Twelve South PowerPic im Test: Der Bilderrahmen, der Smartphones auflädt

Immer mehr Smartphones lassen sich kabellos aufladen. Aber die meisten Ladeschalen sehen sehr technisch aus und passen nicht in eine wohnliche Umgebung. Der Zubehörhersteller Twelve South will das ändern. Und zwar mit PowerPic, einer Ladestation, die gleichzeitig ein Bilderrahmen ist. Weil die Marke Twelve South auf Apple-Produkte spezialisiert ist, hat sie sich dabei an iPhones orientiert. Aber da der Lademechanismus den allgemeinen Qi-Standard verwendet, funktioniert der Twelve South PowerPic auch mit Smartphones von Samsung, LG, Google, Sony und anderen. Was taugt das 80 Euro teure Gadget?

Design mit klarer Kante

Wenn es ums Design geht, kennt Twelve South nur Schwarz und Weiß. Denn andere Dekorfaben gibt es für den Bilderrahmen aus Kiefernholz derzeit nicht. Auch in der Formsprache zeigt der Hersteller klare Kante. Kein Schnörkel ziert die Linienführung, sodass sich der Rahmen insbesondere für eine modern eingerichtete Umgebung eignet. Hochwertig verarbeitet, präsentiert sich das massive Schmuckstück als echtes Brett auf Tisch oder Kommode. Angesichts eines Bildmaßes von 13 x 18 Zentimetern gehört der Bilderrahmen mit Außenmaßen von 21 x 16 x 3 Zentimetern zu Vertretern seiner Art.

Aus der Rückwand erhebt sich ein kreisrunder Buckel mit Lüftungsschlitzen für die Ladeelektronik. Diese Wölbung und das damit verknüpfte Stromkabel sind die einzigen optischen Merkmale, die auf die technische Natur des Twelve South PowerPic hinweisen. Von vorne ist die Ladeschale als solche nämlich nicht zu erkennen. Zum Laden lehnen Nutzer das Handy einfach an das leicht nach hinten geneigte Deckglas.

Twelve South PowerPic Schwarz Hinten
Nur von hinten ist anhand der Wölbung mit Lüftungsschlitzen zu sehen, dass es sich um ein elektronisches Produkt handelt. Image by Twelve South

Harmonie mit dem Home-Screen

Benötigt das Handy gerade keine frische Energie, wirkt der Bilderrahmen für sich. Wenn es lädt, verdeckt es allerdings einen Teil des Bildes. Wer möchte, nutzt den Sperrbildschirm oder Home-Screen des Smartphones dann, um die Bildaussage des gerahmten Fotos mit einem passenden Displayhintergrund zu komplettieren. Allerdings wirkt die Kombination nur dann besonders harmonisch, wenn das Umgebungslicht das Papierbild so hell ausleuchtet wie die Hintergrundbeleuchtung das Smartphone-Display. Sonst strahlt das Handy viel heller stört somit die Illusion.

Mit etwas Bastelarbeit lässt sich das Ziel mit jedem beliebigen Foto-Duo aus Urlaub und Freizeit erreichen. Für einen schnellen Einsteig bietet Twelve South jedoch bereits gebrauchsfertig zugeschnittene Bilddateien für den Rahmen und für den Hintergrund von fünf iPhone-Modellen direkt zum Download an. Wir haben das mit dem Schnee-Motiv auf einem iPhone X ausprobiert und fanden die Hilfestellung sehr komfortabel.

Twelve South PowerPic weiß
Schöner Effekt: Gerahmtes Fotos und Hintergrundbild des Smartphones ergeben eine Einheit. Image by Twelve South.

Lädt viele Smartphones – auch mit Hülle

Fünf iPhones lassen sich derzeit mit Twelve South PowerPic aufladen. Das betrifft das iPhone 8 und 8 Plus, das iPhone X sowie Xs und Xs Max. Sie unterstützten das induktive Laden, bei dem der Strom über eine Spule unter die Smartphone-Rückseite fließt. Weil Apple dabei keinen eigenen Lademechanismus verwendet, sondern auf den verbreiteten Qi-Standard setzt, kommen auch Android-Handys zum Zuge, die Qi an Bord haben. Das gilt beispielsweise für das Samsung Galaxy S7, S8 und S9 sowie das Note 8 und Note 9. Außerdem unterstützen unter anderem das Google Pixel 3 und 3 XL, das LG G6 und das Sony Xperia XZ2 kabelloses Aufladen.

Selbst eingefasst in einer Schutzhülle, funktioniert laut Twelve South der Ladevorgang, solange die Gehäusewand nicht dicker als drei Millimeter ist. Beim Test mit einem iPhone X und einer Solidsuit-Hülle von Rhinoshield sowie einem iPhone 8 mit einer Silikonhülle von Apple, funktionierte der Ladevorgang jedenfalls reibungslos.

Superschneller Ladevorgang nur mit Extra-Netzteil

Komplett kabellos im Wortsinne ist das Qi-Verfahren natürlich nicht. Denn vom Bilderrahmen führt durchaus ein Kabel zur Steckdose. Mit bis zu 10W tankt die mitgelieferte 1,5 Meter lange USB-Strippe das aufgelegte Smartphone beim Boxenstopp auf. Das ist richtig schnell! Viele andere Qi-Ladeschalen schaffen nur die Hälfte oder 7,5W.

Allerdings vollzieht Twelve South PowerPic diese Druckbetankung nur, wenn auch ein entsprechend leistungsfähiger USB-Netzstecker am Kabelende steckt. Den müssen Anwender jedoch aus ihrem eigenen Bestand nehmen oder für mindestens zehn Euro dazu kaufen. Angesichts des sehr hohen Preises von 80 Euro für die PowerPic-Ladeschale wäre ein 10W-Stecker im Lieferumfang sehr angemessen.

Natürlich funktioniert die Ladeschale von Twelve South mit praktisch jedem beliebigen USB-Stecker. Dann aber eben nicht mit dem höchstmöglichem Tempo. Beispielsweise das zum iPhone gehörende Netzteil schafft nur 5W (was im Übrigen auch ein sehr geiziger Zug von Apple ist).

Ebenfalls zu kurz gedacht, aber nicht weiter nervig, ist die LED auf der Rückseite des Bilderrahmens. Ihr Blinken soll den Abschluss oder eine Störung des Ladevorgangs ankündigen. Doch warum sollte man dafür den Bilderrahmen umdrehen, wenn ein Blick auf das Handy-Display den gleichen Erkenntnisgewinn bietet?

Test-Fazit: Twelve South PowerPic macht das Aufladen schick

Wer sich mit dem Design des Twelve South PowerPic anfreunden kann, erhält ein äußerst sinnvolles Smartphone-Zubehör, das ein typisches Alltagsproblem im digitalen Leben sehr galant löst. Denn das induktive Laden ist zwar praktischer als ein Kabel in den USB-Slot des Handys zu fummeln. Aber bislang musste man dafür den optischen Störfaktor unansehnlicher Ladeschalen in Kauf nehmen.

Beim PowerPic kombiniert Zubehörhersteller Twelve South das Nützliche mit dem Ästhetischem. Vorausgesetzt, der kantige Look trifft den Geschmack des Betrachters. Darüber hinaus lädt die Ladestation viel schneller als andere Modelle und hebt sich auch damit aus der Masse heraus. Das bedingt jedoch, dass man zu dem ohnehin schon hohen Preis von 80 Euro, noch einmal zehn Euro für ein entsprechend leistungsstarkes Netzteil ausgibt. Diese Knausrigkeit ist der einzige wahre Wehrmutstropfen bei einem ansonsten begeisternden Gadget.

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Images by Twelve South


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