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Hallo, Jutta Handrup & Maike Hedder von Kreativfieber!

Maike Hedder (links) und Jutta (image by Maike Hedder)NEU

Selber machen ist oft die günstigere Alternative. Zusätzlich können mit der “Do It Yourself”-Methode wahre Schätze und Unikate hergestellt werden. Die beiden Gründerinnen von kreativfieber erklären wie es geht und wie die Idee zum eigenen Blog entstand. Für viele ist das Netz einfach eine gigantische Bastelstube. Auf Hunderten von Blogs wird Selbstgemachtes vorgestellt, angeleitet und diskutiert. So auch bei kreativfieber: Von kleinen Geschenkideen, über leckere Rezepte bis hin zur aufwändigen Hochzeitsdeko bloggen Jutta Handrup und Maike Hedder über ihre Ideen. Anleitungen und “How-to´s” werden auf dem Blog ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Hallo Jutta! Hallo Maike! Euch verbindet eine deutsch-niederländische Freundschaft und die Kraft des Sekundenklebers. Wie kam es zu eurem Back- und Bastelblog?

Wir sind schon viele Jahre befreundet und immer gerne zusammen kreativ gewesen. Nach Ende unseres Studium fehlte uns im Job irgendwann einfach das kreative Etwas. Das Thema Blog war bei uns beiden sehr präsent und so haben wir irgendwann beschlossen, es doch einfach mal zusammen zu versuchen. Kreativfieber.de war am Anfang für uns vor allem eine Plattform, um unsere kreativen Ideen zu teilen und unsere eigene kleine online Spielwiese. Das erste Feedback und die tolle Bloggercommunity haben uns schnell motiviert immer mehr Zeit in unser Projekt zu stecken.

Uns gefällt eure Plattform, weil ihr persönlich, sympathisch und angenehm unaufgeregt eure Ideen präsentiert. Welche professionellen Ziele verbindet ihr mit dem Blog?

Mittlerweile ist Kreativfieber kein reines Hobby mehr, sondern auch unser Job. Mit wachsenden Leserzahlen und vielen tollen Kooperationsmöglichkeiten haben wir uns vor etwa einem Jahr selbstständig gemacht. Neben Kreativfieber schreiben wir Do-It-Yourself- Bücher und beraten Unternehmen zu Social Media rund um das Thema Blogging. Dabei bleibt unser eigener Blog aber immer unser Herzstück, in das wir unsere ganze Leidenschaft stecken.

Viele setzen DIY gleich mit Geldsparen. Könnt ihr das unterschreiben? Welches war euer finanziell aufwändigstes und welches euer kostengünstiges aber effektvolles Projekt?

Das stimmt, gerade Designerstücke kann man als DIY Projekt häufig günstig nachbauen. Dass DIY aber immer Geld spart können wir (mit einem riesigen Materiallager zuhause) allerdings nicht bestätigen. Ein Möbelstück aus hochwertigen Materialien kann schon teuer werden als das Gegenstück vom Möbeldiscounter. Ein wunderschöner Nebeneffekt ist natürlich, dass man auf Dinge die man selbst geschaffen hat, besonders stolz ist und sie einem ein tolles Gefühl vermitteln und ganz besondere Erinnerungen festhalten.

Gerade bei unseren Hochzeiten konnten wir aber durch DIY Tischdeko das Budget sehr schonen.

Was sind beim DIY eure Lieblingsmaterialien? Welches Projekt wollt ihr als nächstes ausprobieren?

Generell sind wir sehr experimentierfreudig und brauchen Abwechslung. Auf dem Blog arbeiten wir deswegen mit ganz unterschiedlichen Materialien, Stoff, Papier, Beton oder Upcycyling von Alltagsgegenständen.

Das Trendmaterial 2016 ist für uns definitiv Kork – und zwar nicht der Presskork, den man vielleicht noch als Pinnwand in Erinnerung hat, sondern Korkstoffe, Korkpapiere und Korkklebefolie. Seit wir das Material 2014 kennengelernt haben, sind wir verliebt. Gerade ist dazu auch unser neues Buch „Neues aus Kork“ erschienen.

Welches ist eure Lieblings-App unter den DIY-Helfern?

Ohne die Wasserwaage – App geht gar nichts!

Vielen Dank für das Interview!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Hello Money


Teaser & Image by kreativfieber


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Die Kommission bedroht den Link im freien Netz

Entwurf, Europäische Kommission, Günther Oettinger, link, Netzpolitik, urheberrecht

Der Link, wie wir ihn kennen, könnte bald ausgedient haben, denn Politik und Wirtschaft sind dabei, diese zentrale Funktion des Internets umzuformen. Am 9. Dezember legt der zuständige EU-Digitalkommissar Günther Oettinger einen Gesetzentwurf zum Urheberrecht vor. Er hat zum Ziel, das Copyright im EU-Binnenmarkt zu harmonisieren und die nationalen Silos aufzubrechen. Ein Entwurf (der sich noch ändern kann) ist bereits geleakt und lässt erahnen, wie künftig mit dem Link umgegangen werden wird.

Explizit ausgesprochen haben es Vertreter der EU-Kommission, allen voran Digitalkommissar Günther Oettinger noch nicht, doch Beobachtern schwant Übles. Am Mittwoch will Oettinger einen Gesetzentwurf zu einem EU-weiten Urheberrecht vorstellen, mit dem nicht nur ärgerliches Geoblocking (Beispiel: Netflix-Nutzer in Österreich bekommen andere Filme und Serien als in Deutschland) abgeschafft werden soll, sondern auch geregelt werden wird, wie künftig mit Links umzugehen ist. Weil Oettinger immer wieder betont, dass europäische Verlage gestärkt werden müssen, glauben nun Beobachter, dass er die Idee des deutschen Leistungsschutzrechts (Google soll für Links zu Verlagsinhalten zahlen) auf die EU ausweiten will – mit dem möglichen dramatischen Effekt, dass man für Verlinkungen um Erlaubnis fragen oder im schlimmsten Fall sogar zahlen wird müssen.

Wie sich die Content-Industrie das Netz künftig vorstellt, darauf gab es bereits 2014 einen Vorgeschmack. Die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM (sie vertritt die Urheberrechte von etwa 20.000 Musikern und Autoren), hat im Rahmen einer öffentlichen Konsultation der EU-Kommission zum Urheberrecht eine Vergütungspflicht für Hyperlinks gefordert, mit denen etwa Online-Videos in Websites eingebunden werden.

Heißt im Klartext: Wenn man etwa einen YouTube-Clip einer der Bands, die von der AKM vertreten werden, in seine Webseite einbetten will, muss man dafür eine Gebühr zahlen. Die Argumentation: Durch eingebundenen Content wird die Webseite attraktiver, bekommt mehr Besucher und setzt in Folge mehr Geld mit Werbung um. An diesem Mehrumsatz soll der Urheber des Videos mitverdienen.

Der freie Hyperlink ist aber nicht nur ins Visier der Content-Industrie geraten. Google hat, um dem Recht auf Vergessen in der EU nachzukommen, bis dato mehr als 500.000 Links aus seinen Suchergebnissen gelöscht und damit die dahinter liegenden Inhalte zum Schutz von Persönlichkeitsrechten quasi unsichtbar für die Internet-Öffentlichkeit gemacht.

Auch große US-Internetfirmen gehen in letzter Zeit sehr fragwürdig mit Links um. Wie unter anderem das auf Messaging-Apps spezialisierte Startup orat.io in einem Artikel aufzeigte, blockiert die Facebook-Tochter WhatsApp Links zum Konkurrenten Telegram. Nutzer, die beide Apps installiert haben, können so in WhatsApp nicht mehr einen Link öffnen, der zu einer Webseite von Telegram führt.

Wie außergewöhnlich funktionierende Links in der näheren Zukunft werden könnten, zeigt auch das Beispiel Snapchat. Die bei Teenies beliebte Messaging-App hat mit Vice, Vox oder BuzzFeed Medienpartner, die eigens Inhalte für die App produzieren und die in der Snapchat-Welt eingesperrt sind. Snapchat bietet seinen Partnern jetzt etwas an, was in der Desktop-Browser-Welt eine Selbstverständlichkeit ist: Sie sollen die Möglichkeit bekommen, Links zu dem Content in anderen Social-Media-Kanälen verbreiten zu können.


Image „Link“ by mkweb2 (CC0 Public Domain)


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Tools und Feeds für Content Curation

Time To Break From Work (adapted) (Image by Nana B Agyei [CC BY 2.0] via Flickr)

“Wo finden Sie nur immer diese guten Links, die Sie im Social Web empfehlen?” werde ich oft gefragt. Nun, zum einen habe ich mir über die Jahre ein gutes Netzwerk aufgebaut, das mich mit Posts, Tweets etc. auf relevante Inhalte aufmerksam macht. Aber wer kann schon alles lesen? Zum Glück gibt es Tools und Feeds, die für das Kuratieren von interessanten Inhalten nützlich sind. Wer im Social Web regelmäßig Inhalte posten möchte, macht sich mit Content Curation das Leben leichter und vernetzt sich gleichzeitig mit anderen Content-Produzenten. Was genau unter Content Curation zu verstehen ist, können Sie kurz im 2. Tipp des Blogposts 5 Tipps für den Content Plan nachlesen.

Das dynamische Duo meiner Lieblingstools

Meine Star-Tools für jeden Tag sind Buffer und HootSuite (siehe mein Blogbeitrag zu 5 Tools fürs Social Web). Sie helfen beim Entdecken passender Inhalte, die dann gleich in Posts verwandelt werden können.

Bei HootSuite können zusätzlich zu den News von verknüpften Kontakten auch die Posts von Twitter-Profilen, die in Twitter-Listen organisiert wurden, angezeigt werden. Darüber hinaus können wir beispielsweise nach bestimmten Stichwörtern in allen Twitter-Meldungen suchen und als Nachrichten-Stream anlegen.

Der Service Buffer bietet zu jedem Profil an, Feeds anzugeben, aus denen Posts für die verwalteten Social Media-Profile erstellt werden können. Ich weiss aus meinen Workshops, dass nicht jeder weiß, was Feeds denn eigentlich genau sind. Daher hier ein kleiner Exkurs:

Feeds / Newsfeeds / RSS-Feed

Es klingt vielleicht völlig retro oder ‚Web 1.0ig‘, aber Feeds oder Newsfeeds oder auch RSS-Feeds sind einfach sehr praktisch. Mit Blogs und ganz besonders mit Inhalte-sammelnden (mobilen) Apps hat diese Technologie enorm an Bedeutung gewonnen. Stellt eine Website bestimmte Inhalte aus dem Content, der dort veröffentlicht wird, als Newsfeed bereit, so kann dieser Content an anderer Stelle angezeigt werden. Zum Beispiel als Kurznachricht mit Link zur Originalseite in einer Nachrichten-App. Feedly, Flipboard oder News Republic – um nur einige beliebte Beispiele zu nennen. Diese so genannten News Aggregatoren stellen nach unseren ausgewählten Vorlieben unseren Nachrichtenstrom zusammen, der dann von passenden Newsfeeds automatisch “gefüttert” wird.

Mit diesen Apps abonnieren Nutzer sehr einfach Feeds, und merken es nicht. Und genau solche Feeds von Webseiten, Blogs oder Nachrichtenseiten können wir auch in Buffer integrieren. Aus der automatisch aktualisierten Liste können dann passende Inhalte mit individuellem Empfehlungstext in unsere Veröffentlichungen einreihen.

Noch ein cooles Tool: Nuzzel

Der Service Nuzzel sammelt die Link-Empfehlungen von Kontakten, mit denen wir per Twitter und/oder Facebook verknüpft sind. Zu jedem Link mit Titel und Kurzfassung liefert Nuzzel per Miniatur-Profilfoto die Information, welche meiner Kontakte diesen Link empfohlen haben.

Neben der Häufigkeit kann ich die Link-Liste auch nach der Zeit sortieren lassen. Sehr schön finde ich die Auswahl “News From Friends of Friends” – so werde ich daran erinnert aktiv aus der so genannten Filterblase herauszutreten und mich inspirieren zu lassen. Die Links kann ich sofort über die verknüpften Profile (Twitter und/oder Facebook) veröffentlichen oder auch an Buffer weiterreichen.

Was können Sie empfehlen?

Das sind meine persönlich favorisierten Tools. Welche Lösungen setzen Sie ein, um ihr Content Curation nachhaltig zu erleichten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf DoSchu.com.


Image (adapted) „Time To Break From Work“ by Nana B Agyei  (CC BY 2.0)


 

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Wired.de entdeckt Sicherheitslücke bei mobilen Mail-Portalen

Close up of smartphone in hand (adapted) (Image by Japanexperterna.se [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Bis Mitte August konnten unbekannte Dritte aufgrund einer Sicherheitslücke auf mehr als 1,7 Millionen E-Mailaccounts von WEB.DE, GMX und 1&1 zugreifen. Weder Benutzername oder Passwort wäre nötig gewesen, mit nur einem Klick auf einen manipulierten Link, den man in einer E-Mail bekommen hatte, war es Unbefugten möglich, auf das Postfach zuzugreifen, berichtet die deutsche Ausgabe der Wired. Gefährdet waren demnach alle Nutzer der Webmail-Angebote, die die Cookies auf ihrem Tablet oder Smartphone deaktiviert haben. Wie lange diese Sicherheitslücke der drei Anbieter, die zu United Internet gehören, bestand und ob sie auch missbraucht wurde, ist noch unklar.

Bemerkt wurde das Problem, “weil in der Software, mit der WIRED den Traffic auf seiner Website erfasst, ein verdächtiger Link auftauchte. Der ließ darauf schließen, dass es möglich sein könnte, sich in ein fremdes E-Mail-Konto einzuloggen.” Durch diese Sicherheitslücke hätten unbekannte Dritte den vollen Zugriff auf die Postfächer haben können und somit sogar “in E-Mails enthaltene Passwörter, Kreditkartennummern und Login-Informationen entwenden und mit den Informationen aus dem Postfach sogar ganze Online-Identitäten stehlen können.” Es hätte auch eine Kettenreaktion stattfinden können, indem ein Bot automatisiert E-Mails an die Kontakte von Nutzern verschickt. Klickt einer dieser Kontakte auf den Link, würde das ganze immer weiter und weiter gehen und der Zugriff auf noch mehr E-Mail-Postfächer wäre möglich gewesen.

Die drei Portale haben etwa 34 Millionen Nutzer, von denen fünf Prozent “permanent mit deaktivierten Cookies surfen”. Laut den Berechnungen der Wired wären dann bis zu 1,7 Millionen Accounts, “sofern diese per Webmail-Interface abgefragt wurden”, gefährdet gewesen. Viele nutzen die mobilen Mail-Portale, da sie wegen ihrer Privatsphäre oder aus anderen Gründen keine E-Mail-App auf ihren Geräten installieren möchten.

Kurz nachdem Wired United Internet auf das Problem hingewiesen hatte, wurde es auch schon behoben. Es ist jedoch unklar, wie lange die Sicherheitslücke schon bestand. Das Online-Magazin empfiehlt, mobile Mail-Portale nur im Notfall zu nutzen und es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Mail-Client wirklich nur “verschlüsselte Verbindungen per SSL-Protokoll aufbaut – die entsprechende Einstellung lässt sich in jedem Mail-Client finden.” Auch, wenn einige es nicht installieren möchten, aber die Apps von E-Mail-Anbietern sind, wenn es um die Sicherheit geht, schon besser als die Webmail-Angebote.

Seit dem 14. August wird Nutzern, die die Cookies deaktiviert haben, der Zugang zu den Mobilplattformen von WEB.DE, GMX und 1&1 verweigert.


Image (adapted) „Close up person using smartphone“ by japanexperterna.se (CC BY-SA 2.0)


 

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This.cm: Limitierte Linkschleuder statt Instant-Inhalte

Social Media apps (adapted) (Image by Jason Howie [CC BY 2.0] via Flickr)

Während die großen Plattformen immer hermetischer werden, setzt der neue Dienst This.cm darauf, dass Nutzer Links auf andere Online-Angebote verbreiten. Egal ob Facebook oder andere soziale Netzwerke: am liebsten möchten die Macher, dass wir ihre Plattformen nie verlassen, um Inhalte anderswo im Netz zu rezipieren. Mit immer neuen Programmen und technischen Vorkehrungen steigern sie unsere Verweildauer, um Daten auszuwerten und Werbung zu präsentieren. Dieser Strukturwandel der Netzöffentlichkeit wird von Pionieren der Online-Kommunikation und den medialen Verlierern im Kampf um Aufmerksamkeit beklagt. This.cm rückt nun den Link in den Mittelpunkt seines Angebots.

Zuletzt war es die Facebook-Initiative für Instant Articles, die das Publikum in helle Aufregung versetzte: Der Gigant gestattet kooperierenden Medienunternehmen Artikel nicht nur als Links mit Vorschau-Text zu publizieren, sondern in Gänze einzuspeisen. Die Kooperation beinhaltet darüber hinaus Absprachen bezüglich der Anzeigen im Umfeld dieser Artikel, sowie über den Austausch von Daten über die Leser betreffender Beiträge. Dieser Deal kann im Detail als unfair kritisiert oder aus medienethischen Erwägungen problematisiert werden. Zeit Online warnte gar vor der “Privatisierung der Meinungsfreiheit”. Nun scheint aber die Umsetzung des Vorhabens insgesamt nicht ganz so geschmeidig zu funktionieren, wie die Integration der externen Inhalte in den Newsfeed der Nutzer.

Vom Bücher- zum Fernsehinternet

Unabhängig davon trifft die deprimierende Diagnose zu, die Hossein Derakhshan stellt, nachdem er nach mehreren Jahren Haft mit der aktuellen Anmutung des Netzes konfrontiert wurde. Der Vater der iranischen Blogger-Bewegung schreibt:

Der Stream, mobile Apps und Bewegtbild, all das zeigt, dass wir uns von einem Bücherinternet hin zu einem Fernsehinternet bewegen. Wir scheinen uns von einer nicht-linearen Art der Kommunikation – Knoten, Netzwerke und Links – hin zu einer linearen mit Zentralisierung und Hierarchien bewegt zu haben.

Publiziert wurde der Beitrag zuerst bei “matter”, einer Publikation bei Medium.com. Matter Ventures ist wiederum ein Akzelerator für Medien-Startups. Dieser hat gerade mit anderen Akteuren die Finanzierung für die nächste Version eines vielversprechenden Projekts übernommen.

Weniger ist mehr

Bei This.cm handelt es sich um eine Ausgründung aus dem Verlag Atlantic Media, der nicht nur das US-Magazin “The Atlantic”, sondern unter anderem auch das innovative Online-Angebot Quartz herausgibt. Im Mittelpunkt von This.cm. steht, dass Nutzer jeweils einen Link teilen. Im Gegensatz zu den großen Plattformen und zu magazinartigen Anwendungen wie Flipboard oder Zite, geht es jedoch nicht darum, diesen dann möglichst nahtlos in das eigene Angebot zu integrieren. Darüber hinaus soll Qualität vor Quantität gehen. In einer Pressemitteilung wird der Anspruch so formuliert:This. is a curation platform for people passionate about journalism, art and entertainment. It allows users to find and share the best of the web by limiting each to sharing just one link a day.” Oder wie Gründer und CEO Andrew Golis im Firmen-Blog proklamiert: “This. is a great place to be a link.” Bedarf es gegenwärtig noch der Einladung, soll die Anwendung dann ab Herbst allen offen stehen. Um bis dahin einen ersten Eindruck zu erhalten, bekommen Interessierte, die auf der Warteliste für die Registrierung stehen, einen Newsletter mit täglich fünf “Editor’s Picks”. Wie sich in seinem This.-Profil nachlesen lässt, hat Golis dort übrigens einen Link auf “The Web we have to save” von Hossein Derakhshan geteilt.


Image (adapted) “Social Media apps”by Jason Howie (CC BY 2.0)


 

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Der eigene URL-Shortener: Mission failed?

macro pixels url cliche (adapted) (Image by Chirs Dlugosz [CC BY 2.0] via Flickr)

Mitte Januar hat sich Netzpiloten-Autor Tobias Gillen einen eigenen URL-Shortener eingerichtet und hier diskutieren lassen, ob das Sinn macht. Inzwischen weiß er es. Links bestimmen unser digitales Leben. Wer keinen Link hat, hat meist nichts zu teilen. Denn hinter all den schönen Sachen in diesem Internet steht immer auch ein Link, so wie hinter diesem Artikel auch. Gekürzte Links mit bit.ly oder goo.gl sieht man tagtäglich viele in den sozialen Netzwerken. Um einen Überblick über seine Links zu bekommen, hat sich unser Autor einen eigenen Shortener für seine Links angelegt und berichtet nun von seinen Erfahrungen und der Frage, ob das Sinn macht oder verzichtbar ist.

Drei große Kritikpunkte

Grundsätzlich finde ich den eigenen URL-Shortener mit einer indivduellen URL, in meinem Fall tobgil.de, nach wie vor sehr reizvoll. Zumindest ziehen die Argumente dafür bei mir immer noch: Detailierte Statistiken, welcher Link wann, wie oft und wo angeklickt wurde. Zudem eine stärkere Verknüpfung mit meiner Person, vertrauenswürdigere Links und alles auf meinem eigenen Server. Bit.ly und Co. sind ja ganz schön, für mich aber nach den Kriterien nicht mehr ausreichend.

Wer mir auf Twitter und Facebook folgt, der hat bestimmt mitbekommen, dass ich – bis auf eine kurze Phase kurz nach der Einrichtung – inzwischen kaum mehr URLs mit tobgil.de kürze (und, by the way, auch sonst nicht). Das liegt an mehreren Dingen, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:

  • a) Kaum bis gar keine Usability
  • b) Ungenaue Statistiken bei yourls.org
  • c) Keine Rückschlüsse auf Viralität

Kaum bis gar keine Usability

Usability ist leider das Hauptproblem beim eigenen URL-Shortener. Man hat ein Backend, in das man sich einloggen muss, den Link dann dort kürzt, kopiert, das Netzwerk öffnet und dort in einen Post, Tweet oder Whatever einfügt und teilt. Das klingt für mich nicht sonderlich nach großer Benutzerfreundlichkeit – und fühlt sich im Umgang auch nicht so an. Besser wäre, man könnte den eigenen URL-Shortener direkt per API in die Netzwerke einpflegen und Links somit automatisch umwandeln, sobald sie geteilt werden. Ähnliches ging damals zum Beispiel bei TweetDeck, bevor Twitter es übernommen und sich entschlossen hat, einige Schnittstellen dicht zu machen.

Auf den Seiten von Twitter, Facebook und Co. geht das ohnehin nicht mehr. Stattdessen aber mit Apps wie Tweetbot, das ich mir vor Ewigkeiten heruntergeladen habe und extra für den Zweck nun wieder ausgebuddelt habe. Nichts gegen Tweetbot, das Programm ist echt klasse. Nur leider absolut nicht mein Fall. Ich mag meine normale Twitter-App, das Schlichte und Einfache. Das Problem: Einen eigenen URL-Shortener kann ich dort leider nicht einstellen. Somit bin ich in meiner Experimentierphase zweigleisig gefahren: Twitters App für den normalen Gebrauch, Tweetbot zum Teilen von Links. Auch das ist nicht sonderlich Benutzerfreundlich.

Fehler bei den Statistiken

Schon das ist auf Dauer für mich ein Grund, auf meine tobgil.de-Links zu verzichten. Leider gibt es noch zwei weitere. So sind die Statistiken bei yourls.org in meinem Backend alles andere als genau. Ein Link, den ich nur über Twitter an meine 2.270 Follower geteilt habe, soll binnen fünf Minuten über 3.000 Mal angeklickt worden sein? Schön wäre es, aber um das zu glauben, muss man schon arg optimistisch sein. Zudem habe ich über die Einblicke meiner Seiten-Statistiken auch die Gewissheit, dass das definitiv nicht der Fall war.

Bei den meisten Links kommen realistische(re) Angaben heraus, aber wie Glaubhaft sind die, wenn man dem Tool nicht mehr vertraut? Außerdem gibt es bei der Lokalisierung der Klicks Probleme: Die meisten Klicks kommen aus den USA, vermutlich dadurch, dass dort die Server von Twitter und Co. stehen – ich weiß es nicht.

Keine Rückschlüsse auf die Viralität möglich

Das dritte und letzte Problem sind die fehlenden Einblicke in die Viralität hinter den Links. Das Ziel war ja eigentlich, Links im Blick zu behalten und mal zu schauen, was wie gut ankommt. Wenn man einen Link über mehrere Netzwerke teilt, hat man allerdings mit yourls.org absolut keinen Einblick mehr in die Zahlen. Mehr als „Others“ bekommt man aus dem Backend nicht raus, was so viel bedeutet wie: „Keine Ahnung, wo deine Links wann und wie angeklickt wurden, ist mir eigentlich auch egal.“

Was bleibt also übrig? Das Argument der Persönlichkeit. Teile ich Links mit meinem Namen drin, stärkt das irgendwo die Bindung zum Gegenüber und insbesondere das Vertrauen in die Links. Dagegen ist nichts zu sagen, allerdings ist das auch etwas, woran yourls.orgnichts ändern könnte. Ansonsten ist der Dienst für mich leider gefloppt.

Fazit: Mission leider gescheitert

Dennoch: Es war eine hilfreiche Erfahrung, einen eigenen URL-Shortener einzurichten und ich bin froh, mich damals durch die Anleitungen gequält zu haben. Vielleicht versuche ich es bald mal mit einem anderen Dienst, vielleicht beuge ich mich aber auch einfach Twitter und nutze den hauseigenen URL-Shortener. Die Mission „Eigener URL-Shortener“ ist für mich also definitiv erst mal gescheitert.


Image (adapted) „macro pixels url cliche“ by Chris Dlugosz (CC BY 2.0)


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Der eigene URL-Shortener: Sinn oder Unsinn?

macro pixels url cliche (adapted) (Image by cubosh [CC BY 2.0], via flickr)

Links bestimmen unser digitales Leben. Wer keinen Link hat, hat meist nichts zu teilen. Denn hinter all den schönen Sachen in diesem Internet steht immer auch ein Link, so wie hinter diesem Artikel auch. Weil diese aber immer komplizierter, länger und kryptischer werden, boomen seit einiger Zeit so genannte Link- oder URL-Shortener. So wird aus einem ellenlangen Buchstaben-, Zahlen- und Zeichensalat ein kurzer, handlicher Link.

Besonders beliebt sind hier bit.ly oder goo.gl. Finde ich gut, wollte ich auch haben. Allerdings nicht von bit.ly und Co.: Wenn ich so etwas mache, dann möchte ich es auf meinem Server und unter meiner Kontrolle haben. Und so habe ich mich auf die Suche nach einem Tool gemacht, um mir etwas Ähnliches einzurichten. Zunächst einmal musste eine kurze URL her. Idealerweise eine, die was mit mir zu tun hat und den Link auch tatsächlich einfacher macht.

Ich entschied mich für tobgil.de, also die ersten drei Buchstaben von Vor- und Nachname. Anschließend musste das Paket von yourls.org auf den Server geladen und installiert werden. Das war zwar komplizierter als gedacht, irgendwann aber war es dann doch geschafft. Seither kann ich Links über ein mehr oder weniger schickes Backend kürzen.

Eine erste Kritik

Einer der Hauptgründe dafür – neben der puren Neugier, es einfach mal einzurichten – war, dass ich gerne ein bisschen den Überblick über die Links behalten wollte, die ich tagtäglich so durch die Netzwerke jage. Die Grundfrage: Welcher Tweet oder Post kommt wie gut an. Und: Warum eigentlich? Über das Backend von yourls.com kann man dem mit kleinen Statistiken und Grafiken zumindest annähernd ein wenig nachgehen.

Doch schon nach dem ersten Test erreichte mich ein Tweet einer Nutzerin, die eben dieses Tracking nicht sonderlich erstrebenswert hielt und sich vor dem Klick auf einen privat gekürzten Link zwei Mal überlege, ob sie die Seite öffne. Zudem wisse sie ja nicht, was sie sich einfange, wenn sie auf den Link klicke.

Guter Punkt, zugegeben. Und genau darum möchte ich diese Fragen an dieser Stelle diskutieren. Klar, in Zeiten von automatischer Link-Kürzung durch Twitter ist ein URL-Shortener nicht mehr zwingend nötig. Im Gegensatz zu bit.ly oder ähnlichen Kandidaten aber bleiben die (anonymen) Statistiken nur bei mir und laufen über deutsche Server. Bei bit.ly ist das anders, schon allein dadurch, dass .ly die lybische Domainendung ist.

Zudem finde ich einen privater Link-Shortener fast noch vertrauenswürdiger als einen externen. Als Beispiel lässt sich hier etwa Richard Gutjahr anbringen, der seine Links über gutja.de kürzt. Bei diesem Link-Syntax regt sich bei mir alles andere als Misstrauen. Aber na klar: Ein URL-Kürzer verschleiert die wahre Internetadresse. Allerdings weiß man auch bei einer unveränderten Adresse nicht immer, was man sich auf der Seite einfängt. Das beweist unter anderem die jüngste Sicherheitslücke bei Yahoo.

Ich sehe ein: Ein Link-Shortener hat seine Vor-, aber auch seine Nachteile. Mich persönlich hat es gereizt, ein bisschen damit herumzuspielen und ihn erst einmal nur einzurichten. Ob und wie ich ihn aber weiter verwenden werde, hängt nun von der Resonanz der Nutzer ab – die bis auf den einen Tweet weitgehend neutral ist. Außerdem hat sich das Klick-Verhalten durch meine eigene URL bislang nicht negativ verändert, eher gegenteilig. Ein Fazit meiner digitalen Neuerrungenschaft kann ich bislang aber noch nicht ziehen, dafür reichen wenige Test-Tage einfach nicht aus.

Wie sehr ihr das? Macht ein eigener URL-Shortener Sinn? Löst er bei euch Misstrauen aus oder vertraut ihr eigens gekürzten Links eher?


Image (adapted) “macro pixels url cliche“ by cubosh (CC BY 2.0)


 

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Lesetipps für den 8. Oktober

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA VOKABELN The New and Improved 2010 Social-Media and Mobile Glossary:
  • FERNSEHEN 2.0 Erste Details der Google TV-Hardware Logitech Revue: Google TV wirft seine Schatten voraus…
  • KULTUR 2.0 Kultur 2.0 » Studie zum Social-Media-Engagement deutscher Museen und Orchester ist online: Seit vergangenem Jahr findet Social Media zunehmend Beachtung in der Kommunikation von Kultureinrichtungen. Diese Feststellung war Anlass im Zeitraum Februar bis Juni 2010 die Studie zum Thema “Das Social-Media-Engagement deutscher Museen und Orchester” durchzuführen. Wie sehen die Aktivitäten aus?
  • FACEBOOK, GOGGLE & JARVIS The TWiT Netcast with Leo Laporte: Jeff Jarvis amp; Leo Laporte Allstars über Googles TV Ideen und die neuesten Änderungen bei Facebook (plazes und groups), Umi und vieles mehr…
  • WISSENSMANAGEMENT 1.2 "Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Form des Wissensmanagements": Lustiges Interview mit dem Obermufti Wissensmanagement bei IBM, leist sich wie seinerzeit ein Interview über den Siegeszug der Groupware. ewiggrestig, fehlen nur noch die Wissenskriesläufe und -treppen…
  • FILESHARING & URHEBERRECHT 2.0 The real cost of free | Cory Doctorow: Es stellt sich mal wieder heraus, dass außer Cory Doctorow nur wenige Substanzielles zum Thema Urheberrecht, Filesharing und Künstler berichten können: Commenters who claim I tell artists to give their work away for free are wrong – and they should focus on the real online villains
  • MARKE & SOCIAL MEDIA Social Media Strategie – Vom Inhalt zur Brand Community | socialmedia-blog.de: quot;Für die strategische Markenführung im Social Web, müssen Unternehmen ihre Social Media Maßnahmen auf einer Plattform zusammenführen. Beste Möglichkeit ist der Blog.quot; DAS, Kinder, es heißt DAS! Himmel, lass Orthographie regnen…
  • DINGSBUMS LEGT ZU Social Media legt dank Silver Surfers zu: Alte Lehren rosten nicht. Kennt noch jemand den Satz aus Studien über die Fernsehforschung. Die Klugen werden klüger und die Dummen macht das Fernsehen dümmer: quot;Je höher die Schulbildung, desto häufiger die Social-Media-Nutzung. Gemäss Net-Metrix-Studie nutzen User mit hoher Schulbildung (42 Prozent) gefolgt von jenen mit mittlerer Bildung (39 Prozent) ganz klar häufiger Social-Media-Angebote wie insbesondere Blogs und Foren als jene mit obligatorischer Schulbildung (19 Prozent).quot;

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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Inudge.net: Musik aus der „Konserve“ ist von gestern

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Der Musik und den eigenen Ideen Raum geben: Inudge.net ist mehr als nur eine Plattform für Kenner und Produzenten von elektronischer Musik. Jeder, der Spaß am Basteln und Kreieren von Klangstrukturen hat, findet hier einen tonstudioähnlichen Arbeitsplatz. Mainstream ist nicht gefragt: auf Inudge.net geht es um das Komponieren einer  komplexen musikalischen Struktur, die sich – einmal erstellt – automatisch im Loop fortsetzt. Ziel ist es letztlich durch das Zusammenspiel von aufleuchtenden Quadraten und gleichzeitig erklingenden Tonfolgen eine audio–visuelle Performance zu erstellen. Weiterlesen »

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