Google Home Mini vs. Echo Dot: der große Vergleich

Digitale Assistenten wie Amazons Alexa oder Google Home waren das Trendthema im Jahr 2017. Nachdem Amazon in diesem Feld lange alleine auf dem Markt war, kamen 2016 Google und einige Zeit später Microsoft und Apple hinzu. Den günstigen Einstieg bietet Amazon mit dem Echo Dot und Google mit dem Home Mini. Beide Geräte kosten rund 60 Euro und unterscheiden sich nur in der Qualität der Lautsprecher von ihren größeren Geschwistern. Doch wo bekommt man am meisten für seine 60 Euro? Ich habe beide Geräte miteinander verglichen.

Google Home Mini vs. Echo Dot: Design im Vergleich

Die Kategorie Design gewinnt Google eindeutig. Der Google Echo Dot besitzt ein einfaches Hochglanz-Plastikgehäuse in schwarz oder weiß und eine matt-schwarze Oberseite. Der Google Home Mini hingegen, ist fast vollständig mit einem rauen Stoff überzogen. Dieser ist in den Farben Karbon, Hellgrau und einem hellen Rot verfügbar. Dadurch wirkt er weit weniger technisch und lässt sich unauffälliger in der Wohnung platzieren. Durch den Stoff sind die LEDs des Google Home Mini aber nicht so gut sichtbar wie der LED-Ring vom Echo Dot. Dadurch sieht man nicht so einfach, ob der Assistent einem gerade zuhört oder nicht. Trotzdem geht der Punkt in Sachen Design hier an den Google Home Mini.

Google Home Mini
Image by Timo Brauer

Codewort: Weniger künstlich beim Echo Dot

Um den digitalen Assistenten etwas sagen zu können, muss man das Codewort sagen. Erst dadurch fühlen sich die intelligenten Sprachassistenten angesprochen. Beim Google Home Mini lautet dieser Befehl „Okay Google“ oder „Hey Google“ und beim Echo Dot „Alexa“, „Echo“ oder „Computer“. Dadurch, dass man beim Echo Dot nicht jedes Mal „Hey“ oder „Okay“ sagen muss, fühlt es sich deutlich natürlicher an, Fragen zu stellen oder seine Smart-Home-Geräte zu steuern. Hier geht der Punkt eindeutig an den Echo Dot.

Tonqualität

Die Lautsprecher des Echo Dot sind auf den Untergrund gerichtet, wodurch der Klang sich je nach Oberfläche unterscheiden kann. Doch auch bei einem optimalen Untergrund klingt der Lautsprecher des Google Home Mini deutlich besser. Zum Beschallen einer Party reicht hingegen keiner der beiden Lautsprecher aus. Beim Hören von Radio und Podcasts habe ich beim Echo Dot stets einen externen Lautsprecher verbunden. Beim Google Home Mini war das nicht notwendig. Doch hier zeigt sich auch der nächste Unterschied.

Der Echo Dot lässt sich problemlos per Klinkenstecker oder Bluetooth mit einem externen Lautsprecher verbinden. Der Google Home Mini hingegen verfügt über keinen Klinkenanschluss und lässt sich auch nicht per Bluetooth verbinden. Hier benötigt ihr zwingend einen rund 40 Euro teuren Chromecast Audio. Plant ihr also das Gerät mit einer Anlage zu verbinden, geht der Punkt an den Echo Dot, ansonsten an den Google Home Mini.

Google Home Mini
Image by Timo Brauer

Der Assistent – das steckt drin

Beide Assistenten haben mich im Test gleich gut verstanden. Nur sehr selten, zum Beispiel bei lauten Umgebungsgeräuschen, musste ich meine Fragen wiederholen. Die besseren Antworten lieferte bei Wissensfragen oder Fragen nach Öffnungszeiten von Geschäften der Home Mini. Bei der Steuerung von meinen Smart-Home-Geräten (Lampen, Heizung und Steckdosen) und Einkaufen von Lebensmitteln über Amazon Fresh hatte der Echo Dot die Nase vorn.

Ökosystem

Solange ihr euch im Google-Ökosystem befindet, kann der Home Mini seinen Heimvorteil ausspielen. Er verbindet sich problemlos mit dem Chromecast eures Fernsehers oder lässt euch die aktuelle Musik mit eurem Android-Handy steuern. Auch eure Kalendereinträge oder die Einkaufsliste werden in den entsprechenden Google-Diensten gespeichert. Beim Amazons Echo Dot hingegen könnt ihr über die sogenannten „Skills“ auf beinahe jeden Dienst zugreifen. So kann ich mir Einträge meines iCloud-Kalenders anhören oder meine Einkaufsliste mit der App „Bring“ synchronisieren. Auch für zahlreiche weitere Dienste und Minispiele sind Skills verfügbar. Sogar die Inhalte der „Täglichen Zusammenfassung“ lassen sich mit Skills personalisieren und mit den Nachrichtenquellen eurer Wahl versehen.

Google Home Mini
Image by Timo Brauer

Fazit: Beide Assistenten haben ihre Vor- und Nachteile

Eine pauschale Antwort auf die Frage, ob Google Home Mini oder Echo Dot der bessere digitale Assistent ist, kann man nicht geben. Wenn euch die Tonqualität des Lautsprechers wichtiger ist, wäre der Home Mini von Google besser für euch geeignet. Wollt ihr mit eurem Assistenten eher organisieren als Musik hören, oder ihn eher nicht mit einer bestehenden Musikanlage verbinden, ist der Echo Dot besser geeignet. Der wichtigste Punkt dürfte jedoch eure bestehenden Geräte sein. Nutzt ihr viele Google-Dienste, ein Android-Smartphone und vielleicht sogar einen Chromecast, kann der Home Mini sein Potenzial voll ausschöpfen.

Seid ihr jedoch auf anderen Plattformen wie iOS, macOS oder Windows unterwegs, und nutzt verschiedene kleinere Dienste, werdet ihr bestimmt bei den „Skills“ des Echo Dot fündig. Gerade für Windows-Nutzer wird es in Zukunft durch die Kooperation von Alexa und Cortana noch weitere Nutzungsmöglichkeiten geben. Wollt ihr etwas mehr Geld in die Hand nehmen und bessere Lautsprecher an eurem Assistenten haben, lohnt sich ein Blick auf den Google Home


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Timo Brauer

Timo Brauer

studiert Technikjournalismus in Bonn und beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.

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