Beste Ergebnisse für Facebook Ads

Wie vermarkte ich ein neues Produkt auf Facebook? Wie schreibe ich den perfekten Text für meine Ad? Und wie erhöhe ich Verkaufszahlen mit Video Views Campaigns? Das verraten wir in unseren Tipps und Tricks von der Social Media Examiner Facebook Ads Summit.

Die diesjährige Facebook Ads Summit der bekannten Plattform Social Media Examiner versammelte internationale Experten, um auf diese und mehr Fragen passende Antworten zu finden. Zuallererst kam Nicholas Kusmich zu Wort und eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag über die besten Praktiken, um eine Facebook Ads Kampagne zum Erfolg zu führen.

Die vier Schlüsselfaktoren für Interaktion. Image by Social Media Examiner

Wie vermarkte ich erfolgreich ein Produkt mit Facebook Ads?

“Freunde, wenn ihr die vier Launch Beschleuniger bei eurer nächsten Kampagne anwendet, versichere ich euch bessere Ergebnisse als ihr heute habt”, verspricht der Autor von “The Ultimate Guide to Using Facebook Advertising.” Dafür muss man nur folgende Schritte befolgen:

Definiere deine Zielgruppe

Der erste “Launch-Beschleuniger”, so wie Kusmich seine Kernprinzipien nennt, ist ein tiefgreifendes Verständnis des Marktes, in dem das Produkt platziert werden soll. Da soziale Medien “sehr laut” sind, muss die passende Nische gefunden werden, da man “sonst in den vielen Stimmen auf Facebook untergeht”. Nur wer sich genau auf seine Interessengruppe fokussiert, wird Ergebnisse erhalten. Doch wie finde ich diese Zielgruppe? Zur Eingrenzung hilft es, sich die Frustrationen, Ängste, Bedürfnisse und Ziele der angestrebten Kundengruppe vor Augen zu halten. Dann muss klargestellt werden, wo sich diese Menschen in den sozialen Netzwerken aufhalten. Wem folgen sie? Welche Profile besuchen sie? Wo investieren sie Zeit und Geld? Was motiviert sie? Diese Recherche dient dazu, die Zielgruppe möglichst genau per Facebook Ads Manager zu erstellen. Kusmich muntert auf, ins Detail zu gehen – nicht umsonst bietet Facebook detailliertes Targeting mit ‘Behaviours’ und ‘Interests’ an.

Erstelle einen Verkaufsmagneten

Als zweites Prinzip stellt Kusmich einen sogenannten “Verkaufsmagneten” vor. “Etwas, was wirklich einen Mehrwert für deine Zielgruppe darstellt, zugleich einfach, schnell anwendbar und zielgerichtet ist.” Das hilft potentiellen Kunden, Vertrauen zu fassen und kostenfrei den Service zu nutzen, für den sie später gerne bereit sind zu zahlen. So kann man eine gratis Vorlage für einen Ernährungsplan, ein Video mit Kochtipps oder einen kurzen Guide als PDF (nicht länger als zwei Seiten!) zum Download anbieten. Frei nach dem Prinzip – wir müssen erst geben, um zu nehmen!

Sende deine Botschaft

“Drittens musst du eine gute Botschaft haben”, erklärt der Experte. Diese muss per Text und Bild ins Auge fallen. Bei Fotos lohnt es sich besonders Kontraste anzupassen. Texte müssen die Sprache der Nutzer sprechen und klar formuliert sein: “Vergiss nicht, eindeutig zu machen, was als nächstes zu tun ist. Klicke hier, um mehr zu erfahren. Lade das Dokument herunter, um mehr zu lernen… und so weiter.”

Bewege deinen Markt

“Und dann musst du deinen zukünftigen Kunden ein tolles Angebot machen.” Kreiere Bewegung in deinem Markt. Gib jedem Käufertyp Gelegenheit, das Richtige zu finden. Denen, die direkt überzeugt sind, aber auch jenen, die mehr erfahren möchten, bevor sie eine Entscheidung treffen. “Baue Beziehungen zu deiner Zielgruppe auf; sie wird dir mit tollen Verkaufszahlen danken”, schließt Kusmich seinen Vortrag. Wer mehr über seine Arbeit erfahren will, kann sich seinen Verkaufsmagneten anschauen.

Nun Bühne frei für Zach Spuckler vom Heart, Soul & Hustle podcast – einer Show, die Unternehmen hilft ihre Leistung auf Facebook zu verbessern.

Die Bedürfnisse der Zielgruppe zu identifizieren, ist wichtig. Image by Social Media Examiner

Wie schreibt man überzeugende Advertising-Texte?

Auch für Spuckler gibt es mehrere Schritte zum Erfolg; doch er fasst sie in Fragen zusammen:

1. Frage: Welches Problem hat meine Zielgruppe?

“Jede gute Copy startet mit dem Problem, was deine Leser haben. Nicht mit der Lösung, die du anbietest”, stellt er gleich klar. “Das ist einer der meist verbreiteten Fehler bei Unternehmen und Agenturen: sie gehen von sich aus und nicht von dem Kunden.” Wer zum Beispiel ein Produkt zum Abnehmen vermarktet, muss mit dem Ursprungsproblem beginnen: Meine Kunden passen nicht mehr in ihre Lieblingsjeans.

2. Frage: Wie kann ich dieses Problem lösen?

“Auch wenn es kaum einen Unterschied zu geben scheint, ist es wichtig zu fragen: wie kann ich dieses Problem lösen und nicht – welche Lösung habe ich parat?”, stellt der Experte klar. Die Lösung ist, um dem Beispiel zu folgen, nicht, schlank zu sein, sondern in dem Advertising Text zu erklären, wie das Präparat dem Nutzer helfen wird das zu erreichen. Zeige Wege auf, damit Nutzer sie gehen.

3. Frage: Was passiert, wenn sie NICHT das Problem angehen?

Spuckler erklärt, dass die dritte Frage nicht zwingend in einer Copy geklärt werden muss, aber ein weiterer guter Ansatzpunkt ist, einen ansprechenden Text zu liefern. Sie zielt auf den Einsatz an, den der potentielle Kunde bringen muss, um sein Problem zu lösen – und das ist das angebotene Produkt. Die Ad soll eine erleichternde Wirkung haben – wie eine Aspirin, die Kopfschmerzen lindert, hilft der Klick auf die Ad.

Sobald das geklärt ist, geht es ans Schreiben. Aber Vorsicht:

  • Nutze immer die Sprache deiner Zielgruppe – klar, einfach und keine Fachsimpelei.
  • Ein super Tipp ist es, sich Drei-Sterne Amazon-Bewertungen zum jeweiligen Thema durchzulesen. Um bei dem Beispiel zu bleiben, könnte dies ein Buch über gesunde Ernährung sein. Drei Sterne, da sie sowohl Positives als auch Negatives aufgreifen: “Mir gefielen die klaren Erklärungen zur Ernährung, aber Rezepte haben mir gefehlt”. Sie sind nicht nur eine wunderbare Quelle, die sogenannten Schmerzpunkte der Zielgruppe zu finden, sondern helfen auch, die richtige Wortwahl zu treffen. Spuckler erzählt, dass er ganze Advertising Texte aus Amazon-Bewertungen geschrieben hat. Auch lohnt es sich in Facebook-Gruppen oder auf Reddit nachzuschauen. Und wer wirklich Zeit investieren möchte, kann sogar eigene Online-Umfragen erstellen, um gezielt seine Follower zu fragen, was sie derzeit bewegt.
  • Setze gezielt und bewusst “Buzz-Wörter” wie “entdecke”, “erfahre”, “genieße” ein. Aber – weniger ist mehr.
  • Die Menschen erinnern sich nicht an das, was du gesagt hast, sondern wie sie sich dabei gefühlt haben: “Ziele darauf ab, die Menschen nicht nur rational, sondern auch emotional zu treffen.”

“Gute Copywriter sind gute Zuhörer” – schließt er seinen Vortrag. Mehr über Spucklers Arbeit hier.

Mit dem dritten Vortrag des Facebook Ads Summit geht es ins Eingemachte – Tommie Powers ist selbst ein Advertising Spezialist und zeigt in seinen kostbaren 45-Minuten, wie man Video Views in Sales verwandeln kann. Denn Video wird immer wichtiger.

Zutaten für mehr Interaktionen bei Videos in Facebook Ads. Image by Social Media Examiner

Wie beschleunige ich Conversions mit Video-Sequences bei Facebook Ads?

“Das Erste, was du erreichen musst, ist, die Menschen zu berühren und zu aktivieren. Sobald sie aufmerksam geworden sind und deine Videos geschaut haben, kannst du im zweiten Teil deiner Kampagne diese Views in Einnahmen verwandeln”, erklärt der Experte.

Wie Kusmich und Spuckler, setzt Powers zuerst auf Recherche, um sie zum Erfolg zu bringen. Ohne seine Zielgruppe und Wettbewerber zu kennen, kann man keinen guten Content kreieren.

Während er ebenso auf Facebook Gruppen, Amazon Reviews, Umfragen, Foren und Blogs zur potentiellen Kundensuche setzt, nennt er auch einige interessante Tools, die bei der Wettbewerbsanalyse helfen:

  • SEMRush hilft, laut Powers, andere Webseiten und Unternehmen auszuspionieren und zu schauen, wie sie organische Reichweite erhalten
  • SimilarWeb schlüsselt auf, woher und wie viel Webseiten-Traffic sie bekommen
  • BuzzSumo zeigt vor allen Dingen die Positionierung der Wettbewerber in der digitalen, sozialen Landschaft.

Wissen ist Macht. Wer nicht nur weiß, wer seine potentiellen Käufer sind, sondern auch wer um sie mitbuhlt, kann Strategie und Kommunikation entsprechend anpassen.

Dann geht es zur Content-Creation. Powers betont immer wieder, wie wichtig es ist, sich über die Geschichte, die die Videos erzählen, das Narrativ, in das diese eingebettet werden sollen und vor allem das Angebot, dass sie zuletzt kommunizieren, im Klaren zu sein. Kurz gefasst: Das S.N.O. Framework (Story, Narrative, Offer).

Die drei Elemente von Social Video

“Den ganzen Prozess nenne ich Social Video Engagement Sequenz. Diese besteht aus drei Teilen: dem Seed Video, dem Segue Video und dem Sales Video.”

“Das Seed Video hat eine ganz einfache Funktion: Es soll Brand Awareness erhöhen und die User aktiv machen”, erklärt er weiter. Es hat eine ausschliessliche Erzählfunktion und eröffnet die Geschichte. Wichtig ist, die User hier noch nicht mit dem Verkaufsangebot abzuschrecken – so verlockend es doch ist.

Das Segue Video ist ein nächster, aber nicht zwingender Schritt. Er bietet sich an, wenn das Produkt noch mehr Erklärung bedarf oder der Kontext besonders wichtig ist. Das beispielsweise bei besonders produzierten Lebensmitteln der Fall, wo Nutzer mehr über die einzelnen Zutaten erfahren möchten. Oft werden hier auch Fallstudien oder Kundenempfehlungen eingebunden, die der Zielgruppe bei der Verkaufsentscheidung später helfen sollen.

Zuletzt zeigen wir unserer Audience das Sales Video, was klar die Verkaufsbotschaft formuliert. “Ohne es zu übertreiben wird hier der potentielle Kunde klar über das Angebot, und wie er es erhalten kann, informiert.”

Powers empfiehlt beim Advertising mindestens zehn Target Audiences zu testen und das erste Video für 48 Stunden für jeweils fünf Dollar pro Audience laufen zu lassen. Diese erste Investition lohnt sich, um das Video auf dem Markt und die Zielgruppen zu testen.

Neben den “Saved Audiences”, die man per Recherche selbst erstellen kann, verweist der Advertising Experte auch auf sogenannte “Custom Audiences”. Dabei handelt es sich beispielsweise um “Lookalikes of highest-value buyers”, “Lookalikes of buyers”, “Lookalikes conversion pixels”, “People who visited website more than once”, “People who engaged with the page” und “Lookalikes of people who engaged with your page”. Wer bereits einige Aktivität auf seiner Facebook Seite und Webseite hat, kann diese in einfachen Schritten im Ads Manager erstellen.

Social Video richtig analysieren

Nach den 48 Stunden analysiert Powers die Performance. Dabei konzentriert er sich vor allen Dingen auf den Relevance Score (“wenn er nicht höher als sieben ist, stimmt entweder mit dem Video oder mit der Audience etwas nicht”) und die “View-to-like ratio”. “Wir wollen mindestens ein oder zwei Prozent erreichen. Das bedeutet, dass ich bei 1.000 Views mindestens zehn oder 20 Likes bekommen möchte.” Ähnliches gilt für Kommentare unter dem Video, die wiederum an der “Comment-to-Like-ratio” gemessen werden. Hier gilt es mindestens sieben bis zehn Prozent zu erreichen, was bei 100 Likes sieben bis zehn Kommentare bedeutet.

Für das zweite Video setzt Powers bei der Analyse eher auf die Zeit, in der das Video gesehen wurde. Dabei kreiert er auch Lookalike-Audience von Personen, die mehr als 50 Prozent gesehen haben. In dieser Phase hilft es auf Re-Targeting zu setzen, da man den bereits interessierten potentiellen Kunden in ihrer Verkaufsentscheidung helfen will.

Zuletzt läuft das Sales Video in einer Conversion Campaign. Das führt, wenn die vorherigen Schritte sorgfältig analysiert und optimiert wurden, zu den versprochenen Verkaufszahlen.

Mehr zu Tommie Powers Arbeit findet ihr hier.

Das war der erste Streich – der zweite folgt im nächsten Artikel mit mehr Updates von der Facebook Ads Summit!


Thought Catalog / unsplash.com

Maren Méheust schrieb schon aus Paris, Dubai und Berlin für die Netzpiloten. Sie wohnt mittlerweile an der französischen Grenze in Kehl und arbeitet als Strategin bei der Digitalagentur TLGG. Maren Méheust ist Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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