All posts under Firma

Die Netzpiloten sind Partner der Online B2B Conference

Partnergrafik_B2B

In München findet am 15. und 16. Mai die Online B2B Conference statt. Hier dreht sich alles rund um Online Marketing Strategien in B2B-Unternehmen. Die Fachkonferenz richtet sich an Mitarbeiter und Führungskräfte aus den Bereichen Marketing, Personal und Vertrieb aus Firmen, die auf der Suche sind nach neuen Impulsen und vertiefendem Wissen für ihre Online-Aktivitäten.

Zu den Themen, die 2017 auf dem Programm stehen, gehört:

  • Disruption der Branche? Herausforderungen für B2B-Unternehmen durch die Digitalisierung
  • Digitale Transformation: Was bedeutet das für Geschäftsmodelle und Führung?
  • Content-Marketing: Zukünftige Kerndisziplin im B2B
  • Webseiten in Zeiten des „Continous Relaunch“
  • Online-Marketing A-Z: Hat B2B schon alle Hausaufgaben gemacht?
  • Kampagnen: Die Frage von Zielgruppe, Kanal und Inhalt

Auf diese Speaker könnt ihr euch unter anderem freuen:

Die Location ist das Novotel München City.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Gebt hier bei der Anmeldung den Rabattcode „OBC17npl“ an und zahlt statt 890 Euro nur 750 Euro.

Weiterlesen »

Warum Bewerbung 2.0 in Deutschland noch Zukunftsmusik ist

Bewerbung (adapted) (Image by loufre [CC0 Public Domain] via pixabay)

Instagram statt Lebenslauf, Xing statt Anschreiben, YouTube statt Vorstellungsgespräch. Ganz klar: Der Bewerbungsprozess findet vermehrt über das Internet statt, auch über Social-Media-Kanäle. Doch ist die Bewerbung 2.0 wirklich das NonPlusUltra bei der Stellensuche in Deutschland?

Rekrutierung über Soziale Netzwerke hat Seltenheitswert

Ganz so einfach lässt sich das nicht beantworten. Denn während das Internet für fast alle Unternehmen die klassische Printanzeige und die Bewerbung per Post abgelöst hat, hat Social-Media-Recruiting in Deutschland noch Seltenheitswert. Eine Befragung unter deutschen Bewerbern und Personalern in Unternehmen durch den Personaldienstleisters Adecco Group zeigt, dass 2014 mehr als 20 Prozent der Unternehmen Soziale Netzwerke nutzen, allerdings nicht vorwiegend für den Bewerbungsprozess. Nur rund 42 Prozent der Unternehmen nutzt demnach Social Media, um Bewerber zu finden und weniger als ein Drittel der befragten Bewerber wurde jemals über ein soziales Netzwerk rekrutiert.

Auch ein Blick auf die genutzten Kanäle zeigt, dass die Personaler noch sehr klassisch unterwegs sind. Wenn ein soziales Netzwerk im Recruiting in Deutschland genutzt wird, ist das vorwiegend Xing. Nur 20 Prozent der Personaler nutzen Facebook und Instagram-Profile werden gar nur von etwa 2 Prozent der HR-Verantwortlichen angeschaut. Von Videobewerbungen oder Recruitinganfragen per WhatsApp sind die meisten Unternehmen hierzulande noch weit entfernt. Als Hauptgrund nennen Unternehmen in der Adecco-Studie die Tatsache, dass sie generell herkömmliche Bewerbungsprozesse bevorzugen.

Anschreiben und Lebenslauf sind in Deutschland nach wie vor der Klassiker

robindro ullah profilbild
Image by Robindro Ullah

Insgesamt läuft der Bewerbungsprozess in Deutschland immer noch sehr traditionell ab“ , bestätigt HR-Experte und Recruitingfachmann Robindro Ullah im Gespräch mit den Netzpiloten. „Auch wenn natürlich die Mehrheit der Unternehmen im deutschsprachigen Raum Onlineplattformen für die eigene Stellenausschreibung nutzt und Bewerber Unterlagen per E-Mails versenden, sind der Lebenslauf und das Anschreiben immer noch Standard“ , erklärt Ullah.

Offensichtlich ist das Paket aus Lebenslauf und Anschreiben noch so wichtig, dass sich mittlerweile ganze Unternehmen diesem Thema widmen. Startups wie Dein-Lebenslauf.com oder richtiggutbewerben.de haben hier einen lukrativen Markt entdeckt und bieten Bewerbern Hilfe bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen. Das Angebot reicht dabei von einer Durchsicht und Korrektur bis hin zur kompletten Erstellung der Bewerbungsunterlagen. Preislich liegt die Optimierung der eigenen Unterlagen bei richtiggutbewerben.de aktuell bei 67 Euro, ein Komplettpaket aus Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf als Word- und PDF-Datei im schicken Design kostet 149 Euro.

Auch ein Aufpeppen der Social-Medial-Profile bietet das Onlineunternehmen an. Allerdings seien das Komplettpaket aus Lebenslauf und das Anschreiben nach wie vor der Renner unter den Kunden, berichtet Marketing-Manager Christian Scherer von richtiggutbewerben.de gegenüber den Netzpiloten.

Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen kümmern sich dabei um die Kunden. „Wir haben ehemalige Personaler im Team, genau so wie Mitarbeiter aus der naturwissenschaftlichen oder kulturwissenschaftlichen Branche und natürlich auch Formulierungsexperten. Wir wollen schließlich für jeden einzelnen Kunden die bestmögliche Bewerbung zusammenstellen“ , erklärt Scherer. Standardvorlagen oder formelhafte Formulierungen seien daher ein absolutes Tabu, jeder Kunde erhalte ein individuelles Angebot.

Bewerbungs-Ghostwriter machen HR-Abteilungen das Leben leichter

gründerteam richtiggut.bewerbende
Image by richtiggutbewerben.de

Über mangelnde Nachfrage kann sich das Startup nicht beschweren. Die Kundschaft ist dabei sehr gemischt. Es sind ältere Kunden dabei, die Orientlierungshilfe im veränderten Jobmarkt brauchen, genauso wie Berufseinsteiger, die sich erste Tipps holen. „Wir haben auch beispielsweise Ingenieure als Kunden, die nicht gerne schreiben oder auch Ärzte, die bei einem 14-Stunden-Arbeitstag auch einfach keine Zeit haben, um Bewerbungen zu schreiben“ , erklärt Scherer.

Moralisch bedenklich findet er das Angebot der Bewerbungs-Ghostwriter im Netz nicht. „Im Wort Bewerbung steckt ja schon Werbung. Wir erfinden natürlich auch nichts, sondern helfen unseren Kunden einfach nur dabei, ihre Informationen zu strukturieren und im besten Licht darzustellen. Wir haben auch viel positives Feedback von Personalern bekommen. Schließlich macht eine übersichtliche Bewerbung auch ihre Arbeit leichter.“

Dem stimmt auch HR-Experte Ullah zu. Er glaubt ebenfalls, dass es durchaus legitim ist, sich online Hilfe für den Bewerbungsprozess zu holen. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Bewerber sich im besten Licht darstellen wollen. „Sie werfen einem Bewerber im Vorstellungsgespräch schließlich auch nicht vor, dass er sein Hemd gebügelt oder seine Haare gekämmt hat.“

Algorithmen statt Anschreiben

Scherer-Christian-richtiggutbewerben.de_
Christian Scherer. Image by richtiggutbewerben.de

Doch auch wenn Robindro Ullah die Dienstleistungen von Onlineportalen wie richtiggutbewerben.de schätzt, würde er sich wünschen, dass Unternehmen in Deutschland den Bewerbungsprozess insgesamt moderner und vor allem zeiteffizienter gestalten würden. Gerade das Anschreiben hält er für überholt. Damit würden Personaler viel Zeit verlieren, vor allem im internationalen Vergleich. „In Ländern wie Brasilien oder China zählt wirklich nur der Lebenslauf. So kann man sehr schnell feststellen, ob jemand fachlich passt oder nicht. Ob der Kandidat dann auch zur Unternehmenskultur passt, stellt man dann sowieso erst im Bewerbungsgespräch fest. Das Anschreiben könnte man sich also komplett sparen.

Ullah findet auch, dass Bots oder Algorithmen beim Auswählen von Lebensläufen eine große Hilfe sein könnten. So könnten Bewerber im automatisierten Prozess schneller, aber auch objektiver ausgesucht werden und die Personalabteilung würde viel Zeit sparen. Auch Quereinsteiger könnten zum Beispiel über eine Random-Funktion im Algorithmus eher eine Chance bekommen, meint Ullah.

Einen weiteren spannenden Zukunftstrend sieht er in Videobewerbungen: „Bewerber haben so die Möglichkeit, sich ganz individuell zu präsentieren und die HR-Abteilung kann schnell sehen, ob ein Kandidat interessant ist für das Unternehmen.Bewerbungsapps wie Selfiejobs aus Schweden nutzen genau dieses Medium, um Unternehmen mit Bewerbern schnell und unkompliziert zusammenzubringen. Bei Selfiejobs stellen sich Bewerber in kurzen Videos vor und können dann nach dem Tinder-Prinzip je nach Interesse der Unternehmen, entweder nach rechts oder nach links gewischt werden.

All das ist in Deutschland derzeit aber noch Zukunftsmusik – auch, weil eine rein visuelle Auswahl von Bewerbern rechtliche Bedenken auslöst. Fürs Erste wird es wohl noch dauern, bis sich die Bewerbung 2.0 wirklich durchsetzt. Davon ist auch Christian Scherer überzeugt: „Ich bin mir ganz sicher, dass es die klassische Bewerbung in Deutschland noch sehr lange geben wird.“


Image (adapted) „Bewerbung“ by loufre (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Wohlfühlmaßnahmen bei der Arbeit: So funktioniert es nicht

Two sporty women doing exercise abdominal crunches, pumping a press on floor in gym concept training (adapted) (Image by Nayana Thara k [CC0 Public Domain] via Flickr)

Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist ein sehr wichtiges Thema. Immer mehr Firmen führten bereits Maßnahmen ein, um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern. Dazu zählen unter anderem eine kostenlose Mitgliedschaft im Fitnessstudio sowie eine Gesundheitsversicherung, um auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen zu können.

Die Denkweise hinter diesen Maßnahmen hat sehr viel mit einer Steigerung der Produktivität zu tun. Mein Kollege Cary Cooper schrieb, dass Kulturen, die das Wohlbefinden verbessern wollen, „eine entscheidende Rolle innehaben und dies nicht nur eine nette Begleiterscheinung, sondern verpflichtend sein muss.“

Genau diese Quintessenz ist wichtig. Aber nicht immer sind diese Maßnahmen, die in erster Linie die Leistung der Organisation verbessern sollten, vereinbar mit dem Wohlbefinden der Mitarbeiter. Neueste Studien von Mitarbeitern einer großen Mittelschule zeigen, dass es mindestens zwei Arten von Wohlbefinden innerhalb einer Organisation gibt:

Es gibt eine „rationale“ Art von Wohlbefinden, die mit Produktivität und Leistungsfähigkeit verbunden ist. Diese Art wird durch Angebote wie einer kostenlosen Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder einer Krankenversicherung verstärkt. Es gibt auch eine „emotionale“ Art von Wohlbefinden, die wir nur grob ausmachen können und die die Basis für eine gute Zusammenarbeit ist. Diese wird durch ein gegenseitiges Verhältnis, das nicht auf Ausbeutung beruht, einem respektvollen Miteinander sowie gegenseitiger Unterstützung gefördert. Dieses Wohlbefinden ist sehr wichtig für eine liebevolle Umgebung und schafft Freiraum für Kreativität.

Die meisten Firmen konzentrieren sich auf die rationale Art des Wohlbefindens, die die emotionale Seite des Wohlbefindens in drei wichtigen Punkten vernachlässigt:

1. Alles dreht sich nur um Produktivität

Maßnahmen bezüglich des Wohlbefindens der Mitarbeiter werden sehr oft von einer rationalen Herangehensweise auf die Produktivität und die Leistungsfähigkeit abgeleitet. Diese Maßnahmen können sehr hilfreich sein, um die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu behalten.

In der untersuchten Schule fanden wir heraus, dass einige Maßnahmen für das Wohlbefinden in Verbindung mit professioneller Entwicklung sowie mit Gesundheitsprogrammen stehen, um Mitarbeiter wieder schneller zurück an den Arbeitsplatz zu bringen. Sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu kümmern, ist sehr wichtig. Warum also sollten Arbeitgeber nichts für diese Bemühungen tun, um das Wohlbefinden zurückzubekommen?

Spätestens dann, wenn sich Mitarbeiter wie Verbrauchsgüter fühlen, aus denen so viel wie möglich herausgeholt werden soll, gibt es ein Problem. Wohlfühlmaßnahmen nur aufgrund der Hintergedanken bezüglich Produktivität zu fördern, kann dem Mitarbeiter das Gefühl vermitteln, nicht persönlich wertvoll zu sein. Das wiederum kann die emotionale Ebene des Wohlbefindens beeinflussen.

Es spricht nichts dagegen, die emotionale und die rationale Art des Wohlbefindens zu verbinden. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch ein behutsamer Umgang mit dem Mitarbeiter. Zudem sollte man sich nicht nur auf bestimmte Maßnahmen beschränken oder die Idee nur im Schein unterstützen. Die Erfahrung zeigt, dass es die Angestellten nicht sonderlich gutheißen, wenn ihnen deutlich gemacht wird, dass ihnen nur etwas ermöglicht wird, damit sie anschließend eine Gegenleistung erbringen oder um die Verpflichtungen gegenüber des Arbeitgebers zu vermeiden.

2. In die Privatsphäre eindringen

Manche Menschen empfinden Maßnahmen bezüglich des Wohlbefindens als Eindringen in ihre Privatsphäre, speziell in Firmen, die gentechnische Tests sowie kostenlose Fitbits, die Daten rund um die Bewegung aufzeichnen, anbieten.

Bei der untersuchten Organisation zeigte sich, dass circa die Hälfte der Mitarbeiter sogar die angebotenen Krankenversicherungsmaßnahmen ablehnten. Der Grund dafür ist das Misstrauen des Managements und der vermeintliche Wunsch, die jeweiligen Mitarbeiter wieder zum Arbeiten zu bewegen. Die Mitarbeiter waren besorgt, dass das Management möglicherweise Zugriff zu den persönlichen und gesundheitsrelevanten Daten von ihnen oder ihren Angehörigen erhalten könnte.

Ein weiterer Punkt des Wohlfühlprogramms war die Standardisierung des Unterrichts mit einem Vier-Punkte-Plan rund um einen „ausgezeichneten Unterricht“. Die Idee dahinter war, den Lehrern das Unterrichten zu erleichtern und Möglichkeiten für professionelle Entwicklung und Wohlbefinden zu schaffen. Die Mitarbeiter merkten jedoch, dass das den Autonomiestatus verringerte und ließen wegen des fehlenden Vertrauens viele Gefühle unbeachtet.

3. Nicht zu bewältigende kulturelle Angelegenheiten

Wohlfühlmaßnahmen können zu sehr auf die individuelle Ebene gerichtet sein. Diese Maßnahmen beziehen sich nicht immer auf organisatorische, kulturelle oder gruppenbezogene Angelegenheiten. Im schlimmsten Fall können diese Maßnahmen vom Arbeitgeber ausgenutzt werden, um den eigenen Einfluss auf krankheitsbedingte Ausfälle der Mitarbeiter herunterzuspielen. 

Wir haben in unserer Studie herausgefunden, dass sich Mitarbeiter nach jener Zeit sehnen, in der der Betrieb als Familie verstanden wurde. Eine Zeit, in der Wohlfühlangelegenheiten auf betrieblicher statt auf individueller Ebene behandelt wurden. Statt auf Wohlfühlmaßnahmen durch das Bereitstellen von betrieblicher Gesundheitspolitik einzugehen, würden sich Mitarbeiter freuen, wenn direkt auf innerbetriebliche Probleme eingegangen werden würde – etwas, das durch die Professionalisierung sowie die Standardisierung völlig in den Hintergrund gedrängt wurde.

Wenn Wohlfühlmaßnahmen weiterhin auch nur aus betriebsbedingten Gründen angeboten und die Angelegenheiten der Mitarbeiter nicht miteinbezogen werden, können diese das Wohlbefinden der Mitarbeiter sogar verschlechtern und das Gefühl der Autonomie gefährden. Dies kann zu Diskrepanzen zwischen Management und Mitarbeitern führen – und so hat niemand etwas davon.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Two sporty women doing exercise abdominal crunches, pumping a press on floor in gym concept training“ by Nayana Thara k (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Tesla am Limit: Kann man die Laufzeit der Elektroauto-Batterien noch steigern?

Tesla Motors (adapted) (Image by Sam Felder [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

„Zum ersten Mal ist das schnellste Serienfahrzeug der Welt elektrisch“ sagte Teslas Firmenchef Elon Musk, als er vor kurzem die neueste Batterie der Firma vorstellte. Das neue 100 Kilowatt-Gerät kann Teslas Autos in nur 2,5 Sekunden auf etwa 97 Stundenkilometer beschleunigen. Im Vergleich zu früheren Batteriegenerationen kann man jetzt bis zu 20 Prozent weiter fahren, ehe ein Aufladen notwendig ist.

Aber Musk gibt auch zu, dass das momentane Design und die chemische Zusammensetzung der Batterie bedeuten, dass sie sich ziemlich nah an dem theoretischen Limit dessen befindet, was sie leisten kann. Von diesem Punkt an wird es exponentiell schwieriger, die Menge an Energie zu erhöhen, die eine Batterie derselben Größe speichern kann. Was also könnten Tesla und andere Hersteller von Elektroautos als nächstes tun?

Teslas aktuelles P90D-Design verwendet eine Batterie, die unter dem Boden ihres „Skateboard“-Chassis sitzt. Dadurch kann das Fahrzeug eine große Menge an Batteriezellen mitführen, während der Innenraum des Fahrzeugs maximal genutzt wird. Andererseits macht es die Batterie im Falle eines Unfalls anfällig für Schäden.

Das neue P100D-Batteriepaket sieht von außen genauso aus wie die alte Version und scheint die selben zwei Reihen Lithium-Ionen-Zellen zu verwenden. Dennoch packt es wunderbarerweise 100 Kilowattstunden Energiedichte in dasselbe Batteriemodell, das vorher 90 Kilowattstunden gespeichert hat und nur 4 Prozent weniger wog. Das ist mehr als elf Mal soviel Elektrizität wie der Verbrauch eines durchschnittlichen Haushalts an einem Tag.

Festkörperbatterien

Der Unterschied liegt darin, wie das Paket zusammengestellt wurde, sowie im Kühlsystem und der Elektronik. Beispielsweise könnte eine signifikante Verbesserung der Batteriekühlung genug Platz geschaffen haben, um 56 Zellen zusätzlich zu verbauen, die die zusätzlichen 10 Kilowattstunden Energie liefern. Die Gewichtszunahme von 4 Prozent deutet darauf hin, dass mehr Komponenten verwendet wurden und eventuell die Anordnung der Zellen überarbeitet wurde, um dieses zusätzliche Gewicht auf demselben Raum unterzubringen. Damit Tesla aber noch weiter gehen kann, muss die Firma unter Umständen einen komplett anderen Ansatz der Energiespeicherung in Erwägung ziehen.

Eine Technologie in der Entwicklungsphase, die von Unternehmen wie Toyota, Volkswagen, Bosch und Dyson untersucht wird, sind die sogenannten Festkörperbatterien. Diese sind auf lange Sicht sicherer, speichern mehr Energie für ihre Größe und könnten zur Entwicklung von kostengünstigen Batteriemodulen führen.

Typische Lithium-Ionen-Batterien wie diejenigen, die Tesla verwendet, enthalten ein entzündliches, flüssiges Elektrolyt, während Festkörperbatterien ein festes Elektrolyt nutzen, das vergleichsweise sicher ist. Dies eröffnet zudem die Möglichkeit, ein Lithium-Metall anstelle von Graphit-Elektroden zu nutzen, da diese eine höhere Energiedichte und einen längeren Lebenszyklus aufweisen. Neueste Entwicklungen im Bereich der Elektrolyt-Beimischung und der Keramik-Abschirmung könnten das Problem lösen, dass Lithium-Elektroden Fasern oder Dendrite bilden, die die Batterie kurzschließen.

Autolib, ein Pariser Car Sharing-Service für Elektroautos, hat bereit begonnen, diese Festkörperbatterien in seinen etwa 3000 Autos zu verwenden. Seeo gibt an, Batterie-Prototypen entwickelt zu haben, welche eine Energiedichte von 350 Wattstunden pro Kilogramm aufweisen. Zum Vergleich: die Panasonic 18650-Zellen, die Tesla verwendet, haben eine Energiedichte von lediglich 254 Wattstunden pro Kilogramm. Schon ein einfaches Ersetzen der momentan von Tesla verwendeten Zellen mit diesen Festkörperbatterien bei Serienreife könnte der Firma helfen, von einem Batteriepaket von 100 Kilowattstunden auf ein Modell mit 118 Kilowattstunden zu kommen – das entspricht nahezu einer Verdopplung der Verbesserung, die Teslas neue P100D gegenüber ihrem vorhergehenden Design erreicht hat.

Einige glauben, dass solche Strategien dabei helfen können, sichere Batterien mit genug Ladung zu entwickeln, um mit Benzinmotoren konkurrieren zu können. Donald Sadoway, Materialwissenschaftler am MIT, sagt, dass das Erreichen solcher hohen Energiedichten der Schlüssel zur weit verbreiteten Annahme von Elektroautos ist. Er ist überzeugt:„Wenn wir Batterien mit 350 Wattstunden pro Kilogramm hätten, hätten wir Elektroautos mit einer Reichweite von 560 Kilometer. Für das Benzin würde das das Ende bedeuten“.

Natrium als Alternative

Indes wird es nicht möglich sein, Festkörperbatterien weiter mit Lithium-Elektroden zu nutzen, da das seltene Vorkommen dieses Metalls dazu führt, dass es mit hohen finanziellen und ökologischen Kosten verbunden ist – besonders im Vergleich zu kohlenstoffbasierten Elektroden. Zwei potenzielle Alternativen sind Natrium-Ionen- oder vielleicht auch Natrium-Metall-basierte Batterien, die eine höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien aufweisen.

Ein Prototyp einer solchen Batterie zeigte eine Energiedichte von 650 Wattstunden pro Kilogramm, was eine Reichweite eines Elektroautos von 1050 Kilometer mit einer einzigen Ladung bedeutet – mehr als das Doppelte dessen, was die aktuelle Generation von Lithium-Ionen-Batterien anbietet. Natrium ist viel ergiebiger als Lithium, und sein Salz (Natrium-Karbonat) ist zehnmal günstiger als das entsprechende Lithiumsalz.

Da die Kosten der Elektroden und Elektrolyte über 50 Prozent der Gesamtkosten einer typischen Zelle ausmachen, haben Batterien, die natriumbasierte Reaktionen nutzen, in dieser Hinsicht einen klaren Vorteil. Natrium-Ionen-Batterien können zudem vollständig entladen werden, ohne dass die aktiven Materialien Schaden nehmen, und ohne das eine Gefahr besteht – im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien, die Feuer fangen können, wenn sie ohne Ladung gelagert werden.

Mit diesen Entwicklungen in der Technologie von Festkörper-Lithium und Natrium können wir Batterien für Elektroautos entwickeln, die eine höhere Energiedichte und geringer Kosten aufweisen als diejenigen, die kürzlich von Tesla vorgestellt wurden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Batterien notwendigerweise in allen Elektroautos verwendet werden.

Eine andere Strategie wäre, mehr Aufwand in die Bemühungen zu investieren, das Gewicht der Autos zu reduzieren, etwa durch die Verwendung von Kohlenfaserverbundstoffen, sodass sie mehr Batterien mitführen können. Dies könnte unter Umständen zu einer Reichweite von mehr als 560 Kilometer mit einer einzigen Ladung führen, ohne dass eine neue Art Batterie benötigt wird. Aber wie auch immer die Innovation schließlich aussieht, Tesla und andere Hersteller brauchen noch einen finalen Vorsprung, um dem durchschnittlichen Autofahrer das Elektroauto selbst noch etwas näher zu bringen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Tesla Motors“ by Sam Felder (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • APPLE t3n: 7 neue Funktionen von iOS 10: Nachdem das iPhone 7 vorgestellt wurde, ist nun das neue Betriebssystem iOS 10 rausgekommen. Das Update gibt es für alle Geräte ab iPhone 5, iPad mini 2, iPads der 4. Generation und iPod Touch der 6. Generation. 7 neue Funktionen wie z.B. die Intelligente Tastatur, man kann ab sofort mit einer einzigen Tastatur in mehren Sprachen schreiben, ohne ständig diese wechseln zu müssen, hält das neue Update bereit.
  • CHINA Welt: Wirtschaft in China stabilisiert sich wieder: Chinas Wirtschaft scheint wieder zulegen zu können. In China wächst vor allem die Nachfrage nach Autos stark. Außerdem gab es noch 1,13 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze im August. Der Sprecher Sheng Laiyun sehe „positive Veränderungen und viele Lichtblicke“, besonders in der Realwirtschaft, bei der Vorlage der Wirtschaftsdaten für den Einzelmonat August.
  • ADBLOCKER Trending Topics: „Adblocker werden den Markt verändern, weil sie zeigen, dass die Big-Data-Geschäftsmodelle nicht funktionieren“: 100 Millionen Nutzer soll Adblock Plus laut Angaben des Herstellers haben. Weltweit setzt der irischen Firma PageFair zufolge jeder fünfte Smartphonenutzer auf einen Werbeblocker. Bereits 2013 wurde bekannt, dass sich Google und Amazon mit Eyeo arrangierten und sich von der Werbeblockade freikauften. In Brüssel braut sich derzeit ein Gewitter zusammen, das die Geschäftsmodelle der großen Silicon-Valley-Riesen massiv infrage stellt.
  • UBER heise online: Schweiz lockert Regeln für Taxis wegen Konkurrenz mit Uber & Co.: Gestern stimmte in der Schweiz der Nationalrat mit deutlicher Mehrheit für eine Lockerung der strengen Vorschriften für Taxifahrer. Taxifahrer befänden sich im Nachteil gegenüber des Fahrdienstes Uber. Der Schweizer Nationalrat will gleiche Ausgangsbedingungen für den Wettbewerb zwischen Taxifahrern und Fahrdiensten wie Uber. Aktuell unterliegen Taxifahrer speziellen Vorschriften, beispielsweise einer Bewilligung für berufsmäßige Personentransporte, einer Fahrtenschreiberpflicht oder speziell geregelten Arbeitszeiten.
  • IOS Süddeutsche Zeitung: Rückkehr des „Ziegelsteins“: iPhone-Nutzer berichten von Update-Problemen Kaum ist iOS 10 rausgekommen, da gibt es schon Probleme. Viele Nutzer berichten von Update Problemen wie z.B. dass das Wlan-Update auf iOS 10 iPhone und iPad im Wartungsmodus einfriert. Das Problem lässt sich nur durch eine Wiederherstellung reaktivieren.
Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • VW Handelsblatt: Neue Vorwürfe gegen Volkswagen: Erneut gerät VW im Abgasskandal unter Druck. Die EU-Kommission beschuldigt VW in einem Medienbericht zufolge, in 20 EU-Ländern gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen zu haben. VW will sich dazu nicht weiter äußern. Analysten schätzen, dass die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgaswerte den Konzern am Ende insgesamt zwischen 20 und 35 Milliarden Euro kosten wird.
  • Apple Die Welt: Das neue iPhone soll keinen Kopfhöreranschluss mehr haben: Am 7.September stellt Apple das neue iPhone vor und es könnte erstmals der Anschluss für Kopfhörer fehlen. Man hat auf den bisher veröffentlichten Fotos keinen Kopfhöreranschluss gesehen. Zukünftig sollen die Kopfhörer im Apple-Ökosystem nur noch per Funk oder über Apples eigenen Lightning-Stecker angeschlossen werden können. Dies könnte zukünftig ein Problem für viel Nutzer werden.
  • SAMSUNG HORIZONT: Samsung startet Umtauschaktion für Galaxy Note 7: Nachdem Samsung den Verkauf des neuen Vorzeigemodell Galaxy Note 7 gestoppt hat, kann man nun das Smartphone wieder kostenlos zurückgeben und gegen ein neues umtauschen. Die Geräte wurden vom dem südkoreanischen Technologieunternehmen aus dem Verkehr gezogen, nachdem es vermehrt Fälle von Akkubrand gab. Das Galaxy Note 7 wurde erst vor zwei Wochen in den USA und etlichen anderen Ländern auf den Markt gebracht. Was genau das Problem verursachte, ist bisher nicht bekannt.
  • E-BIKES SPIEGEL ONLINE: Kaufprämie für E-Bikes: Verkehrsklubs fordern Subventionen von bis zu 4000 Euro: Nachdem nun die E-Autos Prämien bekommen sollen, fordert der Verkehrsklub Kaufprämien für E-Bikes. Weil das E-Bike oder Pedelec das Fahrradfahren bequemer und schneller macht, lassen die Menschen ihr Auto stehen. Die Folge wären, dass es weniger Verkehr gäbe und bessere Luft für alle. Die Prämie soll aber nur für E-Bikes gelten, die auch einen gewissen Zweck erfüllen.
  • BEATS heise online: Monster-Klage gegen Beats-Gründer ist gescheitert: Einst waren Noel Lee und seine Firma Monster Geschäftspartner von Beats und dessen Gründern. Nachdem Lee hinausgedrängt wurde und Apple Milliarden für Beats zahlte, fühlte sich Lee über den Tisch gezogen. Er wollte gegen den Beats-Gründer klagen, doch nun ist die Klage gescheitert, da der Richter keine Anspruchsgrundlage fand.
Weiterlesen »

Algorithmen können fairer sein als Menschen

code(image by geralt [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Amazon hat kürzlich damit angefangen, Lieferungen am selben Tag in ausgewählten großstädtischen Gegenden anzubieten. Das mag für viele Kunden gut sein, doch die Markteinführung zeigt auch, wie computerisierte Entscheidungsfindung eine hohes Maß an Diskriminierung fördern kann.

Sinnvollerweise begann die Firma mit ihrem Service in Gegenden, in denen die Lieferkosten am niedrigsten waren, indem sie die Postleitzahlen von dicht besiedelten Orten sowie die Anzahl existierender Amazonkunden ermittelten, deren Einkommensniveau hoch genug war, um regelmäßig Produkte, für die Lieferung am selben Tag verfügbar waren, zu erwerben. Die Firma gab eine Internetseite an, auf der Kunden ihre Postleitzahl eingeben konnten, um zu sehen, ob eine Lieferung am selben Tag bei ihnen möglich wäre. Enthüllungsjournalisten bei den Bloomberg News nutzten diese Seite zur Erstellung einer Karte, die die Gegenden mit dem Amazon-Lieferangebot am selben Tag zeigt.

Die Bloomberg-Analyse zeigte, dass viele ärmere, städtische Gegenden von diesem Service ausgeschlossen waren, während in wohlhabenderen Nachbarschaften dieser Service angeboten wurde. Viele dieser ausgeschlossenen armen Gegenden wurden vorwiegend von Minderheiten bewohnt. Beispielsweise wurde in Boston das komplette Stadtgebiet abgedeckt – bis auf den Bezirk Roxbury. Der Service deckte in New York City beinahe sämtliche Bezirke ab, während die Bronx außen vor blieb. In Chicago wurde die verarmte South Side ausgelassen, während die wohlhabenderen nördlichen und westlichen Vorstädte mit einbezogen wurden.

Man ist versucht, zu denken, dass datenbasierte Entscheidungen unvoreingenommen sind. Jedoch zeigen Forschung und wissenschaftliche Diskussionen nach und nach, dass Unfairness und Diskriminierung bestehen bleiben. In meinem Onlinekurs zu Datenethik lernen die Studenten, dass Algorithmen diskriminieren können. Allerdings gibt es einen Silberstreif am Horizont: Wie auch die Bloomberg-Studie zeigt, kann es die Tatsache, die Entscheidungsfindung auf Daten zu gründen, auch einfacher machen, aufkommende Vorurteile zu entdecken.

Voreingenommenheit kann unbeabsichtigt sein

Unfaire Szenarios, wie bei der Lieferpolitik von Amazon, können aus vielen Gründen entstehen, inklusive versteckter Verzerrungen – beispielsweise der Annahme, dass die Bevölkerung einheitlich über die Stadt verteilt ist. Die Entwickler von Algorithmen haben wahrscheinlich nicht die Absicht, zu diskriminieren, und merken es möglicherweise gar nicht, dass sich ein Problem eingeschlichen hat.

Amazon erklärte Bloomberg, dass man keine diskriminierenden Absichten verfolgte, und alles spricht dafür, dass diese Aussage wahr ist. Als Antwort auf den Bloomberg-Bericht haben Stadtbeamte und andere Politiker Amazon dazu aufgerufen, dieses Problem zu beheben. Die Firma reagierte schnell darauf und fügte die ehemals ausgeschlossenen ärmeren städtischen Postleitzahlen zu ihren vom Service abgedeckten Gegenden hinzu.

Eine ähnliche Frage hat sich bei Uber gestellt. Hier sah es zunächst so aus, dass in Gegenden, die eher von einer weißen Bevölkerung bewohnt wurde, ein  besserer Service angeboten wurde. Es ist wahrscheinlich, dass noch mehr Einzelhandel- und Serviceindustriebeispiele in Zukunft gefunden werden, die unabsichtlich durch Algorithmen diskriminieren.

Wird von den Algorithmen zu viel verlangt?

Wir sollten einen Moment innehalten, um zu prüfen, ob wir übermäßige Ansprüche an die Entscheidungen von Algorithmen stellen. Firmen, die stationär arbeiten, treffen ständig standortbezogene Entscheidungen und beziehen dabei Kriterien ein, die sich nicht allzu sehr von denen Amazons unterscheiden. Solche Filialen versuchen, Standorte zu finden, die für eine große Menge potenzieller Kunden mit Geld zum Ausgeben in Frage kommen.

Konsequenterweise entscheiden sich nur wenige Geschäfte dafür, sich in ärmeren innerstädtischen Nachbarschaften niederzulassen. Vor allem im Zusammenhang mit Lebensmittelgeschäften ist dieses Phänomen ausführlich erforscht worden, und der Term „food desert“ („Lebensmittelwüste“) wird benutzt, um städtische Gegenden zu beschreiben, in denen die Einwohner keinen geeigneten Zugang zu frischen Lebensmitteln haben. Diese Standortverzerrung ist weniger gut untersucht, wenn es zu Einzelhandelsgeschäften im Allgemeinen kommt.

Als ein bezeichnendes Beispiel schaute ich mir die 55 Standorte von Target, einer großen Einzelhandelskette, in Michigan an. Als ich jede Postleitzahl in Michigan danach sortierte, ob das Durchschnittseinkommen verglichen mit dem landesweiten Durchschnittseinkommen hier in der unteren oder oberen Hälfte lag, fand ich heraus, dass nur 16 der Targetläden (29 Prozent) in den Gegenden mit Postleitzahlen aus der unteren Einkommenshälfte lokalisiert waren. Mehr als zweimal so viele, 39 Läden, befanden sich in den Gegenden mit den Postleitzahlen der reicheren Hälfte.

Diskriminierung identifizieren

Darüber hinaus findet sich keine einzige Target-Filiale in Detroit, während sich in den reicheren Vorstädten von Detroit diverse Läden befinden. Trotzdem gab es noch keinen öffentlichen Aufschrei mit dem Vorwurf, dass Target durch seine Niederlassungsentscheidungen arme Menschen diskriminiert. Es gibt zwei Hauptgründe, warum die Sorge über Amazon gerechtfertigt ist: Rigidität und Dominanz.

Rigidität hat sowohl mit dem Entscheidungsfindungsprozess des Online-Einzelhändlers als auch mit dem Ergebnis zu tun. Amazon entscheidet, welche Postleitzahlgegenden in das Servicegebiet fallen. Wenn ein Kunde nur eine Straße von der Grenze, die Amazon gesetzt hat, entfernt wohnt, liegt er außerhalb der Servicegegend und kann wenig dagegen tun. Im Gegensatz dazu kann jemand, der in einer Postleitzahlgegend ohne Target-Filiale lebt, dennoch bei Target einkaufen – auch wenn er länger braucht, um dorthin zu kommen.

Es ist außerdem wichtig, wie dominant ein Einzelhändler in den Köpfen der Verbraucher ist. Während Target nur einer von vielen Sportartikelverkäufern ist, genießt Amazon als Interneteinzelhändler Marktdominanz und zieht daher mehr Aufmerksamkeit auf sich. Solch eine Dominanz ist charakteristisch für die heutigen Internetgeschäfte, die nach dem Motto „The Winner takes it all“ funktionieren.

Während ihre Rigidität und Dominanz unsere Sorge über Onlinegeschäfte vergrößern mögen, so helfen sie uns doch auch, ihre Diskrimination besser zu entdecken als bei stationären Geschäften. Bei einer traditionellen Ladenkette müssen wir schätzen, wie lang ein Anfahrtsweg für den Kunden maximal sein darf. Wir müssen uns außerdem des Zeitfaktors bewusst sein: Fünf Meilen zur nächsten Autobahnausfahrt ist nicht das gleiche wie fünf Meilen durch vollgestopfte Straßen in Richtung der anderen Seite der Stadt. Außerdem kann die Anreisezeit selbst in Abhängigkeit von der Tageszeit stark variieren. Nachdem man identifiziert hat, in welchen Gegenden ein Geschäft wahrscheinlich seinen Service anbietet, werden diese Gegenden nicht eins zu eins deckungsgleich mit den geographischen Einheiten sein, für die uns Statistiken über Rasse und Einkommen vorliegen. Zusammengefasst ist die Analyse chaotisch und bedarf eines großen Aufwands.

Im Gegensatz dazu haben Journalisten bei Bloomberg wohl nur wenige Stunden gebraucht, um eine Karte mit der Servicegegend Amazons zu erstellen und diese mit dem Einkommen oder der Rasse in Beziehung zu setzen. Wenn Amazon das betriebsintern vollzogen hätte, hätten sie dieselbe Analyse in nur wenigen Minuten durchführen können – und sie hätten vielleicht die Probleme gesehen und schon vor der Einführung des Services der Lieferung am selben Tag behoben.

Wie vergleichen Menschen?

Lassen Sie uns einen Blick auf ein ganz anderes Beispiel werfen, um zu sehen, wie die gleichen Punkte auf viele Dinge zutreffen. ProPublica hat eine exzellente Analyse von Rassendiskriminierung durch einen Algorithmus, der die Wahrscheinlichkeit, dass ein Krimineller wieder das Gesetz bricht voraussagt, veröffentlicht. Dieser Algorithmus berücksichtigt Dutzende Faktoren und kalkuliert eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung. ProPublicas Analyse fand signifikante systematische Rassenverzerrungen, und das, obwohl Rasse nicht einmal unter den spezifischen berücksichtigten Faktoren war.

Ohne den Algorithmus würde ein menschlicher Richter eine ähnliche Einschätzung abgeben, als Teil einer Strafzumessung oder Bewährungsentscheidung. Die menschliche Entscheidung würde vielleicht ein umfassenderes Set von Faktoren berücksichtigen, so wie beispielsweise das Auftreten des Kriminellen vor Gericht. Aber wir wissen aus psychologischen Studien, dass menschliche Entscheidungsfindung voll von Verzerrung und Vorurteilen ist, selbst wenn wir versuchen, möglichst fair zu sein.

Jegliche Fehler, die aus den Verzerrungen in Entscheidungen menschlicher Richter entstehen, sind aber voraussichtlich bei verschiedenen Richtern unterschiedlich bewertet worden – und sogar bei verschiedenen Entscheidungen, die von ein und demselben Richter getroffen werden. Insgesamt mag es Rassendiskriminierung durch unterbewusste Vorurteile geben, dies aber endgültig festzustellen, ist schwierig. Eine amerikanische Studie des Justizministeriums fand deutliche Hinweise darauf, dass bei der Verurteilung weißer und schwarzer Häftlinge Unterschiede bestehen, konnte aber nicht klar bestimmen, ob die Rasse selbst ein Faktor bei diesen Entscheidungen war.

Im Gegensatz dazu wird der Algorithmus, den ProPublica überprüft hat, bei tausenden von Fällen über viele Staaten hinweg genutzt. Seine Rigidität und das hohe Volumen erleichtern die Aufgabe, eine mögliche Diskriminierung festzustellen – und kann Wege bieten, das Problem effizient zu beheben.

Das Nutzen von Informationstechnologie scheint die Unterschiede und Daten deutlicher und leichter verfügbar zu machen. Was gestern noch unter den Teppich gekehrt werden konnte, schreit heute nach Aufmerksamkeit. Während wir immer mehr Nutzen für datengelenkte Algorithmen finden, ist es noch nicht üblich, deren Fairness zu analysieren, vor allem vor der Einführung eines neuen, datenbasierten Services. Um dies zu erreichen, muss ein langer Weg des Messens und Verbesserns der Fairness dieser immer wichtiger werdenden computerisierten Kalkulationen gegangen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image ”Algorithmen” by geralt (CC Public Domain)


The Conversation

Weiterlesen »

Quartz passt sich mit einer neuen App an seine Leser an

Quartz Screenshot (Image: Quartz)

Seit dem Launch im Jahr 2012 befand sich Quartz immer unter den am schnellsten wachsenden und am meisten beobachteten digitalen News-Seiten. Die zu Atlantic Media gehörende Seite war den Medientrends oft voraus, indem sie den Fokus auf Mobile-First und dem Teilen auf den sozialen Netzwerken, Email-Newslettern und hochqualitative Apps legte. In einem Memo, das der Quartz-Herausgeber Jay Lauf und Redakteur Kevin Delaney am Donnerstag an die Belegschaft veröffentlichten, heißt es, dass der Umsatz der Seite 2015 um 85 Prozent gestiegen ist und die Homepage allein im Dezember 16,8 Millionen Besucher hatte – teilweise bis zu 65 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im Jahr 2014.

Mit Blick auf 2016 haben Lauf und Delaney festgehalten, dass Quartz plant, seine erste offizielle iPhone-App zu starten, die Email-Angebote zu erweitern und zusätzliche Funktionen bei Atlas hinzuzufügen – die eigene Plattform zur Erstellung und zum Teilen von Tabellen. Die Financial Times berichtete zudem im letzten Monat, dass Atlantic Media sich in Gesprächen befindet, in denen es darum geht, Quartz zu verkaufen. Eine Sprecherin von Atlantic Media äußerte sich dazu: “Wenn man sich die Ambitionen Quartz gegenüber ansieht, dann wäre es enorm nachlässig von uns, wenn wir die Möglichkeiten nicht nutzen würden, sobald sie sich bieten.” Lauf und ich haben vor kurzem über diese Trends geredet und darüber diskutiert, was die Zukunft für Quartz bringen kann.

Joseph Lichterman: In dem Memo sagten Sie, dass Quartz “bis zum 19. Januar 2016 mehr Geld erwerben konnte als im gesamten Jahr 2014.” Was hat zu diesem Wachstum beigetragen?

Jay Lauf: Das ist ein Hinweis darauf, dass wir in einer sehr kurzen Zeit eine glaubwürdige und kreditwürdige Firma aufgebaut haben. Wir haben eine Marke geschaffen, die für etwas steht und mit der Vermarkter zusammen arbeiten wollen.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass unsere Erneuerungs-Rate stark bleibt. Ein Satz, den ich immer wieder sage und den mein Team bestimmt nicht mehr hören kann ist, dass unser Job dann anfängt, wenn wir unseren Auftrag bekommen. In den ersten zwei Jahren habe ich angenommen, angesichts meiner eigenen Erfahrung in der Industrie, dass es bestimmt einen großen Kader an Vermarktern geben würde, die einen Teil ihres Budgets in etwas Neues und Spannendes stecken würden. Ich sagte zu meinem Team, dass wir wahrscheinlich unsere Zelte abbrechen und nach Hause gehen könnten, wenn wir es nicht schaffen würden, dass diese Kunden es wenigstens mit uns ausprobieren.

Ich weiß, dass wir ein Stück vom Business-Kuchen abbekommen werden, aber das Wichtigste ist, dass die Kunden mit der Investition so zufrieden sind, wenn sie uns ausprobiert haben, dass sie gern wieder zurückkommen. Das ist es, was wir gesehen haben. Wir haben eine 90 prozentige Rückhalterate unter unseren Inserenten. Es gibt mehrere Firmen, die zu uns zurückkehren und das mit größeren Werbeeinkäufen für längere Zeit und so behalten wir Kunden, aber helfen ihnen auch ihr Business zu erweitern, während wir an ihnen wachsen.

Lichterman: 42 Prozent der Werbeeinnahmen von Quartz kommen durch mobile Geräte, was eine wirklich hohe Quote ist, wenn man es mit den anderen Konkurrenten vergleicht. Das ist wirklich faszinierend.

Lauf: Es ist sehr ermutigend. Ich glaube unsere Absicht ist, dass Quartz zuerst in der mobilen Welt greift und dass wir weltweit agieren. Wenn Inserenten und Vermarkter darüber nachdenken mit uns zu arbeiten, sind diese zwei Punkte der Beginn für sie.

Lichterman: In letzter Zeit gab es eine Menge Diskussionen darüber, wie man Werbung auf mobilen Geräten und dem Desktop blockiert. Ist das etwas, worüber Sie sich Sorgen machen?

Lauf: Ich denke die allgemeine Antwort für alle Herausgeber ist, dass man immer ein Auge auf die aktuellen Geschehnisse haben muss. Es wäre naiv zu sagen, dass wir uns nicht genau ansehen, was hier gerade passiert.

Wir machen uns allerdings keine Sorgen, und dafür gibt es viele Gründe. Beginnend damit, dass Quartz seit 2012 ein Werbemodell entwickelt hat, das sich zuallererst um den Benutzer dreht. Das bedeutet, dass wir nicht sonderlich viel Massenwerbung schalten oder welche, die sehr aufdringlich ist, denn die sind es, die zu Adblocking geführt haben. Wir haben uns auf die Nutzererfahrung gestützt, wo man eventuell tatsächlich eine Produktwerbung begrüßt.

[Adblocking] hat unserem Business im letzten Jahr nicht geschadet. Wer sich an den vergangenen September und Oktober erinnert, ungefähr damals als iOS 9 heraus kam und die Adblocker wirklich anfingen zu greifen, wurden ungefähr 11 bis 15 Prozent unserer Seitenaufrufe geblockt. Ein Prozent oder vielleicht auch weniger davon waren auf den mobilen Geräten. Man sieht klar, dass diese Blocks bei uns mehr auf den Desktops passieren.

Wir haben außerdem gesehen, dass die Zahlen momentan sinken. Im letzten Monat lagen sie bei sechs Prozent. Wir erkennen zudem, dass der Einfluss von Adblockern nicht steigt, ganz im Gegenteil. Wir führen das zurück auf unser Wachstum im mobilen Bereich. Immer größere Teile unseres Publikums rufen in immer höherer Anzahl unsere Seite von mobilen Geräten ab. Ein großer Teil davon wird von In-App-Browsern, bei Twitter oder Facebook durchgeführt, bei denen die Adblocker bisher noch nicht aktiviert sind. Das Thema betrifft uns praktisch kaum mehr.

Lichterman: Eine andere Sache, die in der Memo angesprochen wurde, ist die erscheinende App und ich hoffe, dass Sie mir erzählen können, wie das Ganze aussehen wird.

Lauf: Was ich Ihnen sagen kann ist, dass unsere App irgendwann im ersten Quartal diesen Jahres gelauncht wird. Allerdings kann ich Ihnen nicht mehr preisgeben, vor allem wenn es darum geht, worum es sich handelt, wie das Interface aussieht und der ganze Rest.

Lichterman: Zach [Seward] sagte 2012 zu AllThingsD “Jeder kann jeden unserer Artikel direkt ansteuern. Das kann man bei den App-Stores nicht machen.” Warum dann nun eine App?

Lauf: Im Jahr 2012 war unsere Strategie, das Wachstum der Seite so reibungslos wie möglich zu gestalten. Man fängt zuerst völlig ohne Publikum an. Wir wollten keine Mauern errichten, was das Entdecken oder Teilen unseres Inhalts angeht. Also, egal ob es sich um eine Paywall handelt oder eine App, die man erst downloaden musste und von der wir hofften, dass die Leute sie auch öffnen würden – dies sind alles Grenzen, die dem Einführen einer neuen Medienplattform im Wege stehen.

Eines der Kennzeichen von Quartz ist die Wendigkeit und die Fähigkeit sich zu verändern, wenn es notwendig ist und sich die Umstände ändern. Wenn Sie ein anderes Memo über Quartz als Programmierschnittstelle von Zach lesen, dann ist dies ein gutes Beispiel. In den letzten vier Jahren haben sich die Orte an denen Leute Zeit verbringen, um zu lesen, stark verändert. Wir versuchen uns dort zu positionieren, wo immer diese Nutzer sind. Etwas was sich andauernd bei den Apps verändert, sind die Benachrichtigungen. Diese werden immer beliebter als Mechanismus, der einem dabei hilft, immer die neuesten Neuigkeiten und Informationen zu haben und sich mit bestimmten Marken zu verbinden. Apps geben einem definitiv die Möglichkeit dazu. Die App erlaubt uns zudem, mit verschiedenen Inhalten zu experimentieren und gibt uns Möglichkeiten, mit denen wir unsere journalistische Arbeit durchführen können, die besser in die App-Landschaft passen als ins klassische Internet.

Lichterman: Mich interessiert außerdem, wie Sie sich in Sachen Mails ausbreiten wollen. Ich weiß, dass der Service ‘Daily Brief’ ein großer Bestandteil Ihrer Strategie ist.

Lauf: Es gibt keine spezifischen Pläne bei uns, was die Erweiterung der Mails angeht. Allerdings waren Mails schon immer sehr beliebt bei uns. Man könnte einen Newsletter entwickeln, der vielleicht regionsspezifisch ist, dann gäbe es noch Potential für eine Anpassung von Inhalten wie einem Technik- oder Finanznewsletter, irgendetwas dergleichen könnte man entwickeln.

Es gibt auch Interesse an einem Newsletter nach Maß oder mit White-Labeling. Wir haben Klienten in der Werbung, die daran interessiert sind ihre eigenen Newsletter mit mehr Quartzigen Elementen zu bestücken, besser lässt es sich nicht sagen. Das könnte etwas sein, was wir mit unseren kreativen Diensten anbieten. Man kann sich vorstellen, dass man damit den Inhalt in diesen Fällen weiterverkaufen kann.

Lichterman: Nachdem Sie letztes Jahr Atlas gestartet haben, gab es Gespräche darüber, dass man diese Sache auch anderen Leuten zugänglich macht, die dann von außen dort Beiträge beisteuern können.

Lauf: Wir sind nur noch wenige Wochen davon entfernt, dass wir endlich mehr über die Entwicklung von Atlas sprechen können und wie diese aussieht.

Lichterman: Gibt es denn noch irgendetwas anderes, an dem Sie gerade arbeiten oder worüber Sie nachdenken?

Lauf: Ich glaube nicht, außer dem, was die andere Sache in unserem Memo anging: Unsere Konzentration auf die globale Erweiterung und die internationalen Märkte. Wenn Sie sich unsere Möglichkeiten ansehen, was die Freigabe von Geldmitteln im internationalen Bereich angeht, und wenn Sie die Mission von Quartz bedenken, in der es darum geht, die globale Wirtschaft für die Leserschaft weltweit abzudecken, wollen wir in diesen Bereichen im kommenden Jahr noch besser werden. Das ist ein großes Alleinstellungsmerkmal für uns und es ist etwas, in dem wir sehr gut sind. Das wollen wir weiterhin so fortführen.

Lichterman: Was suchen Sie, wenn es um die internationale Erweiterung geht: Mehr Märkte, oder verschiedene Ansatzpunkte?

Lauf: Es wird wahrscheinlich mehr Mitarbeiter geben, die in der Welt verteilt sind, jeweils auf Seiten des Journalismus und im Businessbereich. Dies würde uns erlauben eine tiefergehende Berichterstattung abzuliefern, mehr Leser anzusprechen und mehr Werbetreibende auf uns aufmerksam zu machen. Wir haben ein Büro in London aufgebaut, da arbeiten nun schon 16 Leute und es wird wohl noch weiter wachsen. Wir werden weiter an unserem Bestreben arbeiten nach Indien und Afrika zu gehen. Wir sehen auch weiterhin die Möglichkeit für Erweiterungen des Journalismus in Asien, vielleicht auch in Australien, oder an anderen Orten in Europa wie beispielsweise Deutschland. Ich denke aber nicht, dass wir in diesem Jahr noch ein anderes Projekt starten werden.

Lichterman: Gibt es irgendwelche Neuigkeiten oder Debatten über die Angelegenheit von Atlantic Media und dem Verkauf von Quartz? Vor ein paar Wochen zitierte die Financial Times eine Sprecherin von Atlantic Media, die sagte: “Wenn man sich die Ambitionen Quartz gegenüber ansieht, dann wäre es enorm nachlässig von uns, wenn wir die Möglichkeiten nicht nutzen würden, sobald sie sich bieten.” Gab es in dieser Hinsicht irgendwelche Entwicklungen? Können wir annehmen, dass Quartz den Weg allein beschreiten wird?

Lauf: Hier gibt es überhaupt nichts Neues zu berichten. Wie Sie schon sagten, die Aussage der Pressesprecherin ist nur mehr eine Richtlinie, beziehungsweise die einzige Aussage, an der man sich festhalten kann. Es gibt wirklich keine neuen Entwicklungen, über die man zu diesem Zeitpunkt reden kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image: Video-Screenshot by Quartz


Weiterlesen »

Auf der Suche nach dem digitalen Herkules

Herkules Statue in der Orangerie des Schloss Schwerin(Teaser Hermann Luyken(CC0-Public-Domain)via Wikimedia

Ein klangvoller Titel allein hat bisher selten auch eine sinnvolle Rechtfertigung mit sich gebracht. Gerade der Chief Digital Officer wird dies zu spüren bekommen und verschwinden. Nach dem Fokus auf IT und Kosten, kommt die Diskussion rund um die digitale Transformation bei Know-How und Expertise an. Es entwickelt sich zunehmend die Erkenntnis, dass digitales Wissen und Leadership innerhalb eines Unternehmens erforderlich ist. Der derzeit populäre Ansatz ist die Bestellung eines Chief Digital Officers (CDO). Reicht das aus? Oder ist das Scheitern des digitalen Herkules vorprogrammiert?

Laut einer Studie von Crisp Research „Leadership im digitalen Zeitalter“ fordern fast 42 Prozent aller Befragten, dass im Unternehmen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen eingerichtet werden müssen, um die digitale Expertise der eigenen Organisation zu verbessern. Als Heilsbringer für die digitale Erleuchtung wird zur Zeit die Position eines Chief Digital Officer gehandelt.

Der Allwissende Digital-Gott

Die Anforderungen sind im Stellenprofil sind mannigfaltig, schreibt Kerstin Lomb in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Bordreport:

Er soll die IT beherrschen und betriebswirtschaftlich ausgebildet sein. Er soll ein starker Kommunikator sein, kennt alle Prozesse des Unternehmens sowie Produkte und Dienstleistungen. Er durchblickt die Organisationsstruktur und versteht die Unternehmenskultur. Er hat ein digitales Mindset, Erfahrung in der strategischen Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und deren Umsetzung, verfügt über eine disruptive Denkweise und initiiert innovative Lösungsansätze. Der CDO bildet sich stets weiter, ist der Sparingspartner, der digitale Projekte anstößt, aufsetzt, umsetzt und erforderliche neue Prozesse initiiert. Er fördert und lebt die Innovationskultur, ist Leitfigur und Motivator des kulturellen Wandels sowie digitalen Handelns. Damit einhergehend agiert er unternehmerisch, ist risikobereit und traut sich unkonventionelle Methoden bei der Digitalisierung von Kundenbeziehungen und Geschäftsmodellen zu. Die Liste lässt sich fortsetzen. Wer ist zu dieser universalen Leistung imstande? Wohl keiner.“

Gleiches gelte für die organisatorische Einbindung und für die Budgetierung. Auch hier dürfte es schwerfallen, den CDO mit der nötigen Schlagkraft auszustatten.

Schon CIOs zählten nicht zu den technologischen Rockstars

Bei der Rekrutierung kommen wohl eher Manager aus Beratungen, IT-Firmen oder Agenturen ins Blickfeld. Hier muss man jedoch Zugeständnisse machen. Strukturen und Kulturen, wie man sie im Mittelstand vorfindet, sind in diesem Kandidatenkreis wohl eher weniger anzutreffen. Auch haben Berater fachliche Schwerpunkte, so muss man wohl Abstriche beim komplexen Anforderungsprofil machen“, weiß die Personalexpertin Lomb.

Habe man dennoch den „idealen“ CDO gefunden, dann stellt sich die Frage des Einbindens in die Struktur. Die Querschnittaufgabe für die netzökonomische Profilierung von Organisationen wird wohl nur mit Vorstandsrang gelingen. Schafft man einen neuen Geschäftsbereich mit den erforderlichen Mitarbeitern? Das birgt hohe Kosten und Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Prozesse und Strukturen.

Kümmerliches Dasein als Kosten-Optimierer

Vermutlich droht dem CDO das Schicksal des CIO, der häufig als Kosten-Optimierer unter dem Finanzvorstand sein Dasein fristet und zunehmend seine Daseinsberechtigung verliert.

Wenn nur noch rund 40 Prozent des gesamten Budgets für Digitalisierung unter die Verantwortung des CIO fällt, ist es schlichtweg unmöglich, die Rolle eines Digital Leaders zu spielen.

Die obersten IT-Manager zählten nie zu den Rockstars in ihren Unternehmen. Das Notiz-Amt kann da nichts vorweisen. Warum sollte sich das mit dem Chief Digital Officer ändern? Ursache für die digitale Macht von Apple, Google-Alphabet, Amazon und Facebook ist die Unfähigkeit der europäischen Unternehmen, mit der Digitalisierung zu spielen und neue Geschäfte zu erschließen.

Nerdige CEOs

Im Handelblatt-Ranking der 100 nach Börsenkapitalisierung größten Unternehmen sind 54 in den USA beheimatet. Und das liegt an den Champions für digitale Technologie. Allein das Trio Apple, Alphabet und Microsoft ist mit 1,4 Billionen Euro rund 300 Milliarden Euro mehr wert als die 30 größten Konzerne Deutschlands im Leitindex DAX. Bei den Europäern können nur Roche, Nestlé, Norvatis, die Baurerei Anheuser-Busch, Novo Nordisk und der Ölkonzern Royal-Dutch mithalten unter den Top 50 – also Old Economy. Im unteren Drittel findet man Bayer, SAP, Daimler, Siemens, Deutsche Telekom und Allianz.

Wir brauchen in deutschen Unternehmen keine Alibi-Funktionen, sondern digitale Vordenker an der Spitze – wir brauchen nerdige CEOs.


Teaser & Image „Herkules-Statue in der Orangerie des Schloss Schwerin“ by Hermann Luyken (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Cloud-Geschäft wird für Google wichtiger als Werbung

cloud-computing (1) (adapted) (Image by George Thomas Folgen [CC BY 2.0] via flickr)

Während sich immer mehr Bezahl-Dienste ins Google-Portfolio mischen, setzt man im Hintergrund vor allem aufs B2B-Geschäft.

Urs Hölzle, als Senior Vice President bei Google für die technische Infrastruktur zuständig, hat im Rahmen der Konferenz “Structure” einen spannenden Einblick in die geschäftliche Zukunft von Google, demnach wie vor führenden Werbekonzern im Internet gegeben: Ab 2020 will man mehr Geld mit Cloud-Diensten verdienen als mit Online-Ads.

Unser Ziel ist es, dass wir von einer Cloud-Firma reden, wenn wir 2020 über Google sprechen”, sagt Hölzle, der als achter Mitarbeiter sehr früh bei Google angefangen hat und heute die Cloud-Dienste über hat. In fünf Jahren, glaubt Hölzle, könnte Google mehr Geld mit der Google Cloud Platform verdienen als mit AdWords und Co. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen simplen Online-Speicher, in dem Nutzer ihre Fotos ablegen. Vielmehr ist die Google Cloud eine Möglichkeit, ganze Internetfirmen zu betreiben, weil sie dort Rechenpower, Speicherplatz, Big-Data-Dienste und API-Services buchen können. Auf den Google-Servern laufen etwa Snapchat, Khan Academy oder die Games von Rovio.

Wenn Hölzles Vorhersagen stimmen, dann wäre die Cloud für Google ein riesiges Geschäft. 2014 hat der Internetkonzern etwa 66 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht, etwa 90 Prozent davon stammen aus dem Werbegeschäft (v.a. AdWords-Anzeigen in den Suchergebnissen). 2015 wird es noch mehr Geld sein, dass Google mit digitaler Werbung verdient, doch ob dieser Trend anhalten wird, ist ungewiss. Auf mobilen Geräten, wo bereits mehr als 50 Prozent der Suchanfragen stattfinden, verdient der Internetkonzern aus Mountain View nicht so viel wie auf Desktop-Computern, zudem erstarken Konkurrenten, allen voran Facebook, bei der mobilen Werbung und machen Google die Werbebudgets streitig. Das hat bereits einen kleinen Switch in der Strategie ausgelöst: Schon heute bietet Google, das hauptverantwortlich fürs Gratis-Internet ist, bereits zahlreiche Dienste an, die dem Nutzer etwas kosten – etwa YouTube Red, Google Play Music oder Google Drive.

Im Cloud-Geschäft steckt für Google, das dort überraschenderweise eine eher kleine Nummer ist, viel Wachstum. Der Synergy Research Group zufolge waren die Amazon Web Services (AWS) im 2. Quartal 2015 mit 29 Prozent mit Abstand Marktführer, gefolgt von Microsoft (12 Prozent), IBM (7 Prozent) und Google (6 Prozent). Vor allem der Google-Rivale Amazon ist eine Macht, auf Basis seiner AWS laufen unzählige Internet-Dienste wie Spotify, Netflix, Slack, Airbnb, Foursquare, Shazam, Soundcloud oder Yelp. Kein Wunder, liefern sich Amazon und Google doch ständig einen Preiskampf, um mehr Businesskunden auf ihre Server zu holen.

Dass Google sich in den nächsten Jahren nicht aufs Werbegeschäft verlassen will, zeigt auch die Gründung der übergeordneten Holding Alphabet im Sommer. Seit Mitte August ist Google (und seinerseits die Tochter YouTube) “nur” mehr eine Tochter von Alphabet – allerdings eine, die mit ihren Werbe-Dollars bis auf weiteres das Kronjuwel in der Alphabet-Sammlung bleiben wird. Daneben allerdings versuchen Larry Page und Sergey Brin Geschäftsmodelle abseits der Online-Werbung aufzubauen – etwa Smart-Home-Geräte mit Nest, Medizinprodukte in den Life Sciences, selbstfahrende Autos oder Internetangebote mit Fiber. Gilt Google heute vor allem als Werberiese, könnten die Cloud-Dienste und die neuen Produkte aus der Alphabet-Holding ein ganz anderes Bild des Konzerns zeichnen. Eines wird aber wohl immer gleich bleiben: die Datensammelei.


Image (adapted) “cloud-computing (1)” by George Thomas (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

Neue Visionen braucht das Land

Kohlekraftwerk (adapted) (Image by 526663 [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Deutschland ist stolz auf seine Ingenieure. Aber schon jetzt schrumpft deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Nicht mehr die Hardware sorgt für Reichtum, sondern visionäre Ideen. 

 Jetzt werden wieder von den liebwertesten Industrie-Gichtlingen die üblichen Gegenargumente zu meinen kritischen Industriethesen gepostet, die ich beim Webmontag in Frankfurt vorgetragen habe: „Vom gegenseitigen Haareschneiden können wir nicht leben“ (kann man auch abwandeln mit Pizza-Lieferservice oder Maniküre oder, oder, oder). Gleich danach folgen: „Wir sind ein Land des Maschinenbaus und des Ingenieurwesens“ sowie „Deutschland ist doch eine Exportnation“. Noch einmal: Wie viele Arbeitsplätze stellt denn der Maschinenbau in Deutschland? Wie hoch ist der Wertschöpfungsanteil der industriellen Produktion, der das Label „Made in Germany“ wirklich verdient?

Das Verhältnis zwischen in den Exporten enthaltener inländischer Bruttowertschöpfung und importierten Vorleistungen hat sich stark zugunsten des Auslandes verschoben. Die Fertigungstiefe in Deutschland hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Bei uns findet die Forschung, Veredelung und Endmontage statt. Kein Service-Experte würde von einer Ökonomie ohne Produktion und Produkte träumen. So ist das „Industrieprodukt“ iPhone sicherlich der Ausgangspunkt für den Erfolg der Dienste. Aber von welcher Wertschöpfung profitiert denn die amerikanische Volkswirtschaft? Die iPhone-Produktion findet in Asien statt und steht am Ende der Forschung und Entwicklung des Cupertino-Konzerns. Apple ist ein Paradebeispiel für die Relevanz von Design, Marketing, Software und intelligenten Anwendungsprogrammen. All das treibt den Wert von Apple und nicht der reine Akt der Industrieproduktion.

Stark bei neuen Technologien sein

Meine Maschine, mein Produkt, mein geniales Ingenieurwissen, meine Erfindungen und meine Patente“ als Geisteshaltung der stolzen Industrienation reichen nicht aus, um Markterfolge zu erzielen.

Der Netzökonom Holger Schmidt stellte dem Internetexperten Andrew McAfee zu diesem Themenkomplex eine interessante Frage: „Die USA haben die besten Internetunternehmen, Deutschland hat die beste Industrie. Wer wird das ,industrielle Internet‘ gewinnen?“ Die Antwort des MIT-Forschers: „Wenn man sich die Geschichte der großen technologischen Umwälzungen anschaut, haben sich meist die Unternehmen durchgesetzt, die besonders stark in der neuen Technologie waren – und nicht die Unternehmen, die in der vorherigen Technik führend waren.

Missionen ohne Pläne

So manchem Firmenlenker in Deutschland sei das klar. Selbstzufriedenheit wäre nach Ansicht von McAfee in der aktuellen Situation ganz gefährlich. Der deutsche Google-Forscher Sebastian Thrun vermisst in seinem Heimatland den Optimismus der Silicon-Valley-Szene. Er glaubt nicht an Pläne und Vorhersagen, wie sich etwas zu entwickeln hat. „Ich glaube an ambitionierte Ziele, an Missionen“, sagt Thrun gegenüber dem „Spiegel“.

Visionärer sollten deutsche Firmen bei der Entwicklung von Eco-Systemen sein mit einer smarten Kombination von Produkten, Anwendungen und Services: „Wachsender Dienstleistungsanteil heißt ja auch, dass mehr Dienstleistung ‚in‘ den Produkten steckt. Das eben auch ‚das Harte‘ nur verkauft werden kann, weil immer mehr ‚Weiches‘ drin ist. Das ist das Prinzip der Co-Adaption“, bemerkt Wirtschaftsprofessor Lutz Becker.

Beide Welten müsse man als Ganzes sehen und geschickt so rekombinieren (Schumpeter), dass wir auf eine neue Ebene (Spiel-Level) der Rationalisierung gelangen.

Rationalisierung ist mehr als Kostensenkung

Rationalisierung verstehe ich nicht als Kostensenkung, sondern im ureigensten und aufgeklärten Sinne von ‚Ratio‘. Rationalisieren, kann also auch heißen: schneller, besser , schöner, gesünder“, so Becker. Wie man die weiche und harte Welt verbinden kann, zeigt das Projekt Visio.M der TU München, bei dem das Auto als Internet-Hardware konzipiert wird.

Ähnlich wie bei einem Smartphone ist die IT-Architektur in zwei Schichten gegliedert: In der einen Schicht laufen alle fahr- und sicherheitsrelevanten Funktionen, in der anderen befinden sich alle Komfortfunktionen sowie die Kommunikation des Systems mit dem Fahrer und dem Internet.

Alle Komponenten müssen sich an die Grammatik des Automotive Service Bus halten, mehr ist nicht erforderlich. Wie Apps auf einem Smartphone können Komponenten aktualisiert, hinzugefügt oder gelöscht werden, ohne dass ein Werkstattbesuch nötig wäre“, sagt Michael Schermann, Leiter des Automotive Service Labors am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München. Ein cooles und innovatives Projekt. Jetzt fehlt noch die entsprechende Apple-Inszenierung, damit in Deutschland mehr über den Nutzen von neuen Technologien diskutiert wird.

Zuerst erschienen auf  The European.


Image (adapted) „Kohlekraftwerk“ by 526663 (CC0 Public Domain)

Weiterlesen »

Quo vadis, Super Mario? Der Fall Nintendo.

5 Great Non-Game Reasons Why The Wii U is Worth Your Money (adapted) (Image by BagoGames [CC BY 2.0] via Flickr)

Nintendo – dieser Name repräsentiert seit Generationen familienfreundliche Videospielkultur in Reinform. Doch wie konnte der einstige Innovator der Branche zum Sorgenkind werden? Der Schock war groß als Nintendo Anfang Juni 2014 verkündete, seine Firmenzentrale im fränkischen Großostheim schließen zu wollen. Seit mehr als zwanzig Jahren leitet der japanische Videospiel-Gigant von diesem Standort sein Europa-Geschäft. Doch nun werden voraussichtlich 130 Mitarbeiter demnächst ihren Job verlieren. Der Betriebsrat ist bereits involviert und es soll ein Sozialplan erstellt und eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Ein nicht näher spezifizierter Teil der Büros soll nach Frankfurt verlagert werden. Erleben wir hier den langsamen Rückzug eines schwankenden Unternehmens aus Europa?

Nintendo of Europe hat einen Konsultationsprozess bezüglich mehrerer Änderungen seiner Organisationsstruktur begonnen. Langfristiges Ziel dieser Änderungen ist, dass sie dem Unternehmen ermöglichen sollen, sich besser an einen sich sehr schnell wandelnden Markt anzupassen. Zu diesen Änderungen zählen die Zusammenlegung der beiden Standorte Frankfurt am Main und Großostheim – Frankfurt würde dann die neue Europazentrale des Unternehmens werden -, die Schließung des Lagers und des Bürostandortes Großostheim, sowie das Outsourcing und die Neuorganisation weiterer Funktionsbereiche. Die Entscheidung, diese Änderungsmaßnahmen in den Konsultationsprozess zu geben, wurde nicht leichtfertig getroffen. Vielmehr liegen ihr umfassende Analysen und gewissenhafte Abwägungen zu Grunde. Leider hätten diese Maßnahmen für einige der Mitarbeiter in Großostheim direkte Konsequenzen, da rund 130 festangestellte Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Um die Umsetzung der Maßnahmen sozialverträglich gestalten zu können, werden sich die Unternehmensleitung und der Betriebsrat eng abstimmen. Wichtigstes Ziel der Verhandlungen ist, bei den betroffenen Mitarbeitern so schnell wie möglich für Klarheit zu sorgen und ihnen größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.

– so lautet die offizielle Stellungnahme Nintendos gegenüber dem Nachrichtendienst primavera24.de.

Das auch noch 190 Leiharbeiter-Kräfte am Standort Frankfurt ab September ihre Arbeitsplätze räumen müssen, ist seitens Nintendo scheinbar nicht so erwähnenswert. Das sich Unternehmen gesund schrumpfen und Prozesse optimieren müssen, um auf dem sich stetig wandelnden Markt überleben zu können, ist nichts Neues. Das dies oft viele Jobs kostet ist bedauerlich, aber leider auch nicht immer vermeidbar.

Mit Ideen und Spielspaß an die Spitze

Eigentlich könnte die Geschichte Nintendos eine märchenhafte Erfolgsstory sein. Nachdem das Unternehmen in den  1970er Jahren aus unternehmerischer Not heraus in die Entwicklung von bis dato wenig beachteten Videospielen investiert hat, ging es plötzlich steil bergauf. Mit einem Videospiel namens „Donkey Kong“ kam dann der weltweite Durchbruch. Praktisch über Nacht wurde der ehemalige Spielkartenhersteller und Stundenhotel-Betreiber zur Nummer 1 unter den Videospielherstellern und sein Programmierer Shigeru Myamoto zum Superstar unter den Spielentwicklern. Gleiches gilt für die Spielfigur, die in „Donkey Kong“ ihren ersten Auftritt hatte. Ein kleiner, gutgelaunter italienischer Klempner mit Schnauzbart und roter Latzhose, den heute die ganze Welt als Super Mario kennt. Vor allem Myamotos Kreativität und seiner Suche nach Spielfreude hat Nintendo den größten Teil des Erfolges zu verdanken. Nintendo-Spiele zeichnen sich durch ihr ganz spezielles Spielgefühl und perfektes Game-Design aus, welches kaum ein anderer Hersteller einzufangen vermag.Somit  wurde der Name Nintendo zu einer eigenen Brand und einem Gütesiegel für Eltern, die ihren Kindern ein pädagogisch wertvolles und unbedenkliches Spiel schenken wollen. Nintendo ist bis heute DAS Synonym für familienfreundliche Unterhaltung.

Mit der ersten Heimkonsole namens NES (Nintendo Entertainment System) begann der Siegeszug um die Welt. Noch größeres Aufsehen sorge 1989 ein tragbares Videospielsystem mit der seltsamen Bezeichnung „Gameboy“. Ein hässlicher grauer Klotz mit einem witzigen schwarz-grünen Bildschirm eroberte binnen kürzester Zeit sämtliche Kinderzimmer des Planeten. Und auch viele Eltern konnten sich dem süchtig machenden Reiz einen Tetris nicht entziehen. Und als dann auch noch das Pokémon Spielprinzip auf dem Gameboy das Licht der Welt erblickte, wurde der Handheld zum bekanntesten Spielzeug des Jahrzehnts. Millionen Konsolen und noch mehr Spielemodule wanderten über die Ladentheken. Angetrieben vom Erfolg folgten weitere Konsolen, wie etwa das Super Nintendo oder der farbige Gameboy Advance. Vor allem diese beiden konnten an die großen Erfolge Ihrer Vorgänger anschließen. Einigen Erfindungen war leider etwas weniger Glück beschert.

Der Virtual Boy – die erste wirkliche 3D-Heimkonsole der Welt – war zwar von der Grundidee spannend, aber die Ausführung mehr als dürftig. Man stelle sich ein wackeliges Periskop vor, welches man auf dem Tisch platzieren muss, um in verkrümmter Sitzhaltung Schildkrötenpanzer in den virtuellen Raum zu schießen. Kein Wunder, dass der Virtual Boy schnell in der Versenkung verschwand und heute nur noch als kurioses Sammlerstück bei Videospiel-Fans zu finden ist.

Eines kann man Nintendo jedenfalls nicht vorwerfen: mangelnder Innovationsmut. Auch die folgenden Projekte verkauften sich eher schleppend, trotz überlegener Technik und tollen Ideen. Mit dem Nintendo 64 brachte Nintendo 1995 eine Heimkonsole mit leistungsstarker 3D-Grafik auf dem Markt und revolutionierte damit die Spielebranche. Vorbei war die Zeit von 2D-Sidescrollern und Pixelgrafik. Polygone waren nun das Maß aller Dinge. Mit dem Nintendo 64 wurden erstmals auch analoge Gamepads und die Rumble-Funktion eingeführt, welche mit Freude von den Wettbewerbern kopiert wurden und heute einfach nicht mehr wegzudenken sind. Trotzdem gelang es Nintendo nicht, den Kampf gegen den damaligen Wettbewerben zu gewinnen. Während die Sony Playstation auf kostengünstige CDs setzte, musste das Nintendo 64 noch immer mit teuren Modulen gefüttert werden. Nintendos Lizenzgenbahren bei der Modulherstellung war derart überzogen, dass sich viele Entwickler von Nintendo abwandten und sich lieber von den neuen Wettbewerber Sony hofieren ließen. Nintendo stand damit mit dem Rücken zur Wand und konnte von da an Hardware nur über Eigenproduktionen verkaufen. Ein Fluch, der bis heute anhält.

Auch der Nachfolger Gamecube, eine quadratische Konsole, die technisch sogar der dominierenden Playstation 2 überlegen war, konnte keinen Boden gut machen. Wieder setzte Nintendo auf einen eigenen Datenträger und wieder gelang es nicht, die Dritthersteller ausreichend zu unterstützen und an sich zu binden. Auch diese Konsole floppte und viele sahen schon das Ende von Nintendo gekommen. Und beinahe wäre es auch geschehen, wäre da nicht die Idee mit der Fuchtelfernbedienung.

Wenn die Omi mit dem Enkel vor dem Fernseher kegeln geht

Nintendo war unter Erfolgsdruck. Auf der E3 (Electronic Entertainment Expo in Los Angeles) präsentierte Nintendo 2005 seinen neuesten Geniestreich. Das Publikum war irritiert. Eine Fernbedienung mit der man durch die Luft fuchtelt, um seine Spielfigur zu bewegen? Und SD-Grafik auf Gamecube-Niveau? Kann das Nintendos Ernst sein? Während Sony und Microsoft zur gleichen Zeit auf volle Hardwarepower, wunderschöne HD-Grafik, mehr Prozessorleistung und BluRay Laufwerke setzten, brachte Nintendo seinen „Billigheimer“ Wii auf den Markt. Der Rest ist Geschichte. Von den Verkaufszahlen hat die Wii seine Konkurrenten der letzten Generation regelrecht abgehängt. Damit hätte kaum einer gerechnet. Obwohl viele Spiele richtig unschön und matschig aussehen, konnte Nintendo beweisen, dass Spielspaß wichtiger ist als Optik.

Die Wii war die erste Heimkonsole für die ganze Familie. Durch die eingängige Steuerung und die intuitiven Spielprinzipien wurden erstmals drei Generationen vor dem Bildschirm vereint. Von Hardcore-Gamern als Casual-Maschine verpönt, aber von Mutti, Vati und Kind geliebt. Ein genialer Schachzug, da sich zudem die potentielle Käuferschicht enorm potenziert hat. Jedenfalls verkaufte sich die Wii wie von selbst. Und das schon totgesagte Unternehmen Nintendo stieg wie Phönix aus der Asche auf – und das mit einer extrem kostengünstig zu produzierenden Hardware-Basis mit SD-Auflösung. Beachtlich.

Einen ähnlichen Erfolg war Nintendo im selben Zeitraum auch mit dem neuen Nintendo DS vergönnt. Auch hier ein völlig innovatives Konzept. Bescheidene Hardware, ausklappbar, zwei Bildschirme und Touchsteuerung. Und es schlug ein wie eine Bombe! Der Nintendo DS und seine Ableger wurden zur erfolgreichsten Konsole aller Zeiten und selbst heute noch wandert dieses kuriose Stück Technik über die Ladentheke. Als 2010 die Software-Verkäufe einbrachen und die Videospieler nach neuer Hardware lechzten, faste Nintendo den kühnen Plan, mit ihrer neuen Konsole noch vor der Konkurrenz auf dem Markt zu kommen. Die Maschine, mit das gelingen sollte, nannten die Herren aus Fernost Wii U. Aus finanzieller Sicht ein Verlustgeschäft und eine marketingtechnische Katastrophe.

Am Markt vorbei

Glückliche Zufälle lassen sich nur schwer wiederholen. Nintendo hoffte offensichtlich, mit dem neuen Konzept an den Erfolg der Wii anknüpfen zu können. Doch der Plan ging komplett nach hinten los. Als die neue Konsole, die den verwirrenden Namen Wii U trägt, 2011 erstmals präsentiert wurde, konnte man regelrecht die Fragezeichen über den Köpfen der Journalisten sehen. Ein Gamepad mit eingebauten Bildschirm sollte die Nachfolge der Wii antreten? Oder ist das etwa ein neuer Handheld? Aber warum steht neben dem TV-Schirm eine Konsole, die nahezu identisch mit der Wii ist? Fragen über Fragen und Nintendo ließ die Weltöffentlichkeit verwirrt zurück. Ob vor der Entwicklung der Wii U Marktforschung betrieben wurde ist mehr als fraglich.

Nintendo hat in der Folge so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Die Hardware ist schwachbrüstig und war selbst zum Erscheinen Ende 2012 nicht auf Augenhöhe mit der letzten Konsolengeneration von Playstation 3 und Xbox 360. Auch die Verarbeitung und die verwendeten Komponenten sind eher zweitklassig und vermitteln eher den Eindruck eines chinesischen Kinderspielzeugs als einer NextGen-Konsole. Und das HD inzwischen zum Standard gehört, sollte auch Nintendo bekannt sein.

Punktete die Wii Steuerung mit intuitiver Steuerung, wurden Mami, Papi und Omi mit einem unhandlichen und schweren Gamepad samt unzähliger Knöpfe und einem Tochpad in der Mitte konfrontiert und abgeschreckt. Und wie der Spielfluss beim ständigen Blickwechseln zwischen TV und Touchdisplay aufrecht erhalten werden soll, ist ebenfalls fraglich. Ein Kaufargument wäre sicherlich das asymmetrische Gameplay gewesen, welches durch den zweiten Bildschirm möglich ist. Doch was nützt dies, wenn selbst der Herstellen keine entsprechende Software liefert, um mit einer gehörigen Portion Spielspaß die Käufer zu überzeugen? Auch wissen viele Menschen nicht, dass Wii und Wii U zwei unterschiedliche Produkte sind. Es gab keine Marketingaktionen oder große Werbekampagnen, um den Menschen das neue Stück Technik näher zu bringen.

Gut ein Jahr, also Weihnachten 2012, erschien die Wii U dann vor denn Wettbewerbern Playstation 4 und  Xbox One. Doch Nintendo hat es schlicht versäumt, diesen zeitlichen Vorsprung zu nutzen. So hatten einige Kinder zwar eine neue Konsole unter dem Weihnachtsbaum, aber es gab kaum passenden Spiele. Und echte Granaten schon recht nicht. Bis heute warten Nintendo Fans auf Fortsetzungen ihrer beliebten Serien. Spiele wie Zelda, Smash Bros., Star Fox oder Mario Kart müssen zum Launchzeitraum einfach verfügbar sein. Das sind die Serien, mit denen Nintendo seit je her Profit macht. Diese sträfliche Vernachlässigung der „Kernspielgruppe“ machte sich sofort in den schlechten Hardware-Verkäufen sichtbar.

Leider verabschiedeten sich damit auch die vollmundig angekündigten Dritthersteller mal wieder von Nintendo. Dabei sollte man meinen, dass Nintendo aus vergangenen Fehlern gelernt hat. Zumal man mit der Einführung des Nintendo 3DS (der offizielle Nachfolger des Nintendo DS) kurz zuvor die gleichen Fehler begangen hat, viele Erstkäufer vergraulte und versprach, daraus zu lernen. Doch geschehen ist nichts. Der 3DS konnte sich inzwischen erholen und verkauft sich auch recht passabel, doch mit der Wii U sieht es weiterhin sehr betrüblich aus. So einen Flop dürfte sich Nintendo eigentlich nicht mehr erlauben, zumal die Konkurrenz mit Playstation 4, Xbox One, PC und vor allem dem stetig wachsenden Mobile-Gaming-Markt hart wie nie zuvor ist. Nintendo braucht ein klares Konzept, wohin die Reise gehen soll.

Bei der letzten Investoren Konferenz deutete Firmenchef Satoru Iwata zwar an, mit angepasster Hardware, die neuen Märkte in Indien und vor allem China (das nach seiner Aufhebung des Videospielverbots enormes Wachstumspotenzial bietet), erschließen zu wollen. Doch kann man sich mit dem Verkauf von noch billigerer Hardware in Schwellenländer langfristig am Markt halten oder sogar eine Führungspostion einnehmen? Auch der Vertrieb von speziellen eLearning Programmen mit obligatorischen Mario-Auftritt für Schulen und Krankenhäuser mag zwar prinzipiell eine gute und auch moralische Geschäftsidee sein. Der ganz große Coup sieht aber anders aus. Man möchte Herrn Iwata fragen, wo nur der Innovationsmut vergangener Tage geblieben ist und der einstige Anspruch, den Spieler das bestmögliche Spielerlebnis bieten zu wollen.

Back to the future

Mit dem Lauch des Systemsellers „Mario Kart 8“ (bisher mehr als 2,8 Millionen mal verkauft) im Mai diesen Jahres konnte Nintendo endlich auch seine Wii U Verkäufe etwas ankurbeln. Die Verkaufszahlen kletterten auf 510.000 Einheiten im Zeitraum April bis Juni. Im vorherigen Quartal waren es noch 200.000 Stück weniger. Aber mit einem Spiel allein lässt sich bekanntlich auch noch kein „Konsolenkrieg“ gewinnen. Daher startet Nintendo im Herbst eine Spieleoffensive mit dem neuen Super Smash Bros., den Zelda Spin-Off  Hyrule Warriors und Bayonetta 2. Es ist fraglich ob es diesen wenigen Titeln gelingt, verlorenen Boden wieder gut zu machen.

Die offensichtlichen Fehler, die Nintendo mit der Einführung der Wii U gemacht hat, sind nur schwer wett zu machen. Nintendo steht daher im Moment am Scheideweg. Die erste Möglichkeit besteht darin, die vorhandene (und nicht sehr hochwertige) Hardware zum Kampfpreis in die Regale zu stellen und die Käufer mit einer gut gemachten Marketingkampagne von den Vorteilen der Wii U und des 3DS zu überzeugen. Außerdem verkaufen Spiele die Hardware. Nintendo muss unbedingt schneller und mehr Eigenproduktionen auf den Markt bringen und endlich wieder Mut zeigen, neue Spielideen zu entwickeln ohne dabei die gewohnte Nintendo-Qualität zu vernachlässigen. Und sollten die Hardware-Verkäufe wieder steigen, könnte man auch die enttäuschten Drittentwickler zurück an Bord holen. Und als letzter Punkt ist der Aufbau eines komfortablen und gepflegten Online-Netzwerks mehr als überfällig. Hier hängt Nintendo mit ihren komplizierten „Freundschaftscodes“ gefühlte 10 Jahre hinterher. Vor allem Microsoft zeigt mit Xbox-Live, wie einfach und bequem Online-Gaming anno 2014 sein kann.

Aber Nintendo könnte noch einen anderen, vielleicht gewagten, aber durchaus erfolgversprechenden Weg gehen: Es muss schnell eine neue und megapotente Hardware her! Die Gerüchteküche brodelt schon lange, dass Nintendo an einer neuen Konsole samt Handheld werkeln würde. Wie immer berichten unbekannte Quellen von einen Projekt namens „Nintendo Fusion“, welches laut ebenso fragwürdigen Leaks die Leistung eines topaktuellen Gaming-PC in eine Konsole quetschen soll. Ergänzt werden soll die Konsole mit einem Handheld, welches vor allem auf Streaming ausgelegt ist. Nintendo gibt unterdessen kein Kommentar zu diesen Gerüchten ab.

Der oft herbeigerufene Einstiegt in Mobile-Gaming-Markt ist nach der letzten Investorenkonferenz wohl vom Tisch. Sicherlich würden sich Super Mario, Metroid und Zelda auch auf Smartphones wie geschnitten Brot verkaufen, doch langfristig würde dies die wichtigsten Marken von Nintendo ruinieren. Ein Smartphone ist trotz starker Technik keine Plattform für Hardcore-Games mit echter Spieltiefe. Und die Firmenphilosophie von Nintendo lautete schon immer, Hardware auf Basis einer ungewöhnlichen Spielidee zu entwickeln.

Der eingeschlagene Weg könnte somit über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Auch wenn Nintendo über enorme Finanzreserven verfügt, um den ein oder anderen Flop wegzustecken, wird es schwer sein, verlorenes Vertrauen der Kundschaft zurückzugewinnen. Und mal ganz ehrlich: was wäre die Videospiel-Branche ohne Nintendo? Die Welt der Videospiele wäre um ein vielfaches ärmer ohne unsere geliebten Charaktere wie Mario, Luigi, Zelda, Kirby und dem Rest der „Nippon-Bande“. Mögen sie noch viele Jahre über unsere Bildschirme flimmern.


Image (adapted) „5 Great Non-Game Reasons Why The Wii U is Worth Your Money“ by BagoGames (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

IN EIGENER SACHE: Wolfgang Macht im Interview mit LEAD Digital

Der LEAD Digital-Redakteur Frank Zimmer hat unseren Herausgeber Wolfgang Macht einmal zu seinem frisch im Handel erschienen Buch „Wir ohne Grenzen“ interviewt, welches er mit Katrin Viertel zusammen produziert hat. Mit freundlicher Genehmigung LEAD Digitals, könnt Ihr, liebe Netzpiloten-Leser, nun einen Crosspost des Interviews auch hier lesen. Viel Spaß dabei.


Social-Media-Buch: Wolfgang Macht: „Digitale Mediennutzung gehört als Unterrichtsfach in die Schulen“

    Wir ohne GrenzenBrauchen wir gedruckte Social-Media-Anleitungen? Netzpiloten-Gründer Wolfgang Macht hat gemeinsam mit Katrin Viertel das Buch „Wir ohne Grenzen – Social Media in Firma und Familie“ geschrieben. LEAD Digital wollte wissen, warum.

    Alle reden über Social Media und du lässt ein Buch dazu drucken. Was hat so ein Digital-Thema im Buchregal verloren?

    Unser Netzpiloten-Report soll idealerweise gar nicht erst in die Bücheregale der Käufer wandern. Wir malen uns aus, dass er in den Büros und zu Hause viele Monate verführerisch herumliegt. Er soll Angestellte und Eltern dazu einladen immer wieder mal hineinzuschauen und sich ein paar Tipps, Hintergründe und Neuigkeiten im Umgang mit Social Media abzuholen: Wie lesen sich die Social Media Guidelines einer Firma wie Audible? Wie streng oder locker sollte ich sein, wenn meine Kinder stundenlang bei Facebook abhängen? Was ist ein Haul-Video? – Wir haben bewusst eine lockere Mischform aus Buch und Broschüre gestaltet mit der wir möglichst viele Social Media –Interessierte und Gelegenheitsnutzer ansprechen wollen. Denn in diesem Punkt sind wir tatsächlich altmodisch: Wir verstehen uns seit Mitte der 90er Jahre als leidenschaftliche Mittler zwischen den Welten.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

B2B-Alternativen zu twitter

twitter ist das Tool der Wahl, um sich mit Leuten zu verbinden, die man gerne kennen würde. Damit ergänzt es facebook für viele Leute. Außerdem ersetzt es für einige (schließe mich ausdrücklich ein) nahezu vollständig die Suchmaschine Google. Firmen haben aber oft einen anderen Bedarf an Status-Updates und das Teilen von guten Links. Für sie gibt es sinnvolle Alternativen. Vier haben wir rausgesucht…

Weiterlesen »

Weiterlesen »