All posts under rp14

#rp14: Isabella David über Lokales und Geld im Journalismus

rp14-Talk über Lokaljournalismus (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)

Im Interview spricht Mittendrin-Mitgründerin Isabella David über Finanzierungsmöglichkeiten von Blogs und ihre Ablehnung von Paid Content. // von Gina Schad

rp14-Talk über Lokaljournalismus (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)

Im Gedächtnis blieb ihre radikale Ablehnung von Paid Content: Isabella David, Mitbegründerin des Hamburger Blogs Mittendrin, hat im Mai auf der re:publica mit anderen Bloggerinnen und Journalistinnen über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten für Online-Medien diskutiert. Für ihren eigenes Medium lehnt sie Paid Content weiter konsequent ab. Sie sieht jedoch keinen Widerspruch darin, Kooperationen mit anderen Online-Nachrichtenmagazinen einzugehen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Podcast #4: Wie geht digitale Bildung? Auf der Suche nach Visionären

Education Reform: Insert your favorite “Wrath of Khan” joke blog title here (adapted) (Image by opensource.com [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Wie geht digitale Bildung? Der vierte Netzpiloten-Podcast hat auf der re:publica 2014 Antworten und Visionäre gesucht. Im vierten Netzpiloten-Podcast haben sich Jenny Genzmer und Tobias Schwarz auf der re:publica 2014 mit dem Thema „Digitale Bildung“ beschäftigt und sich auf die Suche nach Visionären gemacht. Gefunden haben sie Guido Brombach, Bildungsreferent im Themenbereich „Computer und Medien“ beim DGB Bildungswerk, und den Erziehungswissenschaftler Christoph Bartholomäus.

Podcast

 

Shownotes

Kapitel 1: OER (Open Educational Resources) – 4:05

Kapitel 2: Digital Citizenship – 11:50

Kapitel 3: Gamification – 34.14


„Podcast #4: Wie geht digitale Bildung? Auf der Suche nach Visionären“ steht unter der Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 (CC BY-ND 3.0).


Image (adapted) „Education Reform: Insert your favorite “Wrath of Khan” joke blog title here“ by opensource.com (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Structured Journalism: Journalisten als Bibliothekare

dewy indeed he do (adapted) (Image by emdot [CC BY 2.0] via Flickr)

Informationen atomisieren, verschlagworten, neu kombinieren: Das ist das Prinzip hinter „Structured Journalism“. Warum Journalisten wie digitale Bibliothekare arbeiten sollten. „Der Artikel als »standard consumption unit« des Journalismus erweist sich online als erstaunlich unkaputtbar“ – treffender kann man die herrschenden Publikations- und Rezeptionsverhältnisse in der Medienlandschaft kaum beschreiben. Zeitungen und Zeitschriften haben ihn geboren, als fertiges, in sich abgeschlossenes Produkt. Dieses Produkt wurde mit dem Beginn des Onlinejournalismus auch ins Netz übertragen und herrscht dort noch immer vor.

Information im Internet muss sich aber nicht auf ein Produkt beschränken, sondern kann eine Entwicklung darstellen: Prozessjournalismus. Den praktizieren auch Florian Steglich, Thom Nagy (beide von nzzlabs) und Sebastian Horn vom Journalismus-Software-Dienstleister Sourcefabric, sie nennen ihn nur anders: Structured Journalism. Structured Journalism?

Sebastian Horn definiert den Begriff auf dem re:publica-Workshop „Assets, Objects, Points: Was Structured Journalism bringen kann“ als Organisationsprinzip, bei dem es um folgendes geht:

  • isolieren und organisieren der kleinsten Infoeinheiten
  • zusammensetzen dieser Einheiten zu anderen journalistischen Angeboten,…
  • …die durch kontinuierliche Pflege im Laufe der Zeit wertvoller werden…
  • …und als Ganzes neue Kombinationen und damit qualitativ neue Erkenntnisse ermöglichen.

Am Anfang steht dabei immer das Ereignis, dieses besteht aus mehreren Updates. Jedes Ereignis gehört zu mindestens einem Erzählstrang. Der Erzählstrang wiederum ist die sinnvolle Verknüpfung mehrerer Ereignisse, die zusammen eine längerfristige Entwicklung abbilden. Nachdem Grafiken ja mehr als 1000 Worte erzählen, demonstriere ich das mit einer Folie aus dem Structured Journalism-Workshop:

 

Klingt abstrakt und nach Zukunftsmusik? Das, was das Trio meint, gibt es schon, Thom Nagy zeigte eine Reihe von Beispielen:

  • Artikel auf Webseiten lassen sich mit Schlagworten versehen, aus diesen Schlagworten generieren sich automatische Themensites (z.B. die Snowden-Themenseite bei SPIEGEL ONLINE)
  • Liveticker oder Live-Blogs, bei denen im Abstand von Minuten (Text-)Updates veröffentlicht werden, die dann ganz oben stehen (z.B. wie beim re:publica Blog der SZ)
  • Ebenfalls mit einer regelmäßigen Update-Funktion, nur über einen viel größeren Zeitraum (bis hin zu mehreren Monaten) arbeitet The Verge mit seinen Story Streams

 

  • Schon deutlich weniger bekannt sein dürfte der Begriff „Card stacks“: Hier wird ein Phänomen in einzelnen Karten erklärt, die sich nacheinander durchklicken lassen, z.B. „What is network neutrality?“ auf vox.com, die unter der Rubrik “understand the news” klassischen Erklärjournalismus betreibt.
  • Ähnlich, nur in noch kleineren Infoeinheiten funktioniert der News-Dienst cir.ca: Hier ist eine Nachricht in verschiedene Aspekte unterteilt, durch die man sich scrollen kann, es lassen sich sogar die einzelnen Absätze separat twittern
  • Bei den Google Living Stories – einer Kooperation von Google, New York Times und Washington Post, wurden alle Artikel zu einem Thema unter einer URL gesammelt, die Einträge waren in Zitate, Schlüsselfiguren und Themenstränge eingeteilt. Das Projekt wurde 2010 eingestellt, der Code ist aber weiter verfügbar.
  • politifact ist eine Fact-Checking-Plattform, gegründet von der Tampa Bay Times in Florida: Hier werden Politiker-Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Ein Beispiel für ein Angebot, das durch kontinuierliche Pflege im Laufe der Zeit immer wertvoller wird.

Bei den meisten dieser Beispiele steht Text im Vordergrund, nur kleiner und flexibler portioniert. Horn, Nagy und Steglich sehen die journalistische Story im Idealfall aber als eine Summe von Datenpunkten und diese Datenpunkte können neben Text genauso gut Bilder, Grafiken, Zitate, Karten oder natürlich Zahlen sein. Florian Steglich stellt sich den Journalisten des 21. Jahrhunderts als Bibliothekar vor, der seine Rohdaten strukturiert und einsortiert und bei Bedarf herausholt und wieder neu zu Erzählsträngen zusammensetzt. Das Anspruchsvolle dabei ist es, für jede Geschichte eine geeignete bzw. funktionierende Kombination dieser Elemente zu finden.

Die Crux in der Praxis: wie „atomisiert“ man seine Information, seine Recherche-Ergebnisse, wie und wann kann man sie verschlagworten? Inwieweit erlaubt das eigene CMS das und welche Grenzen setzt es bei der Neu-Kombination? Anders ausgedrückt: Formt das Tool die Geschichte oder die Geschichte das Tool? Setzt man Storytelling-Tools wie Pageflow vom WDR ein und richtet sich danach oder schreibt man „Code von Scratch“? Wünschenswert wäre es natürlich, wenn die Geschichte die Aufbereitung bestimmt, aber auch aufwändiger und nur mit entsprechender Programmierpower umzusetzen. Womit wir wieder bei der Diskussion wären, wie viel Programmierkenntnisse Journalisten heute haben müssen.

In bestimmten Fällen ist es sogar möglich, dass die Datenbank die Geschichte erzählt. Im Sportjournalismus, wo es viel um Statistiken geht, gibt es das bereits. Weitere Anwendungsfälle sind Wetter, Finanzdaten, Wahlergebnisse und Kriminalität. Lorenz Matzat hielt auf der re:publica einen eigenen Vortrag zum Roboterjournalismus. (Wobei die Teilnehmer viel öfter von dem twitterten, was Roboter laut Matzat nicht ersetzen können: Reportagen, Investigationen, Interviews, Feuilleton, Kommentare, Glossen).

Nicht zu verwechseln ist Structured Journalism mit Datenjournalismus. Während der Datenjournalismus Daten analysiert und daraus Geschichten filtert, geht es bei Structured Journalism darum, Informationen schon bei ihrer Entstehung zu verschlagworten und (in Datenbanken) zu strukturieren, um sie als Basis für neue Geschichten zu verwenden. Auch das lässt sich grafisch veranschaulichen:

 

Aber egal, ob Structured Journalism oder Datenjournalismus: Der Artikel wird zunehmend als “standard consumption unit” abgelöst werden. Journalistische Recherche und Produktion werden prozesshafter, und wer seine Rechercheergebnisse digital strukturiert, wird diesen Prozess besser meistern.

Linkliste:

Dieser Beitrag erschien zuerst im Torial Blog


Image (adapted) „dewy? indeed he do.“ by emdot (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

#rp14: Big Data könnte uns den freien Willen wegnehmen

Viktor Mayer-Schönberger - re:publica 2014, Tag 2 (adapted) (Image by re:publica [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Viktor Mayer-Schönberger von Oxford Internet Institute sieht Big-Data-Vorhersagen als Einschränkung des freien Handelns der Menschen. Im Nachfeld der Internet-Konferenz re:publica wurde viel darüber diskutiert, ob Sascha Lobos „Rede zur Lage der Nation“ gut, ob David Hasselhoffs Werbeauftritt für F-Secure notwendig oder der Google-Hoax der Künstlertruppe Peng! Collective gelungen war. Von den Medien leider ein wenig übersehen wurde dabei der wichtige Vortrag des österreichischen Oxford-Professors Viktor Mayer-Schönberger zu den „ethischen Grenzen von Big Data„. Denn Mayer-Schönberger warnte sehr eindringlich vor den Gefahren einer allumfassenden Datenerfassung, die uns künftig einmal die Freiheit nehmen könnte, uns frei zu entscheiden und zu handeln.

Vergangenheit bestimmt die Zukunft

Big Data ändert unser Verständnis für Zeit, und das könnte unsere Gesellschaft, unsere Freiheit und unsere Art zu leben zerstören„, findet Mayer-Schönberger und meint, dass die lineare Zeit (das Morgen entwickelt sich anders als das Heute) abgeschafft wurde. Er erklärt das an einem Beispiel: In 30 Bundesstaaten der USA werden bereits Big-Data-Analysen dazu verwendet, um das Verhalten von Straftätern vorherzusagen. Bei Entscheidungen, ob jemand auf Bewährung freikommt, wird in mehr als 50 Prozent der Fälle auf Computer-Vorhersagen zurückgegriffen, die die Wahrscheinlichkeit berechnen, ob jemand wieder in die Tötung eines Menschen verwickelt werden sein wird. Es entscheidet also nicht mehr ein Sozialarbeiter oder ein Kriminologe, ob jemand mit Chance auf Besserung freikommt, sondern statistische Wahrscheinlichkeiten, die von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. „Die Vorhersage nimmt uns die Chance, nach unseren eigenen Wünschen zu handeln, die Zukunft wird bestimmt durch die Vergangenheit„, so der Oxford-Professor.

Big-Data-Vorhersagen könnte man schon bald in vielen verschiedenen Gesellschaftsbereichen finden: Statistische Berechnungen entscheiden etwa darüber, ob man einen Kredit oder ein Bankkonto, den Führerschein oder eine Autoversicherung, eine Operation oder eine Behandlung, eine Ausbildung oder einen Job bekommt. Heute hat sich in den Köpfen vieler junger Menschen bereits folgendes festgesetzt: „Das Internet vergisst nicht, wir sind die erste Generation, deren Leben digital erfasst wird.“ Es ist noch sehr abstrakt für den Einzelnen, was diese Permanenz der Daten bedeuten wird, aber man bekommt zumindest ein Gefühl dafür, wenn man hört: „Die Partyfotos von damals haben ihm eine Chance auf diesen Job genommen.“ Die weitreichenden Konsequenzen auf unsere Zukunft sind etwa im Film „Minority Report“ zu erahnen, wo Menschen eingesperrt werden, obwohl sie das Verbrechen noch gar nicht begangen haben.

Mittel gegen den „Polizisten im Kopf

Vorhersagen sind nicht perfekt, sondern nur Wahrscheinlichkeiten, das ist Strafe ohne Schuld„, sagt Viktor Mayer-Schönberger. „Wie soll ein Mensch in dieser Welt seine Unschuld beweisen? Vorhersage wird gleichbedeutend mit dem Urteil.“ Frei handeln könne man unter solchen Umständen nicht mehr, denn ständig hätte man den „Polizisten im Kopf„, der dafür sorgt, dass man sich selbst aus Angst vor späteren Konsequenzen einschränkt und zensuriert. Die Abschaffung des freien Willens durch Big Data wiederum ist sehr abstrakt, lässt sich an einem kleinen Beispiel aber einfach veranschaulichen: Nehmen wir an, dass alle unsere Autos vernetzt sind, im Netz hängen und ihre Position ständig erfasst wird. Am Amaturenbrett gibt es ein Display, über das man viele praktische Funktionen abrufen kann – etwa, um einen Parkschein zu kaufen. Heute kann man bereits Parkscheine online via Smartphone kaufen, aber man muss nicht. Jeder kann das Risiko eingehen, den Parkschein nicht zu lösen und eine Strafe zu riskieren. In einer komplett vernetzten Welt, in der die Position eines Auto aber jederzeit den Behörden bekannt ist, ist das nicht mehr möglich. Am Display im Auto dürfte es dann nur mehr die sinnlose Auswahl zwischen „geringe Parkgebühr jetzt zahlen“ oder “hohe Strafe später zahlen” geben, und niemand würde sich für Zweiteres entscheiden – die Option, den Parkschein einfach nicht zu zahlen (etwa, weil man glaubt, die Parkregel ist falsch), fällt weg.

 

Mayer-Schönberger fordert, wie viele andere auch, eine Beschränkung von Big-Data-Anwendungen und Big-Data-Experten, die diese Anwendungen auf ihre Verträglichkeit testen und zertifizieren. Das sind große Aufgaben für die Politik, die sich ihnen im Post-Snowden-Zeitalter so schnell wie möglich widmen müssen. Dem Einzelnen empfiehlt Mayer-Schönberger den regelmäßigen Ausbruch aus dem Regelwerk, das uns bereits heute umgibt, um sich ein Gefühl von Freiheit zu erhalten – einmal in der Woche bei Rot über die Straße gehen oder einen Parkschein nicht zu bezahlen kann so ein gewollter, freiwillige Regelbruch sein. Die Konsequenzen dafür muss man dann aber auch tragen.


Image (adapted) „Viktor Mayer-Schönberger – re:publica 2014, Tag 2“ by re:publica (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

#rp14: Wie persönliche Daten zurückerobert werden könnten

Wie können wir die Souveränität über unsere Daten zurückerlangen? Drei Sessions auf der re:publica versuchten eine Antwort zu finden. // von Katharina Brunner

 republica_screenshot650

Wir müssen unsere Daten schützen! Der Satz ist leichter gesagt als getan. Wie könnte man es tatsächlich schaffen, die Souveränität über die eigenen Daten zurückzugewinnen? Am ersten Tag der re:publica haben sich in drei Sessions die Referenten versucht, über eine Definition von My Data, konkreten Tools und einem Gedankenexperiment zu einem idealen Netzwerk versucht, sich dem Thema zu nähern. Das große Zauberwort: Dezentralität.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 8. Mai und 5 Lesetipps zur rp14

In unseren Lesetipps geht es heute um die Netzneutralität, den Urknall, Googles Loon-Projekt die Diskussion um die Providerhaftung und die re:publica. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT I Digitale Notizen: Die Sache mit der Netzneutralität: Was ist eigentlich Netzneutralität? Der Video-Blogger Hank von Vlogbrothers bringt das in einem kurzen Dialog mit sich selbst gut und unterhaltsam auf den Punkt. Wer sich bisher vor dieser wichtigen Debatte scheute, findet hier vielleicht einen sehr guten Einstieg in die Materie.
  • NETZNEUTRALITÄT II Ars Technica: Weak net neutrality won’t scare investors away from Internet startups: Auf Ars Technica schreibt Jon Brodkin über einen Aspekt der Auswirkungen des Wegfalls von Netzneutralität auf die Digitalwirtschaft: Geld wird trotzdem fließen. Während davon ausgegangen werden kann, dass es aufgrund der verzerrten Wettbewerbsbedingungen zu einem Einbruch von Innovation kommen wird, werden Investoren seiner Meinung nach weiterhin in Startups investieren.
  • URKNALL CNET: See epic computer sim re-create the universe: Auf CNET schreibt Eric Mack über den Versuch von Physikern, mit Hilfe eines Netzwerks an Supercomputers den Urknall, also die Entstehung unseres Universums, zu simulieren. Damit wollen sie herausfinden, was genau nachdem Urknall passierte.
  • PROJECT LOON Ars Technica: Google will lease its balloon-based wireless network to telcos: Auf der TechCrunch Disrupt berichtet Astro Teller, der Leiter von Googles Ballon-Projekts „Loon“ darüber, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. Sein Plan ist, die WLAN teilenden Ballons an nationale Telekommunikationsunternehmen zu vermieten und so das Projekt zu finanzieren. Die Unternehmen wiederum hätten die Möglichkeit auch in ländlichen Regionen eine Grundversorgung mit Internet anzubieten.
  • PROVIDERHAFTUNG Musikmarkt: DACH-Forum 2014 – Providerhaftung neu bestimmen?: Auf Musikmarkt.de berichtet Lothar Scholz vom zweiten Tag des von GVU, VAP und SAFE veranstalteten DACH-Forums 2014 zum Urheberrechtsschutz, dass parallel zur Berlin Web Week stattfand. Thema war die Verantwortlichkeit der Internet Service Provider für Rechtsverletzungen im Zentrum der Debatte, allerdings wurde dies ohne einen Host-Provider diskutiert. Die Einseitigkeit der Podien wurde allgemein beklagt. Neu ist bzw. ein alter Hut, die Position von Ansgar Heveling (CDU), der das Thema „Warnhinweise“ im Internet scheinbar noch nicht aufgegeben hat.

  • RP14 I Breitband: Hacking in Afrika: Die Berlinerin Victoria Wenzelmann ist Teil eines Teams von Designern und Entwicklern aus Europa, die letzten Herbst einen Roadtrip durch Afrika machten. Im Interview auf der re:publica berichtet sie von Gemeinsamkeiten und Unterschieden europäischer und afrikanischer Hacker.
  • RP14 II Frisch gebloggt: Re:publica 2014 Tag 2 – ein Resumee: Ja ja, die re:publica ist keine Blogger-Konferenz mehr und war es vielleicht auch nie. Schon kapiert. Hier gibt es trotzdem einen lesenswerten Bericht über den zweiten Konferenztag von der Bloggerin Katharina Kokoska.
  • RP14 III Zeit Online: Interessanter Autismus-App vorgestellt: Auf Zeit Online berichtet Angela Gruber über eine App, die Autisten die Kommunikation erleichtern sollen. Die sind aber teuer, weshalb Doreen Kröber zusammen mit ihrem autistischen Sohn eine Alternative entwickelt hat, die sie auf der re:publica vorstellten.
  • RP14 IV stern@re:publica: Google Nest oder: der liebloseste Hoax aller Zeiten: Timo Brücken vom Stern-Team auf der re:publica berichtet von dem gestrigen Hoax auf der Konferenz, der vermeintlichen Ankündigung neuer sozialer Features von Google. War dann aber alles doch nicht so witzig, wie geplant, was bei den meisten Besuchern gar nicht gut ankam.
  • RP14 V Zeit Online: Hier können alle für eine freie Gesellschaft kämpfen: Auf Zeit Online stimmt Kai BIermann ein Loblied auf die re:publica an, zwar eine von vielen Konferenzen zum Internet in Europa, aber eine, die von normalen Menschen für normale Menschen gemacht wird. Das es bei der re:publica um eine Veranstaltung handelt, in der gerade die Zivilgesellschaft selber das Internet und seine Auswirkungen diskutieren kann, macht die Konferenz so wertvoll.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 7. Mai und 5 Lesetipps für den zweiten rp14-Tag

In unseren Lesetipps geht es um Google in der Schule, den Erfolg von Musik auf Vinyl, DuckDuckGo vs. Google, die neue Silk Road, die Zukunft des sozialen E-Commerce und die re:publica 2014. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE CNET: Google unveils Classroom, a tool designed to help teachers: Google hat einen interessanten Use Case vorgestellt, wie die Produkte des Suchmaschinenriesens intelligent in der Schule eingesetzt werden können. Mal abgesehen von der Eigenwerbung des Unternehmens für seine Produkte zeigt dieser Fall Möglichkeiten des vernetzten Lernens und der Organisation des Bildungswesen durch digitale Mittel. Und wie viel in diesem Bereich noch nicht getan wurde.
  • MUSIK Ars Technica: Largest vinyl record pressing plant in the US is expanding: Seit Jahren schon steigen die Verkaufszahlen für Vinyl-Schallplatten, wenn auch nur im niedrigen einstelligen Bereich. Doch trotz iTunes, Spotify und AmazonMP3 scheint sich das Geschäft mit den durch digitale Bearbeitung wirklich sehr guten Tonträgern wieder zu lohnen. Die in den USA größte Schallplattenpresse baut aus, denn sie erwarten, dass der Trend noch weiter geht. Interessanterweise hat der Erfolg der Schallplatte etwas mit dem Erfolg digitaler Musik zu tun.
  • SUCHMASCHINE TIME: DuckDuckGo Is About to Become a Far More Powerful Google Alternative: Die vor allem durch ihre sehr nutzerfreundlichen Privatsphäre-Einstellungen bekannte Suchmaschine DuckDuckGo plant die nächste Version der Suchmaschine, mit mehr Funktionen und einem neuen Design. Die meisten dieser Neuerungen verringern den Abstand zum von Google gesetzten Standard erheblich, so dass hier vielleicht die meist nur Datenschutz-Aktivisten bekannte Alternative langsam in den Mainstream vorrücken könnte.
  • SILK ROAD Techdirt: Silk Road 2.0 Now Larger Than Silk Road Ever Was: Wie beim Kampf gegen Napster, als nach der Zerschlagung der Musiktauschbörse lauter neue Dienste entstanden, die den vermeintlichen Pionier ersetzten, ist auch der von den US-Bundesbehörden zerschlagene Online-Marktplatz Silk Road, berühmt für die einen Teil davon ausmachenden Schwarzmarkt-Geschäfte und das hier mit Bitcoins bezahlt werden konnte, inzwischen durch neue Anbieter ersetzt wurden, die noch größer und erfolgreicher sind, als ihr Vorgänger.
  • E-COMMERCE CNET: Why Amazon wants you to use Twitter hashtags to shop: Gestern haben wir in den Lesetipps über die Kooperation von Amazon und Twitter berichtet, die ermöglicht, dass in Tweets gesendete Links zu Produkten auf Amazon direkt in den eigenen Warenkorb wandern können, ohne Twitter zu verlassen. Donna Tam hat sich für CNET dieses neue Feature genauer angesehen und erklärt dir Vorteile für beide Unternehmen und wie wir in Zukunft online einkaufen könnten.

  • RP14 I Zeit Online: Unterwandern gegen Überwachen: Ein paar Online-Petitionen unterzeichnen ist zu wenig: Auf der re:publica rufen Aktivisten zu Unterwanderung der Politik und zur technischen Aufrüstung der Massen auf, wie Eike Kühl auf Zeit Online schreibt. Zusammen mit Sascha Lobos Aufforderung, das System von innen heraus zu verändern, scheint nach den Jahren des Hypes um die Piratenpartei wieder mehr Realitätssinn in die sich politisierende Netzgemeinde zu kommen.
  • RP14 II Heise Online: Asyl for Snowden!: Bei allem Wachstum und der damit einhergehenden Kommerzialisierung der re:publica ist das Wesen der Blogger-Konferenz immer noch erkennbar. Zwei der wichtigsten Themen war die Forderung nach Asyl für Edward Snowden und Solidarität mit in Asien inhaftierten Bloggern, wie Stefan Krempl auf Heise.de schreibt.
  • RP14 III Tagesschau.de: Politik ohne Politiker: Auf Tagesschau.de wundert sich WDR-Reporter Christian Feld, dass es in Zeiten des Europawahlkampfs und politischer Skandale wie der Überwachung so wenig Politiker auf der re:publica gibt. Dabei übersieht er aber, dass die sich hier treffende Zivilgesellschaft politischer wird, ein klarer Fortschritt zu den letzten Jahren.
  • RP14 IV BR.de: #Auftanken, bitte!: Eine Zapfsäule mit USB-Schnittstelle lädt auf der re:publica zum Auftanken ein. Wikimedia kämpft damit für die Verbreitung von öffentlichen Daten. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt Mathias Schindler die auf Twitter trendende #Datentankstelle.
  • RP14 V Zeit Online: Hauptsache Hasselhoff: Don’t believe the hype: David Hasselhoff soll auf der re:publica über digitale Freiheit sprechen. Er redet vor allem über sich selbst und die Mauer. Und am Ende singt er doch. Steffi Dobmeier zeigt in ihrem Artikel, dass wirklich niemand etwas verpasst hat, der nicht auf der re:publica war oder da war, aber nicht zum Vortrag von David Hasselhoff ging. Inhaltlich kam da nämlich überhaupt nichts bei raus.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Destination Check: Welches Event darf man 2014 nicht verpassen?

republica 2013 121 #rp13 (adapted) (Image by Blogging Dagger [CC BY SA 2.0], via flickr)

Das Jahr 2014 ist noch nicht einmal zwei Wochen alt, da stehen schon wieder die ersten Veranstaltungen im Kalender und das Jahr ist ja noch lang. Wir haben Svenja Goebel, Ela Kagel, Krystian Woznicki und Andreas Weck gefragt, auf welche Veranstaltung sie sich 2014 am meisten freuen und die Vier haben uns auch geantwortet: OKfest, Einbruch der Dunkelheit, re:publica, Workaround2, der European-Pirate-Summit und die Social Media Week Berlin sind ihre Highlights in diesem Jahr.

Svenja Goebel, Community Managerin bei Motor-Talk.de


Am allermeisten freue ich mich dieses Jahr wieder auf die Social Media Week Berlin, weil sie spannend wie kaum eine andere Veranstaltung ist, unterschiedlichste Menschen zusammen kommen und man sich über alles rund um Mobile, Technik und Social Media austauschen kann. Das Ganze in einem herrlich entspannten Rahmen in teilweise ungewöhnlichen Locations. Auch wenn der Termin noch nicht feststeht, wird das Community Camp wieder eine feste Größe in meinem Kalender sein. Community und Social Media Manager aus ganz Deutschland treffen sich zu einem Wochenende, das ganz dem Erfahrungsaustausch gewidmet ist. Von skurrilen Erfahrungen bis hin zu Expertenwissen wird wieder alles dabei sein.


Krystian Woznicki, Gründer und Herausgeber der Berliner Gazette


Ich freue mich auf „Einbruch der Dunkelheit„, eine internationale Konferenz am 25. und 26.1. in Berlin, die den NSA-Skandal und die Debatte darüber nochmal auf ein neues Level bringt. Die Konferenz sieht Überwachung in einem breiteren Kontext als die bisherigen Diskussionen. Bislang wird das Thema weitgehend auf eine staatsrechtliche und verfassungsrechtliche Perspektive reduziert. Darüber hinaus rückt bei „Einbruch der Dunkelheit“ die gesellschaftliche und kulturelle Dimension von Überwachung ins Blickfeld. Was nützen die besten Gesetze, wenn die große Mehrheit in Deutschland keinen ausgeprägten Sinn für Privatheit hat? Was nützen transparentere Geheimdienste, wenn rundumdigitalisierte Selbstausleuchtung u.a. in sozialen Netzwerken zu einer neuen gesellschaftlichen Norm wird? Ich freue mich auf die Konferenz, die ich gemeinsam mit dem Berliner Gazette-Team kuratiert habe, weil wir dort versuchen wollen, erforderliche Gesetzes- und Lifestyle-Korrekturen zusammenzudenken.


Ela Kagel, Kunstkuratorin und Managing Partner des Supermarkt


Ich freue mich dieses Jahr auf das OKFest, das in Berlin stattfinden wird, weil es ein spannendes Aufeinandertreffen von Open Knowledge Initiativen aus aller Welt sein wird und ich gespannt bin, wie die Vielzahl von Themen organisiert und präsentiert werden wird. Dann noch auf WORKAROUND 2 (Selbstbeschäftigung, Selbstmanagement & Neue Arbeitsformen) bei uns im SUPERMARKT, weil wir uns noch intensiver mit neuen Organisationsformen von Arbeit auseinandersetzen und von internationalen Best Practice Projekte lernen wollen und noch auf die re:publica 14, weil das immer die beste Gelegenheit ist, all die Menschen die ich sowieso treffen wollte, zu sehen und mich mit ihnen auszutauschen.


Andreas Weck, Redakteur für Social Media und Netzpolitik bei t3n


Das Jahr 2014 wird wieder mit einigen Veranstaltungen glänzen – da bin ich mir sicher. Allerdings werden es nicht unbedingt die großen, medienwirksam inszenierten Events sein, die mein Interesse wecken, sondern eher die kleinen Kongresse. Hier ein Beispiel: Im vergangenen Jahr war ich Gast auf dem European-Pirate-Summit (EPS) in Köln. Das Startup-Event hat mir besonders gut gefallen und die pompöse TechCrunch-Disrupt in Berlin inhaltlich locker in den Schatten gestellt. Neben den üblichen Pitches, haben sich die Macher nämlich auch mit wichtigen Fragen des Netzes beschäftigt, die nicht zuletzt für junge Gründer relevant sein dürften – beispielsweise zur Späh-Affäre und was sie für die junge Cloud-Branche tatsächlich bedeutet. Zudem bin ich dort Zeuge einer regen und sehr interessanten Diskussion zum HighTech-Gründerfond geworden. Dabei stand die Frage im Raum, ob er seiner Aufgabe technisch-innovative Unternehmen zu unterstützen genügend nachkommt oder ob er mit großen Investitionen in beliebige e-Commerce-Buden wie windeln.de, die ihm anvertrauten Steuergelder falsch verteilt. So viel Lust auf Diskurs macht Spaß – ich hoffe sehr, dass ich in diesem Jahr wieder die Zeit finde in die Domstadt zum EPS zu fahren.


Image (adapted) “republica 2013 121 #rp13“ by Blogging Dagger (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »