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DIY mit dem iBook G3: So gelingt der Clamshell Display-Austausch


Stellt euch die Freude vor, wenn ihr nach gut 15 Jahren ein altes Notebook vom Dachboden holt, es startet und ihr zusehen könnt, wie es tatsächlich hochfährt. Und dann funktioniert es einfach. So ging es mir hier mit unserem iBook G3 Clamshell, über dessen Wiederbelebung ich bereits ausführlich berichtet habe. Neben der unbändigen Freude darüber, ein 20 Jahre altes Interface wiederzusehen, war ich ob seines gesprungenen Displays aber auch etwas traurig.

iBook Clamshell_kaputtes Display
Das Display ist gebrochen und ausgelaufen. Spielen kann man zwar trotzdem, schön ist das aber nicht. Image Lena Simonis

Es musste also ein neues her. So recherchierte ich ein bißchen nach Ersatzteilen, bis ich schließlich einen Händler in den USA fand, der so ziemlich alles auf Lager hat, was man an dem Gerät reparieren kann. Dort bestellte ich ein neues Display samt Deckel für 35 US-Dollar – inklusive Versand und Zoll kostete der Spaß am Ende 80 Euro. Neben dem neuen Deckel benötigt ihr zum Austausch nur eine Münze, einen T8-Torx- sowie einen kleinen Kreuzschlitz- und einen 2,5 Millimeter-Schlitz-Schraubendreher, wie sie beispielsweise an einem Victorinox Rally vorhanden sind. Eine gute Anleitung habe ich auf iFixit.com gefunden und das ganze hier für Euch dokumentiert.

1. iBook G3 Batterie entfernen


In der Unterseite des iBook befindet sich sein Akku, und wie das damals üblich war, lässt er sich ganz einfach entnehmen. Dreht mit einer Münze die beiden Schrauben auf der Rückseite des iBook eine Vierteldrehung (90°) nach links, öffnet die Abdeckung und nehmt den Akku heraus.

Akkufach iBook
Das Akkufach mit zwei Schrauben auf der Rückseite des iBook. Image by Lena Simonis

2. Airportkarte und Tastatur entfernen


Genial einfach ist beim iBook G3 auch das Abnehmen der Tastatur gelöst. Es gibt lediglich zwei kleine Befestigungsriegel zwischen der F8- und der F9 sowie der Escape- und der Helligkeitstaste. Schiebt diese Riegel nach unten und hebt das Keyboard vorsichtig ab. Sollte das nicht funktionieren, dreht zusätzlich die Befestigungsschraube zwischen F4- und F5-Taste um eine halbe Umdrehung (180°), dann sollte es klappen.



Anschließend hebt ihr die Airportkarte am Plastikstreifen nach vorne aus der Halterung und entfernt das Antennenkabel. Da unser iBook keine Airportkarte hat, konnte ich diese Schritte überspringen.



Um nun die Tastatur komplett zu entfernen, löst die beiden Schrauben am rechten Rand des Metallschutzes. Das sogenannte RAM-Shield verfügt über einen Metallbügel, den ihr nach oben klappen könnt, um jetzt das RAM-Shield daran heraus zu heben. 

Zum Schluß löst ihr das Tastaturkabel, indem ihr an der durchsichtigen Plastikschlaufe zieht. 

3. Clamshell Oberschale entfernen


Ihr öffnet das CD-Rom-Fach manuell, indem ihr mit einer Büroklammer den kleinen Knopf an der Vorderseite drückt. Zieht es wenig heraus und entfernt die kleine Kreuzschlitz-Schraube am Gehäuse.

 Anschließend dreht ihr das iBook G3 um und entfernt die vier kurzen und zwei langen Torx-Schrauben an der Unterseite. 

Nun dreht ihr den Computer wieder um und entfernt die drei Kreuzschlitz-Schrauben an der Oberseite des Gehäuses.

Anschließend löst ihr das Trackpad-Kabel vom Logicboard, indem ihr die Verriegelung des Verbindungssteckers mit zwei Fingern zusammendrückt und den Stecker wenige Millimeter anhebt. So könnt ihr das Kabel ganz einfach aus der Verbindung lösen und es vorsichtig herausziehen. 



Zuletzt drückt ihr am oberen rechten Rand des Gehäuses die Ober- und Unterseite auseinander und zieht die Oberseite vorsichtig nach oben, während ihr dabei die Unterseite festhaltet. Wiederholt das ganze am linken Rand und hebt die Oberseite leicht an. Zieht die Oberseite aber nicht ab, solange das Audiokabel noch verbunden ist. 

Trennt also das Audiokabel und zieht nun vorsichtig die Oberseite zu euch hin von der Unterseite ab.

4. iBook G3 Modem entfernen


Nachdem ihr die Oberseite entfernt habt, löst ihr die fünf Schrauben am Modem-Schutz. Zuerst die lange Schraube oben in der Mitte, anschließend die drei Schrauben an den EMI-Fingern und rechts am Modem-Schutz. Zuletzt die größere Schraube, mit denen die EMI-Finger am Modem befestigt sind. 



Dann löst ihr vorsichtig die EMI-Finger und zieht die Metallabdeckung von unten rechts nach oben links vorsichtig von der Oberseite des Modems ab. 

Nun schraubt ihr die Schraube links am Modem ab und holt das Modem von der rechten Seite leicht aus dem Gehäuse. Trennt das Modemkabel und nehmt das Modem heraus.

5. Clamshell Display entfernen


Entfernt die Schrauben am linken Gelenk des Deckels vom iBook G3 und löst das Airportkabel unter dem gelben Klebestreifen heraus. 

Trennt nun das große Bildschirmkabel auf der linken Seite vom Logicboard und löst es behutsam aus den Plastik und Metallhalterungen. Das gleiche macht ihr mit dem Beleuchtungskabel auf der rechten Seite.



Anschließend entfernt ihr die drei Schrauben, die den Deckel mit der Unterseite verbinden. Zuletzt löst ihr die verbliebene Schraube am rechten Gelenk des Deckels. Haltet dabei das Display mit der anderen Hand fest.

iBook letzte Schrauben
Fast geschafft. Die letzten vier Schrauben und das Airportkabel befreien, dann lässt sich der Deckel des iBooks mit Bildschirm einfach abnehmen. Image by Lena Simonis


Nun könnt ihr das Display entfernen und durch einen neuen Deckel ersetzen. Dazu geht ihr einfach diese Schritte rückwärts durch. Bevor ihr die Oberseite wieder aufsetzt, achtet darauf, dass ihr das Trackpad ausprobiert, nachdem ihr es wieder angeschlossen habt. Viel Spaß und Erfolg! 


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Images by Lena Simonis

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Was hinter dem digitalen Trend der DIY-Putzmittel steckt

Image by Sauberkasten

Der DIY-Trend im Internet scheint vor nichts mehr Halt zu machen. Der Selbermach-Hype hat nun sogar das Putzen erreicht. Mittlerweile ist der Trend so beliebt, dass nun erste Startups mit dem Thema Geld verdienen möchten.

Allzweckreiniger selber machen”, „Natürliche Putzmittel, die wirken“ oder auch „Bio-Putzmittel DIY“ – das sind nur einige der vielen Themen, die sich aktuell auf Blogs und YouTube-Kanälen zum Thema DIY-Putzmittel finden.

Richtig gelesen – DIY Putzen. Während das Schrubben von Küchenoberflächen oder das Reinigen des Klos für viele von uns eine lästige Alltagsaufgabe ist, gibt es eine wachsende Gruppe von jungen Menschen, die das Putzen als Lifestyle-Thema betrachten. Sie schreiben darüber eifrig im Internet, geben nützliche Tipps und drehen sogar Videos. Im Mittelpunkt steht dabei immer eins: Putzmittel selber machen statt kaufen.

DIY-Putzmittel machen glücklich

Da geht es beispielsweise um Geschirrspülmittel aus Äpfeln und Zitronen. Um Natron als Backofenreiniger oder sogar darum, wie man die selbstgemachten Reinigungsmittel stilvoll beschriften kann. Ganz klar: Der DIY-Trend im Netz verbreitet sich immer weiter. Er ist vom Kochen, über Handarbeiten und Kosmetik, nun sogar bei Reinigungsprodukten gelandet.

Ann Futterman Collier
Ann Futterman Collier (Psychologie-Professorin und Autorin); Image by Ann Futterman Collier

Die Psychologie-Professorin und Autorin mehrerer wissenschaftlicher Studien, Dr. Ann Futterman Collier, glaubt bezüglich des DIY-Trends, dass dahinter eine Kombination aus Glaubensvorstellungen, persönlicher Überzeugung und schlichtem Spaß am Austausch steckt. Gegenüber den Netzpiloten sagt sie: „Ich könnte mir vorstellen, dass diese Menschen sich einfach mit anderen über gemeinsame Werte und Interessen austauschen möchten. Dieser soziale Austausch hat viele psychologische und gesundheitliche Vorteile. Wenn die DIY-Putzer nicht nur selbst ihre Reinigungsmittel herstellen, sondern darüber auch noch bloggen oder vloggen, verstärken sich die emotionalen Vorteile.“

Die DIY-Putzer sind also kreativ, können beim Mixen ihrer Reinigungsmittel auch mal abschalten und entspannen. Außerdem tun sie dabei noch etwas Gutes für die Umwelt sowie ihren Haushalt. Wenn sie darüber hinaus im Internet Gleichgesinnte finden, ist das umso erfüllender. DIY-Putzmittel machen also glücklich.

Die Null-Müll-Generation

Es sind – das dürfte nicht zu sehr überraschen – vor allem Frauen, die sich mit dem Thema im Netz beschäftigen. Erstaunlicherweise handelt es sich bei den meisten Anhängerinnen der DIY-Putzmittel aber nicht um die klassische Hausfrau über 40. Es ist vor allem die junge Generation der Millennials, die sich über die besten Reinigungstipps zum Selbermachen austauschen. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass diese Altersgruppe besonders viel im Internet unterwegs ist. Dahinter steckt auch ein genereller Lifestyle-Trend, für den sich gerade diese Generation begeistert: Zero Waste.

Zero Waste steht ganz platt übersetzt für „Null Müll“ und ist eigentlich keine neue Bewegung. Sie hat aber vor allem durch das Internet 2.0 frischen Schwung bekommen. Dahinter steckt die Idee, möglichst ressourcen- und umweltschonend zu leben und dabei so wenig Müll wie möglich zu produzieren.

Beim Putzen kommen mehrere Faktoren zusammen

Da ist nämlich einmal die hohe Anzahl von Putzmitteln und Utensilien. Diese geht vom Badreiniger über den Ceranfeldreiniger bis hin zu fünf verschiedenen Reinigungsmitteln für den Fußboden. Hinzu kommt die unendlich erscheinende Anzahl an Putzlappen, für jede nur vorstellbare Gelegenheit. Der Müllgedanke ist also klar. Je mehr Putzmittel wir haben, desto mehr Müll produzieren wir auch. Kein Wunder, dass immer mehr Supermärkte auf verpackungsfreie Ware im Sortiment setzen.

Der zweite Faktor, der Umweltgedanke, bezieht sich neben dem Abfall auch auf die chemische Zusammensetzung von Reinigungsprodukten. Ähnlich wie auch beim DIY-Trend in der Kosmetik macht sich die junge Generation Gedanken über die Inhaltsstoffe. Wie schädlich sind die Produkte eigentlich für die Haut? Ist es sicher, die Chemikalien auf Haushaltsgegenstände zu geben? Und was passiert eigentlich mit all den Giftstoffen, die nach dem Putzen zum Beispiel übers Abwasser wieder in unserer Umwelt landen?

Damit hängt auch der dritte Punkt, das Schonen von Ressourcen, eng zusammen. Anstatt mit hohem Energieaufwand schädliche Reinigungsprodukte aus wertvollen Rohstoffen zu produzieren, mixt man sich die Zutaten zum Putzen einfach aus Haushaltsmitteln und Bio-Produkten selbst.

Immer weniger junge Menschen sind offenbar bereit, gedankenlos die Reinigungsprodukte aus den Drogeriemärkten zu nutzen. Stattdessen machen sie diese lieber selbst. Mit natürlichen Zutaten wie Zitronen, Apfelessig oder Orangen. Was vielleicht ein wenig altbacken wirkt und ein bisschen an „Omas Rezepte“ erinnert, begeistert gerade die DIY-Putzfans sehr. Auch die Minimalismus-Bewegung spricht der DIY-Trend an. Denn anstatt mit 20 verschiedenen Reinigungsprodukten, kann man im Prinzip mit fünf Zutaten auskommen.

Sicherlich spielt es dabei auch eine Rolle, dass die Reinigungsmittel in ihrer Masse auch viel Geld kosten. Der Spar-Effekt ist laut Ann Futterman Collier zwar nicht der wichtigste Punkt beim DIY-Trend, schadet aber mit Sicherheit auch nicht.

Mit dem guten Gewissen gutes Geld verdienen

Ann Futterman Collier gibt dabei zu bedenken, dass man nicht alle DIY-Trends über einen Kamm scheren kann. Während beispielsweise bei den Hobbyköchen oder DIY-Hausdekorierern der Spaß und die Selbstverwirklichung wichtiger ist als der Umweltaspekt, sieht dies beim Putzen etwas anders aus. Hier scheint ein Anti-Konsum-Bewusstsein, gepaart mit Minimalismus und grünem Lebensstil, neben dem Spaß am Selbermachen eine größere Rolle zu spielen. So vereinbart der digitale DIY-Putztrend vielmehr Selbstverwirklichung sowie Austausch mit Gleichgesinnten. Und das mit gutem Gewissen. Mit diesem guten Gewissen lässt sich aber auch gutes Geld verdienen. Wie das beispielsweise bei Handarbeiten oder bei Kosmetik geht, haben Unternehmen wie DaWanda im Modebereich oder Paulas Choice bei Kosmetika hinlänglich bewiesen.

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Das erweiterte Sauberkasten Set „Sauberkasten Premium“; Image by Sauberkasten

Sauberkasten als Vorreiter auf dem Markt für DIY-Putzmittel

Wie dies wiederum beim DIY-Putzen funktionieren könnte, will nun das deutsche Startup „Sauberkasten“ als eines der allerersten Unternehmen weltweit in diesem Bereich vormachen. Sauberkasten vertreibt ein Putz-Kit, welches aus sechs Zutaten, zehn Rezepten und einigen Utensilien besteht. In diesem Basis-Set (Kostenfaktor: 35 Euro) werden unter anderem Zutaten wie Natron, Zitronensäure, Essigessenz, Kernseife und ätherische Öle geliefert. Dazu kommen Hilfsmittel wie Messlöffel, eine Messtasse, Etiketten und natürlich die Rezeptkarte. Daraus lassen sich angeblich zehn Reiniger mixen. Darüber hinaus gibt es die erweiterten Sets „Sauberkasten Klassik“ und „Sauberkasten Premium“, sowie weitere Rezepte und Utensilien, die man im Online-Shop bestellen kann. All das wird natürlich verpackungsarm verschickt. Die Zutaten selbst sind in Altpapier-Verpackungen und kommen in einem Holzkorb zum Kunden.

Hinter Sauberkasten stecken die beiden Gründerinnen Jeanette Schmidt und Henriette Grewling. Ihr Konzept reiht sich nahtlos in die Zero-Waste-Bewegung mit ein. „Unsere Vision ist es, diese unnützen Stoffe aus dem Haushalt zu verbannen“, schreiben sie auf ihrer Webseite. Ob das Prinzip „Sauberkasten“ zum Geldverdienen wirklich aufgeht, muss sich natürlich noch zeigen.

Ann Futterman Collier glaubt aber nicht, dass es sich bei den DIY-Reinigungsmitteln lediglich um einen kurzweiligen Hype handelt. „Es ist vielleicht nicht so sehr eine Modeerscheinung wie vielmehr etwas, das Menschen Spaß und Freude bereitet und ihnen neue Energie verleiht.


Images by Sauberkasten

Portraitfoto by Ann Futterman Collier


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Zwischen Geschäftsmodell und Selbstverwirklichung: Der DIY-Trend im Internet

Nähen (adapted) (Image by ranii [CC0 Public Domain] via pixabay)

DIY steht für „do it yourself“ und bedeutet so viel wie: Mach es einfach selbst! Während viele vermuten mögen, dass selber kochen, basteln, werkeln und nähen eher ein Thema unter Baumarktfans und Hausfrauen ist, hat der DIY-Trend weltweit im Netz sehr viele Fans. So viele, dass vor allem internetgewandte Millennials die DIY-Produkte als Online-Geschäftsmodell erkannt haben – und damit zum Teil fünfstellige Summen im Monat einfahren. Was steckt hinter diesem Trend?

Nähen, Stricken, Häkeln. Wer glaubt, dass diese Themen vor allem in der Generation 50+ oder unter Hippies diskutiert werden, der irrt. Kleidung selber machen ist ein riesiger Trend – gerade unter Millennials. Die Initiative Handarbeit schätzt den Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf in Deutschland für das Jahr 2016 auf rund 1,25 Milliarden Euro.

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Marktsegment Handarbeit. Image by Initiative Handarbeit

Von Onlinemarktplätzen und Nähstars

Die hohen Verkaufszahlen von Onlinemarktplätzen für Selbstgemachtes wie Etsy oder DaWanda belegen, wie sehr diese Produkte gerade über das Internet vermittelt und verkauft werden. Das US-Unternehmen Etsy sprach von einem Anstieg von 19,5 Prozent der aktiven Verkäufer im letzten Geschäftsquartal im Jahr 2015 – und einem gleichzeitigen Anstieg von 25 Prozent von aktiven Käufern auf dem Portal. Dann gibt es noch DaWanda. Das Portal wird von vielen als die deutsche Version von Etsy angesehen. DaWanda wurde 2006 gegründet und verzeichnet nach Angaben des Unternehmens aktuell 7,3 Millionen Mitglieder und 360.000 registrierte Händler, die insgesamt 6 Millionen handgemachte Produkte anbieten. Angeblich kommen jeden Tag 15.000 neue Produkte hinzu. DaWanda behauptet außerdem, dass auf der Webseite jede Minute eine Tasche, alle 30 Sekunden ein Baby- oder Kinderprodukt und alle 20 Sekunden ein Schmuckstück verkauft wird.

Selbstgemachtes ist also nicht nur ein Trend, es ist ein Verkaufsschlager. Längst findet der Verkauf von selbstgemachten Produkten aber nicht mehr nur auf Online-Plattformen wie Etsy und DaWanda statt, sondern auch über Eigenvermarktung per Blog, Social Media oder der eigenen Webseite. Gerade Millennials verstehen hier sehr gut, wie sie die DIY-Produkte in Eigenregie für Internetnutzer vermarkten und verkaufen können.

Zu ihnen zählt auch Ricarda Masuhr. Sie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten DIY-Näherinnen Deutschlands. Die Hamburgerin fährt über ihre Webseite Pech & Schwefel (Untertitel: „Einfach machen“) nach Informationen von Online Marketing Rockstars vor allem über ihre Näh-E-Books fünfstellige Summen im Monat ein. Das Online-Ranking ihrer Seite scheint das zu bestätigen.

Ranking Ricarda Masuhr
Ranking Ricarda Masuhr. Image by Laura Waste

DIY: Viel mehr als nur Nähen und Stricken

Dabei beschränkt sich die Beliebtheit des Selbstgemachten nicht allein auf Handarbeiten im Modebereich. Basteln, Bauen, Backen, Kochen – die DIY-Welle scheint kein Ende zu kennen. Der BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. etwa vermeldete für das Geschäftsjahr 2016 einen Gesamtbruttoumsatz von 18,24 Milliarden Euro im Baumarkthandel in Deutschland. Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent. Die Tendenz ist dabei laut BHB steigend.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen mit DIY-Produkten Geld verdienen. Vor allem online. Und vor allem die junge Generation im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.

DIY als Geschäftsmodell für Millennials im Netz?

Johannes Wobus
Image by Laura Waste via LinkedIn

Der DIY-Trend ist definitiv auch ein lukraktives Geschäftsmodell, bestätigt Marketingexpertin und Content-Marketing-Beraterin Laura Waste im Gespräch mit den Netzpiloten. Gerade die Mischung der Zielgruppen aus einer Generation 50+ und dem neu erwachten Interesse der Millennials an allem Selbstgemachten mache diesen Trend so spannend. „Ich unterscheide zwischen den traditionellen Kunsthandwerk-Fans mit Filzstulpen und selbst gestalteter Brosche und den heutigen Hipstern mit Paletten-Möbeln und Chunky-Knit-Riesendecke. Die Erstgenannten waren schon immer da und werden auch weiter bleiben. Diese Gruppe freut sich maximal über die Möglichkeiten der neuen Medien. Die anderen wiederum werden gerade zu einer gigantischen Zielgruppe und sind die eigentlichen Träger des Trends. Diese Kombination macht das Thema gerade zum Megatrend.

Vor allem, da die Digital Natives es verstehen, die Arbeit aus der eigenen Hand geschickt im Netz zu präsentieren und zu vermarkten. Gerade Social-Media-Plattformen wie Pinterest und Instagram, aber auch YouTube sind die Kanäle, auf denen der DIY-Trend aktuell besonders boomt.

Doch das sei nur der Anfang, glaubt Waste: „Amazon startet gerade ein weltweites Rollout von Amazon Handmade – eine Plattform für Selbstgemachtes. Das lässt erahnen, welches Potential der DIY-Trend noch für uns parat hält.“

Der seltsame Erfolg des DIY-Slime im Netz

Wie groß dieses Potential tatsächlich ist, kann man jetzt schon an einigen sehr merkwürdigen Auswüchsen dieses Trends erkennen. Schleim. Beziehungsweise „Slime“. Diese glibberige Masse in Neonfarben war unter Kindern bereits in den 70er und dann nochmals in den 90er Jahren beliebt. Ein Trend, der jeweils nur kurze Zeit anhielt und dann wieder verschwand. Bis ihn jetzt Millennials wieder ausgegraben haben – in Form von DIY-Slime.

Der Trend kommt ursprünglich aus Thailand, es sind aber vor allem Jugendliche aus den USA, die mit dem Verkauf von selbstgemachtem Slime, in einigen Fällen sogar Tausende von Dollar im Monat verdienen. Der Verkauf findet auf Online-Marktplätzen wie Etsy, die Vermarktung vorwiegend auf Instagram statt. Aktuell lassen sich auf Instagram unter dem Hashtag #slime über 3 Millionen Posts finden, die sich überwiegend mit dem DIY-Slime befassen.

Auch in Deutschland wird dieser Trend von YouTube-Stars wie Bianca Heinicke aufgegriffen. Auf YouTube ist Heinicke unter dem Kanal „BibisBeautyPalace“ aktiv. Hier zeigt sie ihren Fans beispielsweise, wie man einen „Galaxy Slime“ selbst zubereiten kann.

Für viele Experten ist es sehr spannend zu sehen, wie einzelne Nutzer mit DIY-Produkten oder Anleitungen genau so viel – oder sogar noch mehr – verdienen wie etablierte Unternehmen. Wenn früher Konzerne wie Burda die Handarbeitswelt dominiert hat, sind es heute Millennials wie Ricarda Masuhr oder Bianca Heinicke, erklärt Laura Waste. „Online kann es zurzeit jeder mit den angestammten Medien-Goliaths wie Burda aufnehmen. Klassische Medienhäuser haben vor zehn Jahren verschlafen, ein gutes Bezahlmodell zu entwickeln, um ihre Inhalte auch online anzubieten. Vor allem Nischen lassen sich jetzt von kleinen Davids monetarisieren – mit E-Books, Abos und anderen Formaten.

Das liegt vor allem daran, dass die DIY-Entrepreneure besser und aktiver mit ihrer Zielgruppe kommunizieren, vermutet Waste. „Besonders spannend finde ich daher, dass zurzeit dieses Community-Building richtig Fahrt aufnimmt und mittlerweile im Mainstream angekommen ist. Wo früher nur Nerds in Foren unterwegs waren, tauschen sich jetzt auch DIY-Queens in Facebook-Gruppen aus und verlieren in einem halbwegs geschlossenen Kreis die Scheu, selbst Inhalte zu posten.

Gesellschaftskritik oder purer Individualismus?

Johannes Wobus
Image by Johannes Wobus

Die Beliebtheit der DIY-Produkte im Netz hat aber sicher nicht nur damit zu tun, dass Millennials diese besonders gut online vermarkten und präsentieren können. Es ist vielmehr ein Mix aus gesellschaftlichen und generationsbedingten Phänomenen, die im DIY-Trend im Netz zusammenkommen. „Hinter dem DIY-Trend steckt meiner Meinung nach auch der Wunsch nach Individualität und Authentizität“ , sagt Johannes Wobus, Geschäftsführer und Mitgründer der Onlinemarketingagentur Wobus & Lehmann GbR im Netzpiloten-Interview. Wobus beobachtet den DIY-Trend seit einiger Zeit und glaubt, dass vor allem Fotoplattformen wie Pinterest für eine große Wiederbelebung gesorgt haben.

Die Initiative Handarbeit hat wiederum drei Haupttrends ausgemacht: Individualisierung und Differenzierung, Post-Materialismus und Freizeitorientierung sowie Authentizität und Nachhaltigkeit. Geht es also doch um mehr als um das Herausstechen aus der Masse durch einen selbstgestrickten Pulli oder die selbstgewerkelte Küche?

Möglicherweise haben Einkaufspaläste wie H&M, Zara oder Mango für die individualistischen Millennials ausgedient. Viele mögen auch vom Überangebot an Waren schlichtweg überfordert sein, sodass sie sich lieber auf einfache, beinahe häusliche Werte besinnen. Für andere mag wiederum die Arbeit mit der Hand einfach ein schönes Hobby sein – und eine willkommene Abwechslung zum dauerhaften Starren auf den Bildschirm.

Sicherlich spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. Wer kann sich schließlich im Alter von 20 Jahren ein Designerkleid von Yves Saint Laurent kaufen? Vermutlich sehr wenige. Das Nähmuster für das gleiche Kleid im Preis von 20 Euro ist dagegen erschwinglich.

Darüber hinaus macht sich die junge Generation vermehrt Gedanken über Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit. Das zeigt sich am Nutzen von Angeboten wie Carsharing, dem bewussten Verzicht auf Autos – und eben auch im Erstellen und Kauf von DIY-Produkten im Netz. Eine ausgeprägte Konsum- und Gesellschaftskritik wie unter den Do-It-Yourselfern der 60er und 70er Jahre sieht Laura Waste dennoch nicht. Sie glaubt vielmehr, dass auch hinter der DIY-Welle letztlich der Traum der Selbstverwirklichung der jungen Generation steckt: „Früher steckte mehr dahinter: Kritik an der Konsumgesellschaft, Abkehr von der Industrie und den Massenmedien. Heute ist das Selbermachen ein Hobby. Es dient der Selbstverwirklichung, wie Meditation oder andere Trend-Hobbys.


Image (adapted) „Nähen“ by ranii (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FACEBOOK horizont: Noch keine Entscheidung im Prozess wegen verleumderischer Fotomontagen: Eine Entscheidung in dem mit viel Medieninteresse bedachten Prozess zwischen einem syrischen Flüchtling und Facebook blieb zwar aus – aber zwischen den Anwälten der beiden Seiten ging es hoch her. Eine „Wundermaschine“ bräuchte es, um wie vom Kläger gefordert festzustellen, ob auch andere Nutzer eine verunglimpfende Fotomontage mit dem Flüchtling Anas M. hochgeladen hätten, argumentierte Facebook-Anwalt Martin Munz. „Die gibt es noch nicht.“

  • DIY golem: Student entwickelt preiswerte Open-Source-Wärmebildkamera: Die DIY-Thermocam des Studenten Max Ritter basiert auf einem Lepton Sensor von Flir und bietet eine Auflösung von 160 x 120 thermischen Pixeln. Bedient wird sie über ein 3,2 Zoll großes, farbiges LCD-Display. Bilder können auf einer SD-Karte gespeichert, die Rohdaten aber auch per USB an einen angeschlossenen Computer übertragen werden. Die Elektronik besteht aus einer Reihe fertiger Module, zum Beispiel einem Teensy 3.6, über den ein ARM Cortex M4 als Mikrocontroller benutzt wird. Die einzelnen Bestandteile werden auf einer von Ritter selbstentworfenen Basisplatine aufgelötet.

  • IPHONE heise: Überwachungsfirma Cellebrite: Hacker veröffentlicht iPhone-Cracking-Tools: Wenn Software zum Knacken von Smartphones existiert, dann gelangt diese auch in die Hände Dritter, erklärt der Hacker, der die angeblich von einer Überwachungsfirma stammenden Tools veröffentlicht hat. Ähnlich argumentierte zuletzt auch Apple. Unbekannte haben weitere Daten veröffentlicht, die angeblich aus dem Fundus der Überwachungsfirma Cellebrite stammen: Der neue Datensatz umfasse verschiedene Software-Werkzeuge der Firma, die für den Zugriff auf gesperrte Smartphones gedacht sind, darunter ältere iPhones und Android- sowie BlackBerry-Geräte, wie das US-Magazin Motherboard berichtet.

  • SAFER INTERNET DAY süddeutsche: Safer Internet Day – Cybermobbing als Schwerpunkt: Mit verschiedenen Aktionen soll in ganz Deutschland auf die Gefahren der Diffamierungen im Netz aufmerksam gemacht werden. So etwa am Französischen Gymnasium in Berlin bei einer Veranstaltung mit Schülern, Jugendlichen, Pädagogen, Therapeuten sowie Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Den Safer Internet Day, der jährlich in der zweiten Februarwoche stattfindet, gibt es inzwischen in mehr als 100 Ländern. Das weltweite Motto 2017 lautet „Be the change: Unite for a better internet“ (etwa: „Sei der Wandel – Zusammen für ein besseres Internet“). In Deutschland koordiniert die EU-Initiative klicksafe.de die Aktionen.

  • MOBILITÄT t3n: Es geht voran: Ladepunkte für Elektroautos in Deutschland fast verfünffacht: Die Verbreitung von öffentlichen Ladepunkten für Elektroautos in Deutschland schreitet offenbar rasant voran. Im vergangenen Jahr soll sich deren Zahl fast verfünffacht haben. Die mangelnde Ladeinfrastruktur gilt als einer der Hauptgründe dafür, dass Elektroautos in Deutschland trotz erheblicher finanzieller Förderung noch ziemliche Ladenhüter sind. Geht es nach einer Erhebung der europäischen Informationsplattform European Alternative Fuels Observatory (EAFO) hat sich die Zahl der Ladepunkte in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr allerdings fast verfünffacht. Wurden 2015 noch 5.571 Ladepunkte für Elektroautos in Deutschland verzeichnet, waren es der EAFO zufolge 2016 schon 24.667.

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Hallo, Jutta Handrup & Maike Hedder von Kreativfieber!

Maike Hedder (links) und Jutta (image by Maike Hedder)NEU

Selber machen ist oft die günstigere Alternative. Zusätzlich können mit der “Do It Yourself”-Methode wahre Schätze und Unikate hergestellt werden. Die beiden Gründerinnen von kreativfieber erklären wie es geht und wie die Idee zum eigenen Blog entstand. Für viele ist das Netz einfach eine gigantische Bastelstube. Auf Hunderten von Blogs wird Selbstgemachtes vorgestellt, angeleitet und diskutiert. So auch bei kreativfieber: Von kleinen Geschenkideen, über leckere Rezepte bis hin zur aufwändigen Hochzeitsdeko bloggen Jutta Handrup und Maike Hedder über ihre Ideen. Anleitungen und “How-to´s” werden auf dem Blog ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Hallo Jutta! Hallo Maike! Euch verbindet eine deutsch-niederländische Freundschaft und die Kraft des Sekundenklebers. Wie kam es zu eurem Back- und Bastelblog?

Wir sind schon viele Jahre befreundet und immer gerne zusammen kreativ gewesen. Nach Ende unseres Studium fehlte uns im Job irgendwann einfach das kreative Etwas. Das Thema Blog war bei uns beiden sehr präsent und so haben wir irgendwann beschlossen, es doch einfach mal zusammen zu versuchen. Kreativfieber.de war am Anfang für uns vor allem eine Plattform, um unsere kreativen Ideen zu teilen und unsere eigene kleine online Spielwiese. Das erste Feedback und die tolle Bloggercommunity haben uns schnell motiviert immer mehr Zeit in unser Projekt zu stecken.

Uns gefällt eure Plattform, weil ihr persönlich, sympathisch und angenehm unaufgeregt eure Ideen präsentiert. Welche professionellen Ziele verbindet ihr mit dem Blog?

Mittlerweile ist Kreativfieber kein reines Hobby mehr, sondern auch unser Job. Mit wachsenden Leserzahlen und vielen tollen Kooperationsmöglichkeiten haben wir uns vor etwa einem Jahr selbstständig gemacht. Neben Kreativfieber schreiben wir Do-It-Yourself- Bücher und beraten Unternehmen zu Social Media rund um das Thema Blogging. Dabei bleibt unser eigener Blog aber immer unser Herzstück, in das wir unsere ganze Leidenschaft stecken.

Viele setzen DIY gleich mit Geldsparen. Könnt ihr das unterschreiben? Welches war euer finanziell aufwändigstes und welches euer kostengünstiges aber effektvolles Projekt?

Das stimmt, gerade Designerstücke kann man als DIY Projekt häufig günstig nachbauen. Dass DIY aber immer Geld spart können wir (mit einem riesigen Materiallager zuhause) allerdings nicht bestätigen. Ein Möbelstück aus hochwertigen Materialien kann schon teuer werden als das Gegenstück vom Möbeldiscounter. Ein wunderschöner Nebeneffekt ist natürlich, dass man auf Dinge die man selbst geschaffen hat, besonders stolz ist und sie einem ein tolles Gefühl vermitteln und ganz besondere Erinnerungen festhalten.

Gerade bei unseren Hochzeiten konnten wir aber durch DIY Tischdeko das Budget sehr schonen.

Was sind beim DIY eure Lieblingsmaterialien? Welches Projekt wollt ihr als nächstes ausprobieren?

Generell sind wir sehr experimentierfreudig und brauchen Abwechslung. Auf dem Blog arbeiten wir deswegen mit ganz unterschiedlichen Materialien, Stoff, Papier, Beton oder Upcycyling von Alltagsgegenständen.

Das Trendmaterial 2016 ist für uns definitiv Kork – und zwar nicht der Presskork, den man vielleicht noch als Pinnwand in Erinnerung hat, sondern Korkstoffe, Korkpapiere und Korkklebefolie. Seit wir das Material 2014 kennengelernt haben, sind wir verliebt. Gerade ist dazu auch unser neues Buch „Neues aus Kork“ erschienen.

Welches ist eure Lieblings-App unter den DIY-Helfern?

Ohne die Wasserwaage – App geht gar nichts!

Vielen Dank für das Interview!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Hello Money


Teaser & Image by kreativfieber


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Phonebloks: Die Utopie des modularen Smartphones

Das Projekt Phonebloks macht die Runde in den sozialen Netzwerken. Die Idee, die Bauteile eines Smartphones austauschen zu können, ist dabei so genial wie unrealistisch. // von Daniel Kuhn

phoneblokimage

Die Lebensdauer eines Smartphones ist heute kürzer denn je zuvor. Spätestens nach zwei oder drei Jahren ist es zu langsam oder irgendein wichtiges Bauteil ist defekt. Dadurch entsteht viel Elektroschrott, der vermieden werden könnte, wenn das veraltete oder defekte Bauteil ausgetauscht werden könnte. Phonebloks will genau dies durch ein modular aufgebautes Smartphone erreichen. Leider handelt es sich dabei um eine Utopie, die so schnell nicht den Weg in die Realität finden wird.

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Berlin Boombox – DIY-Ghettoblaster für iPhone und iPod

Berlin BoomboxLetztens hatte ich euch ja einmal die reaDIYmate-Charaktere vorgestellt, die man sich in Übersee ordern kann. Heute lernt Ihr etwas Ähnliches kennen. Die Berlin Boombox. Diese Box, die wie die reaDIYmates ebenfalls aus Pappe und mit einigen leichten Handgriffen selber gebastelt werden können, ist dabei mindestens genauso ein Hingucker. Was braucht man dafür? Man nehme einen Bastelbogen, ein Lautsprecher-System sowie ein iPhone oder iPod und los geht’s.

Technologie

Berlin BoomboxDer iPod, das iPhone und selbstverständlich auch alle anderen Smartphones und Mp3-Geräte werden über einen 3,5mm-Klinkenstecker vom Kopfhöreranschluss an das Soundsystem angedockt. Die Lautsprecher, die mit 2x-1-Watt-Boxen laufen, sorgen sicherlich nicht für genauso so einen starken Beat, wie man es von einem herkömmlichen Ghettoblaster erwartet, aber die Entwickler feilen bereits an einem erweiterten Klangerlebnis.

iPhone- und iPod-User können beispielsweise demnächst über die „Bongiovi DPS-App“, die das Team zusammen mit Bongiovi Acoustics aus NYC entwickelt, einen an die Boxen angepassten Sound ausgeben lassen. Die App arbeitet dabei wie ein Equalizier und holt die bestmögliche Qualität aus der Boombox heraus.

Die Berlin Boombox ist außerdem mit einem großen Aluminium-Drehknopf ausgestattet mit dem man das Lautsprechersystem sowohl anschaltet, als auch die Lautstärke regeln kann.

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Social Marketing for free: Haul-Videos

Werbeagenturen, Media-Berater und andere Marketingmenschen könnten in absehbarer Zeit genau da hingehen, wohin vor ein paar Jahren die Druckvorlagenhersteller und Schriftsetzer gegangen wurden: ins Arbeitsamt. Denn junge Frauen machen jetzt selber Werbung. Wer schon immer geglaubt hat, dass viele junge Leute extreme Materialisten sind, der mag nun Recht bekommen. Denn Haul-Videos sind der letzte Schrei im Web. Junge Mädchen setzen sich vor ihre Webcam, halten die erbeuteten Stücke aus der letzten Schnäppchen-Tour in die Kamera und erzählen wo und wie sie das gute Stück ergattert haben.

Die Konzerne sind entzückt. Denn so kann youtube endlich zum fast kostenneutralen Verkaufsmultiplikator genutzt werden. Es könnte sogar sein, dass einige Mädchen ganz inoffiziell bezahlt werden von diversen Firmen und Einzehändlern. Denkbar ist das, sogar möglich. Aber es erfüllt nicht den Tatbestand der Schleichwerbung, weil Social Media keine offizielle Dienstmarke vom heiligen Stuhl des Qualitätsjournalismus erhalten hat. Daher muss die Sonntagsausgabe dieser Videos mit 20seitigen McRonalds-Werbung auch nicht in allen großen Bahnhöfen kostenlos verteilt werden. So eine Art der Auflagensteigerung haben die Mädels gar nicht nötig. Endlich ist die gesamt Web-Jugend dort angekommen, wo die Amerikaner schon immer waren: „We are americans: we don’t think, we shop.“ Wann nun die Jungs nachziehen und ihre smartphones, sneakers und hoodies in die Kamera halten ist sicher bald Gegenstand einer Dissertation… Mehr dazu hier und hier. Und ein Beispiel nach dem Klick: Weiterlesen »

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DIY: Klima retten

Die Klimakatastrophe von Kopenhagen war ziemlich gut getimed: Kaum war das Elend beschlossen, schon verabschiedete sich die westliche Welt in familienselige Weihnachterei. Und zwei Wochen später, wenn man all das Rotkohl-Klöße-Gans-Inferno und sogar die Familienfeier heil überstanden hat, hat man das unwürdige Geschacher ums Weltklima schon halb vergessen. Da Obama ja nun leider nicht die Welt gerettet hat und sich auch sonst irgendwie keiner vorgedrängelt hat, sind jetzt erst einmal wieder wir dran. Grund genug, den Weg ins neue Jahr mit ein paar guten Öko-Vorsätzen zu pflastern. Aber wie? Eine Ideensammlung aus dem Netz: Weiterlesen »

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Bausteln für eine bessere Welt

Um eine „neue Kultur des Selbermachens“ und darum, wie man per Netztechnologien die Gesellschaft verändern kann, geht es dieses Wochenende auf dem atoms&bits-Camp. „Web Hippies“ nennt Jay Cousins die Teilnehmer liebevoll. Der britische Erfinder ist selber einer und probiert auf dem Festival mit Teilnehmern einen der Ansätze aus, das „Bausteln“: Aus vermeintlichem Müll, den Teilen einer alten Waschmaschine, entstehen in zwei Tagen neue Produkte – „Upcycling“ statt Recycling. Weiterlesen »

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Bausteln – Demokratisierung des Produktionswissens

Am Sonntag den 8. Februar hatten Technikinteressierte die Möglichkeit mit Arduino, nicht dem selbst ernannten König von Italien, sondern der Hardwareplattform, in Kontakt zu kommen. Für den mehrstündigen Workshop wurden von Upstream, die sich ebenfalls am Hallenprojekt beteiligen, Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Organisiert wurde die Veranstaltung, bei der das Experimentieren, Spielen und der Wissensaustausch im Vordergrund stand, von Philip Steffan und Christian Heller. Weiterlesen »

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Merkwürdiges und Schönes – entspannte virtuelle Einkaufsbummel bei etsy

Etsy.com ist ein Hort für alle Liebhaber des Selbstgemachten. Wer immer die Idee hatte, etwas zusammenzubasteln oder zu designen, kann es bei etsy wieder loswerden – denn etsy ist eine Verkaufsplattform für handgemachte Produkte aus der ganzen Welt.

Das Schöne daran: Man merkt den Produkten die wurschtelige Liebe, die viele ihrer Verkäufer hineingesteckt haben, richtig an – egal ob sie Donuts aus Plüsch verkaufen, Portemonnaies, die sie aus Klebeband gefertigt haben oder Ohrringe aus lettischen Holzstückchen.

Wie funktioniert etsy?
Das Prinzip von etsy: Jeder, der etwas verkaufen möchte, kann sich recht unbürokratisch anmelden, seinen Shop einrichten und seine Produkte feilbieten. Das offensichtlich ziemlich breite Produktangebot haben die etsy-Macher auf eine sehr clevere Art und Weise geordnet und miteinander vernetzt, so dass der potentielle Käufer stets weitere Produkte, Verkäufer und Shops angeboten bekommt.

Man kann außerdem gezielt nach Geschenken für Mama, Papa, Teenager, spezielle Frauen oder Arbeitskollegen suchen, kann nach Produkten in seiner Lieblingsfarbe fahnden – oder sich auf einem Globus anzeigen lassen, wo auf der Welt die Verkäufer der Produkte sitzen. Sich in diesem Produktkosmos ein wenig treiben zu lassen, macht Spaß – auch Menschen, die sonst lieber in echte Geschäfte einkaufen gehen.

Für wen ist etsy gedacht?
Einfach in der Bedienung ist etsy nicht nur etwas für Online-Kauffreaks, sondern für alle, die keine Lust haben, nur das anzuziehen und sich in die Wohnung zu stellen, was Großdesignerketten ihnen vor die Nase setzen.

Etsy (Screenshot)
Bildquelle: Screenshot von Etsy.com

Blogpiloten-Urteil:
Die Seite ist klar strukturiert und lotst den User in hübschen Virtuellbummeln durch die Angebote. Von jedem Produkt gibt es eine Menge Fotos und detaillierte Beschreibungen auf Englisch. Selbst wenn man nicht auf Anhieb das gewünschte findet, treibt einen das etsy-Leitsystem geschmeidig durch das Produktwirrwarr bis zu den Dingen und Verkäufern, die genau den eigenen Geschmack treffen. Darum ist etsy auch geeignet für Leute, die sonst nie im Netz einkaufen und denen die digitalen Wühltische von Ebay auf die Nerven gehen.

Kleiner Dämpfer für deutsche Kaufwillige: Etsy ist eine Seite aus den USA. Zwar gibt es dort auch jede Menge Verkäufer aus anderen Teilen der Welt – die Verkäufer sitzen aber in den Staaten. Und so entstehen für den Versand häufig größere Mehrkosten. Aber im Ernst: für das eine oder andere selbstgedengelte Unikat lohnt es sich trotzdem!

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