Retune 2013: Wo sich Kreativität und Technologie vereinen

Auf der Retune-Konferenz wurden die Wechselwirkungen von Technologie und Kreativität sowie die sich daraus ergebenden Möglichkeiten ausgelotet. Wir haben vor Ort ein paar Eindrücke gesammelt. // von Daniel Kuhn

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Neue Technologien bedeuten nicht immer nur Innovation, sondern sind außerdem auch häufig Werkzeuge für neue kreative Ausdrucksformen. Auf der Retune-Konferenz, die am Wochenende zum zweiten Mal in Berlin stattfand, trafen sich Künstler, Hacker, Designer und Wissenschaftler um sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen, Ideen zu präsentieren und über den Umgang mit den Technologien auszutauschen.

Nachdem am Freitag interessierte in Workshops in neue Technologien reinschnuppern konnten, fanden an den darauf folgenden Tagen nur noch Vorträge statt, die unterschiedlicher und interessanter kaum hätten sein können.

Alan Shapiro hielt eine hochspannende, wenn auch sehr theoretische bilinguale Vorlesung, darüber, dass Software Code längst dem reinen Produktivitätsanspruch entwachsen ist und inzwischen immer mehr kreative Ansprüche erfüllt. Peter Kirn wählte dagegen einen deutlich praktischeren Ansatz und verdeutlichte anhand von Folk Music, wie sehr das Kopieren und Remixen bereits vor Aufkommen der Musikindustrie Antrieb für neue Ideen war, ebenso auch welche Probleme das Urheberrechts dabei bereitet und wie fruchtbar Open Source-Lizenzen statt dessen sein können.

Wie kreativ man Informationstechnologien manipulieren kann, wurde im Vortrag von Julian Oliver deutlich, der 2011 mit Daniil Vasiliev das Projekt Newstweek aus der Taufe gehoben hatte. Dabei handelt es sich um einen DIY WLAN-Router, mit dessen Hilfe im entsprechenden Netzwerk (z.B. in einem Café) auf allen Geräten Nachrichtenseiten manipuliert und deren Inhalte ausgetauscht werden.

Auch Kyle McDonald ist Verfechter der Open Source-Bewegung und geht sogar so weit, dass er seine Ideen frei zur Verfügung stellt. Er verschenkt sie einfach über Twitter – in seinem Vortrag bot er auf überaus unterhaltsame Weise einen beeindruckenden Überblick über die Projekte, die daraus bereits entstanden sind.

Dies sind natürlich nur einige wenige Beispiele, die aber verdeutlichen, wie vielseitig die Auswahl der Redner und Themen war. Letztere dienten aber nicht nur als Grundlage für spannende Diskussionen, sondern vor allem auch als Ideen- und Inspirationsquelle für viele Besucher – und genau darum geht es bei einer Konferenz dieser Art doch letztendlich.


Teaser & Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten (CC BY 2.0)

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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