CULTURE&VIDEO TIPPS vom 9. August

CULTURE&VIDEO dreht sich heute um die Kunstwelt. Mit einem Highlight von der Biennale in Venedig, Kunst im Internet und noch was.

KUNST-HIGHLIGHT: An Immaterial Retrospective of the Venice Biennale

Die 55. Biennale von Venedig ist in vollem Gange. Die ersten Artikel sind geschrieben, Freunde kehren schon begeistert nach Hause zurück, einige warten noch auf den etwas kühleren September. Unumstrittener Publikumsliebling: der rumänische Pavillon. Die Attraktion der Saison klingt eher nach einem Highlight für Kunstkenner, seine Komik scheint aber universell. Eine Gruppe Performer stellt in einem kargen Raum Meisterwerke der Biennale-Geschichte pantomimisch dar. Spätestens beim gequälten Stier aus Picassos Guernica lacht auch der Laie.

KUNSTFERNSEHEN AUS NEW YORK: art21.org

Und wir bleiben bei der Kunst in dieser Woche. Art21.org aus New York produziert regelmäßig Porträtreihen, Dokumentationen und kleine Features rund um den internationalen Kunsbetrieb für den nichtkommerziellen US-Sender PBS. Ein Teil davon ist auch online zu sehen. Eine Schatztruhe für alle, die sich für zeitgenössische Kunst interessieren. In der aktuellen Reihe NewYorkCloseUp rollt die Künstlerin Mary Mattingly ihre persönlichen Habseligkeiten in einer Kugel durch die Straßen New Yorks.

KUNSTSCHMARRN: Marina Abramovic Institute

Vielen geht die Ominpräsenz Marina Abramovics auf die Nerven, ich gehöre dazu. Als Fan habe ich lange jedes Fitzelchen Performance ausgegraben und Freunde ausgequetscht, die es nach New York geschafft haben, um ihr im MOMA gegenüber zu sitzen. In Manchester habe ich zugesehen, wie sie Robert Wilson geholfen hat, wieder etwas spannendes zu machen (Fantastisch: The Life and Death of Marina Abramovic). Jetzt reichts. Ein selbst verliebter Spendenaufruf für ein Institut mit ihrem Namen das ihre Methode lehrt? Das Geld der geblendeten Spender sammelt sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter, eigentlich als Starthilfe für Indieprojekte gedacht. Aber hey, es gibt ja auch eine Belohnung für die Spende: A Hug from Marina Abramovic.

Hannes Richter

wanderte schon früh zwischen den Welten, on- und offline. Der studierte Kulturarbeiter arbeitete in der Redaktion eines schwulen Nachrichtenmagazins im Kabelfernsehen, produzierte Netzvideos und stellte eine Weile Produktionen im Cabaret-Theater Bar jeder Vernunft auf die Beine, bevor er als waschechter Berliner nach Wiesbaden zog, um dort am Staatstheater Erfahrungen im Kulturmarketing zu sammeln. Er baute später die Social-Media-Kanäle der Bayreuther Festspiele mit auf und schoss dabei das erste Instagram-Bild und verfasste den ersten Tweet des damals in der Online-Welt noch fremden Festivals. Seitdem arbeitete er als Online-Referent des Deutschen Bühnenvereins und in anderen Projekten an der Verbindung von Kultur und Netz. 


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