Google setzt seine Smart-Home-Einkaufstour fort

Die Google-Tochter Nest hat den US-amerikanischen Smart-Home-Anbieter Revolv übernommen. Die Entwickler beider Unternehmen sollen fortan gemeinsam an neuen Produkten fürs vernetzte Zuhause arbeiten. // von Ekki Kern

Revolv wurde von Nest gekauft

Der Markt des vernetzten Zuhauses ist gestern um eine Marke ärmer geworden: „Wir möchten mit Ihnen eine spannende Neuigkeit teilen. Revolv ist nun ein ‘Nest‘-Unternehmen„, heißt es auf der Website des Herstellers. Die in den USA bekannte Heim-Automatisierungslösung Revolv ist nun also von Nest übernommen worden. Diese Firma wiederum war ihrerseits vor einigen Monaten von Google gekauft worden, für den stolzen Preis von 3,2 Milliarden Dollar.

Revolv ist in den USA bekannt geworden durch seine beliebte Smart-Home-Steuerungszentrale, die man auch als Hub bezeichnet und die um die 300 Dollar kostet. Hiermit lassen sich Geräte verschiedenster Hersteller miteinander verbinden und per App steuern. Viele unterschiedliche Standards wie ZigBee, Z-Wave, Bluetooth und Wi-Fi werden unterstützt. Revolv setzte konsequent auf Kompatibilität mit vielen Produkten, diese Vorgehensweise verschaffte dem Unternehmen einen exzellenten Ruf.

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Die derzeit noch bei Revolv arbeitenden Entwickler werden künftig mit den Mitarbeitern von Google zusammenarbeiten und die Smart-Home-Produkte von Nest weiterentwickeln. Das bekannteste unter ihnen ist bis dato das Thermostat, ein schicker, runder Temperaturregler für die Wand. Auch ein Rauchdetektor wird mit dem Namen Nest mittlerweile in Verbindung gebracht.

Was bedeutet diese Übernahme nun für die Smart-Home-Branche? Zunächst zeigt sich einmal mehr, dass Google sich alles einzuverleiben versucht, was auf einem neuen Markt vielversprechend ist. Revolv wurde von vielen Kritikern hoch gelobt, die Acquisition durch sein Tochterunternehmen Nest ist eine Investition in technologische Qualität und schafft gleichzeitig einen Konkurrenten aus dem Weg.

Wir haben uns seit unserer Gründung von Nest inspirieren lassen„, heißt es jetzt brav auf der Website von Revolv. Nun sei man glücklich, Teil der „Nest“-Familie zu sein. Zusammen wolle man nun „ein paar fantastische Produkte herstellen und weitermachen, das vernetzte Zuhause zu vereinheitlichen„.

Bereits jetzt zeichnet sich in einigen Punkten ab, dass das vernetzte Zuhause, wie viele andere Bereiche des Lebens auch, von den großen Playern wie Apple, Amazon oder eben Google durchdrungen und irgendwann dominiert werden.

Auch Samsung hat längst erkannt, dass das Smart Home ein Wachstumsmarkt ist: Im August kaufte der koreanische Konzern Smart Things, das wie Revolv eine Steuerzentrale fürs Smart Home ist.

Die Marke Revolv soll nun samt Hub vom Markt verschwinden, Bestandskunden werden aber weiterhin Support erhalten, wie es heißt. Was für viele unter ihnen auch interessant sein dürfte: Die Daten, die Revolv gesammelt hat, sollen nicht an Google übertragen werden.

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem Branchendienst Techletter, der auch Newsletter zu den Themengebieten Smart Home, Wearables und Connected Car anbietet.


Teaser & Image by Revolv


ist Medienjournalist. Nach seinem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien und London arbeitete er unter anderem beim Kölner Filmmagazin Schnitt, bei Radiostationen in Deutschland und Österreich sowie nach seinem journalistischen Volontariat an der Berliner Axel Springer Akademie als Medienredakteur im Feuilleton der Tageszeitung “Die Welt”. Über seine Erfahrungen mit Auto, Bahn und Bus schreibt er gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Gillen im „stern“-Blog „Neulich im Auto“. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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