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Demokratie braucht mehr Orte des öffentlichen Gesprächs – analog und digital

dome-1728481_960_720 (adapted) (image by reginaspics [CC0] via pixabay)

Die Demokratie ist nach Auffassung von Jürgen Wiebicke darauf angewiesen, dass möglichst viele ein Wissen davon haben, wie man zusammenfindet, um sich über öffentliche Angelegenheiten auszutauschen. „Dieses Wissen ist derzeit fast verschüttet. Keiner kennt mehr den Ort, an dem dies geschehen könnte, die Polis hat keine Agora mehr, keinen Marktplatz des öffentlichen Gesprächs und Meinungsstreit“, schreibt der Journalist in seinem Buch ‚Zehn Regeln für Demokratie-Retter‘. Die Talkshow und die sozialen Medien seien nur ein schlechtes Surrogat.

Meinungsbildung von unten nach oben

„Parteienkrise heißt eben auch, dass es keine wirklich funktionierende, gesellschaftlich breit verankerte Versammlungsdemokratie mehr gibt. Die wenigsten Ortsvereine der Parteien sind noch lebendige Organismen, die die Meinungsbildung von unten nach oben strukturieren. Diese deprimierende Erfahrung werden vermutlich viele derer machen, die nach der Trump-Wahl online in eine Partei eingetreten sind“, glaubt Wiebicke. Demokratie beginne mit dem öffentlichen Gespräch. Sie benötigt Orte, an denen wir uns als Bürger begegnen und feststellen, welche Probleme besonders drängend sind und ob die Lösung im Konsens oder im Streit zu suchen sei.

Wiebicke plädiert dafür, solche Orte in der eigenen Umgebung zu schaffen. Er sieht die Krise der Demokratie vor allem als Kommunikationsstörung. Mit digitalen Mitteln werde sich diese Kommunikationsstörung nicht beheben können. Die Antwort müsse analog sein. Aber warum baut der Autor nicht auf Formate, die beides zusammenbringen?

Vorbild Mafia

Wiebicke ist doch davon überzeugt, dass man mit wenigen Gleichgesinnten solche Orte schaffen kann. Wenige können viel bewirken. Und er baut auf Menschen, die unterschiedliche Talente und Zeitbudgets mitbringen. Bei Partizipation gilt: Jeder das, was er kann. Wiebicke erwähnt das Community Organizing-Konzept.

„Es ist in den 1930er-Jahren in den USA in einem Slum von Chicago entstanden. Der Soziologe Saul Alinsky, selbst ein ehemaliges Getto-Kid, hatte damals die so simple wie geniale Idee, wie Demokratie von unten neu belebt und sozialer Zusammenhalt organisiert werden kann: Er kopierte die Strukturen der Mafia! Was in der Halbwelt die Paten waren, waren bei Alinsky sogenannte Schlüsselpersonen.

Der Gedanke ist einfach: Netzwerke sind dann stabil, wenn Menschen in ihnen wirken, an denen sich andere orientieren, von denen sie sich mitreißen lassen. Schlüsselpersonen sind Menschen, die das Vertrauen einer jeweiligen Gruppe genießen, in ihrem Namen sprechen zu dürfen. Ein erfolgreiches Netzwerk besteht dann aus Schlüsselpersonen, die sehr verschiedene Gruppen repräsentieren, die vorher meist gar keinen Kontakt miteinander hatten.“

Starke und schwache Knoten

Alinsky habe es geschafft, Gewerkschafter, Katholiken und Geschäftsleute an einen Tisch zu bitten, die zunächst nur die eine Gemeinsamkeit hatten, dass sie aus eigener Kraft etwas gegen die Verelendung vor der eigenen Haustür tun.

„In die Sprache der digitalen Welt übersetzt: Es sind die starken Knoten, zu denen alles hinstrebt, mit denen sich alle schwachen Knoten verlinken wollen. Alinsky hat, bevor er daranging, die sogenannte Bewegung der Hinterhöfe zu gründen, erst einmal Nosing around betrieben, wie er seine Methode nannte, um Schlüsselpersonen im Quartier zu identifizieren und mehr über die drängendsten Nöte zu erfahren. Lokale Demokratie beginnt also mit aktivem Zuhören, lange bevor gehandelt wird. Daran zu erinnern, scheint mir heute besonders wichtig zu sein, wo doch viele Diagnosen zum Vertrauensverlust von Politik darin übereinstimmen, dass sich viele Gewählte sehr weit von der Lebenswelt entfernt haben, in der die harten Probleme zu Hause sind“, so Wiebicke.

Kiez-Diskurse im Netz

Aber warum sollte man Austausch über öffentliche Angelegenheiten auf den eigenen Kiez beschränken? Man kann doch beides machen. Kleine Initiativen im eigenen Wohnviertel verbinden sich über das Netz mit Initiativen in anderen Wohnvierteln. Warum sollte man also öffentliche Diskurse nicht für alle verfügbar machen? Warum setzt man nicht auf kollektive Intelligenz, die sich lokal und im Internet formiert? Dezentral, virtuell, vernetzt, offen und kuratiert. Das analoge Engagement wird dadurch beflügelt und animiert zur Nachahmung.

Etwa bei den Diskursen, die die D2030-Initiative anstößt. Es geht dabei um Brücken für neue Ideen, Kombinatorik, überraschende Verbindungen und Erkenntnisse, dauerhafte und fortlaufende Gespräche sowie offene Begegnungen. Das läuft über Future Hubs, die Deutschland überparteilich weiterdenken. So erhöht man die Wahrscheinlichkeit, starke und schwache Verbindungen zu unterschiedlichen Interessen und Themen zu finden.

Darüber spreche ich in dieser Woche mit Betterplace Lab und der Bundeszentale für politische Bildung. Eine Wiederbelebung der Agora ist dabei das Ziel. Man hört, sieht und streamt sich auf Facebook. Das Notiz-Amt wird diesen Diskurs beflügeln.


Image (adapted) „Dome“ by reginaspics (CC0 Public Domain)


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Von Zelluloid zu Gigabyte – Digitalisierung im Kino

projektor-image-by-lisa-kneidl

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie in Kooperation mit Microsoft, die sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzt:


In meiner kleinen Heimatstadt gab es jahrelang ein charmantes kleines Kino, das Ring Theater, das noch bis zuletzt den großen Kinoketten trotzte. Reserviert hat man noch mit dem Telefon, beworben wurden vor dem Film nur regionale Gewerbe und Produkte (die Naabecker Werbung ist in der Region nahezu legendär) und die Kinokarte hat noch die etwa 90-jährige Großmutter des Familienbetriebs abgerissen. Doch die Digitalsierung hält in allen Branchen Einzug, so natürlich auch im Film und Kinobetrieb. So musste auch das Ring Theater einer großen Kinokette weichen, die sich als Betonklotz direkt ins Herzen der Stadt niedergelassen hat.

Schneller, besser, weiter ist die Digitalisierungs-Devise. Prozesse sollen vereinfacht werden, Kommunikation erleichtert und alles möglichst gewinnfördernd und nah am Kunden vermarktet werden. Aber wie viel Digitalsierung ist gut? Was sind Chancen und was eher Probleme? Will man Digitalisierung auch in allen Bereichen oder geht dadurch etwas verloren? Solche und ähnliche Fragen stellen wir uns bei den Netzpiloten in unserer Artikelreihe zum Thema „Digitalisierung in kleinen, mittelständischen Unternehmen“ (KMUs). Zuhause sind wir in der Schanze, dem charismatischen Szene-Herzen Hamburgs, weswegen es auch unser Anliegen ist, die kleinen sympathischen Unternehmen zu portraitieren.

Die Nähe zum Kino soll nicht verloren gehen

Ein Schanzen-Urgestein ist das 3001 Kino. Im Herzen der Schanze liegt das kleine Ein-Saal-Kino beinahe verborgen in einem Hinterhof nicht weit von der U-Bahn-Station Sternschanze entfernt. Seit 1991 hält es im Schanzenhof die Stellung und hat auch nicht so schnell vor, den großen Kinoketten klein bei zu geben.

Das 3001 Kino im Schanzenhof

„Was unser Kino von vielen andern Kinos unterscheidet ist zum Beispiel, dass wir noch selbst auf „Start“ drücken, dass wir den Vorhang noch selber fahren, da haben wir halt nicht komplett digitalisiert, sondern die Projektion starten wir tatsächlich noch selbst. Bei uns muss man noch vorführen können und es wird nicht alles vom Computer gesteuert.“

Das 3001 Kino fährt bewusst einen Gang zurück. Digitalisierung kann in vielen Anwendungsbereichen nützlich sein, aber sie ist auch nicht in allen Bereichen notwendig. Ramona Rodriguez, die gute Seele des Kinos und ihre Kollegen schätzen den Film, lieben Kino und ihren Beruf des Filmvorführers – und dieser soll nicht aussterben.

Ramona beschreibt sich selbst als „Mädchen für Alles“ im 3001

Ja zur Digitalisierung… mit Vorbehalt!

Wie digital kann ein kleines, charmantes Programmkino also sein, ohne diesen Charme zu verlieren? Das 3001 Kino scheint sich noch gegen Digitalisierungsprozesse zu wehren, sie sind eben „Querköpfe“, wie Ramona sagt. Die Kassen, Reservierungen und das Ticketsystem sind alle noch ganz analog auf Papier.

Seit vier Jahren laufen Filme statt auf Zelluloid jetzt über spezielle Server, mit bis zu drei Gigabyte pro Filmminute. Das erleichtert vor allem das Vorführen von Filmen mit Untertiteln, denn das 3001 zeichnet sich vor allem durch sein weitläufig internationales und nicht-englischsprachiges Programm von Filmen im Originalton aus. „Das ist alles mehr oder weniger bundeseinheitlich passiert, weil die Verleiher irgendwann angefangen haben die Filme nicht mehr auf 35mm herauszugeben, sondern nur noch digital und dann mussten wir mitspielen sozusagen. Wir sind da aber trotzdem ein bisschen ein besonderes Kino, weil wir nicht die klassische Server-Lösung haben.“

Gemeint sind die beinahe bundeseinheitlichen Sony-Server, das 3001 hat sogenannte Ropa Server, an denen sie noch „selbst herumschrauben können“. Sony schickt ihnen deswegen auch keine Filme, was aber auch kein Defizit für das ausgewählte Programmkino darstellt.

Das klassische Ticket-System
Reperatur einer altern 35mm Zelluloid-Filmrolle

Chancen sehen sie vor allem auch im Bereich der Social-Media-Präsenz und dem Kundenmanagement. Seit einem Monat hat das Lichtspielhaus deswegen auch eine hauseigene „Social-Media-Beauftragte“, die das Engagement mit den Kunden steigern soll und so mehr Traffic und Aufmerksamkeit für das Kino generieren soll. Auch durch die Umstellung von der Monats- zur Wochen- und Tagesplanung des Filmprogramms haben sich die Seiten-Zugriffe innerhalb eines Monats verdoppelt. In Zeiten von täglichem Informationsfluss brauchen die Nutzer die Infos eben tagesaktuell, je schneller und vereinfachter, desto besser. Auf dem Digitalisierungs-Schirm haben die Cineasten jetzt deswegen vor allem die Optimierung und Smartphone-Tauglichkeit der Website und zielgruppenorientierter auf ihren Social-Media-Plattformen zu arbeiten.


Images by Lisa Kneidl


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Time is Money? Über Achtsamkeit und #digitaldetox in Zeiten der Selbstoptimierung

Stress (adapted) (Image by bottled_void [CC BY 20] via flickr)

Neues Jahr, neues Glück: Alljährlich nehmen wir uns vor, im neuen Jahr jetzt aber wirklich mal all die guten Vorsätze auszuführen, um die wir uns im Vorjahr schon so erfolgreich herumgemogelt haben: Mehr Sport, bessere Ernährung, endlich mehr Lesen, weniger Zeit im Internet verplempern.

Aber Hand aufs Herz: Im stressigen Alltag fällt es nicht leicht, diese Vorsätze auch wirklich einzuhalten. Die Fitnessstudios sind zwar im Januar noch gut besetzt, doch bis Mitte Februar dünnt sich die Besucherzahl erfahrungsgemäß aus und der Schweinehund übernimmt wieder das Ruder. Der Bücherstapel der ungelesenen Werke auf dem Nachttisch wächst, und dass die Feiertage im vergangenen Jahr ausgerechnet an den Wochenenden stattfanden, hat auch nicht unbedingt zur Entspannung beigetragen, seufzen wir.

Es gibt für alles eine App

Denn nicht nur Gründer leiden zunehmend unter Stresssymptomen und Burnout, sondern eigentlich leidet jeder, den ich kenne, derzeit – oder eigentlich immer – unter Stress. Und Stress macht krank, egal, was der Neoliberalismus und der protestantische Arbeitsethos versuchen, uns einzuhämmern. Daher passt es perfekt in den Zeitgeist, dass wir uns dem neuesten Trend der Achtsamkeit zuwenden. Endlich den Stress hinter sich lassen und die Welt bewusster wahrnehmen, endlich sich und seinem Körper geben, was ihm gut tut – das klingt doch wirklich vielversprechend! Und natürlich gibt es auch hier jede Menge (natürlich käuflicher) Möglichkeiten, zu sich selbst zu finden: Es gibt jede Menge personalisierte und teamorientierte Organisations-Tools. Mit Apps wie Headspace haben wir unsere tägliche Dosis Meditation in der Tasche, Youtube-Channel erklären uns, wie wir noch schneller noch fitter, schlauer, schöner und entspannter werden können.

Wenn uns die ganze Bildschirmzeit auf den Wecker fällt, können wir mit einer automatischen Abschalt-App für mehr Offline-Zeit für uns sorgen (Die Ironie ist uns dabei natürlich bewusst) und endlich den #digitaldetox durchführen, den wir schon so lange planen. Die Tatsache, dass es einen Hashtag über dieses angeblich so analoge Thema gibt, sollte uns da allerdings etwas misstrauisch machen

Soll es doch mal analoger zugehen, helfen uns aufwendig gestaltete Planer dabei, den Tag in seiner bestmöglichen Weise Revue passieren zu lassen, oder wir versinken in Malbüchern für Erwachsene, während wir Motto-Tees (‚Ruhe und Entspannung‘) trinken und auf Entspannung hinarbeiten. Und eben das ist das Problem.

Wir müssen wieder Zeit haben lernen

Vielleicht tue ich den vielen Achtsamkeits-Projekten Unrecht, vielleicht wollen sie wirklich nur unser Bestes. Aber in Zeiten der Selbstoptimierung bleibt das Offensichtliche, das eigentlich eine Binsenweisheit ist, im Raum bestehen: Durch Erledigungs-Apps und To-Do-Listen haben wir am Ende nicht mehr Zeit als vorher, sondern packen sie uns einfach noch mehr mit Aufgaben voll. Aber was können wir tun? Einfach den Computer auslassen geht schließlich auch nicht, es warten Termine, Aufgaben, Mails. Und schon ist man wieder drin im Hamsterrad.

Vielleicht können wir ein wenig Achtsamkeit walten lassen, wenn wir in Zukunft lieber zwei Mal hinschauen und überdenken, für wen und was wir uns da gerade optimieren wollen, und zu welchem Preis. Denn jenseits von den pseudophilosophischen Instagram-Sprüchen und YOLO-Späßchen stimmt es ja leider doch: Jeder Tag ist ein Tag weniger vom Rest unseres Lebens – und den sollten wir nutzen, indem wir möglichst zufrieden durch unser Leben gehen.

Ein diktatorisches Zeitmanagement ist hier nicht die Lösung, da es uns nur wieder unter Stress setzt, möglichst viel davon ’sinnvoll‘ zu nutzen. Der Zeitforscher Karlheinz Geißler betont immer wieder die „Diktatur der Uhr“, denn die Uhr ist – im Gegensatz zur Zeit an sich – das eigentliche Problem.

Wir sollten versuchen, zu verlernen, alles messen, tracken und effizient ausüben zu wollen, das ist vielleicht die ehrlichste Form der Achtsamkeit. Wie man das macht, erkläert Geißler im nachfolgenden Video. Ein kleiner Aufruf an dieser Stelle: Nehmt euch die Zeit, dieses Video in Ruhe anzuschauen. Ich verspreche euch: Es lohnt sich! Und zwar ganz ohne Mehrwert, sondern nur für euch.


Image (adapted) „Stress“ by bottled_void (CC BY 2.0)


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Die Bibliothek erfindet sich als Ort der Arbeit neu

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]

Das Analoge und das Digitale sind keine sich gegenseitig ausschließenden Sachverhalte, viel mehr beeinflussen sie sich gegenseitig, da sie sich entweder miteinander verbinden oder zumindest deckungsgleich zueinander verhalten. Am Beispiel der Bibliothek kann man erkennen und nachweisen, wie sich digitale Innovationen auf die analogen Entwicklungen auswirken. Bibliotheken haben auch fast 20 Jahre nach der Gründung von Google (1998) und der Wikipedia (2001) nichts von ihrer Bedeutung bei der Informationsbeschaffung verloren.

Das Aufgabenspektrum der Bibliotheken hat sich in den letzten 20 Jahren massiv gewandelt. Die Bibliothek ist schon lange nicht mehr nur das Haus des gedruckten Buches, neben die analogen Angebote treten zunehmend auch digitale Angebote. Hier liegen künftig große Aufgaben bei der Erfassung und Vermittlung der Angebote und Leistungen der Bibliotheken.

– Dr. Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands

Die Bibliothek wandelt sich – sowohl digital als auch analog

Die digitale Nutzung von Bibliotheken ist der digitale Aspekt des Wandels dieses einzigartigen, nichtkommerziellen, kommunalen Raums. Die Gestaltung des Raumes selbst ist das analoge Pendant des gleichen Wandels. „Die Aneignung von Wissen, auch das Wissen selbst, haben sich generell sehr stark verändert“, erklärte Corinna Haas, Bibliotheksleiterin am Institute for Cultural Inquiry, im Interview auf Netzpiloten.de, und mit ihr auch die „Lern- und Arbeitsformen, Raumangebote, digital verfügbare Materialien und Lernplattformen.

Dass das Digitale oft nur als ein Katalysator für das Analoge fungiert, zeigt hierzulande die Stadtbibliothek Köln, die im Jahr 2015 als ‚Bibliothek des Jahres‘ ausgezeichnet wurde. Wissensvermittlung beschränkt sich hier nicht auf (digitalisierbare) Medien, sondern wird auch in Form von Kursen und neuen Räumen praktiziert. Die Kölner Stadtbibliothek hat sich um einige von Coworking Spaces inspirierte Arbeitsflächen und einen den Wandel fassbar machenden Makerspace zum Erlernen von digitalen Fähigkeiten strategisch erweitert.

Diese Entwicklung beeindruckt, denn das Digitale wird hier weder zur Überhöhung seiner Bedeutung vom Analogen getrennt, noch zur Abwertung vom Analogen isoliert. Das Digitale kann nur ein Abbild des Analogen sein, dies muss sich dafür durch das Digitale auch verändern lassen, denn es ist nicht mehr oder weniger real als es das Digitale an sich ist. Die Veränderung der Bibliothek, seiner Räume, Funktionen und Angebote, ist deshalb nur logisch und konsequent. Dieser Wandel ist übrigens stetig und niemals zu Ende.

Die Bibliothek der Zukunft muss es deshalb verstehen, diese mächtigen Verbindungen des Digitalen mit dem Analogen zu erkennen und gestalten zu können. Auf einer Pressereise des Deutschen Bibliotheksverbands durch Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien Mitte September konnte ich interessante Beispiele für die Nutzung dieser wirkungsvollen Verschränkungen kennenlernen: die Bibliothek der Technischen Universität Delft und die öffentliche Bibliothek DOK Delft, sowie das interne Lernzentrum der Universität Leuven.

Die Bibliothek als Coworking Space neu gedacht: TU Delft

Liesbeth Mantel, Head of Open Space an der Universitätsbibliothek der TU Delft, betrachtet ihren Arbeitsplatz als riesiges Coworking Space „mit verschiedenen Abteilungen wie Ruheräumen, Arbeitsplätzen zum Zusammenarbeiten und Basteltischen.“ Für wahrscheinlich jede Person und jede Aktivität gibt es einen Raum in der Bibliothek. Den Wandel hat sie eingeleitet, nachdem sie seit 2009 vor allem in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter immer mehr über neue Methoden des Arbeitens in Unternehmen las.

Die Bibliothek besteht aus einem großen Raum, in dem vor allem gearbeitet wird. Hier sitzen auch die Mitarbeiter der Bibliothek, die keine eigenen Büros mehr haben. „Wir wollten neue Wege des Arbeitens einschlagen, um fröhlichere Mitarbeiter zu haben (…) und für mich war ein eigenes Büro nie praktisch“, erklärt sie. Darum sind Computer- und Projekträume verteilt, die sowohl für die Bibliotheksnutzer als auch für die Mitarbeiter gedacht sind. Die riesige Bücherwand am Ende des Raums hat fast nur noch dekorative Zwecke.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Ort der Arbeit statt Lesesaal: die Universitätsbibliothek der TU Delft“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Bereits 2010 verzichtete die Bibliotheksdirektorin auf ein eigenes Büro und mit ihr das gesamte Management der Bibliothek. Seitdem wurde jährlich eine weitere Büroebene der Verwaltung in Projekträume umgewandelt: „Wir gestalten unsere geschlossenen Büroräume mit einer neuen Einrichtung neu und wandeln sie in hybride Büroflächen um, die tagsüber von unseren Mitarbeitern und abends sowie am Wochenende von den Studierenden genutzt werden können.“ Mantels Kollegen nahmen die neuen Arbeitsplätze im Offenen sehr gut an.

Die Bibliothek wird vor allem von Studierenden genutzt, für die der Zugang zur Bibliothek kostenlos ist. Grundsätzlich steht sie aber jedem offen. Das Angebot wird angenommen, da die Bibliothek sieben Tage die Woche geöffnet ist, auch an Feiertagen. Dazu kommt das ebenfalls an Coworking Spaces erinnernde Community- und Event-Management. „Wir wollen Treffen wieder einen Sinn geben“, erklärt Liesbeth Mantel ihr Bestreben, sowohl Kurse als auch Lesungen und Ausstellungen zu organisieren und den Menschen Freiraum zu geben.

Wo Menschen sich begegnen und kennenlernen: DOK Delft

Ähnlich würde es wohl Marijke Timmerhuis von der öffentlichen Stadtbibliothek Delft beschreiben. Deshalb gilt hier eine für eine Bibliothek sehr ungewöhnliche Regel: den Bibliotheksnutzern ist es erlaubt, zu reden und zu essen. „Dies gestatteten wir, da wir davon ausgehen, dass es bei einer Bibliothek vor allem darum geht, andere Menschen kennenzulernen und nicht um Ruhe und ums Studieren. Dafür haben wir in Delft die Bibliothek der Technischen Universität sowie andere Orte zum Studieren.“, sagt Timmerhuis.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Stadtbibliothek Delft möchte ein Ort für Menschen und nicht der Bücher allein sein“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Mit diesem Konzept, das das Miteinander auf einer von Arbeit unabhängigen Ebene in den Vordergrund stellt, möchte sich die Bibliothek von ähnlichen Institutionen unterscheiden: „Wenn man Menschen sich wohlfühlen lassen möchte, dann müssen sie sich frei und in dem, was sie machen, uneingeschränkt fühlen. Ich glaube, dass Essen und Reden, wann man möchte, dazugehört.“ Und die Menschen nehmen das Angebot an. Wie auch die Bibliothek der TU Delft, verzeichnet das DOK Delft ein Mitgliederwachstum.

Die freiere Nutzung der Räume macht, wieder ähnlich wie bei der Universitätsbibliothek der TU Delft, auch nicht vor den eigenen Mitarbeitern halt: „Die Büroebene ist mehr ein Versammlungsraum für die Mitarbeiter, als ein Ort, um still zu arbeiten. Es ist sehr wichtig, seine Kollegen zu treffen, sich miteinander zu beschäftigen und zusammenzuarbeiten.“, schildert Timmerhuis den Arbeitsalltag unter den Angestellten. „Jetzt ist alles ungezwungener und dadurch schneller, als wenn man stets formelle Treffen ansetzt.

Die Bibliothek hat sich von der Fläche her verkleinert und mit einer Musikschule einen Untermieter gefunden, der in das Konzept passt, Kinder heute auf die Zukunft vorzubereiten. Das Leitmotiv der DOK Delft ist es, „die Lebens- und Lernumgebung der Kinder zu beeinflussen und sie spielerisch dazu anzuregen, ihre Phantasie und Kreativität zu entdecken.“ Denn sie werden einmal in einer Gesellschaft arbeiten, die sich von der heutigen darin unterscheidet, „dass es weniger um Wissen und mehr um Kreativität gehen wird.

Bibliotheken übernehmen neue Funktionen in der Gemeinde

Die belgischen Bibliotheken, die wir auf der Pressereise kennenlernten, wirkten viel mehr wie Gemeindezentren ihrer Kommunen, deren wichtigste Aufgabe die vom Staat seit Jahrzehnten versäumte Integration von hier Zuflucht suchenden Menschen so gut es ging nachzuholen. Dies fiel vor allem in der Antwerpener Bibliothek Permeke auf, in einem Viertel mit der weltweit höchsten Verdichtung an unterschiedlichen Nationalitäten und Sprachen, sowie an der Bibliothek des Brüsseler Stadtteils Molenbeek.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Bibliothek Permeke bedient eine unvergleichbar multikulturelle Gemeinde“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Die Universitätsbibliothek Leuven wirkte im Vergleich sehr klassisch, zeichnete sich in erster Linie weder durch neue gesellschaftliche Funktionen oder innovative Raumkonzepte aus – mit Ausnahme des neu geschaffenen Lernzentrums Agora, das laut dessen Leiter Peter Verbist vor allem Studierende dabei unterstützen soll, besser zu lernen. Hier wurden verschiedene Räume mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten entwickelt, um Studierenden einen individuell für sie passenden Ort zum Studieren anbieten zu können.

Und die Serviceangebote des Lernzentrums für Studierende wurden um Hackathons, Wirtschaftsplanspiele und ähnliche Veranstaltungen erweitert. „Diese Veranstaltungen finden alle als nicht formale Kurs statt. Studierende können sich hier selbst organisieren und gemeinsam Wissen schaffen. Wir betrachten sie als junge Professionelle, die sich im Agora zu besseren Studierenden und jungen Erwachsenen weiterentwickeln können“, schildert Verbist die Mission des Lernzentrums. Das Studium, als Freiraum zur Selbstermächtigung gedacht.

Ob aber nun Ort für die Integration oder als Coworking Space der Arbeit –  diese Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien reagieren auf den Einfluss des digitalen Wandels auf das Konzept Wissensvermittlung mit neuen Strategien für den analogen Raum. Neben digitalisierten Wissensbeständen und dem Zugang zu digitalen Medien wird vor allem versucht, den Menschen und seine Aktivitäten in einer Bibliothek neu zu definieren. Die jede Veränderung antreibende Frage ist, wie Bibliotheken (noch) genutzt werden können.


Images: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


Die Pressereise erfolgte auf Einladung des Deutschen Bibliotheksverbands und wurde von diesem vollständig mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • INSTAGRAM mashable: Instagram is killing photo maps: Instagram hat die „Photo Map“ entfernt, eine Landkarte auf der man sehen konnte wo die Nutzer ihre Fotos aufgenommen haben. Man kann diese Funktion nun nicht mehr bei anderen Nutzern sehen, sondern nur noch auf dem eigenen Profil. Jedoch soll auch die eigene Karte bald entfernt werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten Nutzer die Funktion garnicht verwendet haben.
  • SNAPCHAT maclife: Snapchat will in den Hardware-Markt: Snapchat ist nun Mitglied im Bluetooth Konsortium. Unternehmen müssen mehr oder weniger Mitglied in dieser Gemeinschaft sein, wenn sie Bluetooth-Geräte auf den Markt bringen wollen. Dass Snapchat nun Mitglied davon ist, bestärkt die Gerüchte um die Entwicklung eines eigenen Gerätes. Wie das Produkt aussehen wird und welche Funktionen es haben wird, ist bisher noch unklar. Ein weiterer Hinweis ist, dass das Unternehmen vor kurzer Zeit mehrere Hardware-Spezialisten für Kamera-Technologie eingestellt hat.
  • MICROSOFT t3n: Skype Teams: Microsoft entwickelt eine Slack-Alternative: Slack bekommt nun Konkurrenz von Microsoft. Der Konzern baut ein neues Tool mit dem Namen Skype Teams. Dieser Dienst soll die Kommunikation in Unternehmen erleichtern. Mit Skype Teams kann man Dateien und Notizen teilen. Außerdem gibt es eine Funktion, welche Slack noch nicht hat – die „Threaded Conversations“. Kommentare werden also ähnlich wie bei Facebook untereinander angeordnet. Microsoft wollte Slack eigentlich für acht Milliarden US-Dollar kaufen, aber Bill Gates und CEO Satya Nadella lehnten das ab und empfahlen Skype für die Kommunikation in Unternehmen auszubauen.
  • INTEL heise: Internet der Dinge: Intel übernimmt Spezialist für maschinelles Sehen Movidius: Intel hat das Computer-Vision-Startup Movidius übernommen. Die Produkte des Unternehmens werden zukünftig mit Intels Realsense-Technologie verbunden. Geräte wie Roboter, Drohnen und Smartphones sollen mithilfe der performanten Chips von Movidius in der Lage sein Dinge perspektivisch zu sehen. Durch den Gebrauch der Technologie möchte man eine neue Entwicklungsstufe starten. Die Geräte werden dann durch maschinelles Lernen erkennen und das Umfeld verstehen können, sodass sie gewissermaßen wie ein Mensch sehen.
  • UNITYMEDIA golem: Erste Analogabschaltung bei Unitymedia in diesem Monat: Hanau wird die erste Stadt ohne analoges Kabelfernsehen von Unitymedia sein. Bereits am 20.September wird das analoge TV-Angebot des Kabelnetzbetreibers dort enden. Die Digitalnutzungsquote im Kabel liegt laut dem Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zurzeit bei 82,1 Prozent, das sind etwa zehn Prozent mehr als 2015. Für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg hat Unitymedia das Ende der analogen Verbreitung für den 30.Juni 2017 angekündigt. In Bayern und Sachsen wird die analoge Kabelverbreitung 2018 auslaufen.
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Digitale Kurzatmigkeit oder analoge Kurzsichtigkeit – Eine Replik

Geschäftspartner (Image by Unsplash (CC_Public Domain) via Pixabay)

Geht es darum, Rücksicht auch auf die letzten Digitalverweigerer zu nehmen und zu versuchen, sie vom Nutzen digitaler Tools zu überzeugen oder sollten wir den Blick im eigenen Interesse nicht besser in die Zukunft richten?

Das vom Sportverein organisierte Grillwochenende samt anschließendem Frühstück hatten sich alle Teilnehmer nett vorgestellt. Der Sommer nahte und die Unterkunft war reserviert worden. Fehlte nur noch die Organisation des Essens und der Getränke. Leider kam der Kassenwart dann auf die Idee, diese Organisation mit Hilfe eines Schwarzen Bretts im Vereinsheim durchzuführen. Er schrieb mit einem offenen Verteiler an 45 Menschen und fragte, wer etwas beisteuern und dies auf dem Zettel am Brett vermerken könne. Ich versuchte noch, mit einem schnellen Hinweis auf ein ad hoc erstelltes Online-Dokument den erwarteten Mail-Sturm zu verhindern. Es misslang trotz wiederholten Angebots der Hilfe bei Verwendung des digitalen Tools. In den folgenden drei Tagen gingen jeweils Antworten von der Art “Ich bringe ein Marmeladenglas mit” in die Mailboxen dieser 45 Menschen ein. Das Chaos war ausgebrochen, der Stress machte sich breit, nur weil ein Mensch zu Beginn seinen Unwillen zum Ausdruck gebracht hatte, diese Organisation digital durchzuführen.

Diese Situation beschreibt eine gerade stattgefundene wahre Begebenheit und kann sicher von vielen Leserinnen nachvollzogen werden. Und diese Erfahrung ist es, die mich recht kritisch auf einen aktuellen Post von @derPeder reagieren lässt, in dem er vor allem (aber nicht nur) Onlinern entgegen hält, sie würden die Menschen auf dem Weg ins digitale Neuland nicht an die Hand nehmen. Leider geht er in seinem Appell nicht darauf ein, welche Mehrarbeit die digitale Totalverweigerung inzwischen bei Mitmenschen im Alltag verursachen kann. Zur besseren Differenzierung sind im Folgenden stets „dezidierte Offliner“ gemeint, d.h. Menschen, die sich bewusst gegen die Nutzung digitaler Tools entscheiden.

Diese Diskussion kommt uns bekannt vor; sie wurde bereits vor Jahren unter der teilweise auch zweckentfremdeten Begrifflichkeit des „Digitalen Maoismus“ geführt und mündet aktuell um die Debatte des Soziologen Harald Welzer, der in seinem Buch über die angebliche „Smarte Diktatur“ referiert (wie immer in solchen Kontexten frage ich mich, wie diese dezidiert offline lebenden Menschen ihre Kompetenz zur Beurteilung digitaler Logiken erlangt haben).

Digitale kämpfen nicht mehr gegen dezidierte Offliner; sie lassen sie in ihrer Irrelevanz zurück

@derPeder schreibt, den Digitalen würde die Luft ausgehen, weil sie gegen Offliner kämpfen würden, dass man sich über Menschen, die gerade mit dem Bloggen anfangen, lustig machen würde, dass sich die Digitalen in ihre Filter-Bubble zurückziehen würden und dass das Wissensmanagement in Institutionen in Folge der Digitalisierung auf der Strecke bleiben würde. Dies ist ein bunter Strauß von Kritik, der aber natürlich eine nähere Betrachtung verdient. Er endet mit dem Hinweis: “Was aber sicherlich nicht hilft, ist der derzeit häufig zu erlebende Kampf der digitalen Vordenker gegen die Offliner”.

Dem kann man nun entgegen halten,

  • dass diese Kritik von einem Debattenstand ausgeht, den wir so gar nicht mehr aktuell vorfinden. Die Zeiten, in denen Onliner gegen dezidierte Offliner „kämpfen“, sind längst vorbei. Die relevante Netzdebatte findet dort statt, wo sie hingehört: nämlich ins Netz und nicht in den Blätterwald dieser Republik. Es hat sich längst eine digitale Kultur herausgebildet, die mit den Ritualen der offline lebenden wirtschaftlichen und politischen Entscheider kaum noch etwas zu tun hat. Oder könntet ihr euch vorstellen, dass Zetsche und Merkel auf Twitter über ein neues E-Klassemodell twittern?

  • dass, wenn Menschen mit dem Bloggen beginnen und sich im ersten Text gleich sehr kritisch mit der digitalen Kultur auseinandersetzen, man sich nicht wundern muss, wenn einem Kritik aus dem Wald, in dem man gerade so hineingerufen hat, auch wieder entgegen schallt. Dies ist keine Eigenart des Digitalen, sondern soziales Grundprinzip von Gruppen gegenüber neuen unbekannten Mitgliedern dieser Gruppe.

  • dass die Diskussion um die Filter-Bubble hierzulande bereits im Jahre 2011 intensiv von @mspro angesprochen worden ist. In Offline-Runden des letzten Jahrtausends nannte man diese übrigens nicht “Filter-Bubble” sondern “Kamingespräche”. Der Unterschied zu heute: Man kann sich, wenn man offen ist, jede Filter-Bubble einmal selbst ansehen. Das war bei den Kamingesprächen nicht möglich.

  • dass der Terminus „Wissensmanagement“ ein Ansatz aus der Welt der alten Arbeit ist und die Vorstellung beinhaltet, man könnte Wissen von oben nach unten steuern und verwalten.

So unterschiedlich kann die Wahrnehmung der Debatte um das Verhältnis von Off- und Onlinern sein. Gäbe es diesen Kampf der Digitalen gegen die Offliner, so hätte es wohl nicht ein neues Cluetrain Manifest geben müssen.

Digitalisierung: Flucht nach vorn statt Warten auf die Letzten

Nun beschreibt die obige Vereinssituation sicher nicht eine existenziell bedrohliche Situation. Sollten wir die Debatte um den Widerstand so vieler Menschen in dieser Republik, sich der digitalen Welt gegenüber offen zu zeigen, auf sich beruhen lassen? Ich glaube, dass wir im Interesse der Menschen, unserer Gesellschaft und des Überlebens der hiesigen Unternehmen auf dem Weltmarkt uns ganz im Gegenteil diesem Problem offen stellen müssen.

AlphaGo hat gezeigt, dass wir in einem Stadium der Entwicklung von entscheidungsfähigen Techniken angelangt sind, in dem wir diese Entscheidungen gar nicht mehr nachvollziehen können. Wäre es deshalb nicht an der Zeit, die hinter Algorithmen stehenden Entscheidungslogiken einer kritischen Prüfung zu hinterziehen?
Wie wollen wir die technischen – jedoch politisch relevanten – Experimente der Betreiber von Facebook denn überhaupt kritisieren, wenn wir von vornherein deutlich machen, dass wir mit “diesem Facebook” nichts zu tun haben wollen. Wie wollen wir die digitale Durchdringung unseres Alltags sachlich fundiert kritisieren, wenn wir wie im Fall von Harald Welzer digital gar nicht unterwegs sind? Wie wollen wir Überwachungsmechanismen wie die des persönlichen Risk Scores überhaupt verstehen und verhindern, wenn wir immer wieder von vorn anfangen müssen zu erklären, was ein “Score” im Netz überhaupt sein kann? Wollen wir die Beurteilung juristischer Streitfälle, die existenzbedrohend sein können, durch Algorithmen dadurch verhindern, dass wir die Anwendung solcher digitaler im traditionellen Sinne grenzenloser Tools auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik verbieten?

Diese Verweigerungshaltung von bisher relevanten Akteuren in Wirtschaft und Politik gegenüber der digitalen Welt hat bereits volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet (Stichwort z.B. Störerhaftung). In der politischen Sphäre hat sich Deutschland bis vor kurzem geweigert, der Open Government Partnership beizutreten. Die Verweigerungshaltung auf betrieblicher Ebene hat zu krisenhaften Zuständen in der deutschen Autoindustrie geführt, die plötzlich als altbacken im Vergleich zu Tesla und Co. erscheinen. Wenn hochbezahlte Manager und Vorstände immer noch nicht – und das trotz des Vorliegens etlicher Studien – begriffen haben, dass die Digitalisierung ein Thema für sie sein könnte, sind sie fehl am Platze

Und schließlich: Können wir es uns wirklich noch erlauben, auch auf die letzten digitalen Verweigerer zu warten, die den Geruch eines Buches immer noch höher einschätzen als die Frage, wie ihre Kinder in der digitalen Zukunft eines globalisierten und hoch technisierten Arbeitsmarktes überleben können?

Wir spüren den kalten Atem des Algorithmus im Nacken

Eine kürzlich vorgestellte Delphi-Studie (alle Inhalte CC) zur Zukunft der Arbeit hat die dramatischen Umwälzungen, denen wir uns im Bereich Arbeit und Bildung in den nächsten Jahren dringend und offensiv stellen müssen, beschrieben:

  • “Tech unemployment will accelerate when AI masters vision and how to learn

  • Everything that can be automated will be

  • We will see the rise of human tech symbiosis

  • There will be no plateau in which human labor will have a chance to catch up.

  • We are currently developing a second intelligent species which humans simply cannot compete with. Has far more capability and less cost than humans.

  • The current leaps in automation and AI will not „plateau“. That is the key dynamic we absolutely must address. Never in the history of mankind has the technology itself been so free of man to improve itself”

Halten wir uns angesichts dieser Perspektive nochmals vor Augen, was der Text von @derPeder einfordert; er fordert die menschliche “Abwärtskompatibilität” im Miteinander. Es ist nie gesagt worden, dass eine Unterstützung von Menschen, die das Digitale bei der Arbeit oder im Privatleben verstärkt nutzen wollen, denen aber anfangs die entsprechende Kompetenz fehlt, durch Onliner ausbleibt; ich habe nirgendwo mehr Hilfsbereitschaft erlebt als in nerdigen oder netzaffinen Communites! Geht einfach auf die Nerds oder die von euch als nerdig wahrgenommenen Menschen, Kollegen oder Freunde zu und fragt sie. Denn die vom Delphi aufgeworfenen Szenarien zeigen schließlich den drängenden Handlungsbedarf der Anpassung an veränderten Arbeitsweisen.

Es muss jedoch auch die Bereitschaft zur Offenheit, zum Eingestehen des eigenen Beginner-Status im digitalen Bereich und zum Anpassen an veränderte Arbeitsweisen vorhanden sein. Diese Offenheit erlebe ich aber gerade bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidern in den seltensten Fällen. Steht diesen dezidierten Offlinern vielleicht am Ende eher die eigene Eitelkeit und weniger der digitale Enthusiast im Weg? Das sollten wir herausfinden.


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Kann der analoge Bürger durch Digitalisierung noch mündig sein?

Phone (Image: DariuszSankowski [CC0 Public Domain], via Pixabay).jpg

Erst die Digitalisierung ermöglicht den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, von dem Kant vor 200 Jahren geträumt hat. Leider scheinen wir das aufklärerische Potenzial des Netzes im Alltag zu übersehen.

Immer wieder bekomme ich bei meiner Arbeit, bei der es um die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Lebensbereiche geht, von Menschen, die sich als “intellektuell” bezeichnen würden, zu hören, dass neben all den Büchern, Nachrichten und Sitzungen keine Zeit mehr bestünde, um sich auch noch mit diesen sogenannten sozialen Medien zu beschäftigen und dort aktiv zu werden (Deutschland ist das einzige “entwickelte” Land, in dem höher Qualifizierte diese Medien eindeutig weniger stark nutzen als geringer Qualifizierte).

Wenn ich dann erwidere, dass es mir mitnichten um das Posten von Belangslosigkeiten bei Facebook & Co. gehe, sondern um das tägliche Informieren mit Hilfe der im Netz befindlichen Inhalte, blicke ich meist in überraschte oder verständnislose Gesichter. Die Idee, dass das Netz der eigenen Information diene und damit über die Interpretation durch tradierte Gatekeeper hinausgehe, scheint immer noch nicht in den Köpfen angekommen zu sein.

Der Glaube – vielleicht an dieser Stelle ein Spezifikum der Generation jenseits der 40 Lebensjahre – dass das “echte” Wissen nur in den Büchern des Wohnzimmerregals zu finden sei, dass nur dann eine ausreichende Informationsbasis für einen Diskurs vorliege, wenn ich mich durch die 500 Seiten eines gerade angesagten (Sach-) Buches gearbeitet habe, dass erst die Tagesschau ihren “Stempel” auf eine Nachricht gedrückt haben müsse, damit sie akzeptiert werde, dass nur in gedruckten Zeitungen (die ja systembedingt eigentlich immer über das Vergangene berichten) das wahre Leben abgebildet sei, ja dass nur traditionelle informationelle Autoritäten (Forschungsinstitute, Lehrer, Unternehmensleitungen, Minister, Ärzte, Verlage) in der Lage seien, eine (politische, wirtschaftliche, soziale, medizinische) Situation ausreichend kompetent beurteilen könne, ist in der analogen Bundesrepublik noch sehr stark ausgeprägt. So wurde ich im Rahmen einer Session bei der Vorstellung des Mappingprojekts der Wikimedia Deutschland zu Offenen Bildungsressourcen als erstes gefragt, welche Autorität denn die Qualität “überwache” (sic!).

Für eines der tradierten Rituale der analogen Republik steht beispielhaft das Format im Rahmen des ARD/ZDF-Morgenmagazins, in dem nahezu jeden Tag Journalisten eines Papiermediums die Titelblätter der anderen Papiermedien dieses Tages kommentieren. Als wenn der Titel eines Papiermediums stellvertretend für die Meinung jedes einzelnen Mitarbeiters dieser Zeitung stehe, als wenn die fünf bis sechs zitierten Zeitungen auch nur ansatzweise die Vielfalt dieser Republik abbilden könnten.

Hier wirken die pädagogischen Selbstverständnisse insbesondere der Öffentlichen Rechtlichen, die damit ganz einfach die Rituale der Bonner Nachkriegsrepublik nicht abzulegen scheinen wollen, in der es für die politischen Akteure noch maßgeblich gewesen ist, was Redakteur Müller in seinem General-Anzeiger zu einem Punkt der politischen Agenda kommentiert hat. Dieser pädagogische Medienansatz trifft auf passive Mediennutzer, die auf der anderen Seite des Bildschirms aber auch froh darüber zu sein scheinen, dass sie eine vorgefertigte Interpretation frei Haus geliefert bekommen, für die sie keine weitere Arbeit aufwenden müssen.

Dabei würde die regelmäßige Lektüre ausländischer Online-Medien, Themenblogs, Reddit & Co. oder den sozialen Medien schnell zu der Erkenntnis führen, dass die uns vorgesetzten Mainstream-Informationen darüber, wie wir die Welt zu interpretieren haben, weder aktuell, noch nachhaltig oder noch wertfrei sind. Hierbei geht es jetzt nicht darum, den Medien (im weiteren Sinne als Träger von Informationen) eine bewusste Irreführung zu unterstellen. Es geht vielmehr darum, sowohl auf Seiten der Nutzer von Informationen und Medien wie auch auf Seiten der Medienanbieter endlich zu verstehen, dass es einer anderen Form der Vermittlung und des Suchens von Informationen bedarf.

Die Debatte über die zukünftige Rolle von Journalisten und Medien ist dabei ja gar nicht neu. So hatte Glenn Greenwald auf dem Chaos Computer Congress  im Jahre 2013 bereits auf diese veränderte Funktion der Vermittler von Informationen und Interpretationen hingewiesen und ist dafür auch von den tradierten Medien (Die ZEIT sprach davon, dass Greenwald eine “Grenze überschritten habe”. Zum Glück war es nicht der Rubikon.) sogleich gescholten worden. Hauptvorwurf an Greenwald war, dass sich Journalisten an der Maxime der “Objektivität” orientieren müssten und nicht zu “Aktivisten” werden dürften, während Greenwald sehr viel ehrlicher argumentierte, dass es eine solche Objektivität nicht geben könne und dem Leser direkt vermittelt werden müsste, dass der Journalist und Blogger sehr wohl für Werte einstehe und dies auch der Behandlung des Themas einfließen lasse.

Immanuel Kant hatte bereits 1784 mit Blick auf die Aufklärung sein Paradigma des aufgeklärten Menschen formuliert:

“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.”

Wird es demnach nach 230 Jahren nicht endlich Zeit, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen? Wie soll aber der Gang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit vonstatten gehen, wenn ich mich als Bürger einer Demokratie weiter nur nach den Tagesschau-Nachrichten, den immergleichen Teilnehmern der unsäglichen Talkshow-Formate, der einen lokalen Papierzeitung, der Bestsellerliste des Spiegel, dem seit 20 Jahren gleichen und einzigen Hausarzt, zwei großen Volksparteien, dem seit 10 Jahren regierenden Bürgermeister meiner kleinen Stadt richte? Provokant gefragt: Kann ein solcher analoger Bürger mündig sein?

Erst die Digitalisierung ermöglicht uns seit Jahren Informationen jenseits unseres kleinen nationalen Erkenntnishorizonts; das Angebot, sich jenseits der eigenen Kultur- und Sprachkreisen, der immer gleichen Logik der Volksparteien, der überschaubaren Nachbarschaft der eigenen Kleinstadt, der Wissenshorizonte der eigenen Lehrer an den Schulen zu informieren, wird aber nach wie vor kaum genutzt.

Dabei wird es höchste Zeit, dass sich der Bürger nach alternativen Formen der Informationsvermittlung (eine Meinung kann er sich schließlich selbst bilden) umschaut. Seit Jahren schrumpfen die Auflagen der bekannten medialen Gatekeeper, im englischsprachigen und skandinavischen Ausland sind bereits bekannte Zeitungen als Print-Ausgaben eingestellt worden. Aktuell stehen die TV-Sender am Beginn des Einbruchs ihrer Reichweiten, da der Trend zum Ausweichen auf Netflix & Co. immer stärker an Fahrt aufnimmt.

Readly.de und Blendle.de sind die nächste Schritte dahingehend, dass, wie ehedem die Abschaffung des Konzepts der “Alben” in Folge des iTunes-Modells, auch im Printbereich zukünftig komplette Zeitungen ebenfalls keinen Wert mehr haben werden, sondern der Nutzer aus einem Abo-Paket die für ihn relevanten Inhalte wird ziehen können. Die Schritte von medium.com, LinkedInPulse und Facebook zum Marketplace für News zu werden, sind nur weiterer Ausdruck dieses Umbruchs.

Das in seiner analogen Vergangenheit beständig gefangene Deutschland scheint aber weder auf Nutzer/Leser-Seite noch von Seiten der traditionellen Anbieter von Informationen auf diese Herausforderungen eingestellt zu sein. Was hätte Kant dazu gesagt?

Was kann nun aber getan werden, um die digital beförderte Aufklärung im Kant’schen Sinne weiter zu befördern? Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die vermeintliche Informiertheit nach Nutzung der heimischen Traditionsmedien dadurch infrage zu stellen, dass ich auf sehr viel breitere Perspektive nach Lektüre von Online-Medien und sozialen Medien hingewiesen habe. Dass hiermit die Notwendigkeit einer sehr viel stärker eigenverantwortlichen Nutzung von Medien einhergeht ist selbstredend. Ich kann Medien nicht mehr passiv konsumieren, sondern muss mir Gedanken über die Qualität der Informationen, über deren Ausgewogenheit und Ursprung machen. Davon sind wir zur Zeit noch weit entfernt.


Teaser & Image “Phone” by DariuszSankowski (CC0 Public Domain)


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Tippst du noch oder schreibst du schon mit dem SYTH?

Notizen auf Papier im Handumdrehen digitalisieren – das schafft der Stift SYTH. Ein digitales Tool, das analoges Denken inspiriert. // von Maren Jentschke

SYTH-Stigt von Sungwhoon Cho

Dubai steht für Superlative in der Architektur, im Design und im technischen Fortschritt. Die Metropole ist damit der perfekte Ausstellungsort für Innovationen aller führenden Design-Schulen der Welt. Bei meinem Besuch der Globe Grade Show während der Dubai Design Week lässt besonders Sungwhoon Chos Stift SYTH mein Journalistenherz höher schlagen.

Handgeschriebene Notizen können dank dem SYTH direkt auf den Computer übertragen werden. Anhand einer ausgefeilten Technik wird die Schreibbewegung auf einer integrierten Speicherkarte im Stift registriert und kann dann später auch digital genutzt werden.

Auf analogem Weg das Digitale nutzen

Relativ unspektakulär erscheint der schwarze Stift auf den ersten Blick, der in der Ausstellung in seiner kreisförmigen Ladestation wartet. Er ist kaum größer und schwerer als ein herkömmlicher Kugelschreiber und liegt angenehm in der Hand. Sein Genie zeigt sich erst in der Benutzung: Er verwandelt jede fixe Idee auf einem Schmierzettel in eine digitale Notiz.

Zeichnungen, die man sonst umständlich am Computer erstellen müsste, können sekundenschnell mit dem Stift gemalt und ebenso schnell übertragen werden. Und nicht nur das: Die Software von SYTH erkennt personalisierte zeichengesteuerte Befehle. So kann beispielsweise ein gezeichnetes Dreieck bei der Übertragung auf den Computer als Befehl „Ordner-Erstellen“ übersetzt werden. Die handgeschriebenen Notizen können also schon in digitalen Denkschemata organisiert und später am Computer sofort genutzt werden.

Dem Absolventen des Royal College of Art in London war es wichtig, mit seiner Erfindung einen neuen Weg anzubieten, das Digitale zu nutzen – und das mit der ganz ursprünglichen Form der Ideensammlung: Einem Zettel und einem Stift.

Schreiben anstatt Tippen

Sungwhoon Cho ist Maschinenbauer und Business Manager – er bezeichnet sich selbst als vielseitigen Erfinder, der versucht, auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer Gesellschaft einzugehen. Die größte Veränderung in der heutigen digitalen Welt ist, dass wir immer und überall Informationen speichern können. Anstatt unser Gehirn zu nutzen, verwenden wir intelligente Geräte, die in der Lage sind, eine enorme und für uns unvorstellbare Menge an Daten zu speichern.

Zu wissen, wo Informationen stehen, ist wichtiger als die Information selbst zu kennen. Der sogenannte „Google-Effekt“ oder die „digitale Demenz“ sind Ausdruck einer digitalen Gesellschaft, die – so paradox es klingen mag – vergessen hat zu erinnern.

Bewiesenermaßen lassen sich handschriftliche Notizen besser erinnern, als getippte. Das zeigt eine Studie der US-Psychologen Pam Mueller und Daniel Oppenheimer aus dem Jahr 2014. Man „schreibt“ den Gedanken bei handschriftlicher Notiz Buchstabe für Buchstabe in das Gedächtnis ein.

Auch lassen sich komplexere Zusammenhänge so besser gedanklich erfassen, da das Blatt Papier nach eigenen Maßstäben und Vorstellungen strukturiert werden kann. Die Denkarbeit wird damit nicht dem Computer sondern der eigenen Logik überlassen.

Wer schreibt und nicht tippt, übt nicht nur das Erinnerungsvermögen und eine korrekte Rechtschreibung, sondern fördert auch die Vorstellungskraft und Kreativität.

Eine Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt

Der Stift SYTH besetzt eine interessante Schnittstelle zwischen der analogen und digitalen Welt und lässt sich wunderbar in den Alltag integrieren. Durch seine praktische Form und Größe passt er in jede Jackentasche und verwandelt Bushaltestellen oder Cafés in ein kleines Home-Office. Und das ohne Tablet, Netbook oder Smartphone, die sonst immer und überall zu sehen sind und meist nicht der Arbeit dienen sondern vielmehr von ihr ablenken.

Mit ein wenig mehr handfester Realität begegnet Sungwhoon Cho der digitalen Revolution und lässt wieder dem Notizblock den Vortritt. Unsere Gehirne werden es ihm danken.


Teaser & Image by Sungwhoon Cho


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