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5 Highlights aus den Mediatheken!

In den kostenlosen Mediatheken warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für den September: eine Dokumentation über Seenotrettung, ein Drama von Andreas Dresen und ein Lehrstück zum Thema iPhone-Marketing. Viel Spaß beim Streamen!

Iuventa

Dokumentarfilmer Michele Cinque begleitete die Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ ins Mittelmeer, wo sie unterwegs waren, um Flüchtlinge aus der Seenot zu retten. Leider fehlte ihnen dafür die Erlaubnis und ihr Schiff, die „Iuventa“, wurde 2017 festgesetzt. Die Doku zeigt das harte Training für die Einsätze und ein unvergleichliches Engagement der freiwilligen Hilfskräfte – entgegen aller Widerstände.

3sat / Verfügbar bis 11.10.: Zur Doku

Halt auf freier Strecke

Frank (Milan Peschel) und Simone (Steffi Kühnert) haben sich einen Traum erfüllt und leben mit ihren beiden Kindern in einem Reihenhäuschen am Stadtrand. Sie sind ein glückliches Paar, bis zu dem Tag, an dem bei Frank ein inoperabler Hirntumor diagnostiziert wird.

3sat / Verfügbar bis 07.11.: Zum Film

Tanken – Mehr als Super (Staffel 1)

Nachtschicht im Nirgendwo: Die Sitcom zeigt Georg (Stefan Haschke), Daniel (Ludwig Trepte) und Olaf (Daniel Zillmann) bei ihrer Arbeit in einer besonders trostlosen Super-Tankstelle.

ZDF / Verfügbar bis 16.04.19: Zur Serie

Kebab Connection

Ibo (Denis Moschitto) wünscht sich nichts sehnlicher, als den ersten deutschen Kung Fu-Film zu drehen. Den ersten Schritt in Richtung Ruhm macht er mit einem Werbespot für die Dönerbude seines Onkels. Als seine Karriere gerade Fahrt aufnimmt, erfährt er von der Schwangerschaft seiner Freundin Titzi (Nora Tschirner) und fliegt Zuhause raus. Jetzt wünscht er sich eigentlich nur noch sein altes Leben zurück…

Netzkino / Dauerhaft verfügbar: Zum Film

#Moneypulation

Ob Storytelling, Green Washing oder Gamification – nicht nur durch Anglizismen streuen uns die Strategen des Marketing gerne immer wieder mal Sand in die Augen. Intelligent drücken sie die richtigen Knöpfe in unserem Unterbewusstsein, um geschickt Wahrnehmung und Wünsche des Konsumenten zu manipulieren. Mit einem Zwinkern im Auge zeigt die Serie „#Moneypulation“, wie uns so nicht nur Apple, Red Bull oder Philip Morris gerne mal einen Bären aufbinden, sondern auch wie Spin-Doctoren das Image eines ganzen Staates neu aufbauen können – oder gar einen frauenfeindlichen Außenseiter zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt.

Arte / Verfügbar bis 29.10.:  Zur Doku-Reihe


Image by David Streit

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Nach einem Jahr Filmfestival Futurale: Was haben wir über die Zukunft der Arbeit gelernt?

futurale-image-by-tom-maelsa-via-bmas

Zwölf Monate, 25 Städte und 175 Diskussionrunden: Ein Jahr lang zog das Filmfestival Futurale des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch Deutschland. Knapp 9000 Besucher schauten sich in dieser Zeit sieben Filme zur Zukunft der Arbeit an – und diskutierten im Anschluss darüber. In der vergangenen Woche ging das Festival zu Ende. Welche Erkenntnisse bleiben?

Filme hinterfragen Ideen der Arbeitswelt

Das Festival war ein weiterer Baustein des Grünbuchs Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Ziel war es, die Bürger aktiv in den Dialog um die Zukunft der Arbeit mit einzubinden. Was bedeutet eigentlich Arbeiten 4.0? Ist Technologie unser Freund oder unser Feind? Werden wir alle unsere Häuser in Zukunft mit einem 3D-Drucker bauen? Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Diese und viele weitere Fragen wurden bei der Futurale thematisiert und vor allem diskutiert. Das BMAS hatte dafür bewusst aktuelle Filme herausgesucht oder solche, die noch nicht in deutschen Kinos gezeigt wurden und natürlich Produktionen gewählt, die auch genügend Gesprächsstoff lieferten. Die sieben ausgewählten Filme thematisieren so auf unterschiedliche Weise aktuelle und zukünftige Herausforderung unserer Arbeitswelt.

So geht es bei „Silicon Wadi“ um die Startup-Szene von Technologieunternehmen in Tel Aviv. Die Dokumentation begleitet vier junge Unternehmer und geht dabei der Faszination aber auch den Herausforderungen der Gründerszene nach. Auch der Dokumentarfilm „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“ begleitet junge Menschen in Deutschland auf ihrem Weg in eine neue ortsunabhängige Arbeits- und Lebenswelt.

Please Subscribe“ zeigt dabei an vielen Praxisbeispielen wie eine solche Arbeit im Internet heutzutage aussehen kann und wie junge Menschen durch YouTube-Videos reich werden. An solch neue Formen der Arbeit knüpft auch die Produktion „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ an, der die aktuelle Führungskultur in Unternehmen hinterfragt. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Deine Arbeit, dein Leben“. Die WDR-Produktion zeigt, was Arbeit heute in einer ehemals so industriell geprägten Region wie Nordrhein-Westfalen bedeutet.

Unsere Ideen von Arbeitsform und Arbeitsraum werden damit herausgefordert. Ähnliches wird im Film „Ik ben Alice“ thematisiert, wenn es darum geht, wie unsere Arbeitswelt durch Roboter revolutioniert werden könnte. Wie weit Technologie gehen und sein darf ist auch eine Frage, die in „Print the Legend“ aufgegriffen wird, einer Dokumentation über die Entwicklung der 3D-Drucker in den USA.

Futurale offenbarte großes Diskussionspotential

Nach den Vorführungen gab es eine Gesprächsrunde zwischen Zuschauern und regionalen Experten rund um die Themen der Filme. Das Feedback war dabei, je nach Veranstaltung, sehr unterschiedlich, erklärt das BMAS gegenüber den Netzpiloten: „Wir hatten Veranstaltungen mit 300 Gästen, aber auch welche mit 15. Das hat aber Qualität und Intensität der Diskussionen nicht beeinflusst. Bei einer eher gering besuchten Spätvorstellung des Films „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“ lief die Diskussion im Anschluss zwei Stunden und wurde letztendlich nur durch die Schließung des Kinos durch den Betreiber beendet.“

Das BMAS hat dabei beobachtet, dass gerade die digitalen Nomaden und die Thematik von Robotern, die menschliche Arbeiten übernehmen, die Zuschauer besonders bewegt hat: „Bei den digitalen Nomaden war das Publikum häufig gespalten in eine Hälfte, die sofort in den Flieger steigen würde, um es den Nomaden gleichzutun und die andere Hälfte, die die Nomaden eher als egoistische Selbstoptimierer empfand. Der Film „Ik bin Alice“ wiederum, eine holländische Produktion über ein Modellversuch, bei dem ein Pflegeroboter auch zur sozialen Interaktion bei drei alten Damen eingesetzt wird, wurde überall heiß diskutiert. Viele Gäste fanden das Konzept eines Social Robots verstörend und erschreckend.“

Dabei wurden die Filme nicht nur bei den eigentlichen Vorführungen diskutiert, der Diskurs wurde auch auf der Webseite der Futurale oder bei Twitter unter dem #Futurale weitergeführt.

Screenshot by Marinela Potor

Dabei gab es vor allem zwei große Themenfelder, die die Zuschauer beschäftigten. Das war einmal die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit durch ständige Erreichbarkeit – möglich gemacht durch moderne Technologie.

Das andere Thema ist die Angst vor der Automatisierung von Arbeitsprozessen und somit dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Screenshot by Marinela Potor
Screenshot by Marinela Potor

Interessant war dabei zu beobachten, wie anfangs futuristisch anklingende Themen für die Zuschauer durch das Festival viel nahbarer wurden. Vielen war beispielsweise gar nicht klar, dass es auch in Deutschland das Geschäftsmodell YouTube gibt oder wo überall schon Roboter eingesetzt werden. Hier konnten die regionalen Experten Aufklärungsarbeit leisten und so die Diskussion anregen, erklärt das BMAS im Rückblick: „Durch die regionalen Experten auf den Podien wurden die Themen geerdet und konkretisiert. Wenn beispielsweise ein Geschäftsführer eines 3D-Druckunternehmens aus der Region über seine Arbeit berichtet, wird das Thema des amerikanischen Films Print the Legend schnell vor Ort fassbar.”

Die Zukunft der Arbeit bietet Chancen

Insgesamt hat die Futurale gezeigt, dass Arbeiten 4.0 ein Thema ist, das Menschen im ganzen Land beschäftigt. Dahinter steckt nicht nur Angst und Sorge, sondern auch Zuversicht und Hoffnung auf neue, gerechtere Arbeitswelten, die wir mit unserer Kreativität und mithilfe von Technologien selbst mitgestalten können.

Dahinter stecken Herausforderung, aber auch Chancen glaubt das BMAS: „Erwerbsbiographien werden in Zukunft wahrscheinlich dynamischer sein, als das heute meistens der Fall ist. Klassische Nine-to-five-Jobs, die man sein Leben lang beim selben Arbeitgeber verrichtet, werden seltener. Deshalb werden wir immer wieder auch Lernphasen brauchen, um unser Know-how auf dem neuesten Stand zu halten, oder auch um ganz neue Kompetenzen aufzubauen. Auch hier ist jeder Einzelne gefragt und muss offen bleiben für Neues.“

Die Ergebnisse der Futurale sollen bis zum Ende des Jahres in einem Weißbuch veröffentlicht werden.


Image by Tom Maelsa


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Field Of Vision: Dokumentarfilmkunst als Online-Journalismus

Field Of Vision

Eine Plattform für Filmemacher will die Produktion dokumentarischer Formate flexibilisieren und visuellen Journalismus neu erfinden. Mit dabei: Laura Poitras. Der von Ebay-Gründer Pierre Omidyar finanzierte Projektzusammenhang First Look Media experimentiert seit einiger Zeit mit unterschiedlichen Online-Formaten: Nach dem investigativen Magazin The Intercept um Glenn Greenwald und dem Team von reported.ly um Andy Carvin, das Beiträge aus sozialen Medien kuratiert, geht es nun um nicht-fiktionale Filme als Medium kritischer Berichterstattung. Auch für dieses Vorhaben steht wieder eine prominente Persönlichkeit, nämlich die für die Snowden-Doku Citizenfour mit dem Oscar ausgezeichnete Laura Poitras.

Geleitet wird Field Of Vision von einem dreiköpfigen Team: Neben Poitras gehört dazu der Filmemacher A.J. Schnack, der etwa Dokumentationen über Musiker gedreht hat (zum Beispiel “Kurt Cobain: About a Son”) und Charlotte Cook, die bis vor kurzem beim Dokumentarfilmfestival in Toronto tätig war.

In einem Interview haben die drei Verantwortlichen ausführlich über ihre konzeptionelle Vision Auskunft gegeben. Grundlegend dafür ist das Selbstverständnis als “filmmaker-driven platform”, die als Aufführungsort für Produktionen fungiert, welche auch anderweitig etwa auf Festivals oder im TV gezeigt werden können.

Insofern ist Field Of Vision aber nicht als Online-Outlet zur Zweitverwertung von Ausschnitten aus fertigen Dokumentarfilmen konzipiert, während die Publikation von Nebenprodukten nicht ausgeschlossen ist. Und schließlich will man auch selbst als Auftraggeber operieren, der die Produktionskosten übernimmt. Redaktionell ist eine Kooperation mit den Journalisten von The Intercept intendiert; das Magazin übernimmt auch das fact-checking und die Veröffentlichung der Beiträge.

Ambitionierter Ausblick

Formal stehen dabei kurze Episoden im Vordergrund, “pairing very artistic filmmaking with journalism” (Cook). “We’re also really excited about episodic, multipart or thematic storytelling”, gibt Schnack zu Protokoll. Zur Konkretisierung werden dazu verschiedene Bezugspunkte genannt: Einer ist Convention, ein Multi-Autoren-Film über den Parteitag der US-Demokraten, auf dem Barack Obama 2008 für die Präsidentschaftskandidatur nominiert wurde.

Ein anderes Vorbild ist das britische TV-Format World In Action, das von 1963 bis 1998 produziert wurde. Es gilt als investigativ, links-liberal, verfolgte einen visuellen Kampagnen-Journalismus und assoziierte sich intensiv mit der zeitgenössischen Pop-Kultur. Auf diese nimmt auch Poitras Bezug, wenn sie das Storytelling bei der Netflix-Erfolgs-Serie House Of Cards als ein weiteres Vorbild nennt.

Und außerdem fühlt man sich dem soziologischen Stil des Cinéma Vérité verpflichtet: Die direkte Interaktion zwischen Filmemacher und Gefilmtem soll nicht verschleiert, sondern zum Gegenstand der ästhetischen Reflexion werden. An solchen Kategorien orientiert kulminiert der Ausblick schließlich in der programmatischen Parole, die Poitras ausgibt: “expand the language of visual journalism”.

Programm-Vorschau

Wie das aussehen könnte zeigen vorab im Netz veröffentlichte Ausschnitte respektive Standbilder mit Titeln von Filmen und den Namen ihrer Macher. Laura Poitras selbst startet mit einer Serie über das Asyl von Julian Assange in der Ecuadorianischen Botschaft in London. Ebenfalls angekündigt sind “Notes from the Border”, ein Beitrag zum Thema Flucht von Iva Radivojevic.

Coming soon from @ivarad

A photo posted by Field of Vision (@fieldofvision) on

Sie hat ihr Debüt mit dem durch Crowdsourcing finanzierten und preisgekrönten Film Evaporating Borders vorgelegt. Heloisa Passos beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Obdachlosen und ihren Hunden in Brasilien, Kirsten Johnson mit militärischer Überwachung in Kabul, Dustin Guy Defa thematisiert Kunst und Rebellion in Detroit und um LGBT-Rechte geht es Michel Palmieri und Donal Mosher unter dem Titel “Peace in the Valley”.

Die Premiere dieser Beiträge findet übrigens offline statt, nämlich beim New York Filmfestival, wo es einen eigenen Programmpunkt dazu gibt: Field Of Vision: New Episodic Nonfiction.

Flexibilisierung des Formats Dokumentarfilm

Ob das Projekt tatsächlich unseren Horizont erweitert, wie sein Name andeutet, bleibt abzuwarten. Die intendierte Innovation scheint zunächst vor allem in der Flexibilisierung des dokumentarischen Formats zu liegen: Kurze Inhalte, die schneller produziert sowie online publiziert werden können und dadurch einen Beitrag zu aktuellen Diskussionen leisten.

Vielleicht könnte also “Field of Vision” nicht ästhetisch, aber strukturell ähnliches bewirken, wie VICE im News-Bereich oder die Streaming-Dienste im Feld der Fernsehserien.


Teaser & Image by Field Of Vision


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Interview mit Inga Bremer über die Dokumentarfilm-Regie

Inga Bremer im Schnitt (Bild: Inga Bremer)

Inga Bremer studierte Dokumentarfilm-Regie an der Filmakademie Ludwigsburg. Nach ihrem Studium gründete sie mit drei Kolleginnen die Produktionsfirma soilfilms in Berlin und arbeitet als Regisseurin verschiedener Genre und als Produzentin. // Von Gina Schad

Inga Bremer im Schnitt (Bild: Inga Bremer)

Regie, Schauspiel, Kamera – bei all diesen Ausbildungen handelt es sich um künstlerische Berufe. Bei der Aufnahmeprüfung an den Filmhochschulen wird bereits aussortiert, nach der Ausbildung beginnt jedoch erst das Kämpfen. Es erfordert viel Kraft, sich als Kreative durchzusetzen und von seinem Berufsziel eines Tages leben zu können. Das Internet kann bei dieser Arbeit künftig helfen. Die Dokumentarfilm-Regisseurin Inga Bremer verrät uns daher im Interview, warum Dokumentarfilme oftmals so spät am Abend gezeigt werden, von welchen Institutionen man heutzutage als junge Regisseurin abhängig ist, und ob es sich überhaupt noch lohnt, Dokumentarfilm-Regie zu studieren.

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CitizenFour: Glückwunsch zum Oscar – er ist verdient und wichtig

Der Netzpolitik-Film CitizenFour gewinnt den Oscar

Der Oscar für den Dokufilm „CitizenFour“ über Whistleblower Edward Snowden: verdiente Würdigung der Beteiligten und wichtiges Signal für uns alle. // von Annika Kremer

Der Netzpolitik-Film CitizenFour gewinnt den Oscar

Der Film „CitizenFour“ hat, neben einer Reihe anderer Preise, nun auch den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen. Dies ist eine wichtige Anerkennung des Einsatzes aller Beteiligten – aber auch der Relevanz des Themas, der Wichtigkeit der von Snowden aufgeworfenen Fragen. Wir alle täten gut daran, uns zu diesem Anlass noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie wichtig diese Fragen sind, und die derzeitige mediale Aufmerksamkeit politisch zu nutzen.

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Rezension: From Bedrooms to Billions

from bedrooms to billions (Bild: Kevin Finner)

Der Dokumentarfilm „From Bedrooms to Billions“ zeigt die Entwicklung der Spieleindustrie in Großbritannien. Eine Rezension. // von Lukas Menzel

from bedrooms to billions (Bild: Kevin Finner)

Am 11. November 2014 luden Gaming-Aid und gamecity:Hamburg zu einem exklusiven Kinoabend in das Abaton Kino in Hamburg ein. Zusehen gab es dort nicht nur den Dokumentarfilm „From Bedrooms to Billions“, sondern auch die Produzenten des Films, Nicola und Anthony Caulfield, sowie der britische Game-Designer Simon Butler waren vor Ort. Diese stellten sich in einem Q&A den Fragen von Tashin Avci (Gaming-Aid, Pop Rocket Games), Stefan Klein (gamecity:Hamburg) sowie dem Publikum und erzählten so ein wenig über den Film und die Spielebranche in Großbritannien. Anschließend gab es dann den Film zu sehen, der die Entwicklung der britischen Spielebranche von den 1970er Jahren bis heute zeigte.

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Videokolumne: Über Pädophilie, Qualitätsfernsehen und große Fragen

In der Videokolumne geht es heute um das Andenken an Michael Glawogger, existenzielle Gespräche von Puppen und das Leben eines jungen Mannes mit pädophilen Neigungen. // von Hannes Richter

Michael Glawogger

Ab und zu gibt es in der Videokolumne auch Radioprogramme, die sich zum Beispiel in den Mediatheken der ARD finden lassen. In diesem hier aus den USA geht es um einen jungen Mann, der sich zu Kindern hingezogen fühlt und einen mutigen Weg findet, damit umzugehen. Die Radio-Reihe This Is American Life beschäftigt sich mit Geschichten und Lebenswegen abseits dessen, was in den üblichen Medien gezeigt wird. Ähnliches läst sich über den kürzlich verstorbenen Filmemacher Michael Glawogger sagen. Wie groß der Verlust für das Kino ist, lässt sich erahnen, wenn man sich die Zeit nimmt und ihm eine Stunde zuhört. Kürzer ist das komplett improvisierte Gespräch zwischen Kermit dem Frosch und Fozzy Bear und der Film Burton und Taylor zeigt, dass es manchmal doch Qualitäts-TV aus Übersee ins deutsche Fernsehen schafft.

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Mediathekenumschau vom 27. Oktober

Bildempfangsstörung (Bild Paulae [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons)

In der Mediathekenumschau heute: Dokumentarfilme sind auch nicht das, was sie mal waren. // von Hannes Richter

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

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Mediathekenumschau vom 29. September

Bildempfangsstörung (Bild Paulae [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons)

In der Mediathekenumschau heute: Ein hervorragender Skaterfilm, die heute show, moderne Aufklärung und nichts weniger als die Zukunft des Fernsehens. // von Hannes Richter

This Ain't California - Foto: Harald Schmitt www.harald-schmitt.com

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut. Weiterlesen »

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Culture & Video Tipps

CULTURE&VIDEO beschäftigt, was alle beschäftigt: In der Türkei gehen die Menschen auf die Straße, Videos aus der Türkei gehen um die Welt. Außerdem: Eine Dokumentation zeigt die Kehrseite des Amerikanischen Traums und Berlin von seiner schönsten Seite: von unten.

Für Telepolis auf heise.de wirft Gerrit Wustmann einen Blick auf die Hintergründe der Proteste in der Türkei, bei dem die Verbreitung von youtube-Videos wie nie zuvor zum Erstarken einer Protestbewegung beigetragen hat. Und, erkennen Sie das erste Bild im Artikel? Die „Frau in Rot“ entwickelt sich gerade zur Ikone der Proteste, wie das englischsprachige Nachrichtenportal The National aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt. Eine Strategie, die den Aufständischen beim Arabischen Frühling noch fehlte, so National-Redakteur Faisal Al Yafai in einer sehenswerten Videoanalyse.

  • ÖFFENTLICHES FERNSEHEN IN DEN USA UNTER DRUCK

Nun ist es doch passiert: Die Koch-Brüder, Amerikas berüchtigste Milliardäre, haben ihre Unterstützung für PBS auf Eis gelegt. PBS ist der US-Sender, der dem europäischen öffentlich-rechtlichen TV-System mit BBC oder ARD am nähesten kommt, er finanziert sich aber hauptsächlich durch Spenden. Trotzdem hat sich PBS zu politischer Unparteiigkeit verpflichtet. Ein Anspruch, der schwer zu halten ist, wie die Reportage von Jane Meyer im New Yorker zeigt. Stein des Anstoßes: die Dokumentation “Park Avenue: Money, Power and the American Dream.” des Oscar-Gewinners Alex Gibney, die in voller Länge bei Youtube zu sehen ist. Vorgestellt wird das Haus 740 Park Avenue, das Gebäude mit den meisten Milliardären weltweit. Sollte es ein Klingelschild geben, wäre natürlich auch der Name Koch zu finden. Wer hätte das gedacht.

Der flink geschnittene Dokumentarfilm von East Cross Projects zeigt, was am Anfang keiner und am Ende alle sehen: Die Kamera folgt bekannten Street-Art-Künstlern bei ihren Aktionen. Dabei geht es laut, drecking und nicht immer legal zur Sache. Berlin eben.

  • HEDWIG IST ZURÜCK!

In Berlin feierte am vergangenen Mittwoch das umjubelte Off-Broadway-Musical „Hedwig and the Angry Inch“ im Keller des Berliner Admiralspalasts Premiere. Dort gibt Sven Ratzke noch bis August eine vielleicht ein bisschen zu glamuröse Hedwig. Hier gibt es erstmal zum Abschluss das schönste Lied aus der Verfilmung von 2001: „Wig in a Box“


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CAPITAL C – Erste Crowdfunding Doku in Spielfilmlänge

capital cCrowdfunding ist dabei eine kleine Revolution loszutreten. Das glauben zumindest zum einen die Macher der ersten Crowdfunding-Doku in Spielfilmlänge „CAPITAL C“, aber auch angesehene Forscher wie der MIT-Professor Eric von Hippel, der da sagt: „Crowdfunding ist ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung der Innovation – der größte Paradigmenwechsel seit der industriellen Revolution“.

Dass so manches Projekt ohne Crowdfunding womöglich gar nicht erst entstanden wäre, liegt dabei auf der Hand. Gerne erinnere ich mich beispielsweise an den Film „CHI LA VISTO – Wo bist du?“ von Claudia Rorarius zurück. Wir berichteten darüber. Rorarius gab damals zu wissen, wie es beispielsweise in der Filmwelt oft dazu kommt, dass tolle Projekte wegen unzureichender Finanzierung es nie bis an die Kinokasse schaffen. „Zwar werden unabhängige, deutsche Produktionen in der Herstellung massiv gefördert, im Vertrieb dagegen bleiben die kleinen Filme seit einigen Jahren auf der Strecke“, resümierte die Regisseurin damals. „Bei ca. 190 deutschen Filmen pro Jahr sind die Mittel bei weitem nicht ausreichend, um alle Produktionen entsprechend zu unterstützen“. Crowdfunding half Ihr damals dabei Ihr Spielfilmdebüt zu realisieren.

So wie Claudia Rorarius ging es vielen ideenreichen Kreativen. Davon handelt jetzt auch die erste Crowdfunding-Doku in Spielfilmlänge „CAPITAL C – how the crowd liberates itself“.

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Video: Copyright Criminals (Doku)

copyright criminalsManch einer kennt sie schon, ansonsten lernt Ihr sie jetzt kennen – die HIP HOP Doku „Copyright Crimnials“. Es stehen sich gegenüber die Künstler und die Copyright-Anwälte und man diskutiert über das im Genre weitverbreitete Sampling. Es kommen einige namhafte Branchenkenner zu Wort wie z.B. der Musik-Kritiker Greg Tate oder Matt Black (ein Part des britischen Musikproduzenten-Duos Coldcut). Die rechtliche Verwirrung um das verbotene Kopieren einiger Sounds, aus vorherigen Songs steht hier im Fokus. Während das covern (ganze Soundschleifen kopieren) rein rechtlich sehr locker von der Hand geht – man muss im Grunde nur den Urheber benennen und die GEMA bezahlen – muss man bei Samples so ziemlich alles „clearen“. Das ist aber mega kostenintensiv!

Aktuell prominentes Beispiel ist „Pauls Boutique“ ein Klassiker im HIP HOP. Dieses Album ist zu einer Zeit entstanden, als das Sampling rein rechtlich noch ungeklärt war. Würde man es heute produzieren wollen, wäre das womöglich gar nicht machbar. Man würde für das clearing in etwa 19,8 Millionen Dollar an die Rechteinhaber (oder die Anwälte) zahlen müssen.

Hier wird besonders gut aufgezeigt, wie der Copyright-Wahn den Verfall von Kultur begünstigt. Eine absolut sehenswerte Dokumenation, nicht nur für HIP HOP-Fans!

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Patent Absurdity: Doku zu Software-Patenten

Es gibt Themen im Netz, die sind immer irgendwie präsent und trotzdem schwer zu fassen. Software-Patente gehören dazu. Vor einigen Wochen ist ein englischsprachiger Dokumentarfilm angetreten, das Thema auch Laien näher zu bringen: „Patent Absurdity„, veröffentlicht unter CC BY-ND. Wie jeder gute Dokumentarfilm versucht „Patent Absurdity“ nicht, Neutralität vorzugaukeln – hier ist klar, dass man auf Seite der Patente-Gegner ist. Aber worum geht es eigentlich? Ich habe mir für euch den Film angeschaut und meine Eindrücke aufgeschrieben. Weiterlesen »

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Crowdsourcing-Doku: Ridley Scott, YouTube und du

Sind zwar noch 11 Tage Zeit, aber Vormerken und Ideen Sammeln geht schon jetzt: Am 24. Juli 2010 läuft „Life in a Day„, das Projekt von YouTube und Ridley Scott. Einen Tag lang hat die ganze YouTube-Welt Zeit, Videosequenzen aus dem eigenen Leben einzustellen. Regisseur Kevin MacDonald sichtet und kategorisiert das Material, Ridley Scott (Regisseur von „Alien“ und „Blade Runner“, Produzent von „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“) produziert. Uraufführung des Dokumentarfilms ist im Januar 2011 beim Sundance Filme Festival, anschließend gibt’s ihn auf YouTube zu sehen. [via Fünf Filmfreunde]

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BBC Digital Revolution: neuer dokumentarischer Ansatz

Die BBC arbeitet an einer Dokumentation über das Internet. Mit der vierteiligen Produktion „Digital Revolution“ scheint sie sich den Herausforderungen stellen zu wollen, die das Netz dem Fernsehen stellt: das Team hat ein Blog eingerichtet, mit dem man in Austausch mit den Nutzern treten möchte. Produzent Russel Barnes dazu:

So we have decided to adopt a radical, open-source approach to the production process. We don’t just want to observe bloggers from on high; we want to blog ourselves and get feedback and comment on our ideas. Weiterlesen »

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Web2Null-Dokumentarfilm stellt die deutsche Webszene vor

Ein spannender Dokumentarfilm über die deutsche Web 2.0 Szene entsteht derzeit mit Web2Null Der Film.

Mit Unterstützung der Hochschule der Medien in Stuttgart dokumentieren Anne Arndt, Felix Kolb und Heiko Brandsch die deutsche Netzszene. Ziel des Films? „Die Web 2.0 Szene in Deutschland anhand von ausgewählten Persönlichkeiten greifbar machen, indem Beweggründe und Strategien der Akteure transparent gemacht werden.“

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