The Witcher – Offizieller Trailer der Netflix-Serie macht Hoffnung

Mit der Spielreihe „The Witcher“ eroberte der raubeinige Hexer Geralt von Riva die Herzen etlicher Gamer. 2017 kündigte Netflix schließlich eine Serie um den beliebten Hexer an, die auf den ursprünglichen Büchern Andrzej Sapkowskis beruhen soll, auf denen auch die Spiele basieren. Die Serie um den Monsterjäger soll noch dieses Jahr erscheinen. Nun hat Netflix endlich den ersten Trailer zu The Witcher veröffentlicht. Kurz zuvor veröffentlichte Netflix bereits erste Bilder, die Fans der Bücher und Spiele ein Stück weit aufatmen ließen. Die erhitzten Diskussionen blieben aber nicht bei den Bildern stehen. 

Mittlerweile ist auch der erste Trailer zu der The Witcher Netflix-Serie erschienen. Dieser überzeugt mit starken Schauwerten und gibt bereits einen ersten Ausblick darauf, wo die Serie dem Buch treu bleibt und wo sie sich künstlerische Freiheiten nimmt. So scheint die Geschichte um die Zauberin Yennefer ein wenig ausgeschmückt zu werden. Allgemein scheinen die Zauberinnen bereits am Anfang eine große Rolle zu spielen. Da sich im Verlauf der Bücher später der wahre Einfluss der Zauberinnen offenbart; eine nachvollziehbare Entscheidung. Auch ist Ciri zu Beginn der Geschichte bereits etwas älter als in den Büchern, wenn sie zum ersten Mal auf Geralt trifft. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Kurzgeschichten und die Fortsetzungsgeschichte als Serie reibungslos ineinandergreifen müssen. Selbst die an sich sehr glaubwürdige Historienserie Rom hat den geschichtlichen Verlauf zugunsten der Dramaturgie komprimiert.

Interessant ist auch ein erster Blick auf den Konflikt zwischen Menschen und „Anderlingen“ – so werden Elfen und Zwerge oft abfällig von den Menschen bezeichnet. Dieser Konflikt wird die Serie vermutlich immer wieder heimsuchen, da es ein prägendes Element der Bücher darstellt. 

Der Trailer endet mit einer Szene, in der Geralt seinem seltenen Broterwerb nachkommt: dem Jagen von Monstern. Das Gesicht ist gezeichnet von der Einnahme eines Hexertrankes, der seine Sinne noch schärfer macht als ohnehin schon. Technisch macht die Serie bereits einen extrem hochwertigen Eindruck und könnte die Erwartungen erfüllen, die Zuschauer seit Game of Thrones an eine Fantasy Serie stellen.

Bilder von Geralt, Yennefer und Ciri

Bereits das offizielle Poster zeigte eine Rückansicht Geralt von Rivas, der hinaus auf das Meer blickt. Auf dem Rücken trägt er lediglich ein einziges Schwert. Fans der Spiele stieß dies ganz besonders auf, da sie „ihren“ Geralt dort stets mit zwei Schwertern auf dem Rücken kannten – ein Stahlschwert gegen menschliche Gegner, ein Silberschwert gegen Monster.

An dieser Stelle muss ich jedoch eine Lanze oder doch besser ein Schwert für die Serie brechen, da Geralt sein zweites Schwert laut den Büchern tatsächlich bei seinem Pferd Plötze lässt, wenn er es gerade nicht braucht. Im Kurzgeschichtenband „Der letzte Wunsch“ (Provisionslink) wird Geralt außerdem folgendermaßen beschrieben: „Der Unbekannte wirkte nicht alt, doch er hatte fast ganz weiße Haare. Unter dem Mantel trug er ein abgewetztes Lederwams, das am Hals und über den Achseln zugebunden war. Als er den Mantel auszog, bemerkten alle, dass er an einem über die Schulter laufenden Gurt ein Schwert trug.“

Die Rede ist auch hier von einem einzigen Schwert. Eher die Tatsache, dass er sein Schwert auf dem Rücken trägt, ist als Besonderheit beschrieben. Diskussionen darüber, dass man bei der Serie wegen des Schwertes ungenau arbeitet, sind damit also schon hinfällig.

Neben dem Poster veröffentlichte Netflix außerdem erste Bilder zu drei zentralen Charakteren der Buchreihe. Von Geralt, verkörpert durch Henry Cavill, gibt es eine weitere Ansicht wie er in einer kargen, von Nebel bedeckten Landschaft steht sowie eine Nahaufnahme seines Gesichts. Gerade Letzteres ist für Spielefans ein deutlicher Schritt nach vorne gegenüber dem vor Monaten erschienenen Eindrücken aus der Kostümanprobe Cavills.

Geralt überzeugt, Yennefer noch nicht ganz

Obwohl ich Cavill durchaus einen guten Geralt-Look zutraute, war ich selbst ziemlich enttäuscht. Gesicht, Perücke und Kleidung passten einfach noch nicht ganz zusammen und Cavill wirkte auch ein bisschen zu jung und frisch. Allerdings geht es mir wie vielen anderen: Meine Erwartungen sind stark von der Darstellung in The Witcher 3 geprägt. In den Vorgängerspielen war der Look durchaus noch etwas anders und in den Büchern gibt es kaum Anhaltspunkte auf das Aussehen Geralts. Die zuvor zitierte Passage ist noch eine der genauesten Beschreibungen. Trotzdem bin ich froh, dass Geralt auf den ersten richtigen Bildern nun doch rauer und kantiger daherkommt.

Auch von der Zauberin Yennefer von Vengerberg (Anya Chalotra) und Cirilla von Cintra (Freya Allan) gibt es jeweils eine Nahaufnahme des Gesichts sowie ein Bild, welches das komplette Kostüm zeigt und einen Blick auf die wilde Natur der Drehorte zulässt. Während ich die Besetzung Ciris optisch gelungen finde, habe ich bei der Besetzung Yennefers noch etwas größere Bedenken. Yennefer ist ein sehr bestimmender, oftmals auch kühl anmutender Charakter. Anya Chalotra verkörpert diese Attribute auf den ersten Blick aus meiner Sicht jedoch nicht. Ich lasse mich aber natürlich gerne eines Besseren belehren.

The Witcher feiert bereits im Dezember Premiere

Der Serienstart ist bereits für Dezember dieses Jahres geplant. Damit hat Netflix eine gute Ausgangsposition, schnell in die Fantasy-Lücke zu treten, die Game of Thrones nach dem Serienende hinterlässt.

Trotzdem gibt es ein paar Fragezeichen bezüglich der Serie. Viele potentielle Zuschauer werden durch The Witcher 3 bereits Erwartungen haben, wie die Welt des Hexers auszusehen hat. Selbst wenn sich die Gestaltung am Ende doch stärker unterscheiden sollte, könnten Serie und Spiel am Ende eine schöne Wechselwirkung ergeben, wenn man sich darauf einlässt. Durch die Spiele bin ich auf die Bücher gestoßen und es ist einfach grandios, wie viele Anspielungen auf die Bücher es im Spiel gibt. Vermeintliche Nebenbemerkungen lassen einen als Buchleser teils glücklich lächeln. Mit der Serie könnten auch weniger lesefreudige Spieler in den Genuss der Geschichte kommen, die ein so starkes Fundament für The Witcher 3 erschuf.

Jetzt warte ich eigentlich nur noch darauf, Rittersporn zu sehen. Außerdem bin ich schon gespannt, wie passend der Soundtrack die unbarmherzige Welt zusätzlich in Szene setzt. Im Trailer macht diese schon mal einen guten Ersteindruck.

Wer noch kein The Witcher 3 besitzt, sollte das unbedingt nachholen (Provisionslink)


Images by Netflix

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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