert, sicherzustellen, dass Leute verstehen, dass man kein Bot ist, denn die Leute haben viele mittelmäßige bis schlechte Erfahrungen mit Facebook Messenger-Bots gemacht,” fügte sie hinzu. “Es braucht mehr Überzeugungsarbeit als wir uns wünschen würden, dass da wirklich ein echter Mensch auf der anderen Seite ist.“

Der neue Purple-Dienst, momentan in einer privaten Beta-Version erhältlich, richtet sich hauptsächlich an Journalisten, die bereits über eine große eigene Followerschaft in sozialen Netzwerken verfügen. Nach dem Beta-Test wird die Plattform jedem offenstehen, der Interesse am Erschaffen eines Kanals für zahlende Subscriber hat – Creators setzen ihre eigenen Preise fest, beginnend bei drei US-Dollar pro Monat – und Leser kommen zur Plattform, um nach Personen zu suchen, denen sie folgen und die sie finanziell unterstützen möchten. Ein Teil dieses potentiellen Einkommens fließt in die Abdeckung der Messaging-Kosten und die Gebühren für das Bezahlsystem Stripe, das Purple nutzt, um die Subscriptions zu verwalten. Den Autoren bleiben am Ende wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent des Geldes, was ihre Leser zahlen, so Harris. Mitbegründer David Heinmann konstruierte den Rest der Plattform betriebsintern.

„Wir stellen uns vor, dass Purple in Zukunft ein Ort sein wird, wo man hingeht, um die besten Quellen zu finden und direkt zu jedem beliebigen Thema zu subscriben. Es soll ein Ort sein, der geschaffen wurde, um Leuten zu helfen, mit jeder individuellen Quelle weiter in die Tiefe zu gehen“, sagte Harris. „Ich glaube nicht, dass wir Mitglieder erleben werden, die mehr als eine Handvoll Purpler, so nennen wir die Content Creators, abonniert haben werden. Du abonnierst ein paar wenige. Das sind deine Experten, deine Personen der Wahl.“

Ein Kanal ist bereits gestartet: Ein News-Service für fünf Dollar im Monat, der von einigen Mitgliedern des Breaking News-Teams betrieben wird. Purple hatte Al Boe und sein Team angefragt, einen Kanal für Eilmeldungen zu starten, sagte Boe – außerdem war er bereits ein früher Purple Nutzer. Für diese Summe erhalten seine Subscriber um die fünf wichtigsten Kurzmeldungen, bald kommen noch Anpassungsoptionen und direkter Zugang zum Nachrichtendienstpersonal hinzu. Der Preis berechnet sich daraus, “was ich für einen Premiumdienst verlangt hatte, den ich über Patreon betrieben habe”, so Boe, und auch seine Patreon-Unterstützer hat er auf Purple verlagert.

„Wir ermuntern unsere Subscriber, uns alle Fragen oder Feedback zu schreiben und wir schreiben direkt zurück. Die Fragen müssen sich nicht einmal auf eine Geschichte beziehen, die wir behandelt haben“, schrieb Boe in einer Email. „Nachrichtenkonsum ist nicht länger einseitig und es bietet eine noch persönlichere Verbindung als eine, wie man sie auf einem Dienst wie Twitter haben könnte.“

Purples Plattform sammelt alle von Nutzern gesammelten Nachrichten und bildet sie in einem dezidierten Slack ab, in dem Creators alle eingehenden Fragen verfolgen und beantworten können. Die Plattform vollzieht auch Analyseparameter wie Churn, Verbleibquote, Klickraten von Links nach und wird mit Beta-Testern arbeiten, um herauszufinden, welche anderen Tools sie vielleicht gerne im Backend zur Verfügung hätten.

„Es gibt verschiedene Tools da draußen, die von Leuten benutzt werden, um Lösungen zusammenzubasteln“, sagte Harris, mit Blick auf die Newsletter von Jamelle Bouie und Sam Harris. „Wir haben den ganzen Zahlungsstrom für euch arrangiert. Wir geben euch eine Möglichkeit, eure Mitgliedschaften zu managen. Wir geben der Zielgruppe ein überzeugendes Nutzenversprechen, das letztlich auf exklusives Engagement durch Text hinausläuft.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „NiemanLab“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Should we call for help“ by Clem Onojeghuo (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TWITTER zeit: Twitter verklagt US-Regierung: Dass Twitter eine mehr oder minder wichtige Rolle im US-Wahlkampf- und Regierungszirkus einnimmt, ist nicht abzustreiten. Jetzt verklagt das Unternehmen hinter dem Social-Media-Kanal gar die US-Regierung. Das Heimatschutzministerium hatte Nutzerdaten eines Trump-kritischen Accounts eingefordert, woraufhin Twitter sich weigerte und nun juristische Schritte einleitet. Besagter Account hat rund 100.000 Follower und ruft zum Widerstand gegen Trumps Einwanderungspolitik auf. Twitter will die Daten nicht herausgeben, solange die Regierung keine Beweise für straf- oder zivilrechtliche Verstöße vorlegt.

  • ROAMING spiegel: EU-Parlament besiegelt Ende der Roaminggebühren: Es ist endlich beschlossene Sache – pünktlich zum Sommer und der Urlaubszeit fallen Roaminggebühren in Europa endgültig weg. Ab Mitte Juni sollen Reisende im EU-Ausland endlich mobil telefonieren und surfen können, ohne anfallende Zusatzkosten. Am Donnerstag wurde in Straßburg ein Kompromiss über Roaming-Großhandelspreise beschlossen. Die Abschaffung der Roaminggebühren ist allerdings für Reisende gedacht, die sich nur zeitweise im europäischen Ausland aufhalten. Wer sich dauerhaft im Ausland aufhält, muss mit Extragebühren rechnen.

  • PLAYSTATION heise: PlayStation Experience (PSX) 2017: Prey, 360-Grad-Filme und Controller-Experimente: Die PlayStation Experience ist das hauseigene, alljährliche Event zu Sonys Mutterschiff-Konsole. Seit 2015 findet das Event ebenfalls in München statt. Headliner der Veranstalter war der Ego-Shooter Prey. Selbstverständlich durften auf der PSX auch brisante Themen wie Virtual Reality und 360 Grad nicht fehlen. Gerade mit letzterem experimentiert Sony derzeit verstärkt. Die Veranstaltung ist nicht dafür da, Plattform für große Neuankündigungen zu sein, vielmehr soll an die Sony Hardware herangeführt und begeistert werden.

  • SOCIAL MEDIA gruenderszene: Dieses neue soziale Netzwerk zieht gerade scharenweise Twitter-Nutzer an: Mastodon – so der Titel des Twitter-Konkurrenten, benannt nach den prähistorischen Mammuts – ist ein neues soziales Medium, das seit Anfang der Woche rund 40.000 neue Nutzer verbuchen konnte. Anders als bei kommerziellen Anbietern gebe es kein Risiko, dass „ein einzelnes Unternehmen unsere Kommunikation monopolisiert“, heißt es auf der Seite. Entwickler ist der 24-jährige Eugen Rochko aus Jena, der das Projekt über die Funding-Plattform Patreon finanziert.

  • NINTENDO chip: Harmlos oder verwerflich? PETA will dieses Nintendo-Spiel stoppen: Denkt man an ein Videospiel – speziell in diesem Fall an den Titel 1-2-Switch – würde man nicht darauf kommen, was daran verwerflich in Bezug auf Tierschutz sein könnte. Besagter Titel ist eine Minispiel-Sammlung auf der Nintendo Switch, erst mal nichts Verwerfliches. Die Tierschutzorganisation PETA ist da allerdings anderer Meinung. Sie prangern das Spiel dafür an, im Segment ‚Wettmelken‘ die Milchindustrie und den Melkprozess zu verharmlosen. Ob man dies nun für harmlos oder verwerflich hält, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

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