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Sony eröffnet dritte Ausstellung von „Lost in Music“

Einen ganz eigenen, personalisierten Song erstellen und das nur durch Bewegung und einfachste Interaktionen. Klingt ziemlich cool – ist es auch. Der Technik- und Entertainment-Gigant Sony eröffnete am 15. November in der Melburry Street im New Yorker Stadtteil Soho die dritte Installation seines Projektes „Lost in Music“.

Bereits vorher gab es zwei Versionen des Langzeitprojektes. Einerseits in 2017, als Sony mit dem DJ-Duo The Chainsmokers zusammenarbeitete, welche ein interaktives VR-Musikvideo für ihre Single „Paris“ veröffentlichten. Andererseits im Januar 2018, als dann eine Kollaboration mit dem Singer-Songwriter Khalid folgte. Innerhalb eines speziellen Konzerts gingen Fans durch einen Tunnel, welcher von Sony mit 576 Lautsprechern ausgestattet worden war. Unter dem Namen „Odyssey“ erlebten die Teilnehmer, wie die Klänge sich um sie herumbewegten und wurden damit Teil einer ganz besonderen Hör-Erfahrung.

Die Verschmelzung von Technik und Musik

Sonys Ideen in diese Richtung sind einzigartig. Das betont auch Miki Anan, Senior Manager Of Entertainment Partnerships bei Sony. „Unsere größte Priorität war es, den Fans eine tiefere Bindung zur Musik, durch Technologie, zu ermöglichen“, sagt er in einem Rolling Stone-Interview. Das ist dem Technik-Konzern in seinem neuen interaktiven Aufnahmestudio in New York gelungen.

Mit Hilfe von Virtual Reality-Elementen und der Nutzung von Multi-Purpose-Concept-Spaces, können die Besucher der Installation ihren ganz persönlichen Song aufnehmen. Des Weiteren wird der erstellte Song mit dem eigenen Herzschlag synchronisiert. Zudem gibt es eine Vocal-Booth zum Aufnehmen der eigenen Stimme und einen interaktiven Dance-Floor, sowie eine Walk-Through-Sphäre in der Schlagzeug-Rhythmen aufgenommen werden können. Ziel dahinter sei es, das Erstellen von Musik so intuitiv und kreativ wie möglich zu gestalten.

Der eigene Song kann anschließend runtergeladen werden.

 

Lost in Music wieder mit zahlreichen Kollaborationen

Wie bei jedem bisherigen Projekt sind auch dieses Mal viele Künstler involviert. Unter anderem wird es exklusive Konzerte und Interviews in kleiner Runde geben. Infolgedessen nehmen Künstler wie Zara Larsson oder Tove Styrke teil. Außerdem ist es Besuchern der Installation möglich, die neusten Sony-Produkte vor Ort zu testen.

Für ganz besonders Audio-Begeisterte gibt es übrigens einen Raum, der mit einer multi-dimensionalen Anlage ausgestattet ist. Damit wird das Hören der Lieblingsmusik noch einmal eine ganz neue Erfahrung. Sony möchte mit diesen einzigartigen Projekten die Bindung zwischen Künstlern und Fans mittels Technologie erreichen und Musik somit auf eine ganz neue Ebene heben.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar 2019 für die Öffentlichkeit frei zugänglich.


Image by James Owen /unsplash.com

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Steckt doch mal das Smartphone weg

Wovon du in den Social Networks kein Bild teilst, ist nie wirklich geschehen. Das ist das Mantra einer Zeit, in der wir alles von unserem Frühstück bis hin zu unseren Haustieren und Kindern auf Instagram und Co dokumentieren. Aber müssen wir wirklich alles im Internet teilen? Können wir nicht auch einfach schöne Momente genießen und später davon erzählen? Der Zwang alles dokumentieren zu müssen, nimmt uns die Fähigkeit, sich einfach fallen zu lassen.

„Ich stehe wirklich leibhaftig hier“

Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Social Media. Ich habe einen aktiven YouTube-Kanal und auf Twitter ist die Marke von 5.000 Tweets auch schon längst gefallen. Ein großer Teil meines Lebens findet also längst in Social Networks statt.

Schon mit 16 Jahren besuchte ich fleißig Konzerte. Auch mehr als zehn Jahre später ist für mich das Liveerlebnis etwas Besonderes, auch wenn ich nicht mehr um jeden Preis in den vorderen Reihen stehen muss. Ein paar Reihen weiter hinten zu stehen kann aber nicht allein dafür verantwortlich sein, dass ich oft nicht mehr die gleiche Energie im Publikum spüre. Natürlich wird das Publikum einer Band über die Zeit älter und weniger agil. Trotzdem scheint vor allem die größte Erfindung des 21. Jahrhunderts Schuld zu sein: Das Smartphone.

„Kannst du bitte aufhören mich zu filmen? Ich stehe wirklich leibhaftig hier“, sprach Weltstar Adele einen Fan 2016 während ihres Konzerts an. „Das ist nämlich keine DVD, sondern ein richtiges Konzert. Ich wünsche mir, dass du meine Show genießt, denn draußen stehen eine Menge Leute, die das auch gerne würden, aber keine Karte mehr bekommen haben“.

Adele ist damit nicht allein. Auch der ehemalige White Stripes-Sänger Jack White und Comedian Chris Rock verbannen die Smartphones aus ihren Shows. Dafür nutzen sie Beutel des amerikanischen Startups Yondr. Diese Smartphone-Hüllen verriegeln sich innerhalb einer No-Smartphone-Zone von selbst und lassen sich erst nach der Veranstaltung oder außerhalb des Bereichs wieder öffnen. Nach Angaben des Herstellers, können Arenen bis zu einer Größe von 20.000 Plätzen abgedeckt werden.

Früher war alles besser – zumindest einiges.

Ich will mich da selbst nicht ausnehmen. Auch ich habe auf Konzerten schon den ein oder anderen Song aufgenommen. Zwar verschwand mein Smartphone danach wieder, doch klatschen, springen und mitgröhlen ließ sich währendessen nicht – immerhin wollte ich eine halbwegs qualitative Aufnahme.

Ein Großteil der filmenden Besucher achtet aber nicht einmal auf die Qualität. Es wäre ja nur halb so schlimm, wenn jemand wirklich hochwertig aufnimmt, und es auf YouTube hochlädt. Doch nur ein Bruchteil wird wirklich hochgeladen und nochmal weniger Videos haben dann auch noch eine Audioqualität, in der man das ganze Lied durchhält.

Einige nehmen ihr Smartphone während des Konzerts gefühlt gar nicht aus der Hand. Sie erleben das Konzert größtenteils durch ihr Display, sind teils sogar nebenher am chatten. Das ist nicht nur respektlos gegenüber der Band, die sich die Seele aus dem Leib spielt. Es beraubt auch sie selbst der Möglichkeit, einfach nur einen geilen Abend zu haben.

Es fiel mir besonders auf, als ich mir kürzlich den legendären Queen-Auftritt vom Live Aid-Benefizkonzert angeschaut habe. Ein Stadion voller Fans und alle schienen einfach nur die Zeit ihres Lebens zu haben. Aber auch bei einer alten In Extremo-DVD von 2005 dachte ich mir kürzlich „Wow! Das komplette Publikum macht mit und kein Leuchten in der Menge“.

Wenn der Papst Erleuchtung bringt

Dabei sind es nicht nur Konzerte, die seit Smartphone und Social Networks anders ausschauen. Bei der letzten Papstwahl dokumentierte NBC’s Today Show den Unterschied zwischen den Ernennungen 2005 und 2013. Bei der Ernennung Papst Benedikts hatte nur vereinzelt jemand sein Mobilgerät zur Hand. Acht Jahre später erblickte man ein Meer von Smartphones und Tablets, als Papst Franziskus ernannt wurde.

An sich ist das Smartphone ja fantastisch. Es vernetzt uns wie noch nie zuvor und ist in vielen Situationen ein praktischer Helfer. Wenn ich nicht gerade ein Buch dabei habe, fühle ich mich ohne Smartphone in der Bahn aufgeschmissen. Es ist meine eigene Blase, in der ich mich vor Blickkontakt mit anderen Fahrgästen flüchte und die Zeit „sinnvoll“ nutzen kann. Genau diese Blase vernichtet aber auch soziale Interaktion, wo sie angebracht wird.

Social Networks sind Social Killer

Wenn ich mich mit Freunden treffe, um einen Film zu schauen, gibt es nichts Störenderes, als wenn jemand dauernd mit dem Smartphone beschäftigt ist. Warum sich gemeinsam treffen, wenn andere dann offenbar trotzdem wichtiger sind?

Es sagt ja niemand was, wenn man zwischendurch schaut, ob man nicht eine wirklich wichtige Mitteilung bekommen hat. Auch einen lustigen Tweet kann man mal rumzeigen oder das gemeinsame Beisammensein mit ein bis zwei Bildern festhalten. Es stört aber wenn man sich extra trifft und der andere mehr damit beschäftigt scheint auf WhatsApp zu schreiben.

Man stelle sich auch vor, welche Signale man kleinen Kindern sendet, wenn das Smartphone offenbar immer Vorrang hat. Das nehmen auch die Kleinsten wahr. Es entwickelt sich eine paradoxe Erkenntnis: Ausgerechnet Social Networks scheinen unser direktes soziales Umfeld zu beeinträchtigen.

Dank dieser Netzwerke können wir allerdings auch Freundschaften über große Entfernungen pflegen. Auch die Organisation von Helfergruppen beim Hochwasser 2013 über Google Maps und Facebook oder die Aktion #HamburgRäumtAuf nach dem G20-Gipfel wären ohne Social Networks nicht möglich gewesen.

Trotzdem dürfen wir uns alle hinterfragen, ob wir wirklich alles teilen müssen oder ob wir uns nicht selbst auch eines Erlebnisses berauben, wenn wir manche Momente nicht einfach in unserer eigenen Erinnerung festhalten.


Image by Verve via stock.adobe.com

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • E-BAN sueddeutsche: Laptop-Verbot auf USA-Flügen zeichnet sich ab: Reisende in die USA dürfen wahrscheinlich in Zukunft ihren Laptop nicht mehr im Handgepäck mitführen. Das Verbot für Elektronikgeräte betraf zuvor nur eine zehn Flüghäfen in Nah Ost, soll jedoch auch auf Europäische Flughäfen ausgeweitet werden, so die Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten. Die folgenden Sicherheitskontrollen können nicht nur zu erheblichen Verspätungen führen, sondern auch einem Buchungsrückgang für Fluggesellschaften. Derzeit ist noch unklar wann genau der E-Ban eintritt, es müssen noch viele Fragen geklärt werden.

  • FACEBOOK golem: Facebook geht gegen Ad-Schleudern vor: Beiträge von Webseiten, die mit minimalem Inhalt und viel Werbung, sollen demnächst durch einen neuen Algorithmus aus dem Newsfeed der Nutzer herausgefiltert und weniger angezeigt werden. Einige Beispielseiten wurden in eine künstliche Intelligenz eingespeist und diese soll ähnliche Webseiten identifizieren und filtern. Für Contentproduzenten, die Wert auf Inhalte legen könnte das einen Zuwachs von Lesern bedeutet, da ihre Posts deutlich häufiger angezeigt werden sollen.

  • POWERPOINT t3n: Powerpoint kann Präsentationen jetzt in Echtzeit übersetzen: Ab sofort keine Sprachbarrieren mehr bei Powerpoint Präsentationen. Microsoft stellte auf der Entwicklerkonferenz Build eine neue Funktion für das Präsentationsprogramm vor, mit der Folien in Echtzeit übersetzt werden können. Die Übersetzungen sollen als Untertitel angezeigt werden. Bis jetzt kann die Erweiterung insgesamt zehn Sprachen verstehen, unter anderem auch Deutsch. Die Funktion soll nicht nur Übersetzungsschwierigkeiten beheben, sondern auch für Hörgeschädigte eine Erleichterung sein.

  • STREAMING welt: Amazon veranstaltet künftig exklusive Konzerte: Wo sind die Grenzen für die Angebote des Internetriesen aus Seattle? Nach Tablets, E-Readern, Smart-Homes und Streaming will Amazon zukünftig auch Konzerte über seinen Prime Service übertragen. Die Konzerte sollen eine begrenzte Zuschauerzahl haben, um eine Exklusivität zu garantieren. Andere Streaming Services wie Netzflix haben ebenfalls damit begonnen Shows von Stand-Up Comedians über ihre Plattform zu übertragen, Apple veranstaltet ebenfalls seit Jahren das Apple Music Festival – Live gestreamt für Nutzer. Ob Amazon in diesem Markt sein nächstes Standbein findet, wird sich zeigen.

  • UBER spiegel online: EU-Generalanwalt ergreift Partei für Taxibetriebe: In den USA ist der Fahrdienstvermittler Uber schon etabliert, in Europa hat sich der EU-Generalanwalt nun für die Taxi-Betriebe ausgesprochen. Da die App dem Verkehrssektor zuzuordnen sei, stehe es den Staaten frei, die Tätigkeit der Firma zu reglementieren, erklärte der zuständige Generalanwalt. Das Unternehmen selbst sieht sich als reiner Online-Vermittlungsdienst, und wollte sich somit den Regelungen für Taxi-Unternehmen entziehen. Das Urteil des EuGH folgt.

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Am Union Square in San Francisco erfindet Apple seine Läden neu

Image 1 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0

Besondere Lagen sind für Apple Stores an sich keine Seltenheit und vergleichsweise keine Erwähnung mehr wert. In Berlin befindet sich der Apple Store in einem ehemaligen Kino aus dem frühen 20. Jahrhundert und in Manhattan selbstverständlich im neuen World Trade Center.

Der neueste Flagshipstore am Union Square in San Francisco ist da keine Ausnahme, beeindruckt aber vor allem durch das neue Raumkonzept. Hier kann bereits heute das zukünftige Design von Apples Verkaufsläden betrachtet werden. In den nächsten Jahren werden auch ältere Läden umgewandelt.

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Apple erfindet sich am Union Square in San Francisco neu

Zum Platz hin ist der nur noch Apple Union Square genannte Laden weit offen, wodurch viel Licht in das Erdgeschoss und den ersten Stock scheint. Von außen fühlt man sich eingeladen, hereinzukommen, im Inneren wirkt die Geschäftsfläche wie eine Verlängerung des öffentlichen Stadtplatzes.

In dem gläsernen Kasten stehen die bekannten Verkaufstische mit den bekannten Produkten. Im ersten Stock gibt es an ein Café erinnernde Sitzgelegenheiten und eine rund 15 Meter hohe Videoleinwand. Die Genius Bar nennt sich jetzt Genius Grove und ist unter Schatten spendenden Feigenbäumen angesiedelt.

Der Apple Union Square ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Apples Verkaufschefin Angela Ahrendts und Designchef Jony Ive. Nicht mehr die Produkte als reine Gadgets sollten im Vordergrund der Stores stehen, sondern das gesamte Erlebnis Apple sollte sich widerspiegeln und erlebbar werden.

Apples Version des öffentlichen Raums

„Wir erfinden die Rolle, die unsere Geschäfte und Angestellten innerhalb der Community spielen, vollkommen neu“, erklärte Ahrendts gegenüber Fortune. „Wir wollen mehr wie der Marktplatz sein, an dem das beste von Apple zusammenkommt und jedermann willkommen ist.“

Dieser Anspruch drückt sich im Apple Union Square durch zwei verschiedene Räume besonders aus: So gibt es mit dem Boardroom einen Ort, an dem sich Unternehmen von Apples Geschäftsteam beraten lassen können und mit The Plaza eine Art öffentlicher Raum für Konzerte am Wochenende.

Durch die Öffnung des Geschäfts zum Union Square und der im Rücken des Gebäudes befindlichen Plaza, stets mit offenem WLAN versorgt, schafft Apple den Anschein eines öffentlichen Raums. Doch es handelt sich immer noch um den Gewerberaum eines börsennotierten Unternehmens.

Apple-Läden sind ein Spiegelbild des Unternehmens

Image 4 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0
Der Verkaufsraum wirkt wie mit dem Union Square verbunden

Im Herzen bleibt auch der Apple Union Square und alle anderen Läden, die demnächst eröffnen oder nach dem neuen Vorbild in San Francisco umgestaltet werden, ein Verkaufsgeschäft. Die Offenheit ist vorgetäuscht und nicht mehr als ein Teil der Marketingstrategie des Unternehmens.

Doch das von Ahrendts gezeichnete Bild des Konzepts hinter dem Apple Union Square klingt wesentlich schöner als die Wahrheit: „Wir erneuern unseren Fokus auf die freien  Künste – wir vermenschlichen die Technik mithilfe von Erlebnissen, die unsere Besucher bilden und unterhalten und die Unternehmer stärken sollen.“ Schön gesagt.

Apple schafft es mit dem neuen Ladenkonzept, den Fokus noch mehr auf den Lifestyle statt auf die überteuerten Geräte zu legen. Ähnlich wie Starbucks den Besuch eines Kaffeehauses zu einer globalen Geschäftsidee machte, gelingt Apple dies mit eigens für iPhones und MacBooks geschaffenen Läden. Chapeau!


Images by Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


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