Berliner Fernsehturm and Siegessäule (adapted) (Image by Secret Pilgrim [CC BY SA 2.0], via flickr)

Hauptstadt-Domain .berlin ab März registrierbar

Im März 2014 geht nach jahrelanger Vorbereitung die .berlin-Domain-Endung an den Start. Damit wird eine neue Ära der intuitiven Adressierung im Internet eröffnet. Lokale Identität im Internet zu schaffen, das hat sich die dotBERLIN GmbH & Co. KG mit der Schaffung der eigenen Domain-Endung .berlin für alle Berliner auf die Fahnen geschrieben. Damit wird eine neue Ära der intuitiven Adressierung im Internet eröffnet. Inhaber von Marken haben Gelegenheit, .berlin-Domains ab dem 14.02.2014 bevorrechtigt zu registrieren. Voraussetzung dafür ist die Hinterlegung der Marken im Trademark Clearinghouse. Im März können dann alle Berlinerinnen und Berliner ihre Wunschdomains registrieren.

Neuland: Intuitive und kurze Domain-Namen

Seit dem 8. Januar 2014 ist mit nic.berlin die erste Adresse unter der neuen Hauptstadt-Domain .berlin online. Die neue Endung .berlin ermöglicht die Registrierung kurzer und intuitiver Domain-Namen, die unter den populären .de und .com-Endungen bereits vergriffen sind.

So profitieren unter anderem Unternehmen und Werbe-Agenturen davon, dass sie prägnante und selbstsprechende Domain-Namen für Kampagnen und Produkte in und aus Berlin registrieren können. Denn durch die klare Zuordnung zu Berlin können Internet-Nutzer und Suchmaschinen schon am Domain-Namen erkennen, dass auf einer Webseite Produkte, Dienstleistungen oder generell Informationen mit lokalem Berlin-Bezug zu finden sind.

Sunrise für .berlin ab 14.02.2014

Die lokalen Domains mit der Endung .berlin können ab März 2014 bei Registraren wie 1&1 oder united domains registriert werden. Bereits heute nehmen zahlreiche Registrare Vorreservierungen entgegen; eine Übersicht findet sich auf http://nic.berlin/de/products/wo-berlin-vorbestellen.

Ab dem 14. Februar 2014 können während der sogenannten Sunrise-Phase die Inhaber von Markenrechten ihre den Marken entsprechenden Domain-Namen anmelden. Für die Markeninhaber besteht dabei akuter Handlungsbedarf, denn Voraussetzung für die Teilnahme an der bevorrechtigten Registrierung ist, dass die Markeninhaber ihre Marke(n) im sogenannten Trademark Clearinghouse (TMCH) hinterlegen. Bisher sind allerdings aus Deutschland nur etwa 900 Marken angemeldet worden, und das bei einem Bestand von gut 800.000 Marken im Markenregister des Deutschen Marken- und Patentamts.

Markeninhaber laufen damit Gefahr, dieses im Vergleich ausgesprochen günstige und effektive Instrument für den Markschutz im Internet zu verschlafen, und stattdessen anschließend in teure Rechtsverfahren mit ungewissem Ausgang verstrickt zu werden. Mit der recht komplexen Eintragung der Marken im TMCH können Markeninhaber so genannte TMCH-Agents wie das Schwesterunternehmen von dotBERLIN, die DOTZON GmbH, beauftragen, was insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zu empfehlen ist. Eine Liste aller TMCH-Agents ist auf trademark-clearinghouse.com zu finden.

An die Sunrise-Phase schließt sich dann die sogenannte Landrush-Phase an; ab dann können freie Domain-Namen nach dem bewährten „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Prinzip bei den Internet-Providern registriert werden.

Einschränkungen wegen möglichen Namenskollisionen

Ein Wermutstropfen besteht darin, dass bis zum 28.02.2014 außer nic.berlin keine Domains freigegeben und genutzt werden dürfen; dies gilt auch für die in den ersten 14 Tagen der Sunrise-Phase registrierten Domains. Dies ist Teil der Sicherungsmaßnahmen, die ICANN eingeführt hat, um das Risiko von Namenskollisionen im Domain Name System (DNS) zu minimieren.

Eine von ICANN beauftragte Studie mit dem Titel „Name Collision in the DNS“ war zu dem Schluss gekommen, dass es zu Konflikten zwischen neuen Domain-Endungen wie .berlin und solchen Domains kommen kann, die wie zum Beispiel .corp, .mail oder .home inoffiziell in lokalen, privaten Netzwerken verwendet werden.

Deshalb darf in den ersten 120 Tagen ab Vertragsschluss zunächst nur nic.berlin online gehen. Zudem müssen vorerst solche Namen von der Registrierung ausgenommen werden, die in Messungen bereits in Konflikt mit einer der neuen Domain-Endungen geraten sind. Die entsprechende Liste für .berlin ist unter http://www.icann.org/en/about/agreements/registries/berlin einsehbar.


Image (adapted) „Berliner Fernsehturm and Siegessäule“ by Secret Pilgrim (CC BY-SA 2.0)


 

Dirk Krischenowski

begann im Jahr 2000, die Idee und das Konzept der .berlin Top-Level-Domain zu entwickeln. Als Geschäftsführer des von ihm im Jahr 2005 gegründeten Unternehmens dotBERLIN GmbH & Co. KG, und mit den damit verbundenen weltweiten Aktivitäten, legte er einen der Grundsteine für die bevorstehende Revolution der Internet-Adressierung durch ICANN. Er ist Autor zahlreicher Artikel zu geographischen Domain-Endungen, Sprecher auf nationalen und internationalen Konferenzen und hat als Berater von Gebietskörperschaften in verschiedenen Ländern daran mitgewirkt, rund ein Dutzend sogenannter GeoTLDs aus der Taufe zu heben. [Foto: Thomas Rosenthal]


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