Yellowtec iXm Podcaster im Test – Gutes Podcast-Mikrofon für unterwegs!

Der Podcast-Boom reißt einfach nicht ab. Es werden nicht nur zunehmend mehr Podcasts gehört, auch entstehen immer neue Podcast. Dabei steigt natürlich auch die Qualität – sowohl auf technischer, als auch auf inhaltlicher Ebene. Zwar ist eine gute Soundqualität im Bereich Podcast längst nicht alles. Dennoch ist sie ungemein wichtig, um gerade Ersthörer von einem Podcast zu überzeugen und einen professionellen Eindruck zu vermitteln. Die Firma Yellowtec ist Spezialist in Sachen Mikrofonen und hat mit dem Yellowtec iXm Podcaster ein eigenes Handmikrofon für Podcaster zu einem Preis von stolzen 699 Euro auf den Markt gebracht. Es ist definitiv ein gutes Podcast-Mikrofon, allerdings nicht für jeden Anwender. Wir hatten das Yellowtec iXm Podcaster im Test.

Wie ist das Yellowtec iXm Podcaster aufgebaut?

Das Yellowtec iXm Podcaster ist nicht nur ein gutes Podcast-Mikrofon. Vielmehr ist es ein All-in-One-Aufnahmegeräte, das ohne weitere Nachbearbeitung einen „sendereifen“ Klang liefert. Es richtet sich speziell an die Bedürfnisse von Podcastern, ist leicht zu bedienen, erfordert wenig technisches Wissen und kann überall mithin genommen werden.

Der Mikrofon-Kopf

Während andere Handmikrofone von Yellowtec verschiedene Mikrofoköpfe mit verschiedenen Richtcharakteristika unterstützen, beschränkt sich das Podcaster lediglich auf den Mikrofonkopf der PRO Line mit der Richtcharakteristik „Niere“. Diese Richtcharakteristik eignet sich für eine Podcast-Situation in der Regel am besten. Durch den Verzicht auf die Verwendung weiterer Mikrofonköpfe gelingt es Yellowtec, das iXm Podcaster etwas billiger als andere ihrer Handmikrofone anzubieten.

Was sind Richtcharakteristika und was bedeuten sie?

Richtcharakteristika beschreiben die Richtung eines Mikrofons, in die es Schall am besten aufnimmt. Konkret bedeutet das, dass verschiedene Richtcharakteristika den Schall, der aus unterschiedlichen Richtungen auf das Mikrofon eintrifft, verschieden stark aufnehmen. Die Niere, die auch das Yellowtec iXm Podcaster verwendet, ist am besten für frontal eintreffenden Schall geeignet. Somit eignete sich das Yellowtec iXm Podcaster im Test am besten für die Benutzung durch eine einzelne Person. Wer mehrere Personen aus verschiedenen Richtungen aufnehmen möchte, kann beispielsweise auf die Richtcharakteristik „Kugel“ oder „Acht“ bei einem Mikrofon achten. Diese sind aber empfindlicher für Umgebungsgeräusche und eventuell nicht so geeignet für Aufnahmen an lauten Orten. Es gibt außerdem Podcast-Mikrofone, die es erlauben zwischen verschiedenen Richtcharakteristika zu wechseln. So zum Beispiel das Yeti Blue Studio.

Das Yellowtec iXm Podcaster ist batteriebetrieben

Das Yellowtec iXm Podcaster wird über handelsübliche Batterien mit Strom versorgt. Am unteren Ende des Mikros befindet sich eine Schraube, hinter der sich der Batterieschacht verbirgt. Insgesamt drei AA-Batterien oder wiederaufladbare Akkus braucht das Gerät. Die Tatsache, dass sich das Podcast-Mikrofon nicht einfach per USB-Kabel aufladen lässt, hat mich zunächst etwas skeptisch werden lassen. Immerhin habe ich keine Lust, ständig eine Ladung Ersatzakkus oder Batterien parat zu haben. Doch während ich das Yellowtec iXm Podcaster im Test hatte, musste ich tatsächlich keine weiteren Batterien mehr nachlegen. Die Batterielaufzeit ist also entsprechend hoch, weswegen der Batteriebetrieb überhaupt nicht stört. Allerdings empfehle ich langfristig auf wiederaufladbare Akkus zu setzen. Das ist zum einen nachhaltiger und zum anderen deutlich günstiger, als regelmäßig neue Batterien zu kaufen. Der Batteriebetrieb ist gerade für Podcaster, die unterwegs aufnehmen wollen, sehr praktisch. Wer allerdings nur am Schreibtisch aufnimmt, dürfte sich dadurch gestört fühlen, immer wieder Batterien nachzulegen oder Akkus aufzuladen.

Kopfhörerausgang und SD-Karten-Slot

Neben dem Batteriefach und einem Line-Eingang befindet sich an der Unterseite zudem ein Kopfhörer-Ausgang. Über diesen können wir uns nach einer Aufnahme, die Spur über Kopfhörer anhören. Das ist gerade unterwegs sehr praktisch, um beispielsweise vor einem Interview die Geräuschkulisse zu testen. Aber auch den Live gesprochenen Ton gibt das Yellowtec iXm über den Ausgang aus. So hören wir nicht nur unsere Stimme, sondern auch direkt den Klang der Aufnahme. Ich persönlich brauche es, mich in einer Aufnahme selbst gut zu hören, um meine eigene Lautstärke besser einschätzen zu können. Gespeichert werden die gemachten Aufnahmen auf einer SD-Karte. Die kommt in den dafür vorgesehenen Slot, der sich ebenfalls auf der Unterseite des Yellowtec iXm Podcaster befindet. Um sie auf den PC zu übertragen, kann die SD-Karte aus dem Mikro herausgenommen werden. Wer beispielsweise kein SD-Karten-Eingang am Rechner hat, kann das Mikrofon auch über ein Mikro-USB-Kabel mit dem PC verbinden. 

Untenansicht der Yellowtec iXm Podcaster / Bild von Moritz Stoll
Auf der Unterseite befinden sich das Batteriefach, ein SD-Karten-Slot, ein Line-Eingang, ein Kopfhörerausgang und ein MicroUSB-Anschluss.

Die Benutzung des Yellowtec iXm Podcaster in der Praxis

Am ehesten lässt sich die Qualität eines Mikrofons beurteilen, wenn man damit einen Podcast aufnimmt. Genau das habe ich mehrfach getan und bin in manchen Punkten mehr und in manchen Punkten weniger angetan.

Buttons und Anzeigen – Das generelle Handling des Yellowtec iXm Podcaster im Test

Generell hat sich die Bedienung des Yellowtec iXm Podcaster im Test als sehr einfach und zugänglich herausgestellt. Das Mikrofon kommt gänzlich ohne Display aus und setzt stattdessen auf LEDs und Buttons. Auf der Vorderseite befinden sich ein Record- und ein Stop-Knopf. Mit ersterem lässt sich die Aufnahme bei eingeschaltetem Mikrofon starten. Läuft die Aufnahme bereits, können wir durch erneutes drücken der Aufnahme-Taste „Marken“ in der Aufnahme setzen. Manche Audioprogramme können diese später darstellen. Podcaster können sich so während der Aufnahme besonders wichtige Stellen für später markieren. Allerdings stellt Audacity, ein sehr gutes, kostenloses und weit verbreitetes Audio-Schnitt-Programm, diese Marker nicht dar.

Die Buttons haben mich in meinem Test zum Yellowtec iXm Podcaster durchweg überzeugt. Sie lassen sich gut drücken und sind vor allem geräuschlos. So passiert es nicht, dass in einer Aufnahme nervige Klick-Geräusche durch das Setzen eines Markers entstehen. Diese kleinen Überlegungen sind es, die das Gerät zu einem wirklich guten Podcast-Mikrofon machen.

Um sich Aufnahmen direkt auf dem Mikrofon erneut anzuhören, können die Knöpfe auf der Rückseite benutzt werden. Durch einen Druck auf „Play“ startet die letzte Aufnahme. Durch einen Druck auf „Stop“, wird sie beendet. Über die Tasten ganz links und ganz rechts Außen, lässt sich zwischen den Tracks hin- und her springen. Das beschränkt sich allerdings nur auf die Aufnahmen des letzten Aufnahmetags. Auch die LED-Anzeigen habe ich, während ich das Yellowtec iXm Podcaster im Test hatte, als sehr verständlich und angenehm empfunden.

Aufnahmequalität, Speicherung und Nachbearbeitung

In Sachen Aufnahmequalität konnte mich das Yellowtec iXm Podcaster nur teilweise überzeugen. Zwar erfordern die Aufnahmen dank der nur bei Yellowtect verwendeten LEA-Engine keine weitere Nachbearbeitung, allerdings finde ich, dass andere Mikrofone, für unter 200 Euro, die Stimme vergleichbar gut aufnehmen. Mein Yeti Blue Studio Mikrofon beispielsweise kostet rund 200 Euro und erzeugt einen Klang, der für mich etwas angenehmer daherkommt. Hier werden die Tiefen der Stimme für mein Empfinden sogar minimal besser eingefangen.

In dieser Hörprobe könnt ihr euch ein noch besseres Bild von der Klangqualität des Yellowtect iXm Podcaster machen: 

 

Nichtsdestotrotz liefert das Yellowtec iXm Podcaster einen wirklich tollen Klang auf absolut professionellem Niveau. Auch hat es einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen günstigen USB-Mikrofonen, wie dem Yeti Blue. Die integrierte LEA-Technologie sorgt dafür, dass die Aufnahme nie übersteuert und der Pegel immer gleichbleibend gehalten wird. Somit müsst ihr die Aufnahmen im Nachhinein nicht mehr bearbeiten. Das ist ein Feature, mit dem viele günstigere Mikrofone wie das Yeti Blue nicht aufwarten können und das auch im höherpreisigen Segment kaum zu finden ist. Die LEA-Technologie selbst gibt es so nur bei Yellowtec und das Resultat ist wirklich beeindruckend. Besonders schön ist außerdem, dass diese Funktion keine zusätzliche Hardware wie ein eigenes Interface benötigt. Die komplette Technologie befindet sich direkt im Mikro. Auch das macht das Yellowtec iXm Podcaster in meinen Augen zu einem guten Podcast-Mikrofon. Gespeichert werden die Aufnahmen auf der SD-Karte. Diese liegen in Ordnern, die nach dem jeweiligen Aufnahmetag benannt sind. Die Dateien selber liegen nach Datum und Uhrzeit benannt im .wav-Format vor. Dieses Dateiformat ist ziemlich verlustfrei, sollte aber für den Upload eines Podcasts in .mp3 konvertiert werden, um die Dateigröße zu verringern.

Fazit: Ist das Yellowtec iXm ein gutes Podcast-Mikrofon?

Die Antwort auf diese Frage ist definitiv: ja! Der Sound ist super, es lässt sich einfach bedienen und erfordert eigentlich kein Wissen über Audiotechnik. Die Frage ist also nur noch: Für wen eignet sich das Yellowtec iXm Podcast? 

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir den jeweiligen Anwendungsfall bedenken. Denn auch wenn das Yellowtec iXm Podcaster ein tolles Podcast-Mikrofon für unterwegs abgibt, gibt es eben Anwendungsfälle, in denen andere, günstigere Mikrofone besser geeignet sind. Wer sein Podcast-Mikrofon beispielsweise an den PC anschließen muss, um remote mit Gästen oder anderen Hosts zu sprechen, kann das mit dem Yellowtec nicht. Auch Podcasting-Programme wie Zencastr benötigen ein Mikrofon, das über USB oder ein Interface an den PC angeschlossen wird und als Audioquelle verwendet werden kann. 

Wer außerdem immer am selben Ort aufnimmt, sollte sich ebenfalls überlegen, auf ein stationäres Mikro zu setzen. Das Rode Rodecaster Pro Bundle 2 beispielsweise kommt für rund 650 Euro schon mit einem Interface und ermöglicht zudem den Anschluss mehrere Mikrofone. Aber auch stationäre USB-Mikrofone bieten teilweise einen vergleichbar guten Klang zu einem deutlich niedrigeren Preis. Wer also gerade mit dem Podcasten anfängt und in der Regel nur von zu Hause oder aus dem Büro aus aufnimmt, wird mit anderen Geräten eventuell glücklicher. 

Gutes Podcast-Mikrofon für mobile Podcaster auf hohem Niveau

Wirklich uneingeschränkt empfehlen kann ich das Yellowtec iXm Podcaster eigentlich nur Podcastern, die ein Podcast-Mikrofon zum Mitnehmen brauchen. Hier entfaltet es seine Stärken. Es bietet absolut guten Sound und lässt sich direkt aus dem Stand benutzen. Egal ob auf Veranstaltungen, im Park oder im Hotelzimmer – mit dem Yellowtec iXm Podcaster ist man eigentlich immer sofort einsatzbereit, ohne dabei Qualität einbüßen zu müssen! Für mobile Podcaster, die nicht an einen Schreibtisch gebunden sein wollen und auf professionellem Level unterwegs sind, ist das Yellowtec iXm Podcaster bei einem Pries von 699 Euro also genau das Richtige! Hobby-Podcaster und solche, die nur am Schreibtisch podcasten, geben hier unter Umständen zu viel Geld aus für Features, die sie nicht brauchen. 

 

 

Übrigens, falls ihr selbst gerne Podcasts hört: Wir Netzpiloten haben einen eigenen Podcast – Tech und Trara! Dort sprechen wir mit spannenden Gästen über verschiedene Themen aus dem Tech-Bereich! Tech und Trara hört ihr jeden Montag auf iTunes, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt!

Moritz Stoll

kann ALLES... solange er googlen kann. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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