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Huawei P smart 2019 – Günstige Alternative ab sofort erhältlich

Die P-Serie von Huawei erfreut sich großer Beliebtheit. Vor allem die Lite-Modelle zeigen sich als erschwingliche Alternativen zu den High End-Geräten. Mit dem Huawei P smart brachte der chinesische Hersteller letztes Jahr eine noch preiswertere Alternative auf den Markt. Das Huawei P smart 2019 setzt die Serie nun fort und richtet sich vor allem an junge Smartphone-Nutzer.

Flotte CPU

Vor allem die CPU des günstigen Smartphones kann sich sehen lassen. Im Huawei P smart 2019 ist ein Kirin 710 verbaut, der ebenfalls im deutlich teureren Mate 20 lite steckt. Das Huawei P smart 2019 ist somit das schnellste Smartphone seiner Preisklasse. Seine Kraft zieht der Kirin 710 aus einem 3.400 mAh-Akku. Damit sollte das Smartphone problemlos durch den Tag kommen.

Doppelt hält besser

Wie auch schon die letzten Lite-Modelle, verfügt das Huawei P smart 2019 ebenfalls über eine Dual-Hauptkamera mit 13 und 2 Megapixeln. Die KI-Funktionen unterstützen den Nutzer beim Schnappschuss. Sie erkennt 22 Motive und 500 Szenarien und stellt somit optimale Einstellungen für das Foto zur Verfügung. Für das ideale Selfie hat das Huawei P smart 2019 zudem eine 8 Megapixel-Frontkamera und einen Beauty-Modus, der unter anderem weichgezeichnete Porträts und Bokeh-Effekt ermöglicht.

Der 64 Gigabyte große Speicher bietet Platz für viele Fotos und lässt sich per micro-SD-Speicherkarten nochmal um bis zu 512 GB erweitern.

Ein Hingucker

Da sich das Smartphone vor allem an eine jüngere Zielgruppe hin entwickelt, legt Huawei auch Wert auf die Optik ihres smarten Neuzugangs. So bietet das Huawei P smart 2019 ein fast randloses Display mit einem Screen-to-Body-Ratio von 89 Prozent und einer Dewdrop-Notch an der Frontkamera. Das 6,21 Zoll große Display bietet Full-HD+ mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln.

Die mittlerweile fast schon für Huawei übliche biometrische Entsperrfunktion sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit. So könnt ihr das Smartphone einfach durch Gesichtserkennung oder über den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite entsperren.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei P smart 2019 ist ab sofort in den Farben Midnight Black und Aurora Blue zu einem UVP-Preis von 249 Euro in Deutschland erhältlich.

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Huawei Mate 20 lite: Mittelklasse-Smartphone mit KI-Kamera

Huawei Mate 20 lite

Nachdem Huawei das Mate 20 lite auf seiner Website versehentlich schon kurz gezeigt hatte, können sich Besucher der IFA18 in Berlin am Stand des chinesischen Herstellers nun selbst von den Fähigkeiten des Smartphones überzeugen. Zu den Besonderheiten des Mate 20 lite gehören – wie Gerüchte bereits vermuten ließen – zwei hochauflösende Dual-Kameras, ein Kirin 710 Octa-Core-Prozessor und ein FullView-Display bei einem Gewicht von nur 172 Gramm.

Während Experten das Flaggschiff Mate 20 mit Kirin 980-Pozessor bereits als ernstzunehmende Konkurrenz für iPhoneX und Galaxy Note 9 handeln, zeigt sich das lite Modell mit einem Kirin 710 Octa-Core-Prozessor etwas bescheidener. Aber keineswegs leistungsschwach: Vier der acht Prozessor-Kerne sind mit 2,2 Gigahertz getaktet; die anderen vier mit 1,7 Gigahertz. Als Speicher stehen vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte Festspeicher zur Verfügung. Mit einer externen microSDTM-Karte lässt sich die Speicherkapazität des Mate 20 lite zudem auf bis zu 256 Gigabyte erweitern.



Während das Mate 10 lite noch mit Android 7 und EMUI 5.1 kam, ist das Mate 20 lite nun mit Android 8.1 und Huaweis aktueller Interfaceversion EMUI 8.2 ausgestattet. Die neue Software soll eine um bis zu 60 Prozent gesteigerte Grafikleistung gegenüber der Vorgängerversion bieten. Davon könnten sich Nutzer des Mate 20 lite direkt am Bildschirm im 19,5:9-FullView-Format überzeugen. Das 6,3 Zoll große LCD-Display bietet entsprechend des Formates eine Ratio von 2340 mal 1080 Pixeln mit einer Auflösung von 409 Pixel/Inch.

Mate 20 lite: Dual-Kameras mit künstlicher Intelligenz

Zu den Highlights des Mate 20 lite zählen außerdem die beiden hochauflösenden Dual-Kameras auf Vorder- und Rückseite. Die Hauptkamera auf der Rückseite verfügt über ein Modul mit 20 Megapixeln, die ein Modul mit zwei Megapixeln unterstützt. Die Blende reicht hier bis zu F1.8. Die Frontkamera bietet einen Sensor mit 24 Megapixeln, ebenfalls ein zusätzliches Modul mit zwei Megapixeln und eine Blende von F2.0. Mit künstlicher Intelligenz versucht Huawei außerdem auch im Mate 20 lite dem Nutzer beim Fotografieren behilflich zu sein.

Zur Hardware gehören neben den Dual-Kameras aber auch eine ganze Reihe weiterer Sensoren. Etwa ein Fingerabdruck-Sensor und ein Sensor, der das Umgebungslicht misst. Damit passt sich nicht nur die Bildschirmhelligkeit automatisch an, sondern auch der Kamerasensor. Ein Bluetooth-Sensor sowie Sensoren für Näherung und Beschleunigung, ein Gyroskop, ein Kompass, und ein Magnetfeld-Sensor sind ebenfalls vorhanden.

Die Sprechzeit für den eingebauten Akku mit 3750 Mil­li­am­pere/Stunde gibt Huawei mit 23 Stunden an. Im Standby soll der Lithium-Polymer-Akku fast drei Wochen halten. An schnelles Laden hat Huawei mit dem 9V2A Quick Charger aber auch gedacht. Das Huawei Mate 20 lite soll ab Herbst im Fachhandel in den Farben schwarz, blau und gold erhältlich sein.


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Für Hand, Arm, Ohr: Samsung zeigt Galaxy Note 9, Galaxy Watch und Galaxy Home

Samsung Galaxy Note 9 S Pen

Mehr Speicherplatz, Akku und Rechenleistung – das bietet das neue Phablet-Flaggschiff von Samsung. Hingegen mit überragenden Neuerungen hält sich der Hersteller beim Galaxy Note 9 zurück. Im Wesentlichen handelt es sich damit um eine verbesserte Note-8-Neuauflage mit Anleihen beim Galaxy S9 und S9+. Damit präsentiert Samsung zwar zweifellos ein Spitzengerät, gönnt sich aber eine Verschnaufpause und lässt die Chance ungenutzt, den Wettbewerbern in der aktuellen Modellsaison mit Smartphone-Innovationen zuvorzukommen. Huawei und Apple stellen die Nachfolger von Mate 10 Pro und iPhone X voraussichtlich Ende August und Anfang September vor.

Die Highlights des Samsung Galaxy Note 9

Mit 4.000 mAh Akkukapazität liefert das Galaxy Note 9 exakt 700 mAh mehr als das Vorgängermodell. Das ist ein überdurchschnittlicher Wert, den allerdings auch bereits einige günstige Mittelklasse-Modelle bieten. Den Speicherplatz für Fotos, Videos und Apps hat Samsung beim Standard-Modell von 64 auf 128 GB verdoppelt und lässt bei Bedarf eine Erweiterung durch eine Micro-SD-Karte mit 512 GB zu. Praktisch – aber nichts, was andere Oberklasse-Geräte im Android-Lager in den Schatten stellt. Außer der Reihe fällt allerdings eine zweite Version, die mit 512 GB internem Speicher kommt. Wenn Nutzer dann eine Micro-SD-Karte ergänzen, können sie bis zu 1 Terabyte Speicherplatz nutzen. Das gab es bisher noch nicht.

Fans grafisch aufwendiger Spiele freuen sich über 8 GB statt 6 GB Arbeitsspeicher. Wenn das Note 9 am 24. August erscheint, halten Käufer als eine der ersten Gamer Zugriff auf die Beta-Version von Fortnite für Android, wie Epic Games und Samsung ankündigten. Wer gerne mit den Smartphone-Lautsprechern Filme schaut, wird virtuellen Surround-Sound nach dem Dolby-Atmos-Standard zu schätzen wissen.

Intelligente Kamera ohne KI

In der Kameraabteilung übernimmt das Note 9 die Dual-Kamera mit variabler Blende vom S9+. Dadurch können Nutzer zwischen den Einstellungen F/1.5 und F/2.4 wählen. Die höhere Lichtstärke durch die weiter geöffnete Blende von F/1.5 ist ein Gewinn. Jedoch an der Idee mehrerer Blendenwerte bei kleinen Smartphone-Sensoren konnten wir schon beim S9+ keinen Vorteil erkennen.

Außerdem integriert Samsung eine intelligente Motivautomatik, die Belichtung und Farbeinstellungen von Szenen automatisch optimiert. Im Gegensatz zu Huawei und LG verzichtet Samsung aber darauf, dies durch Software zu realisieren, die Verfahren der Künstlichen Intelligenz nutzt. Zur den neuen intelligenten Funktionen soll auch eine Fehlererkennung gehören. Dann benachrichtigt die Kamera-App den Nutzer, wenn das Bild verschwommen ist, wenn Personen geblinzelt haben, ein Fleck auf dem Objektiv ist oder die Hintergrundbeleuchtung die Bildqualität beeinträchtigt.

Ferner haben auch die 3D-Emoticons namens AR-Emojis sowie Videos in Superzeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde ihren Weg vom S9 und S9+ in das Note 9 gefunden.

S Pen als Bluetooth-Fernbedienung

Zu guter Letzt hat Samsung auch am Funktionsumfang des Digitalstifts S Pen gefeilt. Dieser ist schließlich das Aushängeschild der Note-Serie. Anders als bisher verfügt er jetzt über Bluetooth Low Energy, sodass er aus bis zu zehn Metern das Note 9 kontaktieren kann. Anhand dieser Fernbedienung können Nutzer die Kamera auslösen, Zuschauer durch Präsentationen führen oder Musiktitel auswählen. Aufgeladen wird der Digitalstift in dem Fach des Note-9-Gehäuses. Eine Minute Ladezeit soll für 30 Minuten Betriebszeit reichen.

S Pen Samsung Galaxy Note 9
Der S Pen unterstützt jetzt Bluetooth und dient als Smartphone-Fernbedienung. Image by Samsung

Unabhängig davon bleibt der S Pen angesichts von 4.096 Druckstufen ein sehr feinfühliger Digitalstift fürs Zeichnen und Notizen aufschreiben.

Bewährte Display- und Leistungsdaten

Die weitere technische Ausstattung lässt Samsung praktisch unberührt, verbaut damit aber immer noch mit das Feinste, was der Smartphone-Markt zu bieten hat. Dazu zählen ein sehr großes Super-AMOLED-Display mit 6,4 Zoll (16,2 cm) Diagonale und einem schlanken Seitenverhältnis von 18,5:9. Mit einer Auflösung von 2.950 x 1.440 Pixeln und einer Pixeldichte von 516 ppi zählt der Bildschirm zu den schärfsten Vertretern seiner Art.

Das Display ist fast rahmenlos und bedeckt daher nahezu komplett die Vorderseite des Gehäuses aus Glas und Aluminium. Die Maße des Gehäuses und das Gewicht von rund 200 Gramm entsprechen dem Niveau des Note 8. Ein standesgemäßer Fingerabdruckscanner befindet sich auf der Gehäuserückseite. Raumklang-fähige Stereo-Lautsprecher der Tochtermarke AKG sorgen für den passenden Sound zu Videos und Spielen.

Unter der Haube rechnet weiterhin ein Prozessor aus eigener Entwicklung vom Typ Exynos 9810. Dessen acht Kerne takten mit bis zu 2,7 Ghz.  Software-seitig setzt Samsung nach wie vor auf die Kombination aus Android in der Version 8.1 und der hauseigenen Oberfläche namens Samsung Experience in der Version 9.5. Standesgemäß wäre in dieser Preisklasse aber das aktuellste Android 9 Pie.

Neben den Basisfunktionen bietet die Samsung-Software im Galaxy Note 9 auch diverse Komfortmerkmale. Dazu gehört der Assistent Bixby Vision, der nicht mehr nur beim Shoppen hilft, sondern auch Dokumente mithilfe von Adobe Scan leichter digitalisieren kann.

Im Gegensatz zu immer mehr Wettbewerbern bietet die Note-Reihe auch bei diesem Modell einen Klinkenanschluss für Kopfhörer. Zudem können Nutzer das Galaxy Note 9 an einen DeX-Adapter und einen Monitor anschließen und es als Computerersatz verwenden. Anstelle der herkömmlichen beiden DeX-Stationen genügt nun ein HDMI-Kabel, das Samsung vorgestellt hat.

DeX Galaxy Note 9 Kabel
Um das Samsung Galaxy Note 9 als Computerersatz zu nutzen, genügt jetzt ein DeX-Kabel statt einer DeX-Station. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Das Samsung Galaxy Note 9 erscheint am 24. August in Deutschland. Zwei Farbvarianten stehen dann zur Auswahl: Ocean Blue und Midnight Black. Die Version mit 128 GB kostet 999 Euro, die mit 512 GB internem Speicher kostet 1.249 Euro. Bereits jetzt ist das neue Gerät vorbestellbar. Vorbesteller, die ihr Altgerät in Zahlung geben, erhalten neben dem Verkaufspreis zusätzlich 100 Euro Rabatt oben drauf.

Samsung Galaxy Watch: Computeruhr mit 7-Tage-Akku

Neben dem Galaxy Note 9 hat Samsung auch eine Nachfolgemodell der Gear Sport angekündigt. Allerdings läuft die Computeruhr nicht mehr unter der Produktmarke Gear, sondern übernimmt die Bezeichnung der Smartphone-Serie. Daher heißt sie schlicht Samsung Galaxy Watch.

Wie bei einer Variante der Apple Watch 3 oder der Huawei Watch 2 bietet eine von beiden neuen Galaxy-Watch-Versionen einer eSIM-Karte Platz. Dank LTE-Modul ist sie daher auch ohne Smartphone mobil erreichbar und kann Musik streamen. Dazu können Nutzer Bluetooth-Kopfhörer wie die Gear IconX direkt mit der Uhr verbinden.

Anders als viele hochgerüstete Computeruhren will Samsung die Galaxy Watch mit einem langem Atem ausgestattet haben. Bis zu sieben Tage soll der Akku der Variante mit 46 Millimeter Durchmesser durchhalten. Darin befindet sich ein Akku mit 470 mAh Kapazität. Die kleinere 42-Millimeter-Variante mit 270 mAh großem Akku kommt aber auf eine geringere Laufzeit. In beiden Fällen versorgt eine induktive Ladestation die Akkuzelle mit neuer Energie.

Samsung Galaxy Watch
Die Samsung Galaxy Watch erscheint in zwei Größen und drei Farben. Image by Samsung

Wie die Samsung Smartwatches Gear 2, 3 und Sport verfügt die Galaxy Watch über ein rundes Ziffernblatt mit drehbaren Bedienring – Lünette genannt. Das Gehäuse besteht aus Stahl und ist gegen Wasser, Staub und Sand abgedichtet (5 ATM / IP68). Standardmäßig liegt ein Armband aus Silikon in der Verpackung. Alternativ können Nutzer auch andere Armbandmaterialien wählen.

Fitnesstracker und SmartThings-Fernbedienung

Obwohl die Galaxy Watch wie eine Uhr aussieht, steckt in ihr ein ausgewachsener Fitnesstracker, der Trainings und Schlafphasen aufzeichnet sowie Strecken per GPS protokolliert. Beim Stressmanagement und der Ernährungsberatung soll die Uhr ebenfalls behilflich sein.

Die Smartwatch läuft mit Tizen OS 4.0 ist Teil des SmartThings-Ökosystem von Samsung und kann daher kompatible Fernseher, Staubsaugerroboter und Bluetooth-Lautsprecher steuern. Sie versteht sich nicht nur mit Samsung-Smartphones, sondern auch mit dem iPhone und Android-Geräten anderer Hersteller.

In den Farbvarianten Silver (46-Millimeter-Variante) sowie Rosé Gold und Midnight Black (42-Millimeter-Variante) soll die Samsung Galaxy Watch am 7. September 2018 im deutschen Handel erscheinen. Dei LTE-Variante kostet 399 Euro (46 mm) und 379 Euro (42 mm). Für die Version ohne LTE, die stattdessen nur via Bluetooth funkt, werden jeweils 70 Euro weniger fällig. Wer die Uhr vom 9. bis zum 30. August 2018 im Samsung-Shop vorbestellt, erhält eine induktive Ladestation namens Wireless Charger Duo gratis dazu.

Samsungs smarter Lautsprecher heißt Galaxy Home

Smarte Lautsprecher wie Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod liegen im Trend. Alle leben davon, dass sie sich per Sprache steuern lassen. Samsung hat mit Bixby ebenfalls einen digitalen Assistenten im Programm, hat sich im Geschäft mit Smart-Speakern aber bisher zurückgehalten. Bei der Vorstellung des Note 9 gab Samsung nun einen Ausblick auf entsprechende Pläne. Demnach arbeitet das Unternehmen an einem Lautsprecher namens Galaxy Home. Acht Fernfeldmikrofone werden Sprachbefehle entgegen nehmen, sodass Nutzer ihr Smart Home damit steuern können. „Hey Bixby“ lautet die Aktivierungsphrase. Samsungs Smart-Home-Ökosystem SmartThings wird im Vordergrund stehen. Dazu gehören zum Beispiel der smarte Kühlschrank Family Hub.

Natürlich wird der Lautsprecher auch Audio-Streaming unterstützen, wobei Spotify als Hauptpartner feststeht. Ähnlich wie Apple beim HomePod will Samsung sowohl auf guten Sound als auch smarte Eigenschaften achten. Für eine hohe Klangqualität soll die Expertise der Tochtermarke AKG sorgen, die an den acht internen Lautsprechern im Gehäuse feilt. Dabei strahlt das Audio-System den Klang auf Wunsch in eine Richtung oder im 360-Grad-Modus ab. Einen Rundumklang hat Samsung bereits bei WLAN-Lautsprechern aus dem eigenen Sortiment eingebaut.

Samsung Galaxy Home
Samsung Galaxy Home heißt der smarte Lautsprecher mit Bixby, auf den das Unternehmen einen kleinen Ausblick gab, inklusive einen Blick auf einen Prototyp. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Leistungsdaten, einen Preis oder einen Erscheinungstermin zum Galaxy Home nannte Samsung nicht. Weitere Details will das Unternehmen bald bekannt geben, namentlich auf der Samsung Developer Conference im November 2018. Hoffentlich aber auch schon früher, zum Beispiel auf der IFA 2018. Laut handy.de könnte das Audio-System um die 300 Euro kosten.

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Images by Samsung; Berti Kolbow-Lehradt

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HTC U12 Plus im Test: Mit der Zweiten sieht man besser

HTC U12 Plus

Aktuelle Smartphones mausern sich immer öfter zur Kompaktkamera. Die Hersteller spendieren dabei nicht nur lichtstarke Objektive, sondern auch Zweitlinsen. Nach Jahren des Testens und Ausprobierens wagt auch HTC endlich den Schritt zur Dual-Kamera. Im neuen Flaggschiff HTC U12 Plus kommen dabei gleich zwei Exemplare zum Einsatz. Ob und in welchen Disziplinen das High-End-Telefon noch überzeugt, habe ich in einem ausführlichen Alltagstest herausfinden dürfen.

Überall glänzt und schimmert es

Bereits äußerlich gibt es eine Menge „Bling Bling“ beim neuen Flaggschiff der Taiwaner. Der Hersteller bleibt sich treu und setzt das Liquid-Design aus dem U11 konsequent fort. So besteht die Rückseite weiterhin aus Glas. Ohne Hülle machen sich schnell unschöne Fingerabdrücke bemerkbar.

Doch nicht nur das: Das Hochglanzgehäuse ist sehr glatt und sorgt für ein unsicheres Haltegefühl. Und das sogar bei größeren Händen. Dafür sorgen nicht nur die beachtlichen Ausmaße von 157 x 74 Millimetern, sondern auch das Gewicht von 188 Gramm. Auch von glatten Untergründen rutscht das Telefon schnell, unschöne Kratzer sind die Folge. Sollte das HTC U12 Plus doch einmal aus den Händen gleiten, ist es zumindest nach IP68 staub- und wasserdicht.

Edge Sense 2 funktioniert einwandfrei

Möglich wird die Witterungsbeständigkeit durch wenige kabelgebundene Schnittstellen sowie die neuartigen Power- und Lautstärke-Tasten, die genau genommen gar keine sind. HTC hat es nämlich geschafft die physischen Buttons zu beseitigen und stattdessen die berührungsempfindliche Edge-Sense-Technologie zu integrieren. Ein Fingertipp reicht, um das Gerät aus dem Standby zu erwecken oder die Lautstärke zu kontrollieren. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ging die Steuerung flott und ohne Probleme von den Fingern. Beim verkaufsfertigen Gerät hat HTC also die Macken des Vorserienmodells überwinden können, die noch während des ersten Ausprobierens störten.

Die Rückseite des HTC U12 PLus besteht aus empfindlichem Glas. Image by Jonas Haller

Scharfes 18:9-Display mit HDR-Support

Beim Vorgänger U11 Plus hat der Hersteller erstmals ein langgezogenes 6-Zoll-Display mit QuadHD-Auflösung auf den Markt gebracht. Diese Entwicklung behält das Unternehmen bei und setzt nun auf eine aufgebohrte Version mit schmäleren Rahmen. Neben den detailreichen DCI-P3-Farbraum wird auch HDR 10 unterstützt – zum Verkaufsstart allerdings lediglich für YouTube.

Sowohl Blickwinkelstabilität als auch Helligkeit und Farbtreue sind auf einem hohen Niveau, kommen allerdings nicht an die Platzhirsche Samsung oder LG heran. Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung muss das Panel im HTC U12 Plus Federn lassen. Alles in allem ist das allerdings Meckern auf höchster Ebene, denn selbst Premium-Ansprüchen genügt das SLC-Display.

High-End-Komponenten unter der Haube

Wie von HTC bereits bekannt, steckt im Gehäuse die derzeit beste mobile Rechentechnik. So kommen der Acht-Kern-Prozessor Snapdragon 845 von Qualcomm und 6 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Beispielsweise in den branchenbekannten Benchmarktests AnTuTu und Geekbench erreichte das U12 Plus Bestwerte. Intern finden ausbaufähige 64 GB Platz, die im schnellen UFS 2.1 Standard gelesen und beschrieben werden können. Per microSDXC-Karte lässt sich der Speicher außerdem um bis zu 2 TB erweitern.

In der Praxis machte das Gerät eine sehr gute Figur. Selbst leistungshungrige Apps und Spiele öffneten sich fix, Ladezeiten wie etwa in Real Racing 3 hielten sich in Grenzen. Auch die bei Vorgängern auffällige Wärmeentwicklung hat der Hersteller ausgemerzt. So sollten Telefone laufen. Seinen Teil trägt die schlanke Software bei, die HTC verwendet.

Doppelt zweifaches Kamera-Erlebnis

In den letzten Modelljahren hat sich das taiwanische Elektronikunternehmen noch gegen den Trend der Dual-Kameras gewehrt. Beim neuen U12 Plus bringt HTC gleich zwei Exemplare zum Einsatz. Auf der Rückseite hat HTC eine 12 Megapixel auflösende Weitwinkelkamera sowie eine 16 Megapixel auflösende Telekamera platziert. Vor allem erstere entzückt Hobbyfotografen: Mit einer Blende von f/1.75 bei 25 mm Brennweite und 1,4 µm Pixelgröße gelingen hervorragend scharfe und lichtstarke Aufnahmen.

Die Hauptkamera kommt mit einer Weitwinkel- sowie Tele-Linse daher. Image by Jonas Haller

Das Partnermodul ermöglicht einen zweifachen Zoom, ist allerdings qualitativ abgeschlagen. Sie eignet sich besonders für künstlerische Fotos mit Tiefenschärfe, dem sogenannten Bokeh-Effekt. Selbstverständlich gibt es für Kameraprofis auch einen RAW-Modus bei dem die Schnappschüsse im Rohformat und damit besonders bearbeitungsfreundlich gespeichert werden. Im Test überzeugte die Kamera vor allem durch Schärfe sowie Detail- und Farbtreue. Sie macht eine Kompaktkameras mit Zweifach-Zoom obsolet. Auch im Benchmark DxO erreicht das HTC U12 Plus mit 103 Punkten einen Höchstwert.

Getan hat sich auch einiges in Sachen Videoqualität: Bewegtbilder landen erstmals in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde auf dem Festspeicher. Der optische Bildstabilisator sorgt für wackelfreie Aufnahmen. Außerdem lässt sich stufenlos bis zu vierfach zoomen. Zeitlupen liefert das HTC U12 Plus in FullHD mit 240 fps. Im Alltag bieten diese Optionen ganz neue Möglichkeiten zum Speichern von Momenten. Es lassen sich schon fast cineastische Clips aufnehmen.

Die beiden Frontkameras lösen mit 8 Megapixel auf und bieten eine gute Qualität. Image by Jonas Haller

Für Selfiefreunde bietet das Smartphone auf der Front eine Dual-Kamera, dessen Bildsensoren mit je 8 Megapixel auflösen und mit f/2.0 eine lichtstarke Blende bieten. Wie bei der Hauptkamera wird hier ebenfalls HDR Boost 2 unterstützt. Der Bokeh-Modus sorgt dabei für professionell anmutende Schnappschüsse. Ähnlich wie das Samsung Galaxy S9 kommt das HTC-Gerät mit AR-Sticker daher. So lassen sich beispielsweise witzige Fotos à la Snapchat aufzeichnen. Mit Kindern ganz amüsant, ich selbst könnte auf die Spielerei allerdings gern verzichten.

Test-Bilder mit dem HTC U12 Plus in der Übersicht

BoomSound-Lautsprecher mit qualitativer Luft nach oben

Für ein richtiges Multimedia-Gerät muss natürlich auch der Sound stimmen. Seit einigen Jahren setzt der taiwanische Hersteller deshalb auf seine BoomSound-Technologie. Sie ist auch im HTC U12 Plus verbaut. Die schmale Hörmuschel dient dabei als Hochtöner, der bodenseitige Speaker für die langwelligen Bassfrequenzen. Während die Komponenten in Sachen Lautstärke einen neuen Bestwert erreichen, zeigen sich in der Soundqualität Schwachstellen. Vermutlich der für die Displaygröße kompakten Bauweise geschuldet, bietet das Mobiltelefon nur Standardkost. Vorgänger gaben schon druckvollere Tiefen von sich. Unterwegs sollte man also lieber zu den mitgelieferten USonic In-Ear-Kopfhörer greifen, die eine ausgezeichnete Noise Cancellation bieten.

Auch in Sachen Akkuleistung hat das Testgerät Verbesserungspotential. Mit 3.500 mAh ist das Modul nominell gut bestückt, zeigt allerdings im Alltag Schwächen in der Laufzeit. Zwar versorgt der Energiespender das Telefon den kompletten Tag mit Strom. Jedoch ist tägliches Laden Pflicht. HTC selbst verspricht ein zeitnahes Update, der dem erhöhten Verbrauch ein Ende bereiten soll.

HTC-Features peppen Bedienung auf

Das HTC U12 Plus kommt mit dem Android-System in Version 8.0 daher. Die klar strukturierte Sense-Oberfläche ergänzt der Hersteller außerdem um einige Features, die die Bedienung spürbar komfortabler macht. Wie auch beim Vorgänger ist der Rahmen nämlich drucksensitiv und reagiert auf zusammenquetschen der Hand. Einfaches Drücken entsperrt das Telefon, doppeltes „Quetschen“ aktiviert die Kamera. Neu ist die sanfte Antipp-Funktion. Ist das Gerät entsperrt, lässt sich durch doppeltes Tippen mit dem Daumen der sogenannte Edge-Launcher aktivieren.

In der Praxis sind diese Funktionen allerdings zumindest anfangs gewöhnungsbedürftig. Zumal andere Personen etwa beim Zeigen von Schnappschüssen schnell ungewollte Aktionen ausführen. Auch für mich als Nutzer hat es einige Zeit gedauert bis ich etwa den Edge Launcher in den eigenen Workflow integriert habe. Ist das jedoch geschehen, lässt sich das U12 Plus auch unkompliziert mit einer Hand bedienen. Optional ermöglicht der Hersteller auch das Minimieren des Bildschirms.

Der Edge Launcher ermöglicht die Steuerung mit einer Hand. Image by Jonas Haller

Fazit: HTC U12 Plus ist eine grandiose Kamera mit Smartphone-Funktionen

Seit dem Neustart mit der One-Serie legt HTC besonderen Wert auf die Kamera. Und auch im U12 Plus ist sie das ultimative Feature. Die beiden Dual-Linsen sorgen dabei für hochwertige Aufnahmen. Man könnte meinen, man hielte sogar eine vollwertige Kamera in den Händen. Tut man aber nicht, sondern nutzt zudem ein leistungsstarkes Smartphone mit den besten Hardware-Komponenten, die der Markt derzeit bietet. Kritik muss sich der taiwanische Hersteller lediglich in Sachen Lautsprecher und Akku gefallen lassen. Die BoomSound-Speaker hinken qualitativ den Vorgängermodellen hinterher und der Akku schwächelt allzu schnell. Für die unverbindliche Preisempfehlung von 799 Euro bietet HTC allerdings ein faires und stimmiges Gesamtpaket mit der Crème de la Crème der Smartphone-Technik.

Das HTC-Flaggschiff bei Amazon (Provisions-Link)


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HTC U12+ ausprobiert: Foto-Champion mit doppelten Dual-Kameras

HTC U12+ alle Farbviaranten

In der Weltmeisterschaft um die Smartphone-Spitze schickt HTC in dieser Saison ein 6 Zoll großes Top-Modell mit raffinierter Fototechnik und der Erlaubnis zum subtilen Handspiel ins Rennen. Im Wesentlichen handelt es sich beim HTC U12+ um eine verbesserte Neuauflage des Vorjahrschampions HTC U11+ (zum Test). Die Neuauflage soll mit jeweils einer leistungsstarken Dual-Kamera auf der Vorder- und Rückseite punkten. Dabei verfügt das Gerät als erstes HTC-Modell überhaupt über eine Kamera mit einem optischen Zweifach-Zoom. Auf KI-gestützte Fotofunktionen verzichtet HTC aber im Gegensatz zu LG und Huawei.

Außerdem will HTC mit einer überarbeiteten Version der Kantenbedienung „Edge Sense“ im zweiten Anlauf die Smartphone-Bedienung revolutionieren. Statt eines ans Quetschen heranreichenden festen Händedrucks sollen Nutzer häufig verwendete Funktionen mit sanften Berührungen an der linken und rechten Rahmenseite aufrufen können.

Ab Mitte Juni erscheint das HTC U12+ für 799 Euro im Handel. Im Rahmen eines Presseevents konnte ich ein Vorserienmodell bereits ausprobieren. (Zum ausführlichen Test geht es hier entlang.)

Neue Kantenbedienung macht Lust auf Einhandbedienung

Mit 156,6 x 73,9 x 8,7 Millimetern und einem Gewicht von 188 Gramm fällt das HTC U12+ fast genauso ausladend aus wie sein Vorgänger und verfügt ebenfalls über einen 6 Zoll in der Diagonale messenden Bildschirm. Das Bedienungsproblem bei immer größeren Smartphone-Displays möchte HTC seit dem U11 (zum Test), der kleineren Variante des U11+, mittels eines druckempfindlichen Rahmens lösen. Während die 11er-Generation nur auf einen festen Händedruck reagierte, soll sich das U12+ nun noch etwas feinfühliger verhalten.

Die neue Version der „Edge Sense“-Steuerung erfordert weniger Kraft und kann zwischen kurzen, langen und doppelten Berührungen unterscheiden. Welche Funktion dies auslöst, können Nutzer frei festlegen. Beispielsweise lässt sich auf diese Weise die Kamera-App, der Google Assistant oder Amazon Alexa starten. Ebenfalls ist es möglich, den Startbildschirm zu verkleinern, sodass Nutzer bei einhändiger Bedienung mit dem Daumen in die obere Ecke gelangen.

Diese Form der Einhandbedienung erwies sich im Hands-On als praktisch und bereitete Lust auf einen ausführlichen Test. Abschließend beurteilen kann ich die Performance von Edge Sense 2.0 anhand des Ersteindrucks nämlich noch nicht. Denn auf kurze Druckgesten reagierte mein Testgerät zum Beispiel nur unzuverlässig. Dies lag laut HTC an der noch unfertigen Software des Vorserienmodells und soll bei den fertigen Smartphones behoben sein.

HTC U12+ sieht doppelt doppelt: Zwei Dual-Kameras, eine mit Tele-Zoom

HTC preschte bereits vor vier Jahren mit einer Doppeloptik in den Markt, als Dual-Kameras noch kein Mega-Trend waren. Danach ließ der Smartphone-Pionier das Thema schleifen und Herausforderer davoneilen. Mit dem P20 Pro legte Huawei kürzlich gar den Trend zur dreifachen Hauptkamera. So weit geht HTC nun noch nicht, knüpft aber wieder an die Expertise bei Dual-Kameras an.

Hinten kommen eine 12-Megapixel-Kamera mit Blende f1.75 und 25 Millimetern Brennweite (Kleinbild-äquivalent) sowie eine 16-Megapxel-Kamera mit Blende f2.6 und 50 Millimetern Brennweite zum Einsatz. Letztere ermöglicht somit einen Zweifach-Zoom beim Fotografieren, nicht aber bei Videoaufnahmen, für die das U12+ ausschließlich auf das Weitwinkel-Objektiv zurückgreift. Die beiden Weitwinkel-Frontkameras lösen jeweils 8 Megapixel auf bieten mit f2.0 eine durchschnittliche Lichtstärke.

Beide Kamera-Duos verrechnen Tiefeninformationen, um für einen simulierten Bokeh-Effekt zwischen Vorder- und Hintergrund unterscheiden zu können. Zudem sollen die 3D-Infos der Frontkameras die Gesichtserkennung beim Entsperren des Displays („Face Unlock“) weniger anfällig für Tricks machen. Der Bokeh-Effekt der vorderseitigen Dual-Kamera wirkte im Selbsttest sehr ordentlich. Praktisch: Die Hintergrundunschärfe ließ sich dank eines Schiebereglers innerhalb der nativen Kamera-App variieren.

Ein erschöpfender Fototest der Kameras war im Rahmen des Hands-On nicht möglich. Die gezeigten Testbilder wirkten jedoch sehr vielversprechend. Insbesondere an der bereits beim U11 und U11+ sehr überzeugenden Dynamikverstärkung will HTC gefeilt haben. Der „HDR Boost 2“ soll für eine nochmals bessere Durchzeichnung bei sehr dunklen und sehr hellen Bildstellen sorgen. Dem viel beachteten Benchmark DxO Mark Mobile zufolge ist das HTC U12+ vor dem Huawei P20 (und nach dem P20 Pro) derzeit das Smartphone mit der besten rückseitigen Dual-Kamera.

Digitales Richtmikrofon für Videografen

Neben Fotografen will HTC mit dem U12+ ebenfalls Videografen ansprechen. Während normalerweise externe Mikrofone für gute Tonaufnahmen unverzichtbar sind, will HTC sie zumindest teilweise entbehrlich machen. Dafür soll die Funktion „Sonic Zoom“ sorgen, mit der Nutzer das interne Mikrofon durch Software-Unterstützung gezielt auf eine Quelle ausrichten können, sodass Umgebungsgeräusche die Aufnahme nicht stören.

Bewährtes Glas-Design mit Durchblick

HTC gehörte mit der U-Serie noch vor Apple und Samsung zu den ersten Herstellern, die Glas als Rückseitenmaterial wieder in Mode gebracht haben. Auch beim U12+ hält der Hersteller an seinem „Liquid Surface“ genanntem Designprinzip fest. Wie gehabt, sieht der blendende Glanzeffekt der Glasschicht zwar äußerst schick aus, hält aber nur ein paar Sekunden nach. Denn nach wenigen Handgriffen sind Fingerabdrücke deutlich sichtbar und verschandeln das makellose Design.

HTC U12+ Translucent Blue
Die blaue Farbvariante (Translucent Blue) bietet eine teilweise blickdurchlässige Rückseite und gibt somit freie Sicht auf die darunter liegenden Bauteile. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Im Unterschied zum Vorgänger ist das HTC U12+ zum Marktstart gleich in drei Farbvarianten erhältlich: schwarz („Ceramic Black“), blau („Translucent Blue“ und rot („Flame Red“). Die blaue Farbvariante lässt erneut tief blicken: Wie die englische Farbbezeichnung nahelegt, ist die Rückseite halbtransparent, sodass Betrachter Platinen und Schaltkreise erkennen können. Ein schöner Retroeffekt, der an die blickdurchlässigen Spielekonsolen und Festnetztelefone der 1990er erinnert!

Die Verarbeitungsqualität ließ erwartungsgemäß keinen Grund zur Beanstandung. Ungleiche Spaltmaße sind kein Thema. Das HTC U12+ wirkt edel und hochwertig.

Unverändert brillantes QuadHD-Display

Den bereits beim U11+ begeisternden Bildschirm lässt HTC auch im Nachfolger unangetastet. Weiterhin kommt ein sehr helles (Super LCD 6) und scharfes (2.880 x 1.440 Pixel) Display im 18:9-Seitenverhältnis zum Einsatz. Einzelne Bildpunkte waren beim Ausprobieren angesichts einer Pixeldichte von 537 ppi nicht erkennbar. Außerdem ermöglicht das Display eine so hohe Spitzenhelligkeit, dass es dem HDR-10-Standard genügt. Allerdings können Nutzer damit nur von HDR-Videos auf YouTube profitieren. Hingegen das HDR-Material von Amazon Prime Video oder Netflix unterstützt das HTC U12+ nicht.

Mit 6 Zoll Displaydiagonale bietet das neue HTC-Flaggschiff eine imposante Bildschirmfläche. Wer dennoch kleinere Displays bevorzugt, geht dieses Jahr leer aus. Ein 5,5-Zoll Standardmodell ohne „+“ im Namen plant der Hersteller in der Techniksaison 2018 nicht, erklärte HTC-Sprecher Fabian Nappenbach.

HTC U12+ Display Flame Red
Das 6 Zoll große Display des HTC U12+ ist schön hell und scharf. Image by Berti Kolbow-Lehradt

HTC U12+ mit drachenstarker Rechenpower und „boombastischem“ Sound

Unter der Haube hat HTC sein Top-Smartphone moderat aktualisiert. Vom Start weg läuft das Gerät mit Android 8.0 Oreo und angepasster Oberfläche namens HTC Sense. Ein Upgrade auf Android P ist gewiss.

Den Prozessor aktualisiert der Hersteller auf den diesjährigen Spitzen-Chip von Qualcomm, den Snapdragon 845, dessen acht Rechenkerne mit bis zu 2,8 Ghz takten. Ihm steht die unveränderte Anzahl von 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite. An der Rechenhardware gab es schon im vergangenen Jahr nichts auszusetzen. Erwartungsgemäß gab sich auch das U12+ beim Ersteindruck keine Blöße. Allerdings steht ein Härtetest noch aus.

Für Apps, Musik und Videos stehen ferner 64 GB interner Speicher zur Verfügung. Wem das dennoch nicht ausreicht, der beschafft sich einfach noch mehr Platz mithilfe einer MicroSD-Karte.

Musik können Nutzer erneut mit überdurchschnittlich guten Kopfhörern erleben, bei denen eine individuelle Klangeinmessung („USonic“) und eine aktive Geräuschunterdrückung für einen großartigen Sound sorgen sollen. Alternativ verwenden Nutzer die Stereolautsprecher, bei denen wieder die BoomSound genannte Technologie zum Einsatz kommt. Sie soll in diesem Modelljahr für 50 Prozent höhere Spitzenlautstärke sorgen. Obwohl dies normalerweise das Scheppern begünstigt, will HTC sogar für eine klarere und präzisere Klangwiedergabe gesorgt haben. Tatsächlich machten die Smartphone-Lautsprecher des HTC U12+ im Kurztest einen sehr guten Eindruck.

HTC Exodus: Blockchain-Smartphone soll noch dieses Jahr erscheinen

Am Rande des Presseevents zum U12+ kündigte HTCs Westeuropa-Chef Erik Matthes außerdem ein weiteres Smartphone-Modell für dieses Jahr an. Allerdings handelt es sich bei dem HTC Exodus heißenden Modell nicht um ein Angebot für den Massenmarkt. Stattdessen spricht es den Kreis der Blockchain-Enthusiasten an. Demnach soll es über eine universelle Wallet für Kryptowährungen verfügen. Einen genauen Starttermin nannte Matthes zwar nicht. Aber der Oktober dieses Jahres scheint realistisch.

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Huawei P20 Pro lenkt alle Augen auf die erste Triple-Kamera

Huawei P20 Pro Triple-Kamera

Mit Dual-Kameras versuchen immer mehr Smartphone-Hersteller die Foto-Qualitäten ihrer Modelle denen von herkömmlichen Kameras mit Wechselobjektiv anzunähern. Huawei hat dieses Prinzip mit dem P9 populär gemacht. Mit dem Ur-Enkel, dem Huawei P20, geht der Hersteller einen Schritt weiter und präsentiert das erste Smartphone mit drei Kameras auf der Rückseite. Die zwei preisgünstigeren Geschwistermodelle, das P20 lite und das P20 ohne Namenszusatz verzichten auf diese Weltneuheit, sind ansonsten allerdings technisch ebenfalls stark ausgestattet.

Huawei P20 Pro: Drei Kameras für einen fünffachen Zoom

Das Leistungsvermögen von Smartphones ist etwas mehr als zehn Jahre nach dem ersten iPhone zwar fast ausgereizt. Bei den Foto-Qualitäten geht aber noch was. Denn der Abstand zu den kreativen Möglichkeiten herkömmlicher DSLR und kompakter Systemkameras ist noch groß. Daher preschte Smartphone-Marktführer Samsung kürzlich mit einem Modell vor, dessen Objektiv erstmals die Blende variieren kann. Allerdings ist der praktische Mehrwert dieser Funktion in der ansonsten sehr guten Dual-Kamera des Galaxy S9+ gering.

Huawei Mate 20 Pro
Das Huawei P20 Pro. Image by Huawei

Samsungs Verfolger Huawei kontert jetzt mit einem Modell, das trotz Smartphone-typischer Bauweise einen bis zu fünffachen Zoom anbietet. Dafür sollen drei Sensoren deren Aufnahmen zu einer Bilddatei verrechnet werden. Dabei handelt es sich um einen Farbsensor mit 40 Megapixel, einen Schwarz-Weiß-Sensor mit 20 Megapixeln und einen Farbsensor mit 8 Megapixel. Vor dem 8-Megapixel-Sensor befindet sich zudem Vario-Summilux-Objektiv von Leica optischen Dreifach-Zoom, der einer Brennweite von 80 Millimetern (Kleinbild-äquivalent) entspricht.

Durch das Plus an Bildinformationen und den optischen Zoom sollen Nutzer den Bildausschnitt im Sinne eines Hybrid-Zooms bis zu fünffach vergrößern können, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen in der Qualität kommt. Wie bei den vorherigen Flaggschiff-Geräten von Huawei stand die Traditionsmarke Leica Pate. 

Auf der Front bleibt Huawei bei einer Aufnahmeeinheit. Diese ist jedoch ungewöhnlich hoch aufgelöst. Denn der Sensor zählt satte 24 Megapixel.

Super-Zeitlupe, Studiolicht-Effekte und KI-Bildstabilisator

Darüber hinaus ist das Huawei P20 Pro in der Lage, Videos mit 960 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und in Super-Zeitlupe in einer HD-Auflösung (720p) abzuspielen. Diese rechenintensive Funktion bieten sonst nur noch Spitzenmodelle von Samsung und Sony.

Huawei P20 Pro
Wie Samsung und Sony ermöglicht Huawei eine Super-Zeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde.

Außerdem bietet das Huawei P20 Pro einen Porträtmodus, der neben dem Bokeh-Effekt auch Lichteinstellungen wie im Studio simuliert. In diesem Punkt eifert Huawei dem Vorbild des iPhone X nach. 

Wie schon das Mate 10 nutzt auch das P20 Pro Verfahren des Maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz, KI), um dem Fotografen bei der Belichtung zu helfen. Die schlauen Algorithmen sollen Motive viel besser identifizieren und automatisch belichten als dies die Szenenprogramme herkömmlicher Kameras können.

Huawei NPU
Die KI-gestützte Kamera-Software soll die Belichtung in über 500 Szenarien präzise automatisch einstellen.

Außerdem soll die interne KI im Zusammenspiel mit dem optischen Bildstabilisator Langzeitbelichtungen aus freier Hand bis bis zu 8 Sekunden Länge ermöglichen. Huawei AIS nennt der Hersteller diese Funktion, die ein Stativ entbehrlich machen soll. Das sind große Worte, die wir bei nächster Gelegenheit durch einen Praxistest prüfen werden.

Huawei AIS
Huawei will mit einem KI-gestützten System das Stativ bei Langzeitbelichtungen überflüssig machen.

Huawei stattet das P20 Pro mit Technik vom Feinsten aus

Auch Display und Rechenleistung und sonstige Ausstattung des Huawei P20 Pro zählen zur Créme de la Créme dessen, was der Markt für Smartphone-Komponenten derzeit hergibt. Beim Bildschirm setzt Huawei auf eine aufwendig zu produzierende Konstruktion fast ohne Rahmen an allen Seiten, aber mit einem Sensorsteg am oberen Ende. Trendgemäß verfügt das 6,1 Zoll in der Diagonale messende Display über das langgezogene 19:9-Format. Das farbstarke OLED-Panel löst in knackscharfe 2.240 x 1.080 Pixel auf und verspricht damit eine hervorragende Bildqualität.

Ein sehr schnelles Arbeitstempo gewährleistet der von Huawei selbst gefertigte Prozessor vom Typ Kirin 970. Neben acht Rechenkernen verfügt er auch über die aus dem Huawei Mate 10 bekannte Prozessoreinheit, die Aufgaben mit Künstlicher Intelligenz löst. Dem Kirin 970 an die Seite stellt Huawei imposante 6 GB Arbeitsspeicher, was für schnelle App-Starts und flüssiges Multitasking sorgen dürfte. Mit 128 GB Festspeicher bietet das P20 Pro auch viel Platz für Apps, Fotos und Musik. Allerdings ist er nicht erweiterbar, denn auf einen Slot für eine Micro-SD-Karte verzichtet Huawei.

Auch bei der übrigen Ausstattung lässt Huawei sich nicht lumpen. Das Betriebssystem ist mit Android in der Version 8.1 topaktuell, der Akku ist mit einer Kapazität von 4.000 mAh recht groß dimensioniert und gemäß IP67-Standard ist das Modell auch sicher vor Wasser und Staub.

Dieses vorzüglich zusammengestellte Paket hat natürlich auch seinen Preis. So ruft Huawei zum Marktstart im April 899 Euro für das in drei Farbvarianten erhältliche Top-Smartphone auf. Der Unterschied zum Luxus-Preis des iPhone X schmilzt somit bei Android-Geräten immer mehr.

Huawei P20 und P20 lite bieten viel Leistung für weniger Budget

Dem neuen Vorzeige-Gerät an die Seite stellt Huawei zwei preisgünstigere Geschwistermodelle: Das Huawei P20 für 649 Euro und das Huawei P20 lite für 369 Euro. Wegen des niedrigeren Preises sind einige Leistungsdaten im Vergleich zum P20 Pro abgespeckt.

Huawei P20
Das Huawei P20. Image by Huawei

Wer auf die Triple-Kamera verzichten kann, sollte das P20 in Betracht ziehen. Es verfügt über eine Dual-Kamera mit Know-how von Leica, deren Sensoren mit 20 und 12 Megapixel auflösen. Das Display basiert auf der helleren, aber nicht so farbstarken LCD-Technologie. Außerdem ist es mit 5,8 Zoll in der Diagonale etwas kleiner als beim Pro-Modell. In das Gehäuse passt daher auch nur ein Akku mit 3.400 mAh Kapazität. Der Arbeitsspeicher zählt 4 GB, was aber immer noch gehoben ist. Wie beim Pro-Modell unterstützt eine KI Smartphone-Nutzer beim Fotografieren.

Das P20 Lite (zu unserem Test) setzt wie das P20 auf ein vergleichbar großes LC-Display. Die Dual-Kamera auf der Rückseite nutzt einen 16-Megapixel- und einen 2-Megapixel-Sensor. Der Akku fasst 3.000 mAh. Statt dem neusten Android kommt die Hauptversion 8.0 zum Einsatz. Im Gegensatz zum P20 und P20 Pro ist der 64 GB große Festspeicher des „kleinen“ Modells dafür durch eine Micro-SD-Karte erweiterbar. Unter der Haube rechnet nicht der KI-Prozessor, sondern ein Mittelklasse-Rechenknecht namens Kirin 659.

Huawei P20 lite
Das Huawei P20 lite. Image by Huawei

Insbesondere das Preis-Leistungsverhältnis des Huawei P20 lite ist äußerst attraktiv. Denn obwohl es auf Spitzen-Technik verzichtet, bietet es immer noch eine gehobene Ausstattung für vergleichsweise kleines Geld. Ein Smartphone mit fast rahmenlosen und nahezu vollflächigen Display (abgesehen von der Notch) ist in dieser Preisklasse neu.

Porsche Design Huawei Mate RS mit Fingerabdruckleser im Display

Neben der P20-Serie kündigte Huawei in Paris auch eine neues Luxus-Modell namens Porsche Design Mate RS an. Es wird Mitte April für 1.699 Euro erscheinen. Neben einem besonderen Design und dem Prestige eines exklusiven Modells erhalten Käufer dann das erste Gerät, das über einen Fingerabdrucksensor im Display verfügt. Außerdem ist Spitzentechnik aus dem Huawei P2o Pro dabei. So sind die Triple-Kamera von Leica mit 40 Megapixeln, die KI-gestützte Fotografie, ein 4.000-mAh-Akku und der IP67-Wetterschutz an Bord.

Welchen ersten Eindruck das Huawei P20 Pro macht, berichtet Jonathan Kemper in diesem Kurztest. Er war als Autor von Netzpiloten Android bei der Vorstellung der P20-Serie in Paris vor Ort.

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Gigaset GS370 plus im Test: Erschwingliches Mittelklasse-Modell für Einsteiger

Gigaset GS370 plus

Schlichtes mattes Design, ein großes Display, ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und eine Dual-Kamera, die einiges verspricht: Das Gigaset GS370 plus bietet auf den ersten Eindruck einen für derzeitige Android-Smartphones im Mittelklasse-Segment gewohnten Anblick. Doch wie schlägt sich das Flaggschiff des deutschen Herstellers Gigaset? Ich habe das GS370 in der Plus-Variante für euch getestet.

Fast schon ein Schnäppchen: Das kostet das Gigaset GS370 plus

Den größten Vorteil möchte ich gleich vorne weg nehmen – und der ist beim Gigaset GS370 plus unangefochten der Preis: Für gerade einmal 299,00 Euro könnt ihr das Mittelklasse-Smartphone beim Hersteller mit 64 GB internem Flash-Speicher ergattern. Gerade einmal 20 Euro mehr als die einfache Variante des Gigaset GS370. Dabei hat das Plus-Modell, wie es häufig bei anderen Smartphone-Herstellern der Fall ist, nichts mit der Größe des Smartphones zu tun. Der Vorteil gegenüber des Gigaset GS370 ist lediglich der verdoppelte interne Speicher und ein Arbeitsspeicher von 4 GB statt 3 GB. Dabei sind beide Modelle aber auf bis zu 128 GB erweiterbar. Zudem verfügt die Plus-Variante über eine bessere Frontkamera mit 8 Megapixeln statt 5 Megapixeln und ist in zwei Farben erhältlich.

Der äußere Eindruck: Haptik, Gehäuse und Stabilität des Mittelklasse-Smartphones

Gehen wir nun einen Schritt zurück und sehen uns das Gigaset Flaggschiff von außen an: In der Hand macht das Gigaset GS370 plus eine gute Figur. Das Aluminium-Gehäuse fühlt sich angenehm an und das Gewicht des GS370 plus vermittelt einen stabilen Halt. Der An- und Ausschalter sowie die Lautstärke-Tasten befinden sich auf der rechten Seite und sind so mit dem Daumen praktisch zu bedienen. Der Fingerabdruck-Sensor ist ergonomisch gut platziert und erkennt den Abdruck eures Fingers mit einer gewissen Zuverlässigkeit. Mir ist jedoch aufgefallen, dass ich, sobald ich das Smartphone in meiner Jackentasche bei mir getragen habe, häufig „zu viele Fehlversuche“ angezeigt bekommen habe. Dabei wollte ich in diesen Momenten das Gigaset GS370 plus nicht entsperren.

Des Weiteren scheint die Oberfläche relativ kratzerresistent zu sein, da das gute Stück am Flughafen bei der Kontrolle nicht gerade wie ein Fabergé-Ei behandelt wurde. Trotzdem konnte ich bisher keinen Kratzer finden, was sehr erfreulich ist. Zudem passt es zum Versprechen, dass der Hersteller zu dem verbauten 2.5D-Glas des Displays gibt. Das Design ist schlicht und matt gehalten, was zwar nicht gerade bahnbrechend neu ist, jedoch eine zeitlose Eleganz verkörpert. Bei der Verarbeitung finde ich keine Makel, auch wenn das Smartphone des deutschen Herstellers wie zu erwarten „Made in China“ ist.

Das etwas andere Format: Das 18:9 Display des Gigaset GS370 plus

Die Besonderheit, die das Gigaset GS370 mit sich bringt, ist das HD+ IPS Panorama Display. Im 152 x 72 x 8,2 Millimeter großen Gehäuse ist ein 5,7 Zoll Display verbaut. Bei anderen Smartphones mit diesem Gehäuse-Format findet ihr meistens ein 5,2 Zoll Display. Das sorgt beim Gigaset GS370 für ein Seitenverhältnis von 18:9, was eher ungewöhnlich ist, aber so fast die ganze Vorderseite abdeckt. Jedoch reicht das HD+ Display mit 1.440 x 720 Pixeln bei dieser Größe lediglich für eine Pixeldichte von 282 ppi.

Dabei soll eine Pixeldichte erst ab 300 ppi dafür sorgen, dass ihr mit dem bloßen Auge keine einzelnen Pixel mehr erkennt. Trotzdem müsst ihr schon ganz genau hinschauen, um bei sehr kontrastreichen Abbildungen eventuell einzelne Pixel zu erkennen. Für den normalen Alltagsgebrauch ist das Display jedenfalls in Ordnung und die Größe macht es zu etwas Besonderem. Trotzdem solltet ihr beachten, dass nicht alle Bilder und Videos, wie beispielsweise auf YouTube, das Display komplett ausfüllen, da sie ein anderes Format haben.

Gigaset GS370 plus
Das 18:9 Display des Gigaset GS370 plus lässt das Smartphone randlos wirken. Image by Jessica Julia Mrzik

Das Innenleben: Android 7.0 mit Aussicht auf Upgrade

Was euch das Display beim Einschalten zeigt, ist reines Android. Ihr bekommt mit dem Gigaset GS370 plus ab Werk die Stock-Version von Android 7.0 Nougat ohne zusätzliche Apps. Das ist für mich immer erfreulich, denn so spart ihr euch lästiges Selektieren von Apps, für die ihr ohnehin keine Verwendung habt. Das Update auf Android 8.0 Oreo ist für das zweite Quartal 2018 geplant. Das Ganze läuft mit Hilfe des 1,5 Gigahertz getakteten Achtkern-Prozessor 6750T von Mediatek, den Gigaset in sein Flaggschiff verbaut hat. Wie bereits erwähnt kommt das Plus-Modell mit einem Arbeitsspeicher von 4 GB und sollte für einen flüssigen Alltagsgebrauch ausreichen.

Die Dualkamera: Ernüchterung folgt auf Vorfreude

Kommen wir zum eigentlichen Highlight und dem, was mich bei einem Smartphone-Test immer als erstes reizt: Die Kamera. Und mit dem eigentlichem Highlight, meine ich, dass es das Highlight hätte sein sollen. Hätte. Verbaut ist eine Dualkamera, die auf den ersten Blick überzeugt. Zumindest die Zahlen versprechen eine gewisse Bildqualität: Die Hauptlinse bietet eine Auflösung von 13 Megapixeln, die zweite Linse verspricht acht Megapixel und einen Aufnahmewinkel von 120 Grad. Damit könnt ihr sowohl Panorama-Aufnahmen machen als auch Hintergrundunschärfe durch einen Bokeh-Effekt erzeugen. Zudem kommt die Frontkamera des Plus-Modells mit 8 Megapixeln und bietet neben diversen Effekten unter anderem auch den bekannten Gesichtsverschönerungsmodus. Diesen kann man zum Glück auch deaktivieren, wenn man auf Natürlichkeit setzt.

Licht spielt große Rolle

Leider muss ich sagen, dass mir die Kamera in der Praxis nicht so gut gefallen hat, wie es auf dem Papier – oder Bildschirm – aussieht. Im Gegenteil: Ich hatte keinen Spaß an der Fotografie mit der Dualkamera des Gigaset GS370 plus. Einerseits finde ich die Kamera sehr langsam. Bewegungen, sowohl der Kamera als auch der Motive, werden zeitverzögert angezeigt. Nur nicht im Portraits-Modus, wie ich festgestellt habe. Bei Tageslicht lassen sich zwar teils sehr gut aussehende Bilder knipsen. Aber gerade bei Nacht und künstlichem Licht zeigt die Dualkamera des Gigaset Smartphones seine Schwächen: Die Bilder wirken sehr grobkörnig, teils verwackelt und die Abstimmung des Lichts lässt deutlich zu wünschen übrig. Ich brauchte sehr oft mehrere Anläufe – manchmal auch bei Tageslicht – um einen guten oder zumindest annehmbaren Schuss hinzubekommen. Von dem Phase Detection Auto Focus, der für „zuverlässig scharfe“ Motive sorgen soll, habe ich leider wenig gemerkt.

Reicht für privates Geknipse

Das einzige, was mir bei der Dualkamera gut gefallen hat, ist die Weitwinkel-Funktion, die sich schnell ein- und ausschalten lässt. So bekommt man auch bei wenig Platz viel auf ein Bild. Leider könnt ihr in diesem Modus aber nicht manuell per Touch auf das Display einen bestimmten Gegenstand fokussieren. Der Bokeh-Modus funktioniert zudem ganz gut, auch wenn ihr hier etwas Übung an den Tag legen müsst. Besonders verwirrend finde ich die Auswahl des Bereichs, den ihr scharf dargestellt haben wollt. Manchmal berühre ich einen gewissen Punkt, scharf gestellt wird aber ein anderer. Trotzdem macht es Spaß, mit der Einstellung zu spielen, so können bei Tageslicht ganz schöne Bilder entstehen. Allgemein würde ich der Dualkamera eher einen „Reicht für privates Geknipse“-Stempel verpassen.

Akkulaufzeit – und was sonst noch wichtig ist

Zu der Akkulaufzeit kann ich auf lange Sicht nichts sagen, der Hersteller verspricht jedoch 450 Stunden Standby-Zeit. Verbaut ist ein 3000 mAh Lithium-Polymer-Akku. Ich konnte bei meinem Test des Gigaset GS370 beobachten, dass das Smartphone nach einer Nacht ohne Benutzung mit einem Restakku von ca. 10 Prozent am nächsten Morgen aus war. Dafür ist das Mittelklasse-Modell aber sehr schnell wieder komplett aufgeladen.

Mit dem „USB on the go“-Feature können externe Geräte an das Gigaset GS370 plus angeschlossen oder das Smartphone als Powerbank für andere Smartphones genutzt werden. Vielleicht hat sich der deutsche Hersteller aus diesem Grund für einen USB 2.0 Micro-B-Typ entschlossen statt auf den neueren USB Typ-C zu setzen. Der Eingang befindet sich am unteren Ende des Smartphones und ist von kleinen Löchern umgeben. Diese suggerieren euch auf den ersten Blick zwei Lautsprecher, verbaut ist jedoch nur einer, der eher etwas blechern klingt. Vertraut hier also nicht auf ein Klang-Wunder, für süße Kätzchen-Videos reicht der Lautsprecher aber aus. Apropos Sound: Die Headset-Buchse befindet sich am oberen Ende des Smartphones. Zudem findet ihr am linken Rand des Gigaset GS370 plus den Slot für Dual-SIM und MicroSD-Karte. Der Clou daran: Es handelt sich um einen 3-fach-Einschub, so finden zwei Nano-SIM-Karten und eine Micro-SDKarte Platz.

Das Fazit

Eines solltet ihr beim Gigaset GS370 plus nicht außer acht lassen: Der Preis ist unschlagbar. Für nur knapp 300 Euro bekommt ihr ein elegantes und solide wirkendes Smartphone mit ungewöhnlich großem Display. Die Handhabung ist zudem gut durchdacht und alle wichtigen Merkmale ergonomisch verbaut. Zudem besteht zukünftig die Möglichkeit, das Smartphone von Gigaset auf die aktuelle Android-Version upzudaten. Die Dualkamera und die Auflösung des Display sind zwar nicht unbedingt für Adleraugen gemacht, trotzdem ist das Mittelklasse-Modell ein gutes Smartphone besonders für Einsteiger. Auch Vielreisende können von dem 3-fach-Einschub für zwei Nano-SIM-Karten profitieren und müssen nicht gleich den Notstand ausrufen, wenn das vergleichsweise günstige Smartphone doch mal abhanden kommt.

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iPhone 8 Plus im Test: Spaß im Glas

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10 Jahre nach dem ersten iPhone will Apple sich mit dem iPhone X nicht nur auf ein radikal überarbeitetes Jubiläumsmodell beschränken. Zusätzlich betreibt das Tech-Unternehmen vorsichtige Modellpflege und präsentiert mit dem iPhone 8 Plus eine geringfügige Aktualisierung des Vorjahres-Flaggschiffs. Ein Gehäuse aus Glas, mehr Porträtfilter für die Dual-Kamera und kabelloses Aufladen sind die wesentlichsten Neuerungen beim iPhone 8 Plus. Ob das für eine Kaufempfehlung genügt, habe ich im Praxistest geprüft.

Altes Design im neuen Glasgehäuse

Bei der Formsprache des Gehäuses hat Apple im Vergleich zum iPhone 7 Plus praktisch nichts geändert. Formfaktor und Tastenanordnung sind identisch. Der Klinkenanschluss kehrt ebenfalls nicht zurück.

Das iPhone 8 Plus ist lediglich in jeder Dimension um ein paar zehntel Millimeter gewachsen und außerdem 14 Gramm schwerer. Das können Auge und Hand aber nur bei akribischem Vergleichen der beiden Modelle wahrnehmen. Zudem sind die physischen Änderungen so minimal, dass sogar vorhandene Hüllen der Vorgänger-Generation weiterhin passen.

Verarbeitung und Optik sind auf Spitzenniveau. Nur der etwas breite Rahmen ums Display ist in Zeiten des Fullscreen-Designs wie beim Galaxy Note 8 oder LG V30 etwas aus der Mode gefallen. Mit dem angekündigten iPhone X hat Apple ja immerhin schon den Paradigmenwechsel eingeläutet.

Die auffälligste Design-Neuerung beim iPhone 8 Plus besteht in dem auf der Rückseite verwendeten Material. So kommt erstmals seit dem iPhone 4 wieder eine Deckschicht aus Glas zum Einsatz. Dies ist weniger eine ästhetische Entscheidung, als vielmehr dem Ziel geschuldet, das Gerät kabellos aufladen zu können. Bei nicht-leitfähigem Glas ist das viel leichter zu realisieren.

Das gläserne Kleid wirkt genauso homogen und gefällig, fühlt sich aber kühler und glatter an als die Aluminium-Oberfläche des Vorgängers. Mit welcher Art Glasverbund Apple das Gerät vor Kratzern und Stößen schützt, nennt das Unternehmen nicht. Bekannt ist nur, dass das iPhone 8 Plus für mehr Stabilität durch eine Unterkonstruktion aus Stahl verstärkt und von einem Aluminiumrahmen eingefasst wird. Ungeachtet des neuen Materialmixes ist auch das iPhone 8 Plus gemäß IP67-Standard gegen Staub und Flüssigkeiten geschützt.

iPhone 8 Plus
Die Farbvariante „Space-Grau“ tendiert eher ins Weiße. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Überraschend finde ich die Farbgebung. Die Rückseite meines „space-grauen“ Testexemplars ist nur sehr dezent als grau zu erkennen und tendiert stark ins Weiße. Für die Sichtbarkeit von Fettfingern ist das von Vorteil. Schlieren fallen dadurch weniger schnell auf.

Noch helleres und kontrastreicheres Display

Beim Display setzt Apple unverändert auf ein IPS-Panel mit Full-HD-Auflösung, was bei einer Diagonalen von 5,5 Zoll nicht Spitze ist, aber dennoch für eine einwandfrei scharfe und detailreiche Darstellung sorgt. Obwohl Leuchtkraft, Kontrastumfang und Farbwiedergabe mich schon beim iPhone 7 Plus begeistert haben, gelingt es Apple beim Nachfolger in punkto Bildqualität neue Maßstäbe zu setzen. Das Display des iPhone 8 Plus wirkt abermals einen Tick heller und kontrastreicher.

iPhone 8 Plus
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Nicht zwingend für eine bessere, aber für eine natürlichere Darstellung sorgt der neue Weißabgleich namens True Tone. Nach dem iPad Pro 10.5 erhalten auch das iPhone 8 und iPhone 8 Plus dieses Feature. Es sorgt mittels eines Vierkanal-Umgebungslichtsensors dafür, dass sich die Farbtemperatur des Displays automatisch an die Farbtemperatur der Beleuchtung anpasst. Sitzt ihr unter einer warmweißen Lampe, wird auch das Display etwas wärmer, sprich etwas gelblicher gestellt. Hingegen bei neutralweißem Tageslicht wird der Blauanteil der Hintergrundbeleuchtung verstärkt, sodass das Display kühler wirkt.

Ich empfinde True Tone als ungewohnt, bin aber gespannt, ob das Feature auf Dauer tatsächlich so viel augenfreundlicher ist, wie Apple in Aussicht stellt. In jedem Fall gilt: Wollt ihr Fotos mit möglichst exakter Farbwiedergabe bearbeiten, ist True Tone nicht empfehlenswert. Daher könnt ihr das Feature auch unter Einstellungen / Anzeige & Helligkeit deaktivieren.

Mäusekino: HDR bietet einen kleinen Vorteil

Apple bereitet sein Ökosystem Zug um Zug auf Heimkino in 4K und HDR vor. Sendungen in 4K-Auflösung kann das iPhone 8 Plus zwar nicht darstellen, dafür aber in High Dynamic Range (HDR). Diese Hochkontrastbilder beinhalten mehr Farbnuancen und mehr Helligkeitsunterschiede. Sehr helle Bildbestandteile wirken noch strahlender, Farben realistischer und brillanter.

Neben Apples hauseigenem iTunes Store hat jetzt auch Netflix HDR-Inhalte für iOS-Geräte freigegeben. Dazu zählt auch das iPhone 8 Plus. Testweise habe ich mir Folgen der neuen Serie „Star Trek: Discovery“ angeguckt. Sie liegt im HDR-Format Dolby Vision vor. Im Vergleich zu einem iPhone 7 Plus wirkt die Bildqualität tatsächlich etwas brillanter.

Aber der Mehrwert ist sehr subtil und keinesfalls so überragend wie auf einem HDR-fähigen Fernseher. Dies habe ich auch schon beim Test des Galaxy Tab S3 so empfunden. Der Grund: Mobilgeräte können derzeit einfach nicht so hell leuchten wie große TV-Bildschirme. Insofern bereitet das Display des iPhone 8 Plus zwar große Freude. Aber der Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell ist zu klein, um kaufentscheidend zu sein.

Zwei iPhone-Lautsprecher drehen auf

Zu einem guten Filmvergnügen gehört natürlich auch der Sound. Laut Apple wurden die in der Unterseite integrierten Stereo-Lautsprecher in der neuen iPhone-Generation überarbeitet. Demnach seien sie 25 Prozent lauter und würden tiefere Bässe liefern. Im direkten Vergleich mit einem iPhone 7 Plus kann ich das bestätigen. Die Lautsprecher im iPhone 8 Plus liefern mehr Bassvolumen und sind präsenter. Mehr als bei Filmen wirkt sich das bei Musik aus. Tatsächlich macht es mir noch etwas mehr Spaß, meine Apple-Music-Sammlung mit dem neuen Modell zu erleben.

iPhone 8 Plus
Die verbesserten Stereo-Lautsprecher sind toll. Und Touch ID im Home-Button funktioniert ebenfalls gut. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Smartphone-Kamera mit dem gewissen Plus

Den Titel der „besten Smartphone-Kamera“ musste das iPhone 8 Plus im Bildqualitätsbarometer DxO-Mark zwar rasch wieder an das Google Pixel 2 abtreten. Dennoch ist die Güte der Kameraleistung im mobilen Bereich über jeden Zweifel erhaben. Schärfe, Kontrast und Farbtreue sind eine Freude. Starke Belichtungsunterschiede zwischen sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen meistert die JPG-Engine des iPhone 8 Plus dank automatischer HDR-Funktion sehr gut. Qualitative Unterschiede zwischen dem aktuellen und vorherigen iPhone-Modell sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Sie sind aber im messbaren Bereich vorhanden, wie eben zum Beispiel der DxO-Mark nahelegt.

iPhone 8 Plus
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Die Foto-Hardware ist unverändert leistungsstark geblieben. Das iPhone 8 Plus bietet eine Dual-Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv mit 28 Millimetern Brennweite und f/1.8-Blende sowie ein Objektiv mit normaler bis leichter Telebrennweite von 56 Millimetern und f/2.8-Blende. Der Bildsensor löst mit 12 Megapixeln auf. Fotos und Videos schützt ein optischer Bildstabilisator vor Verwacklern.

Dass das iPhone 8 Plus seinen Vorgänger in Sachen Kamera übertrumpft, liegt an der besseren internen Verarbeitung der Bilder. Dafür sorgen ein neuer Bildsignalprozessor und der neue Hauptprozessor A11 Bionic. Sie verbessern durch eine ausgeklügelte Gesichtserkennung und Tiefenkartierung die Berechnung des Bokeh-Effekts im Porträtmodus. Dies ist die wohl bedeutendste Eigenschaft von Apples Dual-Kamera.

Porträtmodus super, Porträtlicht noch verbesserungswürdig

Die Kamera-Software schafft es, Tiefeninformationen so zu verarbeiten, dass sie ein Hauptmotiv durch einen unscharfen Hintergrund künstlerisch betont. Dies setzt eigentlich Kameras mit viel größerem Bildsensor voraus. Im Vergleich zum iPhone 7 Plus, gelingt dem neuen Modell bei Porträts ein noch realistischer Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe.

Hingegen durchwachsen ist mein Eindruck von der neuen Funktion namens Porträtlicht, die Apple im Beta-Status in die Kamera-App integriert hat. Sie ergänzt den Bokeh-Effekt um die Simulation von vier verschiedenen Lichtsettings, wie sie typisch für Studioaufnahmen sind. Die Berechnung ist aber noch verbesserungswürdig, weil die Effekte zum Teil sehr künstlich wirken.

Bestmögliche Ergebnisse setzen meinen Erfahrungen zufolge ein paar Bedingungen voraus. Beispielsweise wirken die Lichtfilter am besten in Innenräumen mit Lichtquellen, die für Seitenlicht sorgen und damit das Gesicht schon ein Stück weit konturieren. Außerdem solltet ihr keinen zu großen Bildausschnitt wählen. Denn der Softwarefilter wird nur auf das Gesicht angewendet, nicht auf die Kleidung oder den Rest des Oberkörpers. Nutzt ihr die Porträtlicht-Modi für ein Halbporträt bei diffusem Licht draußen, wirkt das Gesicht wie falsch reinmontiert.

Testbilder vom Porträtmodus mit und ohne Porträtlicht

Genug Rechenleistung für die Augmented Reality

Leistungsmäßig gehört das iPhone 7 Plus mit seinem A10-Fusion-Prozessor ein Jahr nach der Veröffentlichung noch längst nicht zum alten Eisen. Dennoch legt Apple erwartungsgemäß beim aktuellen Modell eine Schippe drauf. So soll der A11 Bionic 25 Prozent schneller rechnen. Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit sei gar um 30 Prozent leistungsstärker. Der Arbeitsspeicher beträgt weiterhin 3 GB. In der Praxis erkenne ich aber keinen Unterschied.

Beispielsweise laufen für Augmented Reality designte Spiele wie The Machines, AR Dragon, HoloGrid: Monster Battle AR oder My Country auf dem iPhone 8 Plus dem Augenschein nach genauso flüssig wie auf dem Vorgänger-iPhone. Dabei sind das mit die anspruchsvollsten Anwendungen, die man dem Gerät zum Rechnen geben kann. Hier zeigt sich, dass die gelungene Darstellung von Augmented Reality keine Frage der Hardware, sondern auf die Integration der Software-Schnittstelle ARKit in iOS 11 zurückzuführen ist. Und das läuft ja auch auf dem iPhone 7 Plus.

iPhone 8 Plus
Augmented Reality wie hier beim Spiel „The Machines“ macht auf dem iPhone 8 Plus Spaß, funktioniert aber auf dem iPhone 7 Plus genauso gut, weil AR ein generelles Feature von iOS 11 ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Unterm Strich ist das iPhone 8 Plus daher erwartungsgemäß ein sehr rechenstarkes Smartphone, das selbst grafisch aufwendige Apps mühelos bewältigt. Alltagsaufgaben sind ohnehin keine Herausforderung. Die Spiele und Produktivanwendungen, die das Spitzen-Smartphone an seine Grenzen bringen könnten, müssen erst noch erscheinen.

Das kabellose iPhone: Akku laden ohne Strippen

Obwohl der Akku im iPhone 8 Plus minimal kleiner (2.800 mAh) als im iPhone 7 Plus (2.910 mAh) ist, wirkte sich dies im Test nicht negativ aus. Eine Akkuladung brachte mich trotzdem mindestens von Nacht zu Nacht, zumal ich ohnehin dazu neige, bei jeder Gelegenheit das Gerät zwischenzeitlich aufzuladen.

Glücklicherweise wird es bei der aktuellen Generation bequemer, das iPhone mit neuer Energie zu versorgen. Denn endlich unterstützen auch die Apple-Smartphones das kabellose Laden. So reize ich die Möglichkeiten meiner Ikea-Schreibtischlampe endlich aus. Diese hat eine induktive Ladefläche mit dem weit verbreiteten Qi-Standard integriert, den auch das iPhone 8 Plus unterstützt. Apple macht hier also ausnahmsweise keinen Alleingang.

iPhone 8 Plus
Zum Lieferumfang des iPhone 8 Plus gehört nur das Standard-Netzteil. Ein Schnelllade-Netzteil müsst ihr ebenso dazu kaufen wie eine induktive Ladestation. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wenn das Laden besonders schnell gehen soll, braucht ihr aber doch eine Kabelverbindung. Denn das iPhone 8 Plus unterstützt den Schnelllade-Standard Quick Charge. Dadurch kann es in 30 Minuten 50 Prozent seiner Ladekapazität erreichen. Das geht aber nur mit einer kabelgebundenen Aufladung. Außerdem setzt dieser Vorgang zusätzliches Zubehör voraus, das bei Apple direkt mindestens 88 Euro kostet. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil geht das nicht (siehe Fußnote 12 auf der Produktvergleichsseite).

Stolzer Preis für ein gutes Ökosystem

Beim Preis des iPhones hat Apple schon immer ins höchste Regal gegriffen. Angesichts der Debatte um die Teuerung bei Premium-Smartphones sei aber darauf hingewiesen, dass das iPhone 8 Plus nicht nennenswert mehr kostet als sein Vorgänger. Schließlich ist die Einstiegsversion mit 64 GB ist mit einem Preis von 909 Euro auf dem gleichen Niveau wie das iPhone 7 Plus (899 Euro). Die Variante mit 256 GB (1.079 Euro) ist hingegen sogar 40 Euro günstiger als das Modell aus dem Vorjahr. Dennoch bleiben das natürlich stolze Preise, die sich nicht allein durch den Nutzwert der Hardware rechtfertigen lassen. Das perfekt aufeinander abgestimmte Ökosystem von Apple sowie vier bis sechs Jahre garantierter iOS-Updates relativieren dies jedoch.

Fazit: iPhone 8 Plus ist sinnvolle Modellpflege

Das iPhone 8 Plus ist ein grandioses Apple-Smartphone, das die beliebte Vorgänger-Generation zurückhaltend aber sinnvoll aktualisiert. Denn schick und gut verarbeitet ist es wie eh und je. Außerdem befriedigen Display und Kamera höchste Ansprüche. Die Rechenleistung ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Zusammen mit iOS 11 ist das iPhone 8 Plus deshalb ein richtig gutes Paket.

Allerdings ist der Mehrwert zum Vorjahresmodell so gering wie bei kaum einem Generationsprung zuvor. Ob Kamera, Display oder Lautsprecher. Das iPhone 8 Plus ist in vielen Bereichen minimal besser, aber eben nicht entscheidend. Beispielsweise ist der Porträtlicht-Effekt in dieser Form nur Spielerei. Die Fähigkeit HDR-Videos abzuspielen, ist ebenfalls kein Must-have. Hingegen den True-Tone-Weißabgleich mag vielleicht so mancher als angenehm empfinden. Aber die wichtigste neue Eigenschafte ist die Möglichkeit des kabellosen Ladens. Ein Upgrade vom iPhone 7 Plus dürfte das aber nur für wenige Bestandsnutzer rechtfertigen.

iPhone 8 Plus
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Sie sollten ihre Vorfreude stattdessen auf das wahre Innovationsprodukt von Apple konzentrieren: das iPhone X. Dies kann schließlich all das, was das iPhone 8 Plus bietet und noch mehr. Denn darüber hinaus bietet es ein zeitgemäßes, randloses Display, einen Bokeh-Effekt auch in der Frontkamera sowie die Gesichtserkennungstechnologie Face ID. Nur wer die Design-Formsprache seit den iPhones von 2014 nicht missen möchte, und das neue Design des iPhone X zu gewagt findet, sollte schon jetzt beim iPhone 8 Plus zuschlagen.

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Kurztest: Alcatel bringt zur IFA 2017 vier neue Mittelklasse-Schnäppchen

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Mit der Marke Alcatel verbinden viele noch die einfachen Handys der „One Touch Easy“-Reihe aus den späten 1990ern. Diese Zeit ist längst Geschichte. Nach einem Besitzerwechsel und einem Marken-Relaunch im Vorjahr will Alcatel den breiten Mittelklasse-Bereich des Markts aufmischen und sich als „Smart Premium“-Anbieter positionieren. Bedeutet: Die Modelle sind nicht High-End aber dafür schick, solide ausgestattet und bezahlbar. Auf der IFA 2017 setzt TCL, der Hersteller hinter der Marke, diesen Kurs fort. Mit den Modellen A7 XL, A7, Idol 5S und Idol 5 präsentiert der Hersteller ein Quartett mit unterschiedlichen Stärken im Bereich Kamera, Sound und Akku. Ich hatte bereits vor der heutigen offiziellen Präsentation die Chance, die vier Smartphones auszuprobieren.

Alcatel A7 XL: 6-Zöller mit Dual-Kamera und Bokeh-Effekt

Dual-Kameras, die den unter Fotografen beliebten Bokeh-Effekt simulieren, liegen im Trend. Ein solches Aufnahmesystem ist das Highlight des Modells Alcatel A7 XL. Die beiden jeweils 12 Megapixel auflösenden Kameraeinheiten können unterschiedliche Tiefeninformationen verrechnen und so ein Objekt scharfstellen, während der Rest des Bildes in Unschärfe verschwimmt. Das funktionierte beim A7 XL im Kurztest nicht perfekt, aber trotzdem überzeugend. Praktisch: Ebenso wie beim Samsung Galaxy Note 8 können Nutzer per Schieberegler die simulierte Unschärfe variieren. Die Entscheidung, ob Vorder- oder Hintergrund scharf bzw. unscharf sind, können Nutzer auch noch nachträglich treffen.

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Alcatel A7 XL. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Mit imposanten sechs Zoll in der Diagonale gehört das A7 XL wie das kürzlich getestete A3 XL zu den Phablets. Es bietet damit sehr viel Fläche fürs Bearbeiten von Fotos, Video gucken, Surfen und Gaming. Trotzdem wirkt das Gehäuse noch verhältnismäßig kompakt und fühlt sich nicht unhandlich an. In FullHD aufgelöst, wirkt das Display sehr scharf. Helligkeit, Kontraste und Farben überzeugen mich, zumindest beim Ausprobieren im Innenraum. Damit es trotz des großen Bildschirms und der hohen Auflösung lange durchhält, hat Alcatel das A7 XL mit einem üppigen 4.000-mAh-Akku versehen.

Das Gehäuse, das auf der Rückseite einen Fingerabdruckscanner bietet, macht mit seiner gebürsteten Metall-Optik einen sehr eleganten Eindruck auf mich. Es mutet hochwertiger an, als es der moderate Preis von 299 Euro nahelegt. Ab November soll das Gerät in den Farbvarianten Schwarz und Gold erhältlich sein.

Alcatel A7: Schickes Goldstückchen

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Alcatel A7. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Beim A7 verzichtet Alcatel auf die Dual-Kamera des XL-Modells. Zudem bietet das Geschwistergerät mit seinem 5,5-Zoll-Screen etwas weniger Displayfläche. Dafür sorgt wie beim größeren Modell ein großzügig ausgestatteter 4.000-mAh-Akku für Energie. Auch bei der Rechen- und Speicherhardware (Achtkern-Prozessor, 3 GB RAM, 32 GB erweiterbarer Nutzerdatenspeicher) hat Alcatel nicht gegeizt. Beim Hands-on lässt sich das Gerät erwartungsgemäß schnell und flüssig bedienen.

Auch äußerlich macht es eine gute Figur. Die Kunststoffrückseite bietet ein sehr gefällig changierendes Muster. Die goldenen Zierrahmen mögen zwar nicht jedermanns Sache sein, harmonieren aber in meinen Augen mit der schwarzen Grundfarbe ziemlich gut. Ebenfalls keinen Grund zur Beanstandung bietet im Kurztest die Darstellungsqualität des Displays. Das Alcatel A7 besticht zwar nicht durch ausgeprägten Stärken, die es von der Masse abheben. Zu einem Preis von 249 Euro bietet das ab Oktober erhältliche Gerät jedoch ein attraktives Gesamtpaket.

Idol 5S: Gleichzeitiges Upgrade und Downgrade für Flaggschiff

Das Idol 5S bildet zusammen mit dem A7 XL die künftige Spitze in Alcatels Smartphone-Portfolio – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Idol-Serie steht insbesondere für eine umfangreiche Multimedia-Ausstattung. So behält das Idol 5S wie sein Vorgänger mit der Versionsnummer 4 die Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite. Sie klingen nicht nur ziemlich gut für ein Smartphone, sondern sind auch praktisch platziert. Selbst wenn ich das Gerät quer halte, verdecke ich die Lautsprecher nicht.

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Alcatel Idol 5S. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Zudem bleibt Alcatel einen physischen Button für den direkten Zugriff auf Funktionen treu. Die jetzt Now Key (voher Boom-Button) genannte Taste an der rechten Außenseite harmoniert gut mit dem stylischen Metallgehäuse und öffnet ein Schnellmenü, das Zugriff auf bis zu acht vom Nutzer definierte Apps und Funktionen bieten kann. Das funktioniert im Test reibungslos und vermittelt eine Kostprobe auf die nützliche Alltagstauglichkeit dieses Features.

Weitere Software-Funktionen unterscheiden das Idol 5S vom Vorgängermodell. So bietet die native Kamera-App die Möglichkeit ohne Zusatzprogramme Lichtmalerei-Effekte und Cinemagraphs zu erstellen. Spaß macht auch die Alcatel-eigene Oberfläche namens Joy, die über Android liegt. Hervorzuheben ist zum Beispiel die Möglichkeit, die Größe und Anzahl der App-Icons auf dem Startbildschirm zu variieren. Das kenne ich so von keiner anderen Hersteller-Oberfläche. Im Kurztest geht das fix und intuitiv, ist aber noch nicht komplett ausgreift. Vergrößere ich etwa die Anzahl der Icons, verschwinden App-Symbole am unteren Rand außerhalb des Displays und werden unbedienbar. In puncto Hardware ist das Idol 5S gegenüber dem Vorgänger ein Upgrade und Downgrade gleichermaßen. So verkleinert Alcatel die Displaydiagonale von 5,5 auf 5,2 Zoll und senkt die Auflösung von QuadHD auf FullHD. Die Akku-Kapazität schrumpft leicht von 3.000 mAh auf 2.850 mAh. Immerhin verdoppelt Alcatel im Idol 5S den Nutzerdatenspeicher: 32 GB. Wie der Vorgänger kostet das Idol 5S zum Start 399 Euro. Es soll im September im Handel erscheinen. Vor diesem Hintergrund ist das Idol 4S zu einem „Straßenpreis“ von rund 300 Euro je nach Standpunkt noch einen Tick attraktiver.

Idol 5: Social-Media-Accounts für Freizeit und Beruf trennen

In diesem Modelljahr ist der Unterschied zwischen dem Idol 5 und der S-Variante nicht so groß wie bei der Vorgängergeneration. Beim Idol 5 lässt Alcatel den zweiten hochwertigen Front-Lautsprecher weg und verzichtet auf die Hardware-Taste Now Key. Zudem bietet die Kamera-App ein paar Features weniger und kommt zum Beispiel ohne Cinemagraph-Funktion.

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Alcatel Idol 5. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Was das Idol 5 auszeichnet, ist die Möglichkeit, zwei Accounts und App-Verknüpfungen für eines von fünf gängigen sozialen Netzwerken zu nutzen. Wer Facebook, WhatsApp oder Snapchat beruflich und privat benutzt und dafür jeweils einen separaten Zugang hat, muss sich daher beim Idol 5 nicht mehr ausloggen und wieder einloggen.

Ansonsten ist beim Idol 5 die Hardware-Ausstattung gegenüber dem 5S recht ähnlich. Es bietet ein helles und kontrastreiches FullHD-Display mit 5,2 Zoll Diagonale, Achtkern-Prozessor, 3 GB RAM. Nutzerdatenspeicher (16 GB) und Akku (2.760 mAh) sind etwas kleiner. Die Rechenleistung des Idol 5 ist im Kurztest tadellos. Zudem ist das Metallgehäuse wie beim Idol 5S sehr schick und schlank und liegt gut in der Hand. Für 249 Euro ist das Idol 5 aus meiner Sicht der bessere Preis-Leistungs-Deal im Vergleich zum Geschwistermodell. Das Alcatel Idol 5 erscheint noch im September.

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Honor 8 Pro: Das unerwartete Flaggschiff im Test

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Kurz nach der Vorstellung des Samsung Galaxy S8 hat die Huawei-Tochter Honor ein Smartphone präsentiert, das auf den ersten Blick so gar nicht zur Marke passt. Während Honor bisher für Geräte im unteren und mittlerem Regal stand, greift die Marke jetzt nach ganz oben. Denn das Honor 8 Pro ist ein ernstzunehmendes und gut ausgestattetes Flaggschiff.

Der Underdog will in die erste Liga aufsteigen

Die noch ziemlich junge Marke der Chinesen gilt nach wie vor als Geheimtipp. Bisher robbt sie sich mit guten Geräten für kleines Geld unter 300 Euro an den Android-Platzhirsch Samsung heran.
Das von uns zu Jahresbeginn getestete Honor 6X oder das Honor 7 und Honor 8 sind dafür gute Beispiele. Deswegen wurden bei der Produktpräsentation einige Augen groß, als die Specs des neuen Smartphones verkündet wurden. Sie entsprechen, ebenso wie der Preis von 550 Euro, dem Niveau von Top-Geräten des Android-Marktes.

Schlank und schick

Der erste Blick begeistert. Schon die Verarbeitung ist tadellos und macht einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kommt in einem optisch und auch haptisch schönen Metall-Unibody, hat angenehm weiche Kanten und nahtlose Übergänge. Die einzigen drei Buttons liegen auf der rechten Seite. Sie regeln den Ein/Aus-Zustand und die Lautstärke.

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Image by Anton Knoblach

Der Fingerabdrucksensor liegt wie beim Galaxy S8 auf der Rückseite und ist intuitiv platziert. Zum Entsperren reicht das Auflegen eines gespeicherten Fingers, auch einfache Gesten lassen sich umsetzen wie beispielsweise das Blättern durch Fotos oder das Herunterklappen des Benachrichtigungs-Overlays. Das funktioniert gut und ohne nennenswerte Verzögerung.

Das Honor 8 Pro reiht sich mit seinem 5,7 Zoll großen Display in die gerade sehr beliebte Phablet-Kategorie ein. Es ist größer als ein herkömmliches Smartphone, aber kleiner als ein Tablet. Auch Samsung wirft mit dem Galaxy S8 und S8 Plus ein Auge auf dieses Marktsegment. Trotz der Displayflache ist das Honor 8 Pro mit 6,9 Millimetern Tiefe sogar ein kleines bisschen schlanker als das Phablet-Modell iPhone 7 Plus, das bei 7,3 mm nur ein 5,5-Zoll-Display bietet.

Hochauflösendes Display für Reise in die Virtual Reality

Auch nach dem Anschalten gibt es nichts zu meckern. Das farbbrillante 5,7-Zoll-Display ist mit 2.560 x 1.140 Pixeln (Quad-HD) sehr hoch aufgelöst. Endlich zieht Honor mit den Spitzengeräten von Samsung und LG gleich. Bisher boten alle Honor-Smartphones maximal Full-HD.

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Image by Anton Knoblach

Die hohe Auflösung qualifiziert das Smartphone auch für Virtual Reality, wo eine hohe Pixeldichte für den Genuss unerlässlich ist. Mitgeliefert ist – passend zum Zeitgeist – eine kleine VR-Brille zum Selberbasteln: Aus der Verpackung lässt sich mit ein paar Handgriffen ein Okular bauen. Das Smartphone selbst wird mit Display nach oben einfach in den Karton gelegt. Die Idee ist definitiv sehr nett. Mit einem ausgewachsenen mobilem VR-System wie Samsung Gear VR kann die Cardboard-Lösung nach wie vor nicht mithalten.

Ein wahrer Performance-Protz

Auch die inneren Werte zeigen, das der Hersteller beim Honor 8 Pro auf Performance setzt. Die Specs lesen sich wie die von High-End-Flaggschiffen. Für Rechenpower sorgt der achtkernige Spitzenprozessor Kirin 960 aus der Chipschmiede von Huawei. Ihm zur Seite stehen imposante 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte Festspeicher. Wem der Speicher noch nicht ausreicht, kann ihn mit einer microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

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Von dieser Power sollen vor allem komplexe 3D-Spiele profitieren. Zum Beweis kooperiert Honor mit den Enwicklern des bald erscheinenden Mobil-Krachers „Galaxy on Fire 3: Manticore“. Käufer des Honor 8 Pro sollen bei den In-App-Käufen besondere Vorteile erhalten. Für eine bessere Detaildarstellung bei Spielen unterstützt das Honor 8 Pro auch die Vulkan API.

Trotz dieser Leistungsstärke soll das Honor 8 Pro soll mit einer Akkuladung zwei Tage lang durchhalten. Immerhin bietet der integrierte Energiespeicher 4.000 mAh. Angesichts des Preises ist das insgesamt eine überragende Ausstattung.

Das Honor 8 Pro in der Praxis

Was direkt auffällt: Das Honor 8 Pro ist verdammt schnell. Sogar schneller als das iPhone 7 soll es sein, also habe ich den Test gemacht. Und tatsächlich: Bei alltäglichen Aufgaben ist das Honor ein gutes Stück schneller. Egal ob Google Maps, Instagram oder Spotify – beim Öffnen von Apps hat das Honor 8 Pro fast immer die Nase vorn. Natürlich geht es hier um Sekundenbruchteile, die höhere Geschwindigkeit ist aber deutlich spürbar.

Auch bei Benchmarks muss sich das 8 Pro nicht verstecken: Beim Multicore-Test von Geekbench schlägt es das iPhone knapp, beim AnTuTu-Benchmark kommt es zumindest nah ran. Anders sieht es allerdings bei rechenintensiven Aufgaben aus. Beim Export einer Sequenz in Adobe Premiere Clip zum Beispiel gewinnt das iPhone.

Doppelt knipst besser: Tolle Dual-Kamera

Wie beim iPhone 7 Plus oder dem Honor 6X gibt es zwei rückseitige Kameras, das Konzept aber ist anders. Die zweite Kamera dient nicht für einen optischen Zoom oder die Berechnung von Bokeh im Hintergrund, sondern soll für mehr Lichtstärke und Detail sorgen. Verbaut sind zweimal 12 Megapixel, von denen ein Sensor ein reines Schwarzweiß-Bild liefert. Die andere Kamera reichert dieses Bild dann mit Farbinformation an.

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Image by Anton Knoblach

Die mitgelieferte App lässt sich wie von Android gewohnt in einen Profi-Modus schalten, in dem alle wichtigen Einstellungen manuell getroffen werden können, zusätzlich kann man auch im RAW-Format fotografieren.

Im Kurztest macht die Kamera einen guten Eindruck. Das Honor 8 Pro macht helle und scharfe Bilder mit realitätsgetreuen Farben. Auch bei wenig Licht klappt das gut.

Fazit

Mit dem Honor 8 Pro platziert sich der Hersteller im ernstzunehmenden High-End-Sektor, ohne aber dessen Preise abzurufen. Das Smartphone ist ein würdiger Konkurrent zum deutlich teureren Samsung Galaxy S8, dem Huawei Mate 9, dem LG G6 und dem HTC 10. Das Top-Gerät lässt Kaufinteressierte den Haken in technischen Daten und Materialqualität vergeblich suchen. Wer die Größe mag und viel Power haben will, hat mit dem Honor 8 Pro nun eine leistungsmäßig ebenbürtige Alternative zu den Android-Smartphones von bekannteren Marken. Und das auch noch zu einem verdammt guten Preis.

In Deutschland wird das Honor 8 Pro vorerst exklusiv beim Mobilfunk-Provider O2 erhältlich sein. Entweder als Einmalkauf für 549 Euro oder per Ratenzahlung mit und ohne Vertrag.

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Große Marke, wenig dahinter: Lasst euch beim Smartphone-Kauf nicht von Traditions-Labels einlullen

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Die Qualität der Kamera ist eines der Hauptverkaufsargumente bei Smartphones aller Preiskategorien. Deshalb wird neben immer besseren Leistungen von den Mobilgeräte-Herstellern auch gerne die Zusammenarbeit mit großen Namen aus der Welt der Kameras angepriesen. In manchen Fällen werden Geräte sogar direkt unter dem Markennamen eines Kameraherstellers vermarktet. Diese Maßnahmen sollen gegenüber dem Konsumenten überdurchschnittliche Kompetenz im Bezug aufs Imaging suggerieren. Allerdings steckt dahinter nicht immer allzu viel Substanz.

Traditionsmarken zieren Billig-Geräte

Vor allem im niedrigen Preissegment sollen traditionsreiche Marken völlig unaufregenden Geräten etwas Glanz verleihen. So hat Archos, eine französische Elektronikmarke, zum Beispiel gerade angekündigt, eine Reihe günstiger Tablets unter dem Markennamen Kodak zu vetreiben. Zudem verkauft ein anderer Lizenznehmer der Kodak-Marke, die Bullit Group aus Großbritannien, mit dem Kodak Ektra (hier zu meinem Kurztest) ein Smartphone im Retrokamera-Design. Zwar sieht das sehr nett aus, bietet aber selbst im Kameramodul nur Durchschnittstechnik. Und der legendäre Polaroid-Schriftzug ist auf Action-Cams der Einstiegsklasse und Selfie-Sticks zu finden.

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Kodak Ektra, vertrieben von der Bullit Group. Image by Lars Rehm

Marken-Protz bei Mittelklasse und High-End-Geräten

Aber auch im Hochpreissegment werden Marken lizensiert. So nutzt die weltweite Nummer drei im Smartphone-Markt, Huawei, Leicas Namenszug auf den Kameras seiner Topmodelle, zum Beispiel auf dem P10 (hier zu meinem Kurztest). Auf Sonys Smartphones der Xperia-Reihe prangt das Zeiss-Logo. Und Motorolas „True Zoom“-Kameramodul für die Moto-Z-Reihe wird unter dem Hasselblad-Namen vertrieben (hier mein ausführlicher Test).

All diese Produkte sind insgesamt von hoher Qualität und kosten viel Geld. Jedoch dürfte sich der tatsächliche Einfluss der berühmten Kameramarken auf Entwicklung und Fertigung in vielen Fällen in Grenzen halten. Zwar hat Leica laut eigener Aussage bei den Huawei-Smartphones P9, P10 und Mate 9 (zu Jonas’ Test) an der Optimierung von Bildatmosphäre, Farbanmutung und Rauschverhalten gearbeitet. Auch das Zusammenspiel der beiden Linsen in der Dual-Kamera soll Teil des Engagements gewesen sein. Gemessen an der gesamten Ingenieursleistung, die in ein Kamerasystem einfließt, scheint dies aber ein relativ kleiner Beitrag zu sein.

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Huawei Mate 9 mit Dual-Kamera „von“ Leica. Image by Jonas Haller

Wie konkret Traditionsmarken die Produkte der Lizenzpartner mitentwickelt haben, bleibt oft schwammig. Wohl aus gutem Grund. So muss sich keiner der Beteiligten rechtfertigen, wenn die Technik nicht so toll funktioniert, wie das Marketing suggeriert.

Denn in vielen meiner Tests stellte ich fest, dass der Deal mit den Traditionsmarken für den Kunden überhaupt keinen funktionellen Mehrwert bietet. So war die Qualität der Objektive in Sonys Smartphone-Kameras in der Vergangenheit oft nicht auf dem Niveau, das man mit Zeiss-Produkten assoziiert. Und das bereits erwähnte „True Zoom“-Modul basiert auf typischer Kompaktkamera-Technologie, mit der Hasselblad normalerweise keine Berührungspunkte hat. Schließlich ist das Unternehmen hauptsächlich für seine professionellen Mittelformatkameras bekannt.

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Das Hasselblad „True Zoom“-Modul am Lenovo Moto Z Force Smartphone. Image by Lars Rehm

Schaut beim Kauf auf’s Produkt, nicht auf die Marke!

Und genau das ist es, was den Marken-Kooperationen oft einen etwas faden Beigeschmack gibt. Gut informierte Verbraucher lassen sich natürlich nicht von einem Label in die Irre führen. Der Durchschnittskonsument könnte aber durchaus den Eindruck gewinnen, er erwirbt ein Mobilgerät, das eine bessere Kamera hat als das Konkurrenzprodukt ohne den Namenszug eines Kameraherstellers. Das kann der Fall sein, ist es oft aber nicht.

Marken-Kooperationen können die Reputation versauen

Aber nicht nur Verbraucher könnten auf der Verliererseite stehen. Auch die Lizengeber setzen ihre Reputation bei der Stammkundschaft aufs Spiel. In manchen Fällen, wie Polaroid oder Kodak, ist das Lizensieren inzwischen zum Hauptunternehmenszweck geworden. Hier muss man sich sicher nicht allzu viele Sorgen ums Markenimage machen.

Marken wie Leica, Zeiss oder Hasselblad, die ihr Geld immer noch mit Profifotografen sowie ambitionierten und solventen Amateuren verdienen, haben aber einiges zu verlieren. Kunden, die mehrere Tausend Euro für eine Leica-Kamera oder ein Zeiss-Objektiv ausgeben, dürften nicht immer darüber erfreut sein, dass der Schriftzug „ihrer“ Marke auf einem Smartphone prangt, das für einen Bruchteil dieser Summen zu haben ist. Denn zumindest aus dem Blickwinkel dieser Klientel haben Smartphones im Vergleich mit den Kernprodukten der Marke nur unterklassige Bildqualität zu bieten.

Hey Marken, bitte ein bisschen mehr Klartext für Käufer!

Sinkende Umsätze in der Foto-Industrie bedeuten, dass auch diese Firmen nach neuen Märkten und Zielgruppen Ausschau halten müssen. Es wäre aber wünschenswert, dass dem Kunden mehr Transparenz im Bezug auf diese Kooperationen gewährt werden würde. Wenn es sich um einen reinen Licensing-Deal handelt, sollte dies ersichtlich sein. Echter Technologie-Transfer ist natürlich gewünscht und kann mittel- und langfristig zu Kamera-Performance und Features führen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Aber auch in diesen Fällen sollte von Anfang an kommuniziert werden, auf welcher Ebene und in welchem Umfang dieser Transfer stattfindet. Dann wüsste auch der Verbraucher genau, woran er ist.

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Teaser Image adapted by Lars Rehm; Images by Lars Rehm, Jonas Haller


 

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