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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APPLE heise: iOS 10.3 ist da: Apple bringt neues Dateisystem APFS auf iPhone und iPad: Apple hat die finale Fassung von iOS 10.3 zum Download freigegeben. Das Update steht in den Einstellungen unter Allgemein/Softwareupdate zum Abruf bereit – die Download-Größe für die Installation auf dem iPhone 7 beträgt gut 613 MByte –, alternativ lässt sich die neue iOS-Version über iTunes installieren. Mit iOS 10.3 führt Apple das neue Dateisystem APFS (Apple File System) ein, das das altgediente HFS+ ablöst. APFS ist für Flash-Speicher optimiert.Die Umstellung des Dateisystems erfolgt automatisch bei der Installation des Updates, unter Umständen kann dies etwas länger als gewöhnlich in Anspruch nehmen. Durch den APFS-Umstieg ausgelöste Probleme wurden während der Betaphase nicht bekannt, dennoch sollten Nutzer vor der Installation von iOS 10.3 prüfen, ob sie ein aktuelles Backup haben – und falls nicht, eines anlegen.

  • GOOGLE t3n: Diese E-Mail verrät, warum Google jemanden einstellt: Genau das ist einem Bewerber tatsächlich passiert: Vor dem Vorstellungsgespräch bekam dieser eine E-Mail vom Konzern, in der er auf die Inhalte des Bewerbungsgesprächs vorbereitet wurde. Die Personalabteilung listete auf, worauf sich der (vermutlich sehr aufgeregte) Kandidat gefasst machen muss. Ein Freund von ihm, Sujay Maheshwari, veröffentlichte auf seinem Blog jetzt einen Artikel mit dem Inhalt der besagten Nachricht.

  • STARTUP gruenderszene: „Kein Notar, nur du und dein Computer“ – so einfach ist die Gründung in Estland: Die deutschen Mentoren warnten Juhan Kaarma: „Das dauert, beeilt euch lieber!“ Der Este arbeitete da gerade im Axel-Springer-Accelerator Plug and Play an seinem Startup Weps, das mithilfe von Chatbots Webseiten für kleine Geschäfte erstellt. Vor einer Finanzierungsrunde wollten Kaarma und seine Mitgründer die Anteile an ihrem Startup neu aufteilen – und sie überraschten ihre Berater: „Wir sind in unser Online-Banking gegangen und haben darüber die Verteilung geändert“, sagt der Gründer. Nach wenigen Stunden war alles wie gewünscht geregelt. Kein Notar, kein Warten – nur ein paar Klicks.

  • INTERNET zeit: Von wegen Highspeed-Internet: Die Versprechen von Internetprovidern für „schnelles Internet“ werden oft nicht eingehalten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesnetzagentur, nachdem sie etwa 160.000 Festnetz- und Mobilanschlüssen überprüft hat. Demnach erreichen die Breitbandanschlüsse in den allermeisten Fällen nicht die versprochenen und oft groß beworbenen Maximalwerte. Der Studie zufolge boten im Festnetz nur rund zwölf Prozent der Anschlüsse tatsächlich die vertraglich zugesicherte Maximalgeschwindigkeit, bei Mobilfunkanschlüssen waren es sogar nur rund fünf Prozent. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur warnte: „Wenn die Anbieter zukünftig weiter keine realistischen Geschwindigkeitsangaben machen, kann die Bundesnetzagentur gegen einzelne Unternehmen Verfahren durchführen.“

  • URHEBERRECHT netzpolitik: Urheberrechts-Richtlinie: Die EU will Copyright-Verstöße stärker filtern als Terror-Propaganda: Im September 2016 hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für eine EU-Richtlinie zum Urheberrecht veröffentlicht. Damit soll eine ständige Überwachung und Filterung von praktisch allem, was in Europa in das Internet hochgeladen wird, aufgebaut werden.Den drastischen Regeln zufolge müssen Internet-Uploads gescannt werden, um festzustellen, ob hochgeladene Fotos, Videos oder Texte urheberrechtlich geschützt sind – auf Basis von Informationen von Rechte-Inhabern. Damit würden beispielsweise Internetphänome wie Memes blockiert, die urheberrechtlich geschützte Bilder oder Videos, Parodien, Zitate und andere vollkommen harmlose Aktivitäten enthalten.

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Brauchen wir eine Frist auf das Copyright von Micky Maus?

FIGHT CLUB (adapted) (Image by CHRISTOPHER DOMBRES [CC0 Public Domain] via flickr)

Im Jahr 1998 verabschiedete der US-Kongress den Copyright Term Extension Act (CTEA). Der CTEA verlängerte alle bestehenden Urheberrechte des Copyright Act von 1976 rückwirkend um 20 Jahre. Statt also Werke mit abgelaufenem Copyright in öffentlichen Besitz umzuwandeln, legte man fest, dass der CTEA zwischen Januar 1999 und Januar 2019 keine zusätzlichen urheberrechtlich geschützten Werke in die öffentliche Domain eintragen durfte.

So bescherte der CTEA den Besitzern wertvollen geistigen Eigentums, für welches das Copyright sonst verfallen wäre, einen erheblichen Geldsegen. Das von der CTEA auferlegte 20-jährige Moratorium nähert sich nun dem Ende. Der Kongress, welcher im November 2016 neu gewählt wird, wird entscheiden, ob er den CTEA auslaufen lässt oder die Dauer des Copyrights weiter verlängert. Welche Folgen wird es haben, wenn das Copyright erneut verlängert wird? Als wissenschaftlicher Bibliothekar und Kenner der Urheberrechtsgeschichte glaube ich, dass eine weitere Verlängerung des Urheberrechts dem Gemeinwohl schaden wird.

US-Gesetz und Copyright

Nehmen wir das Beispiel eines einzelnen, etwas unbedeutenden Buches. Am 21. Juli 1924 registrierte ein US-Armeeoffizier namens Walter C. Sweeney (sen.) das Copyright für das Sachbuch “Military Intelligence: A New Weapon of War”, welches auf seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg basierte. Unter den damals gültigen US-Gesetzen lag das Copyright für dieses Buch bei 28 Jahren, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 28 Jahre. Am 7. Juli 1952 verlängerte Major General Sweeney, der zu diesem Zeitpunkt im Ruhestand war, sein Copyright. Dadurch verlängerten sich seine exklusiven Rechte auf seine Arbeit bis zum 1. Januar 1981.

Auch wenn es nicht mit Sicherheit feststellbar ist, besteht doch die Möglichkeit, dass Sweeney bis 1952 Lizenzgebühren für “Military Intelligence” erhielt. Jedoch ist es genauso möglich, dass er jahrelang keine Lizenzgebühren bekam. Abgesehen von einer weitestgehend unbekannten Übersetzung ins Chinesische im Jahr 1946, wurde “Military Intelligence” nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 1924 nie wieder nachgedruckt.

Bis zum Jahr 1952 hätten alle neuen (das heißt, Lizenzgebühren erzeugenden) Kopien bereits über die üblichen Kanäle verkauft oder einfach entsorgt werden können, als der ursprüngliche Herausgeber, die Frederick A. Stokes‘ Company, von J.B. Lippincott im Jahr 1943 aufgekauft wurde.

Unabhängig davon ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Ende des Copyright von Sweeney zum Neujahrstag 1981 keinen finanziellen Schaden auf sein Erbe verursacht hätte. (Sweeney starb als Witwer im Jahr 1963, im Jahr 1981 war nur noch eins seiner drei Kinder am Leben.)

Wie die überwiegende Mehrheit von Werken, lief auch der wirtschaftliche Wert von „Military Intelligence“ Jahrzehnte vor dem Ablauf des Copyright ab. Für jeden “Great Gatsby”, der noch Jahrzehnte nach seinem Debüt Einnahmen generiert, gibt es Zehntausende Werke wie “Military Intelligence”, deren wirtschaftliche Haltbarkeit bestenfalls ein paar Jahre andauert.

Worin liegt also der Sinn?

Hier wendet sich das Blatt: Das Buch wurde im Jahr 1981 nicht in die öffentliche Domain eingetragen. Stattdessen verblieb es bis zum heutigen Tag ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Nach dem gültigen Gesetz wird es erst am 1. Januar 2020 gemeinfrei werden und somit mehr als 95 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung. Doch warum blieb “Military Intelligence” für fast vier Jahrzehnte länger urheberrechtlich geschützt, als sein Autor erwartet hatte?

Der Grund dafür ist, dass der US-Kongress die Schutzdauer des Copyright weiter verlängert. Im Jahr 1976 erhöhte sich Sweeneys Copyright von 1952 durch ein neues Urheberrechtsgesetz von 28 auf 47 Jahre. Im Jahr 1998 verlängerte der CTEA einseitig alle Copyrights der nach 1. Januar 1923 erstellten und noch immer urheberrechtlich-geschützten Werke. Die Hauptrechtfertigung des CTEA war, dass es zu einem Einklang des U.S. Copyright und des europäischen Urheberrechtes gekommen sei, welche in der Berner Konvention spezifiziert wurden und festlegen, dass das Urheberrecht mindestens 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers andauern soll.

Die Hauptkritik an dem Gesetz von Leuten wie dem Akademiker und Anwalt Lawrence Lessig ist, dass eine Handvoll von Unternehmen wie Disney und die Erben von kommerziell erfolgreichen Künstlern wie Irving Berlin von der rückwirkenden Verlängerung der Copyright-Bedingungen durch den Kongress profitieren. Dies geschieht unter Missachtung des Verfassungsmandats, welches besagt, dass das Urheberrecht die Rechte der Schöpfer für eine begrenze Zeit schützt, statt dies auf Dauer zu tun.

In diesem Verfahen werden Millionen von Werken, die nicht mehr oder nie wirtschaftliche Vorteile für ihre Urheber oder deren Erben brachten, heute an die gleichen Gesetze gebunden, die kommerziell erfolgreiche Werke, wie den ersten Micky-Maus-Film “Steamboat Willie” und Irving Berlins “Puttin’ on the Ritz” schützen. (Beide wären heute lizenfrei, wenn nicht der CTEA gelten würde.)

Warum das wichtig ist?

Also, wen interessiert es, wenn sich ein unbekanntes und hoffnungslos veraltetes Buch über den Militärgeheimdienst in den gierigen Tentakeln des Copyright-Oktopus verheddert? Abgesehen von ein paar Militärhistorikern wohl niemanden. Würde sich aber herausstellen, dass der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass “Military Intelligence” einige Fakten, Weisheiten oder Einsichten beinhaltet, die die Welt zu einem sicheren, glücklicheren oder gerechteren Platz machen können, dann sollte es die gesamte Welt kümmern.

Wie es aussieht, kann die Welt nicht wissen, was “Military Intelligence” zu bieten hat. Außer jene, welche bereits eine Kopie besitzen, Zugang zu einem der rund 100 in verschiedenen Bibliotheken verstreuten Kopien haben oder gewillt und fähig sind, einen Preis zwischen 25 bis 70 US-Dollar für ein gebrauchtes Exemplar zu bezahlen (kein Cent davon fließt in das Vermögen des Autors). Gemeinnützige Einrichtungen wie HathiTrust und Internet Archive können den digitalisierten Volltext von “Military Intelligence” (eine Arbeit ohne jeglichen wirtschaftlichen Wert) nicht frei zugänglich machen.

Und was wäre, wenn entgegen aller Vernunft jemand von “Military Intelligence” zu einem Spiel, Film, Comic-Roman oder einer anderen Arbeit inspiriert worden wäre? Im schlimmsten Fall ist es unmöglich, den aktuellen Rechteinhaber zu finden, um die Erlaubnis für die Erstellung eines abgeleiteten Werkes zu erhalten; im besten Fall wäre der Prozess zeitaufwändig und kostspielig. Selbst wenn der aktuelle Rechteinhaber gefunden wird, könnte jeder Versuch unterdrückt werden, “Military Intelligence” umzufunktionieren, indem eine exorbitante Gebühr für die Erlaubnis verlangt oder einfach die Zusammenarbeit verweigert wird. Wenn sie auf eine Premiere von “Military Intelligence: An American Musical” warten, tun sie das vergebens.

Natürlich ist nicht die Tatsache, dass ein bestimmtes Buch unter Verschluss liegt, das Problem des aktuellen Urheberrechtsgesetz. Das Problem ist die ständig verlängerte Sperrung einer Masse von Arbeiten, die frei verfügbar sein sollten, um die Schaffung neuer Werke zu inspirieren.

Ein unbefristetes Copyright?

Werden die Unternehmen und Individuen, die zwar alte, aber immer noch wertvolle Urheberrechte besitzen, ihr Privateigentum Jahr für Jahr in den Besitz der Allgemeinheit übergeben wollen? Oder werden sie den Kongress beeinflussen, damit es zu einer 20 oder 40 oder 100 Jahre langen Erweiterung des Urheberrechts kommt?

Es ist anzunehmen, dass die Eigentümer wertvoller Copyrights den 115. Kongress beeinflussen werden, damit er die Bedingungen des Urheberrechts verlängert. Sicherlich waren auch Lobbyisten daran beteiligt, den CTEA in den späten 90ern voranzutreiben – ein Sieg, den sie der insgesamt schwachen und desorganisierten Opposition verdankten.

Ich glaube, dieses Mal werden es die Lobbyisten, die auf ein längeres Copyright drängen, nicht ganz so leicht haben. Das Aufkommen digitaler Information im Alltag hat einen umfangreichen Bestand an Akademikern, Rechtsgelehrten, Bibliothekaren und Verbrauchern geschaffen, die viel über die Auswirkungen der Copyright-Gesetzgebung auf ihr Leben nachdenken.

In der Vergangenheit haben Organisationen, zum Beispiel die Electronic Frontier Foundation, die American Library Association und Creative Commons aus Sorge über die öffentliche Beteiligung an der Urheberrechtspflege damit begonnen, sich anderen unfairen Copyright-Gesetzen wie den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den PROTECT IP Act (PIPA) zu widersetzen. Sollte der 115. Kongress zu einer erneuten Verlängerung des Copyright gedrängt werden, brauchen diese Organisationen und deren Verbündete eine aktive öffentliche Unterstützung. Es ist nicht genug, sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass Internet-Petitionen und Facebook-Schimpftiraden siegen werden.

Obwohl der Kongress die zeitliche Begrenzung des Copyright nicht abschaffen kann, könnten die Bedingungen so geändert werden, dass das Copyright selbst nahezu unendlich verlängert wird. Wenn das geschehen sollte, würden Millionen von Werken, die für aktuelle und zukünftige Generationen von Wissenschaftlern, Künstlern und Neugierigen frei verfügbar sein sollten, im Schatten des Urheberrechts verborgen bleiben – unzugänglich und nahezu unsichtbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „FIGHT CLUB“ by CHRISTOPHER DOMBRES (CC0 Public Domain)


The Conversation

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EU-Urheberrecht: Droht das Ende des freien Hyperlinks?

Chain links (adapted) (Image by Yandle [CC BY 2.0] via flickr)

Am 9. Dezember will die EU-Kommission ihre Pläne für die Urheberrechtsnovelle vorstellen, doch bereits vergangene Woche sind erste Dokumente dazu geleakt. Nach ersten Analysen befürchten Experten nun, dass Verlinkungen zu anderen Seiten im schlimmsten Fall kostenpflichtig werden – der Geist des deutschen Leistungsschutzrechts lässt grüßen.

Das Jahr 2015 könnte einmal als jene Zeit in die Annalen Europas eingehen, in dem das Internet völlig umgekrempelt wurde. Zuerst hat das EU-Parlament de facto die Netzneutralität abgeschafft und durch eine Hintertür erlaubt, dass sich Firmen für Spezialdienste eine Sonderbehandlung auf der Datenautobahn kaufen dürfen. Am 9. Dezember könnten dann die Weichen dafür gestellt werden, wie künftig Verlinkungen und Content-Einbettungen im Netz funktionieren.

Denn dann will die EU-Kommission ihre Vorschläge für die Neugestaltung des EU-Urheberrechts darlegen. Der Blog IPKat hat bereits ein Dokument zum “Copyright Framework” geleakt, in dem über die Vorschläge zu lesen ist. Der Leak hat für teilweise heftige Reaktionen gesorgt. “Die EU-Kommission bereitet einen Frontalangriff auf den Hyperlink vor”, warnt etwa die EU-Parlamentarierin Julia Reda (Piratenpartei). “Nun ist der Hyperlink dran: die Politik in Europa bedroht unsere Freiheit”, schreibt Alexander Görlach im Debattenmagazin “The European”. Brüssel, so die Kommentatoren, würde eine Genehmigungspflicht für Verlinkungen planen und damit eine Grundfunktion des Netzes, eben die freie Verlinkung auf andere Webseiten, untergraben.

Keine Fakten zur Umsetzung

Explizit gemacht wurde das von der EU-Kommission aber nicht. Wer das geleakte Dokument durchliest, wird feststellen, dass sehr wenig Konkretes darin zu finden ist. Zwar wird beschrieben, dass das Leistungsschutzrecht in Deutschland und in Spanien nicht zu den gewünschten Effekten geführt hat (nämlich, dass Google für Links in seiner Suche und in Google News zu Verlagsinhalten zahlt): “For news aggregators, in particular, solutions have been attempted in certain Member States, but they carry the risk of more fragmentation in the digital single market”, so das Papier. Doch das man jetzt europaweit den Link kostenpflichtig machen will, davon ist keine Rede. “Die vom deutschen LSR inspirierten Überlegungen hinsichtlich einer Neuordnung im Bereich öffentliche Zugänglichmachung sind ebenfalls sehr unkonkret, gehen aber ganz allgemein in eine fragwürdige Richtung”, urteilt Leonard Dobusch auf Netzpolitik.org.

Konkreter wird die EU-Kommission in einer anderen Sache: Ihr ist das sogenannte Geoblocking ein Dorn im Auge, welches dafür sorgt, dass manche Inhalte aufgrund von Copyrights nicht in allen EU-Märkten verfügbar sind. In der Praxis merkt man das etwa bei Netflix, wo Nutzer in Österreich, Deutschland oder den Niederlanden auf andere Inhalte zugreifen dürfen als etwa britische oder schwedische. Die EU-Kommission will, das passt generell zur angestrebten Harmonisierung des Urheberrechts in der gesamten EU, dieses Geoblocking abschaffen. Im Frühjahr 2016 sollen erste Maßnahmen präsentiert werden, die Content-Schranken abbauen sollen.


Image (adapted) “Chain links” by Yandle (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 27. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um einen Samsung Monitor zum kabellosen Aufladen von Smartphones, selbstfahrende LKWs, einen neuen Plan von Amazon, die Schriftart auf Memes und Twitter, die aus Copyright-Gründen Tweets löschen. Ergänzungen erwünscht.

  • SAMSUNG VentureBeat: Samsung unveils the first monitor that can wirelessly charge your phone: Samsung hat einen Bildschirm herausgebracht, der nicht nur einen größeren Screen und mehr Pixel aufweist, sondern auch eine integrierte, kabellose Ladefunktion für Smartphones. In andere Worte gefasst: Der SE370 kann ein Smartphone ganz ohne Kabel aufladen – das funktioniert bei allen Geräten, die Qi wireless als Auflade-Standard verwenden. Laut den Machern sind gerade Bildschirme die perfekten Geräte für kabelloses Laden, da sie immer angestöpselt sind und, nun ja, viel bewegen tun sie sich auch nicht.

  • LKW’S Frankfurter Allgemeine: Daimler schickt selbstfahrende Trucks auf Deutschlands Autobahnen: Daimler will noch dieses Jahr selbstfahrende LKWs testen, in denen der Fahrer durch einen Computer ersetzt wird. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen die Genehmigung für Tests auf deutschen Autobahnen bekommen“, so Wolfgang Bernhard, Vorstandsmitglied von Daimler. Testfahrten seien bundesweit geplant, starten soll es in Baden Württemberg. Bernhard rechnet damit, dass die teilautonomen LKWs noch vor den entsprechenden PKWs auf den Markt kommen.

  • AMAZONFRESH t3n: Amazons geheimer Plan: Kunden sollen online bestellte Lebensmittel im Geschäft selbst abholen: Mit einer neuen Idee will Amazon das Shoppingerlebnis ihrer Kunden verbessern: Die Lebensmittel, die online bestellt wurden, sollen zukünftig einfach selbst in eigens dafür eingerichteten Geschäften abgeholt werden können. In den USA hat Amazon bereits seit einigen Jahren frische Lebensmittel im Angebot und mit AmazonFresh auch den entsprechenden Lieferservice, welcher jetzt auch nach Europa kommen könnte. Demzufolge, soll es bald Geschäfte geben, wo diese bestellten Lebensmittel abgeholt werden können.

  • MEMES Vox: The reason every meme uses that one font: Wenn man viel Zeit im Internet verbringt, bemerkt man, dass jedes Meme mit der gleichen Schriftart versehen ist – weiße Wörter mit einer schwarzen Umrandung – doch wieso ist das so? Seitdem die Schriftart mit dem Namen Impact an Stephenson Blake verkauft wurde, benutzte das Unternehmen die Schriftart vor allem für sein Marketing, da die dicken Buchstaben auf Bildern ganz besonders hervorstechen, selbst ohne die Umrandung. Als es durch Monotype, die Schriftarten für Microsoft zulassen, auf unzähligen Computern landete, wurde es immer mehr zu der Standardschriftart für Memes.

  • TWITTER The Verge: Twitter is deleting stolen jokes on copyright grounds: Es kann echt kompliziert sein, auf Twitter einen richtig guten Tweet zu verfassen, weshalb viele User sich von anderen „inspirieren“ lassen – also einfach ihre Tweets kopieren und als die eigenen ausgeben. Dem will Twitter ein Ende setzen. Aus urheberrechtlichen Gründen löscht der Konzern in den kommenden Tagen die Tweets, die einen „gestohlenen“ Witz oder ähnliches enthalten.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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10 Jahre YouTube: Wie Google die Videoplattform gerettet hat

Youtube (adapted) (Image by Esther Vargas [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Vor wenigen Tagen feierte die Videoplattform YouTube ihr zehnjähriges Jubiläum. Sie ist heute nach Google.com und Facebook die #3-Website im Internet und die mit Abstand bekannteste Plattform für Videos aller Art. Doch dieser Erfolg war am Anfang nicht abzusehen – hohe Kosten für Bandbreite und Server, sowie eine Welle von Klagen wegen Urheberrechtserletzungen, ließen ein schnelles Aus für das junge Unternehmen vermuten. Doch dann kam Google und hat mit einer als verrückt angesehenen Übernahme das Blatt gewendet und YouTube gerettet.

Erste Schritte und Probleme

Bevor am 24. Februar 2005 das erste Video auf YouTube hochgeladen wurde, war Video im Internet, gelinde gesagt, eine Zumutung. Es gab drei große, proprietäre Videoformate für den Real Player, Apples QuickTime und den Windows Media Player – ein Website-Betreiber musste also für eine möglichst große Reichweite eines Videos dieses nicht nur in drei verschiedenen Formaten anbieten, sondern möglichst auch für verschiedene Bandbreiten Versionen in verschiedenen Auflösungen und somit Dateigrößen anbieten. Zudem war Streaming noch ein Fremdwort, man musste die Videodatei also immer erst herunterladen, um sie ansehen zu können. Flash hat die Sache durch einen etwas verlässlicheren Web-Player ein wenig erleichtert, der Website-Betreiber musste die Dateien aber immer noch selber hosten und sich um die Einbindung des Players kümmern. Von den Sicherheitsproblemen, die der Flash-Player mit sich brachte mal ganz zu Schweigen. All diese Probleme wollten drei ehemalige PayPal-Mitarbeiter auf einen Schlag mit ihrer neuen Plattform lösen und gründeten im Februar 2005 YouTube.

Nur gut zwei Monate später hat einer der drei Betreiber, Jawed Karim, das erste Video „Me at the Zoo“ auf die damals noch nicht öffentliche Plattform hochgeladen. Nachdem YouTube im Mai 2005 für die Öffentlichkeit zugängig gemacht wurde, entwickelte sich die Seite schnell zum Erfolg. 2006 war die Seite mit 20 Millionen Besuchern pro Monat bereits zur am schnellsten wachsenden Website aufgestiegen und die ersten Hits, wie etwa „Evolution of Dance„, bildeten sich heraus.

Mit dem Erfolg kamen allerdings auch die Probleme, vornehmlich in Form von Urheberrechtsverletzungen, auf das junge Unternehmen zu. Der US-amerikanische Fernsehsender NBC hat im Februar 2006 als erster die Entfernung eines illegal hochgeladenen Clips gefordert. Dieses Feld gehörte schnell, neben Video-Bloggern und Hobby-Filmemachern, zum beliebtesten Bereich – Nutzer haben massenhaft komplette Kinofilme, ganze Staffeln von TV-Serien und Musikvideos bei YouTube hochgeladen, die eigentlich durch das Urheberrecht geschützt waren. YouTube hat schnell nachgegeben und den entsprechenden Clip auf Drängen von NBC entfernt. Zu diesem Zeitpunkt war YouTube so sehr damit beschäftigt, mit dem rasanten Wachstum der Seite Schritt zu halten, dass kaum Zeit blieb, sich um die gleichermaßen stark wachsenden Piracy-Probleme zu kümmern.

Ein kleiner Vorstoß war ein eingeführtes 10-Minuten-Limit für hochgeladene Videos, das erwartungsgemäß wenig Erfolg hatte, da längere Videos schlicht in 10-Minuten-Häppchen unterteilt wurden. Ein im September 2006 abgeschlossener Deal mit der Warner Music Group konnte das Majorlabel zwar durch die Zahlung eines Anteils der Werbeeinnahmen aus den wenigen unaufdringlichen Werbeanzeigen pro Seite beruhigen, was allerdings zwei neue Probleme nach sich zog. Zum einen ist ein zufriedenes Majorlabel nur ein klitzekleiner Erfolg und lässt noch unzählige unzufriedene Plattenfirmen, Fernsehsender und Filmstudios zurück und zum anderen fehlt YouTube das an Warner gezahlte Geld am Ende des Monats, um die steigenden Rechnungen zu begleichen. Das Unternehmen hat zwar 11,5 Millionen US-Dollar Risikokapital sammeln können, die Bandbreite von täglich 200 Terabyte hat allerdings geschätzt monatlich 2 Millionen US-Dollar verschlungen. Diese Umstände sorgten dafür dass YouTube mit Kazaa und Napster verglichen wurde. YouTube sei kein richtiges Unternehmen und laut Marc Cuban würde nur ein Schwachsinniger YouTube kaufen.

Google ex machina

Hätte Cuban gewusst, dass nur wenige Tage nach seiner Aussage, genau am 9. Oktober 2006, Google das anderthalb Jahre alte Unternehmen für 1,65 Milliarden US-Dollar kauft, hätte er seinen Mund sicher nicht so voll genommen. Googles bis heute teuerste Übernahme brachte dem Konzern aus Mountain View eine Website ein, deren Betrieb kostspielig war, kein richtiges Geschäftsmodell besaß und zudem noch viele potenzielle Gerichtsverfahren wegen Urheberrechtsverletzungen vor sich hat. Google hatte aber einen lang angelegten Plan, diese Probleme aus der Welt zu schaffen. Zunächst kam YouTube das Infrastruktur-Know-How zugute, welches Google mit großen Diensten wie der eigenen Suche, Gmail, Google Maps sowie Adsense/Adwords bereits sammeln konnte, wodurch die Kosten gesenkt wurden. Googles Erfahrungen mit Online-Werbung konnten zudem die Einnahmen für YouTube deutlich steigern. Blieben nur noch die potenziellen Rechtsstreitigkeiten, für die Google aber auch schon eine Lösung in der Hinterhand hatte: Content ID, ein System, bei dem Copyright-Inhaber ihre eigenen Inhalte hochladen konnten und das dann illegale Kopien herausfiltert und entfernt. Auch wenn das System weitestgehend funktioniert, konnte es doch nicht alle Gegner beruhigen und so wurde Google 2007 von Viacom auf eine Milliarde US-Dollar verklagt. Der Rechtsstreit zog sich über mehrere Jahre hin und nachdem Google mehr Erfolge erzielte als Viacom, einigten sich beide Unternehmen im vergangenen Jahr auf einen Vergleich.

Auf der nächsten Baustelle versuchte Google aus YouTube ein profitables Unternehmen zu machen und führt neben den Adwords-Anzeigen auch Preroll-Werbung ein – also Clips, die vor das eigentliche Video geschaltet werden. Diese Clips werden von mehr Besuchern gesehen und erzeugen somit auch deutlich mehr Umsatz. Diesen gibt Google aber zum Teil auch an die Content-Ersteller weiter, so dass sich einige Video-Produzenten sogar ihren Lebensunterhalt mit ihren YouTube-Chanels finanzieren können – die Geburtsstunde der YouTube-Stars. Aber die Einnahmen sind nur ein wichtiger Teil der Bilanz, die Ausgaben der andere. Und diese waren aufgrund der massiven Server-Kapazitäten sehr hoch. Hier konnte Google mit vielen Innovationen der eigenen Datencenter-Strukturen und den Ankauf von gewaltigen Glasfaser-Leitungen, die Ausgaben von geschätzten zwei Millionen auf 666.000 US-Dollar senken. Um die gewaltige Bandbreite aber weiter zu schonen und auch die Nutzer mit einem besseren Videoerlebnis zu Versorgen, hat Google viel Entwicklungskraft in neue offene Video-Codec-Standards wie V8 oder V9 gesteckt, die durch optimierte Kompressionsalgorithmen bessere Qualität bei gleicher Bandbreite bieten. Außerdem wurde die Seite inzwischen komplett von Flash auf HTML5 umgestellt, um sie verlässlicher und sicherer zu machen.

All diese Bemühungen wurden über die vergangenen Jahre langsam aber sicher ausgebaut, um so nicht nur die Vormachtstellung von YouTube im Videobereich sicherzustellen, sondern das Unternehmen auch profitabel zu machen. Letzteres ist bisher noch nicht gelungen – wie das Wall Street Journal berichtet, schreibt YouTube, trotz des massiven Wachstums mit einer Milliarde Besuchern im Monat, immer noch keine schwarze Zahlen. Mit Abo-Angeboten wie Music Key oder einem Streaming-Service mit Fokus auf Gaming will man dieses Problem zwar aus der Welt räumen, aber dieses Vorhaben wird nicht einfach, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Derzeit bauen Facebook und Twitter die eigenen Video-Angebote gewaltig aus und sind in der Lage, YouTube damit durchaus das Wasser abzugraben. Auch Yahoo plant fleißig an einem Konkurrenten für die Videoplattform. YouTube blickt nach den ersten zehn Jahren also bereits auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die vor dem Dienst liegende Zukunft wird sicherlich kein Spaziergang.


Image (adapted) „Youtube“ by Esther Vargas (CC BY-SA 2.0)


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EU-Urheberrechtsreform: Antwort auf den Berichtsentwurf

European Copyright (Image: Nemo [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Auf den ersten Berichtsentwurf für eine Reform des europäischen Urheberrechts gibt es nun eine erste Antwort und andere Reaktionen. // von Julian Hauser

The Battle Of Copyright (Image: Christopher Dombres [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons)

Der Berichtsentwurf des Europäischen Parlaments bezüglich der InfoSoc-Richtlinie, auch Urheberrechtsdirektive genannt, hat eine enorme Reaktionswelle nach sich gezogen. Julia Reda, Parlamentsmitglied und Berichterstatterin für die Direktive, trug dies dem Rechtsausschuss (JURI) am 20. Januar vor. Drei Wochen später finden sich über einhundert Nachrichtenartikel auf ihrem Blog.

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Twitter-Chat über das EU-Urheberrecht: Wie möchtest DU es?

Handy (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Am 26. Februar diskutiert EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auf Twitter über die Reform des Urheberrechts in Europa. Hast du jemals einen Film aus einem anderen Land heruntergeladen und es funktionierte nicht? Bist du jemals in ein anderes Land gereist und hattest keinen Zugang zu deiner Musik, für die du bereits bezahlt hast? Als Autor, Komponist oder Verleger – wirst du für deine Arbeit fair bezahlt? Mich interessieren eure Erlebnisse und Sichtweisen.

Wie du vielleicht weißt, möchte die Europäische Kommission das EU-Urheberrecht modernisieren und an heutige Bedürfnisse und Verhalten anpassen. Zur selben Zeit wollen wir einen richtigen europäischen Markt schaffen, der das Leben von Autoren und allen, die Filme, Musik oder Geschichten in die ganze Europäische Union verkaufen, vereinfachen.

Im Moment gibt es 28 verschiedene nationale Regeln und Regulierungen. Wenn ein Autor alle kennen möchte, muss er oder sie mit 28 Rechtsanwälten sprechen. Während das gute Nachrichten für den Berufsstand der Juristen sind, ist es nicht ideal für Europas Kreative.

Letzte Woche war ich auf der Startup Europe Summit in Berlin, wo Unternehmer und Gründer der innovativsten und erfolgreichsten digitalen Unternehmen Europas deutlich für eine EU-Regelung in diesem Bereich aufgerufen haben, um ihre Arbeit einfacher zu machen.

Einen digitalen Binnenmarkt zu schaffen kann die Jobschaffung ankurbeln und bis zu 250 Milliarden Euro zusätzliches Wachstum generieren. Das ist auch der Grund, dass eine Reform des Urheberrechts zu den politischen Prioritäten der Kommission gehört.

Aber bevor ich Vorschläge aufzähle, möchte ich eure Sicht und eure Geschichten hören! Wir werden eure Sichtweisen und Fragen unter dem #AskOettinger Hashtag sammeln – und wir werden so viele wie möglich am 26. Februar beantworten. Die Chat wird um 15:30 Uhr anfangen und ungefähr eine Stunde dauern.

Ich freue mich auf eure Tweets. Ich bin @GOettingerEU.

© Europäische Union, 1995-2015. Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Günther Oettinger. Weiterverwendung mit Quellenangabe gestattet (siehe Beschluss der Kommission vom 12. Dezember 2011 über die Weiterverwendung von Kommissionsdokumenten).


Image (adapted) „Handy“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


 

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5 Lesetipps für den 10. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Emails als Verkaufskanal, die Sicherheitslücke bei Protonmail, Googles Löschaktivitäten sowie neues zum Urheberrecht und Geoblocking. Ergänzungen erwünscht.

  • GEOBLOCKING: SZ: Internetanbieter gegen Geoblocking – Dieses Video ist in Ihrem Land verfügbar: Wenn einem beim Internetsurfen der Browser die Meldung „dieser Inhalt ist nicht verfügbar“ anzeigt liegt die Ursache oft im Geoblocking begründet. Ein neuseeländischer Provider hat einen Weg gefunden, die unliebsamen Ländersperren außer Kraft zu setzen, um das Internet wieder zu einem grenzenlosen Medium zu machen.
  • URHEBERRECHT: Senficon: Julia Reda – Frage an Juncker zum Urheberrecht: Die Grüne/EFA-Fraktion hatte gestern die Gelegenheit, EU-Kommissionspräsidentschaftskandidat über seinen Standpunkt zum europäischen Urheberrecht zu befragen. Sein Fazit: „Urheberrecht darf die digitalen Ambitionen Europas nicht erschweren, sondern muss ein Instrument der Mobilisierung der europäischen digitalen Potentiale werden.“
  • GOOGLE: EuGH-Urteil: Vergiss es, Google | ZEIT ONLINE: Wie vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) verlangt, hat Google damit begonnen, unliebsame Links auf Anfrage von Betroffenen aus seinen Suchergebnissen zu entfernen. Leider benehmen sich Googles Lösch-Algorithmen wie die sprichwörtliche Axt im Walde und verbannen neben den monierten personenbezogenen Daten, z.B Namen aus Kommentaren, zuweilen auch den gesamten Inhalt der Website auf der eben dieser Kommentar gepostet wurde. Noch ist unklar, wie Google zukünftig vermeiden will, dass seriöse Inhalte im Daten-Nirvana verschwinden.
  • DATENSCHUTZ: Golem: Kritik am E-Mail-Dienst Protonmail: Die Versprechen von Protonmail waren groß: mit perfekter Verschlüsselung wollte man eine nahezu sichere Email-Kommunikation erreichen. Ein Trugschluss, wie Sicherheitsexperte Thomas Roth herausfand. Er entdeckte den XSS-Fehler. Erst nach Roths zweiter Email schlossen die Entwickler die Lücke. Wie steht es um Protonmail nach dieser Panne?
  • PAYMENT: Pymnts: How To Turn Email Into A Buying Channel: Mehr als 5 Millionen Angebote werden jeden Tag in den USA per Email verschickt. Das sind 5 Millionen potentielle Käufer. Der Dienst @Pay will den Anbietern ein Werkzeug an die Hand geben, diese Käufer direkt aus der Email heraus zu erreichen. @Pay CEO John Killoran erzählt im Interview, wie er den Online Payment Markt revolutionieren möchte.

 

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EDRi: Die Europäische Kommission fragt, ob Surfen im Web illegal sein soll

European Commission (adapted) (Image by Sébastien Bertrand [CC BY 2.0] via Flickr)

Bis zum 5. Februar veranstaltet die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation, um die Bürger zur Modernisierung des Urheberrechts zu befragen. Die Europäische Kommission hat eine Umfrage zur Zukunft der europäischen Urheberrechtspolitik gestartet. Die Antworten zu dem Fragebogen müssen bis zum 5. Februar 2014 eingereicht werden und sollen als Begründung für zukünftige Anträge der Kommission dienen – haben Bürger kein Stimmrecht, führt das dazu, dass unser Recht kulturelles Erbe zu schaffen, zu teilen und zugänglich zu machen, geschwächt wird.

Um Bürger bei der Teilnahme zu unterstützen, hat sich EDRi mit verschiedenen Organisationen zusammen getan, die für den gesellschaftlichen Zugang zu Kultur kämpfen. Wir haben eine Webseite erstellt, die Bürgern hilft, ihre Meinung abzugeben – youcan.fixcopyright.eu. Diese Seite gibt Hintergrundinformationen und Ratschläge dazu, wie verschiedene Stakeholdern auf die gestellten Fragen antworten könnten.

Manche Fragen in der Umfrage sind sehr grundlegend und zeigen, was alles zur Debatte steht. Zum Beispiel will Frage 11 wissen, ob die Veröffentlichung eines Hyperlinks einen „Akt der Kommunikation“ oder eine „Verfügbarmachung“ des verlinkten Inhalts darstellt. Falls letzteres der Fall ist, fragt die Kommission, ob der/die Rechteinhaber des verlinkten Inhalts vor Veröffentlichung nach einer Berechtigung gefragt werden müssen. Das ist – wie die britische Regierung belegen kann – offensichtlich absurd. Vor ein paar Jahren wurde eine Web-Domain, zu welcher die Regierung verlinkt war, nicht erneuert, sondern anschließend von einem Anbieter japanischer Pornographie benutzt. Hat die britische Regierung also japanische Pornos an die Öffentlichkeit kommuniziert, und somit das Urheberrecht verletzt?

Ähnlich absurd, fragt sich die Kommission, ob es legal sein soll auf einer Webseite zu surfen, ohne vorher die Zustimmung des Rechteinhabers des Inhalts zu erhalten. Der Grund dieser Frage ist die kurzzeitige Kopie einer Webseite, die auf dem Computer und dem Cache der Festplatte des Benutzers gemacht wird. Dieser Kopiervorgang verläuft ohne Autorisation des Rechteinhabers und der Ansatz „Verboten bis auf explizite Erlaubnis“ des europäischem Urheberrechts könnte so interpretiert werden, dass es einen Verstoß darstellt, sich auf einer Webseite aufzuhalten, die das Surfen nicht explizit erlaubt. Mit dieser Frage bezieht sich der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs auf den Europäischen Gerichtshof. Es bleibt unklar, ob eine andere Entscheidung zu der Vorschrift führt, dass man zusätzlich die Erlaubnis braucht, eine Zeitung im Wartezimmer zu lesen.

Der Kern des aktuellen Gesetzesrahmen ist die Urheberrechtsrichtlinie (2001/29/EG) aus dem Jahr 2001. Gerichtliche Verfügungen bei Urheberrechtsverletzungen sind Verletzungen des Schutz der Rechte an geistigem Eigentum (2004/48/EG) ähnlich, aber unterscheiden sich auch davon (das erzeugt Verwirrung und rechtliche Unsicherheiten). Darüber hinaus gibt es Bürgern die Freiheit (für pädagogische, behindertengerechte, persönliche Zwecke etc.) Urheberrechts-Material ohne vorherige Berechtigung zu nutzen. Wie auch immer, die aktuelle Richtlinie ist chaotisch und bestehende Lobbyarbeiten verschlimmern diese missliche Lage.

Bürger haben nur in Spezialfällen die Freiheit, geschützte Werke ohne vorherige Autorisation zu nutzen, also: „Fälle, die nicht mit regulärer Ausbeutung von Werken oder anderen Gegenständen in Konflikt stehen, und Fälle, in der nicht unverhältnismäßig die legalen Interessen des Rechteinhabers beeinflusst werden“. Trotz alldem, ist keine der Ausnahmen (für Satire, pädagogische Zwecke, für die Nutzung von behinderten Bürger etc.) zwingend. Das lässt ein Chaos entstehen, in dem Mitgliedstaaten Millionen an Optionen haben, das Recht zu interpretieren und in Kraft zu setzen. Die Urheberrechtslobby ist dagegen, dass solche Freiheiten in jedem Mitgliedstaat verpflichtend sind – obwohl deren berechtigte Interesse, aktuell und in Zukunft, durch die Erlaubnis von solchen Freiheiten für Bürger beeinträchtigt werden. Stattdessen sollen all diese Freiheiten durch Lizensierungsmaßnahmen ersetzt werden – welche nur dazu führen können, dass die Redefreiheit in Europa ihrem Niedergang näher kommt. Es wäre schwer eine solche Extremsituation zu parodieren – aber es wird noch viel schwieriger sein, falls die eingeschränkten Rechte zur Parodie durch diese Kritik unterdrückt würden.


Dieser Beitrag von Bogdan Manolea (unter Mitwirkung von Joe McNamee und Marie Humeau) ist zuerst im EDRi-Newsletter vom 15.01.2014 erschienen und steht unter der Creative Commons Namensnennung 3.0 (CC BY 3.0). Der Artikel wurde übersetzt von Janina Gera.


Image (adapted) „European Commission“ by Sébastien Bertrand (CC BY 2.0)


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Copyright Math – eine neue empirische Wissenschaft

Der Comic-Autor Rob Reid enthüllt Copyright Math. Was das sein soll? Nun ja, eine bemerkenswerte neue Fachrichtung die auf tatsächliche Zahlen, die empirisch herhoben worden beruht und Anwälten sowie Lobbyisten der „Content-Mafia“ als Grundlage für ihr Handeln dienen sollen. Der Vortrag, der im Rahmen der TED-Konferenz gehalten wurde, gilt jetzt schon als einer der besten TED-Talks ever. Zumindest laut boingboing! Viel Spaß mit diesem Video..

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10 Mythen über das Urheberrecht

Gastbeitrag von: Peter Schilling, Vorstand PriorMart AG, Björn Gottschalkson, Rechtsanwalt, Jens O. Brelle, Art-Lawyer.

Unsere Gastautoren sind ausgewiesene Experten in Sachen Urheberrecht und widmen sich in ihrem Beitrag dem einen oder anderen Irrglauben zum Thema Urheberschaft. Pflichtlektüre für alle, die sich in Sachen Recht und Internet nicht wirklich sicher, sondern unwohl fühlen und Aufklärung suchen. Los geht´s! Weiterlesen »

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Associated Press schlägt Copyright-Wellen

Wie die New York Times berichtet, plant eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt, die Associated Press, Richtlinien herauszugeben, die es u.a. Bloggern erlauben unter bestimmten Bedingungen Nachrichtenbeiträge, Videos und Fotos der Agentur in ihren Blogs einzubinden.

Was auf den ersten Blick wie eine Öffnung in Richtung Web aussieht, ist bei genauerer betrachtung eher eine Verschärfung der Situation. Denn AP hat in den vergangenen Woche vermehrt Klagen gegen Blogs rausgefeuert, prominentestes Beispiel der Drudge Retort (nicht Drudge Report). Techcrunch zieht direkt mal die Konsequenzen und verbannt AP-Geschichten aus dem eigenen Angebot.

Ein weiterer Riese also wankt im Geschäft mit Nachrichten, deren Schutz via wasserdichtem Copyright und dem entgrenzten Web. Jedoch bleibt abzuwarten, ob aus dem Wanken auch ein „In-die-Knie-gehen“ wird.

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Ideenklauern auf der Spur – PriorMart schützt geistiges Eigentum

Ich hatte mal eine tolle Idee, nur leider war ich nicht die einzige, die sie gut fand! – Das Klauen von Konzepten und Ideen ist nicht erst mit dem Aufkommen des priormart_logo.jpgInternet zum Problem geworden. Doch in vernetzten Zeiten, in denen immer mehr Freiberufler ihren Lebensunterhalt mit ihrer Kreativität verdienen, wird der Schutz von Werken und Ideen immer schwieriger. PriorMart Geschäftsführer Peter Schilling war selbst einmal Opfer eines solchen Ideenklaus. Nicht nur die finanziellen Einbußen, sondern vor allem die Hilflosigkeit nichts dagegen tun zu können, führten dazu, dass er sich mit dieser Thematik näher beschäftigte.

Bisherige Möglichkeiten der notariellen Hinterlegung sind oft unzureichend und sehr zeit- und kostenaufwendig, sodass sie gerade für Freiberufler nicht hilfreich sind. Zusammen mit Jan Vogt und seinem Bruder Frank tüftelte Peter Schilling an einer neuen Technik. Nach einem Jahr des Überlegens und Entwickelns stand das Konzept von PriorMart – das Copyright bekam ein Zuhause im Netz.

Wie funktioniert PriorMart?

Das PriorMart Verfahren ist vollständig automatisiert. Möchte ich mein Werk schützen lassen, lade ich die digitale Version einfach auf den Server des Dienstes hoch. Alles andere wird von PriorMart erledigt. Die neuen Werke der Kunden werden wöchentlich bei einem staatlich geprüften Notar hinterlegt und mit einem elektronischen Schutzsiegel versehen. Für 49,- Euro wird ein einzelnes Werk für fünf Jahre auf einem Sicherheitsserver gespeichert und eine schriftliche Beglaubigungsurkunde ausgestellt. Auch für Unternehmen gibt es entsprechende Angebote. Eine Reihe von Vorteilen zählt PriorMart durch das entwickelte Verfahren auf. Kreative haben so nicht nur die Möglichkeit, ihre Urheberschaft nachzuweisen, sondern können ihr Werk auch ohne Bedenken bei Geschäftspartnern oder Auftraggebern vorlegen, ohne Angst zu haben einem möglichen Ideenklau machtlos gegenüber zu stehen.

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Für wen ist PriorMart gedacht?

Die Möglichkeiten des Angebotes werden überwiegend von freischaffenden Autoren, Musikern, Architekten, Werbetextern oder Designern genutzt. Seit dem Start des Dienstes im März 2006 haben rund 500 Kunden über 3500 Werke über PriorMart notariell hinterlegen lassen. Das kostengünstige und schnelle Verfahren ermöglicht auch Amateuren ihre Werke besser zu schützen.

Blogpiloten-Urteil:

Meine Idee gehört mir! – PriorMart ist ein guter Weg, diesen Satz mit handfesten und juristisch wasserdichten Argumenten zu untermauern. Für wenig Geld und ohne das Wälzen von Gesetzesbüchern erhält man mit der Hilfe des Angebotes die Möglichkeit seine Ideen zu schützen und erhöht die Erfolgschancen bei einem Rechtsstreit. Durch das unkomplizierte und schnelle Verfahren ist der Dienst auch besonders für Einsteiger geeignet, die sich bislang nur wenig mit diesem Thema beschäftigt haben, aber auf einen wirksamen Schutz Wert legen.

Die Blogpiloten und PriorMart verschenken zwei Gutscheine im Wert von 49,- Euro für eine für eine notarielle Hinterlegung von Dateien bis zu 50MB. Wer Interesse hat, verkündet dieses einfach in den Kommentaren.

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