All posts under Microsoft Surface

Microsoft Surface Studio 2 jetzt bestellbar

Microsoft Surface Studio 2

Während Apple beim iMac in der derzeitigen Modellsaison eine Runde aussetzt, legt Microsoft bei den All-in-One-Rechnern nach. Die im Oktober vorgestellte zweite Generation des Surface Studio ist ab heute vorbestellbar. Ab dem 7. Februar 2019 wird das Surface Studio 2 dann ausgeliefert. Erhältlich ist es in drei Versionen.

Modellpflege für Microsofts stärksten Schreibtisch-Rechner

Das Surface Studio hat uns bei der Premiere gefallen. Im Hands-On und späteren ausführlichen Test hatten wir kaum etwas auszusetzen. So geht es auch vielen anderen Testern und Nutzern. Deswegen sieht Microsoft keinen Anlass, den Schreibtisch-Rechner grundlegend umzugestalten. Daher handelt es sich beim Surface Studio 2 um Modellpflege, die das Original um aktuellere Rechenkomponenten ergänzt.

So ist das neue Modell mit neueren Geforce-GTX-Grafikkarten von Nvidia verfügbar, weswegen es im Vergleich zur ersten Surface-Studio-Generation 50 Prozent bessere Grafikleistung bringen soll. Davon soll unter anderem das Streamen von Xbox-Spielen profitieren. Schließlich brauchen auch Profis mal Abwechslung. Aufgrund neuer Transistor- und Displaytechnik soll der unverändert 28 Zoll große Bildschirm spürbar heller und kontrastreicher sein. Außerdem ist erstmals USB Typ C an Bord. Ebenfalls aktualisiert hat Microsoft den Hauptprozessor. Hierbei handelt es sich nun um Intel-Chips der siebten statt der sechsten Generation. Top ist das aber nicht, denn inzwischen ist die achte Generation erhältlich. Zu hoffen ist, dass der Lüfter beim Surface Studio 2 seinen Dienst leiser als beim Original verrichtet.

Das Surface Studio 2 ist wie sein Vorgänger als Arbeitstier für Kreative konzipiert. Dafür steht vor allem das kippbare Display, das sich mit Fingergesten und dem Digitalstift Surface Pen bearbeiten lässt. Dieser wird in seiner neusten Version, in der er 4.096 Druckstufen unterscheiden kann, mitgeliefert. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören eine Tastatur und eine Maus, die ohne Kabel auskommen. Leider hat Microsoft an den beiden Eingabegeräten nichts geändert. Deshalb fallen sie weiterhin im Vergleich zum Premium-Design des Surface Studio ab und können nicht mit Magic Keyboard und Magic Mouse von Apple mithalten. 

Mit dem Eingabe-Puck Surface Dial arbeitet das Surface Studio 2 erneut zusammen. Beim ihm handelt es sich aber um optionales Zubehör, das extra kostet.

Surface Studio 2 in drei Varianten bestellen

Wer sich für das Surface Studio 2 interessiert, kann zwischen drei Ausführungen wählen. Sie unterscheiden sich in puncto Speicherplatz, Arbeitsspeicher und Grafikleistung:

  • 16 GB RAM, 1 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1060 6 GB für 4.149 Euro
  • 32 GB RAM, 1 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1070 8 GB, für 4.999 Euro
  • 32 GB RAM, 2 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1070 8 GB für 5.499 Euro.

Bei allen Modellen gleichermaßen an Bord ist neben Keyboard, Maus und Surface Pen auch Windows 10 Pro. Sie sind ab heute im Microsoft Store und anderen ausgewählten Händlern bestellbar. Wer lieber ein mobileres Surface möchte, findet in unserer Surface-Kaufberatung Alternativen.

Microsoft Surface bei Amazon aussuchen (Provisionslink)


Image by Microsoft

Weiterlesen »

Surface Laptop 2 im Test: Das fast perfekte Notebook

Microsoft Surface Laptop 2

Wem das Surface Pro zu sehr Tablet ist und das Surface Studio zu sperrig, der findet im Microsoft-Kosmos eine Alternative. Das Surface Laptop ist ein klassischer Mobil-Rechner, nur eben im Surface-Look. Mit dem Surface Laptop 2 hat Microsoft nun die zweite Generation seines Premium-Notebooks vorgestellt. Viel geändert hat sich im Vergleich zur Erstauflage nicht. Die aktuelle Version gibt es nun auch in Schwarz. Außerdem hat Microsoft den Prozessor aktualisiert und die Akkulaufzeit auf maximale 14,5 Stunden erhöht. Welchen Praxiseindruck das neue Gerät macht, habe ich ausführlich getestet.

Wertiger Eindruck, veraltete Anschlüsse

Das Surface Laptop 2 macht nach dem Auspacken denselben, wertigen Eindruck wie sein Vorgänger. Microsofts Anspruch lautet, das Gerät so wenig technisch wie möglich aussehen zu lassen. Dazu gehört, dass Betrachter keine Schrauben oder Scharniere sehen können und die Oberfläche des Gerätes mit Alcantara, einem widerstandsfähigen Mikrofaserstoff, bedeckt ist. Außerdem ist das Laptop ist angenehm dünn und wiegt lediglich 1,2 Kilo. Wer klassisches Schwarz oder Grau nicht mag, kann das Gerät auch in roter oder blauer Gehäusefarbe wählen.

Äußerlich unterscheidet sich die zweite Generation von Microsofts Notebook nicht von seinem Vorgänger. Dies ist optisch kein Problem, denn dadurch sieht sie genauso schick aus. Funktionell hätte ich mir jedoch eine Modernisierung gewünscht. Denn auch die Anschlussausstattung ist unverändert. Die Kombination aus Mini-DisplayPort, klassischen USB-Port und Surface-Connect Anschluss, welcher zum Laden benutzt wird, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Surface Laptop 2 Anschlüsse
Warum verzichtet Microsoft noch auf USB-C? Image by Timo Brauer

Schade, dass Microsoft stattdessen nicht auf USB-C setzt, so, wie es bereits beim Tablet namens Surface Go der Fall ist. Dadurch würde das Mitschleppen eines separaten Ladekabels entbehrlich. Zudem ließe sich das Gerät auch mit einer Powerbank aufladen.

Display und Tastatur top

Das Display des Surface Laptop 2 kommt in einem etwas ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 3:2, obwohl im Laptop- und Tablet-Markt 16:9 und 4:3 üblich sind. Doch daran gewöhnt man sich schnell. Mit einer Auflösung von 2.256 x 1.504 Pixeln liefert das Display ein knackscharfes Bild. Beim Blick von der Seite verblassen die Farben nicht und bei Sonnenlicht ist der Bildschirm noch ausreichend hell.

Wie gehabt, lässt sich auch der separat erhältliche Surface Pen auf dem Touch-Display benutzen. Ergonomisch ergibt das bei einem klassischen Notebook-Formfaktor jedoch weniger Sinn, als bei einem Tablet.

Typisch für einen Laptop ist das Keyboard fest verbaut. Anders als beim Surface Pro müsst ihr es nicht dazu kaufen. Besser als ein Surface Pro lässt es sich außerdem auf kleinen Tischen und auf den Beinen im Zug oder Flugzeug bedienen. Ich betrachte sie als eine der besten Notebook-Tastaturen auf dem Markt. Sie hat einen angenehm festen Tastenwiederstand und matte Tasten, die das Abrutschen verhindern.

Surface Laptop 2 Tastatur
Die Tastatur des Surface Laptop 2 begeistert uns. Image by Timo Brauer

Beim Schreiben macht sich auch der Alcantara-Überzug positiv bemerkbar. Die Hände liegen angenehm auf der Kante des Notebooks auf und das Gerät fühlt sich nicht so kalt und metallisch in der Hand an. Auch das Touchpad ist für ein Windows-Gerät sehr gut. Wer jedoch von einem Mac verwöhnt ist, muss sich erst einmal umgewöhnen.

Modernes Innenleben, schnell genug im Alltag

Technisch ist das Microsoft Surface Laptop 2 identisch ausgestattet wie das Surface Pro 6. Ein Intel Core i5 oder i7 Prozessor der 8. Generation, bis zu 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine bis zu einem Terabyte große SSD lassen sich je nach Einsatzszenario konfigurieren. Lediglich eine dedizierte Grafikkarte steht nicht zur Verfügung. Wer grafisch aufwendige Spiele bevorzugt oder einen Grafikchip für die Videobearbeitung benötigt, greift daher lieber zum Surface Book 2.

In meinem Praxistest erwies sich das das Surface Laptop 2 als uneingeschränkt alltagstauglich. Beim Einsatz von Microsoft Office, beim Surfen und einfacher Bildbearbeitung hatte das Notebook nie zu wenig Leistungsreserven. Es konnte auch mehrere aufwendige Aufgaben und viele offene Tabs problemlos handhaben.

Microsoft Surface Laptop 2 Farben
Das Surface Laptop 2 gibt es in vier Farben. Image by Timo Brauer

Gute Laufzeit, umständlich zu laden

Je nach Anwendung hielt das Surface Laptop 2 in meinem Test etwa sieben bis neun Stunden durch. Das ist ein relativ guter Wert, auch wenn er deutlich von der Maximalangabe Microsofts abweicht. Lediglich das Aufladen war durch einen fehlenden USB-C Port unzeitgemäß umständlich. Statt ein einheitliches Ladekabel für mein Handy, Tablet und Notebook zu verwenden, musste ich im Test immer an das Surface-Connect-Ladekabel denken. Na klar, dieser Vorgang war bis vor nicht allzu langer Zeit Standard. Aber an ein modernes Hochpreis-Laptop sind andere Ansprüche zu stellen.

Test-Fazit: Microsoft Surface Laptop 2 überzeugt

Das Surface Laptop 2 ist ein fantastisches Notebook. Es bietet eine solide Leistung und Akkulaufzeit, sowie ein leichtes und modernes Design in schicken Farben. Einzig der fehlende USB-C Port und die damit verbundenen Einschränkungen sind ein Minuspunkt. Für wen das kein Problem darstellt, ist das Surface Laptop 2 ein ausgezeichneter täglicher Begleiter. Wer auf USB-C jedoch nicht verzichten kann, sollte sich das Huawei MateBook X einmal ansehen. Das Surface Laptop 2 ist ab 1.149 Euro in den Farben Schwarz, Grau, Rot oder Blau im Handel erhältlich.

Microsofts neues Notebook bei Amazon aussuchen (Provisionslink)


Images by Microsoft, Timo Brauer

Weiterlesen »

Micrsoft Surface 2018: Welches Gerät zu dir passt

Microsoft Surface Laptop 2

Vor ein paar Wochen hat Microsoft das Surface Pro 6 und das Laptop 2 vorgestellt. Ich habe mir beide Geräte auf dem Launch Event in München angeschaut und mit dem Microsoft Surface Book 2 und Surface Go verglichen. In diesem Artikel stelle ich euch die Vor- und Nachteile der vier Geräte gegenüber und versuche, euch bei der Suche nach eurem Device zu helfen.

Für Ultra-Mobile: Microsoft Surface Go

Den günstigsten Einstieg in die Surface-Welt bietet das Microsoft Surface Go. Das 10 Zoll große Tablet kommt mit einem Intel Pentium Gold Prozessor der 7. Generation, sowie wahlweise vier oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Durch seine sehr kompakte Bauweise und den maximal 128 GB großen Festplattenspeicher eignet sich das Go eher als Zweitgerät für unterwegs.

Microsoft Surface Go
Das Surface Go eignet sich vor allem als Zweitgerät und für unterwegs. Image by Microsoft

Hierbei ist besonders praktisch, dass es zusätzlich zum normalen Ladeanschluss auch per USB-C mit einer Powerbank oder einem Handy-Ladekabel wieder aufgeladen werden kann. Auch für das kleinste Tablet gibt es eine magnetisch anheftbare Tastatur inklusive einem relativ großen Touchpad.

Microsoft Surface Pro 6
Das Surface Pro 6 gibt es in Platingrau oder Schwarz. Image by Timo Brauer

Mit dem Set könnt ihr das Gerät zu einer mobilen Schreibmaschine machen. Meiner Meinung nach eignet sich das Go aber eher für die Bedienung mit dem Surface Pen. Preislich beginnt das Tablet bei 449 Euro.

Das mobile Surface Go auf Amazon kaufen (Provisionslink)

Für Flexible: Microsoft Surface Pro 6

Mit dem Surface Pro hat Microsoft 2013 das erste Tablet mit richtigem Windows auf den Markt gebracht und den Grundstein für ihre erfolgreiche Surface-Serie gelegt. Das 12,3 Zoll große Tablet gibt es in der neu vorgestellten 6. Generation nun auf Wunsch wieder in edlem Schwarz. Durch die verbauten Intel Core i5/i7 Prozessoren der 8. Generation, bis zu 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer ein Terabyte SSD bietet das Gerät Notebook-Leistung im Tablet-Format und lässt sich sehr flexibel einsetzen.

Microsoft Surface Book 2
Das Surface Book 2 ist Hybrid mit Tendenz zum Laptop. Image by Microsoft

Per Dock-Adapter lässt sich das Gerät auf dem Schreibtisch mit bis zu zwei externen Monitoren wie ein Desktop-PC verwenden und unterwegs kann man das Gerät mit einer magnetisch anheftbaren Tastatur fast wie ein Laptop benutzen. Auch als Tablet zusammen mit dem Surface Pen lässt sich das Gerät verwenden. Im Unterschied zum Surface Go lässt sich der Akku allerdings nicht per Powerbank unterwegs aufladen. Durch seine Tablet-Bauweise lässt sich das Gerät wirklich flexibel einsetzen und eignet sich besonders für diejenigen unter euch, die ein Gerät für alle Einsatzszenarien suchen und sich nicht festlegen wollen. Preislich beginnt das Pro 6 bei 1049 Euro.

Die Tablet-Bauweise hat aber auch seine Nachteile. So lässt sich das Gerät nicht so gut auf den Beinen oder auf schmalen Tischen im Zug oder Flugzeug einsetzen wie ein normales Laptop.

Hier geht es zum flexiblen Surface Pro 6 (Provisionslink)

Für Style-Verliebte: Microsoft Surface Laptop 2

Das Surface Laptop 2 ist quasi ein Pro im klassischen Laptop-Format. Lediglich das Display ist mit 13,5 Zoll ein wenig größer. Bei diesem Modell hat Microsoft es sich zur Aufgabe gemacht, das Gerät so wenig technisch wie möglich aussehen zu lassen. Dazu gehört, dass man keine einzige Schraube oder Scharnier sehen kann und die Oberfläche des Gerätes mit Alcantara, einem widerstandsfähigen Mikrofaserstoff, bedeckt wurde.

Surface Laptop 2
In allen Farben des Regenbogens: Surface Laptop 2. Image by Timo Brauer

Technisch ist das Microsoft Surface Laptop 2 identisch ausgestattet wie das Pro 6. Ein Intel Core i5 oder i7 Prozessor der 8. Generation, bis zu 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer bis zu einem Terabyte große SSD lassen eigentlich keine Wünsche offen. Durch den Laptop-Formfaktor sind die Einsatzszenarien etwas eingeschränkt. Am Desktop lässt sich das Gerät ebenfalls per Dock mit bis zu zwei externen Monitoren verbinden und wie ein Desktop-PC verwenden. Durch die stabilere Bauweise lässt sich das Gerät unterwegs auf den Beinen oder auf kleinen Tischen leichter benutzen.

Außerdem muss man keine separat erhältliche, anheftbare Tastatur erwerben. Technisch lassen sich auf dem Display zwar ebenfalls Notizen mit dem Surface Pen schreiben, jedoch ist dies auf einem nicht-umklappbaren Notebook-Display nicht wirklich ergonomisch und macht keinen Spaß. Das Laptop ist für diejenigen unter euch geeignet, die eher auf der Suche nach einem klassischen Notebook sind, ein stabiles Gerät haben wollen und auf Eingaben per Stift verzichten können. Preislich beginnt das Surface Laptop 2 bei 1149 Euro.

Das Surface Laptop 2 gibt es auch bei Amazon (Provisionslink)

Für Poweruser: Microsoft Surface Book 2

Das Surface Book 2 (hier zum Test) ist Microsofts leistungsstärkstes Notebook. Für alle die nicht auf eine dezidierte Grafikkarte verzichten möchten, lässt sich das Surface Book mit einer Nvidia GeForce GTX 1050 mit zwei Gigabyte Grafikspeicher konfigurieren. Auch die weiteren Specs können sich sehen lassen. Ein Intel Core i5 der 7. Generation oder Core i7 der 8. Generation sorgen mit bis zu 16 Gigaybte Arbeitsspeicher für ausreichend Leistung.

Eure Daten lassen sich auf einer bis zu einem Terabyte großen SSD sichern. Das Book ist ein klassisches Laptop, jedoch lässt sich der 13,5 bzw. 15 Zoll große Display abdocken und als Tablet verwenden. Im Tablet-Modus steht die dezidierte Grafikkarte jedoch nicht zur Verfügung. Dadurch, dass sich im Display und in der Tastatureinheit ein separater Akku befindet, verfügt das Surface Book über eine deutlich längere Akkulaufzeit.

Außerdem lässt sich der Akku von einer ausreichend großen Powerbank auch unterwegs per USB-C laden. Das Book ist für diejenigen unter euch geeignet, die viel Leistung auch unterwegs benötigen. Durch den fehlenden Kickstand ist der Tablet-Modus eher für kurze Präsentationen oder zum Schreiben von Notizen geeignet. Dadurch lässt sich jedoch der Surface Pen komfortabel nutzen. Preislich beginnt das Surface Book bei 1349 Euro.

Das Surface Book auf Amazon kaufen (Provisionslink)

Fazit

Seit Microsoft im Jahr 2012 mit dem Surface RT sein erstes Surface-Tablet vorgestellt hat, hat sich einiges getan und Microsoft hat verschiedene Geräteklassen für unterschiedliche Einsatzzwecke auf den Markt gebracht. Preislich liegen die Geräte jedoch eindeutig im Premium-Segment.


Images by Timo Brauer, Microsoft

Weiterlesen »

Microsoft Surface Hub 2: Bis zu vier Riesendisplays parallel nutzen

SurfaceHub2_Titel ebenfalls

Microsoft hat die zweite Generation seines Großbild-Rechners Surface Hub vorgestellt. Das Surface Hub 2 richtet sich wie sein Vorgänger vor allem an Geschäftskunden und Unternehmen, aber auch Bildungseinrichtungen, die mithilfe des großen Bildschirms ihre Arbeits- beziehungsweise Lernprozesse vereinfachen können. Dazu ist die zweite Generation des Surface Hub nicht nur schlanker und mobiler, sondern lässt sich auch besser mit anderen Surface Hub kombinieren. So lassen sich bis zu vier der 50,5 Zoll großen Riesendisplays zu einer gigantischen Bildschirmfläche zusammenschalten. Zudem können sich nun mehrere Nutzer gleichzeitig an den Windows-10-Geräten anmelden. Das Surface Hub 2 soll laut Microsoft ab dem kommenden Jahr verfügbar sein.

Surface Hub 2 Landschaft ebenfalls
Surface Hub 2 ist 4,5 Zoll kleiner als das kleine Surface Hub und bietet ein Seitenverhältnis von 3:2. Image by Microsoft

Surface Hub 2 für mehr Kreativität im Team

Das Gerät ist mit einem 50,5-Zoll großen 4K-Multi-Touch-Display sowie 4K-Kameras für die Interaktion am Bildschirm ausgestattet. Innovative Funktionen wie die “Dynamische Rotation“ der Kameras, erlauben es, Inhalte in der Portrait- oder Landschaftsansicht intuitiv zu bearbeiten. Die integrierten Lautsprecher und Fernfeld-Mikrofone eignen sich laut Microsoft außerdem besonders für Telefonkonferenzen. Demnach sollen Anwender andere Konferenzteilnehmer so gut hören können, als seien sie im selben Raum.

Microsoft hat ebenfalls das Design des Gerätes optimiert. So ist das Surface Hub 2 schlanker als sein Vorgänger und inzwischen mit Rollständern sowie drehbaren Wandhalterungen von Arbeitsplatz-Experte Steelcase ausgestattet, die das Großbild-Device noch mobiler machen. Außerdem lässt es sich in die jeweilige Arbeitsumgebung integrieren, indem man bis zu vier Devices aneinanderreiht. Das funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat. So können mehrere Nutzer gleichzeitig in verschiedenen Anwendungen arbeiten.

Ferner lassen sich mehrere Nutzer an einem Surface Hub 2 zeitgleich anmelden, so dass die Mitarbeiter  gegenseitig auf ihre Dokumente und Ideen zugreifen, diese teilen und zusammenführen können. Dazu unterstützt das Surface Hub 2 entsprechend Kollaborations-Software von Microsoft wie Microsoft Teams, Microsoft Whiteboard, Office 365 sowie die Intelligent Cloud. Schließlich arbeitet Microsoft damit auf seine Vision von einem ganzheitlichen Nutzer-Erlebnis hin, das unabhängig von einem bestimmten Device funktioniert.

Der Surface Hub ist das größte Familienmitglied aus der Surface-Reihe, das für Unternehmen geeignet ist. Daneben bietet Microsoft für kreative Wissensarbeiter mit hohen Ansprüchen an Hardware den All-in-One-Rechner Surface Studio sowie den High-End-Hybriden Surface Book 2 an.

Microsoft Surface bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Microsoft

Weiterlesen »

Hybrid zum Verlieben – Das Microsoft Surface Book 2 im Test

MS Surface Book 2 (Image by Anne Jerratsch)

Tablet oder Laptop – wieso nicht einfach beides zusammen? Hybriden mit abkoppelbaren Tablet-Screens entwickeln sich zum Maßstab in der Welt mobiler Computer. Microsoft hat diese Produktkategorie mit der Surface-Reihe popularisiert und sein Portfolio stetig ausgebaut. Am oberen Ende der Leistungsskala positioniert Microsoft das Rechenmonster namens Surface Book. Mit dem Surface Book 2 ist seit Ende 2017 bereits die zweite Generation verfügbar. Nicht nur im Design kann die flotte Rechenmaschine überzeugen, auch in Sachen Geschwindigkeit und Ausstattung macht sie den Vorbildern von Apple & Co. praktisch nichts mehr vor. Lohnt es sich also, das Portemonnaie zu zücken, und wenn ja, für welche Zielgruppe?

Design und Ausstattung: Schlicht und einfach mit Trick 17

Das Microsoft Surface Book 2 kommt äußerlich ausgesprochen unauffällig daher. Das komplette Gehäuse des 13,5-Zöllers ist in mattem Aluminium gehalten, nur auf dem Displaydeckel, der sich zum Tablet umfunktionieren lässt, prangt das Microsoft-Logo in edlem glänzenden Silber. Je eine Kamera warten auf der auf der Rück- und der Frontseite auf ihren Einsatz. Auf der Oberseite des hochglämzenden Displays wurden unauffällig , aber gut erreichbar, der Powerknopf und eine Lautstärkewippe angebracht. Am rechten oberen Rand des Displays befindet sich ein schlichter 3,5mm-Klinkenanschluss, an der linken und rechten oberen Seite sind zwei schmale Stereolausprecher eingebaut.

Der untere Teil des Surface Book 2 kommt ebenso schlicht und elegant daher. Ohne überflüssigen Schnickschnack präsentiert sich die Tastatur in einer angenehmen Größe. So können sowohl Nutzer von größeren Rechnern als auch Nutzer von Mini-Netbooks zielgerichtet arbeiten. Der Anschlag der Tasten weiß zu überzeugen: Sie klackern nicht allzu laut und haben einen angenehmen Druckpunkt.

Einen lange gehegten Wunsch von Nicht-Mac-Usern hat das Microsoft Surface Book 2 auch gleich mitbedacht: Die Tasten sind in drei Stufen beleuchtbar, so dass auch im Dunklen das Tippen keine Qual ist. (Übrigens: Auch dieser Text wurde in großen Teilen im Dunklen getippt – einfach, weil das Surface Book 2 es hergibt. Wann kommt man schonmal dazu, so komfortabel Herrscherin über die Lettern zu sein?) Wer die Beleuchtung nicht mag, nicht braucht oder schlicht Energie sparen will, kann die Tastaturbeleuchtung natürlich auch ganz einfach ausschalten. Dazu muss man sich nicht durch ein kompliziertes Menü fuchsen, sondern es genügt lediglich ein Tastendruck.

Klicken, rollen, staunen

Die beiden Rechner-Komponenten aus Touch-Display und Unterstück werden mittels einer Rollscharnierschiene elektrisch gesichert. Auf diese Weise kann der Tablet-Teil des Microsoft Surface Book 2 nicht ungewollt herausrutschen oder herunterfallen. Mit einem simplen Tastendruck kann das Tablet innerhalb von wenigen Sekunden entsperrt und aus der Verankerung genommen werden. Das Entsperren funktioniert praktischerweise auch im ausgeschalteten Zustand.

So kann das Display entweder einzeln als Tablet genutzt werden (inklusive Display-eigenem Akku und einem extra eingebauten Stromanschluss) oder um 180 Grad gedreht aufgesteckt und mit doppelter Batteriekraft weiterbetrieben werden. (Zum Vergrößern auf die Galerie klicken)

Allerdings braucht es hier bisweilen ein wenig Geduld: Nicht immer liest das Surface Book den Tastenbefehl zum Entsperren zuverlässig aus und auch der Tablet-Modus muss ab und zu manuell umgestellt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass im Dauerbetrieb keine Probleme mit den Kontakten entstehen.

Zwar sorgt das Rollscharnier für eine deutlich bessere Stabilität und Halt des Displays als die dünnen Scharniere in 0815-Laptops oder die Auflege-Variante, die beispielsweise das Alcatel Plus 12 bietet. Allerdings sorgt das Rollscharnier auch dafür, dass das Microsoft Surface Book 2 insgesamt ein wenig klobiger als Konkurrenzprodukte daherkommt. Der Zwischenraum, der durch die Elemente des Rollscharniers entsteht, zieht leider leicht Staub an – hier muss regelmäßig gründlich gereinigt werden, da sonst Dreck zwischen den Displaydeckel und das Basisteil geraten könnte.

Dank des Rollscharniers ist das Surface Book 2 nicht vollständig flach, dürfte aber in jede Tasche passen.

Microsoft denkt an die Fotografen

In Sachen Schnittstellen ist das Microsoft Surface Book 2 recht einfach gehalten. An der linken Seite des Gehäuses sind zwei USB-A-Anschlüsse und ein SDXC-Slot angebracht, der jede Speicherkarte im großen SD-Format rasant ausliest. Anders als bei Desktop-Rechner wie dem Surface Studio ist das bei mobilen Computern keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn bei den Surface-Pro-Modellen ist nur ein Micro-SD-Kartenleser an Bord. Und Apple verzichtet inzwischen ganz auf einen integrierten Kartenleser. Fotografen, die keinen Adapter mitschleppen wollen, freuen sich über diese Ausstattung des Surface Book 2.

Auf der rechten Seite befindet sich neben der unauffälligen und eleganten magnetisch anklickbaren Stromversorgung eine USB-Buchse Typ C. Hier kann auch der Akku mit einem handelsüblichem Kabel geladen werden, ohne dass das verhältnismäßig sperrige und schwere Netzteil dringend mitgeschleppt werden muss.

Mit einem schicken Magnetstecker kommt Mac-Feeling auf.

Schlaue Power unter der Haube: Neues Lüftungskonzept punktet

Das Microsoft Surface Book 2 erweist sich mittels der GeForce GTX 1060 und Nvidia-Chip im Dock sowie 16 GB Arbeitsspeicher als echter Rechenriese. Für Gaming und größere Audio- oder oder Videoschnittaufgaben ist man somit ganz ordentlich aufgestellt.

Das 13,5-Zoll-Display vereint in seinem Komponententeil Prozessor, Arbeitsspeicher, SSD und Lüfter und ist dafür mit nur 700 Gramm erstaunlich leicht. Im Deckel steckt der Intel Core i7-Vierkern-Prozessors der achten Core-i-Generation.

Allerdings verfügt der Prozessor über keinen komponenteneigenen aktiven Lüfter, die Abwärme wird stattdessen passiv an der Rückseite des Gehäuses durch die umlaufenden Schlitze abgegeben. Hier soll auch der keilförmige Spalt, der beim Zusammenklappen durch das Rollscharnier entsteht, zur Kühlung beitragen. In der Praxis kann es jedoch trotzdem vereinzelt zu einer leichten Wärmeentwicklung in der Mitte des Gehäuses kommen.

Lediglich die Tastaturkomponente mit integrierter Grafikeinheit wird beim vorliegenden i7-Prozessor erfreulich leise aktiv belüftet. Durch die Trennung der rechenintensiven Einheiten muss das Surface Book 2 weniger gekühlt werden – das schont laut Hersteller Ressourcen und sorgt für ein nahezu lautloses Arbeiten.

Sieht aus wie ein Design-Feature, ist aber ein Passivlüfter: Der Deckel hat es in sich!

Die Samsung-SSD (Modell PM961 mit 512 GB) lässt das Surface Book alle Befehle beim Arbeiten, Surfen und Streamen fix und flüssig ausführen – auch rechenintensive Spiele wie Monster Hunter World oder größere Audioschnitt-Programme wie Audacity verarbeitet das Surface Book schnell und zuverlässig.

Apropos Audio: Die Realtek ALC298 liefert einen erfreulich klaren und unverzerrten Sound, der mit ausreichender Lautstärke und Klarheit aus dem Schlitzen am Display dringt. Bei der Alltagsnutzung kann man sich die Kopfhörer also fast komplett sparen.

Display: Kontrastreiche Oberklasse mit kleinem Fehler

Das Touch-Display präsentiert sich knackscharf, kontrastreich und mit dem hochauflösenden IPS-Panel von 404 cd/m² ordentlich hell. Mit satten 3.240 x 2.160 Bildpunkten und einer hochklassigen Auflösung , die fast dem 4K-Standard entspricht, gehört das Surface Book 2 zu den best ausgeleuchteten Displays, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind.

Im Alltagstest wird die edle Glare-Beschichtung allerdings zum ziemlichen Nerv-Faktor. Bei normalem Tageslicht muss man sich zum Arbeiten schon in eine dunkle Ecke verziehen, um trotz der Spiegelungen auf dem Display noch etwas erkennen zu können.

Und schließlich zieht das Surface Book 2 in seiner Funktion als Tablet unschöne Fingerabdrücke geradezu magisch an, so dass permanent ein Putztuch mitgeführt werden muss. Schade, dass hier mal wieder das Design gegenüber der Nutzbarkeit gesiegt hat. Dennoch funktioniert die Touch-Funktion zuverlässig und reagiert auch auf sachte Berührungen.

Kein Strom? (Fast) Kein Problem!

Das Surface Book 2 erweist sich im Langzeit-Test als echtes Energie-Genie. Denn Microsoft stattet es sinnigerweise mit insgesamt zwei Akkus aus, die sich jeweils in den beiden Komponenten verstecken. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Laufzeiten doch massiv. Als alleinstehendes Tablet kommt das Surface Book bei unserem Dauerstream-Test auf eine Laufzeit von knapp unter fünf Stunden. Für ein modernes Gerät im vierstelligen Preisbereich hätte man hier mehr erwarten können.

Dockt man das Tablet an die Tastatur an, erhöht sich die gesamte Laufzeit sofort drastisch. Etwas mehr als 16 Stunden lassen sich auf diese Weise locker mit Surfen und normalen Office-Arbeiten ohne Netzteil überbrücken. Im reinen Standby-Modus hält das Surface Book sogar bis zu vier Tage durch, wenn man die Displaybeleuchtung entsprechend herunterregelt.

Dafür gibt es beim Gewicht abzug in der B-Note, denn das schlanke Aussehen des Surface Book kann dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man immerhin 1,9 Kilogramm mit sich herumtragen muss. Die vielen hochleistungsfähigen Extras dürften den Nutzer jedoch entschädigen.

Test-Fazit Surface Book 2: Kompaktes Kraftpaket

Microsoft setzt mit der hochwertigen Surface Book-Reihe auf einen cleanen Look, hinter dem viele durchdachte Details stecken. Mit rasanter Rechengeschwindigkeit, hochwertiger Verarbeitung und einigen Rafinessen wie dem Lüfterkonzept, der beleuchteten Tastatur und der durchdachten Akkunutzung kann das leistungsstarke und dennoch vergleichsweise kompakte Surface Book 2 sowohl bei Design-Fans als auch bei Gamern und Digitalnomaden punkten.

Lediglich der schwache Akku im Tablet-Modus, das insgesamt höhere Gewicht und der Hochglanzeffekt schmälern den durchschnittlich guten Eindruck. Das Surface Book 2 ist mit einem Preis ab 1.350 Euro nicht gerade ein Schnäppchen, sondern reiht sich hier neben dem MacBook Pro oder dem Lenovo Thinkpad X1 Carbon in die hochklassigen, aber auch hochleistungsfähigen Notebooks ein. Extras wie der Surface Pen (ab 109 Euro) sind dem Paket nicht beigelegt.

Die zweite Generation des Surface Book bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Anne Jerratsch

Weiterlesen »

Microsoft-Chefdesigner Ralf Groene: „Für mich zählt die Vision“

Ralf Groene mit Surface Pro

Ralf Groene hat in der analogen Welt den Beruf des Werkzeugmachers erlernt. Jetzt entwirft er digitale Werkzeuge – als Chefdesigner von Microsoft. Hinter der erfolgreichen Reihe der Surface-Computer stecken viele kluge Köpfe. Seiner hat großen Einfluss darauf, wie das Surface Book oder das Surface Studio aussehen und wie sie sich anfühlen und bedienen lassen. Look und Feel der Surface-Reihe haben neben dem neuartigen Bedienkonzept einen großen Anteil daran, dass Microsoft-Produkte wieder „cool“ sind und beim Thema Design in der Tech-Welt zum Teil mehr Buzz erzeugen als die ikonischen Apple-Rechner iMac und MacBook.

Nachdem sich Ralf Groene mit seinen Produktdesigns für HP, Dell und anderen Tech-Herstellern einen Namen im Silicon Valley gemacht hat, ist der gebürtige Deutsche bei US-Konzern Microsoft nun so bedeutend wie Jony Ive bei Apple. Über seine Rolle im Design-Prozess bei Microsoft und über seine Vision sprach ich mit ihm in Hamburg.

Netzpiloten: Ralf Groene, Sie haben vor dem Design-Studium den Beruf des Werkzeugmachers gelernt und die Surface-Geräte sehen mit ihrem Metall-Look wie – ziemlich stylische – Werkzeuge aus. Ist der Zusammenhang zu weit hergeholt?

Ralf Groene: Nein, das ist überhaupt nicht weit hergeholt. Vieles, was ich damals über Materialeigenschaften und Metallbearbeitung gelernt habe, wende ich bei den Surface-Geräten an. Das fängt schon damit an, dass wir die unterschiedlichen Versionen der Prototypen mit klassischer Frästechnik erstellen, damit es schneller geht. Außerdem ist mein Anspruch an die Hardware, dass sie sich so wenig wie möglich aufdrängt. Das fängt immer mit dem Material an. Daher habe ich mich zum Beispiel beim Surface Book für ein Gehäuse aus Magnesium eingesetzt, weil man es so dünnwandig fertigen kann, dass das Gehäuse selbst in den Hintergrund rückt.

Surface Book 2
Digitales Werkzeug: Surface Book 2. Image by Microsoft

Wie viel Entscheidungsfreiheit haben Sie als Designer denn bei der Produktentwicklung?

Bei Microsoft stammt vom Design-Team immer die Vision für das spätere Produkt. Die legen wir ganz zu Anfang mit meinem Chef, Corporate Vice President Microsoft Devices Panos Panay, fest. Anschließend werden die Ingenieure in den Prozess geholt. Gemeinsam entwickeln wir das Design als Product Maker weiter – aber nach den Vorgaben der vorher festgelegten Vision.

Was ist ein Product Maker?

Damit ist gemeint, dass wir bei der gemeinsamen Produktentwicklung im Team nicht zwischen Designern und Ingenieuren unterscheiden.

Das ist praktisch, um die Silo-Denke aufzubrechen. Aber ich höre auch heraus, dass es dennoch einen Primat des Designs gibt. Sie und ihre Design-Spezialisten geben die Richtung vor, nicht die Ingenieure, das Marketing oder der Vertrieb. Richtig?

Ja, das stimmt grundsätzlich so. Der Vorteil bei diesem Ansatz ist, dass man so weit wie möglich vorwärts denken kann. Und dass sollte der Anspruch eines Tech-Unternehmens sein. Aber natürlich bringen wir unsere Vision gleichzeitig in Einklang mit der Gesamtstrategie von Microsoft.

Wie muss man sich die Ausbalancierung von Design-Ideen und Firmenstrategie bei Microsoft vorstellen?

Wir nutzen ein ganz bestimmtes Setting dafür. Die entscheidenden Meetings finden in einem Roadmap-Raum statt, wie wir ihn nennen. Dort stehen mehrere Produktstationen gestaffelt hintereinander. Auf der ersten stehen die aktuellen Produkte, auf der danach die Prototypen der nächsten Generation. Dann kommen experimentelle Konzeptstudien und schließlich Entwurfsskizzen. Diese Visualisierung hilft uns dabei, zu erkennen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entscheidet die Firma über die Investitionen in das Produkt.

Mit welchen Argumenten überzeugen Sie Ihre Chefs?

Indem wir ihnen eine nachhaltige Perspektive aufzeigen. Wir richten unser Augenmerk darauf, was Anwender in Zukunft von Software erwarten und wie sie in Zukunft mit digitalen Werkzeugen mehr erreichen können. Wie? Das ist die Frage, die mich antreibt. Wir sind alle noch viel zu analog.

Was meinen Sie mit „noch viel zu analog“?

Das, was Sie gerade jetzt machen, wenn Sie mit Stift und Notizbuch das Interview mitschreiben.

Sie rennen bei mir offenen Türe ein. Ich möchte das seit langem digitalisieren. Aber alle Lösungen, die ich ausprobiert habe, können die Geschwindigkeit und Genauigkeit von Papier nicht ersetzen.

Ich stimme Ihnen zu. Es ist wirklich schwer, das natürliche Schreibgefühl in eine digitale Lösung zu übersetzen. Aber es muss das Ziel sein, diese Hürde zu überwinden. Die erste Phase des kreativen Prozesses beginnt meist analog – ob mit Notizen oder mit einem Modell. Erst in einem Folgeschritt geht man an den Computer und übersetzt die Ideen nochmal neu in eine digitale Fassung. Dieser Medienbruch hält auf. Das Surface Studio ist ein Beispiel dafür, wie wir versuchen, auch diesen ersten Teil des Kreativprozesses gleich in die digitale Phase zu überführen.

Surface Studio Surface Dial Surface Pen
Kreativ-Arbeitsplatz der Zukunft: Surface Studio mit Drehregler Surface Dial und Digitalstift Surface Pen. Image by Microsoft

Apropos, Surface Studio. Das Bedienerlebnis von Studio-Modus und Surface Dial hat mir im Test gefallen. Aber aus der Perspektive des Fotografen möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich über den SD-Kartenschacht auf der Rückseite zu beschweren. Er ist sehr schwer zu erreichen.

Ja? Verlegen Sie Ihn doch mit einem USB-Adapter nach vorne. (lacht)

Diesen ästhetisch katastrophalen Tipp können Sie als Designer doch nicht empfehlen!

USB-Dongles sind hässlich, das stimmt. Im Ernst. Produktdesign ist immer ein Kompromiss zwischen Ästhetik und Funktion. In Bezug auf die Anschlüsse wollten wir beim Surface Studio, dass der Standfuß „architektonisch leise“ aussieht. Aber vielleicht verlegen wir den Kartenschacht in einer nächsten Generation auf die Vorderseite des Standfußes oder in den Bildschirm.

Oh, diese Reaktion hätte mir jetzt nicht zu träumen gewagt.

Doch, das ist gutes Feedback. Die Herausforderung ist ja immer, dass, wenn wir ein Produkt entwickeln, wir uns natürlich ab einem gewissen Punkt einfach nur vorstellen können, was der Nutzer mit dem Produkt macht. Daher hat prinzipiell jedes Pionierprodukt Design-Fehler. Design-Entscheidungen können sich immer als verbesserungswürdig herausstellen. Das passiert und ist normal. Man darf dann nur nicht so arrogant sein, sich dies nicht einzugestehen.

An welches Manko denken Sie dabei?

Ein Beispiel ist das Surface Dial, das unerwartet viele Anwender für den Transport in ihre Hosen- oder Jackentasche stecken. Das führt dazu, dass sich das Surface Dial in der Tasche bewegt und mitunter ungewollte Befehle sendet. In der nächsten Version werden wir voraussichtlich einen kleinen Ein- und Ausschalter einbauen. Niemand hat bei der Entwicklung vorausahnen können, dass das nötig sein könnte.

Trotz solcher kleineren Aspekte hat die Surface-Reihe seit 2012 in punkto Design-Innovation ein Image erlangt, das sich mit dem von Apple-Rechnern messen kann. Gleichzeitig gelten immer noch Apple-Geräte als Referenz. Was macht Apple richtig?

Apple hat einen Vorsprung von rund 30 Jahren in hervorragendem Produktdesign. Beim ganzheitlichen Zusammenspiel von Software und Hardware hat Apple geradezu eine lehrbuchartige Leistung hingelegt, wie sie auch Produktdesigner-Ikone Dieter Rams propagiert hat. Die Arbeit von Steve Jobs und Jony Ive ist für jeden Produktdesigner eine Inspiration.

Was können Apple-Designer vom aktuellen Microsoft-Design lernen?

Es wäre unangemessen, ihnen Ratschläge zu erteilen. Ich glaube auch, dass wir uns in unterschiedliche Richtungen bewegen. Für mich zählt, wie man sich mit Software auf einem beliebigen Device am besten kreativ ausdrücken kann, und zwar nicht nur mit derzeit üblichen Desktop- oder Mobilrechnern. Ich denke da zum Beispiel an Mixed Reality wie mit der HoloLens oder die moderne Arbeitswelt, in der Menschen etwa mit dem Surface Hub an verschiedenen Orten mit ihrem Screen auf die gleiche Oberfläche zeitgleich zugreifen. Ein ganzheitliches Design-Erlebnis, das Software und Hardware kombiniert und gleichzeitig unabhängig von einem bestimmten Device funktioniert, wird die zukünftige Herausforderung für Produktdesigner im Electronics-Bereich sein.

Ralf Groene, vielen Dank für das Gespräch.

Ralf Groene Surface Pro Berti Kolbow-Lehradt
Ralf Groene, Chefdesigner Surface, Microsoft Corporation und Netzpiloten-Redakteur Berti Kolbow-Lehradt. Image by Microsoft

Über Ralf Groene: Von Wolfsburg ins Valley

Mit Computern hatte der gebürtige Wolfsburger in seiner Jugend nichts am Hut. Vielmehr schraubte er lieber an Fahrrädern und Mopeds, bevor er Mitte der 1980er bei VW in die Lehre ging und den Beruf des Werkzeugmachers erlernte. Erst während seines Produktdesign-Studiums in Kiel entdeckte Ralf Groene, welche Möglichkeiten Computer und Zeichensoftware für die digitale Kreation eröffnen. Davon komplett fasziniert, steckte er sein ganzes Lehrlingsgeld in einen Macintosh Classic und eine Lizenz des Adobe-Illustrator-Vorläufers Freehand. Ein Schlüsselerlebnis war ein Praktikum bei einer Designagentur in New York, wo Ralf Groene die damals noch rare Gelegenheit erhielt, mit CAD-Software Produktverpackungen als 3D-Modell auf schrankgroßen Bürorechnern zu entwerfen.

Nach dem Studienabschluss zog Ralf Groene 1997 in die USA und heuerte bei Design-Agenturen im Silicon Valley an. Also genau an dem Schauplatz und in der Zeit, als sich Computer von beigen Office-Werkzeugen in lifestylige Wohnzimmer-Technik mit WWW-Zugang zu entwickeln begannen. Ab diesem Zeitpunkt interessierte ihn nicht nur, was man mit Computern erschaffen kann, sondern auch, wie sie sich ästhetisch in den Alltag einfügen. Seine Designs für Computer von Dell, HP und anderen machten schließlich auch bei Microsoft Eindruck, wohin er 2006 als Produktdesigner wechselte. Seit 2015 ist der heute 49-Jährige Ralf Groene Head of Industrial Design, Microsoft Devices im Hauptquartier des Windows- und Surface-Konzerns in Redmond.

Dieses Interview entstand in Kooperation mit Microsoft.


Images by Microsoft


Weiterlesen »