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Netto präsentiert „Das Osterviral“

2017-01-30-PHOTO-00000023 (adapted) (Image by Netto)

Rechtzeitig zur Osterzeit veröffentlicht der Marken-Discounter Netto ein thematisch passendes Video: Der Film, der den Titel „Die Oster-Überraschung“ trägt, erzählt die Geschichte einer großen Liebe und eines kleinen Hasen. Der kleine Hase kann plötzlich Eier legen und damit wird das vermeintlich sagenumwobene Geheimnis gelüftet, warum denn eigentlich ein Hase an Ostern die Eier bringt und nicht ein Huhn.

Liebevolle Handarbeit

Schon vor einem Jahr gab es eine ähnliche Kampagne, bei dem Viral spielte eine Katze die Hauptrolle. Der Start für die diesjährige Geschichte ist der 25. März 2017. Das Ziel ist, die Bekanntheit der Marke Netto bei der jungen digital-affinen Zielgruppe weiter zu steigern. Seht euch hier die ganze Geschichte an:

 

„Die Oster-Überraschung“

Bei dem Video handelt es sich um eine CGI-Produktion (Computer Generated Imagery). Alle Charaktere, die in dem Film auftauchen, wurden komplett digital erstellt. Allerdings ist das Set echt, ebenso wie viele Requisiten, z.B. Tische, Teppiche und Schultafeln. Sie alle wurden liebevoll und detailgetreu in Tiergröße angefertigt. Als Lampen dienen beispielsweise leuchtende Pilze. Obwohl keine Schauspieler oder echten Tiere am Set waren, dauerten die Dreharbeiten drei Tage.

Zusätzlich zu dem 1:45 Minuten langen Film gibt es eine Online-Kampagne in 360 Grad. Diese wird außerdem in den Printmedien ausgespielt. Darüber hinaus gibt es ein Gewinnspiel in den Handzetteln, Ausmalbilder mit Ostermotiven, die im Internet heruntergeladen werden können und die Geschichte noch einmal als Kinderbüchlein.

Auf NettoTV, dem YouTube-Kanal von Netto, erhaltet ihr immer aktuelle Infos zu den Angeboten der Woche und leckere Rezeptideen für die ganze Familie. Schaut dort also auf jeden Fall vorbei. Und darüber hinaus ist Der Netto Blog einen Besuch wert. Als Leser des Blogs bleibt ihr auf dem neusten Stand und wisst immer zuerst Bescheid, wenn es Neuigkeiten aus dem Netto-Universum gibt.


Image by Netto


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Warum Tinder uns zu boshaften Menschen macht

online dating (adapted) (Image by Thomas8047 [CC BY 2.0] via Flickr)

60 Prozent des digitalen Medienkonsums in Amerika geschieht nur noch über Handys oder Tablets und nicht mehr über Desktop-PCs. So wie Menschen und Technik zunehmend mobiler werden, sind es auch die Bemühungen der Menschen, Liebe und Sex zu finden. Laut der Analyse-Seite AppAnnie ist die Dating-App Tinder eine der beliebtesten Methoden, um eine Romanze im modernen Gewand einzugehen. Die App war zwei Jahre in Folge die am meisten heruntergeladene App in den USA.

Als Sozialpsychologe habe ich mich darauf spezialisiert, herauszufinden, warum Tinder – so wie es einer meiner Interviewpartner so schön sagte – uns „so boshaft, aber zufrieden“ macht. Während ich meine Dissertation zum Thema ‚Sexuelle Konflikte auf Tinder‘ beendete, analysierte ich hunderte von Umfragen, Interviews und Posts von Tinder-Nutzern, die deren Erfahrungen mit der App thematisierten. Mein vorläufiges Ergebnis lautete, dass Tinder-Nutzer in der Tat andere Charaktere treffen als die Nutzer anderer Online-Dating-Webseiten oder diejenigen, die gar keine Hilfe per Dating-App in Anspruch nehmen.

Genauer gesagt verursacht Tinder eine so genannte „Rückkopplungsschleife“, in der Männer weniger strenge Kriterien zum Finden eines Partners benutzen, weil sie die Teilnehmer oft nur schnell wegwischen. Frauen dagegen nutzen als Antwort auf die vielen Matches und Anfragen anspruchsvollere Kriterien. Aber wir sollten nicht schon jetzt Alarm schlagen, da das Wischen eventuell mehr über unsere geistigen Verknüpfungen aussagt als unsere unterschiedlichen romantischen Bedürfnisse.

Wie ein Spiel

Während die meisten Online-Dating-Webseiten wie Match oder eHarmony versuchen, die Nutzer auf Grundlage eines sorgfältig entworfenen Algorithmus miteinander zu verknüpfen, bedient sich Tinder keiner dieser Vorgaben. Stattdessen nutzt die App die Standortinformationen, um möglichst viele Fotos von möglichen Partnern aus der Umgebung aufzurufen. Die Nutzer wischen nach rechts, um die Profile der Personen, die sie interessieren, sehen zu können. Sie wischen nach links, um diejenigen, die sie nicht ansprechend finden, loszuwerden. Wenn zwei Personen nach rechts gewischt haben, nachdem sie das Profil des anderen gesehen haben, werden sie informiert, dass sie ein „Match“ haben und sich nun gegenseitig Nachrichten schicken können. Laut Tinder wird täglich 1,4 Milliarden Mal gewischt. Die App ist in fast 200 Ländern verfügbar, von Frankreich bis Burundi.

Die Art und Weise, wie Tinder mit Romantik umgeht, mag eher schlicht sein, ist aber sehr effektiv. Matches werden aufgrund von dürftigen Kriterien gemacht: Aussehen, Verfügbarkeit und Standort. Weil Menschen die Attraktivität mit nur einem kurzen Blick bemessen können, hetzen Tinder-Nutzer meist mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit durch die Profile.

In Bezug auf psychologische Konditionierung ist die Oberfläche von Tinder perfekt geeignet, um die Geschwindigkeit der Suche zu unterstützen. Da die Nutzer nicht wissen, welcher Wisch ein Match ergibt, nutzt Tinder eine variable Anzahl an zufälligen Erfolgserlebnissen. Das bedeutete, dass potentielle Matches zufällig gestreut werden. Es ist dasselbe Belohnungssystem, das in Spielautomaten, Videospielen und sogar bei Experimenten mit Tieren, wie beispielsweise eines, bei dem Tauben trainiert wurden, kontinuierlich auf ein Licht an einer Wand zu picken, genutzt wird.

Bei einer Studie über die Gehirnaktivitäten von Drogensüchtigen fanden Forscher heraus, dass die Erwartung auf die Droge mehr von dem Wohlfühl-Botenstoff Dopamin freisetzt als die eigentliche Droge. Ganz ähnlich funktioniert die Erwartung auf Tinder, dass das nächste Wischen zu einem Match führen kann. Permanentes Wischen kann also schnell wie eine Sucht aussehen und sich auch so anfühlen. Es dürfte niemanden überraschen, dass Tinder seit 2015 für die Nutzer, die nicht die Premiumversion TinderPlus nutzen, die Wischbewegungen nach rechts auf 100 Mal pro Tag begrenzt hat. Manche sprechen bereits von Tinder-Entzugserscheinungen, wenn jemand seinen Tinder-Account deaktiviert hat.

Wenn es nun darum geht, einen Partner zu finden, wendet Tinder sich an unsere am einfachsten gestrickte intellektuelle Funktion: Ist jemand in der Nähe? Ist er frei? Ist er attraktiv? Wenn ja, dann wische nach rechts. Für kurze Affären ist das vielleicht genug.

Eine Geschlechterunterscheidung

Aber ist das wirklich alles, für das Tinder gut ist? Forscher haben gezeigt, dass Männer und Frauen eventuell verschiedene Motivation haben, die App zu benutzen. Während Frauen sich eher auf eine rasche Auswahlstrategie einlassen, zeigen Männern zunehmend mehr Interesse an Kurzzeitbeziehungen. Außerdem haben Studien ergeben, dass Männer eher hoffen, Partner für eine Beziehung zu finden, indem sie direkte und schnelle Anmachen benutzen. Sie wenden außerdem mehr Zeit und Energie als Frauen dafür auf, diverse Kurzzeitbeziehungen zu führen. Weil Tinder-Nutzer die App meistens benutzen, wenn sie allein sind, können sie bei potentiellen Partnern ablehnen oder Interesse zeigen, ohne sich ihrer Auswahl rechtfertigen zu müssen. Vielleicht lockt auch das schnelle Wegwischen gerade Männer besonders an.

Daraus resultiert, dass Frauen und schwule Männer mehr Matches erhalten als heterosexuelle Männer. In einer der ersten repräsentativen Untersuchungen erstellten die Forscher ein gleichermaßen attraktives männliches sowie weibliches Fake-Profil. Mit diesem wischten sie bei jedem erscheinenden Profil nach rechts. Daraufhin notierten sie die Anzahl von Matches und Nachrichten, die jedes Profil erhalten hat. Während das weibliche Profil eine Match-Quote von 10,5 Prozent hatte, hatte das männliche Profil nur 0,6 Prozent. Die meisten Matches waren hier von schwulen oder bisexuellen Männern.

Aber obwohl Frauen mehr Matches erhalten, genießen sie nicht unbedingt eine riesige Auswahl an vielversprechenden möglichen Partnern. Forscher fanden heraus, dass Frauen dreimal eher eine Nachricht nach einem Match verschicken als Männer und dass ihre Nachrichten fast zehnmal so lang waren (122 Zeichen bei Frauen verglichen mit dürftigen 12 Zeichen bei den Männern – was gerade genug ist, um „Hi, wie gehts?“ zu schreiben).

Männer schicken zwar mehr Nachrichten an potentielle Partnerinnen, geben sich aber weniger Mühe oder fühlen sich einfach weniger verbunden mit ihren Matches. Frauen fühlen sich zunächst geschmeichelt bei der Flut an Matches, sind später dann aber oft enttäuscht, wenn sie versuchen, die Kontaktanfragen weiterzuverfolgen und tiefergehende Gespräche zu führen.

Liebe an einem hoffnungslosen Ort?

Das bedeutete nicht, dass man auf Tinder nicht auch Liebe finden kann. Eine 2017 veröffentlichte repräsentative Studie untersuchte die Motivation der Tinder-Nutzer und fand heraus, dass Liebe ein größerer Motivator ist als Gelegenheitssex. Meine eigenen vorläufigen Daten (dies bedarf noch immer einer Überprüfung) spiegeln diese Ergebnisse wieder. Ich habe diese Umfrage an hunderte Tinder-Nutzer, Online-Dating-Nutzern und an andere Teilnehmer, die keines dieser Portale nutzen, geschickt und habe deren Erwartungen hinsichtlich Täuschung, Sex und romantischer Befriedigung verglichen.

Während ich keine statistischen Unterschiede zwischen Tinder-Nutzern und den anderen beiden Gruppen hinsichtlich der erwünschten Beziehungslänge und der Wahrscheinlichkeit für Sex beim ersten Date gefunden habe, haben Tinder-Nutzer jedoch berichtet, dass sie nach einem Treffen mit ihren Matches oft enttäuscht waren. Mehr noch, sie berichteten auch öfter, dass sie von ihren potentiellen Partnern, die sie mit Hilfe der App getroffen haben, getäuscht wurden, und dass sie mit ihren letzten Dates weniger zufrieden waren als die anderen beiden Gruppen. Anders gesagt unterscheidet sich die Motivation zur Nutzung von Tinder nach unseren Befragungen nicht nicht so sehr von dem, was wir vermutet haben. Der Spaß, den die Nutzer beim Wischen haben, kann nur vielleicht nicht immer auf ein Treffen in der echten Welt übertragen werden.

Obwohl Liebe und Sex meist mit dem Schlafzimmer in Verbindung gebracht wurden, bringen Untersuchungen von Matching-Systemen wie Tinder erfolgreiche Einblicke in das menschliche Paarungsverhalten. Während einige behaupten, dass Tinder den „Untergang des Datings“ hervorgerufen hat, scheint es, als würde es keine neuen menschlichen sexuellen Verhaltensmuster erzeugen, die wir nicht bereits vollziehen würden. Tatsächlich führt es nur dazu, dass sich Männer und Frauen eher geschlechtsstereotypisch verhalten – was durchaus auch als Rückschritt angesehen werden kann.

Doch wenn die Menschen immer weniger an konventionellen Beziehungen interessiert sind und sich mit bestimmten Arten von Technik in ihrem Alltag wohler fühlen, ist der Reiz des Wischens vielleicht zu befriedigend, als dass man es einfach lassen könnte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „online dating“ by Thomas8047 (CC BY 2.0)


The Conversation

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Können Dating-Apps Langzeitbeziehungen zerstören?

Holding Hands (Image: Unsplash [CC0 Public Domain], via Pixabay).jpg

Dating-Apps und Dating-Websites verändern Beziehungen. Mehr als zehn Prozent der amerikanischen Erwachsenen – und mehr als 40 Prozent der Personen, die über sich sagen, dass sie “Single und auf der Suche” sind – nutzen Dating-Websites und Apps. Was würde jemand aus dem 19. Jahrhundert über den Zusammenschluss von Technik und Romantik denken, den wir heute pflegen? Im späten 19. Jahrhundert hatte der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche viel zum Thema Liebe zu sagen. Er erörterte, dass sich die Gesellschaft in Richtung des Nihilismus – d.h. einer Gesellschaft ohne Bedeutung, Moral und Werten – bewegen würde. Nietzsche war der Ansicht, dass die romantische Liebe frivol wäre und dass Freundschaft eine wesentlich stärkere Grundlage für Beziehungen darstelle.

Aus Nietzsches Perspektive gesehen, könnte der Aufstieg von Dating-Apps wie Tinder, Hinge und Grindr, die uns dazu ermutigen, zu “wischen” und potentielle Liebhaber in einer Nanosekunde zu beurteilen, als Beispiele für eine Gesellschaft aufgeführt werden, die besessen geworden ist von Lust und sofortiger Befriedigung.

Nietzsche sagte außerdem, dass instinktive Beurteilungen irreführend seien, da “ein Ja oder Nein verkündet werden kann, bevor der Verstand zu Wort kommt”. Desweiteren sei eine impulsartige Handlung als dekadent und hedonistisch anzusehen und diese Eigenschaften sind “Wegweiser zum Nihilismus”.

Zeigt der Erfolg des Online-Dating in unserer Kultur damit also eine gewisse Maßlosigkeit auf? Und geschieht dies gar auf Kosten von Langzeitbeziehungen? Die Forschung zeigt unterschiedliche Ergebnisse, wobei einige Themen hervorstechen, wie Ergebnisse, die zeigen, dass “nach rechts wischen” möglicherweise nicht der beste Weg zu sein scheint, ein wirkliches Match zu erzielen.

Kurz gecheckt

Tinder zerstört mit Sicherheit nicht die Romantik – zumindest nicht die der eher flüchtigen Art. Mehr Auswahl, mehr Beziehungen und vermehrte Sozialisierung eröffnen neue Arten von Möglichkeiten, die ohne Dating-Apps und entsprechende Websites nicht existiert hätten. Eine Studie aus dem Jahr 2012 stellte heraus, dass das Internet Nutzern ermöglicht hat einfacher Partner zu finden. Im Besonderen trifft dies auf Homosexuelle und Menschen mittleren Alters zu, die sich auf einem “dünnen Markt” umschauen.

Die große Frage ist, ob Ehen, die ihren Ursprung im Netz haben, langfristig halten. An dieser Stelle sind die Forschungsergebnisse unterschiedlich. Einige Studien stellen fest, das amerikanische Ehen, die online beginnen, etwas weniger dazu neigen in die Brüche zu gehen als Beziehungen, die offline entstanden sind. Andere Studien kommen zu einem gegenteiligen Schluss. Dennoch gibt es ein inhärentes Problem mit der Tatsache, wie Online-Beziehungen beginnen – zumindest aus der Perspektive Nietzsches.

Da Nutzer instinktiv auf Fotos reagieren, wählen sie Dates oder Matches basierend auf der sexuellen Anziehung und geschönter Schönheit aus. (Studien zeigen auch, dass Anwender sich selbst in ihren Online-Profilen falsch darstellen.) Es kann also selbstverständlich ein initialer physischer Funke überspringen. Was ist aber mit den Dingen, die eine langfristige Beziehung ausmachen, wie Vertrauen, konstruktive Kommunikationund das Genießenvon gemeinsamen Aktivitäten?

Ermüdete Romantik

Das grundlegende Problem in modernen Beziehungen im Westen ist die Vorstellung davon, dass eine romantische Liebe zur Heirat führt – und diese für immer halten wird.

Sie ignoriert die Tatsache, dass romantische Leidenschaft über die Zeit vergeht. Nietzsche verglich dies mit einer Gravur, die vergeht, wenn bloße Finger sie fortlaufend berühren. Liebende ermüden voneinander. Gewohnheiten ziehen sie herunter. Die Leidenschaft der Liebe und die Schönheit schwinden.

Forschungen zur Dauer der Romantik variieren. Die meisten kommen jedoch zum gleichen Ergebnis: Sie hält nicht für immer an.

Eine Gruppe italienischer Wissenschaftler fand heraus, dass Neuropeptide – Moleküle, die mit dem Hochgefühl der Liebe in Verbindung stehen – 12-24 Monate nach Beginn einer romantischen Beziehung zurück auf ihr Normallevel fielen. Eine weitere Gruppe von Neurologen stellte fest, dass das Level von Hormonen wie Cortisol sich verändert, wenn Menschen sich verlieben, und sich nach 12-18 Monaten normalisiert. Andere Forscher entdeckten, dass Menschen, die sich seit 28,8 Monaten in einer Beziehung befanden, durchschnittlich weniger intensiv verliebt waren als solche, die seit 7,4 Monaten verliebt waren.

Auf der anderen Seite führten Wissenschaftler der Stony Brook Universität im Jahr 2009 eine Meta-Analyse von 25 Studien zu Paaren durch, die sich in den frühen Zwanzigern befanden, oder etwas älter waren. Sie ermittelten, dass, solange wir nicht die Besessenheit der frühen Phasen romantischer Liebe in unsere Definition mit einbeziehen würden, eine langfristige Romanze möglich wäre.

Was auch immer die magische Zahl sein mag, die Realität sieht so aus, dass mehr als ein Drittel der Ehen nicht bis zur Silberhochzeit nach 25 Jahren überdauern. Auch ohne die Arbeit von Sozialwissenschaftlern zur Hand zu haben, wusste Nietzsche, dass die romantische Leidenschaft oft einfach verschwindet. Als Lösung dieses Problems empfahl er die Ehe für Paare, die sich in den ersten Wehen romantischer Leidenschaft befanden, zu verbieten.

Er dachte darüber nach, was geschehen würde, wenn man zwei Liebenden eine besondere Brille geben könnte, so dass diese sehen könnten, wie der andere in 20 Jahren aussehen würde. Vermutlich würde diese dazu führen, dass ihre Anziehung erlischen würde – oder sie wären besser auf das gemeinsame Älterwerden vorbereitet.

Sexuelle Anziehung ist unzweifelhaft ein wichtiger Teil der Romantik. Aus der Perspektive Nietzsches gesehen genießen Menschen mit einem starken Willen zwar den Rausch der Liebe, jedoch haben sie ein größeres Bild vor Augen: Sie sind sich dessen bewusst, dass das Hauptkriterium für die Auswahl eines langfristigen Partners sein sollte, zu einer ordentlichen Unterhaltung fähig zu sein. Nietzsche merkte an, dass eine intellektuelle Anziehung eine tiefere und länger andauernde Basis für Beziehungen darstellen würde als die reine sexuelle Anziehungskraft.

Untersuchungen zeigen, dass die Fähigkeit zur Kommunikation von zentraler Wichtigkeit hinsichtlich der Dauer einer Beziehung ist. Eine im Jahr 2012 im Journal of Familiy Psychology veröffentlichte Studie führt an, dass negative oder nicht existierende Kommunikation eine der Hauptursachen für Scheidungen darstellt. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2010 fand – wenig überraschend – heraus, dass Paare, die sich bereits früh in der Ehe kritisierten und anschrien, höhere Scheidungsraten aufwiesen.

Eine Über-Beziehung erschaffen

Apps behindern Freundschaften mehr als jede andere Form der Liebesbalz, da sie in ihrem Gegenüber nur knappe Entscheidungen von “Ja” und “Nein” hervorrufen. Zudem besteht die Basis dieser Entscheidungen aus Informationen, die enorm geschönt sind.

Nietzsche warnte davor, dass, wenn wir selbst uns zu sehr verstellen, wir riskieren, die Opfer unserer eigenen Schauspielkunst zu werden, da wir zu unseren Masken werden müssen, um die Illusionen, die wir erschaffen haben, aufrecht zu erhalten. Im Verlauf dessen opfern wir Authenzität. (Eine Studie aus dem Jahr 2002 fand heraus, dass die wenigen Personen, die ihr “wahres” Selbst online offenbarten, länger andauernde Freundschaften erschufen.)

Wenn Liebende besser Freunde wären, könnten Beziehungen gesünder sein. Gute Freunde ermutigen sich gegenseitig dazu, sich selbst zu hinterfragen, ihre Ziele zu erreichen und bessere Menschen zu werden. Nietzsche bezeichnete dies als das Streben nach dem Ideal des Übermenschen.

Die Ehe ist weiterhin nützlich, sofern sie ernst genommen wird. Sie stellt jedoch nicht die einzige Struktur von Wert dar. Verheiratet oder zusammenlebend, offen oder geschlossen, homo- oder heterosexuell, sexuell oder platonisch, kurz oder lebenslang – all diese Beziehungen können gleichermaßen gut funktionieren, so lange sie auf einer Basis von Vertrauen, Respekt und Freundschaft fußen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Holding Hands” by Unsplash (CC0 Public Domain)


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#EsIstVorbei: Schlussmachen im Zeitalter des Internets

Love (of technology) (adapted) (Image by Matthew G [CC BY 2.0] via flickr)

Warum es Algorithmen uns so schwer machen, mit einer Beziehung endgültig abzuschließen. Menschliche Beziehungen umspannen mittlerweile längst auch unsere sozialen Netzwerke. Wir sind über etliche Social Media Accounts miteinander verbunden. Das ist aber nur so lange wünschenswert, bis wir eine Beziehung beenden wollen. Denn auch wenn das Internet uns besser als je zuvor vernetzen kann, kann es eins bisher noch nicht sehr gut: Beziehungen beenden. Müssen wir also eine adäquate Schlussmach-Netiquette entwickeln?

Es war einmal vor langer Zeit, da hatten die Menschen noch kein Internet und auch keine Smartphones. Ich kann mich noch gut an diese Zeiten erinnern, in der ich noch die Telefonnummern meiner Freunde auswendig kannte und meine Eltern aus Telefonzellen anrief, um zu sagen, um wie viel Uhr ich zu Hause sei.

Es war auch die Zeit, in der ich meinem damaligen Schwarm eine Postkarte mit meiner Telefonnummer als einziger Nachricht schickte und er daraufhin tatsächlich in mühsamer Kleinarbeit über’s Jahrbuch und die Suche im Telefonbuch herausfand, wer ich denn war. Es war also eine Zeit, in der man sich tatsächlich ein bisschen anstrengen musste, um eine neue Beziehung aufzubauen.

Social Media hat dies für uns erheblich einfacher gemacht. Mit nur wenigen Klicks können wir heutzutage Menschen über Facebook, Snapchat, Instagram, Twitter oder Tinder kennenlernen. Soziale Medien sind darauf ausgerichtet, das Aufbauen neuer Beziehungen so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen. Doch was passiert, wenn wir eine Beziehung beenden wollen? Wenn die Liebe, die einmal da war und zwei Menschen über sämtliche soziale Netzwerke hinweg verbunden hat, plötzlich aufhört? Im echten Leben können wir relativ einfach einen Schlussstrich ziehen: “Es ist aus!” Schluss. Ende. Vorbei. Doch im Internet gibt es bisher noch keinen äquivalenten digitalen Schlussstrich.

Ein Algorithmus vergisst nie

Schuld daran sind vor allem die Algorithmen, die von Programmieren nur darauf ausgerichtet sind, Beziehungen zu finden, nicht aber, diese zu beenden. Wenn sich der Algorithmus von Google Mail erstmal gemerkt hat, dass der Partner immer mit in die Betreffzeile gesetzt wird, vergisst er das nicht mehr. Wenn beim Venmo-Zahlformular lange nach Beziehungsende immer noch der Name des Ex-Partners als Zahlungsvorschlag auftaucht, dann nur weil ein Algorithmus so programmiert wurde. Algorithmen sind hervorragend, um Verbindungen zu finden und sich diese zu merken. Doch vergessen können Algorithmen nicht. Beziehungsende? Nicht vorprogrammiert! Die schmerzhafte Erinnerung an die zerbrochene Beziehung starrt uns jedes Mal ins Gesicht, wenn wir unseren Facebook-Feed öffnen oder unsere alten Instagram-Fotos durchschauen.

Wenn es vorbei ist, ziehen wir im echten Leben einfach in einen anderen Stadtteil, löschen Telefonnummern und packen gemeinsame Erinnerungsstücke in eine Kiste, die wir in der hintersten Ecke des Dachbodens verstauen. Für die digitale Welt der sozialen Medien gibt es eine solche Kiste leider noch nicht. Es gibt aber mittlerweile zumindest einige Versuche, um uns auch das digitale Schlussmachen leichter zu machen.

Brauchen wir einen digitalen Schlussmach-Coach?

Die bekannteste Applikation ist wohl Block Your Ex, mit dem der bisherige Partner aus dem persönlichen Newsfeed geblockt wird. Wer einen ganz radikalen Schlussstrich ziehen will, nutzt den Kill Switch. Eine sehr hilfreiche Applikation gegen schwache Momente kann auch die iPhone-App Drunk Dial sein. Oder für die ganz dramatischen gibt es mittlerweile auch eine Applikation, mit der man digital “Fotos verbrennen” kann.

Doch all diese Applikationen haben noch ihre Schwächen. Selbst mit der Block Your Ex-App sehen wir immer noch, welche Events in unserer Nähe unser Ex-Partner besucht. Auch Tinder zeigt uns immer noch die Freunde unserer ehemaligen Partner als möglichen Match an. Wenn Schlussmachen schon im echten Leben nicht einfach ist, kann es in der digitalen Welt eine riesige Anstrengung sein, alle Spuren an den Ex-Partner zu verwischen. So anstrengend, dass sich die Idee eines Social Media Break Up Coordinator derzeit rasant im Internet verbreitet. Bisher ist dieser Schlussmach-Coach nur eine theatralische Performance von Caroline Sinders, einer Künstlerin und digitalen Anthropologin aus den USA. Doch die Idee dahinter könnte zu einem echten Kassenschlager werden: In ihrem Stück kümmert sich Sinders als Break-Up-Koordinatorin darum, alle Spuren an den oder die Ex im Netz zu entfernen – gegen Bezahlung versteht sich. Das erspart ihren Kunden die Mühe und den Kummer, selbst alle Social Media Profile nach dem Ex-Partner durchforsten zu müssen. Sinders kann das, was die Schlussmach-Apps noch nicht können: Mit menschlichem Mitgefühl nachvollziehen, welche digitalen Verbindungen wir nach einer zerbrochenen Beziehung kappen möchten.

Wir haben keine Netiquette für’s Beziehungsende

Es besteht also eindeutig Bedarf an einer Verbindung zwischen menschlichen Gefühlen und Algorithmen, wenn es um das digitale Schlussmachen geht. Denn es gibt bisher auch keine wirklichen Konventionen darüber, was die richtige “Beziehungsende-Netiquette” denn eigentlich ist. Darf ich noch ein “like” setzen, wenn mein Ex-Freund etwas Lustiges auf Facebook postet? Ist es in Ordnung auf den Tweet der Ex-Freundin zu antworten?

Die digitale Anthropologin Ilana Gershon von der Indiana University in den USA hat sich in einer Studie mit diesen Fragen ausführlich beschäftigt. Sie wollte herausfinden, was uns das Nutzerverhalten in sozialen Medien über das Beenden von Beziehung sagen kann. Ihre Schlussfolgerung: Selbst wenn uns vom persönlichen Schlussmachen bis zum Schicken einer WhatsApp-Nachricht immer mehr Kommunikationsformen zur Verfügung stehen, nutzen User diese in sehr differenzierter Form. Eine SMS zum Schlussmachen wird nicht gleich gesetzt mit einem Gmail-Chat, in dem man die Beziehung beendet. Doch wer was als angebracht empfindet und welche Normen es zum Schlussmachen gibt, das konnte selbst diese Studie nicht klären.

Doch es kann nicht mehr lange dauern, bis Programmierer auch Algorithmen dies beibringen werden. In Zukunft installieren wir dann vielleicht nur noch eine Schlussmach-App, mit der wir all die schmerzhaften Spuren zu unserer alten Beziehung automatisch verwischen können: Aus und vorbei, klick und weg.


Image (adapted) „Love (of technology)“ by Matthew G (CC BY 2.0)


 

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Übers Dating via Internet: Jungfrau (19), männlich, sucht…

Smartphone (image by DariuszSankowski [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wer als Mann zu nett ist, landet bekanntlich schnell in der Kumpelschiene. Ich habe einen Bekannten – nennen wir ihn Michael – auf den das zutrifft. Michael hat viele Freundinnen, ist beliebt, nett, intelligent und sieht auch nicht aus wie Quasimodo. Trotzdem hatte er noch nie eine Beziehung. Nun ist Michael fast 20. Höchste Zeit also, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Was also tun? Man(n) heult sich bei seinen Freunden und Bekannten aus. Eine davon bin ich. Seufz.

Verzweifelt auf Partnersuche

Fest steht, dass Michael wirklich sehr verzweifelt auf Frauensuche ist. Anfang des Jahres hatte er mich um ein Date gebeten, ich lehnte ab. Dann war erstmal Ruhe. Vor ein paar Monaten kam er dann wieder auf mich zu. Immer mal wieder schreibt er mich nun an, jammert über sein Single-Dasein und fragt mich, welche meiner Freundinnen denn keinen Freund hätten. Die wolle er kennenlernen. Wieso denn meine Freundesliste auf Facebook nicht für ihn zu sehen wäre? Seufz.

Je länger ich mit Michael schreibe, desto sicherer weiß ich, wieso es mit den Frauen einfach nicht klappen will. Er ist einfach viel zu unreif. Sein Verhalten kommt vielleicht bei 16-jährigen Mädchen an, aber bestimmt nicht bei gleichaltrigen Frauen.

Gerade deshalb tut er mir leid. Also hatte ich ihm vor ein paar Wochen angeboten, ihm beim Aufsetzen eines Profils bei einer Partnerbörse zu helfen. Keine App wie Lovoo, mit der ich keine guten Erfahrungen gemacht habe, sondern eine Seite, auf der sich Leute tummeln, die eine feste Beziehung suchen. Das kann ich mit Sicherheit sagen, weil ich da selbst angemeldet bin und bis jetzt nur wenige Sexanfragen bekommen habe. Und Idioten gibt es ja überall. Wie es als Mann ist, konnte ich natürlich nicht einschätzen.

Als Mann auf einer Dating-Seite

Michael war begeistert von der Idee. Ich habe ihm also ein Profil aufgesetzt.

Chat zum neuen Profil in einer Dating-App

Dann ging es ans Kontakt-Aufnehmen. Michael setzte seine Favoriten auf die Merkliste und bat mich, diese Frauen anzuschreiben – denn: „Du bist ja so kreativ“. Bin ich das? Hm… Ich habe erstmal überlegt, was mir gefallen würde. Als Frau möchte ich eine persönliche Nachricht erhalten, die speziell auf mich bzw. mein Profil bezogen ist. Das ist auch ein Zeichen von Wertschätzung, finde ich. Nichts ist schlimmer als ein unpersönliches „Hi, wie geht’s? Was machst du so?“.

Ich habe also versucht, auf jedem dieser Profile einen interessanten Anknüpfungspunkt zu finden. Das war gar nicht so einfach. Viele hatten kaum Angaben über sich gemacht. Ein, zwei Stunden saß ich dran, dann hatte ich keine Lust mehr, mich in Michael hineinzuversetzen und möglichst geistreiche Nachrichten über Volleyball und Theaterbesuche abzuschicken. Nur damit der arme Junge mal ein Date bekommt.

Es war aber auch wirklich zum Verzweifeln: Von zehn angeschriebenen Frauen, schrieben vielleicht zwei Frauen zurück. Keine Profilaufrufe, gähnende Leere im Postfach. Man hört ja so einiges, aber dass das so krass ist, hatte ich auch nicht gedacht. Ich meine nun ein Stück weit verstehen zu können, wieso viele Männer vorgefertigte Nachrichten verschicken: Es ist einfach und spart Zeit. Der Streuverlust ist eben so hoch, da muss man gleich 50 Frauen anschreiben, um Erfolg zu haben.

Nie wieder als Frau im Namen eines Mannes schreiben

Vielleicht macht das der Michael inzwischen ja genauso. Nun hat er sein Passwort geändert. Tja. Da investiert man Zeit und Mühe und der Junge beschwert sich auch noch („Du hast ja nur welche angeschrieben, die nicht mein Typ sind!“). Blond soll sie sein, eventuell noch brünett. Aha. Er schickt mir Fotos von Mädels, die sein Typ sind, darunter seine beiden besten Freundinnen. Und wieder einmal empfinde ich Mitleid mit der Spezies Kumpeltyp. Es muss deprimierend sein, für die Frauen nie mehr als das zu sein.

Trotzdem: Das war das erste und definitiv auch das letzte Mal, dass ich online von einem männlichen Profil aus Frauen anschreibe. Das ist so unehrlich. Umgekehrt fände ich es nämlich auch nicht toll, wenn ein Typ, mit dem ich schreibe, in Wirklichkeit eine Freundin für sich schreiben lässt. Sollte man nicht gerade bei der Partnersuche von Anfang an aufrichtig sein, wenn man es ernst meint?! In diesem Sinne: Viel Erfolg noch, Michael!


Image „Smartphone“ by DariuszSankowski (CC0 Public Domain)


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Tinder: Die Flirt-App, die deinen Daten schöne Augen macht

Eine ziemlich simpel gestrickte Smartphone-Anwendung namens Tinder hilft Nutzern auch im deutschsprachigen Raum beim Aufreißen – und saugt Nutzerdaten Richtung USA. // von Jakob Steinschaden (aktualisiert am 23.01.2015)

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Dating, Flirten, Quickies – das Thema Sex ist auch nach tausend und einer Single-Plattform so heiß, dass man eine kleine App wie Tinder schnell groß machen kann. Reduziert aufs Wesentliche, kann man mit der kostenlosen Smartphone-Anwendung schnell und einfach Flirt-Willige in der eigenen Umgebung finden. Doch Tinder möchte nicht nur eine reine Dating-App bleiben, sondern feilt bereits daran sich zur „Social Discovery App“ zu entwickeln.

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CULTURE&VIDEO TIPPS vom 13. September

GRÜNES TIERLEBEN: Böhmermann schlägt zurück

Die Vorgeschichte: Die Grünen produzieren einen Wahlspot, in dem der skurrile Ansager aus der Talkshow Roche & Böhmermann, William Cohen, einen Tierforscher spielt. Mit der bekannten Stimme charakterisiert er die Gemeine Hausschnecke, meint aber eigentlich – hahaha – die Politiker der schwarz-gelben Koaltion. Schon vor drei  Wochen habe ich mich an dieser Stelle über die Einfallslosigkeit und Berechnung des Spots geärgert. Womt ich nicht gerechnet habe: Jan Böhmermann schlägt zurück. In einer (zugegeben, ein bisschen anstrengend inszenierten) Terrorvideo-Persiflage kündigt er die „Wiederherstellung der parteipolitischen Neutralität William Cohens“ an, während der Sprecher selbst im Hintergrund schluchzt. Dafür wurde ein neuer Spot gedreht und in fünf Versionen jeweils mit den Logos anderer Parteien versehen. Der Forscher alias William Cohen beschreibt nun die „gemeine Filzlaus, besser bekannt als grüne Sackratte“ (die einzelnen Spots gibt es hier, hier, hier, hier und hier). Wem das zu kompliziert, der kann alles nochmal im ehrlich wütenden Brief Böhmermanns an „das Internet“ unter dem Video nachlesen. Fakt ist: Besser kann man „Wer anderen eine Grube gräbt…“ nicht umsetzen. Böhmermann gelingt ein einzigartiger Fernsehstreich.

BERICHT AUF GROSSER BÜHNE: Die Geschichte meiner Geisteskrankheit

Wer auf einer TED-Konferenz redet, spricht nicht nur das Publikum im Saal an. Manche Aufzeichnungen sind virale Hits geworden, seit die Organisatoren der berühmten Wissenschaftsmeetings angefangen haben, die Vorträge auf Ihre Webseite zu stellen. Inzwischen ist die Präsentation im Netz Teil des Konzepts und die Marke TED ein großer Gewinner, wenn Momente wie dieser geschehen. Die Rechtswissenschaftlerin Elyn Saks erzählt von ihren eigenen Erfahrungen mit Schizophrenie. Das ist lehrreich und bewegend für alle, in deren Leben die Krankheit keine Rolle spielt. Und ein Segen für die Betroffenen.

BEZAUBERND: What is Love?

Die Liebe hat bei einem TED-Symposium bestimmt auch schonmal eine Rolle gespielt. Doch auch wenn die Annährung der Wissenschaft an populäre Felder dort offensichtlich zum guten Ton gehört, am Besten ist das Thema da aufgehoben, wo es hingehört: in die Kunst. Wie anders ist es zu schaffen, Elend und Gloria der zwischenmenschlichen Begegnung in drei Minuten zu erzählen. Bitte anschnallen.

ERSCHRECKEND: MAN

Der kurze Comic-Clip, ob es um Liebe oder die Umwelt geht, ist ohne das Internet kaum vorstellbar. Auf der Plattform für Filmemacher Vimeo, vielmehr noch als zum Beispiel bei Youtube, finden sich Unmengen an meist lustigen kleinen Filmchen. Viele davon mit einer Aussage. Wie dieser hier: Die Geschichte der Menschheit und ihrer Beziehung zur Umwelt. Ähnlich wie bei dem Liebes-Video fliegt die Zeit am Zuschauer vorbei, eine Stufe der Zerstörung unseres Lebensraumes durch ein kleines Comic-Männchen (das sind wir) nach der anderen. Traurig.

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