Richtig niedlich zocken: „Machinarium“

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Das ist doch endlich mal etwas anderes als diese schrecklich häßlichen Wii-Hasen: Im Adventure-Game „Machinarium“ muss ein kleiner niedlicher Roboter eine einsame Mission in einem Schloss erfüllen. Das ganze Point-and Klick-Game spielt in einer liebevoll gezeichneten Steampunkwelt voller Schrott und wundersamer mechanischer Maschinen.


Ausgangssituation: In seine Einzelteile zerlegt landet der kleine Roboter in einer Müllhalde, muss sich erst einmal wieder selbst restaurieren und sich auf die Suche nach seiner Freundin machen – indem er sich in ein großes, gut bewachtes Schloß hineinmogelt. Sinn und Zweck seiner Mission erschließen sich erst nach wenigen Leveln peu à peu.


Kurz: Wall-E trifft Steampunk. Ein süßes kleines Spiel, dass selbst (oder vielleicht gerade die) Leute vorm Rechner fesselt, die sonst wenig Bezug zu klassischen Spielen haben. In der Bedienung ist „Machinarium“ nicht besonders kompliziert, die Settings sind überschaubar, die Zahl der mitgeschleppten Objekte auch, so dass sich Erfolgserlebnisse schnell einstellen. Sterben kann der Roboter offenbar nicht: Wenn der Spieler droht, ihn versehentlich in einem riesigen Metall-Schmelztiegel zu versenken, kann sich der sich kurz vorher noch festhalten — und hüpft leicht dampfend wieder auf seinen Ausgangspunkt zurück, um dem Spieler eine neue Chance zu geben. Überhaupt ist der Roboter ziemlich freundlich und unterhaltsam: Wenn man ihn zu lange untätig in der Gegend herumstehen lässt, beginnt er, in schwarz-weißen Denkblasen von seiner Freundin zu träumen oder Scharniergequietsche von sich zu geben.


Drei Level kann man online im Demo-Modus kostenlos auf seinem Rechner spielen, wer weitermachen will, muss zahlen, um sich die Vollversion herunterzuladen. Normalerweise 25 Dollar, aber kurz vor Weihnachten gibt es ein Sonderangebot für 10 Dollar — perfekt geeignet also für wirkliche Last-Minute-Geschenke.


Entwickelt hat das liebevoll gestaltete Adventure die kleine tschechische Spiele-Entwicklerfirma Amanita Design. Seit 2003 haben sie diverse hübsch gestaltete Kleinstspiele entwickelt — darunter die beiden Samorost-Spiele.


Screenshot: machinarium.net

Meike Laaff

(www.laaff.net) lebt und arbeitet als Journalistin in Berlin. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin bei taz.de, schreibt für überregionale Zeitungen, Onlinemagazine und produziert Radiobeiträge. Sie betreut zudem das taz-Datenschutzblog CTRL.


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