Obamas Flickr-Account

Blick hinter die Kulissen, aber nicht hinter die Fassade! Die Fotos sind echt klasse! Barack Obamas Wahlkampfteam hat Bilder aus der Wahlnacht im Flickr-Account des „president elect!“ veröffentlicht und stellt sie unter CC zur Weiterverwendung zur Verfügung. Das wirkt zunächt einmal alles ganz locker, entspannt und authentisch. Warum? Weil man einen Blick hinter Wahlkampfkulissen normalerweise nicht bekommt – außer vielleicht in irgend welchen Dokus, Hollywoodfilmen oder „24„, der US-Serie mit Jack Bauer und President Palmer… Das Setting der Obama-Fotos ist allerdings very 60s und knüpft damit nahtlos an die bisherige Imagebildung von Obama als kennedy-eskem Überpräsidenten an. Die Legendenbildung von und um Barack Obama ist damit schon jetzt so lückenlos und perfekt im Web und via andere Medien inszeniert, dass all die Hoffnungen, die man jetzt in ihn setzt, in Bild, Ton und Social Networks für die digitale Ewigkeit konserviert wurden. Seine Amtszeit wird aber erst zeigen müssen, was der Reality Check bringt…

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , , , , ,

8 comments

  1. 60s. Das ist das Stichwort. Wenn ich mir das Sofa so anschaue stimmt das, das Schnurtelefon im Hintergrund die klobige Fernbedienung. Das passt schon. Doch so richtiges 60er-Jahre Feeling will da bei mir nicht so recht rüber kommen; ganz so authentisch sind die Bilder auch bei weitem nicht. Etwas sehr ordentlich – und schaut man allen ernstes längere Zeit lang mit einer Handtasche auf dem Schoß Fernsehen?

  2. Zu unterstellen, dass ein Hotelzimmer in dem man die Wahlnacht verfolgt, danach ausgesucht oder gar eingerichtet wird, wie die Wirkung für die Nachwelt sein könnte, halte ich doch für überzogen. Schon mal in einem amerikanischen Hotelzimmer gewesen?

  3. Jepp, in einem US-Hotel war ich schon. Ich beziehe mich auf die Bildästehtik, Kleidung, Beleuchtung, Posen. Das sind keine „normalen“, mal eben spontan geschossenen Pics… Das ist Inszenierung und Legendenbildung, ich bleibe dabei… :-)

  4. Das Bild ist auch der einen Seite echt sehr gut „inszeniert“ auf der anderen Seite kommt es wirklich zu perfekt rüber. 60s hin oder her… Für mich ist das ein riesen Fake..

  5. denkwuerdig, indeed. ich glaube, man kann das noch gar nicht so recht wuerdigen / bildhermeneuten, an die front! allein die tatsache, dass dieses material nicht wie in aehnlichen faellen laengst geschehen fuer teuer geld an die yellow press verscherbelt wurde, sagt ja einiges aus.

    zur aesthetik wuerde ich gerne mal jemanden vom fach hoeren – einerseits ist das tatsaechlich das gehobene, ueberteuerte US-durchschnittshotel, andererseits sind die motive oft extrem inszeniert und choreografiert (achten sie auf die details: in den plastikflaschen ist fiji-wasser, in den USA ein modegetraenk fuer celebrities (und deren nachahmer), hierzulande eher unerschwinglich).

    nichtsdestotrotz gelingt die darstellung des kandidaten als „mann des volkes“, denn die gezeigte sorte schnappschuss „von hinter den kulissen“ imitiert gekonnt die durchschnittliche flickr-privatbildersammlung. trotzdem – das konzept des „hauseigenen paparazzo“ muss aus einer normativen perspektive kritisch aufgefasst werden.

    zu sehen ist eine (gut) inszenierte oeffentlichkeit, die perfekt in die heutige welt des web 2.0 eingepasst ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.