Livelyhood – damit auch wir etwas tun können

Viele lokale und gerade kleinere Unternehmen trifft die Coronakrise wirtschaftlich sehr stark. Es fallen Einnahmen weg, Kunden bleiben aus, Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit und die Existenz der Unternehmer sowie deren Angestellten ist bedroht. Zwar können digitale Strategien und Vertriebswege hier Abhilfe schaffen, doch fehlt gerade den kleinen, lokalen Unternehmen und Geschäften häufig das erforderliche Know-How sowie die finanziellen Mittel, solche Optionen jetzt schnell aufzubauen und sich so über Wasser zu halten. Die Plattform Livelyhood setzt genau hier an.

Livelyhood – Ein Ehrenamtliches Programm

Entstanden ist Livelyhood im Rahmen des #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung. Hier sollten Kreative, Digitale und engagierte Bürger vom 20. bis zum 22. März an Lösungen arbeiten, die helfen, die Coronakrise gut zu überstehen. Livelyhood ist eine der Ideen, die im Rahmen dieses Hackathons umgesetzt wurde. An dem Projekt haben über 20 freiwillige Programmierer und Kreative zwei volle Tage gearbeitet. Laut Co-Founderin Helen Wrona ist die Arbeit nach dem Hackthon aber noch lange nicht vorbei. So steht die Plattform laut eigenen Angaben kurz davor finalisiert zu werden. Live ist sie aber schon und es konnten Deutschlandweit wohl bereits 25 Unternehmen mit ihren Livelyhood Buddys gematcht werden. Laut Helen arbeiten die meisten aus dem Livelyhood-Team ehrenamtlich und sogar neben ihren eigentlichen Jobs an der Plattform. Hut ab!

Was wird Livelyhood für eine Plattform?

Livelyhood wird keine Plattform, über die ihr den Unternehmen in eurer Nachbarschaft Geld spenden könnt. Vielmehr geht es darum, Menschen mit gewissen Fähigkeiten und Unternehmen basierend auf ihrem Wohnsitz zusammenzubringen. Die Privatpersonen – oder „Local Buddies“ wie Livelyhood sie nennt, sollen dann aktiv ehrenamtlich unterstützen. So können sie dem Bäcker um die Ecke helfen, einen Online-Shop einzurichten, sich bei Lieferdiensten zu registrieren oder dessen Social Media-Auftritt übernehmen. So kommen diese Unternehmen an das nötige Know How, die Coronakrise zu überstehen und wir, die Social-Media und Online-Experten, könne aktiv etwas tun und dafür sorgen, dass unsere Lieblingsgeschäfte in unserer Nachbarschaft überleben und uns auch nach der Krise erhalten bleiben.

Wie funktioniert Livelyhood?

Die Registrierung bei Livelyhood ist ziemlich simpel. Hier können sich Unternehmen sowie Privatpersonen einfach über ein Formular registrieren. Dabei geben Privatpersonen an, was sie können und die Unternehmen geben an, was sie brauchen. Anhand des Wohnortes und der benötigten Skills werden sie dann zusammengebracht und können gemeinsam loslegen. Eine Nachricht von Livelyhood erhalten wir erst dann, wenn es auch wirklich einen Match gab und wir gebraucht werden.

Zudem stellt die Plattform einige Informationen und Hilfestellungen für lokale Unternehmer bereit. In diesem Toolkit beispielsweise, werden einige mögliche Maßnahmen und Beispiele gezeigt, um sich für die aktuelle Situation zu wappnen.

Warum finden wir Livelyhood toll?

Momentan gibt es ziemlich viele Projekte, die sich auf die ein oder andere Art mit Lösungen für Probleme in der Coronakrise befassen. Wir haben bereits über verschiedene solcher CORONA PROJECTS berichtet. Auch wenn Livelyhood noch nicht vollends finalisiert wurde, Livelyhood plant etwas zu tun, dass ich persönlich ganz toll finde. Die Plattform bietet nicht nur die Möglichkeit zur Hilfe für Unternehmen. Sie bietet auch uns Digitalern, den nicht Systemrelevanten, eine Möglichkeit, etwas wirklich „sinnvolles“ zu tun. So können wir Programmierer, Kreative und Online-Experten unsere Fähigkeiten einsetzen und damit anderen Menschen helfen. Denn gerade in Zeiten wie diesen beschleicht zumindest mich hin und wieder das Gefühl, für die Gesellschaft aktuell nicht all zu wichtig zu sein.

CORONA PROJECTS ist eine Netzpiloten-Serie zu herausragenden Projekten, die uns derzeit positiv auffallen. Sie dokumentieren die Kreativität und Kraft der digtalen Macher. Schickt uns gerne Tipps, wenn ihr uns auf tolle Projekte aufmerksam machen wollt: ankunft@netzpiloten.de 


Titelbild von Ahmet Gül

Moritz Stoll

kann ALLES, aber nichts so richtig. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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