Alle Beiträge zu geistiges-Eigentum

Die Irrtümer der Verwertungsindustrie und ihrer Adepten

Radikale Netzkulturen, Schreibtisch, Lampe, Kerze, unaufgeräumt, Gunnar Sohn
Verlage, Musikindustrie und Künstler wehren sich in einer Kampagne gegen die “Umsonstkultur” des Netzes, die es allerdings in der behaupteten Form gar nicht gibt. Die Adepten der Verwertungsindustrie laufen den falschen Ideen hinterher. Das hat der Kulturwissenschaftler und Mitherausgeber des Sammelbandes “Vergessene Zukunft – Radikale Netzkulturen in Europa” Felix Stalder [...]
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Die Fiktion der Urheberschaft und ihre gesellschaftliche Gebrechlichkeit

CTRL (Bild by Bruno [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons)
Debatten um die Urheberschaft werden vor allem durch Begriffe bestimmt, die keinerlei Fundament besitzen, aber kritiklos angewendet werden. Jeder erinnert sich an den Plagiatsfall ?“Zu Guttenberg“?. Gegen den damaligen Minister wurde der Vorwurf erhoben, er habe bei der Abfassung seiner Doktorarbeit betrügerisch gehandelt, da er keinen eigenständigen Text angefertigt habe. [...]
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Die Lautsprecher der Gestern-Branchen

Im Streit um geistiges Eigentum geht es auch um den Erhalt von alten Verwertungsketten. Das Urheberrecht ist jedoch auch Profitbremse – wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

In Anlehnung an Hagen Rether wird jetzt gesungen: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ Oder vielleicht doch? Was passiert, wenn Urheber von Büchern, Musik, Kunst, Design, Software oder Produkten das Geschäft nicht mehr mit Maklern, Beratern, Agenten, Vertriebsorganisationen, Gebühreneintreibern oder Zwischenhändlern machen? Die Urheber werden nicht mehr mit mickrigen Tantiemen oder irgendwelchen Brosamen der Verwerter abgespeist, sondern können direkt am Verkauf ihrer Werke partizipieren – mit geringeren Overhead-Kosten und viel höherer Rendite. Das schmeckt natürlich den Machtmonopolisten in den alten Industrien überhaupt nicht. Nehmen wir die E-Books von Amazon, die mit einem Kampfpreis von 9,99 Dollar verkauft werden. Nach der Kostenlogik der Verlagskonzerne ist das Preisdumping. In Wahrheit spart man sich die Produktion von teuren Hardcover-Ausgaben und die Autoren werden sogar mit viel höheren Honoraren entlohnt und müssen sich nicht mehr mit den Knebelverträgen der Verleger herumschlagen. Die Verwertungskette ist eben sehr viel kürzer und die Zwischenverdiener machen keinen Reibach mehr – aber: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“

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Gunnar Sohn

ist Diplom-Volkswirt, lebt in Bonn und ist Wirtschaftsjournalist, Kolumnist, Moderator und Blogger. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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Déjà-vu? – Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube

Déjà-vu? – Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTubeGestern eröffnete die Kunsthalle Karlsruhe die Ausstellung „Déjà-vu –Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube“ mit viel Aufsehen. So hat die Tageschau und Netzpolitik im Vorfeld schon einmal für einiges an Augenmerk gesorgt und n-tv sogar eine Bildserie zum Event online gestellt. Worum geht’s?

Die Ausstellung möchte mit 120 Werken von Albrecht Dürer bis hin zu Marcel Duchamp deutlich machen, dass die Kunst von der Kopie lebt und dass selbst die begnadetsten Maler sich Werke anderer zu eigen gemacht und adaptiert haben. Dabei versucht die Ausstellung den Bogen von der Kunst des späten Mittelalters über die Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst und der Welt des Internets zu spannen.

In diesem Video stellt die Kunsthalle die Ausstellung vor:

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Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.

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Warum die Blockade von Union und Musikindustrie nicht überrascht

Warum mich die Blockadepolitik von Union und Musikindustrie nicht überraschtRechtsanwälte, Wettbewerbs- und Abmahnvereine machen seit Ewigkeiten richtig dicke Kohle mit dem Abmahngeschäft. Das Ganze ist ein reiner Papierkrieg mit richtig schöner Rendite. Ohne viel Aufwand wird eine Software im Internet eingesetzt, um Verstöße gegen Urheberrecht oder gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu erforschen. Das Standardschreiben ist immer gleich, nur Name und Adresse des „Rechercheopfers“ und den Sachverhalt eintragen, frankieren, eine eklig kurze Frist für die Unterlassungserklärung setzen und raus das Ding mit einer Kostenberechnung, die pro Abmahnung mehrere hundert Euro beträgt – natürlich wird der Streitwert richtig hoch angesetzt, damit man die Abmahnsummen nach oben treiben kann.

Diese Abmahnfabriken können mit der Angst der Empfänger kalkulieren. Lieber eine Unterlassungserklärung außergerichtlich akzeptieren, als den unkalkulierbaren Fortgang der Geschehnisse abwarten und noch auf eigene Rechnung einen Rechtsanwalt einschalten. Es könnte ja vor Gericht gehen mit der Gefahr, den Prozess zu verlieren.

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Gunnar Sohn

ist Diplom-Volkswirt, lebt in Bonn und ist Wirtschaftsjournalist, Kolumnist, Moderator und Blogger. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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Video: Ethische Aspekte rund um geistiges Eigentum

Da hat doch der Dr. Ralf Schremper ein famoses Video ausgegraben. David Koepsell, Philosoph und Jurist hat sich mal grundlegend mit dem Thema geistiges Eigentum befasst und erzählt uns in 37 Minuten, was er davon hält. Ich bin mir sicher, dass diese Perspektive noch nicht so viele eingenommen haben.

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Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)

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Ideenklauern auf der Spur – PriorMart schützt geistiges Eigentum

Ich hatte mal eine tolle Idee, nur leider war ich nicht die einzige, die sie gut fand! – Das Klauen von Konzepten und Ideen ist nicht erst mit dem Aufkommen des priormart_logo.jpgInternet zum Problem geworden. Doch in vernetzten Zeiten, in denen immer mehr Freiberufler ihren Lebensunterhalt mit ihrer Kreativität verdienen, wird der Schutz von Werken und Ideen immer schwieriger. PriorMart Geschäftsführer Peter Schilling war selbst einmal Opfer eines solchen Ideenklaus. Nicht nur die finanziellen Einbußen, sondern vor allem die Hilflosigkeit nichts dagegen tun zu können, führten dazu, dass er sich mit dieser Thematik näher beschäftigte.

Bisherige Möglichkeiten der notariellen Hinterlegung sind oft unzureichend und sehr zeit- und kostenaufwendig, sodass sie gerade für Freiberufler nicht hilfreich sind. Zusammen mit Jan Vogt und seinem Bruder Frank tüftelte Peter Schilling an einer neuen Technik. Nach einem Jahr des Überlegens und Entwickelns stand das Konzept von PriorMart – das Copyright bekam ein Zuhause im Netz.

Wie funktioniert PriorMart?

Das PriorMart Verfahren ist vollständig automatisiert. Möchte ich mein Werk schützen lassen, lade ich die digitale Version einfach auf den Server des Dienstes hoch. Alles andere wird von PriorMart erledigt. Die neuen Werke der Kunden werden wöchentlich bei einem staatlich geprüften Notar hinterlegt und mit einem elektronischen Schutzsiegel versehen. Für 49,- Euro wird ein einzelnes Werk für fünf Jahre auf einem Sicherheitsserver gespeichert und eine schriftliche Beglaubigungsurkunde ausgestellt. Auch für Unternehmen gibt es entsprechende Angebote. Eine Reihe von Vorteilen zählt PriorMart durch das entwickelte Verfahren auf. Kreative haben so nicht nur die Möglichkeit, ihre Urheberschaft nachzuweisen, sondern können ihr Werk auch ohne Bedenken bei Geschäftspartnern oder Auftraggebern vorlegen, ohne Angst zu haben einem möglichen Ideenklau machtlos gegenüber zu stehen.

priormart_screen.jpg

Für wen ist PriorMart gedacht?

Die Möglichkeiten des Angebotes werden überwiegend von freischaffenden Autoren, Musikern, Architekten, Werbetextern oder Designern genutzt. Seit dem Start des Dienstes im März 2006 haben rund 500 Kunden über 3500 Werke über PriorMart notariell hinterlegen lassen. Das kostengünstige und schnelle Verfahren ermöglicht auch Amateuren ihre Werke besser zu schützen.

Blogpiloten-Urteil:

Meine Idee gehört mir! – PriorMart ist ein guter Weg, diesen Satz mit handfesten und juristisch wasserdichten Argumenten zu untermauern. Für wenig Geld und ohne das Wälzen von Gesetzesbüchern erhält man mit der Hilfe des Angebotes die Möglichkeit seine Ideen zu schützen und erhöht die Erfolgschancen bei einem Rechtsstreit. Durch das unkomplizierte und schnelle Verfahren ist der Dienst auch besonders für Einsteiger geeignet, die sich bislang nur wenig mit diesem Thema beschäftigt haben, aber auf einen wirksamen Schutz Wert legen.

Die Blogpiloten und PriorMart verschenken zwei Gutscheine im Wert von 49,- Euro für eine für eine notarielle Hinterlegung von Dateien bis zu 50MB. Wer Interesse hat, verkündet dieses einfach in den Kommentaren.

Meike Ullrich

Meike hat während des Studiums der Politikwissenschaft die digiatlen Potenziale für die Demokratie entdeckt und das Ganze u.a. mehrere Jahre in einer Public Affairs und PR-Agentur erprobt. Mittlerweile arbeitet sie im Kommunikationsbereich der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und setzt dort Maßnahmen für verschiedene Bildungsprogramme um – digital und auch ganz klassisch, aber immer auf der Suche nach neuen Ideen und Entwicklungen.

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