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Filmreifes Audio-Recording: Sennheiser HandMic Digital fürs iPhone im Test

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2018 ist das Jahr der Podcasts. Die beliebten Audio-Dateien und -Streams erlebten in den vergangenen Monaten ein großes Comeback. Mittlerweile ist das passende Equipment für Medienschaffende dank leistungsfähiger Smartphones für beinahe jeden erschwinglich geworden. Aber gute Audio-Beiträge oder Handy-Videos stehen und fallen auch mit dem Sound. Hochwertiges Zubehör ist dafür wichtig. Vor diesem Hintergrund habe ich das Sennheiser HandMic Digital fürs iPhone ausführlich getestet. Das Handmikrofon von Sennheiser namens HandMic Digital ist ein dynamisches kompaktes Mikrofon für Podcaster, Reporter und Filmemacher. Ich habe das Fliegengewicht einem Langzeittest unterzogen und es zusammen mit einem iPhone X mit nach Las Vegas zur CES 2018 genommen und auch in Barcelona auf dem MWC 2018 damit produziert. Dabei ist schnell klargeworden, wo die Stärken und Schwächen des 260 Euro teuren Mikrofons liegen.

Sennheiser HandMic Digital im Test: Klein aber fein

Wer schon öfter mit schwereren Mikrofonen gearbeitet hat, wird vom Sennheiser HandMic Digital überrascht sein. Denn das Mikro bringt gerademal 340 Gramm auf die Waage, liegt dennoch ausgewogen und sicher in der Hand. Da das Mikrofon kurze 18 Zentimeter misst, wird es in größeren Händen beinahe verschwinden. Das Sennheiser HandMic Digital verfügt am unteren Ende über einen Micro-USB-Anschluss, in den das beiliegende zwei Meter lange Lightning-Kabel zum Verbinden mit dem iPhone eingeführt wird. Für einen Kontakt zum Computer liegt alternativ ein USB-Kabel im Lieferumfang. Ein Halter am Mikrofon-Kabel verstärkt den Micro-USB-Anschluss an der Unterseite zusätzlich. Den muss man allerdings mit roher Gewalt abziehen, wenn man das Micro-USB-Kabel vom Anschluss lösen möchte.

Sennheiser HandMic Digital Test
Das Sennheiser-Mikrofon ist schön leicht und liegt gut in der Hand. Image by Julia Froolyks

Die technischen Daten im Überblick

  • Abmessungen: ø 48 mm, 180 mm Länge
  • Anschlussstecker: Apple MFi-zertifizierter Lightning-Stecker oder USB
  • Audio-Übertragungsbereich (Mikrofon): 40 – 16,000Hz
  • Schalldruckpegel: min. Verstärkung 134 dB / max. Verstärkung 99 dB
  • Kabellänge: ca 2 m
  • Wandlerprinzip: Dynamisch
  • Gewicht: ca. 340 g
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Verstärkung: 0 – 35 dB
  • AD-Wandlung: Apogee PureDigital A/D-Wandlung
  • Energieversorgung: durch iOS-Gerät oder USB
  • Empfindlichkeit, Übertragungsfaktor: min. Verstärkung –54 dBFS / max. Verstärkung –19 dBFS
  • Wortlänge 16 / 24 bit
  • Interne Signalverarbeitung: Auswählbare Presets via Apogee Maestro App
  • Codec-Typ: Multibit DeltaSigma
  • Samplingfrequenz: 44,1 / 48 / 88,2 / 96* kHz

Das Sennheiser HandMic Digital eignet sich vor allem aufgrund des geringen Gewichtes für mobilen Journalismus und Podcasting. Wer im Medienbereich tätig ist, schleppt schon mal eine ganze Reihe technisches Equipment mit sich herum. Im Langzeittest ist das Sennheiser-Mikro dabei nicht groß ins Gewicht gefallen und war trotzdem immer griffbereit.

Sennheiser HandMic Digital Test
Der Sound des Sennheiser HandMic Digital kann sich hören lassen. Image by Julia Froolyks

Ideales Teamplay mit Apogee

Um das Mikro nutzen zu können, sollte man sich die App von Apogee im App Store herunterladen. Das ist aber kein Muss, denn das Sennheiser-Mikrofon funktioniert auch mit anderen Apps oder Apples vorinstallierter Sprachaufnahme-Anwendung auf dem iPhone. Die Apogee-Metarecorder-App ist regulär nur begrenzt kostenlos verwendbar und kostet mit vollem Funktionsumfang im Normalfall rund elf Euro. Wer allerdings das Sennheiser HandMic Digital anschließt, nachdem die App installiert und geöffnet wurde, schaltet dank einer Zusammenarbeit zwischen Sennheiser und Apogee jedoch die gesamte App automatisch frei. Die App ist zwar nur englischsprachig verfügbar, aber dennoch selbsterklärend und leicht verständlich aufgebaut. Wer ein wenig Ahnung vom Recording hat, sollte mit den Begrifflichkeiten zurechtkommen.

Sennheiser HandMic Digital Apogee
Das Sennheiser HandMic Digital arbeitet prima mit der App Apogee zusammen. Images by Julia Froolyks

Innerhalb der Apogee-App können neben dem Lautstärkepegel auch die Sample-Rate und Marker eingestellt und einzelne Takes und Scenes aufgenommen werden. Die einzelnen Takes lassen sich normalerweise zudem direkt in die Dropbox jagen. Da der App-Entwickler seinen Metarecorder jedoch noch nicht an die neue Version von Dropbox angepasst hat, liegt das wichtige Feature seit Monaten auf Eis. Die Aufnahmen müssen also auf dem iPhone gesichert und dann weitergeleitet werden. Das funktioniert dann auch wieder per Dropbox, iCloud und Co.

Der Sound: So klingen Aufnahmen mit dem Sennheiser HandMic Digital

In Las Vegas habe ich für euch ein Video im Rahmen dieses Blog-Posts zusammengebastelt und das Sennheiser HandMic Digital zum Vertonen genommen. Sennheiser liefert hier einen recht schweren Ständer mit, damit das Mikro sicher auf dem Schreibtisch stehen kann. Die Sound-Qualität der Vertonung ist in Ordnung. Etwas mehr räumliche Tiefe und Bass hätten der Aufnahme jedoch gutgetan. Wer sich gut mit Tontechnik und Audio-Produktion auskennt, wird hier wohl das Maximum in der Nachbearbeitung rausholen können. Das Sennheiser HandMic Digital eignet sich nicht nur zum Vertonen von Videos oder Podcasting. Vor allem in Interview-Situationen auf dem überfüllten Messegelände war das Mikrofon ein echter Segen.

Dank zwei Meter langem Kabel konnten die Interviewpartner mit dem Mikrofon umherlaufen, während sie die neusten Innovationen erklärten. Gerade beim Stand von Samsung war während der CES 2018 die Hölle los und das Sennheiser HandMic Digital hat vor dem Riesenfernseher „The Wall“ sein ganzes Können unter Beweis gestellt. Auf den Aufnahmen waren kaum Hintergrundgeräusche und Stimmen zu hören, lediglich der Interviewpartner spielt eine Rolle in den Takes. So soll es bei einem Mikrofon mit Nierencharakteristik sein.

Ohne Klinkenstecker ist Abhören in Echtzeit nicht möglich

In diesen Situationen hätte man sich jedoch einen Klinkenstecker am Sennheiser-Mikrofon gewünscht, mit dem man die Aufnahme direkt in Echtzeit abhören kann. Da den meisten Apple-Smartphones seit der iPhone-7-Generation mittlerweile ebenfalls ein Klinkenstecker fehlt, und das Sennheiser-Mikro aufgrund der Stromversorgung über den Lightning-Anschluss verwendet werden muss, fehlt die Buchse am Mikrofon schmerzlich.

Sennheiser HandMic Digital Lightning
Für eine Zusammenarbeit mit dem iPhone gehört ein Verlängerungskabel inklusive Lightning-Anschluss zum Lieferumfang. Image by Julia Froolyks

Adapter von Drittherstellern sollten hier im Zweifel jedoch Abhilfe schaffen. Stolze 35 Euro werden beispielsweise für den Belkin RockStar Klinken-Audio- und Ladeadapter (Provisions-Link) fällig, über den das Sennheiser-Mikro und gleichzeitig ein Kopfhörer angeschlossen werden könnten. Was im Test erstaunlich gut funktionierte, war die überdurchschnittliche Unempfindlichkeit gegenüber Wind. Bei Unwetter-Reportagen sollten Anwender allerdings nicht auf die „Tote Katze“ verzichten. Dabei empfiehlt es sich, unbedingt auf einen kleineren Windschutz mit maximal 4,8 Zentimeter Durchmesser zurückzugreifen. Reguläres Zubehör dürfte zu groß sein.

Fazit: Ein Mikro für alle

Professionelle Technik für Audioaufnahmen wird immer leichter und erschwinglicher. Das kommt Bloggern, Freiberuflern und Hobby-Filmern auf jeden Fall zugute. Sennheiser hat mit dem HandMic Digital einen guten Allrounder im Repertoire, der zuverlässig und kompakt daherkommt. Die Aufnahmen sind immer gut und verwertbar. Außerdem stellt die App von Apogee ein gutes Software-Pendant dar, das leider nicht mehr ganz so aktuell ist, mit dem sich aber viele Profi-Einstellungen vornehmen lassen. Wer in lauten Umgebungen aufnimmt, muss jedoch wohl oder übel zu einem Adapter mit zusätzlichem Klinkenanschluss greifen, da dieser wichtige Port dem Sennheiser-Mikrofon fehlt. Das Sennheiser HandMic Digital ist erstaunlich preisstabil und seit Veröffentlichung Ende 2017 zu einem Preis von rund 260 Euro verfügbar. Podcaster, Reporter und Hobby-Filmer werden mit dem Mikrofon glücklich. Das Sennheiser-Mikrofon fürs iPhone bei Amazon (Provisions-Link)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Apple.


Images by Julia Froolyks

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • E3 heise: E3-Konferenz von Sony: Blockbuster-Show für die PS4: Die E3 – also die Electronic Entertainment Expo – ist seit über 20 Jahren eines der Highlight-Events in der Gamingszene, auf dem jährlich die aktuellsten Neuerungen vorgestellt werden. Nach Ankündigungen von neuen Konsolen wie der Xbox One X von Microsoft, ziehen auch andere Entwickler und Publisher wie Ubisoft. Aus dem Hause Sony werden den geneigten Zocker vor allem diverse Eigenproduktionen und mehr Material für die Playstation VR – die hauseigene Virtual-Reality-Brille – erwarten. Bei diversen Spielen wird sich allerdings noch bedeckt gehalten, dafür soll es erst auf der Gamescom im August weitere Infos geben.

  • DIGITALISIERUNG sueddeutsche: Deutschland braucht einen Digitalminister: Man lachte noch über Bundeskanzklerin Angela Merkel’s Aussage “das Internet sei für uns alle Neuland”, aber tatsächlich passiert in Deutschland zu wenig. Am gestrigen Tag reiste die halbe Bundesregierung zum Digitalgipfel in die Rhein-Neckar-Region. Ein Punkt, in dem Deutschland vor allem hinterherhinkt, ist der Ausbau der Glasfaserleitungen und der steht immerhin schon in der neuen Agenda des Wirtschaftsministeriums. Was jetzt wichtig ist, damit das Land innerhalb der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleibt, ist eine digitale Agenda mit harten Zielen und idealerweise einem Staatsminister im Kanzleramt, der die Aktivitäten der Fachministerien mit einem entsprechenden Mandat koordiniert.

  • DATENSCHUTZ handelsblatt: Gesichtsscan im Supermarkt ist unbedenklich: Kürzlich machte die News die Runde, dass in Real-Supermärkten die Gesichter von Kunden an den Kassen gescannt und digital erfasst werden sollten. Die Software erfasst demnach, wie lange der Kunde auf den Werbebildschirm schaut, unterscheidet nach Geschlechtern und schätzt das Alter. Bei Datenschützern klingelten da erst mal die Alarmglocken, aber laut dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht sei datenschutzrechtlich alles in Ordnung.

  • PODCASTS wired: Apple gibt Podcastern mehr Daten – doch die sind skeptisch: Es wird von Produzenten als Meilenstein angesehen – Apples neue Podcasting-Analytics soll es Podcastern möglich machen, zu wissen, wie lange der Hörer mithört und welche Teile möglicherweise übersprungen werden. Aus Previews geht hervor, dass die Podcast Analytics wie die Analytics für iOS Apps dargestellt werden und dass Apple Nutzerdaten anonymisiert. Inhalte und Werbung können demnach nicht zielgruppengerecht auf die Hörer zugeschnitten werden.

  • WORDPRESS Quelle: Zu wenige Mitarbeiter anwesend: WordPress-Firma schließt Büro: Das WordPress-Büro in San Francisco macht dicht. Grund dafür: Mitabreiter der Firma hinter WordPress.com – Automattic – seien zum großen Teil schlichtweg nicht regelmäßig anwesend. Wie das sein kann? Automattic stellt es seinen Mitarbeitern frei, wo sie arbeiten wollen. Dem Firmensprecher Mark Armstrong zufolge war das Büro in San Francisco — ähnlich wie weitere Offices in Kapstadt und Portland – eine Art Coworking-Space.

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Die Podcasting-Szene wird explodieren

Podcasting (adapted) (Image by Nicolas Solop [CC BY 2.0] via flickr)

Einige Medienanalytiker sehen eine Blase, die kurz davor ist, zu platzen; andere sehen schrittweises Wachstum in Bezug auf Podcasting. Ich sehe etwas Radikaleres: Einen vollständigen Regimewechsel in der Audioszene. Na endlich! ­“Medienfirmen werden das Anpassen ihrer Franchise an Podcasts fortführen, Agenturen werden Handelsmarken zur Erschaffung neuer Shows befähigen, Podcasting-Netzwerke werden neue akustische Experimente entwickeln und immer mehr Unabhängige werden in den unterschiedlichsten Bereichen erscheinen.”

Im Augenblick dominiert das Radio. Dieses nimmt 52 Prozent des gesamten audiovisuellen Konsums der Erde ein; Satelliten weitere acht Prozent. Insgesamt umfassen diese beiden 74 Prozent aller Audio-Einnahmen (Musikstreaming und Downloads machen einen Großteil des Rests aus.)

Doch sie versagen. Sie versagen bei der User-Experience und sie versagen als Content-Quelle.

Das Satellitenradio versagt hierbei ganz besonders. Es besitzt ein beschämendes Interface, der Großteil der Inhalte ist grauenvoll und es kostet auch noch Geld. Es ist das schlimmste kostenpflichtige Format. (SiriusXM verdient unerklärlicherweise $4.2 Milliarden im Jahr.) Wenn es denn überhaupt jemals eine Branche bereit für den Zusammenbruch gab…

Aber bevor wir uns von in wildeste Prophezeiungen stürzen, honorieren wir das Offensichtliche: Das Vorhersagen des Wachstums von Podcasting ist eine Geschichte so alt wie Odin, oder zumindest wie Odeo. Und nach Jahren hoffnungsvoller Vermutungen, umfasst Podcasting gerade mal zwei Prozent des gesamten Audiokonsums. Aber drei Faktoren – alle relativ neu – werden das Podcasting massenkompatibel gestalten:

  • Besseres Erlebnis. Eine der guten Dinge am Radio ist die Tatsache, dass, wenn du ins Auto steigst, “es einfach funktioniert”. Aber jetzt, da sich mobile Geräte ganz unkompliziert mit Bluetooth-fähigen Autos verbinden können, ist der Nutzeffekt des Radios vermindert. Außerdem bieten eine Reihe von Podcasting Apps ihren Nutzern diverse Wiedergabeoptionen, welche wiederum weitere Innovationen und verbesserte Verfahren für den Nutzer vorantreibt.

  • Besserer Content. Als der Podcast ‘Serial’ zum Ende des letzten Jahres 3,5 Millionen Downloads pro Folge angesammelt hatte, wurde “Was ist dein Lieblingspodcast?” ein bekannter Gesprächseinstieg, welcher Netzwerke wie Gimlet und Panoply dazu angetrieben hat weitere hochwertige Shows zu produzieren. Beinahe über Nacht wurde die zu hohe Anzahl guter Shows zum Hauptproblem der Podcasts.

  • Besseres Einkommen. Selbst mittelgroße Podcasts können über 20 bis 50 US-Dollar pro CPM (Berechnungseinheit pro Tausend Hörer) für einen 60-Sekunden-Spot verfügen. (Radio greift weniger als 2 bis 10 US-Dollar pro CPM.) Einige der vielen Gründe hierfür sind: Qualität des Contents, Begehrtheit der Audienz, Vertrautheit der Werbungen.

Podcasting ist nun bereit, das alternde Radio endlich hinunterzuschlingen. Durch überragendes Programmieren wird ein besseres Erlebnis zu geringeren Kosten geboten, es gibt keinen Grund dafür, dass Podcasting das Satellitenradio nicht überholen sollte. Dies wird überraschend schnell geschehen.

Lehnt man sich ein wenig aus dem Fenster, lassen sich einige spezielle Prognosen definieren:

  • HBO wird Bill Simmons für den Aufbau eines neuen Mediennetzwerks nutzen. Der größte Teil des Einkommens von Grantland lässt sich von Podcast Netzwerken ableiten, welche langsam von HBO wiederhergestellt werden. Eines der größten medialen Mysterien ist die Frage, welche Form seine neue HBO-Website annehmen wird. Ich erwarte etwas, das weniger wie das textlastige Grantland und mehr wie eine medienfixierte Plattform aussehen wird.

  • Serial wird neue Rekorde brechen. Mit Hilfe von Echtzeit-Eilmeldungen wird das Publikum des neuen Serial noch größer als bei der ersten Staffel sein.

  • Gimlet Media werden eine Salve neuer Shows einführen. Einige werden scheitern, aber das gehört dazu. Zum Ende des Jahres wird das Netzwerk die iTunes Charts anführen. Innerhalb von zwei Jahren wird das Unternehmen eine Wertung von $100 haben.

  • Einkommensmöglichkeiten werden steigen. Derzeit sind Mailchimp und Squarespace wie die DraftKings und FanDuel des Podcastings – sie beherrschen die Szenerie auffallend. Doch hochqualitative Marken klopfenan die Tür, um hochqualitative Podcasts zu sponsern. Denn die Nachfrage ist immer noch groß, und die riesigen Downloadraten werden nicht sinken. Es wird aber eine vielfältigere Kultur an Werbungstreibenden entstehen.

  • Howard Stern wird der “Loser”-Revolution beitreten. Viele Experten sagten – fälschlicherweise voraus, dass Howard Stern seinen SiriusXM-Vertrag nicht erneuern wird, in der Hoffnung, er könnte stattdessen zu Spotify, Netflix oder Apple Music wechseln. (Ein weiteres Zeichen für die Antipathie gegenüber Sattelitenradios: Diese Prognose war mehr eine gewünschte Massenprojektion denn tatsächliche Wahrsagerei.) Aber dies ist nicht passiert – oder doch? Falls du es noch nicht bemerkt hast, die Howard Stern-Show wurde von Youtube und Soundcloud still und heimlich verbannt- nach Jahren von quasi illegalen Accounts. (Ich sage “quasi”, da es sich verdächtig nach eigens erstellten Usernamen anhört.) “Podcasts”, sagte Howard Stern in diesem Jahr, “erwecken seine alte Rolle des anstößigen Radiomoderatoren” und “sind für Loser”. Aber das sind klassische Stern-Ausreden – seine Show wurde bereits zum Podcast.

  • Podcasting wird sterben- aber es entwickelt sich weiter. Es ist wahr, Podcasting im Jahr 2015 ist wie Bloggen im Jahr 2004. Und Bloggen ist auch nicht gestorben, sondern wurde Zum Maß aller Dinge. Das Podcasting wird eine ähnliche Entwicklung durchleben. Allerdings wird das mit so viel Anpassung geschehen, dass “Podcasting” als Begriff nicht mehr eindeutig und als Form allgegenwärtig wird. Die traditionellen Silos der Medienindustrie nehmen bereits Form an, mit neuen Unternehmen welche die Analytik, den Vertrieb, die Produktion und die Werbung gut zu handhaben scheinen. Sei bereit für die Entstehung von mehr “Studios” und “Netzwerken”.

  • Content-Quellen werden sich vermehren und sie werden überraschen. In einem Jahr voller Highlights, zu welchen das Interview von Marc Maron mit Barack Obama in seiner Garage, dem sogenannten “GE Podcast Theater” mit dem Hit “The Message” und einer Beteiligungskapitalfirma, welche einen der besten Podcasts des Jahres produzierte, zählen, können wir noch einiges von unbekannten Themen und Orten erwarten. Medienfirmen werden das Anpassen ihrer Franchises an Podcasts fortführen, Agenturen werden Handelsmarken zur Erschaffung neuer Shows befähigen, Podcasting-Netzwerke werden neue akustische Experimente entwickeln und immer mehr Unabhängige werden in den unterschiedlichsten Bereichen erscheinen.

Das wird ein gutes Jahr zum Zuhören.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Podcasting” by Nicolas Solop (CC BY 2.0)


 

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Eine Studie gliedert und analysiert Podcasting-Geschäftsmodelle

Mikrophon (Teaser_ martinsandofer [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Podcasting war ein Trend des Jahres 2015. Das Tow Center For Digital Journalism hat die Geschäftsmodelle verschiedener Podcasts genauer analysiert.

Im Jahr 2015 gab es immer wieder Neuigkeiten über Podcasts – wenn man sich aber die besagten Nachrichten genauer durchliest, ist es schwierig, größere Trends auszumachen. Deshalb ist der Bericht des Mitglieds des Tow Center for Digital Journalism, Vanessa Quirk, so wertvoll. Der Bericht befasst sich mit aktuellen Geschäftsmodellen in der Podcasting-Industrie, indem er diese in Verbindung mit seiner Geschichte und einer coolen, interaktiven Chronik bringt.

Quirks Bericht ist besonders nützlich bei der Gliederung und Analyse von Geschäftsmodellen, die von verschieden Podcast-Formen verwendet werden. Einige dieser Modelle führt sie in dem Abschnitt “Operating Philosophies” am Ende des Berichts auf. Der Bericht kann hier nachgelesen werden.

Es sind keine “festen und schnelllebigen” Kategorien, schreibt Quirk, sondern “allgemeine Philosophien, die Wege beeinflussen, wie Podcasts Umsätze erzielen und Umsatzströme priorisieren”.

Universell: Erreiche jeden, den du erreichen kannst.

Beispiele: This American Life, New York Public Radio, Intelligence Squared.

Wir wollen keine Bezahlschranke vor dem tatsächlichen Inhalt, da das nicht unserer Idee entspricht, den Inhalt an das größtmögliche Publikum heranzubringen”, zitiert Quirk den Betriebsvorstand bei This American Life, Seth Lind. Universal-Podcasts verfolgen eine Reihe unterschiedlicher Umsatzströme, einschließlich des direkten Supports und Stiftungspreise, “vertrauen aber stark auf sowohl statische als auch dynamische Werbung.”

Premium: Stelle eine Beziehung zum Publikum her.

Beispiele: Gimlet Media, Earwolf (Howl), Slate (Slate Plus), 99% Invisible

Podcasts und Netzwerke in dieser Kategorie zielen darauf ab, die Beziehung mit dem ihrem Publikum zu kultivieren und die “Premium-Erfahrungen” zu steigern. Die Podcasts selbst können kostenlos angehört werden, es wird aber zu Spenden und Abonnements ermutigt.

“Die Mehrheit derjenigen, die Slate Plus beitreten, sind Podcast-Hörer”, erklärt Andy Bowers, Content Manager der Panoply Media Group. “Sie können VIP-Tickets zu Live-Shows bekommen und die Gastgeber dort treffen. Das sind unsere Hardcore-Fans.” Quirk fügt hinzu, dass “Podcasts, die auf diese Weise ohne Abonnements arbeiten (vielleicht, weil sie zudem nach einer universellen Philosophie handeln), stark auf Live-Events und Crowdfunding-Kampagnen setzen, um die Hörerschaft zu vergrößern und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Wertbeitrag: Verändere deinen Inhalt/deine Marke.

Beispiele: BuzzFeed, Audible (deutschsprachige Version), Panoply (Podcasts schaffen Wert für die Publikationspartner)

Nach diesem Modell “werden Podcasts als Möglichkeit gesehen, Werte sowohl für die Konsumenten als auch die Netzwerk-Marke zu schaffen. Die Hörspielfirma Audible zum Beispiel baut derzeit eine Sammlung hochwertiger Originalinhalte auf, um das Angebot für seine Nutzer zu vergrößern.

Jenna Weiss-Berman, Vorstand des Audio-Bereichs von BuzzFeed, erklärt Quirk, warum BuzzFeeds Podcasts nicht unbedingt viral gehen müssen:

Wir versuchen nicht, 10 Millionen Zuhörer zu bekommen. Wir haben Dinge auf unserer Seite, die ganz einfach 10 Millionen Klicks bekommen. Wir versuchen etwas zu tun, das zeigt, dass BuzzFeed vielseitig ist. Wir versuchen weiter zu gehen… Darin ist BuzzFeed erfolgreich – Dinge, die eine Menge Geld einbringen, subventionieren die Dinge, die weniger lukrativ sind.

Der komplette Bericht kann hier eingesehen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Mikrophon” by martinsandofer (CC0 Public Domain)


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Wird Facebook die nächste große Podcast-Plattform?

Facebook Likes (Image by Peter Linforth [CC0 Public Domain], via Pixabay)

WNYC versucht es mit Audiogrammen, andere Firmen werden folgen – denn ein Podcast funktioniert auch im neuen Videoplayer von Facebook.

Würden Sie sich auf Facebook einloggen und einen Podcast anhören? Auf die eine oder andere Art kann das durchaus sinnvoll sein: Menschen verbringen jede Menge Zeit auf Facebook, warum also nicht mal ein wenig Audio anhören wenn man schon online ist? WNYC versucht sich derzeit an folgendem Konzept: Vor Kurzem veröffentlichte der Radiosender eine neue vollständige Episode von “Here’s the Thing” auf seiner Facebook-Seite. In dieser 48-minütigen Episode führt Moderator Alec Baldwin Interviews mit Jimmy Fallon.

Da Facebook keine direkten Audio-Uploads erlaubt, wurde der Podcast als Videodatei hochgeladen. Die Tonspur spielt während eines statischen Bildes. Das bezeichnet WNYC als Audiogramm. Dieses Audiogramm wurde bereits wenige Stunden nach dem Upload mehr als 12.000 Mal gespielt. Ob die Nutzer allerdings die vollen 48 Minuten angehört haben, bleibt unklar.

Wir und andere Audioproduktionsfirmen waren bislang auf unsere eigenen Audioplayer, Player von Drittparteien oder Apps beschränkt, so Delaney Simmons, Leiter der Abteilung Social Media von WNCY. Dieses Experiment ist anders… man muss Facebook nicht mehr verlassen, um Audioprodukte zu konsumieren und die Inhalte werden direkt in ein Feature im Facebook-Universum hochgeladen.

WNYC experimentiert zurzeit auch mit dem Teilen von kürzeren Audiogrammen auf Twitter, was letztes Jahr das erste Mal versucht wurde. Dabei handelt es sich um Tweets von @WNYC bei Sondermeldungen und geteilten Ausschnitten der New Yorker Radio Hour auf deren Twitter-Account.

.@LenaDunham tries to make plans with Allison Williams in “Let’s Get Drinks”—it shouldn’t be hard, should it? pic.twitter.com/CJa1Ki4Fej

— The New Yorker Radio (@NewYorkerRadio) December 8, 2015

Limetown versuchte sich an einem ähnlichen Konzept für ihre frühen Episoden und lud ebenfalls Audio-basierte Teaser in Form von Videodateien mit statischen Bildern hoch. Obwohl jede davon mehrere Tausend Klicks erzielte, verlinkt Limetown neuerdings für neue Episoden einfach zur SoundCloud und iTunes.

Im Gespräch erzählt mir Limetown-Gründer Skip Bronkie:

In Anbetracht der Größe unserer Facebook-Seite waren die Ergebnisse überzeugend (gute Verteilung an Nutzer, die keine Fans der Seite waren und Anzahl der Aufrufe), aber die Retentionen waren niedrig, was, wie ich gehört habe, auf Facebook aber recht häufig ist in Anbetracht des Auto-Play und dem Charakter von News-Feeds. Deswegen haben wir auf Facebook nie eine Episode in voller Länge veröffentlicht.

WNYC plant jedoch ihr Facebook-Audiogram-Experiment weiterzuführen und verschiedene Längen und Designs auszutesten.

“Wir übernehmen viele Signale von der Fernsehindustrie”, so Simmons. Wie können wir unsere Episoden fortschreitend bewerben? Können wir Hörproben in Audiodateien, Bonusclips und Episoden exklusiv für Facebook hochladen?”

Hintergrundaufnahmen – ein Zuhörer streamt einen Podcast, während er anderen Aktivitäten nachgeht – seien ebenfalls ein Interessenbereich. WNYC ist bereits in der Entwicklung von Möglichkeiten für Hintergrundaufnahmen auf seiner eigenen Plattform und Simmons bemerkte, dass auch der neue Videoplayer von Facebook seinen Nutzern erlaubt, ein Video im rechten unteren Eck des Bildschirms anzusehen, während man weiterhin durch Facebook stöbert.

“Wenn ein eigener [Facebook]-Audioplayer erst einmal Realität wird, dann hoffen wir, dass er sich ähnlich verhält”, sagt Simmons.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image Facebook Timeline (adapted) by Simon (CC0 Public Domain)


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Wie Google die Podcast-Welt organisieren möchte

Podcast (image by Ivsu [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Ende Oktober hat Google, endlich, offiziell verkündet, dass es in das Podcast-Geschäft einsteigt, indem sie eine Pressemitteilung herausgegeben haben, dass der Service Google Play den Zuhörern bald “Podcasts bietet” und das dieser neue Service den “Podcastern den Zugriff auf Millionen von neuen Zuhörern auf Android- und Tablet-Geräten bietet”.

Wann genau dieser neue Service in Kraft treten wird, bleibt ein Mysterium, aber Google hat derzeit ein Portal eingerichtet in dem Podcast-Produzenten ihre RSS-Feeds einreichen können, sodass deren Podcasts in den Google Play Listen auftauchen, sobald dieser Dienst den Betrieb aufnimmt.

Die Firma hat auch, vor dieser Verkündung, angedeutet, dass sie begeistert mit ein paar der größten Podcast-Playern zusammen gearbeitet hat – unter anderem Gimlet, Earwolf, Loud Speakers Network und Panoply (mein wunderbarer Arbeitsgeber) – um in einen Entdeckungs/Lern/Forschungs-Prozess zu kommen, in dem man herausfindet, wie ein solcher Service wirklich arbeitet.

Wie ihr euch vorstellen könnt, war dies eine lang erwartete Bekanntmachung, besonders aus den Podcast-Ecken, die sehr oft beklagen, dass dieses Medium Probleme mit Entdeckbarkeit und dem überwiegenden Leiten durch das Apple-Ökosystem hat. (Erinnert euch, dass die Mehrheit des Podcast-Konsums durch die native iPhone-Podcast-App vonstatten geht.)

“Was hältst du davon? Es könnte ein weiterer Punkt in der Beugung von Apple sein, in der Entscheidung die Podcast App automatisch mit iOS zu bündeln”, schrieb mir ein Leser dazu. Vielleicht, vermutlich, hoffentlich. Wir werden sehen. Ich bin nicht einmal fatalistisch oder so – ich meine, es ist fast garantiert, dass das hier zu einer Art von Bodenwelle in der Hörerschaft von Podcasts führen wird.

Aber die wichtige Frage ist, wie viel wir davon sehen werden und die andere Frage ist, was die Makroeffekte dieses neuen Players sein werden, und die andere wichtige Frage ist, wie dies die Art beeinflussen wird, in der Podcaster die Veröffentlichung, Werbung und die Prioritäten in der Hörerschaft-Entwicklung angehen werden.

Zudem, und um fair zu bleiben, ich bin die Art Mensch, die sich nicht einmal sicher ist, ob seine Wohnung noch da ist, wenn ich am Abend nach Hause komme, also nehmt meinen Optimismus nicht als Messlatte.

Dennoch ist Googles Vorstoß ins Podcasten nicht nur außerordentlich spannend, weil es Podcasts und Android-Benutzer besser verbinden könnte, sondern auch weil sie hoffen, eine einzigartige Hypothese zu bestätigen, dass eine organisierte Playlist, oder eine “Concierge Erfahrung”, der Weg dazu ist, dass Podcast-Konsum mehr kultiviert wird.

Um Googles Ansatz zu verstehen, muss man sich zuerst mit ein paar Insides vertraut machen. Die Person, die Google Plays Aufwand leitet, ist Elias Roman, der eine populäre “Concierge-Musik-App” namens Songza geleitet hat, welche Google im Sommer 2014 erworben hat. Songza wollte Zuhörer mit spezifischen Kontext-Playlisten versorgen – zum Beispiel mit einer für den Weg zur Arbeit, oder einige Töne, die gut zu einem schicken Abendessen mit Steak passen.

Dies ist natürlich keine komplett neue, oder originelle Idee. Spotify hat zum Beispiel eine eigene Version dieses Konzepts unter der “Durchstöbern”-Sektion des Programms. Dennoch hat dieser Service die Idee sehr gut umgesetzt, infolge ihrer Beschaffung, und ich habe ihn geliebt in der Zeit, in der er sehr populär war.

Dennoch müssen wir das Offensichtliche ansprechen: Was bei Musik klappt, muss nicht unbedingt für Podcasts oder Hörspiele funktionieren. Zudem muss man mit einbeziehen, dass es zu Situationen kommen wird, in denen die Zugehörigkeit der Podcasts zu der Google Play Music App, für seltsame Benutzererfahrungen führen wird, wenn diese direkt neben der Musik anzufinden sind. (Dieses ähnliche Anliegen habe ich schon damals geäußert, als Spotify verkündet hat, etwas mit Podcasts zu machen. Wo wir gerade davon sprechen, hat jemand diesbezüglich von Updates gehört?)

“Wir haben über viele Sachen nachgedacht”, sagte mir Roman Ende Oktober am Telefon. “Aber uns ist klar geworden, dass wir, wenn wir Podcasts und Musik zu sehr voneinander trennen, dann bieten wir diese nicht den Leuten an, die nicht schon von vornherein danach Suchen.” Diese Ansicht – Podcasts den Leuten zuzuführen, die sie nicht bereits hören oder danach suchen – ist fundamental um Googles Angehensweise bezüglich der Podcastzustellung zu verstehen.

Roman betonte, dass Android-Benutzer, die schon jetzt Podcasts hören, gut versorgt sind. Immerhin haben sie schon aktiv nach einer Podcast-App eines Dritten gesucht. “Ich liebe das Concierge-Format”, sagt er. “Es sieht voraus, was man braucht und bietet es dir dann dar. Interviews und Podcasts sind ein großer Schritt in diese Richtung.

Wie auch immer, hier sind einige der wichtigsten Punkte, über die du Bescheid wissen solltest:

  • Der neue Podcast-Service wird bei der Veröffentlichung auf die USA limitiert sein. Die Idee dahinter ist es, den lokalen Markt zuerst zu erforschen, weil die Konsumerfahrung des US-amerikanischen Podcast-Hörers nicht unbedingt übertragbar ist auf ausländische Märkte. “Wir wollen die Feinheiten des lokalen Kontextes verstehen”, sagte Roman.

  • Die Google Play Podcast-Erfahrung wird wahrscheinlich so ähnlich sein, wie dass, was bereits bestehende Podcast-Hörer von ihren primären Konsumierungsanbieteren erwarten: es wird Podcast-Charts geben, einen Abonnement-Strom und so weiter. Was so viel heißt wie, dass der Benutzer wahrscheinlich keine neue Sprache lernen muss, die sich von dem unterscheidet, was es bereits gibt. Die vorrangigen Bemühungen werden, wie vorher schon gesagt, sein, dass es eine organisierte Playlist-Erfahrung geben wird, welche sich weiter entwickelt von der Concierge-Vision.

  • Es ist noch zu früh, um zu sagen, was wir in Sachen Analytik erwarten können. Roman sagte: “Wir starten mit Abonnenten, Downloads, Zuhörern dieser Episode und dem Level der Show. Und dann werden wir diese über die Zeit weiterentwickeln.

  • Ich habe noch immer keine Idee, was “Google-y” bedeutet.

Okay, jetzt ist es Zeit den Hut der ungezügelten Spekulationen aufzusetzen. Das von der technischen Seite aus Interessanteste ist wahrscheinlich, wie genau Google Play diese Playlisten erstellen wird, vermutlich anhand einer Skala. Ich kann mir vorstellen, dass ein Teil davon auf fortgeschrittenen Prozessen basieren wird, was ausgeklügelte Musikinformationen und Datenplattformen involviert – Sachen wie The Echo Nest, was Spotify letzten Sommer erworben hat, und die Infrastruktur die Pandoras‘ Music Genome Project mit Energie versorgt – welche die Teile auseinanderbrechen, die ein Stück von Audio ausmachen, sodass diese sinnvoll zusammengeführt und gruppiert werden können.

Pandora erklärt in einem Beispiel: Der Song Soundso schließt akustisches Strumming mit ein, zudem ein langsames Tempo, französische Teenager Ennui, und so weiter. Damit wird der Dienst nach diesem Song mit anderen kommen, welche die Narrative dieser einzigartigen Hörererfahrung antreiben. Eine Playlist hat somit eine Art theoretisch-emotionalen Aufbau, welcher versucht einen dazu zu bringen, etwas zu fühlen.

Ich persönlich kenne keine Firma, die diese Paradigmen auf gesprochene Tonaufnahmen anwendet, aber die Gelegenheit ist bereit genutzt zu werden. Sie könnten ein Team aus Forschungsassistenten zusammenstellen, die diese mengenbezogenen, verschlüsselten, qualitativen Erfahrungen anwenden, im Stil einer Graduiertenschule.

Mystery Show ist ein Podcast, der sehr narrativ ist, die Konventionen des Journalismus adaptiert, Musik nutzt, um den Ton zu überbringen und die Handlung voran zu bringen, sie involviert eine weibliche Moderatorin und auch einen Auftritt von Jake Gyllenhaal. Bullseye ist ein Interview-Podcast, der biografisch und erforschend ist und sich um Themen der Kreativität dreht. The Read is* fire hashtag*.

Und so weiter und so weiter, sodass eine zusammengefügte Podcast-Folge so effektiv in seine Metadaten auseinander gebrochen wird, sodass man Handlungsstücke in Reihenfolge bringen und zusammenfügen kann um eine noch bessere Folge zu produzieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Teaser & Image by Ivsu (CC0 Public Domain)


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Dummes Fernsehen, smartes Web!

TV ist tot, das Internet befreit uns von der Knechtschaft der stumpfen Flimmerkiste! So etwa wurde eins das Ende des Zeitalters der Massenmedien vorhergesehen, und so sagen manche auch heute noch. So gerne ich es würde: Ich kann daran noch nicht so recht glauben. Der Fernseher, Inbegriff passiven Konsums, Verstumpfungsmaschine: Lange vorbei die Zeiten, in denen Fernsehen ein Fenster war in die große, weite Welt, Zugang zu Politik, Wirtschaft, Sport, dem Weltgeschehen eben. Ob Quotendruck oder Verflachung des gesellschaftlichen Diskurses, aus irgendwelchen Gründen scheint das TV heute dümmer – oder vielmehr, als habe es sich nicht im gleichen Tempo weiterentwickelt. Fernsehen hat einen schalen Beigeschmack.

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Podcast Kongress

In Köln findet heute und morgen der 2. Podcast Kongress statt. Verschiedene Panels zum Thema stehen dort auf dem Programm und auch die Vergabe des Deutschen Podcast Awards , der durch podcastclub e.V. ausgelobt wird.
Für alle Daheimgebliebenen gibt´s ein Live-Blog zum Kongress.

Derweil hat die ARD mit einer eigenen Studie belegt, dass vor allem Informations- und Kulturprogramme von Podcasts profitieren. Podcasts sind also kein Konkurrenz-Kanal für das öffentlich-rechtliche Programn.
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Le Web 3: Podcasts

In Paris findet nächste Woche die Le Web 3 statt. Die Konferenz – Nachfolger der erfolgreichen Les Blogs-Konferenzen – bringt das Who-is-Who der amerikanischen und europäischen „Web 2.0“-Welt zusammen und überzeugt mit interessanten Gästen.

Nicole Simon begleitet die Konferenz mit ihrem Mikrofon und beginnt schon jetzt mit Interviews von Teilnehmern der Konferenz. Unter ihren Gesprächspartnern befinden sich u.a. David Sifry (Technorati), Gabe McIntyre (Xolo.tv) und David Weinberger.
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ARD will Podcast-Portal

Ein Podcast-Portal will die ARD lt. Ausgabe 48 des Fachmagazin Horizont aufbauen: Demnach plant der öffentlich-rechtliche Senderverbund im 2.Quartal 2007 ein Podcast-Portal einzurichten, welches das gesamte Podcast-Angebot aller ARD-Sender umfasst. So sollen Seher und Hörer eine zentrale Anlaufstelle für die Audio-Angebote der TV- und Radiostationen haben, wo sie die Podcasts nach verschiedenen Kriterien durchsuchen können.
Kosten wird das neue Zusatzangebot für die Nutzer nichts, denn es wird über die Einnahmen aus den Rundfunk-Gebühren finanziert.
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Fragen zum Thema Podcasting

Daniel Fiene – unser Gastblogger der letzten Woche – nimmt sich der wichtigsten „150 Fragen zum Thema Podcasts“ an. So stellt er Aufnahmegeräte vor, geht den Techniken von anderen Podcastern nach und geht auf Fragen seiner Hörer zum Thema Podcasts ein.
Das alles macht der „Radiomensch“ Fiene natürlich ebenso als Podcast.

Empfehlenswert für alle, die vielleicht demnächst einen eigenen Podcast starten wollen.
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