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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • CYBERSECURITY heise: Bundesregierung: Mit Verbeamtung IT-Fachkräfte für Cybersecurity gewinnen: IT-Sicherheitsspezialisten können jetzt möglicherweise von der Bundesregierung verbeamtet werden. Dies lies sie zumindest in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion verlauten. So soll das neu geschaffene Mobile Incident Response Team (MIRT) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus zehn IT-Fachkräften bestehen. An der Universität der Bundeswehr soll dazu bis 2019 der Studiengang „Cybersicherheit“ etabliert werden, der IT-Spezialisten direkt für den Dienst in der Bundeswehr qualifizieren soll.

  • FAKE NEWS netzpolitik: “Fake News kann Propaganda sein, Facebook kann Lügen sein” – die Social-Bots-Debatte bei CDU/CSU: In der von der CDU/CSU veranstalteten Diskussion zum Thema “Strategien gegen Hass im Netz” ging es um Themen wie Social Bots, Fake News und Hate Speech. Als sowohl analog, wie digitales „Grundrecht“ beschrieb Bundestagsfraktionsvorsitzender der CDSU/CSU, Volker Kauder, das Recht auf Meinungsfreiheit. Betont wurde, bei rund 29 Millionen Nutzern allein in Deutschlande, der Mitarbeitermangel bei Facebook, um gezielt gegen Fake News, Propaganda oder Hate Speech vorzugehen.

  • YAHOO horizont: Warum sich die Yahoo-Übernahme durch Verizon weiter verzögert: Zuletzt verließ Konzernchefin Marissa Mayer die Firma und nun steht die Übernahme durch Verizon immer noch auf der Kippe. Für Yahoo läuft es seit der Bekanntgabe des Milliardendeals im Juli 2016 und der Öffentlichmachung eines umfangreichen Datendiebstahls im Dezember 2016 eher durchwachsen. Die US-Börsenaufsicht SEC geht nun der Frage nach, ob Yahoo zu spät über die Cyber-Attacken auf den Internet-Konzern informiert hat.

  • APPLE giga: Apple und Foxconn wollen gigantische Fabrik in den USA errichten: Trump will die Produktion von Apple-Geräten ins eigene Land bringen. Auf einer Unternehmensfeier bestätigte Foxconn-Chef Terry Gou, dass es in den USA eine Apple Display-Fabrik geben soll. Ein solches Unternehmen könnte bis zu 60.000 Arbeitsplätze schaffen. Fraglich ist nur, inwieweit dies politischen Charakter hat und ob Apple sich diesem nun beugt. Der neu vereidigte Präsident hatte zuvor im Wahlkampf scharf gegen das Unternehmen geschossen und die Job-Auslagerung nach China kritisiert.

  • GESELLSCHAFT carta: Shahak Shapira und der #yolocaust: Warum nicht mit Bäm?: Das jüdische Denkmal in Berlin wird täglich von tausenden Menschen besichtigt und nicht selten als Plattform zur sozial-medialen Selbstinszenierung benutzt. Der jüdische Satiriker Shahak Shapira hat jetzt mit seinem Kunstprojekt #yolocaust darauf aufmerksam gemacht. Dafür nimmt er frei verfügbare und bestehende Selfies und Bilder von den öffentlich zugänglichen sozialen Medien der Besucher und inszeniert sie mittels Fotomontage drastisch neu.

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Wie der Google-Algorithmus und seine Suchergebnisse zu Verschwörungstheorien führen kann

anonymous-438427_1920 (Image by SplitShire [CC0 Public Domain], via pixabay

Wer eine Frage hat, wendet sich meist an Google. Man erwartet hier durchaus hochwertige, treffende Antworten. Gab man Ende letzten Jahres bei Google die Frage Ist der Holocaust passiert? ein, wurde man auf eine von Neonazis und Anhängern der Überlegenheit der Weißen geprägte, den Holocaust leugnende Seite geführt. Der Protest, der daraufhin folgte, war enorm. Bei Google Ads wurden zugleich Werbeanzeigen für das U.S. Holocaust Memorial Museum eingekauft, sodass es ebenfalls bei den obersten Suchergebnissen erscheint. Nach anfänglichem Widerstand korrigierte Google seinen Algorithmus – aber nur insofern, dass die falschen und voreingenommenen Informationen etwas weiter unten bei  den Ergebnissen erscheinen.

Diese Reaktionen jedoch lassen jedoch einen wichtigen Zusammenhang zwischen den Methoden der Holocaustleugner (und den Verschwörungstheoretikern generell) und dem Suchalgorithmus von Google vermissen. Google möchte Fragen beantworten und erfüllt diese Aufgabe oft sehr gut. Wenn die Frage selbst mit einem verborgenen oder implizierten Unterton gestellt wird – wenn historische Fakten angezweifelt werden – wird die Dringlichkeit der reinen, inhaltlichen Beantwortung dieser Frage schwächer und rückt im Kontext in den Hintergrund.

Das wichtigste Anliegen der Holocaustleugner und jeglicher Verschwörungstheorien ist es, historische Aufzeichnungen anzuzweifeln. Betreiber von Verschwörungsseiten geben an, dass sie schlichtweg neugierig, dabei aber unschuldig seien und in Bezug auf historische Ereignisse und weit verbreitete Ansichten ‚nur Fragen stellen würden. Entgegen ihrer Behauptung, unschuldig zu sein, versuchen sie jedoch zugleich, Antisemitismus und rechten Hass zu verbreiten.

Als Soziologe und Holocaustforscher ist es für mich klar, dass Seiten, die bewusst falsche Informationen und Propaganda präsentieren, das Bestreben Googles, Fragen zu beantworten, ausnutzen. Diese Seiten, auf denen die sogenannten „Fake-News“ verbreitet werden, schlagen Kapital aus der Tendenz, dass diese Fragen direkt bei Google eingegeben werden. Dies ist ein wichtiges Beispiel für Algorithmen und ihre Auswirkungen. Programmierer müssen sich bewusst sein, dass es wirklich und tiefgreifende Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn sie eine Anfrage an das System einfach nüchtern herunter programmieren.

Viele Seiten beantworten die Frage nicht

Zuerst muss beachtet werden: Natürlich gab es den Holocaust. Es gibt tonnenweise Beweismaterial, die belegen, dass es passiert ist. Die Täter haben es zugegeben. Es gibt Dokumente, die den Transport und die Vernichtung darstellen. Es gibt forensische Beweise von den Orten der Vernichtung und reichlich Aussagen von Augenzeugen. Aber hier zählt nur der Code: Googles Suchalgorithmus nutzt mehr als 200 Faktoren, um festzustellen,  wie Ergebnisse priorisiert werden, damit die Nutzer die Informationen erhalten, die sie suchen. Eines  der wichtigsten Dinge, die beachtet werden, ist, inwiefern der Inhalt der Seite mit der speziellen Anfrage übereinstimmt.

Wenn zum Beispiel eine Person nach „Laufschuhen” sucht, weiß Google durch die reine Abfrage nicht, was genau die Person über Laufschuhe wissen möchte. Demnach werden Ergebnisse angezeigt, die von Bewertungen von Laufschuhen bis zu Läden, die Laufschuhe verkaufen, reichen.

Die Lage verändert sich, wenn man bedenkt, dass jemand die Frage stellen könnte, ob es den Holocaust tatsächlich gab, oder als Äquivalent dazu, die Frage „Ist der Zweite Weltkrieg passiert?“. Normalerweise geht niemand bei einer ernstzunehmenden Quelle davon aus, dass der Zweite Weltkrieg unter Umständen nicht passiert sei. Neben ausführlichen Diskussionen über das Was, Warum und Wie stellen die glaubwürdigen Seiten, die den Holocaust faktenbasiert thematisieren, eben nicht die eine Frage heraus, ob es überhaupt passiert sei. Sie wissen, dass es so war. Sie setzen dieses Wissen schlicht voraus.

Dennoch scheint es so, dass der Google-Algorithmus diese Art Seiten nicht als Quellen  anerkennt, die die wertvollsten Informationen besitzen, um die spezielle Frage des Fragestellers zu beantworten. Dieses Problem wird noch erweitert, denn der Google-Algorithmus versucht, die Glaubwürdigkeit der Seiten zu bewerten. Die Reihenfolge, in der sie in den Ergebnissen auftauchen, ist ebenso mitbestimmend. Wenn die glaubwürdigen Seiten die Antwort nicht zu liefern scheinen, ist die Chance größer, dass die weniger vertrauenswürdigen Seiten, die die direkte – aber eben falsche – Antwort geben, weiter oben in den Suchergebnissen erscheinen.

Hinzu kommt, dass der Algorithmus maschinelles Lernen nutzt, um verwandte Vorschläge anzuzeigen, selbst, wenn nicht die genauen Suchbegriffe verwendet werden. Eine anfängliche Abfrage, die mit der Holocaustleugnung begann, wird das System dazu bringen, dass es mehrere Optionen anbietet.

Eine Lösungsmöglichkeit für Experten?

Alles in allem führt die Art, auf die Leugner Fragen formulieren und die Art, auf die Google-Algorithmen versuchen, spezifische Fragen zu beantworten dazu, dass sich Verschwörungstheorien im Internet verbreiten. Jedoch bedeutet die Betonung der Glaubwürdigkeit Googles, dass Experten viele Möglichkeiten haben, diese Themen anzusprechen: offene Briefe, Blogs und Verlinkungen zu faktenbasierten, inhaltlich angemessenen Arbeiten.

Würde auf der Homepage des Holocaust-Museums ein Artikel mit dem Titel “Gab es den Holocaust?“ erscheinen und einige grundlegende Fakten darlegen, würden der Inhalt und die Glaubwürdigkeit der Seite an die Spitze der Suchergebnisse springen. Die aktuelle Seite, die sich mit der Leugnung des Holocausts auseinandersetzt, könnte  mit einem Satz wie „Oft kommt die Leugnung in Form der Frage, ob es den Holocaust tatsächlich gegeben hat“, ganz einfach angepasst werden. Dies würde die entsprechenden Keywords einführen, die die Relevanz der existierenden Seite in Bezug auf Googles Algorithmus fördern. (Und ob dies nun durch permanentes Auf-den-Wecker-Fallen bei Google oder die Einstellung der Beantwortung des Algorithmusgewesen sein mag, ist der Content der Seite des US-Holocaust-Museums mittlerweile sehr viel einfacher bei Google auffndbar.)

Sicherlich wird man dadurch nicht alle Seiten, die den Holocaust leugnen, aus den Suchergebnissen von Google ausklammern, und vielleicht verschwinden diese noch nicht einmal von der ersten Seite der Suchergebnisse. Auch werden engagierte Leugner davon nicht abgehalten, Informationen zu finden, die ihre vorgefertigten Ansichten über Geschichte unterstützen. Die Leugnung des Holocausts basiert auf einer selektiven Interpretation der historischen Aufzeichnung und einer tiefsitzenden antisemitischen Auffassung. Keine Internetseite wird diese Auffassungen auf einen Schlag korrigieren oder ausrotten können.

Trotzdem könnte das Anbieten von faktenbasierten Ergebnissen, die man den „kritischen  Fragestellungen“ der Populisten gegenüberstellt, einige Personen zum Nachdenken anregen. Diejenigen, die die Wahrheit und die Fakten im Angesicht von Leugnung und Verschwörungstheorien verbreiten wollen, können hierdurch vielleicht auch auf einen neuen Weg geführt werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „anonymous“ SplitShire(CC0 Public Domain)


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Das Problem mit Selfies an Gedenkstätten

Wo hört Dummheit auf und wo beginnt Respektlosigkeit? Die heutige Selfie-Kultur provoziert diese Frage – Duckfaces vor der Gaskammer in Auschwitz sind eben nicht ganz unverfänglich. //von Anna Maria Landgraf

SULAWESI or CRESTED BLACK MACAQUE (Macaca nigra).   Sulawesi, Indonesia.

Selfies mit der typischen Instagram-Optik gehören für Jugendliche zum Wochenend-Trip dazu. Das Foto mit der besten Freundin im Hotelzimmer-Spiegel ist schnell gemacht. Zum wahren Kunststück wird es, wenn das Setting eine dunkle Vorgeschichte hat: wie zum Beispiel Auschwitz. Oder das Holocaust-Denkmal in Berlin. Da möglichst elegant den Übergang zwischen Thai-Food-Bildern und Duckface-Selfies zu finden ist nicht ganz einfach. Zugegeben. Aber mit ein wenig Feingefühl ist auch das zu schaffen – einfach das überhebliche Grinsen und die Player-Pose weglassen.

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Mediathekenumschau vom 02. September

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

SCHICKSALSSTUNDE: Der Kanzlersturz

3Sat +++ Sendung vom 22. August: In Zeiten, in denen Stefan Raab das TV-Duell gewinnt und nicht mal ein drohender Krieg oder die Ausspähung der Welt durch Verbündete Pfeffer in den Wahlkampf bringen kann, wirken die Machtkämpfe der alten Bundesrepublik nahezu erfrischend. In der Dokumentation Der Kanzlersturz erzählen Zeitzeugen, wie vor 31 Jahren ein Polterer aus der Provinz mit Tricks und Chuzpe (und der Hilfe der untreuen FDP) an die Macht kam. Der selbe Kanzler, der später mit seiner Aussitzpolitik die letzten Jahre der Bonner Republik sedierte. Von ihm hat Angela Merkel viel gelernt.

PORTRÄTS: Drei Deutsche – Ein Beruf

RTL +++ SPIEGEL TV +++ Sendung vom 1. September: Mit Helmut Kohl beginnt auch die Spiegel-TV-Ausgabe vom Duell-Wochenende. Das Magazin versucht sich seit jeher an der Mischung aus Boulevardthemen und ernsthaftem Journalismus, was manchmal mehr und manchmal weniger gelingt. Über die Jahre ist allerdings ein beachtliches Archiv zusammen gekommen. Spiegel-TV ist immer dann sehenswert, wenn es daraus schöpfen kann. Drei Lebensläufe im Zeitraffer.

SEHENSWERT GESCHEITERT: Ein Apartment in Berlin

3Sat +++ Sendung vom 31. August: Viele junge Israelis zieht es nach Berlin, wo nur noch wenig zu sehen ist von dem einstigen Zentrum jüdischen Lebens in Mitteleuropa. In ihrer Dokumentation konfrontiert die Filmemacherin Alice Agneskirchner drei junge Erwachsene mit dem Alltagsleben einer jüdischen Familie, die vor der Deportation in Prenzlauer Berg wohnte. Anhand von Listen, auf denen die damaligen Bewohner ihre Einrichtungsgegenstände vermerken mussten, sollen die Protagonisten die Wohnung der Familie rekonstruieren. Die Versuchsanordnung scheitert. Nach wenigen Tagen fühlen sich die Yael, Yoav und Eyal von dem verkopften Konzept verschaukelt, eine Art metaphysische Parallele lässt sich mit den Mitteln der eher aus dem Privatfernsehen bekannten Dokusoaps nicht erzwingen. Doch im Scheitern des Konzeptes erreicht der Film etwas ganz anderes: „Es ist ein Film über das Leben in Berlin geworden. Das dreier junger Israelis. Und das der Familie Adler.“ So schreibt es die Tagesspiegel-Autorin Verena Mayer in einem langen, sehr anschaulichen Artikel, der unbedingt vor oder nach dem Film gelesen werden sollte. Man lernt trotzdem viel: Zum Beispiel, wie es ist, mit einer Naziuniform durch Berlin zu laufen. Oder was junge Menschen in Israel überhaupt noch zu tun haben wollen mit dem Schicksal ihrer Großeltern. Und über die Anmaßung einer deutschen Filmemacherin, die ein erzwungenes Konzept über ihre Protagonisten stellt und damit – man muss es sagen – ihrerseits ein deutsches Klischee erfüllt. Sie wird eines Besseren belehrt und beweist Größe, indem sie am Ende die Menschen und damit die Geschichte für sich sprechen lässt.

URKOMSICH: Alte Schachteln

arte +++ laufende Reihe: Manchmal braucht es nur ein einfaches Rezept, um aus Fernsehen und Internet das Beste rauszuholen. Im Hauptprogramm als lockere Pausenfüller eingestreut, sind diese kleinen Clips in der Mediathek eine schöne Abwechslung im grauen Büroalltag. Warum sich nicht mal zwischendurch von alten Damen einen schmutzigen Witz erzählen lassen? Die Französinnen sitzen dabei so sympathisch und ein bisschen aufgeregt auf ihrer Couch, dass es richtig heimelig wird und man eigentlich nach der Pointe schockiert einen großen Schluck Pastis nehmen möchte. Oder schnell in die Kantine zu den Kollegen rennen.

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Holocaust-Gedenken

Die Künstlerin Michaela Melián hat ein virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München installiert. 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München zwischen 1933 und 1945 werden wie ein Netz mit der Stadt München verknüpft. Sie sind seit Dienstag den 23.09.2010 – auf einer virtuellen Stadtkarte verortet – abrufbar. Die Besucher der Seite können sich eine Trackliste auf ihren MP3-Player herunterladen, um mit dem Kopfhörer auf den Ohren, einen Rundgang durch die Stadt München zu starten.
Aber auch ohne einen eigenen Player kann man sich führen lassen. Im Öffentlichen Raum der Stadt München werden Schilder mit Telefonnummern zu finden sein, wo man sich zum Ortstarif die entsprechenden Tonspuren anhören kann.

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