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Netzpiloten @NEXT18

Am 20. und 21. September steigt wieder die NEXT18 in Hamburg. Wir lieben das Event! Eigentlich können wir es kaum erwarten, wieder wegen der vielen spannenden Vorträge tagsüber auf der Reeperbahn herumzustreunern. Letztes Jahr lief die NEXT Conference unter dem provokanten Motto „Digital Sucks“. Sozusagen ein bisschen der Blues, dass die neuen digitalen Technologien oft mehr versprechen als sie halten können. Auch dieses Jahr wird eher reflektiert: „Let’s Fix Digital!“ will ausleuchten, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, um in der digitalen Welt zu reparieren, was uns vielleicht nervt oder unzugänglich erscheint.

Welche Speaker werden auf der Next sein?

Gelistet sind über 400 Referenten/innen aus aller Welt. Wir freuen uns besonders auf Data Scientist Rand Hindi, den kreativen Tausendsassa Jeremy Abbett, den Berliner Media Artist Christian “Mio” Loclair und die Wissenschaftlerin Amber Case.

Bereit fürs Reeperbahnfestival?

Das besondere Begleit-Bonbon der Next Conference ist allen Wiederkommern längst bekannt: Parallel läuft das jährlich immer besser werdende Reeperbahnfestival mit zig Music-Acts auf zahlreichen Bühnen! Also tagsüber bestes Wissen über digitale Trends tanken und abends zu feinsten Beats in trendigen Locations tanzen. Was will man mehr? Bewerbt euch hier für die Tickets und werdet Teilnehmer der NEXT18. Wir sehen uns!

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Die wahren Konsequenzen von Fake News

feedly (adapted) (image by Startup Stock Photos [CC0] via pexels)

Fake News, oder fehlerhafte Inhalte, die als tatsächliche Nachrichten verbreitet werden, haben seit der US-Präsidentenwahl im vergangenen Herbst viel Aufmerksamkeit erlangt. Auch wenn es kein neues Phänomen darstellt, kann durch den weltumspannenden Charakter dieser webbasierten Informationen internationaler Einfluss genommen werden. Infolgedessen ist dieses Thema nicht nur in den vereinigten Staaten, sondern auch in Frankreich, Italien und Deutschland relevant.

Auch wenn die Zunahme von Fake News in den letzten Monaten unverkennbar war, sind die Auswirkungen differenziert zu betrachten. Viele argumentieren, dass Fake News, die oft höchst parteiisch sind, Donald Trump dabei geholfen haben, gewählt zu werden. Es existieren sicherlich Beweise, dass Fake News hoch im Umlauf waren und zuweilen sogar wirkliche Nachrichten übertroffen haben. Jedoch zeigt nun eine nähere Analyse, dass die am meisten verbreiteten fehlerhaften Nachrichtenbeiträge lediglich von einer kleinen Anzahl von Amerikanern gesehen wurde. Die Überzeugungskraft dieser Beiträge wurde nicht getestet.

Es ist wahrscheinlich, dass diese vor allem geteilt wurden, um seine Unterstützung für einen der Kandidaten auszudrücken und nicht als Beweis, dass Nachrichtenkonsumenten den Inhalt des Nachrichtenbeitrags tatsächlich glauben. Dies wirft die Frage auf, ob Fake News überhaupt irgendwelche Auswirkungen haben und ob wir als Gesellschaft uns darüber Sorgen machen müssen.

Die Trennung von Fakt und Fiktion

Die wahre Auswirkung des steigenden Interesses in Fake News ist die Realisierung, dass die Öffentlichkeit nicht gut ausgestattet ist, um qualitativ hochwertige Informationen von falschen Informationen zu trennen. Tatsächlich ist eine Mehrheit der Amerikaner zuversichtlich, dass sie Fake News erkennen können. Als Buzzfeed amerikanische High-School-Schüler dazu befragte, waren diese überzeugt, dass sie in der Lage seien, Fake News online zu erkennen und zu ignorieren. In der Realität mag dies allerdings schwieriger sein, als die Leute denken.

Ich begann, diese Annahme in einer aktuellen Studie, die ich mit 700 Bachelorstudenten an der University of British Columbia durchgeführt habe, zu testen. Das Muster war einfach: ich zeigte Studenten eine Anzahl von Screenshots verschiedener Banner auf Webseiten – von etablierten Nachrichtenquellen wie dem Globe and Mail, eher parteiischen Quellen wie Fox News und der Huffington Post, Online-Aggregatoren wie Yahoo! News und Portalen auf sozialen Medien wie Upworthy. Ich habe sie gebeten, die Nachrichtenquellen auf einer Skala von null bis 100 auf ihre Legitimität zu prüfen.

Ich habe auch Screenshots von echten Webseiten, die Fake News verbreiten, mit aufgenommen. Einige von ihnen wurden während der US-Wahl 2016 recht schnell sehr beliebt. Eine dieser Quellen war eine Webseite mit dem Namen ABCnews.com.co. Sie sah der Webseite des Nachrichtenportals ABC News sehr ähnlich. Einige Fake-Inhalte gingen hier ziemlich schnell durchs Netz – wie beispielsweise die, die von Eric Trump retweetet wurden. Die anderen waren News zum Boston Tribune und World True News.

Die Erkenntnisse sind besorgniserregend. Obwohl die Probengruppe nach deren eigenen Angaben hauptsächlich aus politisch informierten und engagierten Nachrichtenkonsumenten bestand, sprachen die Befragten den Quellen wie ABCnews.com.co oder dem Boston Tribute mehr Legitimität zu als Yahoo! News, einer tatsächlichen Nachrichtenorganisation. Auch wenn diese Ergebnisse nur vorläufig und ein Teil einer größeren Studie sind, ergibt sich auch im Einklang mit anderen Studien folgendes Bild: Viele Menschen, besonders junge Leute, tun sich schwer daran, gute Nachrichtenquellen von fragwürdigen zu unterscheiden und ebenso zu unterscheiden, ob ein Foto authentisch ist oder nicht.

Darüber hinaus scheint Ideologie die Bewertung der Legitimität einer Nachrichtenquelle in einem besorgniserregenden Ausmaß zu beeinträchtigen. Linksorientierte Studenten sehen keinen Unterschied zwischen extremistischen Quellen wie Breitbart und Fox News. Hier werden von rechtsorientierten parteiischen Kommentaren bis hin zu den klassischen Nachrichten alle möglichen Ereignisse auf eine bestimmte Art und Weise präsentiert, die keineswegs mit journalistischen Normen im Einklang sind.

Als Ergebnis wird etwas, das wahr aussieht und sich vertrauenswürdig anfühlt – wie beispielsweise dem Boston Tribune – mehr Legitimität zugebilligt als einer tatsächlichen Nachrichtenquelle, mit der die Studenten vertraut sind, die sie aber aus ideologischen Gründen ablehnen. Im Gegenzug dazu wird etwas, das falsch aussieht und sich falsch anfühlt, wie die World True News, weniger Legitimität zugebilligt als eine richtige Nachrichtenquelle.

Doch auch wenn wir uns hier in Kanada größtenteils glücklich schätzen können, dieser Verbreitung von Fake News nicht ausgesetzt zu sein, die die aktuellen Wahlen in anderen Ländern beeinflusst haben, bedeutet dies nicht, dass wir diesem Phänomen gegenüber immun sind. In vielen Fällen wurde das Fundament dazu bereits gelegt.

Kanadier ebenso polarisiert

Studien zufolge, die von meinem Kollegen Eric Merkley durchgeführt wurden, sind Kanadier entlang ideologischer Linien zunehmend polarisiert. Diese affektierte Polarisierung hat die Auslösung von motivierter Argumentation zur Folge – eine unbewusste, beeinflusste Art, Informationen zu verarbeiten welche dazu führt, dass sogar intelligente Menschen an Unwahrheiten glauben, weil sie ihre ideologischen und parteiischen Veranlagungen unterstützen.

Darüber hinaus ist die Fragmentierung und Digitalisierung der Nachricht kein amerikanisches Phänomen, sondern weltweit vertreten. Der aktuellsten Studie zufolge beziehen 80 Prozent der Kanadier ihre Nachrichten online und nahezu 50 Prozent beziehen ihre Nachrichten auf sozialen Netzwerken, einer Plattform, welche für die Verbreitung von Fehlinformationen in den vereinigten Staaten größten verantwortlich gemacht wird. Zusammengenommen sind die Bedingungen gegeben, dass Fake News auch in Kanada Fuß fassen.

Leider gibt es keine einfache Lösung für das Problem. Die Optimierung von Algorithmen – hier versuchen Facebook und Google gerade, damit klarzukommen – kann helfen, die wahre Lösung muss allerdings von den Nachrichtenkonsumenten kommen. Sie müssen skeptischer und ebenso besser ausgerüstet sein, um die Qualität der Information, die sie antreffen, zu bewerten.

Ein wichtiger Teil dieser Strategie sollte eine gewisse Medienkompetenz beinhalten. Wir müssen die Nachrichtenkonsumenten mit Werkzeugen ausrüsten, mit denen sie die Legitimität der Nachrichtenquelle messen können. Sie müssen sich aber genauso ihrer kognitiven Voreingenommeneinheit bewusst werden. Das Problem wird ohne geeignete Maßnahmen nur größer werden, weil immer mehr Menschen ihre Nachrichten online beziehen und die politischen Strömungen sich immer mehr spalten und ins Extreme gehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Feedly“ by Startup Stock Photos (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • SNOWDEN derstandard: Bericht: Russland überlegt Auslieferung von Snowden an Trump: US-Präsident drohte Whistleblower mit der Todesstrafe – Anwalt: Keine Signale für eine Auslieferung. Die Meldung kommt überraschend. Unter Berufung auf Informationen aus US-Geheimdienstkreisen meldet NBC News, dass die russische Regierungsspitze derzeit ernsthaft darüber diskutiere, Edward Snowden an die USA auszuliefern. Quasi als Geschenk an den neuen Präsidenten Donald Trump, der den NSA-Whistleblower in der Vergangenheit als „Spion“ sowie „Verräter“ bezeichnet und ihm mit der Todesstrafe gedroht hat.

  • MICROSOFT golem: NSA bescheinigt Windows 10 und Surface hohe Sicherheit: Microsoft freut sich: Der US-Geheimdienst NSA hat Windows 10 und die Surface-Geräte als besonders sicher eingestuft. Beide Produkte dürfen somit im Hochsicherheitsbereich verwendet werden. Der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) hat Microsofts aktuelles Betriebssystem auf die CSfC-Liste gesetzt. Das steht für Commercial Solutions for Classified Programs und beschreibt kommerzielle Produkte, die für den geheimen Einsatz geeignet sind. Auch die Surface-Geräte von Microsoft wurden auf die Liste gesetzt, Windows-10-Geräte anderer Hersteller sind derzeit nicht dabei.

  • FAKE NEWS heise: Apple-Chef: Gegen „Fake News“ schon in der Schule vorgehen: Nachdem sowohl Google als auch Facebook bereits Maßnahmen zur Bekämpfung sogenannter Fake News im Internet angekündigt haben, meldet sich nun auch Apple zum Thema zu Wort. Konzernchef Tim Cook fand in einem Interview mit der britischen Zeitung The Telegraph scharfe Worte. Schulkampagne gegen Fake News? Die Epidemie von Falschmeldungen sei „ein großes Problem in großen Teilen der Welt“, welches „den Geist der Menschen umbringt“. Die Bekämpfung von Falschmeldungen muss laut Cook bereits in der Schule beginnen. Sie müsse dort „tief verwurzelt“ sein und auch „tief verwurzelt in der Öffentlichkeit“. Kinder könnten ihre Eltern antreiben, zu handeln, wie dies auch bei der Umweltbewegung gewesen sei.

  • HACKER zeit: Staatstrojaner auf Ernährungsforscher angesetzt: Was haben die Menschenrechte in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den Ernährungsgewohnheiten der Mexikaner gemeinsam? Nichts sollte man meinen. Doch gibt es eine Verbindung. Sie läuft über Kanada und Israel und hat etwas mit Aktivisten, ihren mächtigen Gegnern und raffinierten Hacks zu tun. Wer der Verbindung nachspüren will, muss zunächst nach Hamburg reisen. Dort halten Bill Marczak und John Scott-Railton Ende Dezember auf dem 33. Chaos Communication Congress (33C3) einen launigen Vortrag über die Überwachungsmethoden von staatlichen Organisationen und wie man sie aufdeckt. Marczak und Scott-Railton arbeiten für das Citizen Lab, eine weltweit einmalige Einrichtung an der Universität von Toronto, Kanada, die vor allem für eines bekannt ist: Dort werden Staatstrojaner aufgedeckt.

  • GADGETS wired: Die weltweit erste zertifizierte Verhütungs-App: Natural Cycles wurde als weltweit erste App offiziell als Alternative zu Kondomen und der Pille anerkannt – und könnte vom britischen Gesundheitssystem NHS unterstützt werden. Eine App, die mittels eines Algorithmus die weibliche Fruchtbarkeit misst, wurde als erste App offiziell als Verhütungsmethode zugelassen. In Großbritannien gibt es Pläne, sie in das Gesundheitssystem NHS zu integrieren. Sie könnte also sogar von Ärzten verschrieben werden – ebenso wie die Pille.

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  • JOURNALISMUS medienpolitik: „Journalismus braucht Zeit für Recherche“: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Spiel mit der Aufmerksamkeitsspirale zum Kalkül der Terroristen gehört. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, Menschen einschüchtern und unseren ‘way of life‘ dadurch zerstören. Medien, die unter dem Druck von Wettbewerb und Geschwindigkeit alle Distanz aufgeben, machen das Geschäft der Terroristen“, analysiert Peter Frey in einer Reflektion der Terroranschläge 2016 und der Berichterstattung der Medien. „Wir dürfen uns von der schrillen Stimmungsmache einer Minderheit nicht so sehr treiben lassen“, so der ZDF-Chefredakteur weiter. Die große Mehrheit schätze und vertraue dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber es gelinge einer kleinen Gruppe von Leuten, via Social Media und politisch verstärkt durch Rechtspopulisten das Klima insgesamt zu vergiften.

  • POLITIK heise: Wie das Silicon Valley auf Trumps Einreiseverbot reagiert: Nach Trumps Einreiseverbot für Bürger von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten haben sich Vertreter der Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley an die Spitze der Proteste gestellt. Netflix-CEO Reed Hastings bezeichnete Trumps Entscheidung als „so unamerikanisch, dass es uns alle schmerzt.“ Manager von Slack, Box, Twitter und weiteren Firmen äußerten sich ähnlich deutlich – nachdem zuvor einige andere wie Mark Zuckerberg, Satya Nadella und Tim Cook den US-Präsidenten nur vorsichtig kritisiert hatten.

  • DIGITALISIERUNG t3n: Digitale Transformation: Unternehmen im Drift-Modus: Wenn es um die digitale Transformation von Unternehmen und Organisationen geht, lautet eine der häufigsten Management-Aussagen: „Digitale Transformation ja, aber wir müssen die Menschen mitnehmen.“ Erstens: Im „Müssen“ klingt viel Fremdbestimmung an – statt Gestaltungswille. Und zweitens: Ein „Aber“ ist immer eine Relativierung des zuvor Gesagten. Passender erscheint mir daher ein „Und“. Verändert man die Interpunktion noch leicht, dann wird aus dem Satz: „Digitalisierung? Ja, und wir wollen die Menschen mitnehmen.“ Was dieses Vorhaben mit Querbeschleunigung zu tun hat, möchte ich hier ausführen.

  • WHATSAPP sueddeutsche: Deutsche Verbraucherschützer verklagen Whatsapp wegen Datenweitergabe: Deutsche Verbraucherschützer ziehen in ihrem Streit mit Whatsapp vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) verklagt Whatsapp, weil das Unternehmen angekündigt hatte, Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook weiterzugeben. Im August änderte Whatsapp seine Datenschutzbestimmungen. Das Unternehmen räumte sich damit das Recht ein, Daten von Verbrauchern mit Facebook zu teilen. Betroffen sind etwa Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern, aber auch Informationen darüber, wie häufig diese den Messenger verwenden. Die Verbraucherschützer halten diese Änderung für rechtswidrig und haben deshalb Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht.

  • NOKIA golem: Neues Nokia-Handy kommt für 40 Euro nach Deutschland: Das finnische Unternehmen HMD Global vertreibt das Handy Nokia 150 auch in Deutschland. Das Mobiltelefon ist bei Mobilcom-Debitel für 40 Euro erhältlich. Der Preis liegt etwas höher als die bei der Präsentation im Dezember 2016 angekündigten 26 US-Dollar, was unter anderem am Wechselkurs, an Steuern und Gema-Abgaben liegen dürfte.

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  • BND heise: BND-Spionage: Pofalla hat Kanzlerin nie über ausgespähte Freunde informiert: Eine Art „Warten auf Godot“ war schuld daran, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Sommer und Herbst 2013 mehrfach ihre berühmte Parole ausgab, dass Ausspähen unter Freunden gar nicht gehe, und der Bundesnachrichtendienst (BND) dies just parallel praktizierte. So stellte zumindest der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla die vertrackte Lage im Jahr der ersten Snowden-Enthüllungen am Donnerstag im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags dar.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ nzz: Wie die Computer gelernt haben, zu bluffen: Vor zwei Wochen war der Mensch noch klar der Favorit, in den Wettbüros galt der Sieg des Menschen als sehr wahrscheinlich. Doch nun hat sich das Blatt gewendet, die Maschine hat Oberhand gewonnen. Im Rivers Casino in Pittsburgh, Pennsylvania, liefern sich seit dem 11. Januar ein Computer und professionelle Poker-Spieler einen spannenden Kampf im Rahmen einer „Brains vs. Artificial Intelligence“ genannten Veranstaltung. Auf der einen Seite sitzen vier junge Poker-Profis: Jimmy Chou, Dong Kim, Jason Les und Daniel McAulay. Sie treten an gegen eine Libratus genannte Software, die an der Carnegie Mellon University (CMU) von dem Computerwissenschafter Tuomas Sandholm und Noam Brown, einem Doktoranden, entwickelt wurde. Es ist die in amerikanischen Casinos übliche Poker-Variante, die hier gespielt wird, sie wird Heads-Up No-Limit Texas Hold’em genannt.

  • INTERNATIONAL politik-digital: Meilenstein 2017: Hälfte der Weltbevölkerung online: Jedes Jahr veröffentlicht die Agentur We Are Social einen Bericht über Trends im Hinblick auf die weltweite Nutzung digitaler Endgeräte, den globalen Internetzugang und die Veränderungen in der Nutzung von sozialen Netzwerken. Zusammen mit Hootsuite, einer Social Relationship Plattform, wurden Statistiken von 238 Ländern ausgewertet und mit den Statistikerhebungen von 2016 verglichen, somit entstand „Digital in 2017 – Global Overview“. Dieser umfassende Bericht vergleicht und analysiert nicht nur die Veränderungen zum vergangen Jahr, sondern zieht auch einen Regionen- und Ländervergleich.

  • MARKT horizont: Smartphone-Suche und YouTube treiben Google-Geschäft: Der Alphabet-Umsatz wuchs im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 22 Prozent auf gut 26 Milliarden Dollar (24,2 Mrd Euro). Der Gewinn stieg von 4,9 auf 5,33 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Dennoch enttäuschte der Internet-Riese die Erwartungen der Analysten. Sie hatten mit einem bereinigten Gewinn von 9,62 Dollar pro Aktie gerechnet, Alphabet erreichte stattdessen 9,36 Dollar. Der Kurs fiel nachbörslich um gut zwei Prozent.

  • PORSCHE t3n: Berlin statt Stuttgart: So will Porsche von Startups Digitalisierung lernen: Das emotionale Selbstfahren, wie Sven Lorenz es nennt, bleibe auch zukünftig allen erhalten, die sich einen Porsche kaufen. Eigenständiges Lenken und Gasgeben sei schließlich „das Herzstück“ der Marke, auch neue technologische Konzepte wie das autonome Fahren würden daran erst einmal nichts ändern. Sven Lorenz ist Leiter des Bereichs Informationssysteme. Er sitzt neben mir auf einer Holzbank, hinter uns ist ein freistehender giftgrüner Smeg-Kühlschrank platziert, in einer Porzellanpyramide daneben liegen Ingwerwurzeln und Zitronen.

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  • 33C3 sueddeutsche: Alle Computer sind kaputt: Aus dem Internet kommt, wie immer bei diesem Kongress, noch eine Frage. Ein Mitarbeiter des Chaos Computer Clubs (CCC) verliest sie, des großen deutschen Hackervereins. Es ist die Frage, die sich alle im Saal stellen, aber Jessy Campos auf dem Podium mag sie nicht beantworten. Die Frage lautet: Waren es die Russen? Es ist kurz vor Mitternacht auf dem Jahreskongress des CCC in den Tiefen des Hamburger Kongresszentrums. Campos ist Experte für IT-Sicherheit. Er hat die Software analysiert, mit der in den USA die Demokratische Partei gehackt wurde, in Deutschland der Bundestag und mehrere andere Systeme. Die amerikanische Regierung spricht von digitaler Vergeltung. Campos beantwortet die Frage in Hamburg nicht.

  • TWITTER t3n: CEO Jack Dorsey bittet Twitter-Nutzer um Feedback: Viele wollen Tweets bearbeiten: Airbnb-CEO Brian Chesky fragte die Airbnb-Nutzer auf Twitter bereits vor einigen Tagen was sie sich für 2017 wünschen. Jetzt folgt ihm auch Dorsey und gibt Nutzern die Möglichkeit Wünsche für Twitter und auch seine zweite Firma, Square, zu äußern. Dabei antwortet er zahlreichen Usern auch direkt auf ihre Vorschläge. Besonders häufig gefordert wird, dass die lang gewünschte Möglichkeit Tweets zu bearbeiten endlich kommt. Dorsey zeigt sich dafür auch offen. Er meint, dass eine Form einer Bearbeitungs-Möglichkeit definitiv gebraucht wird, nicht nur für verifizierte Accounts.

  • MENSCHENRECHTE netzpolitik: Security Without Borders: Hacker helfen Dissidenten: Auf dem 33. Chaos Computer Congress im Hamburg hat der Sicherheitsforscher Claudio Guarnieri die Organisation „Security Without Borders“ (dt. „Sicherheit ohne Grenzen“) vorgestellt. Sie soll, in Anlehnung an Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Anwälte, Journalisten und Aktivisten bei allen Fragen zur Computer- und Internetsicherheit beraten. Die Gruppe von Malware-Experten, Entwicklern und Hackern bietet ihre Hilfe kostenfrei an und ist für Neuzugänge offen

  • INTERNATIONALtech: Kuba beginnt mit Tablet- und Laptop-Produktion: Kuba hat angekündigt eine Fabrik aufzubauen, die Notebooks und Tablets herstellen soll. Die Kapazität der Fabrik soll bei rund 120.000 Geräten pro Jahr liegen. Hergestellt werden sollen unter anderem 8-Zoll-Tablets und 10-Zoll-Tablets sowie Notebooks mit Intel-Prozessoren der sechsten Generation (Skylake). Völlig unklar ist jedoch, was für Betriebssysteme zum Einsatz kommen sollen. Bei den Tablets wird es sehr wahrscheinlich Android sein. Bei den Notebooks kommt aber im Grunde sowohl Windows als auch eine Linux-Distribution in Frage.

  • SSD heise: SSDs im Stresstest – mit überraschenden Ergebnissen: Flash-Speicherzellen lassen sich nicht beliebig häufig überschreiben. Wenn man hört, dass einzelne Zellen von Solid State Disks nur etwa 1000 Schreibzyklen verkraften, bekommt man schnell Angst um seine Daten. Doch keine Panik: Die SSD-Controller sorgen dafür, dass die Schreibvorgänge gleichmäßig über alle Zellen verteilt werden – Wear Leveling genannt. Das erhöht die Lebenserwartung deutlich. Da es nicht auf die einzelne Zelle ankommt, sondern auf das ganze Laufwerk, geben die Hersteller die Lebensdauer in Terabyte Written (TBW) an, für Laufwerke mit 250 GByte beispielsweise 80 TBW. Aber was bedeutet das im Alltag und halten die SSDs tatsächlich so lange durch?

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  • DATENSCHUTZ politik-digital: Datenbasierter Wahlkampf: Was ist drin?:Tür-zu-Tür-Wahlkämpfe gelten als effektives Mittel der Wahlwerbung: Wie nicht nur die Kampagnen vor der Präsidentschaftswahl in den USA zeigen, sondern auch immer mehr Wahlkämpfe in Frankreich und Deutschland. Doch wie effektiv sind solche Tür-zu-Tür-Wahlkämpfe, was bringen und was kosten sie? Im Interview erläutert Guillaume Liegey, CEO des Start-ups Liegey Muller Pons, wie seine Firma datengestützte Haustürwahlkämpfe organisiert und was man mit datenbasierten Kampagnen erreichen kann.

  • INTERNATIONAL heise: Reporter ohne Grenzen: 74 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet: 74 Journalisten und andere Medienschaffende sind nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) im vergangenen Jahr wegen ihrer Arbeit getötet worden. Die gefährlichsten Länder seien in diesem Zusammenhang Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. 53 der Getöteten seien wegen ihrer Arbeit gezielt angegriffen worden. Die übrigen 21 starben im Einsatz, etwa während der Arbeit in einem Kriegsgebiet. Unter den Opfern waren fünf Frauen. In den vergangenen Jahren waren noch deutlich mehr Medienschaffende getötet worden, 2015 etwa waren es 101. Der Rückgang beruhe vor allem darauf, dass viele Journalisten aus gefährlichen Ländern fliehen mussten. Von dort gelangten deshalb nur noch wenige unabhängige Informationen nach außen.

  • APPNEXUS horizont: „Nicht unsere Aufgabe, eine Überzeugung gegenüber der anderen zu bevorzugen“: Als einer der weltweit größten Technologiedienstleister ist AppNexus für einen Großteil der programmatisch ausgesteuerten Werbung im Netz verantwortlich. Das Unternehmen sorgte jüngst für Schlagzeilen, als es die populistische US-Plattform Breitbart.com aus seinem Vertriebsnetz nahm und sie auf diese Weise von den Werbeeinnahmen entkoppelte. Gegenüber HORIZONT Online erklärt Ulrich Hegge, Deutschlandchef von AppNexus, warum genau Breitbart ein Problem darstellt und warum Werbung überhaupt auf solche Seiten gelangt.

  • APPLE giga: iPhone 8: Angeblich alle Modelle mit „Edge“-OLED-Displays von Samsung: The Korea Herald will Genaueres zu Apples Displayplänen für das iPhone 8 erfahren haben. Den Quellen der Zeitung zufolge hat Apple bei Samsung OLED-Displays für alle Modelle des iPhone 8 in Auftrag gegeben. Dabei soll es sich um Plastik- statt Glas-Displays handeln – was dafür spreche, dass Apple gebogene Displays einsetzen werde. „Gebogen“ dürfte in dem Fall bedeuten, dass das Display ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S7 edge auch ein Stück über die Kanten hinweg reichen wird.

  • BMW golem: BMW holt das Hologramm ins Auto: Die Bedienelemente der Klimaanlage, der Navigation oder des Radios sollen bei BMWs Holoactive Touch vor dem Fahrer frei im Raum schweben. Sie unterscheiden sich so von einem Head-up-Display, dessen Bild auf beziehungsweise vor der Windschutzscheibe erscheint. Die Schnittstelle arbeitet wie ein Touchscreen. Die im Raum schwebende Anzeige wird mit Fingergesten bedient. Das farbige Bild wird ähnlich wie beim Head-up-Display durch geschicktes Spiegeln erzeugt. Wie das genau funktioniert, verrät BMW noch nicht. Die frei konfigurierbaren Schaltflächen werden rechts neben dem Lenkrad eingeblendet und sind nur für den Fahrer erkennbar. Eine Kamera erkennt dessen Fingerbewegungen: Berührt der Fahrer mit der Fingerspitze den virtuellen Knopf, wird die verknüpfte Funktion ausgeführt. Außerdem soll ein haptischer, spürbarer Impuls ausgesandt werden. Auch dazu machte BMW keine näheren Angaben.

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Internationale Datenpolitik und Vertrauenskrise

politik(image by geralt[CC Public Domain] via Pixabay)

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained (am 27. September in Berlin) mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


Nicht selten begegnet einem in netzpolitischen Diskussionen der Topos der Vertrauenskrise. Genährt von Snowden und seinen Enthüllungen, Angst vor Digitalmonopolisten und der Komplexität und damit einhergehende Undurchschaubarkeit digitaler Prozesse wird der Vertrauensaspekt zur Triebfeder netzpolitischer Forderungen. Dabei verdient der Begriff der Vertrauenskrise eine nähere Betrachtung. Zunächst einmal: Ist eigentlich mangelndes Vertrauen – oder anders gewendet: Misstrauen – stets Ausdruck einer Krise?

Die im ersten Reflex naheliegende Bejahung der Frage widerspricht auf den zweiten Blick fundamental den Grundbedingungen demokratischer Gesellschaften. Demokratische Kulturen zeichnen sich durch institutionalisiertes Misstrauen aus. Dies gilt gerade in den gesellschaftlichen Bereichen, in denen als illegitim empfundene Machtasymmetrien beobachtet werden.

Eine Republik von Teufeln

Demokratien, so Kant, sind so konzipiert, dass sie im Zweifel auch für eine Republik von Teufeln funktionieren, denn es kommt nicht auf das Vertrauen an den anderen an. Vertrauen entsteht nicht durch blinden Glauben an die Glaubwürdigkeit des Gegenübers. Es entsteht in einer demokratischen Gesellschaft dadurch, dass die Asymmetrien durch Normen und Gesetze reguliert werden und Vertrauen in die Verrechtlichungsprozesse besteht.
Narrative des Misstrauens sind daher ein gesunder Ausdruck einer demokratischen Kultur. Sie werden erst dann problematisch, wenn die Teilnehmer des demokratischen Prozesses kein Vertrauen in den (rechtlichen) Rahmen der Auseinandersetzung haben.

Demgegenüber wird eine digitale Vertrauenskrise vielfach damit begründet, dass technische Prozesse nicht die nötige Transparenz aufwiesen. Mehr Transparenz bedeutet aber nicht mehr Vertrauen. Im Gegenteil: Eine vollständige Transparenz – etwa in Bezug auf die Teilnehmer an einem demokratischen Diskurs durch Nennung ihrer Namen und wahren Identitäten – würde das Vertrauen in die Grundbedingungen der demokratischen Auseinandersetzung erschüttern, weil man davon ausgehen müsste, dass bestimmte Teilnehmer, die anonym bleiben wollen, weil sie unliebsame Dinge äußern, am Diskurs gar nicht erst teilnehmen.

Das Netz steckt in den Kinderschuhen der Regulierung

Der internationale Kontext, in dem sich das grundsätzlich globale Internet bewegt, steckt in den Kinderschuhen der Regulierung, wenn es um den rechtlichen Vertrauensrahmen für die Auseinandersetzung des Misstrauens geht. Aus diesem Grund ist der Topos der Vertrauenskrise durchaus verständlich.

Aber es ist Vorsicht geboten, hieraus vorschnell Schlüsse zu ziehen – erst recht, wenn sie auf eine Rückbesinnung zum nationalen Rahmen zielen. So würden „Schengenrouting“ oder andere Grenzziehungen im digitalen Raum nicht eine wie auch immer geartete Vertrauenskrise, sondern den digitalen Raum als solchen beseitigen, der für eine demokratische internationale Auseinandersetzung zur Verfügung steht.

Vertrauensdiskurse zwischen Staaten geraten schnell in nationalistische Fahrwasser, die dem demokratischen Grundgedanken widersprechen (wir die Guten vs die anderen, die zu misstrauen sind). Betrachtet man das Narrativ der „Vertrauenskrise“ aus der größeren Perspektive, so ist sie Teil eines neu-nationalistischen Diskurses, der gerade nicht auf eine demokratische Völkerverständigung ausgerichtet ist.

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Image „Politik“ by Geralt (CC0 Public Domain)


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Netzpiloten sind Partner von Corporate Startup Summit 2016

Intrapreneure aufgepasst: Auf dem Corporate Startup Summit findet man innovative Problemlösungsansätze und den Austausch mit anderen Innovationsexperten. Darum am 19. – 20.Oktober ab nach Frankfurt.

Besucher haben die Möglichkeit, Innovationen für Unternehmen kennen zu lernen, bei Workshops teilzunehmen und Best Practice Slams zu genießen. Im Rahmen des Summits wird zum zweiten Mal der Corporate Startup Award als Auszeichnung für die erfolgreichsten Gründerinitiativen ambitionierter Mittelständler, etablierter Großkonzerne und DAX-Unternehmen bei einem feierlichen Gala Dinner vergeben.
Dieses Jahr mit dabei: Die Intrapreneur Challenge vom 17.-19.Oktober! Wieso also nicht mal mit dem Bus reisen? Teilnehmer können auf Innovationsreise gehen und in drei Tagen im mobilen Konferenzraum durch München zum Corporate Startup Summit Award fahren. Die Bushaltestellen: Startups, Corporates und Universitäten!

+++ Gewinnspiel +++

Kurz vor dem Start von Corporate Startup Summit 2016 könnt ihr bei uns noch drei Tickets für das Event gewinnen. Schreibt und einfach eine Mail mit dem Betreff „Corporate Startup Summit“ an gewinn@netzpiloten.de. Bis zum 29.09. – 17 Uhr habt ihr dafür Zeit. Viel Glück!
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Weltweit vertreten: Business Insider schafft Zweigstellen für Redaktionen

Globes (adapted) (Image by Jayel Aheram [CC BY 2.0] via flickr)

Mit der aktuellen Markteinführung von Standorten in Polen und Skandinavien hat die Firma nun zehn internationale Ausgaben. Eine französische Version wird später in diesem Jahr lanciert. Außerdem war Business Insider mit knapp einem Dutzend anderer Märkte im Gespräch, einschließlich der Niederlande, wie mir Roddy Salazar, stellvertretender Leiter des Magazins, mitteilte. „Die Axel Springer-Übernahme hat neue Wege eröffnet. Wir führen viele weitere Gespräche”, sagt Salazar, der vorher für die nordamerikanische Lizensierung und Synchronisierung der New York Times verantwortlich war. Im Februar ist er zum Business Insider dazugestoßen, um die Expansionen in Übersee zu beaufsichtigen. Seite Aufgaben reichten von der Verhandlung der Lizenzverträge bis hin zur Überwachung des Fortschrittes dieser lokalen Ausgaben.

Seit wir neue Märkte bespielen und besonders seit der Übernahme erkennen wir, dass viel mehr potenzielle Partner an uns herantreten. Dies ermöglicht uns, mehr zu verhandeln und ein besseres Gespür für Informationen vor Ort und Daten darüber zu bekommen, wie eine Ausgabe von Business Insider innerhalb dieser Märkte abschneiden könnte.

Axel Springer hat die Firma im vergangenen Herbst für 343 Millionen US-Dollar übernommen. Die neue Beteiligung hat sich als Segen für die Personalbesetzung der neuen internationalen Ausgaben erwiesen. Obwohl gerade erst veröffentlicht, wurde beispielsweise die polnische Ausgabe des Business Insider mit seinen etwa 15 Arbeitnehmern – bestehend aus Angestellten, die für Business Insider und für Grupa Onet.pl, einem Online-Portal im Besitz von Axel Springer, zuständig sind – augenblicklich zu einem seiner größten Auslandsauftritte. Es ist ein Modell, das ebenfalls vor kurzem in Deutschland angewandt wurde. Die deutschsprachige Seite wird in Zusammenarbeit mit der Finanz-Seite „Finanzen”, die zu Axel Springer gehört, von der ehemaligen Bild-Herausgeberin Christin Martens gemeinsam mit einigen engagierten Business Insider-Miatarbeitern und Mitarbeitern von Axel Springer betrieben. (Lediglich die Ausgaben aus den USA und Großbritannien werden eigens betrieben, andere internationale Ausgaben werden lizensiert.) Auf redaktioneller Ebene haben neue internationale Ausgaben, die lanciert werden, Zugang zum ursprünglichen Inhalt von Business Insider und werden in der Lizensierung unterstützt. Es findet ein Training bezüglich Analysen und SEO statt, außerdem gibt es Hilfen im Bereich der Sozialen Medien, sei es Facebook, Twitter oder eine andere Plattform, die in dem jeweiligen Land dominiert. „Das Übersetzungsproblem ist immer noch etwas, an dem wir arbeiten“, sagt Salazar. Viele der internationalen Ausgaben veröffentlichen immer noch lediglich in englischer Sprache (wie auch neue skandinavische Ausgabe), daher ist der Austausch von Inhalten recht einfach durchzuführen. Um die wirtschaftliche Seite der internationalen Expansion bewältigen zu können, hat Business Insider einen Partner-Manager eingestellt, welcher sich komplett der Unterstützung der internationalen Ausgaben bezüglich Themen außerhalb der Redaktion widmet. Im Vorfeld jeder Markteinführung wird ein Redakteur in das jeweilige Land geschickt, um dabei beratend zur Seite zu stehen und den „richtigen Stil und die passende Tonalität” zu treffen. „Wir haben Redakteure zu der lokalen Nachrichtenzentrale geschickt, sie stehen in Kontakt mit dieser Ausgabe. Sie liegt ihnen wirklich am Herzen“, sagt Salazar. „Als wir eine Redakteurin vor der Markteinführung in Polen von New York nach Polen schickten, berichtete sie von angenehmen Erfahrungen. Als sie zurückkam, fühlte sie sich in den Erfolg der Ausgabe eingebunden.” Für die polnische Ausgabe von Business Insider bestand ursprünglich eine Zusammenarbeit mit Agora, die Gazeta Wyborcza und Gazeta.pl veröffentlichen. Nachdem jedoch Axel Springer den Onlinedienst übernommen hatte, verschob sich die Partnerschaft zu Onet, der populärsten Online-Nachrichtenquelle in Polen, die Axel Springer besitzt. Agora für seinen Teil hat sich mit seinem eigenen Online-Business-Portal, Next.gazeta.pl, weiterentwickelt. Dieses zielt auf ein jüngeres Online-Publikum ab, da es bereits einiges an vorausgehender Recherche betrieben und mit der Bildung einer Gruppe begonnen hat. „Axel Springer hält die Mehrheit an den Besitzen von Onet, also ist es für uns sinnvoll, Material von Axel Springer auf diese Weise zu betrachten – besonders wenn sie bereits eine große Präsenz in diesem Markt innehaben“, sagt Salazar. „Sie haben weitreichende Möglichkeiten im polnischen Markt – hier gab es nichts Vergleichbares mit Business Insider. Sie wollen sich dieser Beziehung wirklich annähern und die Markteinführung auf aggressive Weise einführen. Sie glauben, dass es eine große Nachfrage für die Inhalte von Business Insider gibt. Und das ist einer der Hauptgründe für ihr Investment in das Wachstum eines Standortes und einer Marke in Polen.“ „Auf internationaler Ebene schauen wir bei einer Partnerschaft mit allen lokalen Medien genau hin“, meint Salazar. „Aber welche sind die richtigen Märkte für Business Insider, um in diesen aktiv zu werden, jenseits von den Ländern in denen Axel Springer einen großen Fußabdruck hat? Selbstverständlich berücksichtigen wir die Online-Durchdringung und auch die Durchdringung der Sozialen Medien in jedem dieser Märkte. Hier finden sich sind weiteren Aspekte dessen, was wir berücksichtigt haben“, fügt er hinzu.

„Wir würden gerne ein Minimum des Traffics sehen, der bereits bei einer amerikanischen Seite existiert. Das ist eine maßgebliche Angabe. Wir haben tatsächlich ein recht erhebliches und wachsendes globales Publikum und wir haben ein starkes internationales Wachstum für die Inhalte, die Business Insider produziert, festgestellt.

Über ein Drittel des Traffics der amerikanischen Business Insider-Seite kommt von außerhalb den USA und ist weltweit ziemlich bunt verteilt. Nach einer neuen internationalen Markteinführung einer Ausgabe vervierfacht sich der Traffic dieses Landes auf Businessinsider.com annähernd, „verglichen mit dem, was wir beim organischen Wachstum gesehen haben“, so Salazar. Für die amerikanische Seite hat der Dienst comScore plattformübergreifend einen Traffic von 44 Millionen Besuchern im Monat Mai verzeichnet. Damit efindet sich der Dienst zwar hinter Forbes und Yahoo Finance, kann aber einen 12prozentigen Anstieg seit Mai vorweisen. Im Januar schickte Mitgründer Henry Blodget ein Memo an die Arbeiter, das laut CNN Money das ehrgeizige Ziel von einer Milliarde Besuchern im Monatsdurchschnitt auf allen Business Insider-Seiten und Verteilerdiensten angab. Dies zitierten anonyme ehemalige Angestellte, die ebenfalls den Druck auf Autoren beschrieben, mehr mit Blick auf den Traffic zu veröffentlichen: „Wenn sie am Tag fünf Beitrage geschrieben haben, erinnerte sich ein ehemaliger Angestellter, hat Blodget sie dazu gedrängt, noch einen sechsten zu schreiben.“ Diese internationalen Ausgaben zusammen mit Tech Insider und einer neuen Lifestyle-Seite werden maßgeblich zum Wachstum des Traffics beitragen. Das Wachstum des Traffics in den USA ist für viele digitale Verleger wesentlich zurückgegangen. Wie genau jede neue Seite basierend auf ihrem Fortschritt beurteilt wird, soll laut Salazar noch verfeinert werden. Aber, so heißt es, „wir arbeiten an den Zahlen, die weltweit geteilt werden und die den Erfolg der einzelnen Ausgaben bestimmen werden. Eine davon ist der Traffic. Dieser wird aufgegliedert nach Einzelbesuchern, Seitenaufrufen und Eindrücken. Eine weitere ist die Monetarisierung: Man muss den Umsatz verfolgen, um zu sehen, in welchem Bereich die jeweilige Ausgabe erfolgreich sein könnte. Das wird dann auf unseren Seiten geteilt. Idealerweise würden wir gerne ein Szenario miterleben, bei dem die weltweiten Ausgaben Inhalte produzieren, die auf allen Seiten geteilt werden und dadurch auf effektive Weise eine 24-Stunden-Nachrichtenzentrale aufzubauen.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Globes” by Jayel Aheram (CC BY 2.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DIGITALISIERUNG faz: Die Digitalisierung muss sich an den Hörern orientieren: Die Digitalisierung macht auch vor der Radiowelt keinen Halt. Radiosender müssen sich neu orientieren, denn die alten Wege Nutzer zu erreichen werden immer schwieriger. Das Programm verlagert sich nach und nach auf das Smartphone. Allerdings darf UKW nicht einfach abgeschaltet werden, sonst würden einige Sender auf der Strecke bleiben. Ein Beitrag über die Digitalisierung des Radios und ob DAB+ wirklich die Zukunft ist.

  • STARTUP gründerszene: Mit diesen Ohrstöpseln versteht ihr bald alle Sprachen der Welt: Die „Hääs“ und „wie bitte?“ dieser Welt werden vielleicht schon bald gänzlich verschwinden. Das Startup Waverly Labs hat einen Ohrstöpsel entwickelt, der jede Sprache der Welt übersetzen kann und die Übersetzung 1zu1 in den Gehörgang leiten soll. Der Plan dabei: Irgendwann sollte man sich ohne Probleme in jedem Ort der Welt verstehen können. In einem ganz kurzen Video wird eine Live-Anwendung gezeigt.

  • GOOGLE t3n: Touch-Bedienung am Ärmel: Google und Levi‘s zeigen smarte Jacke: Was haben Google und Levi´s eigentlich gemeinsam? Im Moment sogar recht viel. Das Google Forschungsteam ATAP entwarf eine Jacke, in Zusammenarbeit mit dem Bekleidungshersteller, die eingewebte Sensoren enthalten. Damit kann man via Wisch- oder Klickbewegung das Smartphone über den Ärmel steuern, welche mittels Bluetooth verbunden sind. Gerade für Fahrradfahrer ist diese Funktion sehr nützlich. So kann man beispielsweise mit einem Wisch am linken Ärmel einen Anruf ab- oder annehmen bzw. den nächsten Track auswählen. 2017 könnten schon die ersten „Smart-Jackets“ auf den Markt kommen.

  • POLITIK futurezone: Deutschland plant „Kinder-Siegel“ für Internet-Inhalte: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig plant eine Art Gütelsiegel für Kinder- und jugendgerechte Inhalte im Netz. Ziel sei, „dass für Eltern die Angebote im Netz, die sich an Kinder richten und dabei Standards beachten, auch schnell als solche erkennbar sind“

  • SMART CAR golem: Android Auto wird eine eigenständige App: Android Auto kommt auf das Smartphone: Die Software, die den Umgang mit Smartphones beim Autofahren vereinfacht, wird es künftig als eigenständige App geben. Die Funktionen ließen sich dann auf dem Display des Smartphones nutzen, sagte Mickey Kataria von Google der dpa. Außerdem bekommt das System eine neue Schnittstelle.


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Internationale Studie zum Bloggen

Die PR-Agentur Edelman – in den letzten Monaten dank seltsamer Statistiken und Fake-Blogs Thema in der internationalen Blogszene – hat in diesen Tagen ein neues White Paper über die globale Blogosphäre veröffentlicht.
Das Papier verbindet die Erkenntnisse einiger verausgegangener Studien mit einer neuen, repräsentativen Befragung von Strategy One: Diese wurde in zehn Ländern durchgeführt und untersuchte die Bekanntheit und Verbreitung von Weblogs.
Das White Paper stellt die Erkenntnisse nebeneinander und vergleicht die kulturellen Unterschiede beim Bloggen.
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