Flexispot V9 im Test: Fit radeln im Home Office

Im Home Office entspannt am Notebook arbeiten und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun. Was nach einer schönen Utopie klingt, ist seit einiger Zeit mithilfe des Tischfahrrads Flexispot V9 möglich. Der modifizierte Hometrainer kommt mit cleveren Features und allerhand Anpassungsmöglichkeiten daher. Im Alltagstest konnte ich ausprobieren, ob die Nutzung auch über einen längeren Zeitraum praktikabel ist oder die Motivation allzu schnell verfliegt.

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Einfache Montage sorgt für eine frustfreie Erstbenutzung

Dass es sich beim Flexispot V9 nicht um ein simples Produkt handelt, wird bereits während des Versands deutlich: Das Tischfahrrad findet nämlich als jeweils ein Sperrgut- sowie Normalpaket den Weg zu euch. Für das Auspacken des 23 Kilogramm schweren Home-Office-Gadgets sind zwei Personen von Vorteil. Im nächsten Schritt gilt es, die vier Arme inklusive einrastender Kunststoffräder aus zu klappen und die Pedale zu befestigen. Die Montage des Tisches geht dank mitgeliefertem Inbusschlüssel schnell von der Hand. Fertig! Insgesamt beträgt die Aufstellfläche angenehme 58 x 95 Zentimeter.

Überrascht hat mich direkt die Verarbeitungsqualität und Stabilität der einzelnen Komponenten. Der Metall-Kunststoff-Mix überzeugt nicht nur durch eine angenehme Haptik. Auch die Rastmechanismen erfreuen mein Ingenieursherz aufgrund ihrer Robustheit. Einzig die Verwindungssteifigkeit könnte besser sein. Aber später dazu mehr.

Flexispot Einstellung
Der Flexispot V9 lässt sich individuell einstellen. Image by Jonas Haller.

Das Flexispot V9 bietet eine Reihe von Einstellmöglichkeiten, um es an die individuellen Körpermaße anzupassen. Zuallererst habe ich den weichen, mit einer Gasdruckfeder ausgestatteten Sattel an meine Beinlänge angepasst. Bei einer Körpergröße von 1,85 Meter ist er dabei schon fast komplett ausgefahren. Möglich ist eine Sitzhöhe von 75 bis 95 Zentimeter. Anschließend lässt sich der Tisch auf die gewünschte Position einstellen. Sowohl der Abstand als auch die Höhe sind variierbar. Für mich persönlich ist die höchste Stufe geradeso passend. Flexispot selbst spricht von einer geeigneten Körpergröße von 1,55 bis 1,90 Meter.

Widerstand lässt sich in acht Stufen variieren

Unterhalb des Tisch befinden sich neben einem Becherständer, ein Digital-Display sowie ein achtstufiges Stellrad. Die Erreichbarkeit ist gerade für große Menschen verbesserungswürdig. Dafür lässt sich der Widerstand praktisch je nach Belieben variieren. Die Abstufungen sind sinnvoll gewählt und über- oder unterfordern nicht. Über das batteriebetriebene Display zeigt das Flexispot V9 Informationen wie absolvierte Strecke, Geschwindigkeit, Trittfrequenz oder verbrauchte Kalorien an. Ähnlich eines Fahrradcomputers lassen sich die Daten per Knopfdruck reseten.

Als Digital Native hätte ich mir noch eine App-Anbindung gewünscht. So wäre nicht nur die persönliche Aufzeichnung des Home-Office-Alltags möglich. Dank Gamification könnte man sich mit Kollegen und Freunden virtuell messen und so gegenseitig anspornen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Flexispot V9 Display
Je nach Vorlieben lässt sich der Tretwiderstand einstellen. Image by Jonas Haller

Im Dauertest ist Sitzfleisch gefragt

Seine gesundheitsfördernde Wirkung erzielt das Flexispot V9 natürlich besonders gut im Home Office. Bestenfalls im Dauerbetrieb. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Wochen mehr oder weniger regelmäßig auf das Gerät geschwungen. Gerade in der Anfangszeit animiert das Tischfahrrad zur Bewegung. Besonders die geringste Widerstandsstufe lässt einen ohne Schwitzen aktiv sein. Unterbewusst fügte ich Pausen ein und trat in Abständen weiter. Ferner dient die geschäumte Kunststoffauflage hervorragend zur schmerzfreien Ablage der Handgelenke oder Unterarme.

Als Komplettersatz für den Standardschreibtisch eignete sich der Flexispot V9 jedoch nicht. Zum einen ist die Arbeitsfläche doch etwas zu klein. Zum anderen wird der weiche Sattel allzu schnell unbequem. Hinzu kommt, dass sich das Gerät mit höherem Tretwiderstand unangenehm verwindet. Dadurch bewegt sich der Notebook-Bildschirm und sorgt für eine zusätzliche Belastung der Augen. Zur Abwechslung kann die Arbeitsfläche auch praktischerweise als Stehtisch genutzt werden.

Flexispot V9 im Test: Gelungene Abwechslung im Home-Office-Alltag

“Sitzen ist das Rauchen des 21. Jahrhunderts“ sagen Bewegungswissenschaftler weltweit. Lockdown und Home Office haben die körperliche Trägheit zusätzlich gesteigert. Allerdings helfen Tools wie das Flexispot V9 dem entgegenzutreten. Die Pedalerie animiert zum regelmäßigen Bewegen und die Sitzposition stärkt den Rücken. Zudem erlauben diverse Einstellmöglichkeiten eine perfekte Anpassung an Körper und Vorlieben.

Wermutstropfen stellen die allgemeine Stabilität sowie allzu weiche Sattelpolsterung dar. Eine Langzeitnutzung an einem kompletten 8-Stunden-Tag ist deshalb kaum möglich. Dafür überzeugt die Vielseitigkeit. Auch der Einsatz als Stehtisch oder Trainingsgerät an der heimischen Couch ist möglich. Mit rund 390 Euro ist das Home-Office-Gadget natürlich alles andere als ein Schnäppchen. Allerdings sollte die eigene Gesundheit das wert sein. Zumal man das Flexispot V9 auch steuerlich geltend machen kann.

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Teaser by Anne Seim
Images by Jonas Haller

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht unter anderem 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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