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Apple Arcade: Abo-Service für Spiele auf iPhone, Mac und TV

Apple Arcade kommt auf iPad, iPhone, Mac und Apple TV

2019 wird das Jahr der Abo-Dienste für Spiele. Nach Google hat nun überraschend auch Apple eine entsprechende Plattform vorgestellt. Apple Arcade heißt das Angebot, das ab Herbst dieses Jahres für eine pauschale Abo-Gebühr unbegrenzten Zugang zu einer Spielesammlung in den App Stores von Apple ermöglichen soll.

100 Exklusiv-Spiele zum Start von Apple Arcade

Zum Start soll der Katalog über 100 unveröffentlichte Titel für Spieler jeden Alters umfassen. Dabei setzt Apple auf Exklusivität. Sämtliche Spiele sollen daher auf keiner anderen Plattform verfügbar sein. Zu den Highlights zählen Spiele wie Sonic Racing, Beyond a Steel Sky, Lego Brawls und Oceanhorn 2: Knights of the Lost Realm. Die komplette Liste nannte Apple aber noch nicht.

Große Studios sind ebenso wie Indie-Entwickler an Bord. Unter Vertrag hat Apple unter anderem Annapurna Interactive, Bossa Studios, Cartoon Network, Finji, Giant Squid, Klei Entertainment, Konami, Lego, Mistwalker Corporation, Sega, Snowman, ustwo Games. Außerdem seien selbstproduzierte Spiele von Game Designern wie Hironobu Sakaguchi, Ken Wong, Will Wright und anderen enthalten.

Apple will die Spiele für die Sammlung nicht nur auswählen, sondern sich auch den Entwicklungskosten beteiligen. Der Schwerpunkt liegt somit stark auf kleineren Produktionen, die zwar oft Kritiker begeistern, aber kein Massenpublikum erreichen.

Apple Arcade mit Flatrate-Modell und Offline-Nutzung

Wer Apple Arcade nutzen möchte, braucht ein Apple-Gerät. Das Spiele-Abo wird auf dem iPhone, iPad, dem Apple TV und Mac-Computern verfügbar sein. Wie viel Apple Arcade für Anwender kosten wird, verrät das Unternehmen noch nicht.

Fest steht, dass die Plattform wie bei Netflix per Flatrate nutzbar ist. Daher können Kunden so viele Spiele aus der Sammlung ausprobieren, wie sie wollen. Weder In-App-Käufe noch Werbung sollen den Dienst finanzieren.

Ähnlich wie beispielsweise Microsofts Spiele-Abo Xbox Gamepass baut Apple auf die Infrastruktur seiner App Stores auf. Abonnenten nutzen einfach die Download-Plattformen für iOS auf dem iPhone und iPad, für tvOS auf dem Apple TV und macOS für iMac und MacBook, um ein im Abo enthaltenes Spiel zu installieren.

Via Internet gleicht Apple Arcade alle Spielstände ab. Daher können Nutzer beispielsweise ein Spiel auf dem iPhone anfangen und auf dem Mac fortsetzen. Eine ständige Internetverbindung ist allerdings nicht nötig. Denn alle Spiele sollen sich auch offline ausführen lassen. Um einen reinen Dienst für Cloud Gaming wie bei Google Stadia, Antstream und Microsoft xCloud handelt es sich somit nicht. Weil dann aber die Rechenleistung mobiler Geräte ausreichen muss, ist nicht damit zu rechnen, dass auch richtig große AAA-Titel wie für Xbox und PlayStation 4 ihren Weg zu Apple Arcade finden werden.

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Images by Apple

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40 Jahre LEGO Minifiguren-Geschichte als Mobile Game

LEGO beflügelte schon die Fantasie von Generationen. Fast jeder hat als Kind mit den bekannten Bausteinen gespielt. Zu LEGO gehören aber nicht nur die Steine, sondern auch die Minifiguren. In 40 Jahren sind so mehr als 8.000 unterschiedliche Figuren mit 650 einzigartigen Gesichtern entstanden. Zu Beginn gab es lediglich 20 LEGO-Charaktere.

Um das 40-jährige Jubiläum der Kult-Figuren zu feiern, kündigen Gameloft und die LEGO Gruppe ein neues Mobile Game an.

Drei Figuren stehen schon fest

Genauere Details über das Gameplay liegen noch nicht vor. Das LEGO-Spiel soll jedoch die 40-jährige Geschichte der Figuren und ihre dazugehörigen Welten in das Mobile Game übertragen. LEGO-Fans jeden Alters eröffnet sich eine ganz neue LEGO-Welt und entführt sie in ein grandioses Abenteuer. Die Spieler sollen die gleiche Kreativität vorfinden, die sie bereits von der beliebten Marke kennen und lieben gelernt haben.

Die ersten drei Figuren des mobilen Abenteuers stehen bereits fest. Der klassische rote Astronaut aus dem Jahr 1978 war eine der ersten Figuren und darf sich auf eine digitale Renaissance freuen. Auch Käpt’n Rotbart aus dem Set 6270 von 1989 entert eure Bildschirme. Die aktuellste der drei Figuren ist der Hot Dog Man aus der LEGO Serie 13 von 2015.

Bis zum Start des Spiels, der für 2019 geplant ist, werden stets weitere Charaktere veröffentlicht werden.

Von der Partnerschaft überzeugt

Gameloft CEO Stéphane Roussel äußerte sich zur Partnerschaft: „Wir sind stolz darauf, dass wir Partner von Lego sind und ein LEGO mobile Game entwickeln. Noch dazu eins, das Gamer schon lange fordern und erwarten. Unsere beiden Unternehmen haben viel gemeinsam, besonders weil wir Kreativität und Phantasie in den Mittelpunkt der von uns geschaffenen Welten stellen. Diese Partnerschaft mit einer weltweit anerkannten und renommierten Marke, ist ein wirkliches Privileg für uns. Wir arbeiten mit der LEGO Gruppe an diesem Projekt bereits seit einiger Zeit zusammen, und setzen all unsere Kräfte, Kreativität und Können ein, um es perfekt zu machen. Genauso, wie es jeder Spieler und LEGO Fan verdient.“

Auch Sean McEvoy, Vice President bei LEGO Games und der LEGO Gruppe, zeigt sich erfreut über die Zusammenarbeit. „Die LEGO Gruppe hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von lustigen und kreativen Spielen, die das klassische LEGO Spiel erweitern und ergänzen. Wir freuen uns, in Zusammenarbeit mit Gameloft, dass LEGO Universum in die Hände von LEGO Fans und mobile Gamern zu legen.“


Image by The LEGO Group

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EVE: Echoes – Mobile Weltraum-Action

CCP Games enthüllte kürzlich, dass sie zusammen mit NetEase Games an einem neuen EVE-Spiel für iOS und Android arbeiten. EVE: Echoes, zuvor als EVE: Project Galaxy bekannt, spielt in einem alternativen Universum von New Eden und erscheint 2019.

Ein echtes EVE für mobile Geräte

Bei der Spielerfahrung setzt CCP weiterhin auf die altbewährte EVE-Formel. Egal ob interstellare Gefechte, Handel oder Erforschung – EVE: Echoes übernimmt die wichtigsten Features aus ihrem bekannten Onlinespiel und lässt sie auch auf den Mobilgeräten erleben. Neben tausenden von Sozialsystemen entwickeln CCP und NetEase auch ein komplexes und realistisches Sozialsystem. Dieses soll einen „futuristischen, interstellaren Lebensstil“ bieten.

Für ein mobiles Spiel, zeigt sich EVE: Echoes mit beeindruckender Grafik. | Image by CCP Games

NetEase Games bringt mobile Expertise

Mit NetEase Games haben sich CCP Games einen Entwickler geangelt, der viel Erfahrung im Mobile-Sektor hat und mit NeoX eine hauseigene Grafik-Engine mitbringt. Auch NetEase ist sich der besonderen Herausforderung der EVE Online-IP bewusst.

„Wir sind große Fans von EVE Online, und als sich die Gelegenheit ergab, die Herausforderung anzunehmen und etwas zu erschaffen, das so ehrgeizig ist wie EVE Online – auf Mobilgeräten, wohlgemerkt – waren wir fasziniert“, so Frank Xiang, General Manager of Marketing, NetEase. „EVE: Echoes erweitert die Grenzen dessen, was heute auf Mobilgeräten möglich ist, und mit unserer Expertise in der Entwicklung von Mobile Games sind wir zuversichtlich, dass die Fans des Franchises und die Fans von Mobile Games allgemein mit dem letztendlichen Ergebnis sehr zufrieden sein werden.“

Mit EVE: Echoes erhofft sich CCP Games, eine ganz neue Zielgruppe zu erreichen. PC- und Mobile-Spieler können allerdings nicht gemeinsam spielen.

Im jüngst veröffentlichten Gameplay-Trailer bekommt ihr erste Eindrücke von EVE: Echoes.


Image by CCP Games

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Reigns: Game Of Thrones für iOS und Android verfügbar

Westeros passt sogar in deine Hosentasche – zumindest mit dem neuen Spiel Reigns: Game of Thrones. Im Ableger der ebenfalls von Nerial und Devolver Digital entwickelten Kultspiel-Reihe Reigns, erlebt ihr die Visionen der Feuerpriesterin Melisandre, die das Schicksal der bekannten Hauptakteure des Buch- und Serien-Epos in den Flammen erblickt.

Ändere das Schicksal der Sieben Königslande

In Reigns: Game of Thrones schlüpft ihr wechselnd in die Rollen von Cersei Lennister, Jon Schnee, Daenerys Targaryen, Tyrion Lennister und anderen bekannten Persönlichkeiten, die ihr freischalten könnt, um euch neuen Herausforderungen zu stellen. In ihrer Rolle müsst ihr Entscheidungen treffen, die das Schicksal der Sieben Königslande maßgeblich verändern.

Ein Wischen nach links oder rechts trifft eine Entscheidung mit all seinen Konsequenzen. Auf dem Thron sitzend seht ihr euch mit den Forderungen und Bitten eurer Untertanen konfrontiert und müsst schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Was wäre, wenn…

In Zusammenarbeit mit HBO setzen die Szenarien an den Geschehnissen der Serie an, führen diese aber nochmal weiter. Was wäre zum Beispiel, wenn Cersei die große Septe von Balor wieder aufbauen würde? Wie stünde es um Sansas Schicksal, wenn sie Jaime geheiratet hätte? Gewürzt wird das Ganze durch Minispiele, die auch vermeintlich belanglose Zeitvertreibe wie Lanzenstechen und Tavernenschlägereien abdecken.

Stilvoll umgesetzt

Reigns: Game of Thrones fällt durch den gleichen minimalistischen Grafikstil auf, der schon seine Vorgänger ausgemacht hat. Außerdem dürft ihr euch auf den ikonischen Soundtrack aus der Feder Ramin Djawadis freuen.

Das Spiel rund um den blutigen Kampf um den eisernen Thron, ist nun im App Store, bei Google Play und Steam erhältlich. Mit Reigns: Game of Thrones dürfte Devolver das harte Warten auf die neue Staffel der Kultserie zumindest ein Stück weit verkürzen. Zieht eure Smartphones – es geht nach Westeros!

Mehr über Reigns: Game of Thrones erfahrt ihr auf der Offiziellen Seite oder über @ReignsGame auf Twitter.

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Images by Devolver Digital / Nerial

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Razer kündigt Gaming-Smartphone Razer Phone 2 an

Razer Phone 2

Im letzten Jahr brachte die Gamer-Marke Razer ihr erstes vollwertiges Gaming-Smartphone auf den Markt. Nun hat die Firma angekündigt ein Nachfolgemodell, das Razor Phone 2, herauszubringen. Es soll die Brücke zwischen Flaggschiff-Elementen und klassischem Gaming-Phone darstellen. Wir haben für euch die wichtigsten News zu dem Gaming-Gerät zusammengefasst.

Verbesserungen bei der Leistung

Essentiell für jedes Gaming-Erlebnis auf dem Smartphone ist natürlich die Performance des Gerätes. Razer gab nun bekannt, dass das Razer Phone 2 bis zu 30 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger haben soll. Dazu wird der Qualcomm 845 Snapdragon-Chipsatz und der Qualcomm Adreno 630-Grafikprozessor verbaut. Zur Kühlung verwendet Razer die Vaper Chamber Kühlung, welche nun eine größere Oberfläche besitzt, um Wärme besser abzugeben.

Darüber hinaus wird die App „Razer Cortex“ integriert sein. Sie soll dem Gamer bei der Übersicht über seine Spiele helfen.

Auch klassische Smartphone-Elemente werden verbessert

Die Kamera des Razer Phone 2 ist ausgestattet mit einem 12-Megapixel-Weitwinkelobjektiv mit Zweifach-Zoom. Des Weiteren findet sich auf der Vorderseite eine 8-Megapixel-Kamera zum Video-Streaming in Full-HD-Auflösung.

Das integrierte Schlangen-Logo auf der Rückseite kann zudem mittels RGB-Lichtsystem in 16,8 Millionen verschiedenen Farben leuchten. Razer schließt sich der Konkurrenz an und bietet in Zukunft ebenfalls die Möglichkeit, das Razer Phone 2 mittels Wireless Charging aufzuladen. Auf dem herkömmlichen Weg, also mit USB-Kabel, soll das Smartphone innerhalb von 30 Minuten auf 50 Prozent geladen sein.

Zudem bietet Razer schon jetzt Equipment für das neue Smartphone an, um das Spielerlebnis zu verbessern. Der Raiju Mobil Controller ist ein vollwertiges Konsolen-Gamepad, angepasst auf das Razer Phone 2. Es besitzt vier konfigurierbare Multi-Funktions-Tasten und eine anpassbare Halterung für das Smartphone.

Außerdem bringt Razer mit den Razer Hammerhead USB-C ANC neue Kopfhörer für ihr Gaming-Smartphone raus. Dabei ist hier besonders die integrierte Active Noice Cancellation-Technologie hervorzuheben, die jegliche Umgebungsgeräusche unterdrücken soll. Die Dual Driver-Technologie sorgt für besseren Klang. Unterstützt wird der Klang zudem von dem integrierten Digital-zu-Analog-Audio-Konverter, der 96kHz bietet.

Razer Hammerhead
Die neuen Gaming-Kopfhörer Razer Hammerhead. Image by Razer

Technische Eckdaten des Razer Phone 2

Das Gaming-Phone besitzt ein 120-Hz-Display, welches noch einmal um 50 Prozent heller sein soll als das Display des Vorgängers. Außerdem ist das Razer Phone 2 das einzige Smartphone, mit welchem die Wiedergabe von Netflix-Titeln in HDR und mit Dolby Surround 5.1 –Sound möglich ist.

Das Razer Phone 2 hat einen 5,72 Zoll großen Bildschirm, Stereo-Frontlautsprecher und ist Wasser- und Staubabweisend. Ab sofort kann das Razer Phone 2 für 849 Euro vorbestellt werden.

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Images by Razer

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Harry Potter: Hogwarts Mystery – alles was du wissen musst!

Harry Potter Hogwarts Mystery - Screenshot by Lisa Kneidl (7)

Wenn du als jugendlicher Harry Potter-Fan vergeblich auf deinen Hogwarts-Brief gewartet hast, dann solltest du jetzt herhören. Ab sofort kannst du in dem Mobile-Game Harry Potter: Hogwarts Mystery in die Welt von J.K. Rowlings Zauberlehrling eintauchen. 

Hogwarts erwartet dich!

Harry Potter: Hogwarts Mystery trägt zwar den Namen des berühmtesten Zauberlehrlings der Welt, allerdings wird dieser im Spiel nicht vorkommen. In einem Monolog verrät der Hogwarts-Schulleiter Dumbledore, dass der junge Harry nach dem Angriff durch Lord Voldemort in Sicherheit ist. Er ist zum Zeitpunkt der Spielgeschehnisse also noch ein Kleinkind. Das Game ist ein Roll-Playing Game – kurz RPG. Somit erstellen Spieler darin ihre eigenen Charaktere, mit denen sie die Zauberer-Schule Hogwarts erkunden können. Vom goldenen Trio Harry, Ron und Hermine fehlt zwar jede Spur, aber trotzdem darfst du dich über ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen, wie Rubeus Hagrid, Severus Snape oder Minerva McGonagall. Umso besser: die tatsächlichen Schauspieler aus den Filmen Michael Gambon, Maggie Smith und Warwick Davis leihen ihren ikonischen Rollen Dumbledore, McGonagall und Flitwick in Hogwarts Mystery ihre Stimmen. 

Harry Potter Hogwarts Mystery - Screenshot by Lisa Kneidl (4)
Der Brief, den sich beinahe jeder mit elf gewünscht hatte.

Das Game stammt aus dem Hause der Entwickler Jam City und wird herausgegeben durch Portkey Games. Letztere sind das hauseigene Gaming-Label von Warner Bros. Interactive Entertainment, das sich komplett auf Gaming-Inhalte rund um die Zauberer-Welt aus der Feder von J.K. Rowling drehen soll. Im folgenden erkläre ich dir Schritt für Schritt wie das Game funktioniert!

1. Charaktererstellung

Harry Potter Hogwarts Mystery - Screenshot by Lisa KneidlHogwarts Mystery ist ein Rollenspiel, das bedeutet, dass du dir zuerst einen Avatar nach Belieben zusammenstellen kannst. Zur Auswahl hast du einen männlichen oder weiblichen Avatar und ein kleines Angebot an Frisuren, Gesichtsformen, Haarfarben etc. Wer mit den begrenzten Möglichkeiten nicht zufrieden ist, muss einfach etwas abwarten und Ressourcen sammeln. Im späteren Verlauf des Spiels können noch allerhand Frisuren, Outfits etc. mithilfe von Münzen oder Edelsteinen freigeschaltet werden!

2. Account mit Facebook verbindenHarry Potter Hogwarts Mystery - Screenshot by Lisa Kneidl (15)

Es mag wie eine Option aussehen, die du sonst auch eher ignorieren könntest, allerdings empfehle ich dir deinen Hogwarts Mystery Spielstand mit deinem Facebook-Konto zu verknüpfen. Nur die Verknüpfung ermöglicht es, das Spiel exakt zu speichern. Fehlt diese Verknüpfung wirst du an den letzten automatischen Speicherpunkt zurückgeworfen.

3. Ab in die Winkelgasse

Die Winkelgasse fungiert als Tutorial für das Spiel. Nachdem du deinen Hogwarts-Brief erhalten hast, streifst du durch die Einkaufsstraße, um alle nötigen Schulutensilien zu besorgen. Gleichzeitig lernst du durch den NPC Rowan etwas über den Plot des Spiels. Das namensgebende “Hogwarts Mystery” scheint wohl etwas mit dem verschwundenen Bruder deines Avatars zu tun zu haben. Was genau es damit auf sich hat, gilt es herauszufinden.

4. Wähle dein Haus und erkunde Hogwarts

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Winkelgasse geht es auch schon gleich nach Hogwarts! Kurz nach einer Begrüßung durch Professor McGonagall darfst du auch prompt dein Hogwarts-Haus aussuchen. Hier hätte ich mir einen Test ähnlich wie bei Pottermore gewünscht, denn dort entscheiden einzig und allein die Antworten auf obskure Fragen, ob man in Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw oder Slytherin einsortiert wird. Als frischgebackener Gryffindor – in meinem Fall – bist du dann auch endlich bereit für den Unterricht in Hogwarts. Das Spiel ist durch die sieben Hogwarts-Schuljahre mit je zehn Kapiteln aufgeteilt, in denen es gilt, das Mysterium um den verschollenen Bruder aufzudecken – und natürlich den Zauberer-Unterricht zu besuchen.

5. Ressourcen und Attribute im Spiel

Im Game stehen dem Spieler drei verschiedene Ressourcen zur Verfügung: Energie, Münzen und Edelsteine. Energie – in Form von blauen Blitzen – brauchst du, um Handlungen auszuführen, sie lädt sich allerdings nach einigen Minuten auch automatisch wieder auf. Falls dir die Energie knapp wird, kannst du dir mit Edelsteinen mehr Energie kaufen. Edelsteine erhältst du wiederum durch Levelaufstiege und kannst sie dann anschließend für neues Zubehör ausgeben. Münzen verdienst du dir durch das Lösen von Aufgaben. Sie werden ebenfalls für Zubehör benötigt, können aber auch neue Aufgaben freischalten. Auch In-App-Käufe sind möglich, aber nicht notwendig, um das Spiel zu bestreiten. Du kannst beispielsweise mehr Energie für deinen Charakter kaufen, um Aufgaben gleich erledigen zu können und nicht auf den Cooldown warten zu müssen. 

Attributpunkte kannst du dir durch Interaktionen in Dialogen verdienen. Es gibt die drei Attribute Tapferkeit, Empathie und Wissen. Es ist zu empfehlen, die drei Attribute immer auf einem ungefähr gleichen Level zu halten. Hast du bei einem Attribut zu wenig Punkte, hast du eventuell nicht die Möglichkeit später bestimmte Antwort-Möglichkeiten auszuwählen.

Fazit

Harry Potter: Hogwarts Mystery ist ein liebevoll gestaltetes Spiel, das vor allem für all diejenigen gedacht ist, die heute noch auf ihren Hogwarts-Brief warten. Nur kommen gelegentlich kleine Übersetzungsfehler vor. Zudem muss die App hin und wieder neu gestartet werden und alles in allem ist es ein eher seichteres Spiel. Dennoch ein schönes und Nostalgie-geladenes Wiedersehen mit den Schauplätzen und Charakteren des Harry-Potter-Universums. 

Harry Potter: Hogwarts Mystery ist ab sofort kostenlos für iOS und Android verfügbar.

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Screenshots by Lisa Kneidl

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Reigns: Her Majesty angespielt – Das Leben ist ein Wischkonzert

Reigns: Her Majesty

Mit Reigns: Her Majesty hat der Entwickler Nerial in Zusammenarbeit mit Devolver Digital einen Nachfolger für das preisgekrönte Mobile Game „Reigns“ geschaffen, welches 2016 Spiel des Jahres wurde. Diesmal müsst ihr nicht als König, sondern als Königin euer Land durch einen Wisch nach links oder rechts regieren.

Im Stil eines Kartendecks mit simplen, aber niedlichen Illustrationen trefft ihr auf viele Figuren, die eine Entscheidung von euch verlangen. Dabei sollte euch klar sein, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat und entweder euren Ruhm oder euer Verderben bedeuten. Ihr müsst auch diesmal die Balance zwischen Kirche, Volk, Militär und Finanzstatus eures Königreichs halten, wobei zu viel des Guten ebenfalls seinen Tribut fordert. Und zwar euren Tod. Beim Anspielen der Android-Version waren wir oft, sehr oft mit dem Ableben der Regentin konfrontiert.

Entscheidungen „tindern“ wie eine Königin

Bei der Handlung der Spiele-App für Android und iOS beginnt ihr im Jahre 999 eure erste Herrschaft. Das Spielprinzip von Reigns: Her Majesty ist dabei, wie beim Vorgänger, sehr simpel: In Tinder-Manier wischt ihr nach links oder rechts. Zuvor werden euch die Antworten jeder Seite, für die ihr euch entscheiden könnt, angezeigt und wie viel Einfluss die auf die jeweiligen königlichen Angelegenheiten haben. Leider seht ihr dabei im Vorfeld nicht, ob ihr diese positiv oder negativ beeinflusst. Dafür müsst ihr im Spielverlauf erst einmal ein Händchen – oder Fingerchen – entwickeln. Nicht jede Entscheidung bedient jede Kategorie gleichermaßen gut. So kann es beispielsweise sein, dass, wenn ihr Gäste in Empfang nehmt, euch das Volk gut gesinnt ist, aber eure militärische Autorität darunter leidet. Ihr seid bei Reigns: Her Majesty also die ganze Zeit in einem Kampf mit der Balance, der mal mehr oder weniger erfolgreich endet. Jedoch immer tödlich.

Neben den Entscheidungen, die ihr treffen müsst, könnt ihr zudem im neuen Inventar Gegenstände sammeln und verwenden. Es gibt fortlaufende Quests, die ihr als Königin in eurer Amtszeit oder in der Amtszeit der nächsten Königin erfüllen könnt. Damit könnt ihr neue Kartendecks freischalten und so mehr Abwechslung in die Geschichte bringen. Auch wenn mancher Historiker da nur mit dem Kopf schütteln kann, habt ihr von Zeit zu Zeit auch die Möglichkeit, euch mit einem Revolver zu duellieren. Aber das kommt natürlich wieder ganz auf eure Entscheidung an.

26 Arten, königlich zu sterben

Für Reigns: Her Majesty sollte es euch nichts ausmachen, zu sterben. Oft. Seeehr oft. Immerhin gibt es ganze 26  Arten zu sterben, von denen ich gerade einmal sechs entdeckt habe. Anders als bei anderen Spielen wird eurer Fortschritt dadurch jedoch nicht beeinflusst, da ihr sozusagen als Königin „wiedergeboren“ werdet. Mehr möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Nur ein kleiner erster Tipp: Wenn ihr die Entscheidung zwischen „Was…“ und „Was…“ habt, nun ja, lief es für euch nicht ganz so gut.

Die Geschichte des Königreichs wird fortlaufend von euch beeinflusst und jede Königin muss sich neuen Herausforderungen stellen. Die Karten, mit denen ihr spielt sind dabei von Arnaud de Bock niedlich illustriert worden und die Musik von Jim Guthrie kurbelt die Fantasie zusätzlich an. Reigns: Her Majesty erinnert an manchen stellen an typische, textbasierte Spiele, da aus meiner Sicht, der Spielspaß viel mit der eigenen Vorstellungskraft zu tun hat. Trotzdem hebt das Spielprinzip sich eindeutig von der Masse ab.

Reigns: Her Majesty
Image by Nerial

Leider wird manchmal nicht ganz deutlich, wieso eine Entscheidung ein bestimmtes Feld beeinflusst. An manchen Stellen hat man das Gefühl, zu pokern, statt mit taktischem Kalkül an die Sache heranzugehen. Zudem fehlt es teils etwas an Logik oder an Erläuterungen. Mir ist bisher nicht ganz klar, wieso eine volle Anzeige von Kirche, Volk, Militär oder Finanzstatus ebenfalls zum Tod der Königin führt. Grundsätzlich ist das etwas, was man am Anfang erst einmal schmerzlich lernen muss, sich aber mit der Zeit damit arrangiert. Aber immerhin ist dadurch gesichert, dass der Nervenkitzel, die Balance zu halten, stetig anhält und der Spielverlauf nicht langweilig wird.

Reigns: Her Majesty ist ein würdiges Sequel

Insgesamt bietet Reigns: Her Majesty ein originelles Gameplay mit großer Langzeitmotivation. Die Schwierigkeit ist nicht immer ausbalanciert, daher sollten Spieler eine hohe Frusttoleranz mitbringen. Die 3,09 Euro für die Android-Version und 3,49 Euro für die iOS-Version sind gut investiert.

Zum kostenpflichtigen Download bei Google Play.
Zum kostenpflichtigen Download im Apple App Store.


Images by Nerial


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Ausprobiert: Warum Glitchskier verdient das Beste Mobile Spiel des Deutschen Computerspielpreises ist

20170428-Glitchskier-Teaser

Jedes Jahr zeichnet die Jury um den Deutschen Computerspielpreis (DCP) in Berlin die besten Games des Jahres aus. In diesem Jahr ging der Preis in der Kategorie „Bestes Mobiles Spiel“ an das recht unbekannte ‚Glitchskier‘ des Hamburger Entwicklers Shelly Alon. Dabei handelt es sich um einen Weltraum-Shooter, der in nostalgischem Hacker-Design daher kommt. Ich habe das Game, das für 0,99 Euro aus dem App Store geladen werden kann, angespielt und verrate euch einige Tipps für den Überlebenskampf.

Röhrenflair auf dem Smartphone

Nach dem rund 50 MB großen Download und der anschließenden Installation des Games kann das Spielvergnügen auch schon los gehen. Nach einem kurzen Intro, das den Bootvorgang eines betagten PCs zeigt, befinde ich mich auf der Startseite, die wie auf einem alten Röhrenmonitor perspektivisch gekrümmt daher kommt. Sie ist einem Ordner mit darin enthaltenen Dateien nachempfunden. Ein etwas unkonventioneller Doppel-Tipp auf „bin“ und „glitchskier.exe“ startet die Spielrunde.

Ich finde mich in einer zweidimensionalen Welt aus Klötzchen und kryptischen Buchstaben wieder. Die eigene Spielfigur wird durch ein Pfeil charakterisiert. Durch Ziehen auf dem Display bewege ich mein ‚Raumschiff‘ und beschieße automatisiert meine Umgebung. Auf dem Weg durch das digitale Labyrinth muss ich umherfliegende Gegner ausschalten, um nicht mit ihnen zu kollidieren und bestenfalls neue, schlagkräftigere Waffen sammeln. Der Fokus sollte dabei auf die roten Gegner gesetzt sein, denn allein sie sind durch meine Waffen zerstörbar. Weiße Gegenspieler können nur mir schaden. Das Sammeln der rot-weißen Klötzchen bringt Extra-Punkte.

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Ziel von Glitchskier ist es unbeschadet durch ein Heer von Gegnern zu gelangen. Screenshots by Jonas Haller

Das Ende einer Spielrunde markiert eine Art Mutterschiff, das es für mich zu bezwingen gilt. Wichtig ist hierbei die verwundbaren roten Bereiche zu erwischen. In den ersten Spielrunden biss ich mir spätestens da die Zähne aus, denn ringsumher verfolgten mich diverse Gegner. Einer der Tricks ist hierbei, stets hinter die Schiffe zu gelangen und so nicht die Flugbahn zu kreuzen. Ist die Runde geschafft, baut sich ein neues Level auf und neue ‚Dokumente‘ können geladen werden. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um neue Farbschemata, die über den Ordner „data“ wählbar sind. Glitchskier bietet insgesamt vier Spielrunden, in denen Gegner eliminiert und Punkte gesammelt werden müssen.

Nerdig schick, aber akkuhungrig

Das Spiel des Hamburger Spieleentwicklers ist anders. Die Grafik beeindruckt nicht durch Fotorealistik und Detailtreue. Vielmehr schickt sie mich als Spieler zwei bis vier Jahrzehnte in die Zeit zurück, als Arcade-Games am PC oder Automat der große Trend waren. Nicht zuletzt das Schwelgen in Erinnerungen und das nostalgische Flair machen Glitchskier zu einem echten Geheimtipp für Nerds und Geeks. Der Soundtrack aus digitalen Synthesizerklängen verstärkt dieses Empfinden.

Die abstrakte, minimalistische Spielwelt ist allerdings alles andere als ressourcenschonend. Die Entwickler selbst sprechen von einem potenten Smartphone, das 2 GB RAM, eine OpenGL ES3 kompatible GPU sowie einen Quad Core Prozessor mit mindestens 2 GHz Taktrate besitzt. Im Test wurde der Ressourcenhunger durch einen starken Akkuverbrauch deutlich. Nichtsdestotrotz hat Glitchskier zurecht den Award „Bestes Mobiles Spiel“ der DCP erhalten und ist vor allem für Apple-Nerds eine Empfehlung wert. Mit 2,29 Euro ist auch der Kaufpreis fair.

Unser Autor Berti Kolbow-Lehrradt hat vier spannende iOS-Games „made in Germany“ getestet, die mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images and Screenshots by Jonas Haller; Video by Shelly Alon


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Interactive Fiction: Bei diesen vier Games bestimmst du die Geschichte

Her-Story-Screenshot-Blue-Jacket (adapted) (Image by Sam Barlow)

„Story in einem Spiel ist wie Story in einem Pornofilm. Man erwartet, dass sie da ist, aber sie ist nicht sonderlich wichtig.“ Dieses Zitat wird dem Doom-Entwickler John Carmack zugeschrieben. Es wird immer gern dann diskutiert, wenn es um die vermeintliche erzählerische Niveaulosigkeit in Videospielen geht. Tatsächlich tun sich viele Games schwer damit, narrativen Anspruch und interaktives Erlebnis zu vereinen. Warum eigentlich? Ich will beides!

Interactive Fiction: Ich bin das Spiel

Einem Genre, dem das vergleichsweise gut gelingt, sind Spiele aus dem Bereich Interactive Fiction. Dabei wird die Geschichte wie in einem Film oder einem Buch über weite Strecken konzentriert vorwärtsbewegt. An Schlüsselstellen erhält der Spieler jedoch die Kontrolle über den weiteren Verlauf, indem er ihn mit dem Handeln oder den Antworten des Charakters beeinflussen kann. Ich liebe dieses Genre, weil es mir die Möglichkeit eröffnet, mich von einer packenden Story fesseln zu lassen, aber gleichzeitig Teil des Geschehens sein zu können. Ihr wollt dies auch erleben? Hier sind vier Spiele für Android, die ich euch empfehlen kann.

The Walking Dead: Zombie-Jagd mit Touch

Das Zombie-Franchise The Walking Dead (TWD) ist eines der populärsten Vertreter für Interactive Fiction. Die Spiele-Umsetzung stammt von Telltale. Das Entwicklungsstudio hat sich mit weiteren Genre-Vertretern einen Namen gemacht. Die Spiel-Version von TWD erlebt ihr über weite Strecken wie einen animierten 3D-Film. In diversen Situationen entscheidet ihr mit einer von mehreren Vorgehensweisen oder Anworten, wie die Handlung voranschreitet. Ab und an steuert ihr das Wohl eures Charakters in Quicktime-Events, etwa, um Zombies auszuweichen – oder zu töten. Inhaltlich spielt TWD im Universum der TV-Serie. Original-Charaktere trefft ihr aber fast nie. Dafür ist der Plot ähnlich. Mehr noch als die Zombies stellt euch das Aufeinandertreffen mit überlebenden Menschen vor Herausforderungen. Aktuell läuft die dritte Staffel namens „A New Frontier“. Darin müsst ihr in der Rolle des jungen Mannes Javier seine Familie vor den Gefahren der Zombie-Apokalypse schützen.

Startet aber lieber chronologisch mit der ersten Staffel. So verfolgt ihr besser das Schicksal des Mädchens Clementine, einer der interessantesten Charaktere, die ich je gespielt habe. Außerdem werden die Story-Weichen, die ihr gestellt habt, mittels Cloud-Sync staffelübergreifend übernommen. Nicht jede Entscheidung ist fundamental wichtig. Zum Teil hängt davon aber ab, wer stirbt oder wen ihr ein paar Folgen später wieder trefft. Die Idee der Interactive Fiction haben die Telltale-Designer exzellent umgesetzt. Als Einzelkauf kostet jede der fünf Folgen von The Walking Dead: A New Frontier im Play Store 5,49 Euro. Für jeweils ein bis drei Stunden Spielzeit ist das nicht wenig. Mir war es das Erlebnis bisher wert. Das Spiel ist außerdem für Windows, iOS, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Lifeline: Telefonseelsorge im Weltraum

Stellt euch vor, auf eurem Smartphone erreicht euch ein in Not geratener Astronaut – und mit euren Ratschlägen könnt ihr ihn aus seiner Lage retten. Das ist der Ausgangspunkt des rein textbasierten Spiels Lifeline. Im aktuellen sechsten Spieleableger „Lifeline: 8 wie unendlich“ chattet ihr – wie in einigen vorherigen Teilen auch – mit dem Weltraum-Schiffbrüchigen Taylor. Während euch Taylor abgehetzt seine Flucht vor sehr penetranten Aliens schildert, bittet er euch bei kniffligen Entscheidungen regelmäßig um Rat. Manchmal ist dafür sogar eine Google-Recherche nötig. Wählt eure Tipps weise, es geht buchstäblich um Leben und Tod.

Die zum Teil sehr witzigen Dialoge und der Erzählrhythmus, der auch Schlafens- und Essenspausen von Taylor berücksichtigt, unterstreichen den Eindruck, mit einem echten Menschen zu chatten. Manche Rezensenten fühlen sich dadurch so emotional berührt, dass sie sich geradezu Sorgen um Taylor machen. So weit würde ich nicht gehen. Dennoch finde ich das Spielkonzept sehr fesselnd. Die alternativen Enden motivieren zum erneuten Spielen. Das ist für mich Interactive Fiction, wie sie sein sollte. „Lifeline: 8 wie unendlich“ ist im Play Store für 2,99 Euro erhältlich und sein Geld absolut wert. Ältere Teile gibt es sogar schon für 0,99 Euro. Auf iOS läuft Lifeline ebenfalls.

80 Days: Eine Weltumrundung ist nicht genug

Ob der Londoner Gentleman Phileas Fogg es schafft, die Welt in 80 Tagen zu umrunden, bleibt natürlich mal wieder an euch hängen – seinem treuen Diener Passepartout. Im Gespräch mit Reisenden Informationen zu den schnellsten Routen beschaffen, Geld auftreiben und die Gesundheit des Chefs im Blick behalten –  das ist euer Job in der Spielumsetzung von Jules Vernes Roman.

In dieser Steampunk-Version der Geschichte könnt ihr mit Luftkissenfahrzeugen und mechanischen Kamelen reisen – dennoch bleibt im Setting des Jahres 1872 ein Zeitfenster von 80 Tagen ein steiles Timing für eine Weltreise. Mit der richtigen Reiseverbindung (Tipp: Nordpol!) schafft ihr es aber sogar schneller. Die Routenplanung und die Stadtaufenthalte sind hübsch animiert und illustriert. Die Hintergrundstory und Dialoge sind aber rein textbasiert. Euer Englisch sollte gut sein, sonst entgehen euch womöglich viele Details. Die Geschichte ist wahnsinnig dicht und detailreich. Passepartout ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe gleich drei Weltumrundungen am Stück absolviert. Jede Reise ist anders und offenbart exotische Schauplätze und historisch angehauchte Nebenhandlungen. Der Preis von 3,80 Euro für die App im Play Store geht locker in Ordnung. Für Mac und Windows ist 80 Days ebenfalls erhältlich.

Her Story: Mörderhatz per YouTube-Suche

Bei dem Krimi-Spiel „Her Story“ fasziniert vor allem die ungewöhnliche Art, wie ihr euch die Geschichte erschließt. Es verschafft euch Zugang zu einer Polizei-Datenbank, in der sieben fiktive Interviews mit einer britischen Frau aus dem Jahr 1994 gespeichert sind. Sie vermisst ihren Mann und ihr müsst euch anhand der Aufzeichnungen einen Reim auf die Geschichte machen. Was die Sache zum Rätsel macht: Statt der kompletten Interviews betrachtet ihr nur kurze Ausschnitte. Diese fragt ihr in der Datenbank per Schlüsselwörtern aus dem Interview ab. Das Transkript liegt euch aber gar nicht vor. Was wichtig sein könnte, müsst ihr aus dem Kontext schlussfolgern und euch so Schritt für Schritt in Richtung Lösung voran puzzeln. Quasi wie bei einer unsystematischen YouTube-Suche.

Das Design hat einen gewissen nostalgischen Charme. Es erinnert an einen Computerarbeitsplatz der 90er-Jahre: grobpixelige Videos, geräuschvolle Computertasten und säuselnde Festplatte. Die schauspielerische Leistung hingegen liegt auf Laientheater-Niveau. Auch die Handlung kommt streng genommen nicht über einen durchschnittlichen Tatort-Plot hinaus. Dennoch ist das ungewöhnliche Gameplay extrem reizvoll. Für 5,49 Euro im Play Store bietet Her Story ein abendfüllendes Krimi-Rätsel. Unter iOS, Mac und Windows läuft das Spiel ebenfalls.

Ohne Story ist ein Spiel nicht sonderlich wichtig

Unter dem Strich leben alle vier genannten Spiele aus dem Bereich der Interactive Fiction nicht von der absoluten Brillanz des Plots, sondern davon, dass der Spieler den Verlauf non-linear mitbestimmen kann. Ich möchte aber auch überhaupt nur deshalb ein Teil dieser Spiele sein, weil die Plots mindestens „gut genug“ sind. Storytelling und Interaktivität gehen hier einen gesunden Kompromiss ein. Insofern widerspreche ich John Carmack. Ohne eine „mindestens gute“ Story ist ein AAA-Videospiel heute nichts mehr. Interaktivität bietet jedes Videospiel. Aber erst, wenn deren Handlung überzeugt, wird daraus ein Spiel, das sich von der Masse abhebt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.  


Image by Sam Barlow via Her Story Game


 

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Amazon Underground: Teure Android-Apps gratis downloaden – zum Preis privater Daten

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Hochwertige Apps, die regulär Geld kosten, stattdessen gratis herunterladen und nutzen. Dabei kann es sich ja nur um illegale Machenschaften handeln, oder? Falsch! Was viele nicht wissen: Amazon bietet seit 2015 mit seinem Dienst „Underground“ einen alternativen App-Store für Android-Geräte und Fire-Tablets an, bei dem es kostenpflichtige Apps für lau gibt. Sogar die In-App-Käufe gehen aufs Haus! Das Angebot wird attraktiver. Und wer jetzt erst auf den Dienst aufmerksam wird, fragt sich vielleicht, ob das ein okayer Deal ist. Ich habe mir das mal genauer angesehen und verrate euch, warum der tatsächliche Preis am Ende höher sein kann, als die Apps wert sind.

So funktioniert Amazon Underground

Viele Android-Nutzer laden sich ihre Apps aus einer Standard-Quelle: dem Google Play Store. Dort ist das Angebot von Amazon Underground aber nicht zu finden. Stattdessen müsst ihr einen separaten Store-Zugang installieren, indem ihr die entsprechende App auf der Seite von Amazon Underground herunterladet. Mit der normalen Shopping-App von Amazon hat diese nichts zu tun. In diesem alternativen Download-Store sind diverse Apps verfügbar, die ihr auch bei Google Play findet.

Image by Amazon
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Während viele Programme jedoch im Shop von Google Geld kosten, bietet Amazon eine Auswahl davon in seinem eigenen Shop vollkommen kostenlos an. Über 800 Apps stehen bei Amazon Underground zum Download bereit. Dabei sind nicht alle normalerweise kostenpflichtig. Welche Apps ihr ohne Underground-Shop nicht kostenfrei bekommen würdet, sehr ihr am kleinen Zusatz „Actually Free“ auf dem App-Icon.

Die Gegenleistung: Ihr „bezahlt“ mit euren privaten Nutzerdaten

Amazon macht aber kein Geschenk, sondern verfolgt ein neues Geschäftsmodell. Das Unternehmen möchte von euch eine Gegenleistung. Jeder, der sich nämlich über den Underground-App-Store etwas herunterlädt, gibt sein App-Nutzungsverhalten preis. Diese Daten kann Amazon dann an Konzerne und Unternehmen verkaufen, damit beispielsweise „Werbung nach Maß“ zugeschnitten werden kann. Ob Amazon das tatsächlich macht, ist allerdings vollkommen unklar, da das Versandhaus sich dazu bisher noch nicht geäußert hat.

Fest steht, dass die Entwickler der normalerweise kostenpflichtigen Apps bei der ganzen Sache nicht leer ausgehen. Das System ist dabei recht einfach: Über die App wird die Nutzungsdauer verfolgt, und im Anschluss minutengenau abgerechnet. Für jede Minute Nutzungszeit vergütet Amazon den angemeldeten Entwickler mit einem Zehntel Cent. Je mehr Android-Nutzer die Anwendung installieren, und je länger sie in Benutzung ist, desto höher ist also der ausgeschüttete Betrag. Es liegt also an euch, ob ihr Spielwährung für euer Lieblingsgame oder das Abo von Flirt-Apps für wertvoller haltet als eure Privatsphäre.

Zum Teil sehr hochwertige App-Auswahl

Screenshot by Aspyr Media
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Habt ihr euch für die kostenlosen Apps statt eurer Privatsphäre entschieden, könnt ihr euch bei einem zum Teil exquisiten App-Buffet bedienen. Wirklich coole Spiele wie Lara Croft Go, Sonic Dash 2, Hitman Go oder Kniffel (ich liebe Kniffel!) könnt ihr zocken, was das Zeug hält. Star-Wars-Fans freuen sich, dass die Spiel-App „Knights Of The Old Republic“ im Underground-Store ebenfalls frei verfügbar ist. Bei Google Play werden für die App derzeit rund elf Euro fällig.

Die wohl beste und bekannteste App aus dem Underground-Store ist Navigon Europe. Normalerweise würde die App mit 140 Euro zu Buche schlagen. Bei Amazon Underground ist sie kostenfrei erhältlich. Außerdem können Karten für 45 europäische Länder (natürlich kostenlos) heruntergeladen werden.

Ebenfalls attraktiv ist die Tatsache, dass selbst In-App-Käufe für lau sind. So „schenkt“ Amazon beispielsweise Nutzern der App Lovoo die VIP-Mitgliedschaft im Wert von 12 Euro – und das jeden Monat.

So installiert ihr Amazon Underground

Auf dem Android-Smartphone muss vorerst das Installieren aus unbekannten Quellen erlaubt werden. Die Einstellung findet ihr unter „Einstellungen“, „Sicherheit“ bzw. „Anwendungen“. Bei „Unbekannte Quellen“ setzt ihr den Haken und bestätigen die Auswahl.

Um die APK zu installieren, muss mit dem Smartphone dieser Amazon-Link geöffnet werden, die Datei „Amazon_App.apk“ sollte dann automatisch downloaden. Danach einfach unter „Eigene Dateien“ bzw. im Ordner Downloads die Datei antippen und der Installationsanleitung folgen. Danach kann die Underground-App gestartet werden.

Image by Amazon
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Aus Sicherheitsgründen solltet ihr danach das Installieren von unbekannten Quellen wieder deaktivieren. APKs können immer ein gewisses Risiko bedeuten, da sie am offiziellen Google Play Store „vorbei installiert“ werden. Somit könnt ihr euch aus unbekannten Quellen Viren und Malware auf euer Gerät ziehen. Vorsicht ist hier immer geboten.

Fazit – Hoher Preis für günstige Apps

Das Traurige an der ganzen Sache ist, dass so viele Leute richtig scharf auf kostenlosen Shit sind, und damit ihre Privatsphäre verkaufen. Ich persönlich bin kein Freund davon, und kann nur jedem davon abraten, sich den Underground-Store zu installieren. Der Preis ist letztendlich doch viel höher, als wenn man ein paar Euro für eine App ausgibt, die man dann sein Leben lang benutzen kann, ohne dabei getrackt zu werden.

Diejenigen, die auf Datenschutz und Privatsphäre nicht so einen großen Wert legen, werden im Amazon-Underground-Store richtig aufgehen. Das Konsum-Herz wird dort seine wahre Freude haben.


Images & Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt, Amazon, Aspyr Media


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Androidpiloten.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • KI golem: HTCs intelligente Smartphones hören immer zu: Eine dauerhafte Bespitzelung durch das eigene Smartphone – eigentlich eine Vorstellung, die nicht allzu verlockend klingen dürfte. Der Elektronik-Hersteller schlägt jetzt aber genau diese Richtung ein und setzt bei den nun neu vorgestellten Smartphone-Modellen auf künstliche Intelligenz. Die Kollegen von Golem haben das U Ultra und das U Play auf Herz und Nieren getestet.

  • KRYONIK heise: Kryonik: Die Hoffnung auf ein zweites Leben nach dem Eis:Es hört sich immer noch mehr nach Science Fiction an, doch die erfolgreiche Kryokonservierung, sprich das Einfrieren von Gewebe oder gar ganzen Leichen, ist in der Gegenwart angekommen, mehr noch feiert sie sogar 50-jähriges Jubiläum! Derzeit warten rund 2.000 Menschen weltweit auf eine Kryokonservierung, eine britische 14-jährige beispielsweise ist krebskrank und hat kürzlich gerichtlich durchgesetzt, dass ihr Körper eingefroren werden darf.

  • AMAZON t3n: Exklusiv: Amazon zeigt, wie Roboter und Menschen zukünftig zusammenarbeiten werden: Wenn Asimov nur wüsste! Bei der Amazon-Logistik herrscht jetzt harmonische Koexistenz zwischen Mensch und Maschine. Die hauseigenen Roboter aus der Schmiede „Amazon Robotics“ sollen helfen die Paketflut des E-Commerce-Großhändlers zu bewältigen. In weltweit über 20 von insgesamt über 350 Logistikzentren setzt Amazon bisher schon großflächig auf Roboter, um den Betrieb in diesen Verteilzentren effizienter zu gestalten.

  • APPLE digitaltrends: Apple may debut its own original TV shows by the end of 2017: Wenn es nach Apple geht können Kollegen wie Netflix oder Amazon Prime wohl bald Platz machen, denn der Konzern plant für das Jahresende die Produktion eigener Serieninhalte. Der Konzern versucht immer mit den Trends zu gehen, sofern er sie nicht gerade selbst setzt, so ist es auch nicht verwunderlich, dass er Wind davon bekommen hat, dass vor allem auch mit Kontent Geld gemacht werden kann. Es bleibt abzusehen, was Apple da abliefern wird, definitiv wird aber Schwung in die Streaming-Welt gebracht.

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Läuft bei ihm: Super Mario Run für iOS im Test

Nintendos Superstar liefert sein Debüt auf dem iPhone ab: Entsprechensmr-level-applepilotend hoch sind die Erwartungen der Fangemeinde und die Bedeutung für Nintendo. Ich kenne und spiele Mario seit seinem ersten Auftritt auf dem NES und habe die iPhone-App neugierig getestet.

Es gibt rund 500.000 Games im App Store, viele davon sehr erfolgreich. Aber keines hat vor seinem Start dermaßen für Furore gesorgt wie dieses: Super Mario Run. Als Mario im September erstmals bei der Apple Keynote auf dem Bildschirm erschien, brandete Applaus auf. Mario-Erfinder und Nintendo-Legende Shigeru Miyamoto übernahm höchstpersönlich die Demonstration. Bis das Spiel endlich im Store zum Download bereit stand, dauerte es Monate – man konnte sich nach der Keynote nur per E-Mali benachrichtigen lassen, wann es so weit sein würde. Der normale App-Käufer mag sich bei all dem Brimborium fragen: Warum eigentlich diese Aufregung?

Offizielles Gaming-Debüt auf dem Smartphone

Für Nintendo bedeutet Super Mario Run viel, sogar sehr viel. Die Nintendo-Charaktere wie Mario sind die erfolgreichsten der Videospiel-Geschichte. Bisher gab es sie nur exklusiv auf Nintendo-Systemen, wie zuletzt dem Nintendo 3DS und der Wii U. Seitdem Smartphones aber immer mehr den traditionellen Spielkonsolen das Wasser abgraben, rückt Nintendo von der eisernen Strategie ab, selbst entwickelte Spiele nur für hauseigene Hardware zu produzieren. Für viele Nintendo-Puristen ist dies immer noch ein schwer fassbarer Schritt.

In Form des sozialen Netzwerks Miitomo hatte Nintendo bereits vor einer Weile Tuchfühlung mit dem App-Geschäft aufgenommen. Pokémon Go war daraufhin im Herbst 2016 der erste Vorstoß in den Bereich der Smartphone-Spiele. Allerdings handelte es sich um keine „reinrassige“ Nintendo-Eigenentwicklung, sondern um ein Lizenzprodukt des Studios Niantic.

Super Mario Run stellt also eine Premiere da. Und was für eine. Mit dem Segen von Miyamoto rollt das iPhone-Spiel den roten Teppich für den ureigensten Nintendo-Charakter aus, das Kronjuwel des Unternehmens: Mario. Entsprechend hoch ist die Spannung, wie gut der Klempner mobil hüpft und dabei Münzen für die Spieler einfährt – und für Nintendo.

Super Mario Run erscheint zunächst exklusiv für iOS, später sollen aber Android-Smartphones und Tablets folgen – nur einen genauen Termin wollte Nintendo dafür noch nicht nennen.

Fulminanter Start in die neue Zukunft

smr-level2-applepilotenAus der Vogelperspektive betrachtet, geht es für den angeschlagenen Nintendo-Konzern ums Ganze. Den Start von Super Mario Run begleitet die Frage, ob das Unternehmen mit dem App-Geschäft in eine neue Zukunft starten kann. Das wäre ein zweites Standbein neben der ausklingenden Konsole 3DS, der schon fast abgeschriebenen Wii U und der im Frühjahr als neue Hoffnung erwarteten Konsole Nintendo Switch, die gleichzeitig mobil und stationär die Spieler begeistern will. Der mobile Verkaufsstart ist schonmal geglückt: Laut dem Analysten App Annie soll Super Mario Run allein zwischen dem Launch am 15. Dezember und dem 17. Dezember rund 37 Millionen mal heruntergeladen worden sein. Schon am ersten Tag sorgte das Spiel für vier Millionen US-Dollar Umsatz.

Super Mario Run erzeugt „Muss spielen“-Reflex

Entsprechend aufgeregt war auch ich, als ich die lang ersehnte Mail-Benachrichtigung endlich erhielt. Super Mario habe ich schon auf dem Ur-Gameboy, dem NES, dem Super Nintendo bis hin zu den letzten Versionen auf Wii und Wii U gespielt. Als Fan war es für mich keine Frage, dass ich dieses Spiel haben muss. Erstaunt hat mich der schnelle Download, der aber nur einen kleinen Teil des Spiels enthält. Ein Tutorial hilft bei der Einführung in die Steuerung – für mich ist diese das große Fragezeichen und Hauptkriterium, ob Mario auf dem iPhone Spaß machen wird.

Echtes Jump’n’Run statt Endless Runner

Super Mario Run wurde für die Einhand-Bedienung im Hochformsmr-blase_rettung-applepilotenat konzipiert. Es handelt sich also nicht um eine Konvertierung eines 3DS-Titels, bei dem dann das Steuerkreuz der Konsole und die Knöpfe auf dem Bildschirm simuliert werden. Mario läuft hier automatisch und hüpft auch selbständig über kleinere Gegner und Hindernisse. Der Daumen auf dem Touchscreen lässt ihn springen – je länger, desto höher. Ich war, ehrlich gesagt, anfangs skeptisch bezüglich des Steuerungskonzepts und habe ein stark vereinfachtes Mario-Game in Form eines Vertreters des „Endless Runners“-Genres á la „Flappy Bird“ befürchtet. Tatsächlich entpuppt sich Super Mario Run schon nach den ersten Leveln stattdessen als waschechtes Jump’n’Run, in dem gutes Timing und präzise Sprünge gefragt sind.

Intuitive Steuerung mit vielen Finessen

Bei der Steuerung hat Nintendo wirklich hervorragende Arbeit geleistet: Sie ist anfangs sehr intuitiv und wirkt simpel, hat tatsächlich aber viele Finessen: Mario kann kurz und lange springen, sich an Wänden hoch hangeln, Doppelsprünge, Sprünge unterbrechen und sich an Gegnern abfedern. Treu nach dem Prinzip „leicht zu lernen, schwer zu meistern“ gibt es für Profis reichlich Möglichkeiten tiefer einzusteigen.

Die Steuerung motiviert zum erneuten Spielen und Meistern der Levels. Sie fühlt sich so präzise an, dass ich mit der Zeit sogar vergesse, nicht mit einem Controller, sondern nur mit dem Daumen zu steuern. An kniffligen Stellen im Spiel haben die Entwickler Pausen-Blöcke eingebaut, an denen Mario innehält, bis ihn der Spieler wieder losschickt.

Im Zusammenspiel fühlt sich alles einfach genau richtig an. Die typismr-welten-applepilotensche Nintendo-Perfektion bei einem Jump’n’Run macht die Klasse des Spiels und den Spaß aus. Die Level werden mit jeder Welt etwas fordernder, aber nie zum Frust wie in Flappy Bird. Eine Luftblase rettet Mario ein paar Mal, bevor er wirklich ein Leben verliert und mindert den Schwierigkeitsgrad – wird aber nie zu leicht, wie Super Mario 3D World auf der Wii U, wo man nach ein paar verlorenen Leben unverwundbar durch schwierige Levels durchmarschieren konnte.

Die Kritik ist überwiegend unbegründet

In den ersten Tagen gab es aber auch Kritik: Ein Streitpunkt ist der Preis. Nach drei kostenlosen Leveln wird für die Nutzung der Vollversion eine Bezahlung fällig. Mit 9,99 Euro tischt sie für eine App einen recht happigen Preis auf, bemängelt so mancher. Meine Meinung dazu ist eine andere: Erstens liefert Nintendo hier keine lieblose Zweitverwertung, sondern ein eigens für Mobilgeräte runderneuertes Spiel ab – mit dem erwarteten Feinschliff. Zweitens bin ich froh, dass der Spieler nicht in einem als Free-to-Play getarnten Dauerbezahltitel ständig zur Kasse gebeten wird, indem er per In-App-Kauf mit echtem Geld virtuelle Münzen und Juwelen nachbestellen muss.

Der zweite Kritikpunkt ist der Umfang, den man mager finden kann. Es stimmt: Geübte Spieler kommen zügig durch die 24 Level. Aber erstens bieten sie eine Menge Abwechslung und Spielspaß und zweitens laden sie immer wieder dazu ein, neue Routen und Hüpftechniken auszuprobieren, um alle Sondermünzen zu finden oder seine Levelzeit zu verbessern. Zudem gibt es mit „Toad Rally“ und „Königreich“ noch zwei Spielmodi, in der man gegen Kontrahenten antreten, beziehungsweise seine eigene Spielwelt gestalten kann.

Einzig beim dritten Kritikpunkt am Spiel stimme ich zu: Mit dem vermutlich als Kopierschutz ersonnenen Online-Zwang hat sich Nintendo keinen Gefallen gesmr-level_geschafft-applepilotentan. Online-Funktionen sind in der Regel nützlich, aber letztlich sollte man ein so mobiles Spiel wie dieses auch in der Bahn und Gegenden spielen können, wo das Netz nicht schnell genug oder gar nicht vorhanden ist. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler auf die Verärgerung reagieren und den permanenten Online-Zwang aufheben.

Fazit: Fahne ganz oben!

Marios Debüt auf dem Smartphone ist gelungen! Zwar kommt Kennern jüngerer Titel auf der Wii U und dem 3DS das Leveldesign bekannt vor. In gewisser Weise vereint das iOS-Spiel nämlich die besten Elemente der Serie. Dennoch ist die Steuerung so innovativ wie gelungen und es finden sich genug neue Spielelemente, sodass Super Mario Run als erster echter Spiele-Ausflug Nintendos ins App-Geschäft Akzente setzt. Dem Spielspaß können die kleinen Minuspunkte wie der Online-Zwang und der gehobene Preis keinen Abbruch tun. Wenn Nintendo das Niveau hält, freue ich mich auf weitere Umsetzungen fürs Smartphone und Tablet.


Image by Nintendo. Screenshots by Stefan von Gagern


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Applepiloten.

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